{"id":75528,"date":"2021-08-29T09:00:58","date_gmt":"2021-08-29T07:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528"},"modified":"2021-08-27T09:54:43","modified_gmt":"2021-08-27T07:54:43","slug":"hinweise-der-woche-221","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h01\">Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h02\">Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h03\">Fl&uuml;chtlinge in Libyen: Ausgebeutet und gequ&auml;lt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h04\">Angriff der Killerroboter: Wenn der Algorithmus t&ouml;tet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h05\">Chinas kommende &Auml;ra des &ldquo;gemeinsamen Wohlstands&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h06\">Top-Konzerne machen so hohe Gewinne wie nie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h07\">&bdquo;Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr&ldquo;, sagt Arbeitsagentur-Chef Scheele<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h08\">Ein Tollhaus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75528#h09\">Unser t&auml;glich Gift<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Einsch&uuml;chterung der Intelligenz<\/strong><br>\nUnser angstbesetztes Meinungsklima untergr&auml;bt die freiheitliche Ordnung und treibt die wahre Elite zur Abkehr von der repr&auml;sentativen Demokratie.<br>\nMichael Andrick,<br>\nAls Mensch mit vielen Minderheitsmeinungen traute ich im Juni sofort meinen Augen, als ich las: Nur noch 45 Prozent der Deutschen geben bei Allensbach an, frei und ohne besondere Vorsicht ihre politische Meinung zu &auml;u&szlig;ern. Dieses angstbelastete Meinungsklima untergr&auml;bt unsere bisher freiheitliche Ordnung. Wieso?<br>\nSeit dem Beschluss einer &bdquo;epidemischen Lage nationaler Tragweite&ldquo; leben wir mit Verordnungen. Die Regierung gibt wechselnde, niemals genaue Ma&szlig;st&auml;be der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit ihres Handelns an und wird bisher von den Gerichten auch nicht zur n&ouml;tigen Pr&auml;zisierung gezwungen. Damit sind die verf&uuml;gten Grundrechtseinschr&auml;nkungen genau besehen Willk&uuml;r. Die gerade vorherrschende Rhetorik, nach der Grundrechte &bdquo;zur&uuml;ckgewonnen&ldquo; werden k&ouml;nnten, ist unhaltbar. Sie k&ouml;nnen &uuml;berhaupt nicht entzogen, sondern nur mit triftiger, transparenter Begr&uuml;ndung vor&uuml;bergehend eingeschr&auml;nkt werden.<br>\nDer Souver&auml;n muss nachdenken<br>\nIn dieser Lage muss ich mir als B&uuml;rger ein Urteil zur Corona-Politik bilden: Das Grundgesetz (Art. 20, Abs. 4) fordert jeden von uns auf, zu bewerten, ob eine Politik mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar ist oder nicht.<br>\nIch habe nicht alle Fakten zu &bdquo;Corona&ldquo; parat. Zur Meinungsbildung brauche ich eine offene, vielstimmige Debatte. &Auml;u&szlig;ern nur 45 Prozent der Mitb&uuml;rger frei heraus ihre politische Meinung, so vereitelt das diese Pluralit&auml;t: Tatsachen und Bewertungen, die der meistver&ouml;ffentlichten Erz&auml;hlung widersprechen, werden kaum ge&auml;u&szlig;ert und kaum geh&ouml;rt.<br>\nSie werden kaum ge&auml;u&szlig;ert, weil jeder, der sie zur Diskussion stellt, dem Stress der Minderheitsposition ausgesetzt ist. Und die Furcht vor dieser Unsicherheit erkl&auml;rt ja gerade den zitierten Allensbach-Befund&hellip;<br>\nDie wahre Elite wendet sich ab<br>\nSo entsteht der falsche Eindruck weitestgehender Einigkeit dar&uuml;ber, was in der Sache gerade passiert (eine schlimme Pandemie) und wie das zu bewerten ist (Notlage gebietet Gehorsam).<br>\nDiese diskursoptische T&auml;uschung verleitet Politiker und manche Intellektuelle, sich als Sprecher der angeblichen &bdquo;Mehrheit der Vern&uuml;nftigen&ldquo; zu gerieren und gegen die angebliche Minderheit der &bdquo;fragw&uuml;rdigen&ldquo; oder &bdquo;umstrittenen Abweichler&ldquo; Stimmung zu machen.<br>\nDiese Diskriminierung offenbart undemokratischen Geist. Sie trifft naturgem&auml;&szlig; meist diejenigen, die sich ungeachtet der Mehrheitsmeinung &bdquo;ihres Verstandes ohne die Leitung eines anderen bedienen&ldquo; (I. Kant). Die &bdquo;Einsch&uuml;chterung der Intelligenz&ldquo; (S. Freud), des selbstst&auml;ndigen Denkens, wird so offizielle Politik. Jeder wei&szlig; jetzt: Zweifle ich an, was meistens zu lesen und zu h&ouml;ren ist, dann droht mir Ausgrenzung.<br>\nDer zutreffende Eindruck, mit ihren Kenntnissen und Urteilen kaum geh&ouml;rt zu werden, frustriert viele bereits seit M&auml;rz 2020 immer mehr. Die Folge ist Radikalisierung in Filterblasen oder resignierter Zynismus gerade derer, die sich als &uuml;berzeugte Demokraten weiterhin trauen, eine (vermutliche) Minderheitsmeinung zu vertreten. K&ouml;nnen wir uns den Verlust dieser wahren demokratischen Elite leisten?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/berlin-verordnungen-und-grundrechte-die-einschuechterung-der-intelligenz-li.178433\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Br&uuml;ggemann: &bdquo;Sagt Eure Meinung, schwimmt nicht mit dem Strom&ldquo;<\/strong><br>\nDer Regisseur Dietrich Br&uuml;ggemann war einer der Vordenker von #allesdichtmachen. Heute ermuntert er alle, die Sorgen haben, ihre Stimme zu erheben.<br>\nBerliner Zeitung: Herr Br&uuml;ggemann, es ist jetzt einige Zeit her seit #allesdichtmachen, wann war das genau?<br>\nDietrich Br&uuml;ggemann: Am 22. April.<br>\nMit dem Abstand, den wir jetzt haben, was hat das Projekt gebracht?<br>\n#allesdichtmachen hatte massive Auswirkungen auf das ganze Land. Es hat eingeschlagen wie selten etwas. Wir haben getan, was eine der zentralen Aufgaben von Kunst ist: Die Axt an den Konsens gelegt.<br>\nWaren Sie &uuml;berrascht, dass sich so viele Schauspieler und Schauspielerinnen beteiligt haben?<br>\nEs hat mich gefreut. Die Zwangslage, die im Diskurs herrschte, wurde erst durch diese Aktion sichtbar. Vorher dachte man noch, es sei m&ouml;glich, Kritik zu &uuml;ben und auf die Absurdit&auml;t hinzuweisen. Die Giftigkeit der Reaktion hat gezeigt, wie die wahre Lage ist: Wer den Lockdown kritisiert, der ist ein Unmensch und wird &ouml;ffentlich hingerichtet.<br>\nHaben Sie mit dieser Giftigkeit gerechnet?<br>\nNicht in diesem Ausma&szlig;. Ich hatte auf inhaltliche Auseinandersetzung gehofft. Die ersten Kommentare waren positiv, nachdenklich. Und dann ist ein Sturm losgebrochen, erst auf Twitter und dann &uuml;berall.<br>\nHaben Sie einen Nerv getroffen?<br>\nGanz offensichtlich ja. Die Ma&szlig;nahmen sind &uuml;bergriffig, das sp&uuml;rt insgeheim jeder. Mit der Frage, ob sie notwendig sind, sollte diese banale Tatsache erst mal nichts zu tun haben. Es herrscht aber ein ungeheurer Druck, dieses Gef&uuml;hl nicht zu artikulieren, da man sonst gemobbt wird. Also rationalisiert man die Situation und die eigene Unterwerfung als einen Akt der Vernunft: Die Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen sein, weil die Wissenschaft es sagt. V&ouml;llig im Abseits steht dabei die berechtigte Frage, ob man dasselbe Ziel auch auf anderen Wegen erreichen k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/brueggemann-sagt-eure-meinung-schwimmt-nicht-mit-dem-strom-li.178214\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rgermeister Tschentscher beleidigt die Intelligenz der Hamburger<\/strong><br>\nZur Rechtfertigung der vom rot-gr&uuml;nen Senat Hamburgs beschlossenen systematischen Diskriminierung Ungeimpfter hat Hamburgs B&uuml;rgermeister Peter Tschentscher eine Zahl genannt. Die Geimpften zuzuordnende Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 3,36 Infektionen pro 100.000 Einwohnern, viel niedriger als die Gesamtinzidenz von 79. Das ist ein neuer Tiefpunkt der Beleidigung des menschlichen Intellekts.