{"id":75895,"date":"2021-09-10T09:10:08","date_gmt":"2021-09-10T07:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75895"},"modified":"2021-09-10T09:35:55","modified_gmt":"2021-09-10T07:35:55","slug":"noch-einmal-leserbriefe-zu-gibt-es-unter-nachdenkseiten-leserinnen-und-lesern-viele-menschen-die-mit-einem-autopiloten-auto-fahren-wuerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75895","title":{"rendered":"Noch einmal: Leserbriefe zu \u201eGibt es unter NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern viele Menschen, die mit einem Autopiloten Auto fahren w\u00fcrden?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75791\">Hier<\/a> ist nach der Einstellung zur Nutzung von Autopiloten gefragt worden. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75817\">Eine erste Leserbriefsammlung dazu ist hier<\/a> ver&ouml;ffentlicht worden. Danach haben uns weitere interessante Leserbriefe erreicht. Auch daf&uuml;r bedanken wir uns. Es folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Nein, ich w&uuml;rde niemals mit einem Autopiloten fahren und ich stehe auch Fahrerassistenzen kritisch gegen&uuml;ber. Mein Mann hat eine Fahrassistenzkomponente im Auto, welche laut piepst, wenn das Fahrzeug einem anderen Fahrzeug angeblich gef&auml;hrlich nahe kommt. Die Erfahrung zeigt, es piepst auch dann, wenn keine gef&auml;hrliche N&auml;he vorhanden ist.<\/p><p>Fahrassistenzkomponenten k&ouml;nnen auch g&auml;ngeln &ndash; man stelle sich vor, in Deutschland w&uuml;rde Tempo 100 auf Autobahnen eingef&uuml;hrt und die Autofahrer verpflichtet, eine automatische Tempokontrolle (mit automatischer Reduktion der Geschwindigkeit auf Temo 100) in ihren Fahrzeugen nach zu r&uuml;sten&hellip;.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nT. Preu&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, <\/p><p>man kann schon seit langem mit dem Auto fahren, ohne selbst am Steuer zu sitzen. Fr&uuml;her nannte man diese Errungenschaft &lsquo;TAXI&rsquo;. <\/p><p>Wer nicht mehr selbst steuern will, sollte sich den Autokauf, notwenige Reperaturen, Steuern, Versicherungen und sonstige Ausgaben sparen und sich auf das gute, alte Taxi verlassen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nStefan Brill<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich habe mir die Antworten einiger Leser auf Ihre Frage durchgelesen und dabei einen Aspekt vermisst, den offenbar niemand im Fokus hatte.<\/p><p>Es geht hier nicht darum, ob ein Computer ein Auto besser und sicherer steuern k&ouml;nnte oder nicht. Oder ob man einem Autopiloten vertrauen k&ouml;nnte oder nicht.<\/p><p>Ihre Frage ber&uuml;hrt philosophisch betrachtet eine ganz andere Ebene unseres menschlichen Seins:<\/p><ul>\n<li>Was bin ich als Mensch?<\/li>\n<li>Warum habe ich Beine und keine Fl&uuml;gel?<\/li>\n<li>Warum bekomme ich ab einer bestimmten H&ouml;he in den Bergen keine Luft mehr?<\/li>\n<li>Warum kann ich unter Wasser nur f&uuml;r eine kurze Zeit ohne Atem &uuml;berleben?<\/li>\n<li>Warum kann ich nicht genauso schnell laufen, wie ein Leopard?<\/li>\n<li>Warum kann ich im Dunkel kaum noch sehen?<\/li>\n<li>Warum erfriere ich ohne Schutz ab einer bestimmten Temperatur?<\/li>\n<li>Etc. p.p.<\/li>\n<\/ul><p>Antwort: Weil du Mensch so gewollt bist!<\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, ich gebe Ihnen recht: Es ist nicht alles sinnvoll, was technisch m&ouml;glich ist.