{"id":76002,"date":"2021-09-14T11:58:30","date_gmt":"2021-09-14T09:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76002"},"modified":"2021-09-21T07:30:53","modified_gmt":"2021-09-21T05:30:53","slug":"wenn-friedrich-merz-mal-dran-waere-klartext-aus-frueheren-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76002","title":{"rendered":"Wenn Friedrich Merz mal dran w\u00e4re: Klartext aus fr\u00fcheren Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Zum Wahlkampf-Team des CDU-Bundeskanzler-Kandidaten Armin Laschet geh&ouml;rt auch der Wunschkandidat der nationalen und internationalen Unternehmer- und Finanzlobby. Schon seit 2017 geh&ouml;rt er zu den engsten Beratern des NRW-Ministerpr&auml;sidenten.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76002#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Aber er muss sich dem inhaltslos-langweiligen Gutmenschen-Gew&auml;sch des laschen Luschi Laschet anpassen. Doch Merz&rsquo; nachhaltige extreme neoliberale Positionen bis in die j&uuml;ngste Vergangenheit zeigen, was hinter der populistischen Fassade schlummert. Wir dokumentieren Ausz&uuml;ge aus dem Kapitel &uuml;ber Merz aus dem aktuellen Buch von <b>Werner R&uuml;gemer<\/b>: &bdquo;BlackRock &amp; Co enteignen! Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht&ldquo; (2021). Belege sind weggelassen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4060\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-76002-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=76002-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210920_Wenn_Friedrich_Merz_mal_dran_waere_Klartext_aus_frueheren_Jahren_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><b>Friedrich Merz und BlackRock: Das passt!<\/b><\/p><p>Merz war von Anfang 2016 bis Dezember 2020 der oberste bezahlte Lobbyist des aktuell gr&ouml;&szlig;ten Kapital-Verwalters im US-gef&uuml;hrten Westen, BlackRock, in Deutschland. Als Merz 2018 CDU-Vorsitzender werden wollte, wurde diese Tatsache zum ersten Mal &ouml;ffentlich erw&auml;hnt und ein bisschen kritisiert &ndash; deshalb trat Merz schlie&szlig;lich 2020 von dieser Funktion zur&uuml;ck, als der Kampf um den CDU-Vorsitz immer heftiger wurde. <\/p><p>2016 war Merz nach Vorgespr&auml;chen mit BlackRock-Chef Fink zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der BlackRock Deutschland AG ernannt worden: Die Aufgabe von Merz sei die eines &bdquo;Active Chairman&ldquo;. Das war also kein gut bezahlter Ruheposten f&uuml;r einen verdienten Manager, wie solche Aufsichtsratsposten in deutschen Unternehmen oft vergeben werden. <\/p><p>Die Aufgabe pr&auml;zisierte der damalige unmittelbare Vorgesetzte von Merz, der Chef von BlackRock Europe in der City of London, David Blumer: &bdquo;Friedrich Merz wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unser Gesch&auml;ft in Deutschland voranzutreiben und dabei eng mit unseren Kunden, Partnern, Regierungsvertretern und Regulierern in Deutschland zusammenarbeiten.&ldquo;<\/p><p><b>Tradition: Die Atlantikbr&uuml;cke und korrupte CDU-Finanzierung<\/b><\/p><p>Merz sollte in Deutschland f&uuml;r seinen neuen Auftraggeber auch &bdquo;sein breites Netzwerk des Thinktanks Atlantikbr&uuml;cke einbringen&ldquo;, berichtete das Handelsblatt. Die Atlantikbr&uuml;cke war 1952 vom damaligen US-Hochkommissar f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland und Wall Street-Banker John McCloy zusammen mit dem Banker Eric Warburg gegr&uuml;ndet worden. Merz war seit 2009 Vorsitzender und blieb dies bis 2019.<\/p><p>Die Atlantikbr&uuml;cke versammelt &ndash; nicht&ouml;ffentlich und im kleinen Kreis von ein paar hundert Bankern, Industriellen und Chefredakteuren etwa der ZEIT &ndash; die deutschen &bdquo;Transatlantiker&ldquo;: Unabh&auml;ngig von Verbrechen der einen oder anderen Seite stehen &bdquo;Deutsche&ldquo; und &bdquo;Amerikaner&ldquo; unverbr&uuml;chlich zueinander. Korruption bei R&uuml;stungsgesch&auml;ften, heimliche Finanzierung von CDU-Politikern geh&ouml;rten zu den T&auml;tigkeiten hochrangiger Mitglieder, etwa des Merz-Vorg&auml;ngers als Vorsitzenden, Walter Leisler Kiep, der zugleich langj&auml;hriger CDU-Spendenbeschaffer und Geldkoffer-Tr&auml;ger zwischen Deutschland und der Schweiz war. Die Atlantikbr&uuml;cke ist Vorbild f&uuml;r die sp&auml;ter, vor allem nach dem Zusammenbruch des Sozialismus, im Dutzend neu gegr&uuml;ndeten deutsch-amerikanischen Thinktanks.