{"id":7623,"date":"2010-12-03T09:25:30","date_gmt":"2010-12-03T08:25:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7623"},"modified":"2010-12-03T09:25:30","modified_gmt":"2010-12-03T08:25:30","slug":"hinweise-des-tages-1279","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7623","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Fehlgeleitete Stabilit&auml;tspakt-Debatte; Euro-Krise; Gesellschaft als Geisel der Finanzinstitute; Fed gab deutschen Banken Hunderte Milliarden; Anteil der L&ouml;hne am Volkseinkommen wieder gesunken; Pleitegeier &uuml;ber Privathaushalten; vom Fachkr&auml;ftemangel in Ostdeutschland zum Comeback des Fl&auml;chentarifvertrages?; Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Statistische Bundesamt; gebrochene Erwerbsbiografien, atypische Besch&auml;ftigung und drohende Altersarmut; Pflegebeitrag muss schon 2014 steigen; Kampf gegen Wikileaks; Stuttgart 21; Macht es Scholz doch mit Links?; Maschmeyer gr&uuml;ndet Pharmafirma in M&uuml;nchen; die M&auml;r vom faulen Sch&uuml;ler widerlegt; wissenschaftliche Karrieren; CHE-Ranking-Ausstieg; renommierter Schulbuchverlag vertreibt neoliberales Unterrichtsmaterial; die Fifa macht den Fu&szlig;ball kaputt; China forciert seine eigene Kernkraftindustrie; zu guter Letzt: Summa-Summarum mit Beise &amp; Sloterdijk (MB\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nDieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert. Hier die &Uuml;bersicht: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Sebastian Dullien: Fehlgeleitete Stabilit&auml;tspakt-Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Euro-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Gesellschaft als Geisel der Finanzinstitute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Fed gab deutschen Banken Hunderte Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">WSI: Anteil der L&ouml;hne am Volkseinkommen wieder gesunken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Pleitegeier &uuml;ber Privathaushalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Vom Fachkr&auml;ftemangel in Ostdeutschland zum Comeback des Fl&auml;chentarifvertrages?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Statistische Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Gebrochene Erwerbsbiografien, atypische Besch&auml;ftigung und drohende Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Pflegeversicherung: Pflegebeitrag muss schon 2014 steigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kampf gegen Wikileaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Macht es Scholz doch mit Links?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Maschmeyer gr&uuml;ndet Pharmafirma in M&uuml;nchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Die M&auml;r vom faulen Sch&uuml;ler widerlegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wissenschaftliche Karrieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">CHE-Ranking-Ausstieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Renommierter Schulbuchverlag vertreibt neoliberales Unterrichtsmaterial<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Die Fifa macht den Fu&szlig;ball kaputt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">China forciert seine eigene Kernkraftindustrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Zu guter Letzt: Summa-Summarum mit Beise &amp; Sloterdijk<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7623&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sebastian Dullien: Fehlgeleitete Stabilit&auml;tspakt-Debatte<\/strong><br>\nVor allem aber h&auml;tten die versch&auml;rften Haushaltsregeln die Krisenf&auml;lle Irland und Spanien nicht verhindert. Diese L&auml;nder hatten bis vor der Krise sogar Haushalts&uuml;bersch&uuml;sse. Hier war das Problem, dass das Wirtschaftswachstum vor der Krise von einem nicht dauerhaft nachhaltigen Verschuldungs-, Immobilienund Bauboom getragen wurde &hellip;<br>\nNeben den Fehlbetr&auml;gen im Haushalt ist das nominale Wirtschaftswachstum n&auml;mlich ein zentraler Bestimmungsfaktor f&uuml;r die Schuldendynamik. Ist das Wachstum h&ouml;her, stabilisiert sich die Schuldenquote (gemessen als Schulden relativ zum BIP) automatisch auf einem niedrigeren Niveau &hellip;<br>\nPortugal, Irland, Spanien und Griechenland aber haben in den vergangenen Jahren so viel an preislicher Wettbewerbsf&auml;higkeit verloren, dass sie auf absehbare Zeit kaum Wachstum aus<br>\ndem Export generieren d&uuml;rften. Zugleich schw&auml;chelt wegen der Sparprogramme die inl&auml;ndische Nachfrage. Die L&auml;nder sind in einer Wachstumsfalle gefangen.<br>\nDiese Fehlentwicklung kann nur korrigiert werden, wenn in den Euro-Peripherie-L&auml;ndern die Lohnsteigerungen f&uuml;r mehrere Jahre hinter der Produktivit&auml;tsorientierung zur&uuml;ckbleiben.<br>\nGleichzeitig m&uuml;ssten die L&ouml;hne in Deutschland f&uuml;r einige Zeit schneller als die Produktivit&auml;tszuw&auml;chse plus Zielinflation steigen.<br>\nSo w&uuml;rden langsam sowohl die Divergenzen in der Wettbewerbsf&auml;higkeit als auch die enormen Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum verschwinden. Die Krisenl&auml;nder k&ouml;nnten wieder<br>\nwachsen. Nur so ist eine Sanierung der Staatsschulden zu erreichen und eine neue Krise zu vermeiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2010_12_kommentar.pdf\">WSI Mitteilungen [PDF &ndash; 161 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Euro-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gr&uuml;nes Licht f&uuml;r Irland-Hilfe &ndash; Merkel abgeblockt<\/strong><br>\nWegen seiner Bankenkrise hatte Irland vor einer Woche als erstes Land Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm beantragt, der als Reaktion auf die Schuldenkrise in Griechenland eingerichtet worden war. Irland soll nach eigenen Angaben zu dem Rettungsplan 17,5 Milliarden Euro an eigenen Mitteln beisteuern. Die Regierung verpflichtete sich, dazu die R&uuml;cklagen f&uuml;r Renten anzuzapfen. Von internationaler Seite steuert der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) 22,5 Milliarden Euro bei.