{"id":75361,"date":"2021-08-20T16:04:48","date_gmt":"2021-08-20T14:04:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75361"},"modified":"2021-08-20T18:43:08","modified_gmt":"2021-08-20T16:43:08","slug":"deutsche-wohnenco-enteignen-wie-die-linke-inquisition-eine-bewegung-zerstoert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75361","title":{"rendered":"Deutsche Wohnen&#038;Co enteignen: Wie die linke Inquisition eine Bewegung zerst\u00f6rt"},"content":{"rendered":"<p>Es klingt wie eine Geschichte aus dem linken M&auml;rchenbuch. Der Legende nach entstand die Idee zu einem Volksbegehren f&uuml;r die Enteignung gro&szlig;er Wohnungskonzerne irgendwann im Winter 2017\/18 an einem Kreuzberger Kneipentisch, als sich zwei altgediente K&auml;mpen der linken Berliner Szene beim Bier &uuml;berlegten, was f&uuml;r ein gro&szlig;es Ding man gegen Wohnungsnot und Mietwucher machen k&ouml;nnte. Denn dies ist seit Jahren eines der beherrschenden Themen der Berliner Politik. Es folgten unz&auml;hlige Treffen in kleinen und stetig gr&ouml;&szlig;er werdenden Gruppen und bald stieg auch die &bdquo;Interventionistische Linke&ldquo; (IL), die bereits Erfahrungen bei der Vernetzung von Deutsche-Wohnen-Mietern gesammelt hatte, in die geplante Kampagne ein. Und das sollte gravierende Folgen haben &hellip; Von <strong>Rainer Balcerowiak<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDoch der Reihe nach. Die Initiative &bdquo;Deutsche Wohnen&amp;Co enteignen&ldquo; (DWE) startete nach einigen Verz&ouml;gerungen im April 2019 die 1. Stufe des gleichnamigen Volksbegehrens. Die f&uuml;r einen Erfolg notwendigen 20.000 g&uuml;ltigen Unterschriften wurden bereits nach wenigen Wochen weit &uuml;bertroffen. DWE hatte den Nerv der Stadt getroffen und allm&auml;hlich begann auch die offizielle Politik, die Sache ernst zu nehmen. Bald bildeten sich eindeutige Lager in der Stadt. Die LINKE unterst&uuml;tzte die Initiative, die Gr&uuml;nen mochten eine Enteignung als &bdquo;letztes Mittel&ldquo; nicht ausschlie&szlig;en, die SPD, deren fr&uuml;herer Landeschef und Regierender B&uuml;rgermeister Michael M&uuml;ller zun&auml;chst eine &auml;hnliche Haltung angenommen hatte, legte sich schlie&szlig;lich auf Ablehnung fest und CDU, FDP und AfD waren sowieso dagegen. Daran hat sich bis heute wenig ge&auml;ndert.<\/p><p><strong>Mietendeckel contra Volksbegehren<\/strong><\/p><p>Nach der erfolgreichen 1. Stufe lag das Volksbegehren f&uuml;r lange Zeit auf Eis. Denn die von Andreas Geisel (SPD) gef&uuml;hrte Senatsinnenverwaltung lie&szlig; sich bei der Pr&uuml;fung des Anliegens der Initiative sehr viel Zeit, eine gesetzliche Frist f&uuml;r die Zulassung zur 2. Stufe, nach deren erfolgreicher Bew&auml;ltigung ein Volksentscheid durchgef&uuml;hrt werden muss, gibt es nicht. Zudem wurde die mieten- und wohnungspolitische Auseinandersetzung in der Stadt mittlerweile von einem anderen Thema gepr&auml;gt. Die SPD &bdquo;entdeckte&ldquo; einen l&auml;ngeren Aufsatz des auf Mietrecht spezialisierten Anwalts Peter Weber, der im November 2018 in einer juristischen Fachzeitschrift erschienen war. Unter dem Titel &bdquo;Mittel und Wege landeseigenen Mietpreisrechts in angespannten Wohnungsm&auml;rkten&ldquo; skizzierte Weber die M&ouml;glichkeiten eines durchgreifenden Mietendeckels auf Landesebene mit strikten Mietobergrenzen nicht nur f&uuml;r Neuvermietungen, sondern auch f&uuml;r Bestandsvertr&auml;ge. Nach langem Gezerre innerhalb der &bdquo;rot-rot-gr&uuml;nen&ldquo; Koalition wurde der Mietendeckel schlie&szlig;lich