{"id":75843,"date":"2021-09-08T13:07:18","date_gmt":"2021-09-08T11:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75843"},"modified":"2021-09-09T07:28:19","modified_gmt":"2021-09-09T05:28:19","slug":"der-militaerische-komplex-hat-politik-und-medien-fest-im-griff-siehe-ard-wahlarena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75843","title":{"rendered":"Der milit\u00e4rische Komplex hat Politik und Medien fest im Griff. Siehe ARD-Wahlarena"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend sendete die ARD die 2. von 3 Runden in der Wahlarena, <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/ard-sondersendung\/wahlarena-mit-olaf-scholz\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nL2Q0YjljMTk1LTkwMTMtNDAxMC1hNTlmLTJlZDk3NzQxZjRkNQ\/\">diesmal mit Olaf Scholz<\/a>. Schon in der 2. Frage und Antwort wurde die r&uuml;stungsfreundliche Sprachregelung zur Afghanistan-Katastrophe angewandt: Nicht die Politik der milit&auml;rischen Interventionen ist nach 20 Jahren eklatant gescheitert, nein, es mangele an der milit&auml;rischen Kompetenz und Ausstattung der Bundeswehr und Europas, einen Flughafen wie in Kabul abzusichern. Das war das Stichwort f&uuml;r den Spitzenkandidaten der SPD, f&uuml;r mehr Milit&auml;r und mehr R&uuml;stungsausgaben zu werben und damit wieder einmal mit der friedenspolitischen Tradition der SPD zu brechen. Im Folgenden finden Sie die schriftliche Fassung des kurzen Dialogs zwischen dem 2. Fragesteller und dem SPD-Kanzlerkandidaten Scholz. Und au&szlig;erdem einen dazu passenden Beitrag des NachDenkSeiten-Lesers Dietrich Brauer. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6121\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-75843-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=75843-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210908-Der-militaerische-Komplex-hat-Politik-und-Medien-fest-im-Griff-siehe-ARD-Wahlarena.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>ARD-Wahlarena mit Olaf Scholz am 7.09.2021, 20:15 Uhr<\/strong><\/p><p>Moderation: Andreas&nbsp;Cichowicz und Ellen Ehni<\/p><p>Zu Beginn der Sendung erkl&auml;rt Moderator Andreas&nbsp;Cichowicz, dass die Fragen eingesammelt wurden und dann zur Auswahl von Infratest getestet worden sind. D. h.: Moderatorin und Moderator kannten die Fragen und vermutlich wussten sie auch, welche der in der Arena versammelten Personen welche Frage stellt. Es kommen dann auch nach der 1. Wortmeldung viele Wortmeldungen per Handzeichen. Frau Ehni sucht sich f&uuml;r die 2. Wortmeldung in einem erstaunlich langen Suchvorgang &ndash; von 10 Sekunden &ndash; einen Fragesteller aus:<\/p><p><strong>Ralf Feld, Bonn, 58 Jahre, ehemaliger Bundeswehrsoldat, meint:<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich habe mir das Fiasko in Afghanistan angesehen. Mir fehlten einfach die Worte. Wenn ich jetzt mal sehe, dass die Amerikaner den Flughafen aufrechterhalten haben und die Bundeswehr leider nicht mehr &uuml;ber die F&auml;higkeit verf&uuml;gt, solch einen Flughafen, zumindest f&uuml;r unsere Leute in Sicherheit zu bringen dementsprechend absichern kann, dann muss ich mir heute die Frage stellen, wenn wir nicht mehr in der Lage sind und die Bundeswehr nicht mehr die Bef&auml;higung hat, dementsprechende Aufgaben zu erf&uuml;llen, was macht dann die Landesverteidigung und wo stehen wir da. Und man darf auch nicht au&szlig;er Acht lassen in einem dementsprechenden Spannungs- oder