<\/p><p>Deshalb habe ich meine Zuschrift mit dem Titel eines Filmes &uuml;berschrieben, der genau das zum Inhalt hat und aufzeigt, wohin unsere Reise gehen k&ouml;nnte, wenn wir vergessen, was einen Menschen vom Tier unterscheidet. Denn es ist nicht der ganze technische Firlefanz, den er tagt&auml;glich f&uuml;r seine Bequemlichkeit erfindet und damit obendrein dem schn&ouml;den Mammon dient, sondern seine F&auml;higkeit, seinen Heimatplaneten zu sch&uuml;tzen und damit auch das Leben von Tieren, Pflanzen und sein eigenes.<\/p><p>DAS unterscheidet einen Menschen von allen anderen Lebewesen: Die Achtung vor der gesamten Sch&ouml;pfung, die nur ER in einer Art und Weise zum Ausdruck bringen kann, die ihn als belebtes Wesen EINMALIG macht.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nM.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nbeim Lesern der Leserbriefe sind mir noch ein paar Dinge eingefallen.<br>\n&nbsp;<br>\nDerzeit werden Fahrzeuge eigentlich kontinuierlich autonomer, ob wir wollen oder nicht. So wurde das letzte Firmenfahrzeug meines Mannes serienm&auml;&szlig;ig mit Abstandssensor ausgeliefert. Das Auto bremst, wenn man zu dicht auff&auml;hrt. Praktisch, wenn der Vordermann &uuml;berraschend eine Vollbremsung macht, denn da reagiert die Technik in der Tat ein Quentchen schneller, als man selber. Weniger praktisch, wenn die Technik sich blo&szlig; einbildet, dass da ein Hindernis w&auml;re und spontan eine Vollbremsung hinlegt.<br>\n&nbsp;<br>\nDa kommen beim Autofahren ganz neue (gesunde) Schreckeffekte hinzu.<br>\n&nbsp;<br>\nAuch wenn die Klimaautomatik auf langer Autobahnfahrt in Bruthitze den Dienst einstellt und sogar die L&uuml;ftung deaktiviert, freut man sich m&auml;chtig &uuml;ber die moderne Technik. Was wenn kritischere Systeme versagen?<br>\n&nbsp;<br>\nDer Mensch ist fehlbar. Die Technik jedoch ebenso.<br>\n&nbsp;<br>\nEiner der Leserbriefe kritisierte dar&uuml;ber hinaus, dass man eigene F&auml;higkeiten verlernt. Dem stimme ich v&ouml;llig zu! Ich habe meinen Mann immer als hervorragenden Fahrer betrachtet. Seit einigen Jahren hat er den Luxus von 360 Grad Kameras. Damit kommt man in Parkl&uuml;cken, in die man sich fr&uuml;her nicht getraut h&auml;tte. Nachteil: Mittlerweile parkt er ohne solche Assistenz eher bescheiden ein.<br>\n&nbsp;<br>\nWir verlieren allgemein zu viele F&auml;higkeiten&hellip; Ich mache mit Begeisterung Handarbeiten, weben, spinnen, stricken, h&auml;keln, n&auml;hen, sticken. Mein Umfeld reagiert h&auml;ufig mit: Das kann man doch alles fertig kaufen. Und damit sind nicht die Werke anderer Handarbeiterinnen gemeint, sondern Fabrikware. Zwischen handgestrickten Socken und Fabrikware liegen aber Welten und so ist es mit so ziemlich allem. Das ist wie selber kochen oder fertig kaufen. Wer kochen kann, wird Fertigfra&szlig; nicht anr&uuml;hren. Aber traurigerweise muss man heutzutage fragen: Wer kann denn noch kochen?<br>\n&nbsp;<br>\nUnd so verlieren nicht unbedingt nur aus Bequemlichkeit, sondern auch aus chronischem Zeitmangel, konstant durchaus wichtige F&auml;higkeiten. Sollten wir irgendwann wieder darauf angewiesen sein, wird das ein unsch&ouml;nes Erwachen.