{"id":75800,"date":"2021-09-07T09:03:46","date_gmt":"2021-09-07T07:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75800"},"modified":"2021-09-08T08:26:33","modified_gmt":"2021-09-08T06:26:33","slug":"gegen-die-innere-und-aeussere-ausgangssperre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75800","title":{"rendered":"Gegen die innere und \u00e4u\u00dfere Ausgangssperre"},"content":{"rendered":"<p>Als mir ein Freund erz&auml;hlte, dass er nach 22 Uhr auf einer Parkbank sa&szlig; und dort sitzen blieb, als sich mehrere Polizeibeamte vor ihm aufbauten, und f&uuml;r den Versto&szlig; von Corona-Verordnungen ein Bu&szlig;geld von 200 Euro als Quittung bekam, packte mich erst gro&szlig;e Wut und dann auch ganz viel Ohnmacht. Was soll der Wahnsinn? Hat das irgendeinen Sinn? Oder liegt zum Teil gerade in der Sinnlosigkeit die Macht der st&auml;ndig wechselnden Verordnungen und Ma&szlig;regelungen? Auf der Suche nach Erkl&auml;rungen habe ich den Philosophen, Historiker, Soziologen und Psychologen Michel Foucault ausgegraben, der in den 1970er Jahren zu Disziplinarm&auml;chten und Disziplinargesellschaften geforscht und geschrieben hatte &hellip; und war erstaunt und erschrocken zugleich, wie aktuell sein &bdquo;Werk&ldquo; ist. F&uuml;r einen Freund, der auch f&uuml;r mich auf der Bank sitzen blieb. Von <b>Wolf Wetzel<\/b>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7488\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-75800-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=75800-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210907_Gegen_die_innere_und_aeussere_Ausgangssperre_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Manchmal muss man es vorsichtshalber dazusagen. Der Bu&szlig;geldbescheid &uuml;ber 200 Euro ist echt. Nur die Zwei auf der Bank passen sich dem Irrsinn an.<\/p><p>Vielen f&auml;llt der Irrsinn dieser Ma&szlig;nahme gar nicht mehr auf. Viele fahren auch mit Maske im Auto, in dem sie ganz alleine sitzen oder zucken zusammen, wenn ich Menschen auf der Bank ganz ernst ermahne, dass sie dort zu lange sitzen und ich dieses eine Mal ein Auge zudr&uuml;cke.<\/p><p>Dieser Irrsinn f&auml;llt einem dann nur noch auf, wenn man beharrlich und unbelehrbar im Kontext denkt, also es sich nicht nehmen l&auml;sst, Ma&szlig;nahmen zu hinterfragen. <\/p><p>Halten wir fest:<\/p><p>Mein Freund sitzt also mit einem Mann zusammen auf einer Bank im Freien &ndash; kurz nach 22 Uhr. Sie haben damit gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen versto&szlig;en, weil sie damit sich und andere gef&auml;hrdet haben.<\/p><p>Wenn die beiden acht Stunden sp&auml;ter in die volle U-Bahn steigen, zur Arbeit, wo sie dort mit ganz vielen Menschen im geschlossenen R&auml;umen mehr als acht Stunden verbringen, dann &hellip; ist die Welt in Ordnung! <\/p><p>Denn gerade dort, wo die Infektionsgefahr tats&auml;chlich am gr&ouml;&szlig;ten ist, existieren keine Corona-Ma&szlig;nahmen. Dort ist alles freiwillig, f&uuml;r die Unternehmer. Das nennt man dann Eigenverantwortung, die man bei Unternehmern in den Himmel lobt und die meinen Freund 200 Euro kosten.<\/p><p>Ein weiterer Freund war mit seiner Familie ein paar Tage in Prag unterwegs. Er brachte mir folgende Begegnung der dritten Art mit:<\/p><p>Der Fahrkartenkontrolleur kommt. Wir ziehen uns schnell die OP-Maske auf.