{"id":76268,"date":"2021-09-22T10:54:24","date_gmt":"2021-09-22T08:54:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76268"},"modified":"2021-09-22T12:32:02","modified_gmt":"2021-09-22T10:32:02","slug":"der-extremismus-der-mitte-und-das-peter-prinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76268","title":{"rendered":"Der Extremismus der Mitte und das Peter-Prinzip"},"content":{"rendered":"<p>Der franz&ouml;sisch-kanadische Philosoph Alain Denault hat ein Buch &uuml;ber &bdquo;Die Herrschaft der extremen Mitte&ldquo; geschrieben. Er ist der Auffassung, dass extremistische Regime der Mitte f&uuml;r die globalen Probleme verantwortlich sind, von der Klimakrise bis hin zum Problem der extremen sozialen Ungleichheit und Armut. Unser Autor <b>Udo Brandes<\/b> hat das Buch gelesen und stellt es vor.<br>\n<!--more--><br>\nMehr als an anderen Orten, so Alain Denault, lasse sich in Deutschland das Ph&auml;nomen der &bdquo;extremen Mitte&ldquo; beobachten. Diese &bdquo;Mitte&ldquo; treibe die Abschaffung des politischen Links-Rechts-Spektrums voran zugunsten einer extremistischen Ideologie. Durch die politische Eigenverortung als &bdquo;Mitte&ldquo; gelinge es diesen politischen Kr&auml;ften, ihre Politik als notwendig, rational, ausgewogen und daher als allein m&ouml;glich darzustellen.<\/p><p>Ich denke, das ist eine zutreffende Beschreibung, was man allein schon daran erkennen kann, dass viele Jahre Angela Merkels Lieblingsvokabel das Wort &bdquo;alternativlos&ldquo; war. Sie benutzte dieses Wort in den letzten Jahren allerdings nicht mehr. Vermutlich deshalb, weil Kritiker es ihr um die Ohren gehauen haben. Und weil durch diesen Begriff in Kombination mit ihrem historischen Wort von der &bdquo;marktkonformen Demokratie&ldquo; nur allzu deutlich wurde, dass Angela Merkel Demokratie wohl eher als eine Veranstaltung ansieht, die nur so lange ihre Berechtigung hat, als der Kapitalismus nicht infrage gestellt und schon gar nicht angetastet wird.<\/p><p>Aber nicht nur die CDU, die sich auf ihren Parteitagen und Pressekonferenzen stets auf gro&szlig;en Hintergrundplakatw&auml;nden und dem Rednerpult als &bdquo;Die Mitte&ldquo; deklariert, beansprucht diesen politischen Ort f&uuml;r sich. Die FDP w&uuml;rde sich nie als neoliberal-rechts bezeichnen. Und Olaf Scholz steigt in den Umfragen auch deshalb, weil er konservativen W&auml;hlern keine Angst macht und diesen quasi als der bessere CDU-Politiker erscheint. Oder anders ausgedr&uuml;ckt: Er verk&ouml;rpert die Mitte noch perfekter und signalisiert schon durch seine K&ouml;rpersprache: Keine Angst, ich werde nichts oder nur wenig &auml;ndern. Und warum werden die Gr&uuml;nen von Wohlhabenden und Reichen gew&auml;hlt? Das ist die moderne Form des Ablasshandels. Wohlhabende und Reiche w&auml;hlen gr&uuml;n, weil sie so ein gutes Gewissen haben k&ouml;nnen, ohne bef&uuml;rchten zu m&uuml;ssen, ihren Lebensstil gravierend &auml;ndern zu m&uuml;ssen. Man f&auml;hrt dann eben einen Elektro-BMW statt den Benziner oder Diesel von BMW.<\/p><p>Alle genannten Parteien sind irgendwie liberal-mittig. Aber welches ideologische und politische Programm verbirgt sich hinter der &bdquo;Politik der Mitte&ldquo;? Denault schreibt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<i>F&ouml;rderung von Gewinnmaximierung gro&szlig;er Unternehmen; Zahlung von Dividenden an Gro&szlig;aktion&auml;re; Zugang zu Steueroasen im Ausland; Senkung von Steuern, Z&ouml;llen und Abgaben im Inland; Umwandlung &ouml;kologischer Standards zu blo&szlig;en Lippenbekenntnissen; R&uuml;ckbau des Sozialstaats; Minimierung der Rechte zum Schutz der Arbeitnehmer. Es spielt &uuml;berhaupt keine Rolle, ob man sich dann als sozialdemokratisch, sozialliberal, neoliberal oder christdemokratisch bezeichnet, solange derlei Orthodoxie (= Strengl&auml;ubigkeit; reine Lehre; UB) unangetastet bleibt. Diese verschiedenen H&uuml;llen aus Parteibezeichnungen lenken die Menschen von der Tatsache ab, dass die Politik der extremen Mitte insofern extremistisch agiert, als sie zerst&ouml;rerisch ist, was die &Ouml;kologie betrifft, ungerecht, was die soziale Gerechtigkeit anbelangt, und imperialistisch, was die bevorzugten Wirkma&szlig;nahmen angeht. Mitteextremistische Regime stehen f&uuml;r globale Erw&auml;rmung und massives Artensterben, sie vergr&ouml;&szlig;ern die Kluft zwischen den sehr Armen und den sehr Reichen und propagieren ihr Verh&auml;ltnis zur Welt als das einzig ma&szlig;gebliche unter den verschiedenen Kulturen und Glaubenssystemen&ldquo; (S. 8)<\/i>.