{"id":75553,"date":"2021-08-29T11:45:05","date_gmt":"2021-08-29T09:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75553"},"modified":"2021-08-30T10:24:21","modified_gmt":"2021-08-30T08:24:21","slug":"peru-das-regierungsprogramm-pedro-castillos-und-der-menschen-und-umweltverschleissende-bergbau-der-sogenannten-industrielaender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75553","title":{"rendered":"Peru \u2013 Das Regierungsprogramm Pedro Castillos und der menschen- und umweltverschlei\u00dfende Bergbau der sogenannten \u201eIndustriel\u00e4nder\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach wochenlangen vergeblichen Wahlannullierungs-Man&ouml;vern der rechtsradikalen und korrupten Opposition unter F&uuml;hrung der Pr&auml;sidentschaftskandidatin Keiko Fujimori wurde der linke Grundschullehrer und Wahlsieger Pedro Castillo Terrones am vergangenen 28. Juli <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TnbT9K_V1FI\">als neuer Staatspr&auml;sident Perus vereidigt<\/a>. Doch kaum einen Monat im Amt, wird das Kabinett des neuen Staatschefs seit Wochen von einer Legitimationskrise gesch&uuml;ttelt, die zeitgleich von der rechtsradikalen Szene auf den Stra&szlig;en als auch von linken, vermeintlichen Verb&uuml;ndeten &ndash; wie Vladimir Cerr&oacute;n, dem Chef von Castillos Partei <em>Peru Libre<\/em> (Freies Peru) &ndash; hinter vorgehaltener Hand gestrickt wird. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDoch der Kraftprobe drittes Hindernis ist obendrein das erforderliche Vertrauensvotum des Parlaments. Gegen 9 Uhr am Morgen des 26. August begleitete der bed&auml;chtige Pr&auml;sident sein volles Kabinett mit 19 Ministern unter F&uuml;hrung von Guido Bellido bis zum Ausgang des Pr&auml;sidentenpalastes und w&uuml;nschte ihm klaren Kopf und viel Gl&uuml;ck f&uuml;r seine erste Feuerprobe: die Zustimmung des Kongresses (ein Ein-Kammer-Parlament) der Republik. Laut Verfassung muss das Kabinett vor Ablauf der ersten 30 Tage nach seiner Vereidigung eine Vertrauensabstimmung beantragen. Sollte die Mehrheit des Kongresses allerdings f&uuml;r ein Misstrauensvotum stimmen, w&auml;ren Premier Guido Bellido und alle 19 Minister zum R&uuml;cktritt gezwungen. Castillos Partei verf&uuml;gt gerade mal &uuml;ber 37 der 130 Parlamentsmandate, die Vertrauensbest&auml;tigung ben&ouml;tigt 66 Stimmen, die die lockere Regierungskoalition Castillos mit insgesamt 79 Stimmen durchsetzen k&ouml;nnte, doch selbst nach mehr als 12-st&uuml;ndiger Anh&ouml;rung musste das Parlament die unsichere Abstimmung auf den 27. August vertagen.<\/p><p><strong>Kraftprobe in den eigenen Reihen und der &bdquo;Terruqueo&ldquo; auf den Stra&szlig;en<\/strong><\/p><p>So nervenzerreibend die Nominierung der 19 Regierungsminister sich einerseits &uuml;ber Wochen in die L&auml;nge zog, so schlagartig musste Castillo die Ernennung einiger Minister unter massivem Druck innerhalb des eigenen Kabinetts und in der &Ouml;ffentlichkeit zur&uuml;cknehmen. So zum Beispiel die in weiten Teilen Lateinamerikas begr&uuml;&szlig;te Ernennung des 85-j&auml;hrigen Schriftstellers, Soziologen, bildenden K&uuml;nstlers und Professors an zwei renommierten Universit&auml;ten Limas, Dr. H&eacute;ctor B&eacute;jar Rivera. In den 1960er Jahren gr&uuml;ndete B&eacute;jar zusammen mit Javier Heraud die Guerilla-Bewegung der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Das wollte ihm die peruanische Rechte zwar nur z&ouml;gernd verzeihen, schlie&szlig;lich bezeichnete auch er die Jahre sp&auml;ter in Szene getretene, gewaltt&auml;tige Organisation Sendero Luminoso (&bdquo;Leuchtender Pfad&ldquo;) als terroristisch.