<br>\nDa ich kaum glauben kann, dass Tschentscher nicht wei&szlig;, dass man Inzidenzen von Geimpften nicht mit Inzidenzen von Ungeimpften vergleichen darf, nehme ich Vorsatz an. Aber ich kann Ignoranz nat&uuml;rlich nicht mit letzter Sicherheit ausschlie&szlig;en. Nach eineinhalb Jahren Pandemiemanagement so ignorant zu sein, w&uuml;rde ihn aber f&uuml;r das Amt des B&uuml;rgermeisters disqualifizieren.<br>\nUngeimpfte m&uuml;ssen sich derzeit sehr h&auml;ufig testen lassen, auch wenn sie sich gesund f&uuml;hlen. Sie werden im Fall eines positiven Tests als Infiziert gez&auml;hlt und aus der Anzahl der Positiven wird, bezogen auf 100.000 Einwohner eine Inzidenz berechnet, und zwar ohne R&uuml;cksicht auf die Anzahl der Tests und ohne R&uuml;cksicht darauf, ob sie krank sind.<br>\nGanz anders bei Geimpften. Es gibt so gut wie keine Pflicht f&uuml;r sie, sich testen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/tschentscher\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>dazu: 2-G-Regel: Hamburg schlie&szlig;t als erste Stadt Ungeimpfte indirekt von Veranstaltungen aus<\/strong><br>\nIn j&uuml;ngster Zeit nahm die Debatte um die 2G-Regelung in Deutschland an Fahrt auf. Seit Montag gelten die gem&auml;&szlig; einer von Bund und L&auml;ndern teils ausgeweiteten 3G-Regeln: Zutritt zu Restaurants, Hotels, Friseuren, Kliniken, Schwimmb&auml;dern, Fitnessstudios und anderen Innenr&auml;umen gibt es bei stark steigenden Corona-Zahlen nur noch f&uuml;r Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. Ab dem 11. Oktober sollen die Corona-Schnelltests au&szlig;erdem nicht mehr kostenlos sein.<br>\nDoch einige Landespolitiker wie Baden-W&uuml;rttembergs Sozialminister Manfred Lucha erkl&auml;rte bereits, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen, ab Herbst mit weiteren Einschr&auml;nkungen rechnen m&uuml;ssen. Der Gr&uuml;nenpolitiker erkl&auml;rte, dass Ungeimpfte &ldquo;in letzter Konsequenz zu Hause bleiben m&uuml;ssten&rdquo;. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/123051-2-g-regel-hamburg-schliesst-als-erste-stadt-ungeimpfte-indirekt-von-veranstaltungen-aus\/\">RT DE<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der Druck auf bzw. die &ldquo;N&ouml;tigung&rdquo; Ungeimpfter steigt nicht lediglich in Hamburg, sondern bundesweit. Offensichtlich legt der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Tschentscher\">gelernte Arzt<\/a> und amtierende Erste B&uuml;rgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg das <a href=\"https:\/\/aerzte-fuer-das-leben.de\/ueber-uns\/grundlagen\/grundlagen-genfer-geloebnis\/\">Genfer Gel&ouml;bnis<\/a> sehr eigenwillig aus. Oder hat er es vergessen? Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75482\">&bdquo;2G&ldquo;: Die gef&auml;hrliche Ma&szlig;losigkeit der Impf-Enthusiasten<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: 2G-Modell in Hamburg &ndash; Fragw&uuml;rdiger Beitrag zum Infektionsschutz<\/strong><br>\nDie epidemische Lage bleibt uns erhalten. Das ist aus Sicht der Bundesl&auml;nder auch verst&auml;ndlich. Denn nach wie vor gibt es gro&szlig;e geografische Unterschiede beim Infektionsgeschehen. Und ein Instrument, das den L&auml;ndern die M&ouml;glichkeit gibt, passgenaue Rechtsverordnungen f&uuml;r die jeweiligen Inzidenz- und Hospitalisierungswerte zu erlassen, geben sie nur ungern aus der Hand.<br>\nVor allem aber ist noch l&auml;ngst nicht klar, wie die L&auml;nder ihren Spielraum beim Infektionsschutz nutzen werden. Hoffentlich nicht so wie der Hamburger Senat es erst gestern, mit der Einf&uuml;hrung des 2G-Optionsmodells, getan hat. Schon ab Samstag d&uuml;rfen Gastronomiebetriebe, Kinos, Schwimmb&auml;der, Hotels, Fu&szlig;ballklubs oder Musikclubs das 2G-Modell anwenden. Dann werden nur noch Geimpfte oder Genesene reingelassen. Hamburgs Erster B&uuml;rgermeister Peter Tschentscher r&auml;umt ein: 2G gleicht einer &bdquo;Impfpflicht durch die Hintert&uuml;r&ldquo;. Angesichts hoher Impfquoten und weniger Corona-Toten sei die Einf&uuml;hrung von 2G schon verfassungsrechtlich geboten. Und es bestehe ja kein Zwang zur Einf&uuml;hrung von 2G. Gastst&auml;tten und Bars k&ouml;nnten auch bei 3G bleiben, also Genesene, Geimpfte und Getestete Menschen einlassen. Von einer freien Entscheidung kann aber keine Rede sein.<br>\nDenn f&uuml;r alle, die an 3G festhalten, gelten nach wie vor strikte Regeln: also die Begrenzung der G&auml;stezahl und &ndash; das ist besonders bitter &ndash; die Sperrstunde ab 23 Uhr, die einen wirtschaftlichen Betrieb unm&ouml;glich macht. 2G bedeutet dagegen die gro&szlig;e Freiheit: Die Sperrstunde f&auml;llt und die L&auml;den w&auml;ren wieder fast voll. F&uuml;r die durch drei Lockdowns finanziell gebeutelten Barbesitzer und Clubchefinnen bedeutet das: Friss 2G oder stirb weiter langsam. Der Senat verschiebt damit die Verantwortung f&uuml;r das 2G-Modell auf diejenigen, die es aus wirtschaftlicher Not anwenden m&uuml;ssen. Und wenn in einer feiernden Gruppe jemand nicht geimpft ist und es deshalb Stress am Eingang gibt, muss sich nicht der Senat, sondern die Barbelegschaft mit diesen Menschen herumschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/2g-modell-in-hamburg-fragwuerdiger-beitrag-zum.720.de.html?dram:article_id=502200\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein erstaunlich kritischer Beitrag im Deutschlandfunk zum, durch den rot-gr&uuml;nen Senat in Hamburg beschlossenen Impfzwang. Der abgrundtiefe Zynismus des Hamburger B&uuml;rgermeisters Tschentscher (SPD), der damit entgegen allen Empfehlungen auch die Impfpflicht f&uuml;r Kinder und Jugendliche einf&uuml;hrt, l&auml;sst sich wohl kaum &uuml;bersehen und dies macht auch deutlich mit welcher Verachtung die politische Elite den B&uuml;rgern letztendlich aktuell gegen&uuml;ber tritt. Auch wenn es erst einmal die Falschen trifft, muss man dazu Aufrufen die Gastronomiebetriebe zu boykottieren, die sich an der Diskriminierung und Ausgrenzung ihrer Mitb&uuml;rger beteiligen und zur Hilfspolizei des Herren Tschentscher degradieren lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nachverfolgung kaum m&ouml;glich: Immer mehr Corona-Infizierte verweigern Angaben<\/strong><br>\nDie Gesundheitsbeh&ouml;rden klagen &uuml;ber zunehmende Verweigerung von Corona-Infizierten, bei der Nachverfolgung ihrer Kontakte mitzuwirken. In der Region Hannover berichten die Beh&ouml;rden von einem Fall, bei dem der Gast einer Hochzeitsfeier im Nachhinein angab, nicht zu wissen, um wessen Hochzeit es sich gehandelt habe. Die Gesundheitsbeh&ouml;rde in Bremen kennt &auml;hnliche F&auml;lle. Ein Sprecher berichtet von Corona-Infizierten, die im Kino waren und sich angeblich weder an den Namen des Films noch an ihre Begleiter erinnern k&ouml;nnen.