<br>\nDer durchschnittliche Zinssatz f&uuml;r die internationalen Hilfen sollen im Schnitt bei 5,8 Prozent liegen. Dies ist mehr als Griechenland zahlen musste, das im Fr&uuml;hjahr vor dem Staatsbankrott gerettet werden musste. Athen hatte damals noch einen Zinssatz von 5,2 Prozent bekommen.<br>\nEin betr&auml;chtlicher Teil des Geldes aus dem Hilfspaket soll in den Bankensektor flie&szlig;en, der Rest in die Sanierung des Staatshaushaltes.<br>\nDie 16 Finanzminister der Euro-Zone einigten sich zudem darauf, dass ab Mitte 2013 Privatgl&auml;ubiger bei Rettungsaktionen f&uuml;r angeschlagene EU-Staaten beteiligt werden k&ouml;nnen &ndash; aber nicht m&uuml;ssen. Anders als jetzt vereinbart, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert, dass die privaten Gl&auml;ubiger automatisch an den Hilfsma&szlig;nahmen beteiligt werden sollen. Das hatte f&uuml;r erhebliche Unruhe an den Finanzm&auml;rkten gesorgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/irland292.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Steigende Nervosit&auml;t in Italien<\/strong><br>\nIn Rom wird bef&uuml;rchtet, dass auch noch Italien ins Visier der Spekulation geraten k&ouml;nnte, obschon es besser als Portugal, Irland, Griechenland und Spanien dastehe. Die Risikopr&auml;mien f&uuml;r Italiens Staatsanleihen haben neue Rekordh&ouml;hen erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/steigende_nervositaet_in_italien_1.8534677.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Auch in Belgien werden die Sorgenfalten tiefer<\/strong><br>\nBegonnen haben sie in angels&auml;chsischen Medien, fortgesetzt wurden sie von einheimischen Bl&auml;ttern: Spekulationen dar&uuml;ber, ob demn&auml;chst auch Belgien in den Strudel der Schuldenkrise geraten k&ouml;nnte. Zwar hat die staatliche Schuldenagentur am Montag problemlos 2 Mrd. &euro; am Markt aufgenommen. Doch die Renditen f&uuml;r zehnj&auml;hrige belgische Staatsanleihen sind in den letzten Tagen wiederholt &uuml;ber 4% gestiegen. Ihr Hochschnellen zeigt die Nervosit&auml;t der M&auml;rkte, auch wenn der Risikozuschlag gegen&uuml;ber deutschen Anleihen deutlich unter jenem f&uuml;r Portugal oder Spanien geblieben ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/auch_in_belgien_werden_die_sorgenfalten_tiefer_1.8534733.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Ger&auml;t Frankreich ebenfalls in den Euro-Strudel<\/strong><br>\nDer Strudel um die Euro-Staatsschulden hat Belgien und Spanien erfasst, nicht aber Frankreich. Nach Paris hat nun auch Standard &amp; Poor&rsquo;s eine drohende Herabstufung der AAA-Bonit&auml;t des Landes in Abrede gestellt. Doch keine Bonit&auml;t ist in Stein gemeisselt. In diesem Sinne &auml;usserte sich in den vergangenen Tagen in Paris Deven Sharma von Standard &amp; Poor&rsquo;s. Gegenw&auml;rtig muss Frankreich 0,48% mehr f&uuml;r zehnj&auml;hrige Staatsanleihen hinlegen als Deutschland, was einem &laquo;Spread&raquo; von 48 Punkten entspricht; das ist zwar dreimal mehr als noch zu Beginn des Jahres, aber nur ein Bruchteil der Aufpreise, die f&uuml;r die peripheren Probleml&auml;nder der Euro-Zone oder Belgien (derzeit 139 Punkte) verlangt werden. Zu Beginn der Woche hatte die Regierung in Paris betont, dass Frankreich keinem Risiko ausgesetzt sei und auch nicht mit Portugal oder Spanien verglichen werden d&uuml;rfe. Zweifel, die unter anderen von Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde in Abrede gestellt worden sind, wurzeln in der Regel in der Einsch&auml;tzung, dass sich Frankreichs Kennzahlen zu Staatsschuld und Haushalt nicht besser ausnehmen als im Nachbarland Spanien. Der &Ouml;konom Nouriel Roubini erregte hierzulande denn auch mit der Aussage Aufsehen, wonach Frankreich auch wegen seiner Unf&auml;higkeit zu Reformen nicht besser dastehe als die iberischen L&auml;nder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/geraet_frankreich_ebenfalls_in_den_euro-strudel_1.8534671.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Irgendwie ist die Zunahme solcher Meldungen schon be&auml;ngstigend, denn fast scheint die Zahl dieser Meldungen mit der Zahl der B&ouml;rsianer zu korrelieren, bis diese eine Herde bilden und alsbald in einer wilden unberechenbaren Stampede &uuml;ber die fragliche Volkswirtschaften hereinbrechen. Auff&auml;llig ist, dass Italien, Belgien und Frankreich darauf verweisen, dass sie nicht wie Portugal, Irland, Griechenland und Spanien dast&uuml;nden &ndash; als ob Portugal und Spanien bereits abgeschrieben seien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Spekulationsdruck der Finanzm&auml;rkte: Zapatero privatisiert und senkt Steuern<\/strong><br>\nIn Spanien will die sozialistische Regierung die Flughafen- und die Lotteriegesellschaft privatisieren. Auch Steuererleichterungen sollen kommen, die Arbeitslosen m&uuml;ssen bluten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/zapatero-privatisiert-und-senkt-steuern\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gesellschaft als Geisel der Finanzinstitute<\/strong><br>\nDie B&uuml;rger haben sich fast schon daran gew&ouml;hnt, von den Finanzinstituten erpresst zu werden. Eine Gegenleistung f&uuml;r die Sozialisierung von Verlusten wird schon gar nicht mehr erfragt. Die Zeche f&uuml;r den Steuerzahler wird immer gr&ouml;&szlig;er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-gesellschaft-als-geisel-der-finanzinstitute\/50200489.html\">Financial Times Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fed gab deutschen Banken Hunderte Milliarden<\/strong><br>\nDeutsche Banken haben sich w&auml;hrend der Finanzmarktkrise Hunderte Mrd. Dollar bei der US-Federal Reserve geliehen. Allein aus dem Krisenprogramm TAF (Term Auction Facility) erhielten die US-Tochtergesellschaften deutscher Banken Ein- bis Dreimonatskredite im Umfang von insgesamt 660 Mrd. Dollar. Das geht aus einer Empf&auml;ngerliste hervor, die am Mittwochabend von der US-Notenbank ver&ouml;ffentlicht wurde. Allein die Dresdner Bank zapfte das Programm von Dezember 2007 bis Mai 2009 37 Mal an und lieh insgesamt 123 Mrd Dollar. Die Fed legte nun Rechenschaft &uuml;ber