<\/p><p>Doch B&eacute;jars j&uuml;ngstes &bdquo;Vergehen&ldquo; war eine Erkl&auml;rung von Ende November 2020, als die neue Regierung noch gar nicht existierte. Darin bezog er die Streitkr&auml;fte, insbesondere die Marine, in den <a href=\"https:\/\/larepublica.pe\/politica\/2021\/08\/17\/hector-bejar-genera-crisis-por-declaraciones-sobre-origen-del-terrorismo-en-peru\/\">Terrorismus-Vorwurf<\/a> ein. N&auml;mlich mit dem von durchgesickerten CIA-Berichten best&auml;tigten Hinweis auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73156\">staatsterroristische Praktiken<\/a> wie Folter und Erschie&szlig;ungen von Oppositionellen durch die Uniformierten vor und w&auml;hrend des Fujimori-Regimes. Die faktisch korrekte Schuldzuweisung stie&szlig; jedoch auf lager&uuml;bergreifende Emp&ouml;rung von der Marine bis zu moderateren Kabinettsmitgliedern Castillos. B&eacute;jar musste seinen Hut nehmen, noch bevor er ihn in seinem B&uuml;ro &uuml;berhaupt abgenommen hatte, und wurde durch den eher konservativen Juristen und Karriere-Diplomaten &Oacute;scar Ma&uacute;rtua ersetzt.<\/p><p>Indes machte Castillos eigene Partei dem frischgebackenen Pr&auml;sidenten das Regieren schwer. Der Grundschullehrer aus dem tiefen Peru machte Karriere als Gewerkschaftsf&uuml;hrer, war bis zur Aufstellung seiner Kandidatur zum Jahresbeginn 2021 jedoch niemals Mitglied einer politischen Partei gewesen. Diese Mitgliedschaft bot ihm die im Jahr 2016 gegr&uuml;ndete und sich als &bdquo;sozialistisch, marxistisch-leninistisch, anti-amerikanisch und anti-imperialistisch&ldquo; selbst definierende und zur Partei mutierte Bewegung Peru Libre (Freies Peru). Ein Mitgliedschafts-Angebot, das nach dem Kalk&uuml;l ihres Vorsitzenden, dem Neurochirurgen Vladimir Cerr&oacute;n, ihm das Recht zubillige, Castillo Minister-Vorschl&auml;ge zu unterbreiten, ihn zur Nominierung seiner Vorschl&auml;ge zu n&ouml;tigen und die politische Zusammensetzung des Kabinetts &ndash; insbesondere die Abgabe mehrerer Ministerien an die links-sozialdemokratische Koalitionspartei <em>Juntos por el Peru<\/em> (Zusammen f&uuml;r Peru) &ndash; zu kritisieren.<\/p><p>Der sich linksradikal gebarende Cerr&oacute;n ist allerdings eine schillernde Figur, dem mehrere Korruptions-Klagen anh&auml;ngen und der von 85 Prozent der Peruaner als Hinter- oder Frontmann der Regierung Castillo <a href=\"https:\/\/larepublica.pe\/politica\/2021\/07\/24\/vladimir-cerron-85-no-quiere-que-participe-en-gobierno-de-pedro-castillo-segun-iep\/\">vehement abgelehnt<\/a> wird. Eine &auml;hnliche Abneigung trifft zudem den frischernannten Premierminister Guido Bellido und den Pr&auml;sidenten selbst, der mit dem Vorwurf konfrontiert wird, er habe den identit&auml;ren Belangen von Frauen und Homosexuellen weder eine Zeile in seiner Wahlkampagne noch in seinem Regierungsprogramm gewidmet. Bellido hingegen mit der Anklage gegen seine mehrfachen <a href=\"https:\/\/elcomercio.pe\/politica\/actualidad\/guido-bellido-y-su-historial-de-mensajes-cargados-de-violencia-y-misoginia-que-ahora-niega-el-premier-noticia\/\">frauenfeindlichen und homophoben Ausf&auml;lle<\/a>.<\/p><p>Als reiche der in den eigenen Reihen erzeugte Stress nicht, sieht sich Castillo auch nach seiner Amts&uuml;bernahme durch die seit Jahresbeginn anhaltenden Aufm&auml;rsche rechtsradikaler bis faschistischer Gruppierungen herausgefordert. Hassreden, Androhungen von Wahlannullierung und Milit&auml;rputsch, Umz&uuml;ge mit faschistischen Symbolen und Glorifizierung der Vizek&ouml;nige der spanischen Kolonialepoche. Der rechtsextreme Spuk tobt nicht nur in Washingtons Capitol und im Brasilien Bolsonaros, sondern neuerdings auch im peruanischen Lima. Die rechtsextreme Szene hat sich auf Castillo mit den haneb&uuml;chenen Unterstellungen eingeschossen, die Peru-Libre-Partei sei &bdquo;kommunistisch&ldquo; oder &bdquo;terroristisch&ldquo;. Die Diffamierungswelle machte in Peru l&auml;ngst Schule mit der Bezeichnung &bdquo;Terruqueo&ldquo;, das bedeutet &bdquo;Terrorismus-Hetze&rdquo;.