<\/p><p>So begleitete Merz das BlackRock-Management ab 2016 zu Kundenterminen, warb auf Investorenkonferenzen und in Finanzmedien f&uuml;r Finanzprodukte seines Auftraggebers und organisierte Gespr&auml;chskreise mit Bundestagsabgeordneten und z.B. den Finanzministern Sch&auml;uble und Scholz.<\/p><p><b>Schon vorher warb Merz f&uuml;r BlackRocks Finanzprodukte<\/b><\/p><p>Merz hatte sich f&uuml;r die Aufgabe als oberster BlackRock-Lobbyist in Deutschland schon lange qualifiziert. Noch als Bundestagsabgeordneter mit acht bezahlten Nebent&auml;tigkeiten in deutschen Unternehmen wurde er 2005 Partner, also Miteigent&uuml;mer der US-Kanzlei Mayer Brown: Sie hatte in D&uuml;sseldorf ihre Deutschland-Filiale eingerichtet.<\/p><p>Die Kanzlei geh&ouml;rte mit Deutscher Bank, US-Banken und anderen US-Kanzleien zu den Partnern der True Sale Initiative (TSI). Sie setzte sich in Deutschland f&uuml;r die Zulassung der u.a. von BlackRock in den USA entwickelten Finanzprodukte ein: verbriefte Immobilienkredite, Index-Aktien, Derivate, strukturierte Wertpapiere. Schon fr&uuml;hzeitig warb Merz auch f&uuml;r die von BlackRock forcierte Privatisierung der Rente mithilfe solcher Geldanlagen.<\/p><p>Mayer Brown bekam 2010 von der Bankenrettungs-Institution der Bundesregierung, Soffin, den Auftrag, die marode Westdeutsche Landesbank (WestLB) zu verkaufen. Tageshonorar f&uuml;r Merz: 5.000 Euro. F&uuml;r den erfolglos abgewickelten Auftrag erhielt die Kanzlei 11 Millionen Euro aus Steuergeldern, Merz erhielt davon 1,9 Millionen. <\/p><p>Merz suchte von sich aus die gesch&auml;ftliche Verbindung zum Londoner Hedgefonds TCI. Der ist als besonders aggressiv bekannt und ziert sich mit dem besonders harmlosen Namen The Childrens Investment Fund. TCI wurde Aktion&auml;r der Deutschen B&ouml;rse und entsandte Merz in den Aufsichtsrat, um den bisherigen Vorstand zu st&uuml;rzen.<\/p><p><b>Cum-Ex-Betr&uuml;gereien in seiner Bank HSBC Trinkaus<\/b><\/p><p>Mit seiner Ernennung zum Vorsitzenden des BlackRock-Aufsichtsrats Deutschland im M&auml;rz 2016 h&auml;tte Merz sich sofort um die Aufkl&auml;rung der Cum-Ex-Gesch&auml;fte von BlackRock in Deutschland k&uuml;mmern m&uuml;ssen. Sie waren zu dieser Zeit ein gro&szlig;es &ouml;ffentliches Thema, auch durch den Cum-Ex-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages.<\/p><p>Bei Cum-Ex-Operationen konnten verm&ouml;gende Kunden mithilfe von Leihaktien, die z.B. BlackRock gegen Geb&uuml;hr verlieh, eine vom Finanzamt einbehaltene Kapitalertragssteuer sich zweimal erstatten lassen. Das betraf auch Kunden der D&uuml;sseldorfer Bank HSBC Trinkaus &amp; Burkhardt. Sie ist eine traditionelle Bank f&uuml;r Verm&ouml;gende des Ruhrgebiets und des Rheinlands, war auch Partner in der TSI-Lobby. Die Bank ist zudem global vernetzt, seit sie von der gr&ouml;&szlig;ten britischen Bank, der <i>Hongkong and Shanghai Banking Corporation<\/i> (HSBC), aufgekauft wurde.<\/p><p>Merz ist seit 2010 Mitglied des Aufsichtsrats und zudem Vorsitzender des wichtigeren Verwaltungsrats: Hier ist die Cr&egrave;me vor allem des rheinischen Geldadels vertreten: Henkel, Haniel, E.ON, Evonik, Deichmann, Gothaer Versicherungen, Pfeifer &amp; Langen, Bertelsmann, Innogy, aber auch Airbus, der baden-w&uuml;rttembergische Multimilliard&auml;r W&uuml;rth (&bdquo;Schrauben-W&uuml;rth&ldquo;), ebenso das CDU- und FAZ-nahe Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach und das Institut f&uuml;r Weltwirtschaft Kiel. Viele verm&ouml;gende Kunden der HSBC waren an Cum-Ex-Betr&uuml;gereien beteiligt.