<br>\n&bdquo;Aktuell behauptet im Schnitt jeder Zweite, der positiv getestet wurde, &uuml;berhaupt niemanden getroffen zu haben&ldquo;, sagte Hergen-Herbert Scheve, der bei der Region Hannover f&uuml;r die &ouml;ffentliche Gesundheit zust&auml;ndig ist. &bdquo;Im Schnitt erfassen wir 2,2 Kontaktpersonen pro Indexfall&ldquo;, sagt Scheve. Dies bilde sicherlich nicht die Realit&auml;t ab. In Bremen lag die Zahl der erfassten ungeimpften Kontaktpersonen in der vergangenen Woche immerhin bei 3,74, allerdings mit deutlich r&uuml;ckl&auml;ufiger Tendenz. Vor sechs Wochen hatte die Zahl noch bei 7,5 gelegen. [&hellip;]<br>\nDie Apps und Listen zur Nachverfolgung von Kontakten erweisen sich f&uuml;r die Beh&ouml;rden praktisch als wertlos. Die Bremer Gesundheitsbeh&ouml;rde berichtet, man habe die Daten der Luca-App insgesamt blo&szlig; f&uuml;nfmal sinnvoll nutzen k&ouml;nnen. Bei ausgelegten Listen sehe die Bilanz nicht besser aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/politik\/2021-08-27\/11fc5ec425d63a0e01da877f166e8a1c\/?GEPC=s3\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Erinnerungsl&uuml;cken gibt es eben &uuml;berall. Zum Beispiel erinnern sich Politiker auch nicht mehr an ihre Ank&uuml;ndigung, die Ma&szlig;nahmen dann zu beenden, wenn jeder ein Impfangebot erhalten hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Mangelhafte Modellierung&rdquo;: Epidemiologe kritisiert neue Stiko-Empfehlung f&uuml;r Kinder<\/strong><br>\nNachdem die Impfung gegen das Coronavirus bislang nur f&uuml;r vorerkrankte Kinder angedacht war, empfiehlt die St&auml;ndige Impfkommission (Stiko) sie seit kurzem allen 12- bis 17-J&auml;hrigen. Warum der Epidemiologe Prof. Ralph Brinks von der Universit&auml;t Witten\/Herdecke diese Entscheidung kritisiert.<br>\nHerr Brinks, Sie kritisieren den Sinneswandel der Stiko in Sachen Kinderimpfung. Worauf bezieht sich Ihre Hauptkritik?<br>\nRalph Brinks: Was mich zun&auml;chst einmal stutzig gemacht hat, ist, dass die Stiko unter anderem eine Modellierung als Begr&uuml;ndung f&uuml;r ihren Sinneswandel heranzieht. Vom Grad der Erkenntnis her ist so ein Modell viel schw&auml;cher als eine durchgef&uuml;hrte Studie. Normalerweise ist es Usus bei der Stiko, sich auf publizierte Daten, Studien oder Register zu berufen. Nach meinem Wissen ist es nun zum ersten Mal geschehen, dass man eine Empfehlung auf Modellierungen st&uuml;tzt.<br>\nSie sind selbst Modellierer, zeichnen Prognosen f&uuml;r chronische Erkrankungen. Warum sch&auml;tzen Sie deren Aussagekraft als &ldquo;schwach&rdquo; ein?<br>\nBrinks: Die Frage, die man sich stellen muss, ist: Wie gut ist diese Modellierung? Die Technik, die f&uuml;r das hier angewandte Modell genutzt wurde, ist schon mehr als 20 Jahre alt. Das hei&szlig;t, wir wissen seit mindestens zwei Jahrzehnten, worauf bei diesem Modell zu achten ist. Es gibt Checklisten, die abgehakt werden m&uuml;ssen. Wie G&uuml;tekriterien beim T&Uuml;V. Diese 20 Jahre alten Qualit&auml;tssicherungs-Werkzeuge sind in dem Modell aber ignoriert worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/politik\/mangelhafte-modellierung-epidemiologe-kritisiert-neue-stiko-empfehlung-fur-kinder-1.11298819\">Nordbayern<\/a><\/li>\n<li><strong>&laquo;Wer positiv Getestete &lsaquo;infiziert&rsaquo; nennt, geh&ouml;rt beurlaubt&raquo;<\/strong><br>\nDer von Hirnoperationen und Covid-19 genesene Immunologe Beda Stadler kritisiert Corona-Informationen der Beh&ouml;rden. (&hellip;)<br>\nStadler f&auml;llt auf, dass w&auml;hrend der Pandemie vor allem Virologen zu Wort kommen und viel zu wenige Immunologen. Letzteren k&auml;me es nie in den Sinn, bei positiv Getesteten von &laquo;Infizierten&raquo; zu reden. Falls man mit dem PCR-Test im Abwasser Coronaviren nachweise, rede auch niemand von infiziertem Abwasser.<br>\nDer g&auml;ngige PCR-Test sei zwar ein altbew&auml;hrter Test, aber nicht daf&uuml;r geeignet, eine Infektion, also eine ansteckende Krankheit festzustellen: &laquo;Dieser Test sagt nichts dar&uuml;ber aus, ob jemand ansteckend ist.&raquo; Wer das Gegenteil sagt, w&auml;re bei ihm an der Universit&auml;tspr&uuml;fung durchgefallen, meinte er im Sommer-Talk. In der Weltwoche doppelte er nach: &laquo;Chefredaktionen von Schweizer Medien sollten jeden Mitarbeiter, der bei einem positiven PCR-Test von Infektion redet, eine Woche in unbezahlten Urlaub schicken, um immunologische Bildungsl&uuml;cken zu schliessen.&raquo; Wer immun ist, k&ouml;nne PCR-positiv sein, w&auml;hrend er das Virus bek&auml;mpft, sei aber weder gef&auml;hrdet noch ansteckend.<br>\nEbenfalls einen Bildungsurlaub sollten alle erhalten, die behaupten, dass symptomlose Kranke andere Menschen anstecken: &laquo;Falls wir &lsaquo;symptomlose Krankheiten&rsaquo; als medizinische Definition zulassen, wird unser Gesundheitssystem rasch an seine Grenzen kommen.&raquo;<br>\nSchliesslich folgt ein Seitenhieb an die Adresse von Virologen und Epidemiologen: &laquo;Sollte ein Virologe oder ein Epidemiologe weiterhin behaupten, dass Sars-CoV-2 ein neues Virus sei, gegen das es keine Immunit&auml;t gebe, nachdem man schliesslich Sars-CoV-2 mit einem Antik&ouml;rper gegen Sars-CoV-1 nachweist, m&uuml;sste man ihm den Lehrauftrag entziehen.&raquo; (&hellip;)<br>\nZum Schluss noch ein Seitenhieb an die Adresse des BAG: &laquo;Als Genesenem wurde mir ein Covid-Zertifikat verweigert, weil mein PCR-Test ein paar Tage &auml;lter war als sechs Monate. Ich empfand dies wie eine sp&auml;te Rache, weil ich w&auml;hrend der Vorlesungen manchmal sagte, wer den besprochenen Stoff nicht verstehe, werde wahrscheinlich nur beim BAG eine Anstellung finden.<br>\nIm Normalfall sei man gegen einen pathogenen Keim besser gesch&uuml;tzt, nachdem man die Krankheit durchmachte, als wenn man bloss geimpft sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/gesundheit\/public-health\/wer-positiv-getestete-infiziert-nennt-gehoert-beurlaubt\/\">Infosperber<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62041#h03\">Corona-Aufarbeitung: Warum alle falsch lagen<\/a> mit einer Anmerkung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bill Gates wurde mit einer harten Strategie reich, jetzt wendet er sie auf das Covid-Vakzin an<\/strong><br>\nSollten lebensrettende Impfstoffe patentiert bleiben? Ja, findet Bill Gates. Und bleibt damit ganz bei der Strategie, die ihn einst zum reichsten Mann der Welt machte.<br>\nAls US-Pr&auml;sident Joe Biden die Aufhebung der Patente im April vorschlug, bekam er sehr schnell Gegenwind im eigenen Land &ndash; und auch von Seiten der EU. Kanzlerin Merkel stellte sich etwa ebenfalls auf Seiten der Unternehmen. Neben der Tatsache, dass die weltweiten Impfstoff-Produzenten schon jetzt am Anschlag arbeiten, ist das Festhalten an den Patenten aber auch eine ideologische Frage. Die Idee dahinter ist die des kreativen Kapitalismus: Nur wenn Firmen Gewinne machen k&ouml;nnen, nehmen sie die hohen Forschungskosten &uuml;berhaupt auf sich, so die Logik, die auch Merkel schon &ouml;ffentlich vertrat.<br>\nDass Gates mit seinem Statement trotzdem eine heftige Reaktion ausl&ouml;st, liegt wohl auch daran, dass sich viele an die Zeit erinnert f&uuml;hlen, in denen er mit brachialen Patentstreits Microsoft zum wertvollsten Unternehmen der Welt machte. Dass Gates nicht immer der nette Onkel war, der mit smarten Witzen und viel Sympathie Weisheiten zur Pandemie-Bek&auml;mpfung verbreitet, daran werden sich gerade J&uuml;ngere nicht erinnern. Doch w&auml;hrend der Achtziger und Neunziger Jahre war Gates vor allem f&uuml;r seinen oft schon skrupellosen Gesch&auml;ftssinn ber&uuml;chtigt.<br>\nGerade in Bezug auf geistiges Eigentum zeigte sich Gates von Anfang an gnadenlos. In den Siebzigern, als sich in erster Linie Enthusiasten f&uuml;r Computer interessierten, verfasste der damals 20-j&auml;hrige Gates einen &ldquo;offenen Brief an die Hobbynutzer&rdquo; &ndash; und drohte darin, jeden mit rechtlichen Mitteln zu verfolgen, der eine Kopie von Microsoft Basic ohne eine gekaufte Lizenz an andere weitergab. Schon damals legte er seine &Uuml;berzeugung dar, dass nur die Aussicht auf Gewinn f&uuml;r echte Innovation sorgen k&ouml;nnte.