die Verwendung von Krisenhilfen im Umfang von insgesamt 3300 Mrd. Dollar ab. Neben dem Aufkauf von Hypothekenpapieren im Nennwert von 1250 Mrd. Dollar war TAF eines der wichtigsten Programme, um die Banken mit billigem Geld zu versorgen. Die Fed vergab unter diesem Titel zun&auml;chst Einmonatskredite, ab August 2008 auch Darlehen mit einer Laufzeit von drei Monaten gegen vergleichsweise geringe Sicherheiten. So konnten die Banken auch Hypothekenpapiere hinterlegen, obwohl diese im Zuge der US-Immobilienkrise in Verruf geraten waren. Mittlerweile sind alle TAF-Kredite inklusive Zinsen zur&uuml;ckgezahlt. Neben der Finanzbranche profitierten auch bekannte US-Unternehmen wie McDonald&rsquo;s von der Krisenhilfe. Die Notenbank kaufte Anleihen der Fast-Food-Kette im Wert von rund 200 Mio. Dollar auf. An General Electric gingen sogar 16,2 Mrd. Dollar, an Harley Davidson 2 Mrd. Aber auch der deutsche Autobauer BMW erhielt einen Kredit &uuml;ber 6,2 Mrd. Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/:krisenhilfen-fed-gab-deutschen-banken-hunderte-milliarden\/50200872.html\">Financial Times Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>WSI: Anteil der L&ouml;hne am Volkseinkommen wieder gesunken<\/strong><br>\nDer Anteil der Gewinn- und Kapitaleinkommen am Volkseinkommen ist im ersten Halbjahr 2010 wieder deutlich gestiegen, der Anteil der Lohneinkommen ist gesunken. Damit setzt sich der langj&auml;hrige einseitige Verteilungstrend in Deutschland fort. Lediglich das Krisenjahr 2009 hatte diese Entwicklung kurzzeitig unterbrochen, weil bei insgesamt sinkendem Volkseinkommen die Kapitaleinkommen zun&auml;chst noch st&auml;rker in Mitleidenschaft gezogen wurden als die Lohneinkommen. Das aktuelle Sparpaket und die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung versch&auml;rfen die ungleiche Verteilung weiter. Damit drohen neue Belastungen f&uuml;r Binnennachfrage und Wirtschaftswachstum, zumal gleichzeitig die Risiken bei der Au&szlig;ennachfrage zunehmen. F&uuml;r eine nachhaltige Belebung der privaten Konsumnachfrage fehlen g&uuml;nstige verteilungspolitische Rahmenbedingungen. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. &ldquo;Die Politik ignoriert wichtige Lehren, die die Krise noch einmal dick unterstrichen hat: Wenn die Einkommensungleichheit immer weiter w&auml;chst, destabilisiert das Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere Binnenmarktschw&auml;che und die soziale Polarisierung sind Hypotheken f&uuml;r die Zukunft&rdquo;, sagt Dr. Claus Sch&auml;fer, Leiter des WSI und Autor des Verteilungsberichts, der in der neuen Ausgabe der WSI Mitteilungen erscheint.\n<p>Dass das Kaufkraftpotenzial der Arbeitseinkommen in der ersten H&auml;lfte des Jahres 2010 wieder gesunken ist, l&auml;sst sich unter anderem an der Lohnquote ablesen. Die Bruttolohnquote ging auf 65,5 Prozent zur&uuml;ck, nachdem sie 2009 bei gut 68 Prozent gelegen hatte (alle Zahlen in den Tabellen 1 und 2 des Verteilungsberichts; Link unten). Die Bruttogewinnquote stieg hingegen auf 34,5 Prozent, das waren knapp drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zwar d&uuml;rfte sich der Anteil der Lohneinkommen im zweiten Halbjahr etwas erh&ouml;hen, wenn viele Besch&auml;ftigte Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten. Am Trend &auml;ndere das aber nichts, betont Verteilungsforscher Sch&auml;fer: &ldquo;Wir sehen das alte Muster: Die Gewinn- und Kapitaleinkommen, die &uuml;berwiegend einer relativ kleinen Bev&ouml;lkerungsgruppe zuflie&szlig;en, wachsen deutlich schneller als die Lohneinkommen.&rdquo; Das unterstrichen auch weitere Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Danach haben die Gewinn- und Kapitaleinkommen im ersten Halbjahr 2010 gegen&uuml;ber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 19,5 Prozent zugelegt, w&auml;hrend die Lohneinkommen lediglich um 1,9 Prozent stiegen.     <\/p>\n<p>Netto &ndash; nach Abzug von Steuern und Abgaben &ndash; sank die Lohnquote von 40,9 Prozent im Jahr 2008 und 41,1 Prozent 2009 auf 39,4 Prozent im ersten Halbjahr 2010. Die Nettogewinnquote stieg zwischen 2009 und dem ersten Halbjahr 2010 von 32,6 auf 34 Prozent. Damit n&auml;hert sie sich wieder dem vom letzten Aufschwung gepr&auml;gten Rekordjahr 2008, als es 34,9 Prozent waren. Vor 1990 erreichte die Nettolohnquote jahrzehntelang noch ein Niveau von &uuml;ber 50 Prozent, die Nettogewinnquote lag zwischen den 1960er- und dem Beginn der 1990er Jahre unter 30 Prozent. <\/p>\n<p>Verschiedene Beschl&uuml;sse der Bundesregierung drohten die Verteilungsprobleme weiter zu versch&auml;rfen, warnt der WSI-Experte. So belaste die Ausweitung von Zusatzbeitr&auml;gen der Besch&auml;ftigten zur Gesundheitsfinanzierung kleine Einkommen &uuml;berproportional. Und diese Beitr&auml;ge m&uuml;ssten tendenziell wachsen weil k&uuml;nftig die Arbeitgeberbeitr&auml;ge eingefroren werden. Hartz-IV-Empf&auml;ngern w&uuml;rden im Zuge des Sparpakets Elterngeld und Wohngeldzusch&uuml;sse gestrichen beziehungsweise gek&uuml;rzt. Gleichzeitig erm&ouml;gliche die geplante Laufzeitverl&auml;ngerung den Betreibern von Atomkraftwerken hohe Extragewinne. Demgegen&uuml;ber fielen die zuk&uuml;nftigen &ouml;ffentlichen Einnahmen aus der geplanten Kernbrennstoffsteuer ebenso wie die aus der Bankenabgabe &ldquo;mehr als bescheiden&rdquo; aus, so Sch&auml;fer. <\/p>\n<p>Hoch problematisch sei auch, dass die Bundesregierung selbst bei Branchen-Mindestl&ouml;hnen in so sensiblen Bereichen wie der Leiharbeit immer noch z&ouml;gere. Dabei k&ouml;nne ein allgemeiner Mindestlohn als beste Alternative nicht nur allen Niedriglohnbesch&auml;ftigten helfen, sondern auch den Sozialkassen, betont Sch&auml;fer. Der Forscher verweist auf Daten der Bundesregierung, nach denen die &ouml;ffentliche Hand seit 2005 rund 50 Milliarden Euro daf&uuml;r ausgeben musste, vor allem die Einkommen erwerbst&auml;tiger Niedrigverdiener und ihrer Familien auf Hartz-IV-Niveau aufzustocken. <\/p>\n<p>Quelle: Claus Sch&auml;fer: Zukunftsgef&auml;hrdung statt Krisenlehren. WSI-Verteilungsbericht 2010. In: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2010_12_schaefer.pdf\">WSI-Mitteilungen 