{"id":74951,"date":"2021-08-08T11:45:38","date_gmt":"2021-08-08T09:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74951"},"modified":"2021-08-08T13:49:15","modified_gmt":"2021-08-08T11:49:15","slug":"in-myanmar-laeuft-die-pandemie-aus-dem-ruder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74951","title":{"rendered":"In Myanmar l\u00e4uft die Pandemie aus dem Ruder"},"content":{"rendered":"<p>Die L&auml;nder in Ostasien hatten das erste Jahr der Pandemie relativ unbeschadet &uuml;berstanden. Im Gegensatz zu Europa und den USA, wo sich die Lage gerade verbessert, steht ein Gro&szlig;teil der 660 Millionen Einwohner in Ostasien jedoch nun vor einer neuen Pandemiewelle, die alle Rekorde des letzten Jahres &uuml;bersteigt. In der vergangenen Woche meldeten alle L&auml;nder der Region einen neuen H&ouml;chststand an Coronavirus-Infektionen und Todesf&auml;llen. Der Ausbruch der Delta-Variante, die aus Indien eingeschleppt wurde, hat die Lage zus&auml;tzlich verschlimmert.  Die Fallzahlen steigen st&auml;ndig, die Regierungen der Region k&auml;mpfen darum, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Covid-19 hat Asien fest im Griff und &uuml;berschattet die Olympischen Spiele in Tokyo. In Indien ist die Zahl der Infizierten r&uuml;ckl&auml;ufig, aber Japan, Australien, S&uuml;dkorea, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Kambodscha, Vietnam, Thailand, fast alle L&auml;nder in Asien melden t&auml;glich neue Rekordwerte und verh&auml;ngen Ausgangssperren. Auch in China beginnt das Virus, sich erneut auszubreiten. Es gibt kaum Anzeichen f&uuml;r eine baldige Besserung.  Besonders dramatisch aber sieht es in Myanmar aus, wo die Lage au&szlig;er Kontrolle ger&auml;t.  Der Milit&auml;rputsch hat die Situation nochmals verschlimmert, hinzu kommt noch die Regenzeit, die letzten Monat begonnen hat. Die Milit&auml;rjunta ist unf&auml;hig, die weitere, explosionsartige Verbreitung des Virus zu verhindern. Von <strong>Marco Wenzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie L&auml;nder S&uuml;dostasiens haben die Beschaffung von Impfstoffen im letzten Jahr zur&uuml;ckgestellt. Die Impfrate ist dementsprechend niedrig und liegt in der Regel unter 5 Prozent. &ldquo;Thailand hat w&auml;hrend der Virusphase im letzten Jahr so gut abgeschnitten, dass es sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat und bei der Impfstoffbeschaffung ins Hintertreffen geraten ist&rdquo;, sagte ein Professor f&uuml;r Politikwissenschaften an der Chulalongkorn-Universit&auml;t in Bangkok. Hinzu kommt noch die absolute Unf&auml;higkeit der meisten Regierungen in der Region, die in Malaysia bereits zu einer Regierungskrise gef&uuml;hrt hat. Der Unmut der Bev&ouml;lkerung in den anderen L&auml;ndern S&uuml;dostasiens w&auml;chst.  Nach einem jahrelangen Lockdown und Einreiseverboten und dem damit verbundenen wirtschaftlichen R&uuml;ckgang insbesondere im Hotelgewerbe und der Gastronomie ist die Belastbarkeit der Bev&ouml;lkerung ersch&ouml;pft.  2020 staunten Fachleute noch &uuml;ber die niedrigen Fallzahlen in S&uuml;dostasien. Nun steht die Region am Rande einer Trag&ouml;die.<\/p><p><strong>Myanmar<\/strong><\/p><p>Bei dem blutigen Vorgehen des Regimes gegen die Putschgegner wurden seit Februar bereits 1.000 Menschen durch das Milit&auml;r gezielt get&ouml;tet, die Wirtschaft wurde zerschlagen. Der dramatische Anstieg der Covid-19-F&auml;lle ist nun der n&auml;chste Schlag f&uuml;r das Land. Seit Ende Mai\/Anfang Juni steigen die Infektionsraten in Myanmar rasant an, ab Juni kann man von einer dritten Pandemiewelle sprechen, eine neue Pandemiewelle, die weit schlimmer ist als die beiden Wellen von M&auml;rz und August letzten Jahres zusammen. Alle Varianten des Virus sind verbreitet. <\/p><p>Mit 6.000 Todesf&auml;llen war der Juli der bislang t&ouml;dlichste Monat, seit das Coronavirus zum ersten Mal im Land auftauchte. Das sind weit mehr als alle F&auml;lle seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren zusammen.  