{"id":7556,"date":"2010-11-29T09:32:54","date_gmt":"2010-11-29T08:32:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7556"},"modified":"2010-11-29T09:37:17","modified_gmt":"2010-11-29T08:37:17","slug":"hinweise-des-tages-1275","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7556","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehrheit f&uuml;r versch&auml;rftes Ausl&auml;nderrecht; Schwarz-Gr&uuml;n: Ende eines b&uuml;rgerlich-feuchten Traums; Regierungsauftrag: Entwertung des Bundestages; zu viel Kapital aus Deutschland in Euro-L&auml;nder geflossen; Kanzlerin bewirkt das Gegenteil; Eating the Irish; der Hunger der anderen; Abkehr von der makro&ouml;konomischen Politik; Menschenrechtspolitik; Stuttgart 21; kein gl&uuml;cklicher Auftritt der Ministerin Schr&ouml;der; Au&szlig;enminister hielt Vortrag bei FDP-Gro&szlig;spender; Non Toxic Solar Alliance; Innocence in Danger: Undurchsichtige Finanzen, dubiose Methoden; US-Depeschen &uuml;ber Deutschland; Demokratie durch Medienmacht bedroht; Eskalation im Korea-Konflikt; Gibt Obama jetzt den Clinton?; Universit&auml;ten schlagen Alarm; warum die Wirtschaftswissenschaft die Krise nicht vorhersah; Neven DuMont; Altkanzler Schmidt pro Sarrazin; afrikanisches Desaster; zu guter Letzt: Rente mit 67: von der Leyen korrigiert Gesetz. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Schweiz: Mehrheit f&uuml;r versch&auml;rftes Ausl&auml;nderrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Schwarz-Gr&uuml;n: Ende eines b&uuml;rgerlich-feuchten Traums<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Harald Schumann: Regierungsauftrag: Entwertung des Bundestages<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ifo-Pr&auml;sident Sinn: Zu viel Kapital aus Deutschland in Euro-L&auml;nder geflossen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Robert von Heusinger: Ein Hoch auf diese Regierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Eating the Irish<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Ulrike Herrmann: Der Hunger der anderen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">J. Bradford DeLong: Die Abkehr von der makro&ouml;konomischen Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Menschenrechtspolitik: Geld sagt mehr als tausend Worte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Stuttgart 21: Bef&uuml;rworter und Gegner gleichauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kein gl&uuml;cklicher Auftritt der Ministerin Schr&ouml;der<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Au&szlig;enminister hielt Vortrag bei FDP-Gro&szlig;spender<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die Non Toxic Solar Alliance &ndash; fragw&uuml;rdige Sch&ouml;pfung einer Lobbyagentur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Innocence in Danger: Undurchsichtige Finanzen, dubiose Methoden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">US-Depeschen &uuml;ber Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Blum sieht Demokratie durch Medienmacht bedroht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">IPPPNW: Eskalation im Korea-Konflikt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Gibt Obama jetzt den Clinton?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Universit&auml;ten schlagen Alarm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Gerangel um die Rangliste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Wirklichkeitsverlust &ndash; warum die Wirtschaftswissenschaft die Krise nicht vorhersah<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Trag&ouml;die mit offenem Ende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Altkanzler Schmidt kritisiert Umgang mit Sarrazin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Afrika: Demokratisch ins Desaster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Zu guter Letzt: Rente mit 67: von der Leyen korrigiert Gesetz<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7556&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schweiz: Mehrheit f&uuml;r versch&auml;rftes Ausl&auml;nderrecht<\/strong><br>\nEin Jahr nach dem Bauverbot f&uuml;r Minarette haben in der Schweiz 52,9 Prozent der Stimmberechtigten am Sonntag f&uuml;r eine automatische Ausweisung krimineller und verurteilter Ausl&auml;nder gestimmt. Ein moderaterer Gegenvorschlag von Regierung und Parlament, der eine juristische Einzelfallpr&uuml;fung vorsieht,&nbsp;fiel&nbsp;durch. Er erhielt lediglich 47,1 Prozent der Stimmen.<br>\nDie Initiative f&uuml;r das Gesetzesvorhaben kam von der nationalkonservativen Schweizer Volkspartei (SVP). Sie hatte mit fremdenfeindlichen Plakaten f&uuml;r ihr Vorhaben geworben&hellip;<br>\nNach dem neuen Gesetz soll neben Kapitalverbrechen auch eine Verurteilung wegen Schwarzarbeit oder Sozialhilfebetrugs ausreichen, um ausgewiesen zu werden. Ein Wiedereinreiseverbot soll f&uuml;r einen Zeitraum von f&uuml;nf und 15 Jahren gelten. Das Parlament muss noch eine detaillierte Liste erarbeiten, bei welchen Delikten genau die automatische &ldquo;Ausschaffung&rdquo; &ndash; wie Abschiebung in der Schweiz genannt wird &ndash; greifen soll.<br>\nDie Regierung und auch unabh&auml;ngige Rechtsexperten warnten, dass das neue Gesetz gegen Vertr&auml;ge mit der EU und gegen die Europ&auml;ische Menschenrechtskonvention versto&szlig;e, weil etwa das Alter eines T&auml;ters oder die Menschenrechtslage in dessen Heimatland nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<br>\nDie Schweizer stimmten am Sonntag auch &uuml;ber eine Initiative der Sozialdemokratischen Partei (SP) ab, mit der den Kantonen ein Mindestteuersatz f&uuml;r h&ouml;here Einkommen auferlegt werden&nbsp;sollte, um so einen&nbsp;Niedrig-Steuerwettbewerb zwischen den Gebieten zu verhindern. Diese Initiative wurde allerdings mit 58,5 Prozent der Stimmen abgelehnt.<br>\nIn der Schweiz liegt die Einkommensteuer-Hoheit bei den Kantonen und Gemeinden, die sich zum Teil einen Wettbewerb um die niedrigsten Steuern liefern. Wirtschaftsverb&auml;nde waren gegen die Initiative Sturm gelaufen und bekannte Unternehmer hatten mit Wegzug gedroht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/dw\/article\/0,,6275158,00.html\">Deutsche Welle<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zur Information: Auch in Deutschland sieht die im Jahre 2005 versch&auml;rfte Gesetzeslage je nach Schwere des Deliktes bzw. abh&auml;ngig von der H&ouml;he des Strafmasses die zwingende Ausweisung, die Ausweisung im Regelfall oder eine Ermessens-Ausweisung vor.<br>\nZwingend ausgewiesen werden Ausl&auml;nder, die zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mindestens drei Jahren verurteilt worden sind.<br>\nAusl&auml;nder, die gegen das Bet&auml;ubungsmittelgesetz versto&szlig;en, d.h. Drogen hergestellt oder mit ihnen gehandelt haben, m&uuml;ssen sogar schon bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe ohne Bew&auml;hrung oder zu zwei Jahren Jugendstrafe mit einer zwingenden Ausweisung rechnen. Auch wer wegen Menschenhandel zu einer Freiheitsstrafe ohne Bew&auml;hrung verurteilt wird, muss ausgewiesen werden.<br>\nDas hiesige Gesetz sieht allerdings einen besonderen Schutz vor Ausweisung f&uuml;r Menschen vor, die schon lange in Deutschland leben oder mit einem deutschen Staatsb&uuml;rger verheiratet sind. Per Gesetz verboten ist au&szlig;erdem die Abschiebung in Staaten, in denen das Leben oder die Freiheit der Betroffenen bedroht ist.<br>\nUnd machen wir uns nichts vor, nach der &bdquo;Sarrazin-Debatte&ldquo; w&uuml;rde vermutlich eine solche Abstimmung bei uns nicht viel anders aussehen.<br>\nViel Grund zur &Uuml;berheblichkeit gegen&uuml;ber den Schweizern besteht also nicht.