12\/2010 [PDF &ndash; 528 KB]<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.boeckler.de\/img_inhalt\/impuls_grafik_2010_19_1.gif\" alt=\"Grafik: Verteilung bleibt in Schieflage\" title=\"Verteilung bleibt in Schieflage\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_110290.html#link\">Infografik zum Download im neuen B&ouml;ckler Impuls 19\/2010<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Pleitegeier &uuml;ber Privathaushalten<\/strong><br>\nDeutschland feiert seinen &bdquo;XL-Aufschwung&ldquo;. Die gro&szlig;e Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft ebbt ab. Denn Wachstum verbessert bekanntlich die finanzielle Basis der Unternehmen. Mehr Liquidit&auml;t bedeutet gesamtwirtschaftlich weniger Pleiten. Nach dem Negativrekord im Krisenjahr 2009 geht die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2010 um 2,5 Prozent auf 32.100 zur&uuml;ck.<br>\nSo weit, so gut. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass bislang nichts von der &bdquo;heilenden Kraft&ldquo; des Wirtschaftsaufschwungs bei einer Vielzahl der Arbeitnehmerhaushalte angekommen ist. In den letzten Jahren haben sich die Privatinsolvenzen vom Konjunkturzyklus abgekoppelt. Nun kreisen die Pleitegeier &uuml;ber den deutschen Privathaushalten.<br>\nDie Zahl der Privatpleiten steuert in diesem Jahr einen traurigen neuen Rekord an. Bisher lag er bei 105.300 Verfahren im Jahr 2007. Nun rechnen Experten mit 111.800 Menschen, die vom Verfahren der Privatinsolvenz Gebrauch machen, um sich ihrer Schulden zu entledigen &ndash; 10,9 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++419b9aec-fe2a-11df-463e-00188b4dc422\/scaled\/size\/400\" alt=\"Verbraucherinsolvenzen auf dem Vormarsch. Zahlen f&uuml;r 2010 gesch&auml;tzt. Quelle: Creditreform\/Grafik: DGB \" title=\"Verbraucherinsolvenzen auf dem Vormarsch. Zahlen f&uuml;r 2010 gesch&auml;tzt. Quelle: Creditreform\/Grafik: DGB \"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++e3e34c3c-fe20-11df-463e-00188b4dc422\">DGB Klartext<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Vom Fachkr&auml;ftemangel in Ostdeutschland zum Comeback des Fl&auml;chentarifvertrages?<\/strong><br>\nDie Situation in den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern ist seit mehr als 15 Jahren von Massenarbeitslosigkeit und einem deutlich niedrigeren Entgeltniveau als in Westdeutschland gepr&auml;gt. Auch die Tarifbindung und der Stellenwert des Fl&auml;chentarifvertrages sind im Osten Deutschlands deutlich geringer. Aktuell allerdings zeichnet sich eine erstaunliche Wende ab. Denn im Zuge der demografischen Entwicklung kommt es in Ostdeutschland bereits jetzt &ndash; anders als in Westdeutschland &ndash; zu einem sp&uuml;rbaren Fachkr&auml;ftemangel. Das verschiebt die Angebots- und Nachfragesituation auf dem Arbeitsmarkt zugunsten der Besch&auml;ftigten und erh&ouml;ht den Stellenwert des Fl&auml;chentarifvertrages, was die Erkl&auml;rungen der Tarifvertragsparteien und der Landesregierungen in mehreren Bundesl&auml;ndern deutlich zeigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2010_12_Kuck.pdf\">WSI Mitteilungen [PDF &ndash; 361 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Statistische Bundesamt im Auftrag der Fraktion DIE LINKE<\/strong><br>\nDie Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts ergibt, dass nach Bereinigung dieser beiden Faktoren der Regelsatz 2008 bei 389,71 Euro liegen w&uuml;rde.<br>\nWird dieser Wert nach den Vorgaben des Gesetzesentwurfs fortgeschrieben, so ergibt sich ein Wert von 392 Euro.<br>\nDie beiden Vorgaben waren: \n<ul>\n<li>Alle Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter dieser Mindesteinkommensgrenze (639 Euro) wurden aus der weiteren Berechnung ausgeschlossen.<\/li>\n<li>Dass nach den etablierten Standards die untersten 20% der nach Einkommen geschichteten Haushalte als Referenzgruppe f&uuml;r die Ermittlung der Regelbedarfe herangezogen werden sollen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/101203_Ausschussdrucksache_17_11_361.pdf\">Ausschuss f&uuml;r Arbeit und Soziales [PDF &ndash; 119 KB]<\/a><\/p>\n<p>Siehe auch: <strong>Alternative Berechnungen zu Hartz-IV-Regels&auml;tzen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/101203_Alternative_Berechnung_zu_Hartz-IV-Regelsaetzen.pdf\">Die Linke [PDF &ndash; 135 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gebrochene Erwerbsbiografien, atypische Besch&auml;ftigung und drohende Altersarmut<\/strong><br>\nInfolge der &raquo;Reformen&laquo; der vergangenen Dekade soll das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung (gRV) von rd. 53 Prozent bei Regierungs&uuml;bernahme der rot-gr&uuml;nen Koalition auf etwa 43 Prozent1 im Jahre 2030 gesenkt werden. Damit l&auml;ge das Rentenniveau rund ein F&uuml;nftel niedriger als noch zur Jahrtausendwende. Die formale Umsetzung dieser Niveauabsenkung erfolgt &uuml;ber die sog. D&auml;mpfungsfaktoren (v.a. &raquo;Riester-Treppe&laquo; und Nachhaltigkeitsfaktor), die die Dynamisierung der Renten von der Bruttoentgeltentwicklung abkoppeln &hellip;\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/09_01.gif\" alt=\"Grafik: Sicherungsniveau vor Steuern\" title=\"Sicherungsniveau vor Steuern\"><\/p>\n<p>Der Durchschnittsverdiener ben&ouml;tigt hierf&uuml;r (f&uuml;r das aktuelle Grundsicherungsniveau) zur Zeit 27,1, der 75-Prozent-Verdiener 36,2 und der Zwei-Drittel-Verdiener (66,67 Prozent des Durchschnittsentgelts) 40,7 Beitragsjahre. Dies gilt auf Basis eines Rentenniveaus von 52 Prozent (2009).<br>\nBetr&uuml;ge das Rentenniveau &ndash; wie f&uuml;r 2030 politisch anvisiert &ndash; dagegen lediglich 43 Prozent, so stiege die Anzahl der erforderlichen Beitragsjahre nach heutigen Werten um rd. ein F&uuml;nftel auf 32,8 (Durchschnittsverdiener), 43,7 (75-Prozent-Verdiener) bzw. 49,2 Jahre (66,67-Prozent-Verdiener).