<br>\nDass diese Einstellung aktuell besonders kritisch betrachtet wird, liegt daran, dass sie auch explizit Grundlage der Gates-Stiftung ist. &ldquo;Wir finanzieren die Forschung und wenn wir oder unsere Partner etwas kreieren, lassen wir es sch&uuml;tzen. Wenn etwas mit dem Geld unserer Stiftung erfunden wird, geht es zuerst an die reichen L&auml;nder. Wir machen mit unserem Geld tats&auml;chlich Gewinn&rdquo;, erkl&auml;rte Gates in einer Rede &uuml;ber Impfstoffe. Und das schon im Jahr 2011. Erst durch diese Gewinne sei es dann sp&auml;ter m&ouml;glich, die &auml;rmeren L&auml;nder g&uuml;nstiger zu versorgen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/digital\/online\/bill-gates-wurde-mit-einer-harten-strategie-reich--jetzt-wendet-er-sie-auf-das-covid-vakzin-an-30537836.html\">Stern Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein interessanter Artikel zu Bill Gates und seinem Gesch&auml;ftsgebaren. Gates ist und war nie der menschheitsbegl&uuml;ckende Philanthrop als den in die Mainstreammedien feiern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>War Willy Brandt ein Massenm&ouml;rder?<\/strong><br>\n(&hellip;) Pandemien ohne Panik<br>\nDamals und heute &ndash; krasser k&ouml;nnte der Kontrast kaum sein. Beim Aufkommen der Asiatischen Grippe schrieb der Spiegel, eine solche Atemwegsinfektion &bdquo;z&auml;hlt als &sbquo;leichtere Erkrankung&lsquo; nicht zu den Krankheiten, die eine gen&uuml;gend lange gesetzliche Quarant&auml;ne f&uuml;r alle verd&auml;chtigen See- und Luftreisenden rechtfertigen.&ldquo; Der SWR fand zum Thema nur einen Radiobeitrag von 1957 in seinen Archiven und vermutet, dass weitere nicht aufbewahrt wurden. Genauso gut k&ouml;nnte die Grippe nicht relevant genug gewesen sein, als dass sie f&uuml;r viel Wirbel gesorgt h&auml;tte. &bdquo;Am Ende einer Grippe-Epidemie&ldquo;, informierte der Spiegel weiter, &bdquo;sind also fast alle Menschen des betroffenen Gebietes infiziert und &ndash; gleichg&uuml;ltig, ob sie bemerkten, dass sie grippekrank waren oder nicht &ndash; gegen den speziellen Erreger dieser Epidemie immunisiert.&ldquo; So kam es auch, und gleiches gilt f&uuml;r andere Atemwegsviren, selbstverst&auml;ndlich auch f&uuml;r neue Coronaviren. Unabh&auml;ngig von staatlicher Einwirkung und unabh&auml;ngig von einer Impfung, die Ende der 1950er nur beschr&auml;nkt, Ende der 1960er etwas h&auml;ufiger in Anspruch genommen wurde&hellip;<br>\nIm Zusammenhang mit den West-Berliner Kapazit&auml;tsproblemen im Winter 1969\/70 kam es dort zu Diskussionen von Landes- und Kommunalpolitikern sowie &Auml;rztefunktion&auml;ren. Dabei ging es aber nicht um Virus&auml;ngste &ndash; oder in der Gegenwart euphemistisch so bezeichnete &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; &ndash;, sondern um organisatorische Fragen und abweichende Auffassungen, ob ambulante Versorgung durch Einrichtung von Polikliniken verstaatlicht werden sollte. Also das, was man in der guten alten Zeit unter Politik verstand&hellip;<br>\nIm benachbarten SED-Staat zog man, wie Medizinhistoriker Wilfried Witte recherchiert hat, aus der Hongkong-Grippe Folgerungen f&uuml;r die medizinische und pharmazeutische Versorgung, lehnte f&uuml;r solche F&auml;lle aber &bdquo;&sbquo;einschneidende Ma&szlig;nahmen&lsquo; ab, die &sbquo;das gesellschaftliche Leben beeintr&auml;chtigen&lsquo;&ldquo;&hellip;<br>\nIst die Hongkong-Grippe &bdquo;&sbquo;aus unserem kollektiven Ged&auml;chtnis total gel&ouml;scht&lsquo;&ldquo;? Nein, sie hat sich nie festsetzen k&ouml;nnen, weil Derartiges damals als relativ banales Ereignis galt. So wie selbst die Spanische Grippe, &bdquo;die letzte Europa heimsuchende Seuche, die den Namen noch verdient&ldquo; im Schatten der spektakul&auml;ren politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der Weimarer Republik schnell vergessen war, interessierte man sich Ende der 1960er f&uuml;r die Studentenbewegung, die Neue Ostpolitik, oder die Mondlandung. Grippe, wenngleich immer auch f&uuml;r einige t&ouml;dlich, gelangte nicht hoch auf die Agenda. Es gab keine der Coronapolitik &auml;hnelnde Influenzapolitik, das h&auml;tte man auch f&uuml;r abwegig gehalten. Dementsprechend haben sich die negativen wirtschaftlichen Folgen in Grenzen gehalten&hellip;<br>\nEpi- und Pandemien, die ohnehin auch Definitionssache sind, muss man keineswegs automatisch als einschneidende Ereignisse betrachten. Die Schweinegrippe 2009\/10 war als mediale Kampagne pr&auml;sent, aber eine unterdurchschnittliche Influenza. 1995\/96 hat es in Deutschland, wird von pneumologischer Seite behauptet, eine Influenzaepidemie mit 30.000 Todesopfern gegeben. Da w&auml;ren wir aber ganz auf Augenh&ouml;he mit der Asiatischen und der Hongkong-Grippe. Hat in der Allgemeinbev&ouml;lkerung davon &uuml;berhaupt jemand Notiz genommen?<br>\nTempora mutantur<br>\nWenn heutzutage behauptet wird, &bdquo;Politiker und Beh&ouml;rden h&auml;tten mit einer erstaunlichen Empathielosigkeit [auf die Hongkong-Grippe] reagiert&ldquo;, so w&uuml;rde die damaligen Politiker und B&uuml;rger eher erstaunen, aus welch relativ nichtigem Anlass das Alltagsleben der Menschen auf den Kopf gestellt und das Grundgesetz ausgehebelt wird. Und dass es heute als empathisch gilt, Altersheiminsassen zu isolieren, Kindern Masken aufzuzwingen und Existenzen zu ruinieren.<br>\nWoher der Umschwung, woher ein solcher Paradigmenwechsel in einem halben Jahrhundert?&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.novo-argumente.com\/artikel\/war_willy_brandt_ein_massenmoerder\">Novo<\/a><\/li>\n<li><strong>Aus dem Jahr 2010: Schweinegrippe &ndash; &ldquo;Die Welle hat begonnen&rdquo;<\/strong><br>\nDer Leiter des Instituts f&uuml;r Virologie der Universit&auml;tsklinik Bonn, Prof. Christian Drosten sagte, es gebe eine drastische Zunahme der Erkrankungen in S&uuml;ddeutschland. Er gehe davon aus, dass die Welle von S&uuml;den aus in einem Zeitraum von f&uuml;nf bis sechs Wochen &uuml;ber Deutschland hinwegziehen werde. [&hellip;]<br>\nDrosten rief dringend dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. &ldquo;Bei der Erkrankung handelt es sich um eine schwerwiegende allgemeine Virusinfektion, die erheblich st&auml;rkere Nebenwirkungen zeitigt als sich irgendjemand vom schlimmsten Impfstoff vorstellen kann.&rdquo;<br>\nAm Freitagabend war in der Bonner Klinik eine 48 Jahre alte Mutter von vier Kindern an den Folge einer Schweinegrippeinfektion gestorben. Sie hatte keine bekannten Vorerkrankungen, die den schweren Krankheitsverlauf erkl&auml;ren w&uuml;rden.<br>\nRKI-Chef Hacker r&auml;umte ein, dass der Start der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe schleppend verlaufe. Offizielle Zahlen gebe es aber nicht. Er erwarte, dass die Impfbereitschaft mit zunehmender Information &uuml;ber die Aktion steige.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/schweinegrippe-die-welle-hat-begonnen-1.140006\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Aus dem Jahr 2010. Kommt einem irgendwie alles bekannt vor. Damals hatte man es schon einmal versucht. Jetzt hat es funktioniert. Mal sehen was &uuml;ber die Corona-Impfstoffe eines Tages ans Licht kommt. Aber man hat gelernt und wei&szlig; nun, wie die Menschen richtig in Panik versetzt werden k&ouml;nnen. Vor allem die Medien wurden jetzt von Anfang an eingebunden. Artikel wie den nachfolgenden wird man wohl zu Corona nie lesen k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Grippemittel &ndash; Sargnagel f&uuml;r Tamiflu<\/strong><br>\nMan muss die Ausdauer bewundern, mit der Tom Jefferson, Carl Heneghan und Peter Doshi durch die Welt von Medizin und Wissenschaft ziehen und &ndash; wie das Kind im M&auml;rchen &ldquo;Des Kaisers neue Kleider&rdquo; &ndash; immer wieder rufen: &ldquo;Der hat ja gar nichts an!&rdquo; Seit mehr als f&uuml;nf Jahren weisen die Forscher mit deutlichen Worten und einer ebenso beeindruckenden wie anschwellenden Datenbasis auf einen der vielleicht gr&ouml;&szlig;ten und sicher kostspieligsten Medizinskandale hin.