Besonders die hoch&uuml;bertragbare Delta-Variante breitet sich schnell aus. Die offiziellen Zahlen, sowohl der Infizierten als auch der Todesopfer, spiegeln aber kaum die Wirklichkeit wider, die Zahlen sind mit Sicherheit noch viel h&ouml;her, die Statistiken der Junta m&uuml;ssen ernsthaft angezweifelt werden, da die Zahl der Menschen, die zu Hause sterben, nicht erfasst wird. Es gibt nur wenige Tests und die sind jedes Mal zu &uuml;ber 30 Prozent positiv, was auf eine weitverbreitete &Uuml;bertragung in der Bev&ouml;lkerung hindeutet. Alle Daten f&uuml;r Myanmar sind katastrophal schlecht. <\/p><p>Die neue Welle kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich viele medizinische Mitarbeiter der landesweiten Kampagne des zivilen Ungehorsams angeschlossen haben. Und die Infektionen sickern zudem &uuml;ber Myanmars por&ouml;se Grenzen nach Indien, Bangladesch und China.  Millionen von Menschen in Rangun und Mandalay wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben, aber die Zahl der Toten steigt immer weiter. Seit dem Putsch sind eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen und es gibt mehr als 336.000 Binnenfl&uuml;chtlinge. Mindestens 6 Millionen Menschen sind derzeit von Ern&auml;hrungsunsicherheit betroffen.<\/p><p><strong>Die Entwicklung<\/strong><\/p><p>Vor dem Putsch hatte das Gesundheitsamt allein in der Region Rangun 205 Quarant&auml;nezentren eingerichtet und sieben staatliche Krankenh&auml;user waren f&uuml;r die Behandlung von COVID-19-Patienten bestimmt. Jetzt gibt es nur noch f&uuml;nf staatliche Krankenh&auml;user, die COVID-19-Patienten behandeln und es ist unklar, wie viele Quarant&auml;nezentren noch in Betrieb sind.  Myanmar schaffte es unter der NLD-Regierung von Aung Suu Kyi, die erste und zweite Welle des Virus zu bew&auml;ltigen. Seit dem Putsch ist das System zusammengebrochen. Mitarbeiter in den Krankenh&auml;usern und Freiwillige weigern sich, unter der Junta zu arbeiten.<\/p><p>Bis zum 31. Januar, einen Tag vor dem Coup, musste niemand aus den Krankenh&auml;usern abgewiesen werden. Es gab Feldlazarette und improvisierte COVID-19-Behandlungszentren. Und auch Myanmars Impfprogramm, das am 27. Januar, 4 Tage vor dem Coup, mit gespendeten und aus Indien gekauften Impfstoffen gestartet wurde und landesweit eingef&uuml;hrt werden sollte, ist unter der Junta ins Stottern geraten.<\/p><p>Am 14. Juli meldete das von der Junta kontrollierte Gesundheitsministerium 145 Todesf&auml;lle und 7000 neue COVID-19-F&auml;lle an einem Tag, die h&ouml;chste t&auml;gliche Zahl seit dem Milit&auml;rputsch. Am 3. August waren es schon 312 Todesf&auml;lle an diesem Dienstag allein. Die Gesamtzahl der Todesf&auml;lle &uuml;berstieg am selben Tag die Zahl von 10.000. Seit M&auml;rz wurden &uuml;ber 300.000 Menschen positiv getestet. Die Einwohner von Rangun und Mandalay wurden aufgefordert, nicht notwendige Ausg&auml;nge zu vermeiden. In 90 Prozent aller Gemeinden des Landes wurden bereits Infektionen gemeldet, das Milit&auml;rregime hat in 74 Gemeinden eine Ausgangssperre verh&auml;ngt. Die Zahl der Infektionen und Todesf&auml;lle ist auf einem Rekordhoch. (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?q=covid+19+Statistics+%26+Myanmar&amp;oq=covid+19+Statistics+%26+Myanmar&amp;aqs=chrome..69i57j0i22i30.25554j0j15&amp;sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8\">Statistik Myanmar<\/a>)<br>\nDas Milit&auml;rregime verh&auml;ngte am 17. Juli eine landesweite Abriegelung.