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/09_02.gif\" alt=\"Grafik: Strukturver&auml;nderungen am Arbeitsmarkt 1975 - 2009\" title=\"Strukturver&auml;nderungen am Arbeitsmarkt 1975 - 2009\"><\/p>\n<p>Neun von zehn Erwerbst&auml;tigen haben Arbeitnehmerstatus; der Anteil der ArbeitnehmerInnen an allen Erwerbst&auml;tigen hat sich seit der deutschen Einheit bei insgesamt gestiegener Erwerbst&auml;tigenzahl leicht verringert. Mit einem R&uuml;ckgang um gut 6 Millionen Personen ist allerdings der Anteil der Vollzeitbesch&auml;ftigten drastisch von 84 Prozent (1991) auf nur noch 65 Prozent (2009) gesunken. Entsprechend zugenommen hat die Teilzeitbesch&auml;ftigung &ndash; um fast 7 Millionen Personen von 16 Prozent auf 35 Prozent. Nicht einmal die H&auml;lfte aller Teilzeitbesch&auml;ftigten unterliegt der Sozialversicherungspflicht. Von ma&szlig;geblichem Einfluss auf den Anstieg der Teilzeitquote auf inzwischen mehr als ein Drittel aller besch&auml;ftigten ArbeitnehmerInnen ist die Entwicklung der geringf&uuml;gig entlohnten Besch&auml;ftigung.<br>\nZwischen Mitte 1999 und Ende 2009 stieg ihre Zahl um mehr als 3,6 Millionen Personen. Von den 7,3 Mio. Mini-Jobbern Ende 2009 gingen nach Angaben der BA knapp 5 Mio. oder ann&auml;hernd 70 Prozent ausschlie&szlig;lich einer geringf&uuml;gig entlohnten Besch&auml;ftigung nach.<\/p>\n<p>Zwischen 1991 und 2009 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten um gut 2,4 Mio. Personen verringert, ihr Anteil an allen Erwerbst&auml;tigen sank von 78 Prozent auf 68 Prozent. Hinzu kommt eine steigende Zahl von inzwischen deutlich &uuml;ber 4 Mio. Selbst&auml;ndigen &hellip;<br>\nDer Anstieg der Anzahl der Selbst&auml;ndigen seit 1991 wurde vor allem durch die starke Zunahme der so genannten Soloselbst&auml;ndigen, also der Selbst&auml;ndigen ohne Besch&auml;ftigte, getragen; sie stellen inzwischen mehr als die H&auml;lfte aller Selbst&auml;ndigen.<br>\nDieser Personenkreis, darauf l&auml;sst deren Einkommensverteilung schlie&szlig;en, d&uuml;rfte in seiner Mehrheit &uuml;ber keine ausreichende Altersvorsorge verf&uuml;gen &hellip;<\/p>\n<p>Viele der Ursachen f&uuml;r ein absehbar steigendes Risiko von Altersarmut sind zur&uuml;ck zu f&uuml;hren auf den Strukturwandel am Arbeitsmarkt. Altersarmut liegt fast immer in der Erwerbsphase begr&uuml;ndet; eine Politik zur nachhaltigen Risikominimierung oder -vermeidung muss daher vorrangig an den Ursachen ansetzen, bevor sie sich vorschnell oder gar ausschlie&szlig;lich auf Ergebniskorrekturen konzentriert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2010\/2010-12-02%20Perspektiven%20Rente.pdf\">Johannes Steffen Arbeitnehmerkammer Bremen &ndash; 12\/2010 [PDF &ndash; 228 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu als plumpen Kontrast und Beispiel f&uuml;r den Kampagnenjournalismus im Spiegel:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Warum die Rente mit 67 kommen muss<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,731342,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Pflegeversicherung: Pflegebeitrag muss schon 2014 steigen<\/strong><br>\nEine Finanzreform in der Pflegeversicherung ist trotz der wieder g&uuml;nstigen Konjunkturlage schneller n&ouml;tig als bisher angenommen. In einer neuen Prognose geht das Bundesgesundheitsministerium davon aus, dass ohne eine Reform der Satz bereits 2014 von jetzt 1,95 auf dann 2,1 Prozent des Einkommens steigen m&uuml;sste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/pflegebeitrag-muss-schon-2014-steigen\/-\/1472596\/4886800\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Sind die gesch&auml;tzten Beitragss&auml;tze f&uuml;r 2030 und 2050 jetzt wirklich wichtig? Und rechnet mal irgendjemand in dieser Redaktion oder sonst wo nach, was eine Beitragssatzerh&ouml;hung von 1,5 Promille ausmacht? Nein, es wird vorgezogen, das Schreckgespenst Beitragserh&ouml;hung hervorzuziehen.<br>\nUnter der g&uuml;nstigen Annahme, dass die Beitragsatzerh&ouml;hung parit&auml;tisch ausfallen sollte, macht diese Beitragserh&ouml;hung f&uuml;r die Arbeitnehmer\/innen pro &euro; 100,00 sozialversicherungspflichtigem Einkommen sage und schreibe 15 Cent aus. Eine parit&auml;tische Beitragserh&ouml;hung k&ouml;nnen wir realistischerweise ausschlie&szlig;en, da geplant ist, die Zusatzversicherung den Versicherungskonzernen auf dem Tablett zu verabreichen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kampf gegen Wikileaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wikileaks und die Allianz der beleidigten Leberw&uuml;rste<\/strong><br>\nAnstatt sich &lsquo;an der eigenen Nase zu zupfen&rsquo; und &uuml;ber pers&ouml;nliche Konsequenzen aus der Aff&auml;re nachzudenken, legen die neunmalklugen Volksvertreter beiderseits des Atlantiks nun ein noch viel peinlicheres Verhalten an den Tag: Sie rotten sich zu einer Allianz der beleidigten Leberw&uuml;rste zusammen um unter hysterischem Kriegsgeschrei auf jene loszugehen, die es wagen, den Schleier der Verlogenheit zu l&uuml;ften und ihnen einen Spiegel vorzuhalten&hellip;<br>\nDen hochkultivierten Damen und Herren aus der Weltpolitik scheint jegliches Gef&uuml;hl f&uuml;r die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Mittel abhanden gekommen zu sein. Die Welt hat sich gegen Wikileaks und Julian Assange verschworen, l&auml;sst die Kommerzmedien zum Kreuzzug blasen: Assange der Vergewaltiger; Assange, der Informanten &ldquo;in Lebensgefahr&rdquo; bringt. Assange &ndash; Hitler, Stalin, Sadam Hussein und Osama bin Laden in Personalunion? Ja, was denn noch alles? Das Dumme ist nur, dass sich unbequeme Wahrheiten nicht dadurch aus der Welt schaffen lassen, dass man diejenigen vernichtet, die sie aussprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-stimmen.de\/?p=12774\">gegen-stimmen.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Amazon verbannt WikiLeaks von seinen Servern<\/strong><br>\nAmazon hat die Enth&uuml;llungsplattform WikiLeaks von seinen Servern verbannt. Wohl auch auf Druck der US-Regierung wurden die diplomatischen Depeschen, mit denen WikiLeaks aktuell f&uuml;r viel Wirbel sorgt, wieder von den Servern der Amazon Web Services verbannt, nachdem WikiLeaks in Hinblick auf den zu erwartenden hohen Traffic gerade erst darauf ausgewichen war. Amazon hat diesen Schritt bisher nicht kommentiert. Das Abschalten erfolgte aber wohl auf dem ausdr&uuml;cklichen Wunsch des erzkonservativen US-Senators Joseph Lieberman.