<br>\nVor dem Gesetz, also auch vor dem Strafgesetz sind alle gleich. Nur die Ausl&auml;nder sind gleicher, sie m&uuml;ssen nicht mehr in der Schweiz ihre Strafe &bdquo;abb&uuml;&szlig;en&ldquo;, sondern werden einfach &bdquo;ausgeschafft&ldquo; und anderen L&auml;nder vor die T&uuml;r gesetzt, sei es, dass sie dort laufen gelassen werden oder (Menschenrechte hin oder her) aber gefoltert werden oder sei es, dass sie am n&auml;chsten Tag mit einem anderen Pass in ein Nachbarland (und vielleicht sogar wieder in die Schweiz) einreisen.<br>\nDie Schweiz sch&uuml;tzt zwar ausl&auml;ndische Steuerhinterzieher und Leute, die um Steuer zu hinterziehen dort ihren Wohnsitz nehmen, aber Sozialhilfebetr&uuml;ger sollen ausgeschafft werden.<br>\nOffenbar schafft es der Rechtspopulismus in ganz Europa die Sorge der Menschen wegen der Krise auf den S&uuml;ndenbock &bdquo;Ausl&auml;nder&ldquo; abzuladen. Auf &auml;hnliche Forderungen wie in der Schweiz wird man bei uns nicht lange warten m&uuml;ssen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Schwarz-Gr&uuml;n: Ende eines b&uuml;rgerlich-feuchten Traums<\/strong><br>\nDas schwarz-gr&uuml;ne Experiment in Hamburg ist gescheitert. Die Gr&uuml;nen haben die Koalition aufgek&uuml;ndigt und streben Neuwahlen an; da die SPD sich ebenfalls daf&uuml;r ausgesprochen hatte d&uuml;rfte es wahrscheinlich sein, dass es auch zu diesen kommt. Mit dem Hamburger B&uuml;ndnis endet auch die nun zwei Jahre andauernde Feuilleton-Euphorie &uuml;ber die Idee einer Koalition zwischen schwarzen Christdemokraten und gr&uuml;nen Gr&uuml;nen. Die Idee war von Anfang an eine Totgeburt, zum Leben erwacht einzig und allein durch das andauernde Hochschreiben in der Presse&hellip;<br>\nSie (die Gr&uuml;nen) haben ihre potentielle W&auml;hlerschaft verdoppelt, denn es geh&ouml;rt zu den Absurdit&auml;ten des deutschen Politikbetriebes, dass sie ganz egal was sie tun &ldquo;authentisch&rdquo; bleiben. Sie k&ouml;nnen Hartz-IV ohne Widerrede mittragen und nun den Ausbau des Sozialstaats fordern, niemand macht sie auch nur darauf aufmerksam. In der SPD st&uuml;rzte ein Vorsitzender &uuml;ber die Ausweitung des ALG-I f&uuml;r sechs Monate&hellip;<br>\nMan sollte sich nicht so sehr auf die Gr&uuml;nen als neue Modeerscheinung versteifen, sondern lieber die SPD unter die Lupe nehmen. Die Chancen sind gut, dass in den kommenden Landtagswahlen und in der Bundestagswahl 2013 nicht die Gr&uuml;nen das Z&uuml;nglein an der Waage sein werden, sondern die SPD. Anders als die Gr&uuml;nen kann sie zwar auch nicht wirklich mit der CDU, ohne ihre W&auml;hler zu befremden, nur st&ouml;rt dies die Seeheimer nicht. In den letzten Jahren haben die rechten Sozialdemokraten mehrfach bewiesen, dass sie bereit sind, mit dem Beelzebub ins Bett zu steigen, um ihre Interessen durchzusetzen. Es ist derzeit v&ouml;llig unabsehbar, wo die Partei in sechs Monaten sein wird, geschweige denn in den drei Jahren bis 2013. Die Gr&uuml;nen dagegen d&uuml;rften da leichter einzusch&auml;tzen sein. Das ist eigentlich nur f&uuml;r das Feuilleton eine schlechte Nachricht, das sich nun einen anderen feuchten Traum suchen muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oeffingerfreidenker.blogspot.com\/2010\/11\/ende-eines-burgerlich-feuchten-traums.html\">Oeffinger Freidenker<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Harald Schumann: Regierungsauftrag: Entwertung des Bundestages<\/strong><br>\nIm Eilverfahren peitschte da die Regierungskoalition das sogenannte &ldquo;Restrukturierungsgesetz&rdquo; durch. Es regelt das Verfahren, wie die Regierung und ihre Beh&ouml;rden bei den n&auml;chsten Finanzkrisen mit insolventen Banken umgehen sollen, die man wegen ihrer Gr&ouml;&szlig;e und Vernetzung mit anderen Geldh&auml;usern nicht einfach in Konkurs gehen lassen kann. Die Aufsichtsbeh&ouml;rden k&ouml;nnen damit fr&uuml;her eingreifen als bisher und k&ouml;nnen notfalls auch gegen den Willen des Managements eine Aufspaltung oder Abwicklung der Bank erzwingen. Ob das Verfahren im Krisenfall tats&auml;chlich eine Wiederholung der chaotischen und f&uuml;r die Steuerzahler &auml;u&szlig;erst kostspieligen Bankenrettung wie im Herbst 2008 verhindern w&uuml;rde, ist alles andere als klar.<br>\nAber immerhin soll es k&uuml;nftig einen staatlich verwalteten Fonds f&uuml;r den Notfall geben, der &uuml;ber Abgabezahlungen von den Banken selbst mit 70 Milliarden Euro gef&uuml;llt werden soll.<br>\nAllein, die Abgabe ist so niedrig eingesetzt, dass es bis zu 70 Jahre dauern wird, bis die Summe tats&auml;chlich einbezahlt ist. Weil die n&auml;chste Bankenpleite aber schon morgen geschehen kann, erteilt das Gesetz darum der Regierung und ihrer &ldquo;Bundesanstalt f&uuml;r Finanzmarktstabilisierung&rdquo; die Vollmacht, auch k&uuml;nftig mal eben bis zu 20 Milliarden Euro Kredit f&uuml;r Kapitalhilfen an Banken aufzunehmen und zudem f&uuml;r bis zu 100 Milliarden Euro ausstehender Verpflichtungen der Krisenbanken mit B&uuml;rgschaften zu garantieren. De facto wird so das das seinerzeit im Hauruckverfahren etablierte Prinzip der Bankenrettung kurzerhand verewigt, wenn auch in leicht abgewandelter Form.<br>\nMag schon dieses Konzept fragw&uuml;rdig sein, so kommt der Umgang der Abgeordneten der Regierungskoalition mit dem Verfahren einer Verh&ouml;hnung der Demokratie gleich. Denn sie setzten durch, dass der Bundestag genau wie bisher keine M&ouml;glichkeit haben wird, &uuml;ber die Milliardenzahlungen zum Freikauf der Gl&auml;ubiger &uuml;berschuldeter Banken und zu Lasten der Steuerzahler selbst zu entscheiden. Auch k&uuml;nftig m&uuml;ssen der Finanzminister oder seine Staatssekret&auml;re und die Leiter der Bankenrettungsanstalt lediglich ein machtloses Gremium aus neun Abgeordneten des Haushaltausschusses &uuml;ber ihre Aktionen unterrichten. Da d&uuml;rfen die Volksvertreter zwar Fragen stellen, aber zu entscheiden haben sie nichts. Schlimmer noch: Selbst wenn sie Einw&auml;nde haben oder gar von der unzul&auml;ssigen Beg&uuml;nstigung einzelner Finanzinstitute oder deren Gl&auml;ubiger erfahren, d&uuml;rfen sie das Parlament und ihre W&auml;hler nicht dar&uuml;ber informieren.<br>\nSt&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck begibt sich der Bundestag so seines wichtigsten Rechts, der Kontrolle &uuml;ber die Ausgaben Staates durch gew&auml;hlte Vertreter. Wer solcherart eines der zentralen Prinzipien der Demokratie st&auml;ndig mit F&uuml;ssen tritt, der darf sich &uuml;ber die zunehmende Abkehr der B&uuml;rger von den Parlamenten und ihren Abgeordneten nicht beklagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/regierungsauftrag-entwertung-des-bundestages\/3358500.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ifo-Pr&auml;sident Sinn: Zu viel Kapital aus Deutschland in Euro-L&auml;nder geflossen<\/strong><br>\nIn den vergangenen zehn Jahren sind zwei Drittel der deutschen Ersparnisse ins Ausland geflossen und wurden dort angelegt. Nur ein Drittel ist hierzulande in Fabriken, Maschinen, Schulen oder Stra&szlig;en investiert worden.<br>\nDie Banken haben unsere Ersparnisse der inl&auml;ndischen Verwendung f&uuml;r neue Arbeitspl&auml;tze entzogen und nehmen uns jetzt in Geiselhaft, weil ihre Kunden nicht zur&uuml;ckzahlen. Wenn wir nicht b&uuml;rgen, hei&szlig;t es, bricht die Welt zusammen (&hellip;)<br>\nEs wird immer von 130 Milliarden Euro geredet; so hoch seien die Forderungen der deutschen Banken, die angeblich gef&auml;hrdet sind. Davon sind aber 100 Milliarden Euro Forderungen der Banken gegen&uuml;ber ihren eigenen Zweckgesellschaften, die in Irland sitzen. Die haben ihr Geld in der weiten Welt investiert und mit den irischen Problemen gar nichts zu tun&hellip;<br>\nWegen der Kapitalexporte befand sich Deutschland in den vergangenen Jahren in einer so langen Flaute. Viele denken, wir seien die Gewinner des Euro. Das stimmt leider &uuml;berhaupt nicht. Deutschland kam durch die gewaltigen Kapitalverluste in eine Stagnation, die vor allem den Lohnbeziehern Opfer abverlangt hat und die Gesellschaft in eine Krise hineintrieb.<br>\nQuelle: Welt Online\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wo Sinn Recht hat, hat er Recht.  