<\/p><p>Berichte &uuml;ber Menschen, die wegen Sauerstoffmangel sterben, nehmen t&auml;glich zu und es fehlt an Medikamenten und Impfstoffen. Da von der Junta-Regierung keine Hilfe zu erwarten ist, h&auml;ngen die Menschen jetzt gelbe oder wei&szlig;e Kleidung und Fahnen vor ihre H&auml;user, um zu zeigen, dass sie infiziert sind und Hilfe brauchen. Gelb bedeutet, dass die Bewohner medizinische Versorgung ben&ouml;tigen, und Wei&szlig; bittet um Lebensmittel. Oft sind ganze Familien infiziert, so dass keiner das Haus verlassen kann. <\/p><p><strong>Probleme im Gesundheitswesen<\/strong><\/p><p>Seit dem Putsch im Februar haben sich viele &Auml;rzte und medizinische Fachkr&auml;fte der Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM) angeschlossen und weigern sich, f&uuml;r das Regime zu arbeiten. Statt in den Krankenh&auml;usern behandeln sie ihre Patienten oft in buddhistischen Tempeln, die teils zu Lazaretten umfunktioniert wurden. Freiwillige, die eine wichtige Rolle bei der Bek&auml;mpfung der Pandemie in der ersten und zweiten Welle spielten, weigern sich ebenfalls, mit dem Regime zusammenzuarbeiten. Zudem weigern sich viele Menschen, sich impfen zu lassen. Sie trauen der Junta und den Impfstoffen nicht. Alles, was von der Junta kommt, ist ihnen suspekt. Zudem wollen sie sich, aus Angst verhaftet zu werden, nicht registrieren lassen. Seit der Macht&uuml;bernahme durch das Milit&auml;r ist der Impfstatus nur schwer zu verfolgen. <\/p><p>Das Regime hat aber auch selber Tausende von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams angeschlossen haben, verhaftet oder Haftbefehle gegen sie erlassen. Infolgedessen sind viele Krankenh&auml;user, die vor dem Putsch der Junta noch in der Lage waren, den Zustrom von Patienten w&auml;hrend der ersten und zweiten Welle des Virus im Land zu bew&auml;ltigen, jetzt unterbesetzt. Als sich die COVID-19-Infektionen in Rangun ausbreiteten, wurden die Patienten von den &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;usern und COVID-19-Zentren abgewiesen und gezwungen, sich zu Hause zu versorgen, sagen Wohlt&auml;tigkeitsorganisationen und Angeh&ouml;rige. &ldquo;In einigen F&auml;llen waren die Krankenh&auml;user voll und wir mussten die Patienten zur&uuml;ckbringen. Sie starben bald darauf.&rdquo;<\/p><p>Die Impfungen kommen nur sehr langsam voran. Es mangelt an Impfstoffen. Nach Angaben der Junta wurden bis jetzt nur etwa 1,75 Mio. Menschen in dem 54 Millionen Einwohner z&auml;hlenden Land geimpft. Mitglieder des Milit&auml;rs und Regierungsbeamte sowie das Kabinett der Junta werden vorrangig geimpft. China hat jetzt nochmals 2 Millionen Dosen gespendet. Letzte Woche sind davon 750.000 Dosen eingetroffen. Die Junta will nochmals 4 Millionen Dosen dazukaufen. <\/p><p>Aber auch wenn ausreichend Impfstoffe zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden, wer w&uuml;rde sie verabreichen? Und wo und wem? Die Menschen, die der Junta nicht trauen, werden sich nicht in Impfzentren, die von ihr beaufsichtigt werden, registrieren lassen. Und da ist immer noch der Mangel an Personal. Aber das Problem beschr&auml;nkt sich ja nicht nur auf Covid allein. Das zusammengebrochene Gesundheitssystem wird von Covid-Patienten &uuml;berlaufen, die Patienten stehen Schlange vor den Kliniken.  Wo bleiben dann die Patienten, die wegen anderer Krankheiten nicht mehr behandelt werden k&ouml;nnen? Und wie wird die Zukunft aussehen, wenn hunderttausende von Kindern nicht mehr gegen Kinderkrankheiten geimpft werden?<\/p><p>Am besten ist die Lage noch in den Gebieten, die nicht vom Milit&auml;r kontrolliert werden. Die ethnischen Gruppen in diesen Gebieten organisieren die Hilfe selbst, sie haben das Vertrauen der Patienten und haben auch Impfstoffe selber organisiert oder teils geschenkt bekommen.<\/p><p><strong>Sauerstoffmangel und fehlende Medikamente<\/strong><\/p><p>Einer der gr&ouml;&szlig;ten Engp&auml;sse w&auml;hrend der dritten Welle ist fehlender Sauerstoff, den etwa 20 Prozent aller COVID-19-Patienten ben&ouml;tigen. Der Preis f&uuml;r Sauerstoffflaschen und Sauerstoffkonzentratoren ist gestiegen, falls sie &uuml;berhaupt noch erh&auml;ltlich sind. Die Fabriken, die Sauerstoff herstellen, verkaufen nur noch an Krankenh&auml;user, obwohl diese &uuml;berf&uuml;llt sind und die meisten Patienten zu Hause liegen. Die Angeh&ouml;rigen von Infizierten stehen, trotz der n&auml;chtlichen Ausgangssperre, bereits mitten in der Nacht Schlange, um ihre Sauerstoffflaschen doch noch zu f&uuml;llen, meist vergeblich.