Verteidigungsfall. Ist das ihr Instrument zur Handlungsfreiheit der Bundesregierung. <\/p>\n<p>Und wenn ich sehe, wie das in den letzten 30 Jahren wirklich, ich nenn das wirklich mal so, verkommen ist. Man hat 320.000 Menschen abgebaut, die Bundeswehr besteht (teils unverst&auml;ndlich) noch mit 180.000. Das macht mir ernsthaft Sorgen. <\/p>\n<p>Und jetzt meine Frage an Sie: Was unternehmen Sie, dass ein solches Szenario nicht mehr stattfinden kann, und vor allen Dingen, wenn wir unsere eigenen Leute in solche Eins&auml;tze, lebensgef&auml;hrliche Eins&auml;tze &ndash; ich war selbst im Ausland &ndash; hineinschicken, ob sie dann auch, wenn etwas schief geht oder wenn etwas passiert, sie auch wieder sicher herausholen und nicht dann auf einen B&uuml;ndnispartner zu hoffen, dass der uns dann irgendwelche Flugh&auml;fen absichert. Das kann nicht sein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Olaf Scholz antwortet:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ja, sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Frage. Vielleicht die Ausgangsbemerkung. Ich teile sehr, was Sie sagen: Dass wir die Bundeswehr gut ausstatten m&uuml;ssen. Der Abbau, den Sie beschreiben, hat ja stattgefunden in den letzten Jahren. Es hat noch einmal einen richtigen Schub nach unten gegeben. Wenn ich mir das nochmal ganz h&ouml;flich zu sagen erlaube: In der schwarz-gelben Regierungszeit, die wir hatten ab 2009, in diesen 4 Jahren ist ja nicht nur die Wehrpflicht abgeschafft worden, sondern auch das Sparen bei der Bundeswehr richtig dramatisch vorw&auml;rtsgegangen. Und das ist mittlerweile wieder anders. <\/p>\n<p>Wir haben den Verteidigungsetat um viele Milliarden angehoben in dieser Legislaturperiode, sind jetzt bei ungef&auml;hr 50 Milliarden im Jahr und werden auch alles daf&uuml;r tun, dass in den n&auml;chsten Jahren die Bundeswehr eine ausreichende Ausstattung hat und werden das gew&auml;hrleisten k&ouml;nnen, im Rahmen unserer Finanzierung. Wir m&uuml;ssen auch diese F&auml;higkeiten haben und ich bin sehr froh, dass das Flugzeug, das wir eingesetzt haben, funktioniert hat. Das hat ja lange gebraucht, bis es einsatzf&auml;hig war. Aber jetzt wird es von allen gelobt als eine exzellente Maschine, die man einsetzen kann, ein exzellentes Flugzeug f&uuml;r Transportaufgaben, die dort zu bew&auml;ltigen sind und ich stimme Ihnen zu, wir m&uuml;ssen zusammen mit unseren Verb&uuml;ndeten die F&auml;higkeit haben, um Soldaten irgendwohin zu bringen und sie wieder herauszubringen und das auch eigenst&auml;ndig mit europ&auml;ischen Kapazit&auml;ten, zu k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Das ist, glaub ich, wirklich eine Aufgabe, die wir tun m&uuml;ssen und da k&ouml;nnen Sie sicher sein, werde ich auch daf&uuml;r sorgen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bewertung der Antwort und der Frage und der Umst&auml;nde: <\/p><ol>\n<li>Der Kanzlerkandidat jener Partei, die sich in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach fast 2 Jahrzehnten Konfrontation und Kaltem Krieg einen Namen als Verst&auml;ndigungs- und Friedenspartei gemacht hat, wirbt hier ohne jeden Vorbehalt f&uuml;r h&ouml;here R&uuml;stungsausgaben und kritisiert die fr&uuml;here CDU\/CSU-FDP-Koalition f&uuml;r die Reduzierung der R&uuml;stungsausgaben.