<br>\nUnerm&uuml;dlich zeigen die Wissenschaftler aus Oxford und Harvard, dass die millionenfach von vielen Staaten eingelagerten Grippemittel Tamiflu und Relenza kaum einen Nutzen haben, daf&uuml;r aber schwere Nebenwirkungen zeitigen k&ouml;nnen und l&auml;ngst nicht das halten, was urspr&uuml;nglich von ihnen erwartet wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/grippemittel-sargnagel-fuer-tamiflu-1.1933656\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Afghanistan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Aus der Niederlage nichts gelernt<\/strong><br>\nDie Bundesregierung pr&auml;sentiert keine einzige Lehre aus Afghanistan. Die bittere Erkenntnis? Die vergangenen 20 Jahre waren wirklich v&ouml;llig umsonst.<br>\nDie Trag&ouml;die um die Evakuierung der Ortskr&auml;fte aus Afghanistan hat f&uuml;r die Bundesregierung trotz allem etwas Gutes: W&uuml;rde sich die &ouml;ffentliche Debatte nicht seit zehn Tagen um die Rettungsfl&uuml;ge drehen, m&uuml;sste die Regierung jetzt noch ganz andere Fragen beantworten.<br>\nAngesichts des totalen Scheiterns in Afghanistan m&uuml;sste sie erkl&auml;ren, was sie aus dem Fiasko gelernt hat, welche Schl&uuml;sse sie f&uuml;r andere Bundeswehr-Eins&auml;tze zieht und wie sie ihre Au&szlig;enpolitik auch dar&uuml;ber hinaus neu ausrichten m&ouml;chte. Dabei w&uuml;rde offensichtlich: In diesen Fragen ist die Regierung blank. Der Auftritt der Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag hat diese Leerstelle offenbart. [&hellip;]<br>\nEin paar rhetorische Fragen stellt sie gegen Ende ihrer Rede, ein klein wenig Selbstkritik k&ouml;nnte man aus ihnen heraush&ouml;ren, aber f&uuml;r Antworten, da bittet Merkel um Verst&auml;ndnis, sei erst mal eine Analyse n&ouml;tig. Ganz so, als habe sich die Kanzlerin in den letzten 16 Jahren nicht beruflich mit dem deutschen Regierungshandeln besch&auml;ftigt.<br>\nAuch der Rest der Koalition liefert nicht viel. SPD-Fraktionschef Rolf M&uuml;tzenich, der aus der Friedensforschung kommt, h&auml;tte sicherlich ein paar kluge Gedanken beizutragen, beh&auml;lt sie aber f&uuml;r sich und fordert f&uuml;r die Aufarbeitung stattdessen eine Kommission in der n&auml;chsten Legislaturperiode. Das h&auml;lt er wahrscheinlich f&uuml;r praktisch, weil dann der Wahlkampf vorbei ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Afghanistan-Debatte-im-Bundestag\/!5791551\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Nato-Waffen in Taliban-Hand<\/strong><br>\nWie die Islamisten zur bestger&uuml;steten Terrorgruppe der Welt werden konnten<br>\nSchlimmer h&auml;tte es wahrlich nicht kommen k&ouml;nnen: Mit der Macht&uuml;bernahme in Afghanistan gelangte die islamistische Terroreinheit der Taliban in den Besitz eines riesigen Arsenals hochmoderner Nato-Waffen. Diese k&ouml;nnen sie von nun an gezielt einsetzen zur Unterdr&uuml;ckung Andersdenkender und Andersgl&auml;ubiger im Land und zur Sicherung ihrer Herrschaft.<br>\nUnkompliziert und kostenfrei &ndash; einfacher h&auml;tte dieser aus Nato-Sicht ganz und gar ungewollte Waffendeal nicht ablaufen k&ouml;nnen. Mit der nahezu reibungslos verlaufenen Macht&uuml;bernahme fielen der &bdquo;Islamischen Talibanbewegung Afghanistans&ldquo;, kurz Taliban, in wenigen Tagen im August in gewaltigem Umfang Kriegsmaterial der US-Army und ihrer Verb&uuml;ndeten in die H&auml;nde. Dabei handelt es sich um Gro&szlig;- und Kleinwaffen (wie Flugzeuge und Gewehre), um R&uuml;stungsg&uuml;ter (wie milit&auml;rische Gel&auml;ndefahrzeuge) und um Munition in riesiger Menge. Da die afghanischen Regierungstruppen ihre Stellungen zumeist kampflos aufgegeben haben, verf&uuml;gen die Taliban ab jetzt &uuml;ber ein erschreckendes Arsenal voll einsatzf&auml;higer Hightechwaffen.<br>\nJake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater des US-Pr&auml;sidenten Joe Biden, musste unumwunden eingestehen: Sicherlich sei &bdquo;eine ganze Menge&ldquo; von US-R&uuml;stungsg&uuml;tern &bdquo;in die H&auml;nde der Taliban gefallen&ldquo;.(1) Der US-Fernsehsender CNN verk&uuml;ndete gar: &bdquo;Taliban feiern ihr neues amerikanisches Arsenal&ldquo;. Lang ist die Liste des Kriegsmaterials, das in den vergangenen 20 Jahren seitens der USA an das afghanische Milit&auml;r geliefert wurde. CNN nennt moderne minenresistente Fahrzeuge (MRAPs), milit&auml;rische Gel&auml;ndewagen des Typs Humvee, Black-Hawk-Helikopter, 20 Tucano-Kampfflugzeuge u.v.a.m. Allein zwischen 2013 und 2016 &uuml;bergab die US-Army den verb&uuml;ndeten afghanischen Streitkr&auml;ften u.a. rund 80.000 Fahrzeuge sowie mehr als 600.000 leichte Waffen wie M16- und M4-Gewehre.(2) Erg&auml;nzend nennt das Wall Street Journal M24-Scharfsch&uuml;tzengewehre, die sich nun in Taliban-H&auml;nden bef&auml;nden.(3)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/rib-ev.ch\/?p=1145\">R&uuml;stungsInformationsB&uuml;ro<\/a><\/li>\n<li><strong>Besatzer, nicht Befreier<\/strong><br>\n20 Jahre diente Deutschland den USA als Hilfssheriff &ndash; ohne irgendeinen Plan. Die Folgen zeigen sich jetzt<br>\nDas Fiasko in Afghanistan ist die zweite gro&szlig;e Niederlage der USA seit dem Abzug aus Saigon im April 1975. Erneut muss sich die st&auml;rkste Milit&auml;rmacht der Welt Kriegern geschlagen geben, die &uuml;ber keinerlei Hightechwaffen verf&uuml;gten, ja: die in Sandalen daherkommen. Nicht allein die USA &ndash; ebenso die NATO und die aufeinander folgenden Bundesregierungen, die am &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; in Afghanistan seit 20 Jahren beteiligt waren. Die offiziellen Begr&uuml;ndungen Berlins f&uuml;r das Engagement erwiesen sich dabei als flexibel. Man begann mit dem Ausspruch des damaligen Verteidigungsministers Peter Struck (SPD): &bdquo;Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.&ldquo; Sp&auml;ter entstand der Eindruck, die Bundeswehr bohre vor allem Brunnen und erm&ouml;gliche M&auml;dchen den Schulbesuch. In j&uuml;ngster Zeit standen dann Frauenrechte und die St&auml;rkung der &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo; im Mittelpunkt.<br>\nAls h&auml;tte es jemals eine Milit&auml;rintervention aus humanit&auml;ren Erw&auml;gungen gegeben! Der Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon war f&uuml;r die damalige US-Regierung unter George W. Bush der Auftakt f&uuml;r ein lange geplantes Projekt, unliebsame Regime in Nah- und Mittelost zu beseitigen. Am liebsten h&auml;tte die Bush-Entourage als erstes den Irak angegriffen. Es war Au&szlig;enminister Colin Powell, der aus Gr&uuml;nden der Dramaturgie empfahl, zun&auml;chst die Taliban zu st&uuml;rzen, danach erst Saddam Hussein. So geschah es, obwohl 15 der 19 Attent&auml;ter vom 11. September aus Saudi-Arabien stammten. Den engen Verb&uuml;ndeten zu bombardieren erschien aber abwegig. Also nahm man die Taliban ins Visier, die Osama bin Laden Unterkunft gew&auml;hrt hatten. Mit Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, die stets zur Begr&uuml;ndung f&uuml;r US-gef&uuml;hrte Kriege in der islamischen Welt herangezogen werden, hatte das nichts zu tun.