<\/p><p>Doch das Repertoire des Schwachsinns bedient sich eines breiten Angebots von Verschw&ouml;rungsgarn und paranoiden Behauptungen der weltweit wiedererwachten, doch allem Anschein nach von harten neoliberalen Denkfabriken ausgekochten und gesteuerten &bdquo;B&uuml;rgerbegehren&ldquo;. Darunter der &bdquo;Schutz der abendl&auml;ndischen Familie vor Homosexualit&auml;t&rdquo;, die &bdquo;Gefahr&rdquo; des &bdquo;kulturellen Marxismus&ldquo;, sowie die &bdquo;&Uuml;berfremdung durch Emigranten&rdquo;; ein Repertoire, das von Beobachtern als rechtsradikale Eskalation &bdquo;by appointment of Donald Trump &amp; Jair Bolsonaro&ldquo; verd&auml;chtigt wird.<\/p><p>Jedoch einen vollen Monat nach Amts&uuml;bernahme, so t&ouml;nt mehr als die H&auml;lfte Perus, die Castillo ihre Stimme gab, sei es nun an der Zeit, das nur vage umrissene Regierungsprogramm n&auml;her zu erl&auml;utern und in Taten umzusetzen. Ein darin angesprochenes Szenario ist der peruanische Bergbau; f&uuml;r die einen Perus Glanzleistung, f&uuml;r die anderen sein Verderb.<\/p><p><strong>Der internationale Bergbau, der Menschenverschlei&szlig; und die Zerst&ouml;rung des Anden-Massivs<\/strong><\/p><p>Dass die vom Bergbau betroffenen oder von ihm besch&auml;ftigten Bev&ouml;lkerungsteile seit Jahren f&uuml;r klare und akzeptable Umwelt- und Sicherheitsma&szlig;nahmen k&auml;mpfen und dass der neue Pr&auml;sident als Sprecher dieser Anliegen anerkannt wird, verdeutlicht ein Hinweis aus den j&uuml;ngsten Pr&auml;sidentschaftswahlen: 88 Prozent der W&auml;hler in Bergbau-Distrikten wie Cotabambas, Espinar y Chumbivilcas <a href=\"https:\/\/larepublica.pe\/elecciones\/2021\/04\/26\/elecciones-2021-pedro-castillo-gano-en-88-de-localidades-con-conflictos-mineros-pltc\/\">stimmten f&uuml;r Pedro Castillo<\/a>. Diese Regierungsbezirke sind der Standort riesiger und konfliktbeladener Kupferminen, zumeist transnationalen Ursprungs, wie Las Bambas, in H&auml;nden von Chinas MMG Ltd, Antapaccay im Besitz des anglo-schweizerischen Konzerns Glencore, oder Constancia, kontrolliert von Kanadas Hudbay Minerals. In einem Satz: <a href=\"https:\/\/camiper.com\/tiempominero-noticias-en-mineria-para-el-peru-y-el-mundo\/principales-empresas-mineras-en-el-peru-ranking-2020\/\">Die 10 gr&ouml;&szlig;ten Bergbaukonzerne in Peru<\/a> haben entweder eine einheimische Minderheitsbeteiligung oder allesamt ihren Hauptsitz im Ausland.<\/p><p>Nach neuesten Erhebungen erhielt Castillo starke Zustimmung nicht nur in Gebieten, in denen gro&szlig;e Minen in Betrieb sind, sondern auch dort, wo neue Minen ausgehoben werden. So zum Beispiel 86,3 Prozent der Stimmen im s&uuml;dlichen Bezirk Torata, wo Anglo American und Japans Mitsubishi die 5,3 Milliarden Dollar schwere Kupfermine Quellaveco erschlie&szlig;en, die ab 2022 mit der Produktion beginnen soll. In der Gegend von Haquira, in der sich ein 1,8-Milliarden-Dollar-Projekt von Kanadas First Quantum befindet, entschieden sich gar 96 Prozent der Einwohner f&uuml;r Castillo gegen&uuml;ber Fujimori.<\/p><p>Der Bergbausektor macht nahezu 60 Prozent der Gesamtexporte Perus aus und soll &ndash; so sehen es die Konzerne &ndash; von entscheidender Bedeutung f&uuml;r Peru sein, &bdquo;das sich von der weltweit t&ouml;dlichsten COVID-19-Epidemie pro Kopf erholen m&ouml;chte, die die Wirtschaft zum Einsturz gebracht und die Armut erh&ouml;ht hat&ldquo;. Die Bergbauunternehmen warteten auf das Wahlergebnis in der Hoffnung, dass eine geteilte und zersplitterte Abstimmung im Parlament, in der keine Partei die Mehrheit besitzt, dazu beitragen wird, &bdquo;drastische Reformen abzumildern&ldquo;. Die Konzerne f&uuml;hlten sich zu Unrecht vom neuen Pr&auml;sidenten behandelt, der ihnen die &bdquo;Pl&uuml;nderung von Perus Bodensch&auml;tzen&ldquo; vorgeworfen hatte, und bef&uuml;rchten seine Ank&uuml;ndigung, der Staat solle bis zu <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/elecciones-peru-mineria-idLTAKCN2DN1PW\">70 Prozent der Bergbaugewinne einbehalten<\/a>, um sie in Gesundheits- und Bildungsprogramme, insbesondere in mineralreichen Gebieten mit hoher Armutsrate, zu investieren.