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/t3n.de\/news\/amazon-verbannt-wikileaks-seinen-servern-287881\/\">t3n<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Amazon beugt sich also mit der Ausrede des Schutzes der &bdquo;nationalen Sicherheit&ldquo; dem politischen Druck derjenigen, die durch Wikileaks blo&szlig;gestellt wurden. Daraus l&auml;sst sich auch schlie&szlig;en, welche politischen Einstellungen etwa die Rezensionen von durch den Konzern vertriebene B&uuml;chern pr&auml;gen. Das sollte jede\/r wissen, der sich auf den Rat von Amazon verl&auml;sst und das sollte jede\/n nachdenklich stimmen, der seine B&uuml;cher &uuml;ber Amazon bezieht.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Mehrheit in Baden-W&uuml;rttemberg jetzt f&uuml;r Stuttgart 21<\/strong><br>\nGei&szlig;ler scheint mit seiner Schlichtung der rettende Engel f&uuml;r die schwarz-gelbe Regierung gewesen zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148858\">Telepolis-Blogs<\/a><\/li>\n<li><strong>Stuttgart 21 Die Gr&uuml;nen &ndash; eine Partei sitzt in der Falle<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen wollten einen Kopfbahnhof in Stuttgart, doch Schlichter Heiner Gei&szlig;ler war dagegen. Jetzt sitzen sie in der Falle ihres eigenen Konzepts &ndash; und geben dem sp&ouml;ttischen Vorwurf der Union neues Futter, nur eine &ldquo;Dagegen-Partei&rdquo; zu sein. Dabei h&auml;tten sie die Chance gehabt, heil aus der Sache herauszukommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/stuttgart-die-gruenen-eine-partei-sitzt-in-der-falle-1.1030953\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Macht es Scholz doch mit Links?<\/strong><br>\nEr will nicht. SPD-Spitzenmann Olaf Scholz sieht schwarz f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n, schlie&szlig;t nach der vorgezogenen B&uuml;rgerschaftswahl im Februar ein linkes Dreierb&uuml;ndnis aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/archiv.mopo.de\/rewrite\/show.php?pfad=\/archiv\/2010\/20101201\/hamburg\/politik\/macht_es_scholz_doch_mit_links.html&amp;drucken=yes\">Hamburger Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.W.:<\/strong> Die Medien laufen sich warm.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Maschmeyer gr&uuml;ndet Pharmafirma in M&uuml;nchen<\/strong><br>\nNeue Gesch&auml;ftsidee von AWD-Gr&uuml;nder Carsten Maschmeyer: Der Lebenspartner von Veronica Ferres will k&uuml;nftig sein Geld mit Medikamenten verdienen, etwa mit Anti-Depressiva.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article11328346\/Maschmeyer-gruendet-Pharmafirma-in-Muenchen.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Maschmeyer ist wirklich ein brillianter Gesch&auml;ftsmann. Erst kassiert er f&uuml;r kommerzielle Altersvorsorge. Dann ber&auml;t er Finanzdienstleister und Regierungen in Sachen kommerzieller Altersvorsorge. Und wenn die Kundschaft depressiv wird, weil sich die Altersvorsorge nicht gut entwickelt, gibt es die Medizin aus dem Haus Maschmeyer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die M&auml;r vom faulen Sch&uuml;ler widerlegt<\/strong><br>\nErziehungswissenschaftler untersucht Lernmotivation bei Sch&uuml;lern<br>\nSch&uuml;ler mit Migrationshintergrund haben in Deutschland mehr Spa&szlig; am Lernen. So &uuml;berraschend das klingen mag, neu ist diese Erkenntnis nicht. Bereits die PISA-Studie ermittelte eine solche Lernfreude bei Einwandererkindern. Doch neben den vielen Zahlen, wer wie gut und wie schlecht ist, schien kein Platz f&uuml;r solche positiven Nachrichten.<br>\nEine neue Studie hat nun einmal genau untersucht, wie Kinder die Schule betrachten und was sie zum Lernen motiviert. Danach befragte der Erziehungswissenschaftler Dr. Carsten Rohlfs von der Friedrich-Schiller-Universit&auml;t Jena 1.689 Bremer Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler der Klassenstufen sieben und neun, die H&auml;lfte davon mit Migrationshintergrund.<br>\nDabei stellte Rohlfs fest, dass den meisten Sch&uuml;lern Schule sehr wichtig ist und sie &uuml;berwiegend positiv wahrgenommen wird. Insgesamt drei Viertel der Befragten sind motiviert, leistungsorientiert und au&szlig;erdem sehr lernfreudig. Allerdings teilt sich diese Motivation in verschiedene Gruppen. Die Mehrheit von etwa 60 Prozent der Sch&uuml;ler ist vor allem pragmatisch motiviert. Sie wei&szlig; zwar, wie wichtig Bildung, Schule und ein guter Abschluss sind, das geht aber auf Kosten des Spa&szlig;es beim Lernen. Zu dieser Gruppe z&auml;hlen vor allem deutsche Kinder und Jugendliche. 13 Prozent der untersuchten Bremer Sch&uuml;ler wissen zwar um die Bedeutung eines guten Schulabschlusses, f&uuml;hlen sich aber nicht wohl in der Schule. Die &ldquo;unzufrieden Gelangweilten&rdquo;, wie Rohlfs sie nennt, haben oft sogar Angst, etwa vorm Versagen. Auch diese Gruppe besteht haupts&auml;chlich aus Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Sie steht im krassen Gegensatz zu den intrinsisch motivierten Sch&uuml;lern, die bildungsbegeistert mit viel Interesse und Spa&szlig; versuchen, den Unterrichtsstoff aufzusaugen. Hier sind die Einwandererkinder eindeutig in der &Uuml;berzahl. &ldquo;Eigentlich m&uuml;sste ja der Druck auf die Kinder mit Migrationshintergrund mindestens genauso gro&szlig; sein wie auf einheimische, denn viele Familien sehen nat&uuml;rlich in mehr Bildung auch den Schl&uuml;ssel zu einem besseren Leben&rdquo;, res&uuml;miert Rohlfs. &ldquo;Aber erstaunlicherweise halten Neugier und Lernfreude dieser Belastung stand.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-jena.de\/Mitteilungen\/PM101201_Rohlfssch%C3%BClerstudie.html\">Friedrich-Schiller-Universit&auml;t Jena<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wissenschaftliche Karrieren<\/strong><br>\nBesch&auml;ftigungsbedingungen, berufliche Orientierungen und Kompetenzen des wissenschaftlichen Nachwuchses.