<\/p><p>Merz erkl&auml;rte: Es gab immer die Anweisung des Vorstands: jeder Betrug ist verboten! Cum-Ex-Gesch&auml;fte sind unmoralisch! Der Bankvorstand erkl&auml;rte: Die Bank hat &bdquo;nicht bewusst&ldquo; betrogen, es k&ouml;nne sich lediglich um &bdquo;Alleing&auml;nge&ldquo; einzelner Mitarbeiter handeln. So lauten &uuml;bliche Verharmlosungen.<\/p><p>Merz hat w&auml;hrend der seit 2006 laufenden Cum-Ex-Betr&uuml;gereien nichts zur Aufkl&auml;rung getan. Erst nach der staatsanwaltlichen Razzia im November 2018 am BlackRock-Sitz in M&uuml;nchen versprach Merz, zur Aufkl&auml;rung beitragen zu wollen. Seine Aufgabe w&auml;re es gewesen, dies schon vorher zu tun. Aber auch nachher kam &ndash; nichts. Dagegen: Merz&rsquo; Kanzlei Mayer Brown bietet seit der staatsanwaltlichen Verfolgung der Cum-Ex-Betr&uuml;gereien verm&ouml;genden Kunden ihre Hilfe an, die wegen Cum-Ex-Gesch&auml;ften vor einer m&ouml;glichen Anklage stehen.<\/p><p><b>Abgeordneter Merz klagt gegen Transparenz-Gebot<\/b><\/p><p>Merz hasst Transparenz, sowohl wenn es um seine eigenen Millionen wie auch um die Milliarden seiner Arbeitgeber geht.<\/p><p>Bereits als Bundestagsabgeordneter und CDU-Fraktionsvorsitzender hatte er zahlreiche bezahlte Nebent&auml;tigkeiten in und f&uuml;r Privatunternehmen: AXA Versicherungen, Commerzbank, Deutsche B&ouml;rse, BASF, Interseroh (Abfallentsorgung), M&ouml;ller &amp; F&ouml;rster (Hamburger Baum&auml;rkte), Odewald &amp; Compagnie (deutsche &bdquo;Heuschrecke&ldquo;), Rockwool (gr&ouml;&szlig;ter Hersteller von D&auml;mmstoffen aus Steinwolle), Ernst &amp; Young, Mayer Brown. Deshalb geh&ouml;rte er zu der kleinen Gruppe von Abgeordneten &ndash; drei von der FDP, einer von der CSU, einer von der SPD &ndash;, die gegen die gesetzliche Erh&ouml;hung der Transparenz bei Nebent&auml;tigkeiten von Abgeordneten klagten. Dabei ging es gar nicht einmal um eine vollst&auml;ndige, sondern nur eine relative Transparenz.<\/p><p>Merz hat auch nie bekannt gegeben, wie er im Aufsichtsrat von BlackRock Deutschland bezahlt wurde. Bisher wurde nur bekannt, dass die drei Mitglieder des Aufsichtsrats zusammen 377.000 Euro j&auml;hrlich erhalten. Selbst wenn es unwahrscheinlich ist, dass Merz nur genauso viel erhielt wie die beiden anderen Mitglieder, erhielt er somit mindestens 125.000 Euro. Zus&auml;tzlich hat(te) Merz noch einen Beratervertrag mit BlackRock &ndash; Honorar unbekannt.<\/p><p>&bdquo;<b>Heuschrecken sind gut f&uuml;r Deutschland!&ldquo;<\/b><\/p><p>Merz lobte schon fr&uuml;hzeitig die unregulierten Schattenbanken wie BlackRock, auch die Hedgefonds. Merz lobte auch das Wirken von Private Equity-Fonds (&bdquo;Heuschrecken&ldquo;), die gutgehende Mittelstandsunternehmen kaufen, ausweiden und nach einigen Jahren an die n&auml;chste &bdquo;Heuschrecke&ldquo; weiterverkaufen oder profitabel an die B&ouml;rse bringen. Merz behauptete entgegen der Faktenlage, die &bdquo;Heuschrecken&ldquo; h&auml;tten zus&auml;tzliche Arbeitspl&auml;tze in Deutschland geschaffen. &bdquo;Gut, dass wir nun auch in Deutschland &lsquo;Heuschrecken&rsquo; haben!&ldquo;<\/p><p>Bekanntlich ist das Gegenteil der Fall &ndash; in den etwa 10.000 seit dem Jahre 2000 in Deutschland durch &bdquo;Heuschrecken&ldquo;-Investoren wie Blackstone, KKR, Fortress, Cerberus, Carlyle, EQT aufgekauften und verwerteten Unternehmen sind hunderttausende Arbeitspl&auml;tze abgebaut worden.<\/p><p>&bdquo;<b>Steueroasen erh&ouml;hen die Rendite&ldquo;<\/b><\/p><p>Merz lobte fr&uuml;hzeitig die Vorteile von Steueroasen: &bdquo;Viele dieser Fonds haben ihren Sitz in Steueroasen und erh&ouml;hen so die Rendite ihrer Investoren.&ldquo;<\/p><p>Da folgt kein Nachsatz, dass dadurch die Staaten der Steuerpflichtigen verarmen, dass die Infrastruktur an &ouml;ffentlichem Verkehr, Gesundheitssystem, Schulen, Sozialwohnungen, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung verf&auml;llt bzw. durch die gelobten Investoren privatisiert und verteuert wird.