<\/p><p>Der Kontrolleur: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Wissen Sie nicht, dass in Bayern FFP2-Maskenpflicht herrscht? Sie k&ouml;nnen mir nicht erz&auml;hlen, dass Sie davon noch nichts geh&ouml;rt haben<\/i>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich wies den Kontrolleur sch&uuml;chtern darauf hin, dass er ebenfalls eine OP-Maske tr&auml;gt.<\/p><p>Der Kontrolleur: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Wir d&uuml;rfen keine FFP2-Masken tragen, aus Arbeitsschutzgr&uuml;nden. Die Fahrg&auml;ste sind jedoch verpflichtet, eine solche zu tragen<\/i>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich wieder sch&uuml;chtern: &bdquo;Muss ich das jetzt verstehen?&ldquo;<\/p><p>Der Kontrolleur (gn&auml;dig): <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Nein, das m&uuml;ssen Sie nicht (danach ungn&auml;dig): Ich kann auch die Polizei einschalten. Das kostet sie 200 &euro; pro Person<\/i>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das ereignete sich im Schnellzug von Prag nach Regensburg, kurz nach der bayerischen Grenze, anno August 2021. <\/p><p><b>Wenn das Recht nicht mehr ausreicht<\/b><\/p><p>Michel Foucault, ein interdisziplin&auml;res Genie, fiel f&uuml;r uns in den 1970er Jahren wie ein Stern vom Himmel. Er hatte sehr intensiv &uuml;ber Machtverh&auml;ltnisse geforscht, insbesondere &uuml;ber das Gef&auml;ngnissystem, &uuml;ber die Disziplinarm&auml;chte, die dort wirken. Eines seiner wichtigsten und eindrucksvollsten B&uuml;cher tr&auml;gt den Titel: <i>&Uuml;berwachen und Strafen<\/i>. F&uuml;r uns, die im &bdquo;Deutschen Herbst&ldquo; (1976\/77) die ersten politischen Schritte machten, war seine Arbeit, seine Denkweise eine ungeheure Bereicherung.<\/p><p>In seinen Arbeiten findet man unter anderem die Erkenntnis, dass nicht die Anordnungen, die irgendwie Sinn machen, einen Menschen brechen, sondern die v&ouml;llig sinnlosen, die man befolgen muss, wenn man nochmal im Leben &bdquo;rauskommen&ldquo; will.<\/p><p>Zu einem gelungenen und erfolgreichen Gef&auml;ngnissystem geh&ouml;rt auch, dass nicht die W&auml;rter und Aufseher f&uuml;r die Befolgung von Anordnungen sorgen, sondern die Mith&auml;ftlinge, die auf den Abweichler gewaltig Druck aus&uuml;ben, weil sie ansonsten mitbestraft werden.<\/p><p>Dass die Disziplinarmacht vor allem dann ihre Wirkung entfaltet, wenn sie nicht als Repression erscheint bzw. wahrgenommen wird, hat Michel Foucault in seinem Buch &bdquo;Analytik der Macht&ldquo; 2005 festgehalten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Ein Staat, der Sicherheit schlechthin garantiert, muss immer dann eingreifen, wenn der normale Gang des allt&auml;glichen Lebens durch ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches, einzigartiges Ereignis unterbrochen wird. Dann reicht das Recht nicht mehr aus. Dann sind Eingriffe erforderlich, die trotz ihres au&szlig;erordentlichen, au&szlig;ergesetzlichen Charakters dennoch nicht als Willk&uuml;r oder Machtmissbrauch erscheinen d&uuml;rfen, sondern als Ausdruck von F&uuml;rsorge.&ldquo;<\/i> (Foucault 2005, 139f.)