<\/li>\n<li>Statt einzusehen, dass die Katastrophe von Afghanistan deutlich gezeigt hat, dass Milit&auml;reins&auml;tze als Mittel der Politik keinen Sinn machen, sondern gef&auml;hrlich und kostspielig sind, stellt dieser SPD-Kanzlerkandidat Scholz fest, &bdquo;wir m&uuml;ssten zusammen mit unseren Verb&uuml;ndeten die F&auml;higkeit haben, um Soldaten irgendwohin (!) zu bringen und sie wieder herauszubringen und das auch eigenst&auml;ndig mit europ&auml;ischen Kapazit&auml;ten&ldquo;. (Siehe zu diesem Thema auch die Anlage zu diesem Artikel mit Links zu einschl&auml;gigen Texten der NachDenkSeiten seit Ende 2020.)<\/li>\n<li>Damit ist klar: die SPD ist eine militaristische Partei geworden. Und auch eine Partei ohne Einsicht. Andernfalls h&auml;tte sie die 20-j&auml;hrige Katastrophe von Afghanistan dazu bringen m&uuml;ssen, mit milit&auml;rischen Interventionen Schluss zu machen. Das Gegenteil soll stattfinden.<\/li>\n<li>Das entspricht auch den Festlegungen im Wahlprogramm der SPD. Siehe dazu den Artikel zum Wahlprogramm: 25. August 2021 um 11:05 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75476\">NDS-Serie zur Bundestagswahl: SPD<\/a><\/li>\n<li>Dort hatte ich festgestellt, dass Ghostwriter des Teils zur Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik vermutlich die R&uuml;stungslobby gewesen zu sein scheint.<\/li>\n<li>Ich bin auch ziemlich sicher, dass das auff&auml;llige Arrangement und die Formulierung des Statements und der Frage des 2. Fragestellers der Wahlkampfarena der ARD kein Zufall ist. Das ist einschlie&szlig;lich der auff&auml;lligen Suche der Moderatorin Ehni nach dem Berufssoldaten aus Bonn offensichtlich arrangiert. Die R&uuml;stungslobby wirkt hinein bis in die Redaktionsstuben der ARD. Und es ist &uuml;brigens auch nicht glaubhaft, wie von den Moderatoren beteuert, dass Olaf Scholz diese Frage nicht gekannt haben soll.<\/li>\n<\/ol><p><strong>In diesen Zusammenhang geh&ouml;rt auch die laufende Kampagne gegen eine Regierungszusammenarbeit mit der Linkspartei und die unentwegt geforderten Bekenntnisse zur NATO. Deshalb schlie&szlig;en wir diesen Beitrag mit einem Text des NachDenkSeiten-Lesers Dietrich Brauer ab. Er hatte ihn gestern an die Redaktion der NachDenkSeiten geschickt und der Text passt ganz gut zum Vorgang ARD-Wahlarena vom 7.9.2021:<\/strong><\/p><p><strong>Stichwort Regierungsf&auml;higkeit von Dietrich Brauer[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]<\/strong><\/p><p>Regierungsf&auml;hig seien, so wird uns derzeit allenthalben im Wahlkampf vermittelt, nur die Parteien CDU\/CSU\/SPD\/FDP\/Gr&uuml;ne. So jedenfalls stellen es diese dar &ndash; und auch&nbsp;zahlreiche Medien. Doch was ist dran an dieser Erz&auml;hlung?<\/p><p>Politisch angekreidet wird den Linken das fehlende Bekenntnis zur NATO, der AfD die demokratische Eignung ganz generell angesichts ihrer Bandbreite in den rechtsextremistischen Bereich hinein. Dabei berufen sich die im Eingangssatz erw&auml;hnten Parteien gerne auf den Verfassungsbogen, betonen ihre Orientierung auf die Mitte hin, grenzen sich gegen die Extremen ab. Sie bilden einen Block, den sie selber als den der demokratischen Parteien bezeichnen, sind in dem Sinne also die Blockparteien.<\/p><p>Wer in der Geschichte der Parteien in Deutschland nur einigerma&szlig;en bewandert ist, wird schnell feststellen, dass sich in der oben erw&auml;hnten Aufz&auml;hlung all die Parteien versammelt haben, die im Bundestag der alten Bundesrepublik Deutschland gesessen haben, wo man unter sich war.