Er sollte sich nur einmal die Frage stellen, warum in Deutschland so viel Kapital gebildet werden konnte, das in die Euro-L&auml;nder abflie&szlig;en konnte. Die Ersparnisse haben gewiss nicht die normalen Arbeitnehmer gebildet, es waren &uuml;berwiegend die Gewinne, die durch Lohndumping und Steuersenkungswahn ins Ausland abgeflossen sind und hier f&uuml;r die Binnennachfrage gefehlt haben.<br>\nAber auf diese Frage kann jemand nicht kommen, in dessen &ouml;konomischem Weltbild die Nachfrage der privaten Konsumenten (also der Masse der Arbeitnehmer) keinerlei Rolle spielt, und die Unternehmen alles in der Wirtschaft alleine machen: konsumieren, investieren und exportieren. Doof nur wenn sie nicht bei uns investieren und konsumieren, dann haben wir halt hier eine Flaute. <\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Deutschland verbrennt sein Verm&ouml;gen im Ausland<\/strong><br>\nFast eine Billion Euro an Verm&ouml;gen haben deutsche Unternehmen seit 2003 im Ausland angeh&auml;uft. Die H&auml;lfte davon hat sich verfl&uuml;chtigt.<br>\n&Uuml;ber Jahrzehnte haben die deutschen Unternehmen das gemacht, was ihre Aufgabe ist: Sie haben zus&auml;tzlich zu ihren einbehaltenen Gewinnen Finanzmittel aufgenommen f&uuml;r die Realkapitalbildung, ihre Netto-Investitionen waren immer h&ouml;her als ihr Sparen, sie hatten daher ein Finanzierungsdefizit.<br>\nDas &auml;nderte sich ab 2003: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie als Folge sinkender Reall&ouml;hne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem Ma&szlig; zu erh&ouml;hen, akkumulierten die Unternehmen Finanzkapital: Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungs&uuml;bersch&uuml;sse. Diese legten sie prim&auml;r in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.<br>\nDie &Uuml;bersch&uuml;sse Deutschlands mussten nat&uuml;rlich im Ausland angelegt werden. Der gr&ouml;&szlig;te Teil wurde nicht in Realverm&ouml;gen (Direktinvestitionen) angelegt, sondern in ausl&auml;ndische Finanztitel: In den Jahren 2004 bis 2009 kumulierte sich die j&auml;hrlichen Zufl&uuml;sse an Nettofinanzverm&ouml;gen im Ausland auf 982 Mrd. Euro. Der Bestandswert des angeh&auml;uften Nettofinanzverm&ouml;gens lag Ende 2009 aber nur 527 Mrd. Euro &uuml;ber dem Wert von 2003. Wie erkl&auml;rt sich der Schwund? Hauptursachen f&uuml;r die Verfl&uuml;chtigung von 455 Mrd. Euro waren die von den Banken angekauften Schrottpapiere, aber auch Bewertungsverluste durch Dollar-Abwertung und Aktienkursverfall (&hellip;)<br>\nDie verbliebenen &ldquo;Gutschriften f&uuml;r Export&uuml;bersch&uuml;sse&rdquo; sind &uuml;berwiegend bei ausl&auml;ndischen Banken sowie in Staatsanleihen angelegt, zu einem gro&szlig;en Teil in den Defizitl&auml;ndern des Euro-Raums. Auch sie werden sich verfl&uuml;chtigen (&hellip;)<br>\nVorl&auml;ufig wird einmal gehofft: Wenn Irland den Rettungsfonds in Anspruch nimmt, werden sich die M&auml;rkte schon wieder beruhigen.<br>\nWahrscheinlicher ist: Die Zinsen bleiben untragbar hoch, und zus&auml;tzlich kommen Portugal und Spanien dran. Denn f&uuml;r die Finanzalchemisten ist es lukrativ, sich bei der EZB Geld zu einem Prozent zu leihen, damit Staatsanleihen zu acht Prozent zu kaufen und auf weiteren Rettungsma&szlig;nahmen zu bestehen, mit dem Argument, die Risiken w&auml;ren viel zu hoch f&uuml;r das Gesamtsystem &ndash; und f&uuml;r die eigenen Gewinne, beides ist fast das Gleiche geworden (&hellip;)<br>\nFazit: Will ein Exportweltmeister die Fr&uuml;chte seiner Anstrengungen genie&szlig;en, so muss er mehr importieren, will er einen Teil der Schuld des Auslands zur&uuml;ckbekommen, dann muss er ein Defizit in der Leistungsbilanz zustande bringen &ndash; undenkbar f&uuml;r deutsche Eliten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/exportueberschuesse-deutschland-verbrennt-sein-vermoegen-im-ausland;2699960\">Handelsblatt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Ein Hoch auf diese Regierung<\/strong><br>\nWie hat es Angela Merkel geschafft, der deutschen Wirtschaft einen so vorz&uuml;glich niedrigen Wechselkurs zu zaubern? Sie hat einfach der ganzen Welt gezeigt, wie unglaublich wackelig die Konstruktion der W&auml;hrungsunion ist. Sie hat im M&auml;rz und April die Investoren und Spekulanten aus dem D&auml;mmerschlaf gerissen, als sie immer wieder betonte, Griechenland k&ouml;nne auch pleitegehen, Griechenland bek&auml;me alles, nur keine Hilfen aus Deutschland.<br>\nOberfl&auml;chliche Gem&uuml;ter (auch ich) haben das zun&auml;chst mit der Wahl in NRW in Verbindung gebracht. Aber heute wissen wir, dass es kalkulierte Makropolitik war. Schauen Sie nur auf den Dollar\/Euro-Kurs. Er rasselte im Fr&uuml;hjahr bis auf 1,20 in die Tiefe, weil alle Welt glaubte, das letzte St&uuml;ndlein des Euro habe geschlagen. Doch dann floss doch Geld f&uuml;r Griechenland, der Rettungsschirm wurde aus der Taufe gehoben, die Zentralbank durfte Anleihen kaufen. Alles Dinge, die sich ein strammer deutscher Ordnungspolitiker beim Abschluss meiner Wachstumswette im November 2009 nicht h&auml;tte vorstellen k&ouml;nnen. Aber gut, so pragmatisch ist sie halt unsere Angela Merkel.<br>\nAls dann der Fed-Chef Ben Bernake im Oktober sein irres Programm zur quantitativen Lockerung Nummer zwei auflegte und der Euro wieder &uuml;ber 1,40 Dollar sprang, da legte die Kanzlerin nach. Sie wolle einen dauerhaften Krisenmechanismus installieren, die privaten Gl&auml;ubiger m&uuml;ssten zur Kasse gebeten werden, am besten alles bis 2013. Das hat sie das erste Mal f&uuml;r alle Anleger h&ouml;rbar in Deauville verk&uuml;ndet (mit Sarkozy). Seither tobt die Euro-Krise wieder, aber der Euro hat zehn Cent abgegeben. Zehn Cent, die die heimischen Autobauer, Maschinenbauer, und all die anderen Exporteure gut gebrauchen k&ouml;nnen. Mag sich der Fed-Chef schwarz &auml;rgern, gegen&uuml;ber dem Euro wird der Dollar nicht schw&auml;cher.<br>\nUnd der grandiose Nebeneffekt dieses Heraufbeschw&ouml;rens der Euro-Krise sind die rekordniedrigen Zinsen&hellip;<br>\nDas verunsicherte Kapital aus Irland, Portugal, Spanien, Griechenland flieht in Bundesanleihen &ndash; und h&auml;lt hierzulande die Zinsen so niedrig, wie sie noch nie waren.<br>\nTopp, die Wette gilt: Die deutsche Wirtschaft w&auml;chst 2011 um 2,5 Prozent und mehr &ndash; und m&ouml;gen die B&uuml;rger Griechenlands, Irlands, Portugals und Spaniens noch so leiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2010\/11\/25\/ein-hoch-auf-diese-regierung_2557\">Zeit Online Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Eating the Irish<\/strong><br>\nWhat we need now is another Jonathan Swift. Most people know Swift as the author of &ldquo;Gulliver&rsquo;s Travels.&rdquo; But recent events have me thinking of his 1729 essay &ldquo;A Modest Proposal,&rdquo; in which he observed the dire poverty of the Irish, and offered a solution: sell the children as food. &ldquo;I grant this food will be somewhat dear,&rdquo; he admitted, but this would make it &ldquo;very proper for landlords, who, as they have already devoured most of the parents, seem to have the best title to the children.&rdquo;<br>\nO.K., these days it&rsquo;s not the landlords, it&rsquo;s the bankers &mdash; and they&rsquo;re just impoverishing the populace, not eating it. But only a satirist &mdash; and one with a very savage pen &mdash; could do justice to what&rsquo;s happening to Ireland now.