\n<\/p><\/blockquote><p>Michel Foucault kam auch zu der Schlussfolgerung, dass das Disziplinarsystem nicht auf das Gef&auml;ngnis oder die Psychiatrie beschr&auml;nkt ist. Wir &bdquo;drau&szlig;en&ldquo; d&uuml;rfen uns also durchaus angesprochen f&uuml;hlen. Um die &bdquo;F&uuml;rsorge&ldquo; zu begreifen, die uns heute zuteil wird, braucht es also keinen neuen Erkenntnisschub.<\/p><p><b>Es ist allerh&ouml;chste Zeit zur Demaskierung (auch ohne Maske)<\/b><\/p><p>Dauerhafte Angst, st&auml;ndig ge&auml;nderte Erkl&auml;rungen und Ma&szlig;nahmen greifen nicht nur die psychische Gesundheit an, sie machen auch schwindelig, orientierungslos und apathisch. <\/p><p>Mittlerweile sind fast alle durch. <\/p><p>Man kann das Wort Corona nicht mehr h&ouml;ren, man kann und will nicht mehr dar&uuml;ber reden. Entweder hat man sich schon zerstritten oder will es vermeiden und schweigt das Thema aus. Auch das hat epidemische Auswirkungen, wie bei einer Phobie. Man vermeidet bereits alles, was dort hinf&uuml;hren, dort enden k&ouml;nnte. Das innere Gef&auml;ngnis wird immer gr&ouml;&szlig;er &ndash; um sich selbst zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Zu dem Aushalten geh&ouml;rt ganz zentral das Aufh&ouml;ren, in Zusammenh&auml;ngen zu denken, auf Widerspr&uuml;che zu achten. Man stumpft ab, man nimmt es hin, meistens mit einer Erkl&auml;rung, die nur noch das eigene Mittun rechtfertigt.<\/p><p><b>Der gut dosierte Einsatz von &bdquo;Furchtappellen&ldquo; und &bdquo;Verlust-Frames&ldquo;<\/b><\/p><p>Zuerst dachte ich an eine gut gemachte Satire, als ich von diesen Wortsch&ouml;pfungen gelesen hatte. Dann sackte ich innerlich zusammen. Fast alles, was offiziell geleugnet und denunziert wird, findet sich wissenschaftlich aufgearbeitet und neu geframed &hellip; bei der Bundeszentrale f&uuml;r gesundheitliche Aufkl&auml;rung (BZgA):<\/p><blockquote><p>\n<i>&ldquo;Die Bedeutung der Risikowahrnehmung f&uuml;r das Schutzverhalten (siehe Kapitel 3.3) und die generellen Befunde zur Wirkung von <\/i><i><b>Furchtappellen und Verlust-Frames<\/b><\/i><i> bei jungen Zielgruppen (siehe Kapitel 4.2) legen es nahe, dass dies <\/i><i><b>geeignete Appellformen<\/b><\/i><i> sind, um die Zielgruppe im Kontext der Corona-Pandemie effektiv anzusprechen. <\/i><\/p>\n<p><i>Allerdings bringen Furchtappelle die Gefahr mit sich, Boomerang-Effekte (z. B. Reaktanz) auszul&ouml;sen, wenn die Bedrohung als hoch wahrgenommen wird, jedoch das eigene Selbstwirksamkeitsempfinden, dagegen etwas tun zu k&ouml;nnen, gering ausf&auml;llt. <\/i><\/p>\n<p><i>Deshalb gilt es, Risikobotschaften (Furchtappelle, Verlust-Frames) mit sachlichen Informationen (Wissenssteigerung), positiven Botschaften und klaren Handlungsempfehlungen zu kombinieren, um so die wahrgenommene Bedrohung zu erh&ouml;hen und gleichzeitig die Selbstwirksamkeit zu steigern.&rdquo; <\/i>\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn man sich das auf der Zunge zergehen l&auml;sst, dann m&uuml;sste doch eine Riesenwut hochkommen, auf welche Weise mit Furcht und Verlust gespielt wird, wie gezielt man sie einsetzt und wie bewusst man sich dabei ist, die Dosen nicht zu hoch zu verabreichen, damit es zu keinen &bdquo;Boomerang-Effekten&ldquo; kommt.<\/p><p><b>Ein Teil der Linken ein Long-Covid-Fall?