<br>\nAfghanistan war lediglich ein geopolitisches Mittel zum Zweck: Die erste Etappe einer Pax Americana in der Region. Doch die installierten Machthaber, etwa der nun geflohene Staatschef Ashraf Ghani, Pr&auml;sident seit 2014, gelangten nur mit Hilfe manipulierter Wahlen an die Macht. Mit Billigung der NATO wie auch Berlins setzen die USA ein Marionetten-Regime ein, welches au&szlig;erhalb einer d&uuml;nnen, westlich orientierten Mittel- und Oberschicht in Kabul &uuml;ber keinerlei nennenswerten R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/besatzer-nicht-befreier\">Michael L&uuml;ders in der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Vietnam 2.0<\/strong><br>\nDie kopflose Flucht der Nato-Truppen aus Afghanistan und die Not, die sie dort zur&uuml;cklassen, sind nur das letzte Kapitel einer verheerenden Geschichte, die im Oktober 2001 begonnen hat. Damals verk&uuml;ndete die US-Regierung, auch unterst&uuml;tzt von der rot-gr&uuml;nen Koalition in Berlin unter dem SPD-Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der, dass der Terror des 11. September durch einen Krieg in Afghanistan beantwortet werden sollte. Dabei war keiner der Attent&auml;ter Afghane.<br>\nUnd die damalige Taliban-Regierung bot den USA sogar eine Auslieferung von Osama bin-Laden an &ndash; ein Angebot, das die US-Regierung mit unerf&uuml;llbaren Forderungen beantwortete.1<br>\n&Uuml;ber Saudi-Arabien, das Herkunftsland von 15 der 19 Terroristen, wurde praktisch kein Wort verloren. Im Gegenteil: Mitglieder der Bin-Laden Familie wurden aus den USA in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgeflogen, damit sie nicht verh&ouml;rt werden konnten. Nachdem im Jahr 2016 geschw&auml;rzte Teile der Untersuchungskommission zum 11. September freigegeben wurden, stellte sich heraus, dass hochrangige Mitglieder der saudischen US-Botschaft vor den Anschl&auml;gen Kontakte zu den Terroristen unterhalten hatten. Konsequenzen? Keine. Es sind ja unsere Verb&uuml;ndeten.<br>\nSo wurde Afghanistan angegriffen, nachdem bereits das britische Kolonialreich und die Sowjetunion dort nur Leid und Elend gebracht hatten und schlie&szlig;lich geschlagen abziehen mussten.<br>\nIm Kalten Krieg hatten die USA und Saudi-Arabien am Hindukusch im gro&szlig;en Stil Islamisten gegen die Sowjetunion unterst&uuml;tzt. Nun wurden die islamistischen Warlords der &ldquo;Nordallianz&rdquo; zu den neuen Verb&uuml;ndeten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Vietnam-2-0-6171392.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Das totale D&auml;monisieren der Taliban ist falsch&rdquo;<\/strong><br>\nReinhard Er&ouml;s engagiert sich schon seit 30 Jahren in Afghanistan. Mit seiner Initiative &ldquo;Kinderhilfe Afghanistan&rdquo; hat er in den letzten 20 Jahren 30 Schulen in von Taliban dominierten Provinzen gebaut &ndash; mit Zustimmung und Unterst&uuml;tzung der Mullahs. Er glaubt nicht, dass die Taliban das Rad zur&uuml;ckdrehen werden und ist &uuml;berzeugt, dass M&auml;dchen weiter zur Schule gehen k&ouml;nnen.<br>\nSeit die Taliban die Macht in Kabul &uuml;bernommen haben, fliehen viele Menschen aus Angst vor einer erneuten Schreckensherrschaft. Wie ist die Lage im Osten des Landes, wo die Kinderhilfe Afghanistan 30 Schulen betreibt?<br>\nIm Osten des Landes ist es ruhig, da herrscht ganz normales Gesch&auml;ftsleben. Unseren knapp 2000 einheimischen Mitarbeitern geht es gut, sie arbeiten ganz normal weiter.<br>\nDieses Gebiet ist seit langem eine Hochburg der Taliban. Seit 2002 hat die Kinderhilfe dort Schulen f&uuml;r rund 60.000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler gebaut. Wie haben Sie sie die Taliban von Ihrem Vorhaben &uuml;berzeugt?<br>\nMit Logik, Kenntnissen des Islam und vor allem mit meinen paschtunischen Sprachkenntnissen. Wer die Sprache des Landes nicht beherrscht, ist verloren, denn bis hoch zum B&uuml;rgermeister spricht niemand Englisch. Es brauchte Kulturkompetenz, Sprachkompetenz und Glaubw&uuml;rdigkeit. Mir hat au&szlig;erdem mein pers&ouml;nliches Image geholfen. Ich bin ja seit &uuml;ber 30 Jahren in Afghanistan t&auml;tig, ich war dort einer der wenigen &Auml;rzte w&auml;hrend des sowjetisch-afghanischen Krieges. Ich war also bekannt vor Ort, ich hatte und habe immer noch eine hohe Glaubw&uuml;rdigkeit, die Leute vertrauen mir.<br>\nBef&uuml;rchten Sie, dass sich der Unterricht jetzt durch Vorgaben der Taliban &auml;ndern wird?<br>\nWas soll sich denn &auml;ndern? Diese Horrormeldungen der letzten Tage vom Flughafen in Kabul haben mit dem Rest von Kabul, wo ja vier Millionen Menschen leben, und vor allem mit dem Leben im Rest von Afghanistan, zumindest wie ich es von meinen Mitarbeitern erfahre, nichts zu tun. Und in vielen Gebieten, wo wir Schulen unterst&uuml;tzen, haben die Taliban l&auml;ngst das Sagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt-sichten.org\/artikel\/39219\/das-totale-daemonisieren-der-taliban-ist-falsch\">Welt-Sichten<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge in Libyen: Ausgebeutet und gequ&auml;lt<\/strong><br>\nLaut Monitor-Recherchen werden Fl&uuml;chtlinge in libyschen Lagern weiterhin misshandelt und ausgebeutet. Seit Jahren verspricht die Bundesregierung, sich f&uuml;r die Verbesserung der Lage einzusetzen &ndash; bisher offenbar ohne Erfolg.<br>\n&ldquo;Wir brauchen Freiheit&rdquo; rufen etwa Hundert M&auml;nner, die eng zusammengepfercht in einer dunklen Zelle stehen. Ihre H&auml;nde sind gekreuzt aus Protest gegen ihre Gefangenschaft in einem der libyschen Fl&uuml;chtlingslager. Das Video, das den Protest zeigt, liegt dem ARD-Magazin Monitor vor. Das Lager ist eins von vielen, in die Menschen gebracht werden, die beim Versuch, nach Europa zu fliehen, von der sogenannten libyschen K&uuml;stenwache abgefangen werden. Auf dem Papier sind es Fl&uuml;chtlingslager &ndash; faktisch sind es Gef&auml;ngnisse.<br>\nTeklia ist einer der Gefl&uuml;chteten, die dabei waren. Inzwischen hat er es aus dem Lager heraus geschafft. Die Gewalt, die er dort erlebte, kann er bis heute nicht vergessen: &ldquo;Die W&auml;rter schlugen uns mit Metallstangen&rdquo;, erz&auml;hlt er. &ldquo;Sie nahmen ihre Waffe und hielten sie uns an den Kopf, um uns Angst zu machen.&rdquo;<br>\nMonitor hat mit vielen Gefl&uuml;chteten gesprochen, die in libyschen Lagern inhaftiert und gequ&auml;lt wurden &ndash; auch, weil die EU das System mit aufgebaut hat, das sie auf der Flucht abf&auml;ngt und in die Lager bringt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/monitor\/fluechtlinge-libyen-lager-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Angriff der Killerroboter: Wenn der Algorithmus t&ouml;tet<\/strong><br>\nas viele seit langem bef&uuml;rchtet haben, ist laut einem UN-Bericht erstmals passiert: Eine autonome Milit&auml;rdrohne hat im M&auml;rz 2020 ohne Anweisung einen fl&uuml;chtenden Soldaten in Libyen gejagt und attackiert.[1] Der Kargu-Quadcopter des t&uuml;rkischen Herstellers STM, der Kameras und k&uuml;nstliche Intelligenz (KI) zur Identifikation seiner Ziele einsetzt, sei demnach darauf programmiert gewesen, eigenst&auml;ndig Ziele anzugreifen, ohne zuvor eine Datenverbindung zum Betreiber herzustellen.<br>\nDieser Angriff belegt nicht nur, wie weit die Autonomisierung konventioneller Waffensysteme, sogenannter letaler autonomer Waffensysteme (LAWS), vorangeschritten ist, sondern auch, dass diese bereits auf dem Kampffeld eingesetzt werden. LAWS entscheiden ohne menschliche Kontrolle &uuml;ber einen Waffeneinsatz und die T&ouml;tung von Menschen. Eben darin unterscheiden sie sich auch von unbemannten Luftfahrzeugen (unmanned aerial systems, UAS), die nicht selbst agieren, sondern ferngesteuert werden.<br>\nDer Ruf nach einem Verbot von LAWS wird bereits seit Jahren immer lauter. Begr&uuml;ndet wird diese Forderung unter anderem mit der Gefahr einer rasanten Zunahme dieser Waffentechnologien und damit eines qualitativen, unkontrollierten Wettr&uuml;stens. Wenn man diesem nicht rechtzeitig Einhalt gebiete, drohe ein enthemmter, massenhafter und v&ouml;lkerrechtswidriger Einsatz dieser Waffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2021\/august\/angriff-der-killerroboter-wenn-der-algorithmus-toetet\">Bl&auml;tter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Chinas kommende &Auml;ra des &ldquo;gemeinsamen Wohlstands&rdquo;<\/strong><br>\nund was das f&uuml;r die Reichen bedeutet.