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/11\/26\/opinion\/26krugman.html?partner=rssnyt&amp;emc=rss\">The New York Times<br>\n<\/a>\n<p>Kommentar Roger Strassburg: <a href=\"http:\/\/community.nytimes.com\/comments\/www.nytimes.com\/2010\/11\/26\/opinion\/26krugman.html?sort=recommended\">Siehe Ziffer 56<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Der Hunger der anderen<\/strong><br>\nDie Frage ist verzwickt und wird doch millionenfach gestellt: Wo blo&szlig; lassen sich die eigenen Ersparnisse noch sicher anlegen, wenn selbst Staaten in den Bankrott steuern? Griechenland ist pleite, Irland auch, und bald d&uuml;rfte Portugal EU-Hilfen beantragen. Die Finanzkrise ist nicht vorbei, sondern bedroht die R&uuml;cklagen eines jeden. Doch Trost ist nah. Es geh&ouml;rt zu den Wundern dieser Finanzkrise, dass es in Zeiten der allgemeinen Ratlosigkeit nie an Ratgebern fehlt. Zu einer Institution ist der Bestsellerautor Max Otte geworden. Mit seiner von ihm sogar patentierten &ldquo;K&ouml;nigsanalyse&rdquo; gibt er auch folgende Anweisung: Kaufen Sie Ackerland! &ldquo;Der Adel ist damit ja auch &uuml;ber die Jahrzehnte und Jahrhunderte ganz gut gefahren.&rdquo; Diese Selbst-Nobilitierung durch Boden-Akquise hat nicht nur Max Otte entdeckt. Weltweit kaufen die Kapital-Investoren B&ouml;den auf. Legend&auml;r sind die Chinesen, die sich in Afrika mit Fl&auml;chen versorgen. Aber auch in Deutschland erf&auml;hrt das Land eine ganz neue Wertsch&auml;tzung, die sich nicht nur auf die Landlust-Leser beschr&auml;nkt.<br>\n&ldquo;B&ouml;rse-Online&rdquo;, nie um eine Umfrage verlegen, hat daher 70 Fachmakler befragt. Das Ergebnis wurde in der vergangenen Woche pr&auml;sentiert und zeigt einmal mehr, dass die deutschen &Auml;cker zum Spekulationsobjekt geworden sind: Die meisten Fl&auml;chen werden nicht mehr von Landwirten gekauft &ndash; sondern von Finanzinvestoren. 85 Prozent der K&auml;ufer gaben an, sich gegen eine m&ouml;gliche Inflation absichern zu wollen. Daher &ldquo;suchten&rdquo; sie nach einem &ldquo;Sachwert&rdquo;. Jeweils 40 Prozent wollten vom Boom bei den Agrarrohstoffen profitieren oder aber ihr &ldquo;Portfolio diversifizieren&rdquo;. &Uuml;brigens muss man nicht unbedingt einen Acker kaufen, um mit Lebensmitteln zu spekulieren. Es reicht v&ouml;llig, sich an Nahrungsmittelkonzernen zu beteiligen. Max Otte r&auml;t in seinem neuesten Buch gleich mehrfach dazu, sich Nestl&eacute;-Aktien ins Depot zu legen, die f&uuml;r ihn &ldquo;die sicherste und beste Aktie der Welt&rdquo; ist. Es ist also naheliegend, dass eine neue Blase entsteht &ndash; eine Ackerblase. Wie alle Blasen w&uuml;rde sie sich selbst verst&auml;rken. Wenn sich immer mehr Investoren f&uuml;r Agrarland interessieren, wird es automatisch teurer, und diese &ldquo;Wertsteigerung&rdquo; &uuml;berzeugt dann weitere Anleger, dass es sich um &ldquo;goldenen Boden&rdquo; handelt, den man unbedingt erwerben muss. Wie jede Blase w&uuml;rde auch eine Acker-Blase platzen. Aber das ist kein Grund zur Schadenfreude. Denn solange sich die Blase aufpumpt, w&uuml;rden weltweit die Lebensmittelpreise steigen &ndash; und ausgerechnet am Hunger der Armen wollen die neuen Agrarinvestoren verdienen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F11%2F26%2Fa0096&amp;cHash=ceaacf832b\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>J. Bradford DeLong: Die Abkehr von der makro&ouml;konomischen Politik<\/strong><br>\nWie konnte es soweit kommen? Wie kann es sein, dass in den USA eine gro&szlig;e politische Bewegung &ndash; die Tea Party &ndash; existiert, die f&uuml;r eine ultraharte W&auml;hrungspolitik eintritt, wenn es keine Hartw&auml;hrungslobby gibt, deren Verm&ouml;gen auf dem Spiel steht? Wie kann es sein, dass sich in den USA die Arbeitslosen und die, die Angst haben, zur n&auml;chsten Welle der Arbeitslosen zu geh&ouml;ren, nicht ins W&auml;hlerverzeichnis eintragen lassen? Warum haben die Politiker keine Angst vor ihrem Unwillen? Und es stellen sich auch jede Menge wirtschaftliche Fragen. Warum werden die Grunds&auml;tze der Bestimmung des Nominaleinkommens, die, wie ich dachte, seit 1829 weitestgehend feststehen, jetzt in Frage gestellt? Warum wird die Vorstellung (die M&auml;nner wie John Maynard Keynes, Milton Friedman, Knut Wicksell, Irving Fisher und Walter Bagehot alle teilten), dass die Regierungen strategisch auf den Finanzm&auml;rkten intervenieren m&uuml;ssen, um die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben zu stabilisieren, jetzt bestritten?<br>\nKlar ist inzwischen, dass die rechtsgerichteten Gegner der Politik der Obama-Regierung nicht den Einsatz finanzpolitischer Ma&szlig;nahmen zur Stabilisierung der nominalen Ausgaben ablehnen. Sie lehnen vielmehr bereits den Gedanken ab, dass die Regierung versuchen sollte, eine stabilisierende makro&ouml;konomische Rolle zu spielen. Der Fluss gesamtwirtschaftlicher Ausgaben ist heute niedrig. Daher wirkt US-Notenbankchef Ben Bernanke darauf hin, dass die Fed diesen Fluss ankurbelt, indem sie durch Kauf von Staatsanleihen, auf die Zinsen anfallen, im Tausch gegen unverzinstes Bargeld den Mix privat gehaltener Verm&ouml;genswerte ver&auml;ndert. Das ist eine absolute g&auml;ngige Vorgehensweise. Der kleine Unterschied ist nur, dass die Fed siebenj&auml;hrige Schatzanleihen kauft statt solcher mit einer Laufzeit von drei Monaten. Sie hat keine Wahl: Die k&uuml;rzeste Laufzeit, f&uuml;r die Zinsen gezahlt werden, sind bei Schatzanleihen heute sieben Jahre. Die Fed kann die kurzfristigen Zinsen nicht unter null senken, also versucht sie, durch diese Politik der &bdquo;quantitativen Lockerung&ldquo; die l&auml;ngerfristigen Zinsen zu dr&uuml;cken. Doch Amerikas Rechte lehnt dies ab. Ihre Gr&uuml;nde bleiben weitgehend im Dunkeln: Welche Einw&auml;nde bestehen auf der Ebene der Wirtschaftstheorie gegen die quantitative Lockerung? Geschwafel, wonach die Federal Reserve die W&auml;hrung manipuliert und &uuml;berm&auml;&szlig;ige Risiken eingeht, ist keine Antwort wert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/delong108\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Menschenrechtspolitik: Geld sagt mehr als tausend Worte<\/strong><br>\nSchwarz-gelbe Streichliste: Kanzlerin Angela Merkel und Au&szlig;enminister Guido Westerwelle predigen immer und &uuml;berall die Menschenrechte &ndash; und k&uuml;rzen die Hilfe daf&uuml;r besonders rabiat zusammen. Die Zahlen sind best&uuml;rzend.<br>\nWesterwelle streicht die finanzielle F&ouml;rderung der Menschenrechtsarbeit im Rahmen der sogenannten Internationalen Demokratisierungshilfe nahezu auf die H&auml;lfte zusammen. Das ist emp&ouml;rend, weil jeder Kundige wei&szlig;, ob er nun im Ausw&auml;rtigen Amt, dem Ministerium f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit, in den beteiligten Bundestagsaussch&uuml;ssen oder in einer unserer vielen international engagierten nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen t&auml;tig ist, dass gerade auf diesem Gebiet mehr angesto&szlig;en und durchgesetzt werden muss, wenn Deutschland &uuml;ber die Entwicklung einer gerechten und menschlichen globalen Ordnung mehr als lediglich plaudern&nbsp;will<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/schwarz-gelb-menschenrechtspolitik-geld-sagt-mehr-als-tausend-worte-1.1027963%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wozu auch noch Menschenrechts&ldquo;politik&ldquo;, schlie&szlig;lich soll doch nach zu Guttenberg die Bundeswehr f&uuml;r die Durchsetzung der Menschenrechte sorgen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stuttgart 21: Bef&uuml;rworter und Gegner gleichauf<\/strong><br>\nF&uuml;r jeden zweiten Baden-W&uuml;rttemberger ist es das mit Abstand wichtigste Problem des Landes: Stuttgart 21. Das zeigt das aktuelle Politbarometer Extra. Bef&uuml;rworter und Gegner des Projekts sind etwa gleich stark vertreten.<br>\nWenige Tage vor Abschluss der Schlichtungsgespr&auml;che wird der Umbau in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof von 40 Prozent aller Wahlberechtigten in Baden-W&uuml;rttemberg bef&uuml;rwortet und von 39 Prozent abgelehnt (egal \/ wei&szlig; nicht: 21 Prozent). Bei den Wahlberechtigten in der Region Stuttgart sprechen sich 44 Prozent daf&uuml;r aus und 40 Prozent sind dagegen (egal \/ wei&szlig; nicht: 16 Prozent). Die Gegner begr&uuml;nden ihre Ablehnung vor allem (28 Prozent) mit den Kosten, zw&ouml;lf Prozent halten das Projekt f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig und jeweils f&uuml;nf Prozent nennen den Naturschutz, technische Bedenken oder fehlende Transparenz der Entscheidung als Gr&uuml;nde.