<\/p><p><b>Berater von NRW-Ministerpr&auml;sident Laschet<\/b><\/p><p>Nach der Berufung zum Aufsichtsrat und Berater von BlackRock Deutschland wurde Merz 2017 Chefberater der strategisch wichtigen Landesregierung von NRW, dem bev&ouml;lkerungsreichsten und industriell dichtesten Bundesland. Hier ist auch der gr&ouml;&szlig;te CDU-Landesverband heimisch. Die Regierung aus CDU und FDP unter Ministerpr&auml;sident Armin Laschet (CDU) war f&uuml;r die Interessen des besonders verm&ouml;genden Klientels und f&uuml;r US-Investoren besonders aufgeschlossen.<\/p><p>Merz wurde unmittelbar bei der NRW-Staatskanzlei als Berater angesiedelt. Seine offizielle Zust&auml;ndigkeit galt dem Brexit und den Folgen f&uuml;r NRW. 2017 wurde Merz &uuml;berfallartig als Aufsichtsrats-Vorsitzender des Flughafens K&ouml;ln-Bonn eingesetzt, verbunden mit dem Rauswurf des bisherigen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers. Durchgesetzt hatte dies die Landesregierung, Mitgesellschafter des Flughafens. Sie wollte ihre Anteile verkaufen, privatisieren. BlackRock ist Gro&szlig;aktion&auml;r von Fluglinien wie Ryan Air, Deutsche Post DHL und Lufthansa, die den Flughafen zu m&ouml;glichst g&uuml;nstigen Konditionen nutzen wollen &ndash; BlackRock ist in den genannten drei Unternehmen Gro&szlig;aktion&auml;r wie auch in anderen wichtigen Fluggesellschaften. <\/p><p>Gleichzeitig l&ouml;ste die NRW-Landesregierung aus CDU\/FDP unter Laschet die bei der verm&ouml;genden Klientel gef&uuml;rchtete Wuppertaler Steuerfahndung auf: Sie hatte unter der vorherigen, SPD-gef&uuml;hrten Landesregierung auch mithilfe von angekauften CDs aus der Schweiz tausende Steuerhinterzieher dingfest gemacht und dem Staat zu Milliarden-Einnahmen verholfen. Das ist nun vorbei.<\/p><p>Merz verschaffte BlackRock Zugang zur Pensionsverwaltung des Bundeslandes. Auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen-Abgeordneten Horst Becker und Johannes Remmel gestand die Landesregierung ein: F&uuml;r den Pensionsfonds des Landes NRW wurden bis 2019 ETF-Indexfonds von BlackRock zugekauft.<\/p><p><b>L&uuml;gen kann er: Der Multi-Million&auml;r als &bdquo;gehobene Mittelschicht&ldquo;<\/b><\/p><p>Merz versuchte auf primitive Weise, die eigenen Einkommens- und Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse zu verschleiern und zu verharmlosen. Er geh&ouml;re &bdquo;zur gehobenen Mittelschicht, keinesfalls zu dieser kleinen, sehr verm&ouml;genden, sehr wohlhabenden Oberschicht&ldquo;, erkl&auml;rte er. Das trifft teilweise zu: Merz geh&ouml;rt nicht zu der von BlackRock vorrangig vertretenen Oberschicht der Multimilliard&auml;re und dreistelligen Multimillion&auml;re. Richtig ist vielmehr: Merz ist als kleiner zweistelliger Multi-Million&auml;r ihr hochbezahlter Dienstbote.<\/p><p>Merz l&uuml;gt: Die &bdquo;gehobene Mittelschicht&ldquo; wird im allgemeinen Sprachgebrauch bei etwa 8.000 bis 10.000 Euro pro Monat angesetzt. Doch Merz liegt weit dar&uuml;ber. Auf Dr&auml;ngen des Gossenblattes BILD-Zeitung aus dem reichen Springer-Konzern, das Merz&rsquo; angeschlagenes Image reparieren wollte, behauptete er: Ich verdiene &bdquo;eine Million Euro pro Jahr&ldquo;.<\/p><p>Allein im Aufsichtsrat von BlackRock Deutschland &ndash; selbst, wenn er nur das unterstm&ouml;gliche Einkommen von 125.000 Euro pro Jahr hatte, verdiente er mehr als ein Mitglied der &bdquo;gehobenen Mittelschicht&ldquo;. Hinzu kamen oder kommen aber seine etwa zwei Dutzend weiteren Aufsichtsratsmandate, seien sie aktuell oder aus fr&uuml;heren Jahren, z.B.: Bei der Deutschen B&ouml;rse bekam er 100.000 j&auml;hrlich. Im Jahr 2020 waren dies 80.000 bei der WEPA Industrieholding S.E., 75.000 bei der HSBC Trinkaus &amp; Burkhardt und 14.000 bei Flughafen K&ouml;ln\/Bonn GmbH. Seit 2006 ist Merz Mitglied des Verwaltungsrats des Schweizer Zugherstellers Stadler: Beim B&ouml;rsengang 2019 verdiente Merz 5,7 Millionen Euro.<\/p><p>Hinzukommen Merz&rsquo; Eink&uuml;nfte aus seiner Kanzlei in Arnsberg\/Sauerland und aus der US-Kanzlei Mayer Brown in D&uuml;sseldorf. Als Miteigent&uuml;mer der Kanzlei Mayer Brown verdiente er 2010 etwa bei der (erfolglosen) Beratung zum Verkauf der WestLB 5.000 Euro pro Tag, insgesamt 1,98 Millionen.