<\/p><p>COVID-19 treibt zudem die Preise f&uuml;r Arzneimittel in die H&ouml;he. Die Preise f&uuml;r g&auml;ngige Medikamente gegen Erk&auml;ltungen und Grippe bis hin zu Medikamenten, die das Immunsystem st&auml;rken, sowie Nahrungserg&auml;nzungsmittel und Vitaminpillen sind gestiegen. Auch die Kosten f&uuml;r Medikamente gegen andere Krankheiten steigen. Die Apotheken berichten, dass Medikamente f&uuml;r die Behandlungen von Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Nierenkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen jetzt zwischen 6,5 und 20 Prozent mehr kosten als noch vor ein paar Monaten. Sogar die Preise f&uuml;r Produkte der traditionellen Medizin steigen. Viele Banken sind geschlossen und es gibt H&ouml;chstgrenzen, wieviel der einzelne Kunde t&auml;glich abheben darf. Bargeld ist knapp, aber die H&auml;ndler nehmen nur noch Bargeld als Zahlungsmittel an. Viele Menschen haben auch ihre Arbeit verloren und k&ouml;nnen sich keine Medikamente leisten. Die Preise f&uuml;r Gesichtsmasken und hygienische Artikel, wie Desinfektionsmittel, sind f&uuml;r normale Menschen fast unerschwinglich geworden. <\/p><p>Es gibt eine gro&szlig;e Nachfrage. Diejenigen, die es sich noch leisten k&ouml;nnen, kaufen auf Vorrat. Jeder hat Angst vor COVID-19 und so decken sie sich mit allem ein, von dem sie glauben, dass sie es brauchen werden. Der Grund f&uuml;r die Preiserh&ouml;hungen liegt aber nicht nur an der gestiegenen Nachfrage, sondern auch darin, dass die meisten Medikamente importiert werden m&uuml;ssen. Und nun sind viele Grenzen zu den Nachbarl&auml;ndern geschlossen. Manche Gro&szlig;h&auml;ndler horten auch ihre Ware, um so eine Verknappung herbeizuf&uuml;hren und den Preis hochzutreiben. Mehr als 40 Prozent der Medikamente kommen aus Indien, das selber knapp an Medikamenten ist. Dazu noch ist der Kurs des Kyat um mehr als 20 Prozent gefallen.<\/p><p><strong>Die Ma&szlig;nahmen der Junta<\/strong><\/p><p>Anstatt der Zivilbev&ouml;lkerung zu helfen, benutzt das Milit&auml;r die Gesundheitskrise, um den Widerstand zu untergraben. Einwohner berichten, dass das Milit&auml;r Leute ins Visier nimmt, die Hilfe suchen. Alles deutet darauf hin, dass die Junta die Pandemie absichtlich nicht einzud&auml;mmen sucht, weil die Menschen jetzt ihre Aufmerksamkeit und Energie auf die Pandemie lenken und sich deshalb nicht an der Bewegung des zivilen Ungehorsams beteiligen k&ouml;nnen. <\/p><p>Als die Mitarbeiter des Gesundheitswesens sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams angeschlossen und gestreikt haben, hat die Junta streikendes Gesundheitspersonal festgenommen, entlassen und gewaltsam angegriffen. Die Verhaftungen von medizinischem Personal hat die Gesundheitskrise wesentlich versch&auml;rft. Kliniken werden vom Milit&auml;r &uuml;berfallen, um nach Regierungsgegnern zu suchen, und das anwesende Personal mit Schlagst&ouml;cken verpr&uuml;gelt. Das Myanmar Doctors for Human Rights Network (Netzwerk der &Auml;rzte f&uuml;r Menschenrechte) berichtete, dass es bereits mindestens 240 Angriffe auf Gesundheitspersonal und -einrichtungen gegeben hat, mit mindestens 17 Toten. Auch Dr. Htar Htar Lin, die ehemalige Leiterin der Covid-19-Impfung des Landes, wurde verhaftet. <\/p><p>F&uuml;nf freiwillige &Auml;rzte, die f&uuml;r eine COVID-19-Pr&auml;ventions- und Wohlt&auml;tigkeitsgruppe arbeiten, wurden unter falschen Vorw&auml;nden in ein Haus gelockt und vom Milit&auml;rregime festgenommen. Junta-Truppen st&uuml;rmten danach das B&uuml;ro der Wohlt&auml;tigkeitsgruppe und zwei weitere &Auml;rzte wurden dort verhaftet. Zudem beschlagnahmten sie Sauerstoff und gespendete Medikamente. &Auml;rzte, die bei Protesten gesehen wurden, werden verhaftet, gespendete Medizin wird konfisziert. Denn auch das Milit&auml;r ist von der Pandemiewelle getroffen und konfisziert den Sauerstoff