<br>\n&nbsp;<br>\nHerzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nV. Weinand<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter, lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zun&auml;chst wieder ein herzlicher Dank f&uuml;r Ihre und Ihrer Kolleginnen und Kollegen Aufkl&auml;rungsarbeit im Allgemeinen! <\/p><p>Die Meinungen zu dem rel. Thema sind in der Tat interessant und m&ouml;glicherweise geeignet eigene Positionen zu &uuml;berdenken. <\/p><p>Der Aspekt der unter heutigen Bedingungen damit verbundenen Kontrolle und Datensammlung sind mir angesichts aller Mi&szlig;brauchserfahrungen h&ouml;chst suspekt. W&uuml;rde das Internet eines Tages demokratischer, w&uuml;rde ich vermutlich beginnen, auch &uuml;ber solche Systheme neu nachzudenken. <\/p><p>Kaum eine Rolle in der Diskussion spielt die Elektrosmogfrage. Oder habe ich das &uuml;bersehen? Jedenfalls m&ouml;chte ich in diesem Zusammenhang an deren gesundheitliche Einfl&uuml;sse erinnern. Meinem Eindruck nach wird dieser Frage generell zu wenig Bedeutung zugemessen. <\/p><p>Angesprungen hat mich das Wortspiel F&Uuml;HRERschein und die Frage nach menschlichen Faktoren beim Verkehrs- und Unfallgeschehen. Ich frage mich seit &ldquo;ewigen Zeiten&rdquo;, warum die F&uuml;hrerscheinvergabe nicht konsequent an eine in der Fahrschule m.E. lern- und nachweisbare nachhaltig defensive Fahrweise gekn&uuml;pft wird. Was sagen Verkehrspsychologen dazu? Sind das unrealistische Vorstellungen? <\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nBernd Ebener<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr M&uuml;ller,<\/p><p>da ich ohnehin nicht Auto fahre, er&uuml;brigt sich meine Antwort.<\/p><p>Ich las gerade die Reaktionen, bei denen mir eines auffiel: Nicht eine erw&auml;hnt den nicht-motorisierten Verkehr, ganz so, als existiere er &uuml;berhaupt nicht. Auch nicht erw&auml;hnt wird die f&uuml;r den Automatismus notwendige Infrastruktur.<br>\nLetzteres wird ganz einfach laufen: Der Steuerzahler zahlt, nicht der Autofahrer. Weil der Steuerzahler zahlt, haftet er auch, bzw. der Staat, w&auml;hrend der Autofahrer ausschlie&szlig;lich die Vorteile genie&szlig;t.<\/p><p>Was ersteres angeht, vermute ich, da&szlig; man den Automatismus nutzen wird, um den nicht-motorisierten Verkehr weiter zu verdr&auml;ngen und weiter zu entrechten, daf&uuml;r aber mehr Pflichten aufzuerlegen, wie schon seit 100 Jahren stets zum Vorteil der Autofahrer. Anfangs wird man das mit der Unsicherheit der neuen Autos begr&uuml;nden, vor denen alle anderen ja gesch&uuml;tzt werden m&uuml;ssen. Wenn diese irgendwann mal weggefallen sein wird, f&auml;llt niemandem mehr die Frage ein, warum Radfahrer und Fu&szlig;g&auml;nger noch weitere Nachteile hinnehmen sollten.<\/p><p>Nur zur Erinnerung: Wir sind hier nicht in irgendwelchen SF-Filmen.<br>\nParkassissisten stellen kein Problem dar, denn im Zweifelsfall bleibt die Kiste stehen und man tut es selbst.<br>\nSobald es aber komplexer wird, sterben Menschen. Selbst so einfache Dinger wie Kamera mit Bildschirm und Alarm, vor allem nat&uuml;rlich in Lkw, f&uuml;hren entweder zum Abschalten wegen dauerndem Fehlalarm (falsch Positiv) oder zur Fehleinsch&auml;tzung der Automatik, es g&auml;be gar kein Problem (falsch Negativ).<\/p><p>Damit sind weitere Problemecken noch gar nicht erw&auml;hnt, die wie jetzt die Impfung zu unfreiwilligen Massenversuchen an Menschen f&uuml;hren werden.<br>\nWer also sowas kauft und f&auml;hrt, l&auml;dt eigene Schuld bei anderen ab, bei den einzigen, die nun garantiert nichts daf&uuml;r k&ouml;nnen: Radfahrer und Fu&szlig;g&auml;nger und was immer auch sonst so ohne Motor unterwegs ist.<\/p><p>Nun haben Sie doch eine Antwort von mir.<\/p><p>Tsch&uuml;&szlig;<br>\nUdo Steinbach<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Morgen sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nmeine jetzt 9 monatigen Erfahrungen (10tkm) mit den Fahrassistenzsystemen im VW Passat (Bj. 2019) sehen mich zu diesem Thema relativ ratlos.