<\/p><p>F&uuml;r die von ihm gezeichneten etwa 100 Meinungsartikel in der Unternemher-Postille Handelsblatt w&auml;hrend der letzten beiden Jahrzehnte d&uuml;rften nebenbei etwa 200.000 Euro zusammengekommen sein &ndash; Peanuts am Rande. Ebenso Vortr&auml;ge f&uuml;r 7.000 Euro beim Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fer&ldquo; KPMG, bei der Unternehmensberatung Zehnder International und bei der Markant AG.<\/p><p>Wesentlich ist aber in diesem Milieu nicht das j&auml;hrliche berufliche Einkommen, sondern das Einkommen aus Verm&ouml;gen, das bei Merz in zweistelliger Millionenh&ouml;he liegen d&uuml;rfte. Es kann vermutet werden, dass es bei solchen &bdquo;Verm&ouml;gensverwaltern&ldquo; wie BlackRock und Blackstone angelegt ist: Sie versprechen Renditen zwischen 5 und 15 Prozent pro Jahr, auch solchen Vorzugskunden, die zudem noch als Lobbyisten t&auml;tig sind.<\/p><p>Noch wesentlicher ist allerdings die Frage: Wie wurde und wird dieser Reichtum erwirtschaftet? Mithilfe von Niedrigl&ouml;hnen, Steuerflucht, staatlichen Subventionen, Monopolpreisen, &uuml;berh&ouml;hten Einkommen von Aufsichtsr&auml;ten und Vorst&auml;nden, Insider-Praktiken, Komplizenschaft von Regierungen und Aufsichtsbeh&ouml;rden? Also genau mit den Praktiken, die auch dem Auftraggeber BlackRock zu den Supergewinnen zugunsten seiner superreichen KundInnen verhelfen.<\/p><p><b>Dienstbote der Multi-Milliard&auml;re: Zwei Privatjets, Ferienhaus, Zigarre<\/b><\/p><p>Multi-Million&auml;r Merz geh&ouml;rt also zur Oberschicht, aber nur zu deren unterem Rand. &Uuml;ber seinem unmittelbaren Chef, der die BlackRock-Europa-Niederlassung in London leitete und der mehr verdiente, agiert noch BlackRock-Chef Fink in New York. Der bekommt allein mit seiner nominellen j&auml;hrlichen Hauptverg&uuml;tung von 30 Millionen US-Dollar in einem Jahr so viel wie Merz in seinen letzten beiden gierigen Lebensjahrzehnten zusammengerafft haben d&uuml;rfte. <\/p><p>Gerade deshalb muss der kleine Multi-Million&auml;r Merz mit vordergr&uuml;ndigen Klischee-Attit&uuml;den in seinem gro&szlig;-kleinen Milieu, etwa des Rotary-Clubs Arnsberg, sich gro&szlig;tun, mit zwei Privatjets, mit Ferienhaus am Tegernsee, &ndash; so primitiv ist es &ndash; mit dicken Zigarren und teurem Rotwein, wie das Handelsblatt berichtet &ndash; was er allerdings vor den f&uuml;r besonders dumm verkauften CDU-Mitgliedern und umworbenen CDU-W&auml;hlern schamhaft versteckt.<\/p><p><b>Keine Wirtschafts-Kompetenz<\/b><\/p><p>Merz selbst wirbt f&uuml;r sich: Ich verf&uuml;ge &uuml;ber Wirtschafts-Kompetenz! Und seine Unterst&uuml;tzer aus dem CDU-Wirtschaftsrat (dessen Vizepr&auml;sident er ist), aus den Unternehmer-Lobbyverb&auml;nden BDI und BDA und DIHT und aus den Verb&auml;nden der Immobilien- und Finanz- und Auto- und Pharma- und R&uuml;stungsindustrie und aus FAZ und BILD und WELT und dem K&ouml;lner Stadt-Anzeiger: alle loben die &bdquo;Wirtschaftskompetenz&ldquo; ihres Lieblings.<\/p><p>Aber der ach so &bdquo;wirtschaftskompetente&ldquo; Merz hat keine Ahnung von den Mechanismen der &bdquo;Wirtschaft&ldquo;. Beispiel Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007: Merz hat alle Vorzeichen nicht erkannt und ist blind &uuml;berrascht worden. Es war sogar so: Er warb f&uuml;r &bdquo;mehr Kapitalismus wagen&ldquo; (so der Titel seines Buches), und geh&ouml;rte in seinen Aufsichtsr&auml;ten und in seinen Lobbygruppen und in der Regierungspartei CDU auch ideologisch-politisch zu den Verursachern der Finanzkrise.<\/p><p>Zu dieser Krise erkl&auml;rte Merz, zusammen mit dem gleichgesinnten Wolfgang Clement (Ex-SPD): &bdquo;Insgesamt wurde in weniger als 20 Jahren ein so komplexes System an Abh&auml;ngigkeiten, Produkten, Bewertungen und M&auml;rkten geschaffen, dass niemand mehr den Grad an wechselseitiger Abh&auml;ngigkeit durchschaute. Als der amerikanische Immobilienmarkt zusammenbrach, hatte niemand erwartet oder auch nur vage geahnt, dass damit die gesamte westliche Wirtschaft an den Rand des Abgrunds gef&uuml;hrt wurde.