<br>\n(Eigene &Uuml;bersetzung): Jahrzehntelang durften einige wenige Menschen im Lande zuerst reich werden, um die wirtschaftliche Effizienz zu f&ouml;rdern. Doch die Einkommensschere &ouml;ffnet sich immer weiter und es gibt Bestrebungen, die Bessergestellten dazu zu bringen, etwas zur&uuml;ckzugeben<br>\n(&hellip;) &ldquo;Bald sagte [der damalige oberste F&uuml;hrer] Deng Xiaoping, das Ziel des Sozialismus sei allgemeiner Wohlstand, und wenn man zuerst einige wenige Menschen reich mache, k&ouml;nne man dieses Ziel besser erreichen&rdquo;, so Ding, der heute Mitglied des akademischen Ausschusses der in Hongkong ans&auml;ssigen BoYuan-Stiftung ist.<br>\n&ldquo;Aber eine kleine Anzahl von Menschen zuerst reich zu machen, sollte eine &Uuml;bergangsl&ouml;sung sein, die sp&auml;ter durch Politik und Gesetze angepasst werden sollte, um allgemeinen Wohlstand zu erreichen.&rdquo;<br>\nJahrzehnte sp&auml;ter gibt es Anzeichen daf&uuml;r, dass die &Uuml;bergangsphase zu Ende gehen k&ouml;nnte, und der Schwerpunkt der F&uuml;hrung liegt jetzt auf einer gerechteren Einkommensverteilung, wobei Pr&auml;sident Xi Jinping das Ziel des allgemeinen Wohlstands wieder aufgreift&hellip;<br>\nDieser Gedanke zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden durch Xis Reden und baut auf der Arbeit seiner Vorg&auml;nger auf, sagen Beobachter.<br>\nDing sagte, dass der fr&uuml;here Pr&auml;sident Hu Jintao und der fr&uuml;here Premierminister Wen Jiabao versucht h&auml;tten, die Ungleichheit zwischen den reichen &ouml;stlichen und den verarmten westlichen Regionen sowie die Ungleichheit zwischen dem Agrar- und dem Industriesektor zu beseitigen.<br>\nDas j&uuml;ngste &ndash; und deutlichste &ndash; Anzeichen f&uuml;r die erneute Schwerpunktsetzung kam jedoch am Dienstag nach einem Treffen der wichtigsten chinesischen Wirtschaftsentscheider.<br>\nLaut einer vom Zentralkomitee f&uuml;r Finanz- und Wirtschaftsfragen der Kommunistischen Partei ver&ouml;ffentlichten Erkl&auml;rung sagte Xi, dass es jetzt an der Zeit sei, den weniger Wohlhabenden eine gerechtere Behandlung zukommen zu lassen.<br>\n&ldquo;Wir k&ouml;nnen einigen Leuten erlauben, zuerst reich zu werden, und dann andere anleiten und ihnen helfen, gemeinsam reich zu werden &hellip; Wir k&ouml;nnen wohlhabende Unternehmer unterst&uuml;tzen, die hart arbeiten, legal arbeiten und Risiken auf sich genommen haben, um ein Unternehmen zu gr&uuml;nden &hellip; aber wir m&uuml;ssen auch unser Bestes tun, um ein &lsquo;wissenschaftliches&rsquo; politisches System zu schaffen, das eine gerechtere Einkommensverteilung erm&ouml;glicht&rdquo;, wird Xi in der Erkl&auml;rung zitiert.<br>\nAls Teil dieses Prozesses w&uuml;rde die Regierung die Steuer- und Sozialversicherungssysteme &auml;ndern und eine Reihe von steuerlichen Transfers vornehmen, um eine gr&ouml;&szlig;ere Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t und einen besseren Zugang zu Bildung zu erm&ouml;glichen&hellip;<br>\nEiner der wichtigsten Punkte des Treffens in der vergangenen Woche war die Betonung des &ldquo;dritten Verteilungsschemas&rdquo;, das auf der ersten Verteilung der Geh&auml;lter und der zweiten Verteilung der Steuern und staatlichen Geb&uuml;hren aufbaut.<br>\nIm Rahmen dieses zus&auml;tzlichen Systems sollen &ldquo;&uuml;berm&auml;&szlig;ige Einkommen&rdquo; und &ldquo;unangemessene Einkommen&rdquo; reguliert und einkommensstarke Gruppen und Unternehmen dazu angehalten werden, &ldquo;mehr an die Gesellschaft zur&uuml;ckzugeben&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/economy\/china-economy\/article\/3145940\/chinas-coming-era-common-prosperity-and-what-it-means-rich?module=perpetual_scroll&amp;pgtype=article&amp;campaign=3145940\">South China Morning Post<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Top-Konzerne machen so hohe Gewinne wie nie<\/strong><br>\nDie gr&ouml;&szlig;ten deutschen B&ouml;rsenunternehmen erholen sich laut einer EY-Studie kr&auml;ftig von der Pandemie. Das st&auml;rkste Wachstum der Ums&auml;tze schaffte ausgerechnet ein Neuling unter den 30 Dax-Unternehmen.<br>\nNach der heutigen Ver&ouml;ffentlichung der Quartalszahlen von Delivery Hero liegen nun die aktuellen Gesch&auml;ftszahlen aller Dax-Konzerne vollst&auml;ndig vor. W&auml;hrend der defizit&auml;re Essenslieferdienst noch tiefer in die roten Zahlen rutschte, erzielten die 30 Dax-Unternehmen im zweiten Quartal insgesamt so hohe Ums&auml;tze und Gewinne wie nie zuvor. Das ergibt eine von dem Wirtschaftspr&uuml;fungs- und Beratungsunternehmen EY durchgef&uuml;hrte Analyse auf Basis der Gesch&auml;fts- und Quartalsberichte der Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/top-konzerne-machen-so-hohe-gewinne-wie-nie-17502324.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr&ldquo;, sagt Arbeitsagentur-Chef Scheele<\/strong><br>\nDer Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Detlef Scheele, warnt davor, dass Deutschland die Fachkr&auml;fte ausgehen. Als Antwort auf die demografische Entwicklung fordert er gezielte Zuwanderung &bdquo;f&uuml;r die L&uuml;cken am Arbeitsmarkt&ldquo;.<br>\nDer Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Detlef Scheele, hat einen dringenden Appell an die Bundesregierung gerichtet, deutlich mehr Zuwanderer ins Land zu holen. &bdquo;Deutschland gehen die Arbeitskr&auml;fte aus&ldquo;, sagte Scheele der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo; am Montag.<br>\nDurch die demografische Entwicklung nehme die Zahl der potenziellen Arbeitskr&auml;fte im typischen Berufsalter bereits in diesem Jahr um fast 150.000 ab. &bdquo;In den n&auml;chsten Jahren wird es viel dramatischer&ldquo;, betonte Scheele. Die demografische Entwicklung sei kritischer als die Transformation der Wirtschaft. &bdquo;Ich verstehe nicht, warum dar&uuml;ber niemand redet.&ldquo;<br>\nDeutschland k&ouml;nne das Problem nur l&ouml;sen, indem es etwa Ungelernte qualifiziere, Arbeitnehmerinnen mit unfreiwilliger Teilzeit l&auml;nger arbeiten lasse &ndash; und vor allem, indem es Zuwanderer ins Land hole. Das m&uuml;sse die neue Bundesregierung alles anpacken. &bdquo;Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Also deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Von der Pflege &uuml;ber Klimatechniker bis zu Logistikern und Akademikerinnen: Es werden &uuml;berall Fachkr&auml;fte fehlen&ldquo;, so der Arbeitsagentur-Chef.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article233323647\/Arbeitsmarkt-Wir-brauchen-400-000-Zuwanderer-pro-Jahr.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Als Chef der fr&uuml;her einmal &ldquo;Arbeitsamt&rdquo; genannten Bundesagentur ist Scheele *eigentlich* daf&uuml;r zust&auml;ndig, Arbeitslose in Arbeit zu bringen und weniger daf&uuml;r, den Arbeitgebern f&uuml;r ihre unw&uuml;rdig bezahlten, viel zu wenigen freien Stellen billige Arbeitskr&auml;fte zu beschaffen. Auch k&ouml;nnte Scheele mal die allgemein unterirdische Bezahlung in Deutschland thematisieren. Bei aktuell <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/themen\/arbeit-alt\/tatsaechliche-arbeitslosigkeit\/2021\/\">3,6 Millionen Arbeitslosen<\/a> m&uuml;sste er alles daran setzen, 400.000 Menschen aus der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt &ldquo;zuwandern&rdquo; zu lassen, und dieses Reservoir reicht nach seinen Berechnungen noch satte 9 Jahre. Dabei sind die <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1143138\/umfrage\/corona-krise-kurzarbeiter-nach-sektoren\/\">&uuml;ber 1 Millionen Kurzarbeiter<\/a>, Minijobber und andere atypisch Besch&auml;ftigte, die gerne mehr Stunden arbeiten w&uuml;rden, noch &uuml;berhaupt nicht ber&uuml;cksichtigt &ndash; selbst nach der (fragw&uuml;rdigen und sehr optimistischen) Annahme von Scheele gehen uns vor 2040 die Arbeitskr&auml;fte nicht aus. Kann der Arbeitsamtschef sich einmal f&uuml;r die Interessen der Arbeitnehmer einsetzen und nicht ausschlie&szlig;lich f&uuml;r Arbeitgeberinteressen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein Tollhaus<\/strong><br>\nDie UZ sprach mit Prof. em. Dr. rer. pol. Heinz-J. Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler und Sprecher der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, zurzeit Gastprofessor an der Universit&auml;t Siegen<br>\nUZ: Von der herrschenden Vulg&auml;r&ouml;konomie (um einen Ausdruck von Marx im dritten Band des Kapital aufzugreifen) wird vorgeschlagen, die gegenw&auml;rtigen Probleme vor allem durch Verl&auml;ngerung der Lebensarbeitszeit, Lohnk&uuml;rzungen und Sonntagsarbeit zu beantworten. Welche Ergebnisse h&auml;tte eine solche Rezeptur?<br>\nHeinz-J. Bontrup: &hellip; Bei vorliegender Massenarbeitslosigkeit (etwa 3,5 Millionen Menschen in Deutschland haben keine Arbeit) die Arbeitszeit zu verl&auml;ngern ist ein Fall f&uuml;r das Tollhaus und hat mit &Ouml;konomie nicht zu tun. Und bei rund acht Millionen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, dass ist jeder F&uuml;nfte, die weniger als 11 Euro brutto in der Stunde erhalten, ist das schon wieder ein Fall f&uuml;rs Tollhaus&hellip;<br>\nUZ: Wie ist aus deiner Sicht das Wahlprogramm der CDU\/CSU hinsichtlich der &ouml;konomischen Perspektiven nach den Wahlen, die ja wahrscheinlich eine Regierung unter ihrer F&uuml;hrung bringen wird, zu bewerten?<br>\nHeinz-J. Bontrup: Wahlprogramme sind, wie bei allen Parteien, Makulatur. Nach der Wahl kann sich keiner mehr an gemachte Wahlversprechen erinnern. Die Ausrede ist dann in der Regel, der Koalitionspartner h&auml;tte die Forderungen des Wahlprogramms nicht mitgemacht. Die &ouml;konomischen Intentionen und Versprechungen der CDU\/CSU sind weiter neoliberal, markt- und kapitalzentriert, ausgerichtet. Da ist nichts Positives zu erwarten, weder in der Fiskal- noch in der Steuerpolitik&hellip;.<br>\nUZ: Siehst du Alternativen und Hoffnungen bei anderen Parteien &ndash; etwa SPD oder den &bdquo;Gr&uuml;nen&ldquo;?<br>\nHeinz-J. Bontrup: Solange diese beiden Parteien nicht endlich begreifen, dass ihre Wirtschaftspolitik sauber linkskeynesianisch auszurichten ist, kann man beide Parteien nicht ernst nehmen. In einer Koalition mit der CDU\/CSU werden sie selbst ihre nur mangelhaften Wahlprogramme nicht einmal im Ansatz umsetzen k&ouml;nnen&hellip;<br>\nUZ: Kannst du das einmal konkretisieren?<br>\nHeinz-J. Bontrup: Nat&uuml;rlich. Links-keynesianisch bedeutet konkret nicht nur ein wenig antizyklische Konjunkturpolitik, sondern eine massive Intervention des Staates in pervertierte Marktergebnisse. Das gilt sowohl f&uuml;r immer mehr Konzentration und Zentralisation des Kapitals und einen damit inh&auml;renten vielf&auml;ltigen Machtmissbrauch in der Wirtschaft als auch gegen&uuml;ber dem Staat, der demokratisch gew&auml;hlten Politik. Und pervertierte Marktergebnisse m&uuml;ssen durch eine dezidierte Umverteilungspolitik von den Reichen zu den Armen berichtigt werden. Dazu geh&ouml;ren drastische Einkommens- und Verm&ouml;gensteuer- sowie Erbschaftsteuererh&ouml;hungen f&uuml;r Reiche. Linkskeynesianisch hei&szlig;t auch, Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen. Arbeitslosigkeit spielt &uuml;brigens in den Wahlprogrammen von CDU\/CSU, SPD und den &bdquo;Gr&uuml;nen&ldquo; &uuml;berhaupt keine Rolle mehr, als h&auml;tten wir l&auml;ngst Vollbesch&auml;ftigung. Das ist schon wieder ein Fall f&uuml;rs politische &bdquo;Tollhaus&ldquo;. Und linkskeynesianisch hei&szlig;t heute auf jeden Fall auch, die Natur endlich in die &ouml;konomischen Gleichungen und Kreisl&auml;ufe aufzunehmen. Das wird, meint man es ernst, zu heftigen gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen f&uuml;hren, die insbesondere von den Reichen zu schultern sind. Die hoch konzentrierten Verm&ouml;gensbest&auml;nde sind hier ein Stichwort. Es nur &bdquo;sozialvertr&auml;glich&ldquo; zu machen reicht nicht&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/ein-tollhaus-159426\/\">Unsere Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Unser t&auml;glich Gift<\/strong><br>\nDer September k&ouml;nnte ein entscheidender Monat werden f&uuml;r den Einsatz des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat. Das Insektenschutzpaket der scheidenden Bundesregierung tritt in Kraft und das Landgericht Frankfurt\/Oder entscheidet, wer schuld ist an damit verseuchtem Honig. Haben wir also in Zukunft weniger Glyphosat in unseren Lebensmitteln und letztlich auch in unserem Urin?<br>\nWenn es nach der Europ&auml;ischen Union geht wohl eher nicht. Die EU-Kommission hat 2019 die Mitgliedsstaaten Frankreich, Niederlande, Schweden und Ungarn damit beauftragt, den Wirkstoff neu zu bewerten. Nach deren seit einem Monat vorliegenden Gutachten steht einer Neuzulassung von Glyphosat in der EU nicht mehr viel im Wege.<br>\nGlyphosat ist &uuml;berall<br>\nDie von der EU-Kommission bestellte Bewertungsgruppe ordnet das Totalherbizid Glyphosat als augensch&auml;digend und giftig f&uuml;r Wasserorganismen ein, nicht aber als krebserregend, wie das die Internationalen Agentur f&uuml;r Krebsforschung IARC seit 2015 tut. Und wie das auch US-Gerichte tun, die den Bayer-Konzern nun schon mehrfach schuldig gesprochen haben.<br>\n(&hellip;) Vier Tonnen Honig musste der Imker Sebastian Seusing aus Brandenburg 2019 vernichten, weil der Grenzwert f&uuml;r Glyphosat mehr als hundertf&uuml;nfzigfach &uuml;berschritten war. Seine Bienen hatte der Familienbetrieb damals schon knapp ein Jahr lang an einem Waldrand stehen, als eine von niederl&auml;ndischen Investoren betrieben Landwirtschaftsgesellschaft einen Acker am Waldrand mit Glyphosat totspritzte, um darauf Mais anzubauen&hellip; Die Frage ist letztlich: Wer tr&auml;gt Verantwortung f&uuml;r die R&uuml;ckst&auml;nde in unseren Lebensmitteln? Egal ob die nun als krebserregend eingestuft werden oder nicht&hellip;<br>\n(&hellip;) Denn das Totalherbizid sch&auml;digt nicht nur den pflanzlichen Teil des Bodenlebens, die Algen etwa, es wirkt auch auf die Bodenfauna. Das ergaben umfangreiche Studien der Wiener Universit&auml;t f&uuml;r Bodenkultur&hellip;Au&szlig;erdem sch&auml;digt das Herbizid die Mykorrhiza-Pilze, die eigentlich Symbiosen mit den Pflanzen eingehen und mit f&uuml;r deren Ern&auml;hrung und Gesundheit sorgen&hellip;<br>\nTrotz aller Untersuchungen und aller Warnungen: der Wirkstoff wird weiter angewendet werden und die Diskussion um Glyphosat wird ebenso weitergehen, wie die Belastung von Lebensmitteln und Trinkwasser. Ach so, ja: die Biolandwirtschaft setzt kein Glyphosat ein. Wer Bio kauft, unterst&uuml;tzt die Glyphosatwirtschaft nicht. Was nicht hei&szlig;t, dass Biolebensmittel keine R&uuml;ckst&auml;nde des Wirkstoffs enthalten k&ouml;nnen. Das Zeug ist gut wasserl&ouml;slich und kann auch verweht, oder von Bienen in den Honig getragen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/krass-und-konkret.de\/autorenblogs\/fuehrerschein-fuer-einkaufswagen\/unser-taeglich-gift\/\">Buchkomplizen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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