und die Medikamente auch f&uuml;r den eigenen Bedarf. Der Irrawaddy berichtete letzte Woche, dass ein Oberst des Milit&auml;rs zugab, dass er 100 medizinische Sauerstoffflaschen, die offiziell von Wohlt&auml;tigkeitsorganisationen aus Thailand importiert worden waren, beschlagnahmt hat. So sieht die Krisenbew&auml;ltigung der Putschgener&auml;le aus. Der UN-Sonderberichterstatter Tom Andrews sagte zudem, dass &ldquo;die Junta auch Rechenschaft &uuml;ber die COVID-Hilfe in H&ouml;he von 350 Mio. USD ablegen muss, die der Internationale W&auml;hrungsfonds dem Volk von Myanmar nur wenige Tage vor dem Staatsstreich zur Verf&uuml;gung gestellt hat.&rdquo;<\/p><p>Die verh&auml;ngte Ausgangssperre hat die Situation zus&auml;tzlich verschlimmert. Krankenwagen werden am Weiterfahren gehindert. Die Menschen wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben, Reisen sind untersagt.  Nur Gesch&auml;fte, die Grundnahrungsmittel, Medikamente und medizinische Hilfsmittel verkaufen, d&uuml;rfen ge&ouml;ffnet bleiben, die Menschen m&uuml;ssen Masken tragen, wenn sie ins Freie gehen.<\/p><p>Die meisten Todesf&auml;lle sind auf eine Anordnung des Regimes zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, den Zugang zu Sauerstoff f&uuml;r Privatpersonen einzuschr&auml;nken. Das Regime hat die Sauerstoffproduzenten angewiesen, keine Sauerstoffflaschen f&uuml;r Einzelpersonen nachzuf&uuml;llen, obwohl kaum noch Betten in Krankenh&auml;usern und COVID-19-Zentren frei sind. Die Infizierten sind gezwungen, sich zu Hause zu pflegen, einschlie&szlig;lich der Suche nach medizinischem Sauerstoff. Aung Hlaing hat letzte Woche behauptet, die Sauerstoffversorgung sei ausreichend und d&uuml;rfe nicht politisiert werden. <\/p><p>Als die UN-Hilfsorganisation UNHCR humanit&auml;re Hilfsg&uuml;ter an die vertriebene Bev&ouml;lkerung von Mindat liefern wollten, hat das Milit&auml;r sie nicht durchgelassen.  Die Hilfe hat die Stadt Mindat nicht verlassen d&uuml;rfen und die Menschen haben die Hilfsg&uuml;ter nicht bekommen. Die Reisegenehmigung, die dem UNHCR erteilt wurde, erlaubte den Zugang nur zu Menschen innerhalb der Stadt Mindat. Die Hilfe der UN durfte nur in Gebiete gehen, die das Regime zulie&szlig;. <\/p><p>Letzte Woche gingen Fotos und Videos von Reihen von Leichen in den sozialen Medien viral, die in einem &uuml;berf&uuml;llten Krematorium lagen. Die Junta hat nun versucht, diesen peinlichen Szenen ein Ende zu setzen, indem sie einfach die Anzahl der Bestattungswagen, die zu den Krematorien fahren d&uuml;rfen, beschr&auml;nkt hat. <\/p><p>Anstatt bei der Eind&auml;mmung der Pandemie t&auml;tig zu werden, hat die Junta die Bev&ouml;lkerung dazu aufgefordert, buddhistische Verse zu rezitieren. W&auml;hrend das Regime tatenlos zusieht, wie die Pandemie sich immer weiter ausbreitet, tun zivile Hilfsorganisationen alles M&ouml;gliche, um die Menschen zu versorgen. Untereinander besteht gro&szlig;e Nachbarschaftshilfe. Die Untergrundregierung NUG ihrerseits versucht, die L&uuml;cken auszuf&uuml;llen, wo immer sie gebraucht wird. Das Gesundheitsministerium der NUG und die ethnischen Gesundheitsorganisationen gr&uuml;ndeten gemeinsam eine Covid-19-Task-Force, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie zu verhindern. Derweil versucht das Milit&auml;r alles, um zivile Hilfsma&szlig;nahmen zu behindern. Wer Hilfe sucht oder leistet, begibt sich dabei in Gefahr.