&ldquo; <span style=\"font-size: medium;\">&bdquo;Niemand&ldquo;! Niemand in Merz&rsquo; Milieu durchschaute die Entwicklung, &bdquo;niemand&ldquo; erwartete sie &ndash; Merz gesteht es selbst ein. &bdquo;Alle&ldquo;, d.h. Merz und sein kleine radikale Minderheit, waren blind beim Wagen von noch mehr Kapitalismus, und Merz war mitten und vorne unter den Blinden. <\/span><\/p><p><b>Im Beirat der Betrugsberater Ernst&amp;Young<\/b><\/p><p>Merz ist im Beirat der Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fungs&ldquo;gesellschaft Ernst &amp; Young. Sie geh&ouml;rt zu den mitverdienenden Verursachern der Finanz- und Wirtschaftskrise. Sie war Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fer&ldquo; der maroden Wall Street-Bank Lehman Brothers, hat bis zuletzt und gut bezahlt deren Bilanzen gesch&ouml;nt. Diese &bdquo;Leistung&ldquo; hat Ernst&amp;Young zugunsten der Gro&szlig;betr&uuml;ger von Wirecard in den letzten Jahren glanzvoll wiederholt. <\/p><p><b>Noch einige <\/b><b>markante Positionen<\/b><\/p><p>Bei der Bewerbung um den CDU-Vorsitz und dann besonders bei der Aufnahme in das Wahlkampf-Team des CDU-Kanzlerkandidaten musste sich Merz dem Softspeak &agrave; la Merkel und Laschet anpassen. Was er aber drauf hat, wenn er mal k&ouml;nnte, wird an einigen extrem neoliberalen Postionen deutlich &ndash; hier eine Auswahl: <\/p><p><b>Kein Mindestlohn!<\/b><\/p><p>Merz geh&ouml;rte zu denjenigen, die selbst vor dem viel zu niedrigen Mindestlohn bis zuletzt warnten: Der Mindestlohn &bdquo;w&uuml;rde Besch&auml;ftigung kosten&ldquo; und den Wirtschaftsstandort Deutschland sch&auml;digen. F&uuml;r Merz ist dagegen &bdquo;Amerika&ldquo; &ndash; er meinte die USA &ndash; die &bdquo;gro&szlig;e Faszination&ldquo;, auch wegen des &bdquo;flexiblen Arbeitsmarkts&ldquo;.<\/p><p><b>K&uuml;ndigungsschutz abschaffen!<\/b><\/p><p>Der K&uuml;ndigungsschutz soll abgeschafft werden, die 40-Stunden-Woche soll durch die 42-Stunden-Woche ersetzt werden.<\/p><p><b>132 Euro f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger reicht!<\/b><\/p><p>Merz hielt immer den Arbeitsmarkt f&uuml;r &bdquo;&uuml;berreguliert&ldquo;. Die Hartz-Gesetze begr&uuml;&szlig;te er, aber bezeichnete sie als nicht entschieden genug. In einer Rede vor der Klausurtagung der FDP-Bundestagsfraktion pl&auml;dierte er 2008 f&uuml;r eine Beschr&auml;nkung der Sozialleistungen. Merz verteidigte den Vorschlag aus der &bdquo;Chemnitzer Studie&ldquo;, wonach ein Hartz-IV-Satz von 132 Euro pro Monat ausreichend sei.<\/p><p><b>Staatliche Subventionen f&uuml;r die Rente: nein! F&uuml;r Unternehmen: ja bitte!<\/b><\/p><p>Im Allgemeinen polemisiert Merz gegen staatliche Subventionen, insbesondere bei den Sozialversicherungen, etwa bei der Rente. Gegen Subventionen f&uuml;r marode Banken und staatliche Bankenrettung hat er aber nichts einzuwenden. So bekam die insolvente Commerzbank &ndash; Beiratsmitglied: Friedrich Merz &ndash; 18,2 Mrd. Euro Staatshilfe, die Bank-Topmanager bekamen 120 Millionen an Boni ausgezahlt.<\/p><p>Auch Unternehmen sollen Subventionen mitnehmen, wo sie sie kriegen k&ouml;nnen. Zur Verlegung des Nokia-Handy-Betriebs aus Deutschland nach Rum&auml;nien schrieb Merz: &bdquo;In Osteuropa winken geringere Personalkosten und Subventionen. Dieser Handy-Hersteller hat vor wenigen Jahren genau solche Subventionen f&uuml;r sein Werk in Deutschland erhalten, wie er sie jetzt in Osteuropa wieder bekommt. Mit welcher Begr&uuml;ndung soll ein Unternehmen diese Subventionen hier nehmen und dort ablehnen?&ldquo;<\/p><p><b>H&ouml;here Mehrwertsteuer!<\/b><\/p><p>Die gro&szlig;e Koalition unter Angela Merkel &ndash; Merz war CDU-Fraktionsvorsitzender &ndash; brach ihr Wahlversprechen und erh&ouml;hte die Mehrwertsteuer auf einen Schlag um 3 Prozent, von 16 auf 19 Prozent. &bdquo;Nach wie vor halte ich auch die Anhebung der Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres 2007 f&uuml;r grunds&auml;tzlich richtig.