<\/p><p>Gute Erfahrungen mit Abstandshaltern beim Fahren mit Tempomat (alleiniges Abbremsen und Beschleunigen in Abh&auml;ngigkeit vom Verkehrsflusses) stehen gemischte Gef&uuml;hle zum Spurhalteassistenten und Unfallwarner entgegen. Da macht die Elektronik vieles was nicht richtig nachvollzogen werden kann. Laufende Spurkorrekturen durch L&auml;ngsrillen, Schienen etc. machen das Fahren in der Gro&szlig;stadt mit dem Spurassistenten (bewusst oder irrt&uuml;mlich eingeschaltet) eher anstrengend teils gef&auml;hrlich.<\/p><p>Auch willk&uuml;rlich eingeleitete Bremsvorg&auml;nge bei Autobahnfahrten, in Situationen wo eher Beschleunigung angesagt w&auml;re, sind f&uuml;r den nachfolgenden Verkehr zumindest &uuml;berraschend&hellip;<\/p><p>Die Entwicklung der Assistenzsysteme geht sicher schnell voran. Ein Fahren in der Hand von Autopiloten scheint mir aber im Moment noch recht utopisch.<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;&szlig;e aus Dresden<br>\nDirk Hagendorf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten,<\/p><p>kann man einen Leserbrief zu einem Artikel UND&nbsp; zu den Leserbriefen schreiben?<br>\nHier zu den selbstfahrenden Autos und AI.<\/p><p>Wir k&ouml;nnen zur Zeit beobachten, dass alle menschlichen T&auml;tigkeiten Schritt um Schritt an AI &uuml;bergeben werden, die das besser kann.<br>\nIm Wohnzimmer l&auml;uft der AI-Staubsauger, im Garten der AI Rasenm&auml;her, w&auml;hrend der K&uuml;hlschrank gerade einkaufen geht. Die K&uuml;che bereitet ein Fertigessen zu, w&auml;hrend der (gewesene) Mensch auf der Couch sitzt und auf sein Handy starrt oder auf dem Gro&szlig;bildschirm ein Computerspiel macht. Demn&auml;chst taucht er dort auch in virtuelles Leben ein, in dem ihm AI ein &bdquo;wahres Leben&ldquo; erm&ouml;glicht.<br>\nIrgendwann setzt er sich dann in sein Auto, das ihn selbstt&auml;tig irgendwohin f&auml;hrt, etwa zur Arbeit, die AI gerade macht, und der er zuschauen darf.<\/p><p>Der &bdquo;alte Mensch&ldquo; definierte und identifizierte sich nach seinem TUN, aus seiner Arbeit heraus. Der &bdquo;neue Mensch&ldquo; nach seinem Nichtstun und seiner Bequemlichkeit.<\/p><p>Wollen wir wirklich &bdquo;neue Menschen&ldquo; sein?<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nJohannes Kie&szlig;ling<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenker, <\/p><p>die Frage, ob man selbst in ein automatisches Fahrzeug einsteigen w&uuml;rde, wird von vielen, die Ihnen geschrieben haben, offensichtlich vor allem technisch betrachtet, wobei nur ein geringer Teil sich zur Entwicklung positiv &auml;u&szlig;ert.<br>\nIch wundere mich aus etwas anderen Gr&uuml;nden. Da hat ein Hersteller jahrelang mit dem Spruch &ldquo;aus Freude am fahren&rdquo; geworben und nun sollen alle Kunden zu Taxifahrern werden? Als Passagier in Bus und Taxi ben&ouml;tige ich kein Privatfahrzeug, warum sollte ich selbst ein Fahrzeug erwerben, in dem ich nur Fahrgast bin? Das hei&szlig;t doch, die Automobilindustrie will schrumpfen, denn es werden k&uuml;nftig wesentlich weniger Fahrzeuge gekauft werden. Und das in einem Land, dessen Wirtschaft zu einem gro&szlig;en Teil vom Automobil abh&auml;ngt. Ich staune, vor allem, als ich noch nicht gelesen habe, dass man sich auf diese Ver&auml;nderung der Wirtschaft vorbereitet. <\/p><p>W&uuml;rde ich in ein fahrerloses