<\/p><p>W&auml;hrend in der Bev&ouml;lkerung die Verzweiflung immer weiter um sich greift und das Land kurz vor dem vollst&auml;ndigen Zusammenbruch steht, hat der Putschistenf&uuml;hrer am 1. August, sechs Monate nach dem Putsch vom 1. Februar, eine weltfremde Rede gehalten, die an seiner Zurechnungsf&auml;higkeit zweifeln l&auml;sst. Wenn er das wirklich glaubt, was er da gesagt hat, dann ist seine geistige Umnachtung bereits weit fortgeschritten. Mich erinnert das unwillk&uuml;rlich an Hitler im F&uuml;hrerbunker im April 1945, der sogar dort noch an den Endsieg glaubte. So behauptete Aung Hlaing, seine Feinde w&uuml;rden &bdquo;Covid-19 als Mittel des Bioterrorismus&ldquo; einsetzen. Er aber w&uuml;rde die Pandemie entschlossen bek&auml;mpfen und bis Ende des Jahres die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung impfen. Wahlen w&uuml;rden irgendwann im Jahre 2023 stattfinden, bis dahin sei der Ausnahmezustand verl&auml;ngert. &bdquo;Gegenw&auml;rtig ist das ganze Land stabil, abgesehen von einigen terroristischen Anschl&auml;gen&ldquo;, so der General weiter. Gruppen von Terroristen w&uuml;rden unschuldige Menschen angreifen. &bdquo;Warum tun sie das?&ldquo;<\/p><p><strong>Internationale Reaktionen<\/strong><\/p><p>L&auml;ngst ist die Lage in Burma so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr nur ein innerstaatliches Problem des Landes darstellt, sondern zum regionalen Problem wird. Myanmar k&ouml;nnte ein Super- Spreader-Staat und damit ein Gefahrenherd f&uuml;r die gesamte s&uuml;dostasiatische Region werden. Experten bef&uuml;rchten, dass in zwei bis drei Wochen bereits mehr als die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung infiziert sein k&ouml;nnte. Die Grenzen zwischen Myanmar und seinen Nachbarl&auml;ndern kontrollieren auf burmesischer Seite die ethnischen Gruppen und ihre Armeen. Die Regierung in Naypyidaw hat dort keine Kontrolle.  Die Nachbarl&auml;nder versuchen, sich so gut es geht abzuschotten und haben die Grenzen gesperrt. Aber die Grenzen sind nur schwer zu &uuml;berwachen und Grenzbeamte sind leicht zu bestechen. <\/p><p>Am 14. Juli  sagte Tom Andrews, der UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r die Menschenrechte in Myanmar, &bdquo;eine Explosion von COVID-F&auml;llen, einschlie&szlig;lich der Delta-Variante, der Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Myanmar und das tiefe Misstrauen der Menschen in Myanmar gegen&uuml;ber allem, was mit der Milit&auml;rjunta in Verbindung steht, sind ein perfekter Sturm von Faktoren, die ohne Nothilfe durch die internationale Gemeinschaft zu einem bedeutenden Verlust von Menschenleben in Myanmar f&uuml;hren k&ouml;nnten.&ldquo; Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, &bdquo;ein nicht von der Junta kontrolliertes, unpolitisches Gremium zu erm&ouml;glichen, das eine COVID-Antwortinitiative koordiniert, die ein Impfprogramm einschlie&szlig;t, dem die Menschen in Myanmar vertrauen werden.&ldquo; &bdquo;Der Junta fehlen die Ressourcen, die F&auml;higkeiten und die Legitimit&auml;t, diese Krise unter Kontrolle zu bringen&ldquo; und &bdquo;Die Krise &hellip; ist besonders t&ouml;dlich, weil das Misstrauen gegen&uuml;ber der Milit&auml;rjunta allgegenw&auml;rtig ist.&ldquo;<\/p><p>Wenn die internationale Gemeinschaft nicht sehr bald echte Ma&szlig;nahmen ergreift, wird es eine humanit&auml;re Katastrophe in Myanmar geben.  Das &ouml;ffentliche Gesundheitssystem, oder was davon noch &uuml;briggeblieben ist, wird bei dieser hohen Infektionsrate innerhalb k&uuml;rzester Zeit ganz  zusammenbrechen. <\/p><p>Am 16. Juli ver&ouml;ffentlichte der Special Advisory Council for Myanmar (SAC-M) eine Erkl&auml;rung mit dem Titel &bdquo;Das Volk von Myanmar braucht dringend Hilfe, da die Junta die COVID-19-Krise als Waffe einsetzt&ldquo;. Die Hauptaussage der Erkl&auml;rung ist: &bdquo;Die internationale Gemeinschaft muss dringend auf die l&auml;hmende COVID-19-Krise in Myanmar reagieren und lebensrettende Hilfe &uuml;ber die Grenzen hinweg durch die Netzwerke der Demokratiebewegung ins Land bringen.