&ldquo;<\/p><p><b>Zahnersatz privat versichern!<\/b><\/p><p>Die Staatshaushalte stehen &bdquo;im W&uuml;rgegriff der Sozialausgaben&ldquo;, so der Lobbyist. Dabei beruft er sich auch auf den rechtsradikalen Banker Thilo Sarrazin, der vor der &bdquo;Zuwanderung in die Sozialsysteme&ldquo; warnt.<\/p><p>Deshalb sollen bei der Krankenversicherung die Beitr&auml;ge gesenkt werden, sie soll nur eine Basisversicherung f&uuml;r das Allern&ouml;tigste sein. Deshalb zum Beispiel: &bdquo;Der Zahnersatz k&ouml;nnte aus dem Leistungskatalog wieder herausgenommen werden.&ldquo;<\/p><p><b>Alle Sozialversicherungen privatisieren!<\/b><\/p><p>Merz will nicht nur die Renten-, sondern alle vier Sozialversicherungen privatisieren: Kranken-, Renten-, Arbeitslosigkeits- und Pflegeversicherung. Die gesetzlich bestehenden Rest-Versicherungen sollen f&uuml;r eine &Uuml;bergangszeit lediglich eine &bdquo;Basisversorgung&ldquo; bringen.<\/p><p><b>Private Rente mit BlackRock-Finanzprodukten!<\/b><\/p><p>Rentenversicherung: Die Beitr&auml;ge sollen gesenkt werden, auch sie soll nur eine Basissicherung sein. Als Ersatz wird privatisiert: &bdquo;Was fehlt, muss durch eine kapitalgedeckte private und betriebliche Altersvorsorge erreicht werden.&ldquo; Nach seiner Ernennung als Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland trat er f&uuml;r das roboterisierte BlackRock-Finanzprodukts ETF ein.<\/p><p><b>ArbeitsArmut ist unausweichlich &ndash; aber die Armen sollen Aktien kaufen!<\/b><\/p><p>Merz konstatiert die wachsende Arbeits-Armut als unausweichlich: &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns an den Gedanken gew&ouml;hnen (und im Stillen haben wir dies l&auml;ngst getan), dass wir auf Dauer eine bestimmte Zahl von prek&auml;ren Einkommens- und Besch&auml;ftigungs-Verh&auml;ltnissen behalten werden.&ldquo; Und ebenso unvermeidlich: &bdquo;Der Anteil der Arbeitseinkommen am Sozialprodukt wird tendenziell abnehmen, der Anteil der Einkommen aus Kapital ebenso tendenziell zunehmen.&ldquo; Die L&ouml;sung: Die Arbeitenden sollen mehr Aktien kaufen und Aktion&auml;re werden.<\/p><p><b>Gewerkschaften: &bdquo;Den Sumpf trockenlegen!&ldquo;<\/b><\/p><p>Merz forderte als CDU-Fraktionsvize die Schw&auml;chung der &bdquo;Gewerkschaftsmacht&ldquo;, weil sie den Wirtschaftsstandort Deutschland gef&auml;hrde. &bdquo;Die Gewerkschaften m&uuml;ssen sich aus den Betrieben sp&uuml;rbar zur&uuml;ckziehen.&ldquo;<\/p><p>Merz bezeichnete die bescheidenen Mitbestimmungsm&ouml;glichkeiten im Unternehmen als &bdquo;Fremdbestimmung&ldquo; und als &bdquo;Sumpf&ldquo;. Die Mitbestimmung m&uuml;sse deshalb eingeschr&auml;nkt werden, und dar&uuml;ber d&uuml;rfe eine Regierung auch nicht mit den Gewerkschaften verhandeln: &bdquo;Wenn man einen Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Fr&ouml;sche fragen.&ldquo; <\/p><p><b>Fossile Energietr&auml;ger sind klimagerecht!<\/b><\/p><p>Merz agitierte f&uuml;r die Beibehaltung der Kohle, Braunkohle und Atomkraft als Energiequellen. Er geh&ouml;rte 2010 zu den 40 Unterzeichnern des &bdquo;energiepolitischen Appells&ldquo;, der sich gegen die ohnehin vorsichtige Klimapolitik des Umweltministers Norbert R&ouml;ttgen wandte. Der hatte zu einem &bdquo;klimagerechten Strukturwandel&ldquo; aufgerufen. Angesto&szlig;en war der Appell von den Energiekonzernen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW und unterst&uuml;tzt von den Vorstandschefs der Chemiekonzerne Bayer und BASF sowie der Deutschen Bank und vom BDI.<\/p><p><b>Private Hochschulen und Privatschulen!<\/b><\/p><p>Gegen&uuml;ber den &uuml;berlaufenen und in der Ausstattung maroden staatlichen Hochschulen zeigen f&uuml;r Merz die privaten Universit&auml;ten, &bdquo;dass es auch anders geht&ldquo;. Die hohen Studiengeb&uuml;hren w&uuml;rden, so Merz, zumindest teilweise durch Stipendien kompensiert. Leider w&uuml;rde in Deutschland bisher die &bdquo;Neugr&uuml;ndung von Privatschulen systematisch erschwert und die Erhebung von Schulgeld begrenzt.