<br>\nRund vier Monate vor der Landtagswahl in Baden-W&uuml;rttemberg kommt die CDU in der Politbarometer-Projektion auf 39 Prozent, die SPD erreicht lediglich 19 Prozent. Die Gr&uuml;nen werden mit 26 Prozent klar zweitst&auml;rkste politische Kraft, die FDP kommt auf f&uuml;nf Prozent, die Linke auf vier Prozent und verschiedene andere Parteien zusammen auf sieben Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/politbarometer.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/14\/0,1872,8146638,00.html\">ZDF Politbarometer<\/a>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Stuttgart 21: Eine Einigung scheint in weiter Ferne<\/strong><br>\nDie Kosten f&uuml;r &ldquo;Stuttgart 21&rdquo; sorgen zwischen Gegnern und Bef&uuml;rwortern des Bahnprojekts ebenso f&uuml;r Streit wie m&ouml;gliche Ausstiegskosten und die Leistungsf&auml;higkeit des geplanten Bahnhofs. Trotzdem sind die Schlichtungsgespr&auml;che nun beendet. Heiner Gei&szlig;ler verk&uuml;ndet seinen Schiedsspruch am Dienstag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/bahnprojekt-stuttgart-21-eine-einigung-scheint-in-weiter-ferne-1628347.html\">stern.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kein gl&uuml;cklicher Auftritt der Ministerin Schr&ouml;der<\/strong><br>\nDer &ldquo;Wiesbadener Kurier&rdquo; hatte es am Freitag aus erster Hand. Die Bundesfamilienministerin beklagt, dass muslimische Jugendliche deutlich gewaltbereiter als andere seien. Dies sei das Ergebnis von zwei neuen Studien.<br>\nBei der Pr&auml;sentation der Studien ein paar Stunden sp&auml;ter in Berlin klang es dann schon ein wenig anders, was zu nicht geringer Verwirrung der anwesenden Journalisten f&uuml;hrte. Denn die Studien, und vor allem ihre Autoren und Autorinnen, sind zu ganz anderen Schl&uuml;ssen gekommen.<br>\nF&uuml;r den Zusammenhang von Islam und Gewaltbereitschaft gebe es keine &ldquo;belastbaren Zahlen&rdquo;, meint einer der Wissenschaftler.&nbsp; Ursache f&uuml;r erh&ouml;hte Gewaltbereitschaft seien meist mangelnde Bildung, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit und &ldquo;gewaltlegitimierende M&auml;nnlichkeitsnormen&rdquo;. Dies trifft aber auf muslimische wie nichtmuslimische Jugendliche zu. Bei russischen Zuwanderern sei die Gewaltbereitschaft wesentlich h&ouml;her als bei muslimischen, auch dieses Ergebnis einer der vorgelegten Studien widerspricht der These, der Islam f&uuml;hre mit direkter Konsequenz zum gewaltt&auml;tigen Machokult.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zdf.de\/zdfdasblog\/2010\/11\/kein-glucklicher-auftritt-der.html\">heute.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu: 40 Menschen im September infolge politisch rechts motivierter Straftaten verletzt. Im September dieses Jahres sind in Deutschland insgesamt 40 Menschen infolge politisch rechts motivierter Straftaten verletzt worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17\/3774) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17\/3572) hervor. Danach wurden f&uuml;r September 2010 insgesamt 934 solcher Straftaten gemeldet, darunter 45 Gewalttaten und 668 Propagandadelikte. Bei 118 Straftaten konnte den Angaben zufolge ein fremdenfeindlicher Hintergrund festgestellt werden. 176 Straftaten wurden laut <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_11\/2010_388\/03.html\">Vorlage der Kategorie &rdquo;Hasskriminalit&auml;t&ldquo; zugeordnet<\/a>.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_11\/2010_388\/04.html\">Fast 200 antisemitische Straftaten im dritten Quartal 2010<\/a><br>\n<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Au&szlig;enminister hielt Vortrag bei FDP-Gro&szlig;spender<\/strong><br>\nDie Deutsche Verm&ouml;gensberatung AG (DVAG) und ihre Tochtergesellschaft &ldquo;Allfinanz&rdquo; sind seit Jahren bedeutende Gro&szlig;spender von CDU und FDP. Allein in den Jahren 2000 bis 2009 flossen nach Angaben des Portals parteispenden.unklarheiten.de 1.558.971 Euro an die beiden Parteien, wovon die CDU etwa zwei Drittel erhielt und die Liberalen das &uuml;brige Drittel.<br>\nNun hat die FDP erneut eine Spende von der DVAG erhalten, die insgesamt dritte seit Juli diesen Jahres. Am 9. November gingen 60.000 Euro auf dem FDP-Konto ein, zuvor waren es 65.000 Euro (August) und 75.000 Euro (Juli) gewesen. Vor dem Hintergrund der Gro&szlig;spenden an die Liberalen ger&auml;t nun eine DVAG-Veranstaltung vom 23. Februar 2010 ins Blickfeld, zu der das Unternehmen 15.000 ihrer Verm&ouml;gensberater in die K&ouml;lner Lanxess-Arena eingeladen hatte.<br>\nAuf Facebook feiert die DVAG ihren &ldquo;Verm&ouml;gensberatertag&rdquo; begeistert als die &ldquo;gr&ouml;&szlig;te nicht-&ouml;ffentliche Veranstaltung des Jahres&rdquo;, im Unternehmensblog ist von einer &ldquo;unschlagbaren&rdquo; Ansammlung von Ehreng&auml;sten die Rede.<br>\nDen pr&auml;gendsten Eindruck hinterlie&szlig; allerdings jemand anderes: Guido Westerwelle.<br>\nDieser war als &ldquo;Au&szlig;enminister der Bundesrepublik Deutschland&rdquo; gekommen, wie DVAG-Vorstandsmitglied Helge Lach im Unternehmensblog schreibt. Als solcher habe Westerwelle &ldquo;eindrucksvoll unterstrichen, wie wichtig es ist, dass sich in unserem Land Leistung lohnen muss&rdquo;.<br>\nMan fragt sich allerdings schon, warum ein Bundesau&szlig;enminister und Vizekanzler bei einem von Johannes B. Kerner moderierten Firmenevent, bei dem ansonsten zahlreiche Werbepartner des Unternehmens auftreten, 15.000 anwesenden Verm&ouml;gensberatern &ldquo;seine Positionen&rdquo; verdeutlicht.<br>\n&ldquo;Gro&szlig;er Beifall&rdquo; schl&auml;gt dem Au&szlig;enminister und Vizekanzler laut DVAG-Brosch&uuml;re sp&auml;ter auch f&uuml;r seine Rede entgegen. &ldquo;Leistung&rdquo;, so Westerwelle, &ldquo;muss sich lohnen. Leistung muss gef&ouml;rdert werden. Ein Land kann sich Sozialleistungen f&uuml;r die Schw&auml;cheren nur dann leisten, wenn die anderen dies erwirtschaften. Sie als Verm&ouml;gensberater und selbstst&auml;ndige Unternehmer sind erstes Vorbild, wenn es darum geht, Leistung zu zeigen. Und Ihr Unternehmen, die Deutsche Verm&ouml;gensberatung, macht wie kaum ein anderes Unternehmen vor, wie Leistung gef&ouml;rdert und honoriert wird. Deshalb sind Sie alle so erfolgreich.&rdquo;&hellip;\n<p>Die j&uuml;ngsten DVAG-Spenden an CDU und FDP erfolgten im zeitlichen Umfeld einer Gesetzesinitiative, mit der die Bundesregierung den Anlegerschutz st&auml;rken will. Vor eineinhalb Jahren klagte DVAG-Gr&uuml;nder Reinfried Pohl, sein Unternehmen werde immer st&auml;rker durch politische Vorgaben beeintr&auml;chtigt (&hellip;)<br>\nDie Deutsche Verm&ouml;gensberatung AG sch&uuml;ttet in zehn Monaten 400.000 Euro an die Regierungsparteien aus. Und der Au&szlig;enminister der Bundesrepublik Deutschland ist Ehrengast beim DVAG-&rdquo;Verm&ouml;gensberatertag&rdquo; und legt seine Positionen zum Thema &ldquo;Leistung&rdquo; dar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2010\/11\/26\/ausenminister-hielt-vortrag-bei-fdp-grosspender\/\">abgeordnetenwatch.