im Januar 2020 verabschiedet. Und die SPD war sich jetzt ziemlich  sicher, dass durch den Mietendeckel die Luft aus der verhassten Enteignungskampagne raus ist. <\/p><p>Im September 2020 gab Innensenator Geisel schlie&szlig;lich gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die 2. Stufe des Volksbegehrens. Die Unterschriftensammlung begann am 26. Februar 2021. Nunmehr galt es, binnen vier Monaten, also bis zum 25. Juni, 177.000 g&uuml;ltige Unterschriften zu sammeln, um einen Volksentscheid parallel zur Wahl des Abgeordnetenhauses am 26. September zu erzwingen.<\/p><p><strong>Turbo f&uuml;r die Forderung nach Enteignung<\/strong><\/p><p>Nach einem furiosen Start verlief die Sammlung zun&auml;chst eher schleppend. Es mehrten sich Bef&uuml;rchtungen, dass das gesteckte Ziel m&ouml;glicherweise nicht erreicht werden w&uuml;rde. Doch am 16. April sorgte das Bundesverfassungsgericht f&uuml;r einen gewaltigen neuen Schub, denn der Berliner Mietendeckel wurde von den Karlsruher Richtern komplett <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2021\/bvg21-028.html\">f&uuml;r null und nichtig erkl&auml;rt<\/a>. Die Kampagne wuchs auf &uuml;ber 1000 aktive Unterst&uuml;tzer in den Kiezteams, neben der Linkspartei unterst&uuml;tzten auch Mieterinitiativen, Verb&auml;nde und Gewerkschaften die Sammlung &ndash; die nach dem Kippen des Mietendeckels auch auf viel mehr Resonanz in der Bev&ouml;lkerung stie&szlig;. Mit Michael Pr&uuml;tz, einem der beiden &bdquo;Gr&uuml;nderv&auml;ter&ldquo;, hatte die Kampagne zudem ein mediales Gesicht, er avancierte zum regelm&auml;&szlig;igen Gast bei Talkshows und zum gefragtem Interviewpartner auch &bdquo;gro&szlig;er&ldquo; Medien. <\/p><p>Ende Mai war bereits absehbar, dass die 177.000 Unterschriften erreicht werden, am Ende waren es &uuml;ber 300.000. Dem Volksentscheid steht nichts mehr im Weg, am 26. September k&ouml;nnen die Berliner, parallel zu den Bundestagswahlen und den Wahlen f&uuml;r das Berliner Abgeordnetenhaus, &uuml;ber die Forderung, gro&szlig;e private Wohnungskonzerne zu vergesellschaften, abstimmen. Und die Chancen f&uuml;r einen Erfolg stehen eigentlich gar nicht mal schlecht, denn Mietenexplosion und Wohnungsnot sind nach wie vor beherrschende Themen in der Stadt.<\/p><p>Bis dahin also eine der wenigen gro&szlig;en linken Erfolgsstories. Ausgerechnet in der lange Zeit von tumbem Antikommunismus gepr&auml;gten Stadt Berlin gab es nunmehr massenhafte Unterst&uuml;tzung f&uuml;r &bdquo;sozialistisches Teufelszeug&ldquo; wie Enteignungen und Vergesellschaftungen. Bestehende Eigentumsverh&auml;ltnisse werden von gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung nicht mehr als unver&auml;nderlich oder gar &bdquo;gerecht&ldquo; empfunden. Und das weit in die Klientele von SPD, CDU und auch der AfD hinein. <\/p><p>Intern hatte derweil die &bdquo;Interventionistische Linke&ldquo; &ndash; eine gut organisierte Kadertruppe &ndash; die Kampagne weitgehend unter Kontrolle gebracht, organisatorisch und inhaltlich. Und es war ein offenes Geheimnis, dass es zwischen der IL und Pr&uuml;tz immer wieder Differenzen &uuml;ber das weitere Vorgehen gab. Auch im zum IL-Umfeld geh&ouml;renden &bdquo;radikalfeministischen Fl&uuml;gel&ldquo; der Kampagne stand der &bdquo;alte, wei&szlig;e cis-Mann&ldquo; und medial omnipr&auml;sente &bdquo;Macker&ldquo; Pr&uuml;tz schon l&auml;nger auf der Abschussliste. <\/p><p><strong>Die &bdquo;Definitionsmacht&ldquo; der neuen Jakobiner<\/strong><\/p><p>Was dann passierte, klingt wie ein Drehbuch, dessen Autor