&ldquo; &bdquo;Die Junta erlaubt COVID-19, ungehindert zu zirkulieren. Der Putsch, den sie im Februar startete, ist gescheitert. Die Junta hat keine normalen Regierungsstrukturen aufgebaut und ist auch nicht in der Lage, dies zu tun. Der einzige gangbare Weg, mit der COVID-19-Krise in Myanmar umzugehen, ist der Umgang mit der Demokratiebewegung&ldquo;, sagte Chris Sidoti von SAC-M. <\/p><p>Die Erkl&auml;rung schob die Schuld sowohl auf die ASEAN als auch auf die UN, indem sie feststellte: &bdquo;Die ASEAN hat vor &uuml;ber zweieinhalb Monaten beschlossen, humanit&auml;re Hilfe zu leisten, als Teil ihres F&uuml;nf-Punkte-Konsenses&ldquo;. &bdquo;Es ist inakzeptabel, dass ASEAN nur nach dem Belieben der Junta handelt, w&auml;hrend so viele Menschenleben verlorengehen. Es gibt keine Entschuldigung f&uuml;r ASEAN, UN-Organisationen oder andere Akteure, zu verz&ouml;gern. Es gibt M&ouml;glichkeiten, den Menschen jetzt direkt Hilfe zukommen zu lassen.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Die Junta benutzt COVID-19 als Waffe f&uuml;r ihren eigenen politischen Gewinn, indem sie die Demokratiebewegung erstickt und versucht, die Legitimit&auml;t und Kontrolle zu erlangen, nach der sie sich sehnt. Die Gener&auml;le sind keine Partner f&uuml;r die Lieferung von Hilfsg&uuml;tern. Sie sind M&ouml;rder, die f&uuml;r ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden,&ldquo; sagte Yanghee Lee vom SAC-M, die ehemalige UN-Sonderberichterstatterin f&uuml;r die Situation der Menschenrechte in Myanmar, die dieses Mandat von 2014 bis 2020 innehatte. Ein &bdquo;dringendes und massives&ldquo; internationales humanit&auml;res Eingreifen ist erforderlich, um die Covid-19-Krise in Myanmar zu bew&auml;ltigen, sagte der Sonderbeirat f&uuml;r Myanmar (SAC-M) in einer Erkl&auml;rung. &bdquo;Die Situation hat sich zu einer humanit&auml;ren Katastrophe solchen Ausma&szlig;es entwickelt, dass eine internationale Pr&auml;senz von Gesundheits- und medizinischem Personal kritisch geworden ist&ldquo;, sagte SAC-M-Mitglied und ehemaliges Mitglied der UN-Erkundungsmission f&uuml;r Myanmar (FFM) Chris Sidoti in der Erkl&auml;rung.<\/p><p>Unter diesen Umst&auml;nden kann Hilfe von au&szlig;en nicht neutral sein. Viele westliche Regierungen und internationale Organisationen stehen vor dem Dilemma, wie sie Hilfe und Unterst&uuml;tzung leisten k&ouml;nnen, ohne als Legitimation f&uuml;r das Milit&auml;rregime angesehen zu werden. Das wei&szlig; auch die Junta und es ist klar, dass sie selber niemanden um Hilfe bitten wird und auch keine ausl&auml;ndischen Hilfsorganisationen ins Land lassen wird. Dem Milit&auml;r kommt die Pandemie gerade recht, es lehnt sich zur&uuml;ck und schaut zu, wie die Menschen mit der Pandemie k&auml;mpfen. Das schw&auml;cht die Kraft des Aufstandes. Eine erzwungene Intervention von au&szlig;en aber m&uuml;sste durch den UN-Sicherheitsrat mandatiert werden. Aber mit Russland und China im UN-Sicherheitsrat wird das notwendige Mandat f&uuml;r eine Intervention gegen die Junta nicht zustandekommen.<\/p><p>Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an den Zyklon Nargis, der im Mai 2008 das Irrawaddy-Delta verw&uuml;stet hatte. Mehr als 130.000 Menschen wurden dabei get&ouml;tet und hunderttausende wurden obdachlos. Ganze D&ouml;rfer waren zerst&ouml;rt, die ganze Deltaregion war &uuml;berschwemmt. Es fehlte an Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser. Das eindringende Salzwasser hatte die Ernten zerst&ouml;rt. Damals liefen ganze Schiffsladungen mit Hilfsg&uuml;tern aus mehreren L&auml;ndern aus und lagen vor Myanmar vor Anker.  Aber zum Entsetzen der Welt lie&szlig; die Milit&auml;rjunta sie nicht an Land, aus Furcht, die Anwesenheit von ausl&auml;ndischen Hilfstruppen k&ouml;nnte die Bev&ouml;lkerung zu erneuten Massenprotesten veranlassen. Erst im September 2007 hatte das Milit&auml;r eine gro&szlig;e Protestbewegung niedergeschlagen und wollte keine Hilfslieferungen von L&auml;ndern annehmen, die damals Sympathie f&uuml;r die Protestbewegung gezeigt hatten, und schon gar nicht deren Vertreter ins Land lassen. Die Schiffe mit den Hilfsg&uuml;tern fuhren nach zwei Wochen wieder vollbeladen nach Hause. <\/p><p>Internationale humanit&auml;re Akteure, die an einer Intervention beteiligt w&auml;ren, d&uuml;rften sich nicht mit dem Milit&auml;r einlassen, die Junta kommt als Partner f&uuml;r die Lieferung von