<\/p><p>Die internationale Jagd nach Rohstoffen in der Bergkette der Anden und ihren Amazonas-Ausl&auml;ufern betreibt auch ein nahezu illegaler Bergbausektor mit katastrophalen Auswirkungen auf Umwelt und Menschenw&uuml;rde, den ich bereits 2015 mit dem Titel <a href=\"https:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2015\/10\/29\/goldrausch-in-suedamerika-ausbeutung-von-mensch-und-natur\">&bdquo;Goldrausch in S&uuml;damerika: Ausbeutung von Mensch und Natur&ldquo;<\/a> beschrieb. Die skrupellose, sklaven&auml;hnliche Ausbeutung von dahinsterbenden Goldgr&auml;bern in eisigen 6.000 Metern H&ouml;he findet ihr Gewaltpendant in der Repression von Polizei und Milit&auml;r gegen Proteste und Aufst&auml;nde der Kupferminen-Arbeiter, von denen seit 2004 nach offiziellen Angaben mindestens 45 Menschen durch Totschlag oder im Kugelhagel den Tod fanden; allesamt 17 Jahre sp&auml;ter von der Justiz <a href=\"https:\/\/convoca.pe\/agenda-propia\/familias-de-48-peruanos-muertos-en-conflictos-mineros-desde-2004-aun-no-encuentran\">straflos gebliebene T&ouml;tungen<\/a>.<\/p><p>Die Regierung stellt die Interessen der Unternehmen &uuml;ber die der Bev&ouml;lkerung und schafft daf&uuml;r sogar extra Gesetze. Zum Beispiel viel zu lasche Umweltbestimmungen. Grenzwerte f&uuml;r Schadstoffe in Luft, Wasser und B&ouml;den, die es den Bergbau-Unternehmen nicht gerade schwermachen, umso mehr daf&uuml;r aber den Menschen, die in dieser Umgebung leben m&uuml;ssen, berichtete der <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bergbau-in-peru-hunger-nach-rohstoffen-zerstoert-ein-land.724.de.html?dram:article_id=273596\">Deutschlandfunk in einem Feature<\/a> aus dem Jahr 2015. Ein erz&uuml;rnter und k&auml;mpferischer Pater berichtet: &bdquo;Die Kinder hier im Dorf sind bei Gr&ouml;&szlig;e und Gewicht ganz klar unter den Normalwerten, viele sehen aus wie 7 oder 8 Jahre, sind aber fast doppelt so alt. Das liegt daran, dass die meisten Familien hier keine eigenen Wasserleitungen haben und das (vom Bergbau) verseuchte Wasser aus dem Fluss trinken m&uuml;ssen.&ldquo; Horrorgeschichten wie diese grassieren entlang der mehr als 5.000 Kilometer vom Bergbau ausgepl&uuml;nderten Bergkette der Anden von Chile &uuml;ber Bolivien und Peru bis Ecuador.<\/p><p>Im Juni 2014 unterzeichnete die damalige Bundesregierung ein <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/140714-rohstoffpartnerschaft-peru\/263704\">&bdquo;strategisches Rohstoffabkommen&rdquo; mit Peru<\/a>. Ein Jahr sp&auml;ter gr&uuml;ndete die Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer das &bdquo;Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK Peru&rdquo; (gef&ouml;rdert vom BMWi), das die Umsetzung des Rohstoffabkommens koordiniert. Es diene als Plattform f&uuml;r ein k&uuml;nftiges Engagement der deutschen Zulieferwirtschaft auf allen Stufen der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung. F&uuml;r die deutschen rohstoffverarbeitenden Unternehmen er&ouml;ffnet sie Chancen f&uuml;r die Diversifizierung ihrer Rohstoffquellen, hie&szlig; es in einer offiziellen Mitteilung.