aber bislang noch niemand kennt. Ende Juni behauptete eine Aktivistin der Kampagne, ebenfalls aus dem IL-Umfeld, Pr&uuml;tz habe sie bei einer &ouml;ffentlichen Veranstaltung der Kampagne am 21. Juni auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte sexuell bel&auml;stigt. Obwohl dieser den Vorwurf vehement bestreitet und als &bdquo;frei erfunden&ldquo; bezeichnet, wurde die Anschuldigung seitens des Leitungsgremiums der Kampagne als wahr und unhinterfragbar eingestuft. Pr&uuml;tz wurde ohne jegliche Anh&ouml;rung und Er&ouml;rterung aus der Kampagne ausgeschlossen, seine Zug&auml;nge zur internen Kommunikation wurden gekappt, f&uuml;r Veranstaltungen der Kampagne erhielt er eine Art Hausverbot. Ferner wurde er aufgefordert, absolutes Stillschweigen zu bewahren und bei Nachfragen einen &bdquo;Burnout&ldquo; als Grund f&uuml;r seinen R&uuml;ckzug anzugeben. Kritiker dieses Vorgehens wurden massiv als &bdquo;T&auml;tersch&uuml;tzer*innen&ldquo; diffamiert, das B&uuml;roteam Hals &uuml;ber Kopf aufgel&ouml;st. Pr&uuml;tz hat inzwischen &uuml;ber seinen Anwalt Klagen wegen Verleumdung und Falschanzeige eingereicht und beh&auml;lt sich Schadenersatzforderungen vor.<\/p><p>Hintergrund ist das besonders von der IL vertretene <a href=\"https:\/\/www.kommunikationskollektiv.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Thesen-zur-Definitionsmachtsdiskussion-bei-Koko.pdf\">Definitionsmachtkonzept<\/a> (DefMa), das in Teilen der autonomen und radikalfeministischen Linken schon l&auml;nger zum konstitutiven Selbstverst&auml;ndnis geh&ouml;rt. Demnach m&uuml;ssen behauptete sexuelle &Uuml;bergriffe auch ohne jegliche Verifizierung als unhinterfragbare Tatsache eingestuft werden. Der vermeintliche T&auml;ter wird umgehend &ndash; also ohne Anh&ouml;rung und Untersuchung des behaupteten Vorfalls &ndash; aus den jeweiligen Zusammenh&auml;ngen entfernt. Das in den USA entwickelte Konzept bezog sich urspr&uuml;nglich nur auf sexuelle &Uuml;bergriffe Doch l&auml;ngst wird es gerade in Deutschland auch auf vermeintliche rassistische Diskriminierungen angewandt. Es ist eng verwoben mit bestimmten Ausw&uuml;chsen der Cancel Culture, die etwa wei&szlig;en Menschen das Recht abspricht, &uuml;ber Rassismus zu reden, oder das Tragen ethnisch konnotierter Kleidungsst&uuml;cke und Frisuren wie etwa Dreadlocks als &bdquo;Kulturelle Aneignung&ldquo; brandmarkt. Und es korrespondiert mit der totalen Dekonstruktion geschlechtlicher und sexueller Identit&auml;ten. <\/p><p>Das Problem: Das ist l&auml;ngst kein Spleen mehr, den durchgeknallte linke Sekten exklusiv haben: DefMa und verwandte Konstrukte sind in j&uuml;ngeren, akademischen Milieus inzwischen teilweise hegemonial, sie fressen sich von den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakult&auml;ten der Universit&auml;ten  durch die Jugendorganisationen der &bdquo;linken&ldquo; Parteien, durch NGOs, Stiftungen,  Gewerkschaften, Verb&auml;nde und Initiativen. <\/p><p><strong>Anschuldigung reicht &ndash; Urteil wird gleich mitgeliefert<\/strong><\/p><p>Am Beispiel der Initiative &bdquo;Deutsche Wohnen&amp;Co enteignen&ldquo; wird das auf schrille Weise deutlich. Denn das von der IL und ihren Unterst&uuml;tzern dominierte Leitungsgremium, der sogenannte Ko-Kreis,  erkl&auml;rte die eingeschlagene Vorgehensweise f&uuml;r quasi unverr&uuml;ckbar verbindlich &ndash; und lie&szlig; sich diese Haltung vom digitalen &bdquo;Aktivenplenum&ldquo; der Kampagne, an dem zweiw&ouml;chentlich 150 bis 200 Menschen teilnehmen, mehrfach absegnen. Zuletzt am