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Non Toxic Solar Alliance &ndash; fragw&uuml;rdige Sch&ouml;pfung einer Lobbyagentur<\/strong><br>\nIn Br&uuml;ssel endet am Mittwoch (24.11.2010) eine monatelange Lobbyauseinandersetzung um Umweltvorschriften f&uuml;r Solarmodule. Dabei trat eine dubiose Lobbyorganisation auf, die &bdquo;Non-Toxic Solar Alliance&ldquo;. Sie wurde von der Lobbyagentur Bohnen Kallmorgen und Partner gegr&uuml;ndet &ndash; aber nach au&szlig;en pr&auml;sentiert sie sich als gemeinn&uuml;tzige Initiative aus Wissenschaftlern, Zivilgesellschaft und Solarunternehmern. Der Fall verdeutlicht das Scheitern des freiwilligen EU-Lobbyregisters. LobbyControl wird ihn sowohl der EU-Kommission als auch dem Deutschen Rat f&uuml;r Public Relations zur Beschwerde vorlegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/11\/die-non-toxic-solar-alliance-fragwurdige-schopfung-einer-lobbyagentur\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Innocence in Danger: Undurchsichtige Finanzen, dubiose Methoden<\/strong><br>\nEigentlich mag Freifrau Stephanie zu Guttenberg nicht in der &Ouml;ffentlichkeit stehen. Behauptet sie. Sie wolle ihre M&ouml;glichkeiten f&uuml;r ein &ldquo;echtes Anliegen&rdquo; nutzen: f&uuml;r den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch.<br>\nDoch wohin flie&szlig;en die vielen Spenden, was wird mit dem Geld gemacht?<br>\nWer Antworten auf diese Fragen sucht, st&ouml;&szlig;t auf die andere Seite der Guttenbergschen Glitzerwelt. Dann herrscht bei den Kindersch&uuml;tzern mit Sitz in K&ouml;ln pl&ouml;tzlich eisernes Schweigen. Intransparenz statt Eloquenz.<br>\nF&uuml;r viele Fernsehzuschauer d&uuml;rfte inzwischen der Eindruck entstanden sein, dass eine der kompetentesten Organisationen gegen Kindesmissbrauch in Deutschland Innocence in Danger hei&szlig;t, und dass man dorthin spenden sollte, wenn man die Arbeit von Fachleuten unterst&uuml;tzen will.<br>\nDabei gibt es zahlreiche Organisationen, die sich in Deutschland seit vielen Jahren gegen den Missbrauch von Kindern engagieren und Pr&auml;ventionskonzepte erarbeiten. Rund zwei Dutzend geh&ouml;ren auch zum Runden Tisch der Bundesregierung zum Thema Kindesmissbrauch &ndash; Innocence in Danger geh&ouml;rt nicht zu diesem Kreis anerkannter Experten.<br>\n&ldquo;Dieser Verein lenkt von den wichtigen Problemen ab&rdquo;, kritisiert Heinz Hilgers, Pr&auml;sident des Deutschen Kinderschutzbunds. &ldquo;Ich w&uuml;sste nicht, dass die eine einzige Beratungsstelle oder ein Kinderhaus h&auml;tten.&rdquo; Stattdessen kapriziere sich Innocence in Danger allein auf Missbrauch im Internet. &ldquo;Das sind sehr wenige F&auml;lle im Jahr&rdquo;, sagt Hilgers. In der Familie und ihrem Umfeld w&uuml;rden hingegen bis zu 120 000 Kinder j&auml;hrlich Opfer durch Missbrauch&hellip;<br>\nIn den Kreisen der seri&ouml;sen Organisationen gilt die T&auml;tigkeit des Vereins mittlerweile als kontraproduktiv. &ldquo;Wir sind entsetzt &uuml;ber diese Machenschaften&rdquo;, sagt ein Mitglied des Runden Tisches der Bundesregierung. &ldquo;Wer minderj&auml;hrige Missbrauchs-Opfer im Fernsehen pr&auml;sentiert, der geht &uuml;ber Leichen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/politik\/320718\/320719.php\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>US-Depeschen &uuml;ber Deutschland<\/strong><br>\nWas verraten die Geheimdepeschen, die WikiLeaks jetzt enth&uuml;llt hat, &uuml;ber deutsche Politiker?<br>\nVor allem Au&szlig;enminister Guido Westerwelle (FDP) wird von den Amerikanern negativ beurteilt. Die Geheimberichte beschreiben ihn als inkompetent, eitel und amerikakritisch. Die US-Diplomaten sehen sich vor die Herausforderung gestellt, wie sie mit einem Politiker umgehen sollen, der ein &ldquo;R&auml;tsel&rdquo; sei, mit wenig au&szlig;enpolitischer Erfahrung und einem &ldquo;zwiesp&auml;ltigen Verh&auml;ltnis zu den USA&rdquo;. Westerwelle habe eine &ldquo;&uuml;bersch&auml;umende Pers&ouml;nlichkeit&rdquo;&hellip;<br>\nDie Amerikaner betrachten das Bundeskanzleramt in au&szlig;enpolitischen Fragen als den besseren Ansprechpartner. Im Vergleich zu Westerwelle habe Kanzlerin Merkel &ldquo;mehr Erfahrung in Regierungsarbeit und Au&szlig;enpolitik&rdquo;.<br>\nDoch auch mit Merkel fremdeln die US-Vertreter, intern wird sie in den Berichten &ldquo;Angela &lsquo;Teflon&rsquo; Merkel&rdquo; genannt, weil viel an ihr abgleite. &ldquo;Sie meidet das Risiko und ist selten kreativ&rdquo;, hei&szlig;t es in einem Bericht vom 24. M&auml;rz 2009. Die Amerikaner konstatieren, die Kanzlerin sehe die internationale Diplomatie vor allem unter dem Gesichtspunkt, welchen Profit sie innenpolitisch daraus ziehen k&ouml;nne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,731601,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bis auf die Einsch&auml;tzung, dass Westerwelle &bdquo;amerikakritisch&ldquo; sein, liegen die Einsch&auml;tzungen der US-Diplomaten gar nicht so falsch. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Blum sieht Demokratie durch Medienmacht bedroht<\/strong><br>\nNach Ansicht des fr&uuml;heren Radiodirektors DRS, Andreas Blum, bedroht die Entwicklung in den Medien die Demokratie. Er sieht eine Machtverlagerung von der institutionellen Politik zu den Medien und fordert &ndash; zulasten der SRG &ndash; staatliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Zeitungen.<br>\nDie &laquo;Verantwortungsgemeinschaft von Medien und Demokratie&raquo; ist aus Blums Sicht ernsthaft gef&auml;hrdet. Die Medien diktierten heute die politische Agenda. Die Inflation von Information und Nutzungsm&ouml;glichkeiten habe den gesellschaftlichen Diskurs ersetzt.<br>\nDer Fetisch der Mehrheitsf&auml;higkeit unter dem Diktat der Werbung habe das Angebot nivelliert, sagte der ehemalige Radiodirektor und alt SP-Nationalrat. Und der wirtschaftliche Konzentrationsprozess gef&auml;hrde die Medienvielfalt und die Meinungsfreiheit. Die Balance von Macht und Verantwortung sei heute erheblich gest&ouml;rt.<br>\nVersch&auml;rft hat sich das Problem laut Blum durch den systematischen Abbau journalistischer Ressourcen. Eine zweifache Machtverlagerung sei festzustellen: von der Politik zu den Medien und vom kritischen Journalismus zur k&auml;uflichen PR.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/schweiz\/blum_sieht_demokratie_durch_medienmacht_bedroht_1.8492802.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>IPPPNW: Eskalation im Korea-Konflikt<\/strong><br>\nDer lange schwelende Konflikt in Korea droht vor den Augen der Welt in einen Krieg zu eskalieren. Von beiden Seiten werden unvers&ouml;hnliche &Auml;u&szlig;erungen verbreitet, inzwischen wird offen von Krieg gesprochen. Nordkorea ist im Besitz von Atomwaffen, an der Seite S&uuml;dkoreas ist die Atommacht USA in der Region stark milit&auml;risch pr&auml;sent. Und China, ebenfalls Atommacht, ist der einzig verbliebene Verb&uuml;ndete Nordkoreas.<br>\nAus Sicht der Deutschen Sektion der Internationalen &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges (IPPNW) ist es f&uuml;r alle Beteiligten unerl&auml;sslich, von nun an Provokationen zu vermeiden und daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die Situation nicht weiter eskaliert.<br>\nWir appellieren an die USA und S&uuml;dkorea, das im Gelben Meer begonnene Seeman&ouml;ver zu unterlassen und damit ein Zeichen der Entspannung zu setzen. Nordkorea rufen wir gleichzeitig zur Zur&uuml;ckhaltung auf. Die von beiden Seiten zu h&ouml;rende Kriegsrhetorik muss ernsthaften Bem&uuml;hungen um Dialog weichen.<br>\nWas in der Wahrnehmung S&uuml;dkoreas als selbstverst&auml;ndliches Recht erscheint, ein Seeman&ouml;ver gemeinsam mit dem Verb&uuml;ndeten USA im Gelben Meer abzuhalten, stellt nach dem Verst&auml;ndnis Nordkoreas und Chinas eine au&szlig;erordentliche Provokation dar. Umgekehrt ist der Beschuss von s&uuml;dkoreanischem Gebiet durch die nordkoreanische Armee f&uuml;r S&uuml;dkorea nicht hinnehmbar.&nbsp;<br>\nDie USA gibt sich nach au&szlig;en unbeeindruckt. Dabei wird die unter dem Deckmantel eines Man&ouml;vers aufgefahrene Streitmacht von ca. 30.000 US-Soldaten, dem US-Flugzeugtr&auml;ger &ldquo;Georg Washington&rdquo;, Zerst&ouml;rern, Fregatten und U-Boot-Jagdflugzeugen auch von China als Bedrohung wahrgenommen. China, von dem das Gelbe Meer territorial beansprucht wird, hat die USA bereits vor der Durchf&uuml;hrung des Seeman&ouml;vers gewarnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/4dc4fcd047\/eskalation-im-korea-konflikt.html\">Internationale &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Gibt Obama jetzt den Clinton?