<br>\nSteffen Jasztat, Nora Schindler und Kolja Briedis kommen zum Ergebnis, dass das Berufsziel Wissenschaft nach wie vor eine hohe Anziehungskraft aus&uuml;bt, &ldquo;wenn es um die inhaltlichen M&ouml;gllichkeiten der T&auml;tigkeit als Forscher(in) geht&rdquo;. Auf der andere Seite g&auml;be es strukturelle Probleme, &ldquo;die insbesondere die Karriereplanbarkeit, die berufliche Sicherheit, die Gerechtigkeit von Personalentscheidungen sowie die M&ouml;glichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.&rdquo;<br>\nAufgrund der eingeschr&auml;nkten Chancen, eine Dauerstelle an einer Hochschule oder au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtung zu erhalten, sollten sich Nachwuchswissenschaftler(innen) m&ouml;glichst fr&uuml;hzeitig Klarheit &uuml;ber die Bedingungen und individuellen M&ouml;glichkeiten einer wissenschaftlichen Karriere in ihrem Fach verschaffen. Solange also die Rahmenbedingungen an den Hochschulen und au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtungen es nicht erm&ouml;glichen, dem wissenschaftlichen Nachwuchs planbarere berufliche Perspektiven zu bieten, sollten die jungen Forscher(innen) sich der besonderen Situation in der Wissenschaft bewusst zu sein und auch alternative berufliche Ziele in Betracht ziehen &ndash; sie sollten sich dabei allerdings auch der individuellen M&ouml;glichkeiten in Wissenschaft, Forschung und Lehre vergewissern. So lie&szlig;e sich vermeiden, dass Nachwuchswissenschaftler(innen) nach Jahren in der Wissenschaft beruflich in eine Sackgasse geraten oder sich gezwungen sehen, ihre wissenschaftliche Karriere im Ausland fortzusetzen.<br>\nDie Hochschulen und Forschungseinrichtungen k&ouml;nnen dabei ebenfalls unterst&uuml;tzend wirken, indem sie die Personalentwicklung in einem weiteren Sinne als ihre Aufgabe begreifen. Neben den formalen wissenschaftlichen Qualifizierungsvorhaben wie der Promotion oder Habilitation k&ouml;nnen dies weitere Ma&szlig;nahmen wie beispielsweise die st&auml;rkere Forderung &uuml;berfachlicher Kompetenzen, eine Laufbahnberatung f&uuml;r Berufswege innerhalb und au&szlig;erhalb der Wissenschaft oder auch die Vermittlung von Praxiskontakten sein. Nach den Ergebnissen dieser Studie w&auml;re ein Ansatzpunkt (gerade mit Blick auf die Forderung &uuml;berfachlicher Kompetenzen), Arbeitsbedingungen zu schaffen, die gleichsam fordernd, teamorientiert, innovationsfreundlich und interdisziplin&auml;r angelegt sind. Erg&auml;nzend w&auml;re eine Betreuung w&uuml;nschenswert, die &uuml;ber das Fachliche hinausgeht und den weiteren beruflichen Werdegang der Nachwuchswissenschaftler(innen) mit in den Blick nimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/pub_fh\/fh-201014.pdf\">HIS [PDF &ndash; 3.5 MB]<\/a><br>\nSiehe auch: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Templiner_Manifest.html\">Templiner Manifest der GEW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>CHE-Ranking-Ausstieg<\/strong><br>\nEin Nachdenkseitenleser informiert uns: ich habe heute auf unserer Fakult&auml;tsseite der Sozialwissenschaften der Georg-Simon-Ohm-Hochschule &ndash; Fachhochschule f&uuml;r angewandte Wissenschaften &ndash; gesehen, dass sich unser Fakult&auml;tsrat f&uuml;r den Ausstieg aus dem CHE-Ranking entschieden hat. Auf der kurzen Suche nach &auml;hnlichen Meldungen habe ich nur Beitr&auml;ge der letzten beiden Jahre gefunden, habe aber daf&uuml;r eine relativ aktuelle (ich denke aber nicht vollst&auml;ndige) Liste weiterer Universit&auml;ten und Fachbereiche gefunden. (gelber Kasten unten) Das Ranking l&auml;sst es zu ausschlie&szlig;lich negative Bewertungen zu geben, um der zweifelhaften Validit&auml;t mehr Ausdruck zu verleihen. Auch bieten Kommentarfelder die M&ouml;glichkeit seine Meinung &uuml;ber das CHE-Ranking zu &auml;u&szlig;ern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ohm-hochschule.de\/seitenbaum\/fakultaeten\/sozialwissenschaften\/startseite\/page.html\">Ohm-Hochschule<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-1046-zeit-che-uniranking-2010.php?seite=5\">Studis-online<\/a>\n<p>Das Ranking l&auml;sst es zu, ausschlie&szlig;lich negative Bewertungen zu geben, um der zweifelhaften Validit&auml;t mehr Ausdruck zu verleihen. Auch bieten Kommentarfelder die M&ouml;glichkeit seine Meinung &uuml;ber das CHE-Ranking zu &auml;u&szlig;ern.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Renommierter Schulbuchverlag vertreibt neoliberales Unterrichtsmaterial<\/strong><br>\n&bdquo;Die soziale Marktwirtschaft&ldquo;<br>\nAlles, was Sie &uuml;ber den Neoliberalismus wissen sollten<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ccbuchner.de\/titel-14514_1_1\/die_soziale_marktwirtschaft_0205.html\">Verlag C.C.Buchner<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.S.:<\/strong> Als Lehrer schaue ich mir regelm&auml;&szlig;ig die Internetseiten der f&uuml;r mich relevanten Schulbuchverlage an. Gestern gelangte ich so auf die Homepage des (&auml;u&szlig;erst bedeutsamen) Verlages &ldquo;C. C. Buchner&rdquo;, und mir stockte der Atem, als ich sehen musste, was als so genannter &ldquo;Toptitel&rdquo; angepriesen wird. Ein Schulbuch von 196 Seiten f&uuml;r die Schularten Realschule, Gymnasium und Gesamtschule zum Thema &ldquo;Neoliberalismus&rdquo;.<br>\nDie dazu ver&ouml;ffentlichten Kostproben sind vollgestopft mit irref&uuml;hrender, Kritiker des Neoliberalismus diskreditierender Propaganda, wobei der Dreh der zu sein scheint, dass das, was historisch als &ldquo;Ordo- oder Neoliberalismus&rdquo; bezeichnet wird, und das, was &ndash; vielleicht nicht ganz gl&uuml;cklich in der Begriffswahl &ndash; heute damit gemeint ist, als Einheit verkauft und das Wesen des &ldquo;alten&rdquo; Neoliberalismus&rdquo; als charakteristisch angesehen wird. Kritiker sind nat&uuml;rlich &ldquo;populistisch&rdquo;, &ldquo;am Stammtisch zu Hause&rdquo; etc. Mir fiel alles aus dem Gesicht, so etwas Verlogenes&nbsp; als Ver&ouml;ffentlichung eines &ndash; nicht zu Unrecht &ndash; sehr angesehenen Schulbuchverlages finden zu m&uuml;ssen.<br>\nDie Autorin hei&szlig;t &uuml;brigens Karen Ilse Horn, ist promovierte &Ouml;konomin, Mitglied der Eucken-Gesellschaft und &ndash; jetzt kommt es &ndash; seit 2007 f&uuml;r die Berliner Vertretung des &ldquo;Instituts der Deutschen Wirtschaft&rdquo; t&auml;tig.