Hilfsg&uuml;tern nicht infrage. Humanit&auml;re Helfer, sollten sie denn ins Land gelangen, m&uuml;ssen Solidarit&auml;t mit der Bev&ouml;lkerung zeigen, die das Milit&auml;rregime mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit abgelehnt. Eine effektive Hilfe w&auml;re nur unter Einbeziehung der Untergrundregierung und der ethnischen Gruppen und ihren Organisationen m&ouml;glich, nur sie haben das Vertrauen der Menschen, nur sie k&ouml;nnen die Menschen &uuml;berhaupt erreichen, von denen viele sich aus Angst vor dem Milit&auml;r verstecken. Zur Bew&auml;ltigung der Covid-19-Krise sollte die Unterst&uuml;tzung mit der Covid-19-Taskforce koordiniert werden, die von der Regierung der nationalen Einheit und ethnischen Gesundheitsorganisationen gebildet wurde.<\/p><p>Manche reden jetzt auch von einer gewaltsamen milit&auml;rischen Intervention im Rahmen der Responsibility to Protect (R2P) und von einer Flugverbotszone, um das Milit&auml;r daran zu hindern, weiterhin die eigene Zivilbev&ouml;lkerung zu bombardieren. Eine Flugverbotszone m&uuml;sste aber von ausl&auml;ndischem Milit&auml;r &uuml;berwacht und durchgesetzt werden. Die R2P hat keine v&ouml;lkerrechtliche Bindung und w&uuml;rde den UN-Sicherheitsrat umgehen. Zudem ist eine Pandemie als Interventionsgrund bei R2P nicht vorgesehen. Mit Sicherheit w&uuml;rde eine Intervention in diesem Rahmen von den USA oder deren Verb&uuml;ndeten angef&uuml;hrt werden und von dem Milit&auml;rregime bek&auml;mpft werden, sobald sie auch nur einen Fu&szlig; auf burmesischen Boden setzt. Myanmars Nachbar China w&uuml;rde unweigerlich in einen wahrscheinlich bewaffneten Konflikt mit hineingezogen werden.<\/p><p>Am einfachsten w&auml;re es noch, wenn die internationale Gemeinschaft endlich die NUG als rechtm&auml;&szlig;ige Regierung Myanmars anerkennen w&uuml;rde. Dann n&auml;mlich k&ouml;nnte die NUG andere L&auml;nder oder die UN offiziell um Hilfe bitten und die h&auml;tten dann auch das Recht, im Land selber t&auml;tig zu werden. Das k&ouml;nnte schon bald der Fall sein. Bei der n&auml;chsten Sitzung der UNO-Generalversammlung im September muss eine Entscheidung getroffen werden, wen sie als rechtm&auml;&szlig;ige Regierung Myanmars betrachtet. Sowohl die NUG als auch die Junta werden einen Antrag daf&uuml;r an das Beglaubigungskomitee stellen, das dann entscheiden muss, wen es als legitime Regierung Myanmars betrachtet. <\/p><p>Die Chancen f&uuml;r die NUG stehen nicht schlecht. Bei einer Sitzung der UN-Generalversammlung Anfang Juni stimmte die Mehrheit der L&auml;nder f&uuml;r einen Antrag, die Aktionen der Junta zu missbilligen. &bdquo;Viele der westlichen Demokratien unterhalten sich regelm&auml;&szlig;ig mit der NUG und sogar einige asiatische Regierungen f&uuml;hren stille Gespr&auml;che mit ihnen&ldquo;, sagte Robertson von Human Rights Watch. Anfang Juli verabschiedeten rund 150 franz&ouml;sische Senatoren eine Resolution, die die franz&ouml;sische Regierung auffordert, die NUG anzuerkennen. Auch hat die UNO Kyaw Moe Tun, der sich kurz nach dem Putsch in der UN-Generalversammlung gegen die Putschisten gewandt und sich auf die Seite der Demokratiebewegung gestellt hatte, erlaubt, seinen Sitz zu behalten, und einen vom Milit&auml;r genehmigten Ersatz abgelehnt, da sie die Junta nicht als rechtm&auml;&szlig;ige Regierung von Myanmar anerkennt. Zudem macht sich die Milit&auml;rjunta zurzeit mit ihrem repressiven Vorgehen und Erschie&szlig;en von Gegnern sowie mit ihrer Unf&auml;higkeit nicht gerade international beliebt. <\/p><p>Leider aber wird es im September wahrscheinlich schon zu sp&auml;t sein. Die Gesundheitskrise in Myanmar scheint zurzeit nicht das dringendste Problem f&uuml;r den Rest der Welt zu sein.<\/p><p>Titelbild: R. Bociaga\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die L&auml;nder in Ostasien hatten das erste Jahr der Pandemie relativ unbeschadet &uuml;berstanden. 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