<\/p><p>Deutsche Hilfswerke und Umweltverb&auml;nde &auml;u&szlig;erten von Anbeginn scharfe Kritik an dieser &bdquo;Partnerschaft&rdquo;. Die Unterzeichnung des Rohstoffabkommens komme zu einem schlechten Zeitpunkt, erkl&auml;rte damals das katholische Hilfswerk <em>Misereor<\/em>. Die peruanische Regierung habe ein Gesetzespaket verabschiedet, das die ohnehin schwache Regulierung des Rohstoffsektors weiter aufweiche. Mit der Unterzeichnung des Abkommens sende die Bundesregierung ein Signal an die peruanische Regierung, das einer Ausweitung des Rohstoffsektors vor dringend notwendigen rechtlichen Regeln Vorrang gebe. Ferner warf Misereor der Bundesregierung mangelnde Transparenz vor: Das Abkommen sei ohne Einbeziehung des peruanischen Kongresses oder der peruanischen Zivilgesellschaft verhandelt worden. W&auml;hrend der Laufzeit des Abkommens gelte es daher, ein &bdquo;transparentes Monitoring der menschenrechtlichen Folgen vorzunehmen und die F&ouml;rderung deutscher Wirtschaftsaktivit&auml;ten an die verbindliche Einhaltung von Menschenrechten zu koppeln&ldquo;.<\/p><p>Die Entwicklungs- und Umweltorganisation <em>Germanwatch<\/em> sparte nicht an scharfer Kritik an der Rohstoffpartnerschaft. &bdquo;Wir m&uuml;ssen trotz gegenteiliger Ank&uuml;ndigungen damit rechnen, dass hier deutsche Rohstoffsicherheit auf Kosten von Menschenrechten und Umwelt durchgesetzt wird&ldquo;, hie&szlig; es. <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/\">Amnesty International<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/\">Survival International<\/a> sorgten sich um die Rechte der indigenen Bev&ouml;lkerung in Peru. F&uuml;r den Abbau wertvoller Mineralien w&uuml;rde den Ureinwohnern Land weggenommen, Sicherheitskr&auml;fte gingen brutal gegen Aktivisten vor.<\/p><p>Rohstoffe aus Peru spielen f&uuml;r die deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle. So kommen fast 25 Prozent der deutschen Kupferkonzentrat-Importe aus dem Andenland, auch Blei, Zinn, Silber und andere Mineralien bezieht Deutschland aus Peru. Sieben Jahre sp&auml;ter w&auml;re es daher an der Zeit, die menschen- und umweltrechtlichen Selbstauflagen des Abkommens kritisch zu &uuml;berpr&uuml;fen und mit der Regierung Pedro Castillo neu auszuhandeln.*<\/p><p>* 30.08.2021 10:30 Uhr: Satz hinzugef&uuml;gt.<\/p><p>Titelbild: cesar loayza acero\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach wochenlangen vergeblichen Wahlannullierungs-Man&ouml;vern der rechtsradikalen und korrupten Opposition unter F&uuml;hrung der Pr&auml;sidentschaftskandidatin Keiko Fujimori wurde der linke Grundschullehrer und Wahlsieger Pedro Castillo Terrones am vergangenen 28. Juli <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TnbT9K_V1FI\">als neuer Staatspr&auml;sident Perus vereidigt<\/a>. Doch kaum einen Monat im Amt, wird das Kabinett des neuen Staatschefs seit Wochen von einer Legitimationskrise gesch&uuml;ttelt, die zeitgleich von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75553\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":75554,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,178,190],"tags":[2760,3079,3058,2047,2061],"class_list":["post-75553","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-ressourcen","category-wahlen","tag-bodenschaetze","tag-castillo-pedro","tag-diffamierung","tag-peru","tag-umweltverschmutzung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/shutterstock_652228945.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/75553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=75553"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/75553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75588,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/75553\/revisions\/75588"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/75554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=75553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=75553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=75553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}