Privatfahrzeug, ein Taxi oder einen ebensolchen Bus einsteigen? Also in ein Ger&auml;t, das keiner ethischen Richtline folgt, dunkelh&auml;utige Menschen f&uuml;r Affen h&auml;lt und das, wie es seitens Daimler hie&szlig;, in jedem Fall die Insassen sch&uuml;tzen wird. Was bedeutet, dass das auf die Stra&szlig;e rennende Kind, die Mutter mit Kinderwagen, der schwankende Fahrradfahrer, der Blinde oder der verwirrte Mensch auf der Fahrbahn keine Chance bekommt, wenn der Computer f&uuml;r alle errechneten Reaktionen eine Gefahr f&uuml;r die Insassen ermittelt. Will Smith sagt in &ldquo;I Robot&rdquo;? &ldquo;Ein Mensch h&auml;tte das gewusst!&rdquo; &ndash; n&auml;mlich dass man das Kind rettet, nicht die Person mit den rechnerisch h&ouml;chsten &Uuml;berlebenschancen. Da sieht man bei Daimler und vermutlich auch in den anderen Unternehmen wohl anders. Ich stelle mir folglich eher die Frage, ob ich noch das Haus verlassen kann, wenn solche Systeme die Stra&szlig;en nutzen. <\/p><p>Nebenbei: Den Vergleich mit Autopiloten im Flugzeug finde ich etwas schr&auml;g. Die Nutzung des Luftraums ist &uuml;ber weite Strecken nicht mit der Dichte des Fahrzeugverkehrs einer Gro&szlig;stadt zu vergleichen. Zudem sind es gerade diese Steuerungen, die bei den 737 Max von Boeing zu Abst&uuml;rzen f&uuml;hrten. Der Entwurf der meisten Flugzeuge liegt Jahrzehnte zur&uuml;ck, die Nutzungsdauer &uuml;bersteigt die &uuml;blicher Kfz erheblich. In Folge ist die Technik im Grunde alt und muss von den Piloten auch heute noch st&auml;ndig &uuml;berwacht werden. <\/p><p>mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nMichael Boettcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nzu o.g. Thema f&auml;llt mir Einiges ein:<br>\n&nbsp;<br>\nZun&auml;chst: ja&nbsp; ich k&ouml;nnte mir vorstellen, ein autonomes Fahrzeug zu nutzen! Allerdings mit einigen Einschr&auml;nkungen.<br>\n&nbsp;<\/p><ul>\n<li>Den Pfad, den Tesla derzeit propagiert, n&auml;mlich hochmotorisierte Fahrzeuge mit gro&szlig;er Reichweite (also gro&szlig; dimensionierten Akkus) in den Markt zu dr&uuml;cken, halte ich f&uuml;r grundverkehrt. Es ist der Versuch, den jetzigen automobilen Individualverkehr in eine elektrische, autonome Zukunft zu verl&auml;ngern, mit all den Problemen, die wie jetzt schon haben, plus noch einige Andere.<\/li>\n<li>Wenn ich mich richtig erinnere, wurde schon 1969 von der damaligen sozialliberalen Koalition die Verlagerung des G&uuml;terverkehrs und auch des Personenverkehrs von der Stra&szlig;e auf die Schiene gefordert. Wie man wei&szlig;, ist daraus in den folgenden &uuml;ber 50 Jahren leider nichts geworden. Im Gegenteil wurde die Bahn zugunsten von PKW und LKW immer weiter zur&uuml;ckgedr&auml;ngt.<\/li>\n<li>Ein zukunftsf&auml;higes Verkehrskonzept sollte auf schienengebundene Transporte &uuml;ber die Langstrecke setzen. Hier ergeben sich quasi von selbst auch automatisierte Konzepte, die ja auf der Schiene viel leichter als auf der Stra&szlig;e realisierbar w&auml;ren. Hier sind auch noch weitergehende automatische Transportsysteme denkbar (z.B. CargoCap)<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nUnd hier kommen wieder die autonomen Fahrzeuge ins Spiel:<br>\n&nbsp;<br>\nF&uuml;r die kommunale oder auch regionale Feinverteilung w&auml;ren autonome, elektrische Fahrzeuge ideal, weil:<\/p><ul>\n<li>Man braucht keine gro&szlig;en Reichweiten<\/li>\n<li>Man braucht keine hohen Geschwindigkeiten.