<\/strong><br>\nOb Obama tats&auml;chlich willens und f&auml;hig ist, nach seiner Wahlschlappe ein derartiges Reformprogramm aufzulegen, muss man bezweifeln. Klar ist: Wenn er es nicht tut, wird es lange Jahre, m&ouml;glicherweise gar Jahrzehnte dauern, bis sich hierf&uuml;r wieder eine Chance er&ouml;ffnet. Fest steht aber auch: Die Republikaner werden weiterhin alles blockieren &ndash; es sei denn, Obama hielte es tats&auml;chlich wie Clinton und schickte sich an, die republikanische Agenda zu &uuml;bernehmen. Das aber w&uuml;rde seine Anh&auml;nger endg&uuml;ltig demotivieren.<br>\nBarack Obama sollte deshalb nicht dem Beispiel Clintons folgen, sondern einen Rat von Harry S. Truman beherzigen, der ebenfalls keine Kongressmehrheit auf seiner Seite hatte: &bdquo;Wenn die Menschen die Wahl haben zwischen einem Republikaner und einem, der sich verh&auml;lt wie ein Republikaner, werden sie sich immer f&uuml;r das Original entscheiden.&ldquo; Nur wenn es Obama gelingt, dem Ansturm der Reichen und M&auml;chtigen zu widerstehen und eine klare linke Alternative zu deren neoliberalem Mantra zu formulieren, werden er und seine Partei bei der Pr&auml;sidentschaftswahl 2012 eine Chance haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/dezember\/gibt-obama-jetzt-den-clinton\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Universit&auml;ten schlagen Alarm<\/strong><br>\nDie Zahl der Studienanf&auml;nger steigt im Jahr 2011 um etwa 70.000. Hochschulen sehen dem mit Sorge entgegen: &bdquo;Ohne zus&auml;tzliche Unterst&uuml;tzung werden die Universit&auml;ten kollabieren&ldquo;, sagte der Pr&auml;sident des Hochschulverbands der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<br>\nVorige Woche hatte die Hochschulrektorenkonferenz mitgeteilt, im Jahr 2011 w&uuml;rden wegen der Aussetzung der Wehrpflicht etwa 40.000 zus&auml;tzliche Studienanf&auml;nger an die Universit&auml;ten str&ouml;men. Im selben Jahr verdoppeln sich die Abiturjahrg&auml;nge in den L&auml;ndern Bayern und Niedersachsen durch die Verk&uuml;rzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre. Dadurch steigt die Zahl der Studienanf&auml;nger insgesamt um etwa 70.000. Das w&auml;re ein Anstieg von fast einem Sechstel gegen&uuml;ber 440.000 Studienanf&auml;ngern in diesem Jahr. &bdquo;F&uuml;r die zus&auml;tzlichen Studierenden m&uuml;ssen z&uuml;gig zus&auml;tzliche Mittel bereitgestellt werden&ldquo;, sagte Jaroch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A\/Doc~EF62132A1B4C74304B6C9B529E27FEBA2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Neuer Rekord: 2,22 Millionen Studierende in Deutschland<\/strong><br>\nDoppelte Abitur-Jahrg&auml;nge und andere Effekte f&uuml;hren dazu, dass die Studierendenzahlen weiter steigen. Nach vorl&auml;ufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es 2010 insgesamt 442.607 Studienanf&auml;ngerInnen, 4% mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Studierenden ist auf 2.220.270 gestiegen, ebenfalls so viele wie noch nie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-1134-studistatistik2010.php\">studis online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Gerangel um die Rangliste<\/strong><br>\nEine Art Pisa-Test f&uuml;r Studenten soll zeigen, welche Hochschulen in der Lehre am besten sind. Das Ergebnis w&auml;re verl&auml;sslicher als andere Ranglisten. Trotzdem verzichtet Deutschland bislang darauf.<br>\nDie OECD hat nun trotzdem ein Projekt angesto&szlig;en, das eine Art Pisa-Test f&uuml;r Studenten werden k&ouml;nnte. Barbara Ischinger, die Bildungsdirektorin der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wei&szlig; um den Z&uuml;ndstoff des Themas, deshalb dr&uuml;ckt sie sich vorsichtig aus. &bdquo;Wir wollen kein Ranking machen&ldquo;, sagt sie. &bdquo;Aber in bestimmten Studienbereichen kann man punktuelle Vergleiche anstellen.&ldquo; Ahelo, die Abk&uuml;rzung steht f&uuml;r &bdquo;Assessment of Higher Education Learning Outcome&ldquo;, soll den einzelnen L&auml;ndern &uuml;ber die Leistungsf&auml;higkeit ihres Bildungssystems genauso Aufschluss geben wie den einzelnen Hochschulen &uuml;ber die Qualit&auml;t ihrer Lehre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A\/Doc~E42F5FC50BBB048BB8ECB07CB49A5B749~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Wirklichkeitsverlust &ndash; warum die Wirtschaftswissenschaft die Krise nicht vorhersah<\/strong><br>\nDer W&uuml;rzburger Wirtschaftswissenschaftler Karl-Heinz Brodbeck ist einer der wenigen seiner Zunft, der die wissenschaftstheoretische Reflexion pflegt. Wie sind die Forschungsgegenst&auml;nde der &Ouml;konomie beschaffen? Welcher Grad wissenschaftlicher Objektivit&auml;t ist in ihr &uuml;berhaupt m&ouml;glich? Fragen, die auch 250 Jahre nach der Begr&uuml;ndung dieser Disziplin durch den schottischen Moralphilosophen Adam Smith unbeantwortet geblieben sind. F&uuml;r Brodbeck leidet die &Ouml;konomie an ihrem hochfliegenden Ehrgeiz. Sie m&ouml;chte sein wie die Physik. Wie diese in Bezug auf die Materie m&ouml;chte sie im Wirtschaftsgeschehen objektive Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten erkennen und mathematisch berechenbar machen. Sie will Naturwissenschaft sein, obwohl sie zu den Sozial- und Geisteswissenschaften geh&ouml;rt. Brodbeck sieht darin einen Anspruch, den die &Ouml;konomie unm&ouml;glich einl&ouml;sen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/-\/id=7034292\/property=download\/nid=660374\/wvgbas\/swr2-wissen-20101123.pdf\">SWR 2 [PDF &ndash; 56.6 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Trag&ouml;die mit offenem Ende<\/strong><br>\nErbstreit beim Medienunternehmen DuMont<br>\nEs ist der Stoff, aus dem Trag&ouml;dien sind: Ein alter Vater, ein m&auml;chtiger Verleger, Alfred DuMont, will nicht abtreten. Er wirft den Sohn, seinen Erben Konstantin Neven DuMont, aus dem Verlag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/mediathek.php?obj=21873\">3sat<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Altkanzler Schmidt kritisiert Umgang mit Sarrazin<\/strong><br>\n&ldquo;Der Parteiausschluss Sarrazins ist der falsche Weg&rdquo;, sagte Schmidt in einem Interview mit der &ldquo;Bild-Zeitung&rdquo;. Schmidt gab Sarrazin in der Sache sogar teilweise Recht, insbesondere &ldquo;was die Integrationsbereitschaft- und f&auml;higkeit vieler Moslems betrifft&rdquo;.<br>\n&ldquo;Wer von S&auml;uglingsalter an in einer v&ouml;llig europafremden Umgebung gro&szlig; geworden ist &ndash; mit v&ouml;llig anderem Verhalten gegen&uuml;ber dem Vater, gegen&uuml;ber Frauen, mit einem anderer Ehrbegriff -, der lebt sich sehr viel schwerer in die deutsche Gesellschaft ein&rdquo;, f&uuml;hrte der Altkanzler weiter aus.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,730731,00.html\">spiegel.de<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/11\/23\/altkanzler-helmut-schmidt\/interview-ueber-migration-und-thilo-sarrazin.html\">bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pacheit:<\/strong> Am liebsten m&ouml;chte man das ber&uuml;hmte &ldquo;Si tacuisses, philosophus mansisses&rdquo; des Bo&euml;thius (480- 525 n.C.) mit Josef Hader mit &ldquo;H&auml;tts&rsquo;t die Pappn g&rsquo;holtn, h&auml;tt kaner g&rsquo;merkt, dass&rsquo;d deppat bist&rdquo; &uuml;bersetzen. Nur ist Helmut Schmidt nicht &bdquo;deppat&rdquo;, was die Sache nicht besser macht. Also bleibt der Ausruf: &ldquo;Wenn Du doch geschwiegen h&auml;ttest &hellip; &ldquo;. Warum muss Schmidt Sarrazin aufw&auml;rmen und der Bild-Zeitung diese Steilvorlage liefern? Es ist doch inzwischen ganz offensichtlich, dass das Buch Sarrazins und seine tagelange Pr&auml;senz in den Medien das politische Klima zum Unguten verschoben hat. An der Reaktion der B&uuml;rger, welche in zahlreichen Kommentaren im Internet nachzulesen sind, wobei die schlimmsten gel&ouml;scht wurden, ist ganz gut zu sehen, dass Sarrazin die latente Fremdenfeindlichkeit in uns zur Virulenz gebracht hat und Politiker die Abschiebung von unliebsamen Muslimen ins Auge fassen. <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/46-47\/Beilage\/003.html\">Dietrich Thr&auml;nhardt vergleicht den &bdquo;Sarrazin-Effekt&ldquo; in Deutschland 2010 mit dem &bdquo;Pim-Fortuyn-Schock&ldquo; in den Niederlanden 2002.