<\/b><\/p><p>F&uuml;r eine Linke ist zentral, Zusammenh&auml;nge herzustellen, Behauptungen zu &uuml;berpr&uuml;fen und die allergr&ouml;&szlig;ten Zweifel anzumelden, wenn eine Regierung verk&uuml;ndet, dass es jetzt (pl&ouml;tzlich) darum gehe, dass wir alle zusammenstehen, um ganz gemeinsam die Krise zu bew&auml;ltigen. Man muss wissen, man sollte wissen, dass diese Regierungen bisher alles getan haben, damit die &ouml;konomischen und politischen Unterschiede und Gegens&auml;tze immer gr&ouml;&szlig;er werden, die ganz pl&ouml;tzlich nicht mehr z&auml;hlen. <\/p><p>Vielleicht f&uuml;hlen sich (manche) Linke auch geschmeichelt, wenn sie das Gef&uuml;hl haben, mit in einem Boot zu sitzen, und gar gelobt werden, wenn sie ihren Beitrag dazu leisten, die &bdquo;QuerdenkerInnen&ldquo; zu denunzieren. Dass macht sie nicht unentbehrlich, sondern sehr bald &uuml;berfl&uuml;ssig.<\/p><p>Halten jene Linke auch den Weltwirtschaftsforum-Boss Klaus Schwab f&uuml;r einen lausigen Querdenker? <\/p><p>Die Teile der Linken, die nur noch ihre Ruhe haben wollen und den Kapitalismus verteidigen, weil es noch schlimmere Kapitalismen gibt, wollen davon nichts (mehr) wissen. Aber vielleicht ist doch genau das, was Klaus Schwab ausspricht, genau das, wof&uuml;r sich diese Linke de facto entschieden hat und was sie sich nicht vorhalten lassen will:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Es ist unsere Aufgabe, den Stier bei den H&ouml;rnern zu packen. Die Pandemie gibt uns die Chance: Sie stellt eine seltene und eng befristete Gelegenheit dar, &uuml;ber unsere Welt nachzudenken, sie uns neu vorzustellen, und einen Neustart zu wagen.&ldquo;<\/i>\n<\/p><\/blockquote><p>Was er damit meint, was ganz und gar nicht verhandelbar ist, hat er klar und unmissverst&auml;ndlich gesagt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Nein, der Kapitalismus ist nicht das Problem. Ich bin davon &uuml;berzeugt, dass die unternehmerische Kraft jedes Einzelnen die Triebfeder f&uuml;r echten Fortschritt ist &ndash; und nicht der Staat. Aber diese individuelle Kraft muss in ein System von Regeln eingebettet werden, das ein &Uuml;berborden in die eine oder andere Richtung verhindert. Diese Funktion muss ein starker Staat erf&uuml;llen. Der Markt l&ouml;st allein keine Probleme. Ich pl&auml;diere nicht f&uuml;r eine System&auml;nderung. Ich pl&auml;diere f&uuml;r eine Systemverbesserung.&ldquo; (Der Neoliberalismus hat ausgedient, zeit.de vom 21. September 2020) <\/i>\n<\/p><\/blockquote><p>Ist es nicht diese stille &Uuml;bereinstimmung, das sich Abfinden, mit dem was ist, weil es woanders noch schlimmer ist, was diesen Teil der Linken zu einem Long-Covid-Fall macht?<\/p><p><b>Was tun (mit und ohne Maske)?<\/b><\/p><p>Erstens: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Es hat im Laufe der Geschichte immer wieder Perioden des &Uuml;berwinterns gegeben. Man denke nur an die &Auml;ra Adenauer, und eben so eine Zeit scheint bevorzustehen. (&hellip;) Was ins Haus steht, ist eine harte, m&uuml;hselige Maulwurfsarbeit (&hellip;) Es ist eine Arbeit, die man auf sich nimmt, ohne zu wissen, ob sie jemals zu einem guten Ende f&uuml;hrt, eine Arbeit, deren Wert f&uuml;r die geschichtliche Perspektive im Ungewissen bleibt. (&hellip;) Die Illusionen sind zerst&ouml;rt, die Weltlage widerspr&uuml;chlich, und da ist es gut, eine gewisse Vorsicht walten zu lassen<\/i>.