<\/p><p>Anders gesagt: Wer die seit 1990 neu hinzugekommenen Parteien ausgrenzt und f&uuml;r regierungsunf&auml;hig erkl&auml;rt, ist immer noch nicht in der Welt der Deutschen Einheit angekommen und meint, in Selbst&uuml;bersch&auml;tzung &uuml;ber das verfassungsrechtliche Zul&auml;ssige entscheiden zu k&ouml;nnen.&nbsp;<\/p><p>Doch wie verh&auml;lt es sich damit?<\/p><p>1990 ist die DDR der Bundesrepublik Deutschland beigetreten, die &bdquo;Allianz f&uuml;r Deutschland&ldquo; hat die Wahl gewonnen und &ndash; auf Betrieben des damaligen Kanzlers Kohl &ndash; die D-Mark in den Osten gebracht und die Einheit hergestellt. Bei der nachfolgenden Bundestagswahl ist dann neu die PDS in den Bundestag gekommen, sp&auml;ter vereinigt mit der WASG zur &bdquo;Die Linke&ldquo;, ein Kind der Einheit also.&nbsp;<\/p><p>Bei der AfD ist es komplizierter, gegr&uuml;ndet wurde sie als Partei gegen den EURO, also die einheitliche W&auml;hrung f&uuml;r gro&szlig;e Teile der Europ&auml;ischen Union. Die Kritik am EURO hatte einen harten nationalistischen Kern, dieser wurde im Anschluss regelrecht gekapert von immer schon mehr oder weniger rechtsradikal denkenden Menschen, derer es angesichts der mentalen und politischen Entwurzelung zun&auml;chst im Osten mehr gab. Eingesammelt hat diese Partei zus&auml;tzlich viele der Entt&auml;uschten und Ausgegrenzten, die sich vom Polit-Apparat nicht mehr vertreten f&uuml;hlen und\/oder Opfer der Umverteilung von unten nach oben geworden sind. Doch ist diese gesellschaftliche Spaltung Folge der Politik der bisher regierenden, oben erw&auml;hnten Parteien. Insofern ist im weiteren Sinn also auch die AfD ein Kind der Einheit.<\/p><p>Deutschland ist politisch breiter und gesellschaftlich gespaltener geworden in den letzten drei Jahrzehnten, geduldet oder aktiv betrieben von den bisher regierenden Parteien. Jetzt diese neuen Realit&auml;ten nicht anerkennen zu wollen, ist kein Zeichen von St&auml;rke, sondern von Wunschdenken. Es ist Beleg f&uuml;r die politische Nicht-Akzeptanz der Folgen der Einheit.<\/p><p>Es zeugt auch f&uuml;r eine sehr eigenwillige Auslegung unserer Verfassung, des Grundgesetzes. Da die deutsche Einheit durch Beitritt vollzogen wurde, nicht als Vereinigung mit nachfolgender Entscheidung &uuml;ber eine gemeinsame Verfassung f&uuml;r ganz Deutschland, gilt das Grundgesetz weiter. Und eben dieses Grundgesetz regelt die Grundrechte, die Staatsform, die politischen Institutionen, ihr Zusammenwirken, den demokratischen Prozess. Was dieses Grundgesetz nicht regelt, ist das in diesem Lande zu praktizierende Wirtschaftsmodell und auch nicht die Frage der NATO-Mitgliedschaft. Beides wird aber zum Non-Plus-Ultra der Staatsr&auml;son erkl&auml;rt &ndash; jenseits des Grundgesetzes. Wer solche Forderungen also aufstellt, beweist nur ein recht lockeres Wahrheitsverh&auml;ltnis zur eigenen Verfassung.&nbsp;<\/p><p>Parteien, die diese beiden Kernpunkte bundesdeutscher Politik nicht teilen, bewegen sich damit noch nicht au&szlig;erhalb des Verfassungsbogens. Anders ist es mit der wehrhaften Demokratie gegen&uuml;ber Bestrebungen zur Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wie sie hierzulande eher von rechts als von links droht. Dort ist unser Grundgesetz eindeutig: Es erm&auml;chtigt jeden zum Widerstand gegen solche politischen Aktionen.