Dienstag, als &Auml;nderungsantr&auml;ge zu einem entsprechenden Grundsatzpapier mit Mehrheiten zwischen 66 und 78 Prozent abgeschmettert wurden. <\/p><p>Nunmehr gilt f&uuml;r die Kampagne, die in ihren Hochzeiten weit &uuml;ber 1000 aktive Unterst&uuml;tzer  aus verschiedenen politischen und sozialen Milieus mobilisieren konnte, offiziell: Rechtsstaatliche Mindeststandards wie Unschuldsvermutung oder ein faires, ergebnisoffenes Anh&ouml;rungs- und Untersuchungsverfahren haben hier keine G&uuml;ltigkeit, denn, so ein Chat-Beitrag auf einem Plenum: &bdquo;Wir handeln nicht rechtsstaatlich, sondern moralisch&ldquo;. Es reicht eine Anschuldigung, die durch nichts substanziiert ist und dennoch postwendend zu einem Schuldspruch und zu einem Ausschluss f&uuml;hrt &ndash; mit weitreichenden Konsequenzen f&uuml;r den Beschuldigten und sein Umfeld. <\/p><p>Das erinnert dann allerdings eher an die spanische Inquisition, das sp&auml;te Jakobinertum nach der franz&ouml;sischen Revolution und Schauprozesse in der Stalin-&Auml;ra als an die Verfasstheit von gro&szlig;en, demokratischen B&uuml;ndnissen. F&uuml;r Denunziationen und Intrigen aller Art wird ein riesiges Scheunentor ge&ouml;ffnet, es kann jeden treffen, der sich in solchen Zusammenh&auml;ngen bewegt. Und nicht wenige Menschen haben dies in den vergangenen Jahren bereits leidvoll erfahren m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Kritiker haben keine Chance<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich kursieren bei DWE intern auch Papiere, in denen das DefMa-Konzept und der Umgang mit dem Beschuldigten deutlich kritisiert werden. Ganz zu schweigen von den vielen &ldquo;einfachen&rdquo; Unterst&uuml;tzern in den Stadtteilen, die vor Ort die K&auml;rrnerarbeit machen, aber in akademisch gepr&auml;gten Debatten um &ldquo;Awareness&rdquo;, &bdquo;transformative Prozesse&ldquo; und radikalfeministische Konzepte keinen Platz finden und keine Stimme haben &ndash; und allm&auml;hlich das Weite suchen. Aber die Strippenzieher wollen ihren Kurs unbedingt durchhalten und die Konflikte m&ouml;glichst auf die Zeit nach dem Volksentscheid vertagen. Was gl&uuml;cklicherweise gr&uuml;ndlich misslungen ist.<\/p><p>H&ouml;chste Zeit also, bei den gro&szlig;en B&uuml;ndnispartnern der Kampagne nachzufragen.<\/p><ul>\n<li>K&ouml;nnen Vertreter von vordemokratischen, diametral gegen rechtsstaatliche Grundprinzipien gerichteten ideologischen Konstrukten Bestandteil breiter B&uuml;ndniskampagnen sein?<\/li>\n<li>W&auml;re es nicht an der Zeit, dem System von Anschuldigung und automatischer Verurteilung ohne Anh&ouml;rung und Untersuchung grunds&auml;tzlich den Kampf anzusagen und als unvereinbar mit demokratischen Prinzipien zu kennzeichnen?<\/li>\n<\/ul><p><strong>Funkstille bei Linken und Gewerkschaften<\/strong><\/p><p>Von Seiten der Partei Die LINKE gibt es nur beredtes Schweigen auf entsprechende Anfragen. Man f&uuml;rchtet Turbulenzen in der Kampagne, da diese in Berlin der einzige zugkr&auml;ftige Wahlkampfschlager der Partei ist. Zudem d&uuml;rften nicht wenige aktive Mitglieder aus den einschl&auml;gigen Milieus DefMa und &auml;hnlichem inquisitorischen Irrsinn mit Sympathie begegnen. <\/p><p>Auch von ver.di und der IG Metall gibt es keine Antwort. Immerhin hat aber eine Vertreterin des IG-Metall-Ortsvorstands innerhalb der Kampagne unmissverst&auml;ndlich eingefordert, dass man grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien akzeptiert, da dies die Voraussetzung f&uuml;r ein derartiges B&uuml;ndnis w&auml;re. Was nat&uuml;rlich ungeh&ouml;rt verhallte.