&ldquo; F&uuml;r die Universit&auml;ten nimmt Merz die US-Eliteuniversit&auml;t Harvard &ndash; sie hat nur 20.000 Studenten, die streng ausgew&auml;hlt sind und mehrere zehntausend Dollar pro Jahr zahlen &ndash; zum Vorbild, die aus einem Stiftungskapital von 35 Mrd. Dollar mitfinanziert wird. Merz bef&uuml;rwortet in Deutschland Studiengeb&uuml;hren von 1.000 Euro im Jahr, Schulgeld und das Bauen und Betreiben der Geb&auml;ude nach dem Muster von Public Private Partnership (PPP).<\/p><p>Merz betrachtet die &bdquo;Internationale Schule Ruhr&ldquo; als Vorbild: Hier betr&auml;gt das j&auml;hrliche Schulgeld je nach Sch&uuml;leralter zwischen 10.800 und 14.800Euro.<\/p><p>Das Schulgeld soll vom Staat steuerlich beg&uuml;nstigt werden.<\/p><p><b>Ein Nazi ist kein Nazi, wenn er gleichzeitig katholisch ist!<\/b><\/p><p>2004 erkl&auml;rte Merz &ouml;ffentlich, ihn &bdquo;packe das Grausen&ldquo;, als in seiner sauerl&auml;ndischen Geburtsstadt Brilon ein SPD-Politiker zum B&uuml;rgermeister gew&auml;hlt wurde. Der &bdquo;rote B&uuml;rgermeister&ldquo; m&uuml;sse abgew&auml;hlt werden. Denn dort im sch&ouml;nen Rathaus habe sein Gro&szlig;vater Josef Paul Sauvigny bis 1937 als B&uuml;rgermeister residiert. Merz rief zum &bdquo;Sturm auf das rote Rathaus&ldquo; auf. <\/p><p>Danach wurde aufgedeckt, dass Sauvigny, bis 1933 Mitglied der katholischen Zentrumspartei, 1933 in die SA und 1938 nach seiner altersbedingten Pensionierung in die NSDAP eingetreten war. 1933 hatte er Hitler begr&uuml;&szlig;t: Hitler ist heute &bdquo;eine Kraft, die uns leitet, ein F&uuml;hrer, der uns ruft.&ldquo; 1937 war er von den Nazis mit Lob in die Pension verabschiedet worden: &bdquo;Sein Amt verwaltete er stets im nationalsozialistischen Geiste.&ldquo; Auch f&uuml;r die Umsetzung der Juden-Gesetze hatte er sich stark gemacht. Doch Merz besch&ouml;nigte und log nach Einblick in die Dokumente: &bdquo;Mein Gro&szlig;vater ist kein Nationalsozialist gewesen&ldquo; &ndash; er sei ja Katholik geblieben. <\/p><p><b>Gegen Russland und China aufr&uuml;sten!<\/b><\/p><p>Merz verteidigt die von den US-Pr&auml;sidenten Obama, Trump und Biden geforderte Aufstockung der Milit&auml;rhaushalte der europ&auml;ischen NATO-Mitglieder, weil die USA f&uuml;r die Aufr&uuml;stung gegen Russland und vor allem China noch mehr Geld brauchen.<\/p><p>Schon 2018 bezeichnete Merz vor Wirtschaftsanw&auml;lten in der Schweiz die &bdquo;zunehmend aggressiven Staaten China und Russland&ldquo; als gr&ouml;&szlig;te Gefahren. Der Kampf gegen Terrorismus und f&uuml;r Demokratie sei auf der Grundlage gemeinsamer Werte mit den USA zu f&uuml;hren, schrieb er in der Zeitschrift des Rotary-Clubs. &bdquo;Nur die USA k&ouml;nnen dank ihrer milit&auml;rischen St&auml;rke die Freiheit verteidigen und f&uuml;r die Weltordnung sorgen.&ldquo;<\/p><p>Titelbild: Screenshot ZDF<\/p><p><i>Gek&uuml;rzter Auszug aus Werner R&uuml;gemer: BlackRock &amp; Co enteignen! Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht. Nomen Verlag Frankfurt\/Main 2021, 176 Seiten, 12 Euro.<\/i><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/edfee976745e4154b23d84db5259c1f3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Der neue <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69152\">CDU-Vorsitzende Armin Laschet: Gelernter Mehrfach-Populist &ndash; mit Hinterm&auml;nnern<\/a>, www.nachdenkseiten.de 25.1.2021<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Wahlkampf-Team des CDU-Bundeskanzler-Kandidaten Armin Laschet geh&ouml;rt auch der Wunschkandidat der nationalen und internationalen Unternehmer- und Finanzlobby. Schon seit 2017 geh&ouml;rt er zu den engsten Beratern des NRW-Ministerpr&auml;sidenten.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76002#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Aber er muss sich dem inhaltslos-langweiligen Gutmenschen-Gew&auml;sch des laschen Luschi Laschet anpassen. 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