<\/a><\/em><\/p>\n<p>In der Tat haben beide dazu beigetragen, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit auf ein bisher nicht gekanntes, unterirdisches Niveau zu bringen. Und Schmidt greift die Schlagworte des neuen Diskurses bereitwillig auf. Von welcher empirischen Basis aus spricht Schmidt von der mangelnden &ldquo;Integrationsbereitschaft und -f&auml;higkeit vieler Moslems&rdquo;? Viele? Meint er die von Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re in die Debatte geworfenen 10 bis 15 Prozent &bdquo;Integrationsunwillige&ldquo;. &ndash; Eine unbelegte Zahl, ein ungekl&auml;rter Begriff! &ndash; Wei&szlig; Schmidt, dass er damit einer relativ beliebigen Abschiebungspraxis den Mund redet. Warum ber&uuml;cksichtigt Schmidt nicht, wie viel Deutsche nicht in unsere Gesellschaft integriert sind oder, schlimmer noch, als als nicht integriert diskriminiert werden? Siehe die unendliche Geschichte der Hartz-IV-Hetze. Und welchen S&auml;ugling meint er, der in einer v&ouml;llig &ldquo;europafremden Umgebung&rdquo; gro&szlig; geworden ist. Europa ist gro&szlig; und darin befindet sich noch so manch Befremdliches f&uuml;r das empfindsame deutsche Gem&uuml;t.<br>\nBei einem Drittel der Menschen mit Migrationshintergrund ist Migration keine selbsterlebte Erfahrung mehr. Auch gegen die famili&auml;re Erz&auml;hlung von der verlorenen Heimat nehmen diese Menschen, aber auch viele j&uuml;ngere Migranten aufgrund ihrer Erfahrungen sich selbst ganz anders wahr. Wir m&uuml;ssen&nbsp; unsere Vorstellungen von der Exklusivit&auml;t des Deutschseins &uuml;berwinden und damit f&uuml;r diese Menschen die Bindung zur neuen Heimat erleichtern, statt ihnen Steine in den Weg zu legen und uns an ihnen mit dieser pauschalisierenden Hetze vers&uuml;ndigen &ndash; mal christlich gesprochen.<br>\nHelmut Schmidt leistet mit der Autorit&auml;t des beliebten Ex-Kanzlers durch solche Interviews dieser Hetze Vorschub. &ndash; Vor allem aber, welch ein Verrat an der zentralen Idee der Sozialdemokratie, der Gleichheit aller Menschen, d.h. der F&auml;higkeit eines jeden, produktives Mitglieder einer modernen Gesellschaft zu werden. Helmut Schmidt h&auml;tte seinen zwar nicht &ldquo;tischfeinen&rdquo;, aber f&uuml;r ihn wohl rechtschaffenen Kameraden nicht verraten, wenn er die Klappe gehalten h&auml;tte bzw. &ldquo;Si tacuisses &hellip;.&rdquo;<br>\nWer sich etwas differenzierter mit dem Thema, Integration besch&auml;ftigen m&ouml;chte, sei auf die Beilage der Zeitschrift, &ldquo;Das Parlament&rdquo;, verwiesen: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2010\/46-47\/index.html\">Das Parlament<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Afrika: Demokratisch ins Desaster<\/strong><br>\nMal wieder unruhige Zeiten f&uuml;r Afrika &ndash; aber selten sind afrikanische Krisen so deutlich im Voraus absehbar, ja sogar terminiert gewesen wie diese. Die Wahltermine, um die es geht, sind Monate vorher bekannt. Die damit verbundenen Probleme sind l&auml;ngst ersch&ouml;pfend analysiert. Vor allem die Krise, die infolge von S&uuml;dsudans Sezession droht und bis hin zu einem regionalen Krieg f&uuml;hren k&ouml;nnte, k&auml;me keineswegs &uuml;berraschend. Jedem ist letztlich klar, was f&uuml;r Afrika die Gr&uuml;ndung eines neuen Staates bedeutet, der nicht in der Nachfolge eines fr&uuml;heren Kolonialterritoriums steht, sondern einfach Ausdruck des Rechts auf Selbstbestimmung der V&ouml;lker ist. Die Legitimit&auml;t aller afrikanischer Staatswesen, die s&auml;mtlich Nachfolgeorganisationen kolonialer Gebiete sind und keine Emanationen des Volkswillens, steht auf dem Pr&uuml;fstand wie nie zuvor.<br>\nEs geht heute schlie&szlig;lich um viel mehr in Afrika als noch vor wenigen Jahren. Der vermeintliche Elendskontinent boomt, mit hohen Wachstumsraten, zunehmendem Investoreninteresse vor allem aus Asien und einer immer selbstbewussteren politischen und unternehmerischen Klasse. Es lohnt sich wieder, afrikanische L&auml;nder zu regieren. Kein Wunder, dass die Machtk&auml;mpfe h&auml;rter werden &ndash; und die Verteilungsk&auml;mpfe ebenfalls. Bei der Frage der g&uuml;tlichen Spaltung Sudans spielen die Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber das Erd&ouml;l und die Einnahmen aus seinem Export die zentrale Rolle. In der Elfenbeink&uuml;ste bietet das Regieren den Zugriff auf fette Einnahmen aus dem weltgr&ouml;&szlig;ten Kakaoexport. In Guinea schlummern Milliardensch&auml;tze in Form von Eisen- und Aluminiumerzen im Erdboden. Nigeria als Afrikas gr&ouml;&szlig;ter &Ouml;lf&ouml;rderer ist ohnehin das lukrativste Staatswesen des Kontinents, und Uganda schickt sich an, ebenfalls in die Riege der afrikanischen &Ouml;lf&ouml;rderer aufzusteigen. Was in all diesen L&auml;ndern als ethnischer Konflikt daherkommt, ist in Wahrheit meist ein politischer Verteilungskampf. &ndash; Es w&auml;re f&uuml;r Rohstoffk&auml;ufer wie Deutschland daher nicht nur legitim, sondern sogar ein zwingendes Gebot der politischen Verantwortung, parallel zur steigenden eigenen Nachfrage nach Afrikas Exporten auch etwas zur Befriedung der Rohstoffl&auml;nder zu tun. Es geht darum, wieder den politischen Dialog mit Afrika zu suchen und die Zusammenh&auml;nge zwischen Exportorientierung und innerer Verfasstheit afrikanischer Staaten besser zu begreifen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F11%2F27%2Fa0305&amp;cHash=d857b41b82\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Rente mit 67: von der Leyen korrigiert Gesetz<\/strong><br>\nIn einer Anzeige des BMAS auf der ersten Seite des Bremer Weser Kurier vom 25. November<br>\nhei&szlig;t es unter der &Uuml;berschrift &raquo;Arbeiten bis 67 ist ein gro&szlig;er Schritt. Arbeiten bis 67 kommt in vielen kleinen Schritten&laquo; w&ouml;rtlich: &raquo;Wer heute 47 Jahre oder &auml;lter ist, muss gar nicht oder nur wenige Monate l&auml;nger arbeiten.&laquo;<br>\nDie heute 47-J&auml;hrigen geh&ouml;ren zum Jahrgang 1963 und dieser muss laut geltendem Gesetzeswortlaut 22 Monate &uuml;ber das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten, um die Rente ohne Abschl&auml;ge in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen. Ursula von der Leyen hat dies nunmehr offenbar korrigiert. Angesichts der niedrigen Besch&auml;ftigungsquote &auml;lterer Arbeitnehmer ein nur konsequenter Schritt der zust&auml;ndigen Fachministerin, der aus Sicht der Arbeitnehmerschaft<br>\nnachdr&uuml;cklich zu begr&uuml;&szlig;en ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2010\/2010-11-26%20Rente%2067%20Korrektur.pdf\">Arbeiterkammer Bremen [PDF &ndash; 194 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Mehrheit f&uuml;r versch&auml;rftes Ausl&auml;nderrecht; Schwarz-Gr&uuml;n: Ende eines b&uuml;rgerlich-feuchten Traums; Regierungsauftrag: Entwertung des Bundestages; zu viel Kapital aus Deutschland in Euro-L&auml;nder geflossen; Kanzlerin bewirkt das Gegenteil; Eating the Irish; der Hunger der anderen; Abkehr von der makro&ouml;konomischen Politik; Menschenrechtspolitik; Stuttgart 21; kein gl&uuml;cklicher Auftritt der Ministerin Schr&ouml;der; Au&szlig;enminister hielt Vortrag<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7556\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7556"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7571,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556\/revisions\/7571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}