<br>\nDiese Ver&ouml;ffentlichung halte ich f&uuml;r einen Skandal.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Die Fifa macht den Fu&szlig;ball kaputt<\/strong><br>\nVon den M&auml;nnern, die die Turniere von 2018 und 2022 nach Russland und Katar vergeben haben, sind nicht wenige als korrupt bekannt. Sie h&auml;tten, handelte es sich bei der Fifa um eine Organisation mit Spurenelementen von Rechtsempfinden, an dieser milliardenschweren Entscheidung gar nicht teilnehmen d&uuml;rfen. Dass sie nun zwei Bewerber ausgew&auml;hlt haben, die &uuml;ber viel Geld, aber &uuml;ber wenig demokratische Reputation verf&uuml;gen, passt ins Bild. Wenigstens verf&uuml;gt das osteurop&auml;ische Riesenreich &uuml;ber so etwas wie Fu&szlig;ballkultur. Das kann von Katar nun wirklich niemand behaupten. Im Sommer, also zur WM-Zeit, kocht das Land auf 50 Grad Celsius auf. Da sollte man besser keinen Leistungssport treiben, auch wenn die Scheichs versprechen, aus den Stadien, die allesamt noch gebaut werden m&uuml;ssen, High-Tech-K&uuml;hlschr&auml;nke zu machen. Klimaneutral, versteht sich. F&uuml;r Katar sprach bei den Fifa-Bossen neben den pekuni&auml;ren Vorteilen wohl auch die Ank&uuml;ndigung, mit diesem Fest der V&ouml;lker nicht weniger als den Konflikt zwischen Israel und der arabischen Welt zu &uuml;berwinden. Gr&ouml;&szlig;enwahn dieser Art kommt bei Blatter immer gut an. Der Schweizer versteht sich nicht als Chef eines Sportverbandes, sondern als Weltenlenker. Mit der Raffgier ihrer Spitzenfunktion&auml;re und der Selbst&uuml;bersch&auml;tzung ihres Pr&auml;sidenten macht der Weltfu&szlig;ballverband das Spiel kaputt. So lange echte Staatenlenker, so lange sich demokratisch gew&auml;hlte Regierungschefs vor dieser Fifa in den Staub werfen, kann auf Besserung wohl nur vergeblich gehofft werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/sport\/fussball\/:fussball-wm-die-fifa-macht-den-fussball-kaputt\/50201326.html\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nicht nur f&uuml;r Fans.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>China forciert seine eigene Kernkraftindustrie<\/strong><br>\nChinesische Energiekonzerne wollen ihre Kernkraftkapazit&auml;ten vervielfachen, um ihre Energieversorgung &laquo;gr&uuml;ner&raquo; zu machen. &Uuml;ber die Risiken wird &ouml;ffentlich nicht diskutiert. W&auml;hrend in den westlichen Industrienationen seit dem Kernkraftboom der siebziger und achtziger Jahre nur noch wenige neue Kernkraftwerke gebaut werden, plant die Volksrepublik Dutzende neue Atommeiler. 13 Reaktoren mit einer Gesamtkapazit&auml;t von rund 10 Gigawatt sind derzeit am Netz, was ungef&auml;hr der H&auml;lfte der deutschen Atomstromproduktion entspricht. Doch 2020 soll die Kernkraftkapazit&auml;t bereits 70 Gigawatt betragen, sagt der Vizedirektor des Chinesischen Verbandes f&uuml;r Nuklearenergie (CNEA), Zhao Chengkun. Die Chinesen wollen ihre Kraftwerke nicht mehr vom Ausland bauen lassen, sondern gr&ouml;sstenteils mit eigener Technologie verwirklichen &ndash; und dar&uuml;ber hinaus auch noch den Kraftwerkbau als Exportgesch&auml;ft betreiben. Inzwischen haben internationale Hersteller wie Westinghouse, Toshiba, Atomstroyexport aus Russland und das franz&ouml;sisch-deutsche Unternehmen Areva in China nur noch Verkaufschancen, wenn sie zu einem weitgehenden Technologietransfer bereit sind. Dank dieser Art von gekauft-erzwungenem Technologieschub und eigenen Forschungsanstrengungen sind die Chinesen nun in der Lage, eigene Reaktoren zu bauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/china_forciert_seine_eigene_kernkraftindustrie_1.8510492.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wieder einmal wird die generelle, chinesische Entwicklungsstrategie best&auml;tigt: Gesch&auml;fte ausl&auml;ndische Unternehmen sind nur unter der Bedingung von Technologietransfer m&ouml;glich. Was China wirklich will, n&auml;mlich selbst das Gesch&auml;ft &uuml;bernehmen, k&uuml;mmert unser Kurzfriststrategen in den Konzernzentralen wenig &ndash; <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2005\/49\/airbus_china\">siehe z.B. Airbus<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Summa-Summarum mit Beise &amp; Sloterdijk<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/video\/8691.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.G.:<\/strong> Unbedingt anschauen &ndash; das ist ein genuines St&uuml;ck Realsatire! Da bleibt mir die Spucke weg. Erstaunlich, dass keiner aus dieser Denkrichtung mal darauf kommt, dass man das Steurzahlen an sich einfach mal gerechter machen und dann auch &bdquo;besser verkaufen&ldquo; k&ouml;nnte &ndash; mit dem hier gew&uuml;nschten Effekt&hellip; (der bei Freiwilligkeit garantiert nicht eintreten wird).<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Peter Sloterdijk ist ja auch Aktivist bei der <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2008\/03\/der-frankfurter-zukunftsrat-eine-neue-altvertraute-reforminitiative\/\">neoliberalen Denkfabrik Frankfurter Zukunftsrat<\/a>, zusammen mit einigen der <a href=\"http:\/\/www.frankfurter-zukunftsrat.de\/Organisation\/\">&uuml;blichen Verd&auml;chtigen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Fehlgeleitete Stabilit&auml;tspakt-Debatte; Euro-Krise; Gesellschaft als Geisel der Finanzinstitute; Fed gab deutschen Banken Hunderte Milliarden; Anteil der L&ouml;hne am Volkseinkommen wieder gesunken; Pleitegeier &uuml;ber Privathaushalten; vom Fachkr&auml;ftemangel in Ostdeutschland zum Comeback des Fl&auml;chentarifvertrages?; Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Statistische Bundesamt; gebrochene Erwerbsbiografien, atypische Besch&auml;ftigung und drohende Altersarmut;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7623\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7623"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7623\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7627,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7623\/revisions\/7627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}