<\/p><p>Wer also regierungsf&auml;hig ist oder nicht, entscheidet sich nicht durch die Definition der bislang regierenden Parteien in Deutschland, sondern muss gemessen werden an den Vorgaben des Grundgesetzes einerseits und den durch die Politik in diesem Lande selbst geschaffenen politischen und gesellschaftlichen Realit&auml;ten. Das rechtfertigt nach der deutschen Einheit keine Ausgrenzung, sondern verlangt umgekehrt den politischen Willen zur Integration aller, auch in Regierungsverantwortung &ndash; im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.<\/p><p>Dietrich Brauer<\/p><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Zur Information noch kurz etwas zur Vita des Autors:<br>\n1979 &ndash; 2014 Lehrer f&uuml;r Sozialwissenschaften und Deutsch<br>\n1980 &ndash; 1983 stv. Bundesvorsitzender des Ausschusses junger Lehrer und Erzieher der GEW<br>\n1983 &ndash; 1986 Bundesvorsitzender des Ausschusses junger Lehrer und Erzieher der GEW<br>\n1980 &ndash; 1986 Mitglied des DGB-Bundesjugendausschusses<br>\n(= Zeit der Berufsverbote und des gewerkschaftlichen Kampfes dagegen)<br>\n1990 &ndash; 2000 Hauptpersonalrat f&uuml;r Gesamtschulen beim Kultusministerium NRW<br>\n1995 &ndash; 2001 Leiter des Referates f&uuml;r Schulrecht und Bildungsfinanzierung beim GEW-Landesverband NRW<\/p><p><b>Anlage: <\/b><\/p><p><b>Links zu einigen einschl&auml;gigen Beitr&auml;gen der NachDenkSeiten zur Katastrophe in Afghanistan:<\/b><\/p><ul>\n<li>27. Dezember 2020 um 9:09<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=68220\"><b>Warum &bdquo;wir&ldquo; auch in Afghanistan niemals &bdquo;die Guten&ldquo; waren (Teil 1)<\/b><\/a><\/li>\n<li>21. Januar 2021 um 13:23<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69042\"><b>Warum &bdquo;wir&ldquo; auch in Afghanistan niemals &bdquo;die Guten&ldquo; waren (Teil 2)<\/b><\/a><\/li>\n<li>01. Juli 2021 um 9:05<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73859\"><b>Bundeswehrsoldaten in Afghanistan &ndash; 20 Jahre lang. F&uuml;r die Katz.<\/b><\/a><\/li>\n<li>12. August 2021 um 16:23<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75134\"><b>Afghanistan. 20 Jahre Krieg. &bdquo;F&uuml;r die Katz&ldquo; und weit &uuml;ber 100.000 Opfer<\/b><\/a><\/li>\n<li>16. August 2021 um 12:00<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75211\"><b>Versager auf der ganzen Linie &ndash; das ist unsere Regierung beim Problem Afghanistan<\/b><\/a><\/li>\n<li>23. August 2021 um 10:38<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75405\"><b>Ramstein hat f&uuml;r Afghanistan eine doppelte Bedeutung. &Uuml;ber die erste wird laut geschwiegen.<\/b><\/a><\/li>\n<li>24. August 2021 um 10:37<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75438\"><b>Kreuzz&uuml;gler-Kultur in Afghanistan<\/b><\/a><\/li>\n<li>27. August 2021 um 16:17<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75563\"><b>Die Debatte um die Katastrophe von Afghanistan ist gespenstisch und voller Manipulationen<\/b><\/a><\/li>\n<li>31. August 2021 um 13:58<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75633\"><b>Evakuierung in Afghanistan: Die Regierung bel&uuml;gt die &Ouml;ffentlichkeit<\/b><\/a><\/li>\n<\/ul><p>Titelbild: perfect-picture-hunter \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend sendete die ARD die 2. von 3 Runden in der Wahlarena, <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/ard-sondersendung\/wahlarena-mit-olaf-scholz\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nL2Q0YjljMTk1LTkwMTMtNDAxMC1hNTlmLTJlZDk3NzQxZjRkNQ\/\">diesmal mit Olaf Scholz<\/a>. Schon in der 2. 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