&ldquo; (Johannes Agnoli, Professor f&uuml;r Politologie an der Freien Universit&auml;t Berlin, Vorlesung an der FU Berlin, Subversive Theorie 1989\/90)\n<\/p><\/blockquote><p>Zweitens: In Erinnerung an Max Horkheimer: <i>Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch zu Corona schweigen.<\/i><\/p><p>Drittens: Wenn man den (Corona-)Ausnahmezustand als Verschw&ouml;rungstheorie behandelt, hat man nicht scharf analysiert, sondern als Linke aufgegeben<i>.<\/i><\/p><p>Viertens: Gehen wir zusammen f&uuml;r zwei Jahren auf Entzug und verzichten auf drei Schlagwerkzeuge: Verschw&ouml;rungstheorie, Querfront, Antisemitismus.<\/p><p>F&uuml;nftens: Ersetzen wir diese durch eine Theorie, eine Praxis, durch eine Form der Kollektivit&auml;t, die nicht separiert, sondern fasziniert.<\/p><p>Sechstens: Mischen wir uns ein. Lassen wir uns nicht ausspielen, lassen wir uns nicht isolieren. Kommen wir zusammen. Wir brauchen keine <i>2 G&rsquo;s<\/i>, keine <i>3 G&rsquo;s<\/i>, sondern ein <i>W (f&uuml;r Widerstand)<\/i>. International k&ouml;nnen wir uns auch schnell auf ein <i>R<\/i> (f&uuml;r Resistance) einigen.<\/p><p>Siebtens: Wenn sogar der deutsche Ethikrat erkl&auml;rt, dass es nach wie vor keine Impfpflicht in Deutschland gibt, weil man nur &bdquo;<i>Druck aufbaut, um es attraktiver zu machen, sich und andere zu sch&uuml;tzen<\/i>&ldquo; (FR vom 27. August 2021), dann d&uuml;rfen wir uns auch dazu verpflichten &ndash; ohne Zwang auszu&uuml;ben:<\/p><blockquote><p>\n<i>Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.<\/i>\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Quellen und Hinweise:<\/strong><\/p><ul>\n<li><i>Analytik der Macht<\/i>, Michel Foucault, Frankfurt\/Main 2005<\/li>\n<li><i>&Uuml;berwachen und Strafen<\/i>, Michel Foucault, Frankfurt\/Main 1977<\/li>\n<li><i>Empfehlungen f&uuml;r Kommunikationsma&szlig;nahmen gegen die Pandemiem&uuml;digkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen<\/i>, Bundeszentrale f&uuml;r gesundheitliche Aufkl&auml;rung (BZgA), Fachliche Expertise\/ Mai 2021: <a href=\"https:\/\/www.bzga.de\/forschung\/studien\/abgeschlossene-studien\/studien-ab-1997\/impfen-und-hygiene\/empfehlungen-fuer-kommunikationsmassnahmen-gegen-die-pandemiemuedigkeit-bei-jugendlichen-und-jungen-erw\/\">bzga.de\/forschung\/studien\/abgeschlossene-studien\/studien-ab-1997\/impfen-und-hygiene\/empfehlungen-fuer-kommunikationsmassnahmen-gegen-die-pandemiemuedigkeit-bei-jugendlichen-und-jungen-erw\/<\/a><\/li>\n<li><i>Subversive Theorie<\/i>, Johannes Agnoli, Schmetterling Verlag 2014<\/li>\n<li>Wer den Corona-Ausnahmezustand einordnen m&ouml;chte, dem sei unbedingt das Buch <i>Transformation der Demokratie<\/i> von Johannes Agnoli und Peter Br&uuml;ckner empfohlen. In diesem beschreiben sie bereits Ende der 1960er Jahre die schleichende Entdemokratisierung der politischen Ordnung, hin zu einem autorit&auml;ren Staat.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als mir ein Freund erz&auml;hlte, dass er nach 22 Uhr auf einer Parkbank sa&szlig; und dort sitzen blieb, als sich mehrere Polizeibeamte vor ihm aufbauten, und f&uuml;r den Versto&szlig; von Corona-Verordnungen ein Bu&szlig;geld von 200 Euro als Quittung bekam, packte mich erst gro&szlig;e Wut und dann auch ganz viel Ohnmacht. Was soll der Wahnsinn? 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