<\/p><p>Ge&auml;u&szlig;ert hat sich allerdings Rainer Wild, der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Berliner Mietervereins (180.000 Mitglieder), und das in gebotener Deutlichkeit. &ldquo;Aus Sicht des Mietervereins ist selbstverst&auml;ndlich, dass es bei einem Vorwurf einer Straftat nicht an uns ist, dies zu bewerten. Daf&uuml;r gibt es die rechtsstaatlichen Verfahren. Insoweit gilt die Unschuldsvermutung. Dazu kann es auch keine Alternative in einer politischen Initiative geben (&hellip;) F&uuml;r den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung, bis der Vorfall von den zust&auml;ndigen Strafverfolgungsbeh&ouml;rden aufgekl&auml;rt ist&rdquo;. Offizielle Konsequenzen hat der Mieterverein aber bislang nicht gezogen.<\/p><p><strong>H&ouml;chste Zeit f&uuml;r einen Bruch<\/strong><\/p><p>Nachdem sich die DWE-Kampagne endg&uuml;ltig in die Hand von vormodernen Inquisitoren begeben hat und auf der Basis institutionalisierter Willk&uuml;r agiert, w&auml;re es jedenfalls h&ouml;chste Zeit f&uuml;r einen konsequenten Bruch. F&uuml;r die Mieterbewegung in Berlin und dar&uuml;ber hinaus ist das ein herber Schlag, denn die Kampagne war in Berlin und weit dar&uuml;ber hinaus zum Fixpunkt f&uuml;r Bestrebungen geworden, der Macht der gro&szlig;en Wohnungskonzerne und ihrem verheerenden Treiben auf dem Wohnungsmarkt, das f&uuml;r viele Menschen eine existenzielle Bedrohung darstellt, etwas entgegenzusetzen. Doch das &bdquo;gro&szlig;e Ziel&ldquo; kann kein Vorwand sein, politischen Marodeuren freie Bahn zu gew&auml;hren, die ihre antidemokratische und antihumanistische Grundhaltung breiten B&uuml;ndnisbewegungen &uuml;berst&uuml;lpen wollen. Ab jetzt sollte gelten: Unterst&uuml;tzung der Forderung nach Enteignung gro&szlig;er Wohnungskonzerne, aber keine Unterst&uuml;tzung oder gar Zusammenarbeit mit der institutionalisierten Kampagne &bdquo;Deutsche Wohnen&amp;Co enteignen&ldquo; mehr. Sie ist mittlerweile zu einem gef&auml;hrlichen Gegner aller demokratischen Bewegungen und Prozesse geworden. Und sollte auch so behandelt werden. Der Kampf gegen diese zutiefst reaktion&auml;ren Str&ouml;mungen muss jetzt gef&uuml;hrt werden. Sie haben in linken, demokratischen und emanzipatorischen Bewegungen nichts zu suchen und k&ouml;nnten zu deren Totengr&auml;bern werden, wenn ihnen nicht endlich Einhalt geboten wird.<\/p><p>Das Schlusswort geh&ouml;rt nat&uuml;rlich dem Opfer dieses Treibens: In einer vor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlichten Erkl&auml;rung wirft Michael Pr&uuml;tz der von ihm ma&szlig;geblich initiierten und repr&auml;sentierten Kampagne vor, sie falle &bdquo;weit hinter die Werte und Normen der b&uuml;rgerlichen Aufkl&auml;rung zur&uuml;ck und landet im 15. Jahrhundert, wo F&uuml;rsten, Adlige und Gutsherren &uuml;ber Recht und Gesetz befunden haben. (..) Zu gegebener Zeit muss und wird die &Ouml;ffentlichkeit, die sozialen Bewegungen und die Gewerkschaften &uuml;ber euer sektenhaftes und dschihadistisches Verhalten zu informieren sein&ldquo;.   <\/p><p><em><strong>Rainer Balcerowiak<\/strong> lebt und arbeitet als freier Journalist und Buchautor. Er ver&ouml;ffentlicht regelm&auml;&szlig;ig u.a. in Neues Deutschland und cicero und ist Redakteur beim MieterEcho der Berliner Mietergemeinschaft<\/em><\/p><p>Titelbild: Stephan Dost\/shutterstock.com <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es klingt wie eine Geschichte aus dem linken M&auml;rchenbuch. 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