<\/li>\n<li>Man braucht keine ausgekl&uuml;gelten Algorithmen, um auch jede unvorhergesehene Situation zu meistern, weil die Fahrzeuge in einem bekannten Gebiet unterwegs sind und das relativ langsam.<\/li>\n<li>Das autonome Fahrzeug w&uuml;rde automatisch zum Laden eine Ladestation ansteuern und bei St&ouml;rungen einen Techniker (und ggf. ein Ersatzfahrzeug) anfordern.<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nStellen wir uns mal eine solche Zukunft vor:<br>\n&nbsp;<br>\nWir (wohnhaft in Hintertupfing) &nbsp;m&ouml;chten am n&auml;chsten Tag in Hamburg eine Kunstausstellung besuchen.<\/p><ul>\n<li>Wir geben in einer App auf unserem Smartphone diese Absicht bekannt.<\/li>\n<li>Wir werden nach einigen Einzelheiten ( Wann m&uuml;sst ihr dort sein? Wieviele seid ihr ? Evtl. Mitfahrer akzeptiert? &nbsp;usw.) &nbsp;gefragt.<\/li>\n<li>Wir erhalten eine detaillierte Reiseplanung.<\/li>\n<\/ul><p>Am n&auml;chsten Tag h&auml;lt zum vereinbarten Zeitpunkt ein autonomes Fahrzeug vor unserer Haust&uuml;r und bringt uns zum n&auml;chsten gr&ouml;&szlig;eren Bahnhof. Von dort aus gelangen wir problemlos nach Hbf Hamburg und dann per autonomem Fahrzeug zu unserem Ziel in Hamburg. Es gibt keine Staus und keine Zugversp&auml;tungen, weil die Gesamtsituation dem Verkehrsleitsystem jederzeit bekannt ist.<br>\n&nbsp;<br>\nJa gut, ich sehe es ein: das ist eine Utopie!<br>\nDas wird niemals so kommen, weil die Autoindustrie das nicht akzeptieren w&uuml;rde. W&auml;re ja auch problematisch, wenn 90% der Wertsch&ouml;pfung in diesem Bereich wegfallen w&uuml;rden. Man br&auml;uchte ja die ganzen Autos, die heute 90% der Zeit nur rumstehen nicht mehr.<br>\nAndererseits: Kann das wirklich so falsch sein, wenn wir in Zukunft nicht mehr so einen&nbsp; riesigen Anteil unserer volkswirtschaftlichen Ressourcen allein auf die Erfordernis, von A nach B zu kommen, konzentrieren w&uuml;rden?<br>\n&nbsp;<br>\nTechnisch ist das alles kein Problem. Dem Inschen&ouml;r ist nix zu schw&ouml;r.<br>\n&nbsp;<br>\nfreundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHerbert Gutzer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>als Science Fiction &ldquo;Fan&rdquo; bin ich mit &ldquo;Autopiloten&rdquo; quasi aufgewachsen. <\/p><p>Zentraler Punkt ist mMn nicht der Autopilot &ldquo;per se&rdquo;, sondern die Haftungsfrage.<br>\nWenn die Autokonzerne die Haftung f&uuml;r alle Sch&auml;den UND die volle juristische Verantwortung &uuml;bernehmen w&uuml;rden, s&auml;he ich darin keine grunds&auml;tzliche Gefahr, denn ein menschlicher Autofahrer macht ebenso Fehler.<\/p><p>Wenn die Autokonzerne die Fehler selbst zu verantworten h&auml;tten, w&auml;re die Motivation zu verbesserten &ldquo;Autopiloten&rdquo; weitaus h&ouml;her. Zudem w&uuml;rde die vorgeschriebene Geschwindigkeit immer eingehalten. :-)<\/p><p>Dann h&auml;tte Elon Musk auch nicht mehr so viel Spa&szlig; an seinen Autos. Denn wenn ein Autopilotfahrzeug einen Unfall verursacht, k&ouml;nnte die weitere Nutzung bis zur Aufkl&auml;rung eingefroren bleiben. Die Kosten f&uuml;r die Ersatzfahrzeuge m&uuml;&szlig;ten ebenso solange von den Autokonzernen getragen werden. <\/p><p>Mit freundlichen Gru&szlig;<br>\nChristian Ventzke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75791\">Hier<\/a> ist nach der Einstellung zur Nutzung von Autopiloten gefragt worden. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75817\">Eine erste Leserbriefsammlung dazu ist hier<\/a> ver&ouml;ffentlicht worden. 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