<\/p><\/blockquote><p>Warum k&ouml;nnen Paketboten in diesem Land immer noch ausgebeutet werden &uuml;ber ein System von Subunternehmern? Warum zahlen internationale Konzerne wie Amazon, Facebook, Google usw. immer noch keine ad&auml;quaten Steuern? Warum haben wir in Deutschland keine richtig schlagkr&auml;ftige Steuerfahndung? Ich denke, weil genau das, wie von Denault beschrieben, zum politischen Programm der &bdquo;Mitte&ldquo; geh&ouml;rt. Ein Programm, das er, wie ich meine, nicht zu Unrecht als &bdquo;extremistisch&ldquo; bezeichnet.<\/p><p>Damit diese selbsternannte politische Mitte &uuml;ber eine entsprechende Wirkmacht verf&uuml;gt, braucht sie, so Denault, &ouml;ffentliche und private Medien, die dieser Mitte die legitimierenden Etiketten anheften:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<i>Die Anh&auml;nger der herrschenden Ideologie werden immerfort als <b>vern&uuml;nftige<\/b>, <b>besonnene<\/b>, <b>normale<\/b>, <b>verantwortungsbewusste<\/b>, <b>gerechte Vertreter der Mitte<\/b> ausgewiesen, w&auml;hrend &uuml;ber all jene, die es wagen, diese Ordnung zu kritisieren oder von ihr abzuweichen, der Bann ausgesprochen wird, sie seien <b>unverantwortliche<\/b>, <b>anarchistische<\/b>, <b>paranoide<\/b>, <b>verschw&ouml;rerische<\/b>, <b>idealistische<\/b>, <b>verr&uuml;ckte<\/b> oder <b>extremistische<\/b> Elemente (S.8).<\/i><\/p><\/blockquote><p>Oder rote Socken, Querdenker, Populisten, Rechtsoffene usw., m&ouml;chte man hinzuf&uuml;gen.<\/p><p><b>Das Peter-Prinzip: Die Herrschaft der Mittelm&auml;&szlig;igen<\/b><\/p><p>Eine weitere These von Denault ist: Die extreme Mitte basiert auf der Herrschaft der Mittelm&auml;&szlig;igkeit:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<i>Laurence J. Peter und Raymond Hull haben als eine der ersten von einem solchen Mittelm&auml;&szlig;igwerden eines ganzen Systems berichtet. Ihre in den Nachkriegsjahren entwickelte These (Ihr Buch hei&szlig;t &bdquo;Das Peter-Prinzip oder die Hierarchie der Unf&auml;higen&ldquo;; UB) l&auml;sst an Deutlichkeit nichts zu w&uuml;nschen &uuml;brig. Die systemimmanenten Prozesse beg&uuml;nstigen die Besetzung von Machtpositionen mit durchschnittlich begabten Akteuren und dr&auml;ngen sowohl die &sbquo;Hochbegabten&rsquo; als auch die vollkommen Unbegabten an den Rand. Hier ein schlagendes Beispiel: In einer Lehranstalt will man niemanden arbeiten sehen, der unp&uuml;nktlich ist und von der Sache nichts versteht, doch ebensowenig wird die Rebellin geduldet, die die Struktur der Lehre grundlegend ver&auml;ndern will, um die Klasse mit den benachteiligten Sch&uuml;lern zu einer der besten der gesamten Schule zu machen. Die Autoren des Buchs <b>Das Peter-Prinzip oder die Hierarchie der Unf&auml;higen<\/b> geben an, dass der Hauptvorwurf, der einer derart engagierten Person gemacht werden wird, gewiss darin besteht, den formalen Kriterien der Lehre zuwider zu handeln, doch vor allem, dass sie dem Lehrer, der nun im n&auml;chsten Jahr mit den Kindern arbeiten m&uuml;sse, die ihr Pensum l&auml;ngst beherrschten, gro&szlig;e Sorgen bereitet&rsquo;&ldquo; (S.15).<\/i><\/p><\/blockquote><p>Auch wenn Denault hier aus einem alten soziologischen Klassiker zitiert: Das Beispiel trifft nach wie vor zu. Vor einigen Jahren gab es in Bayern einen &auml;hnlichen Fall, der bundesweit Aufmerksamkeit erregte. Eine hochbegabte Lehrerin machte aus Schulversagern und Schulhassern wissbegierige Sch&uuml;ler, die wieder Lust auf Schule hatten und gute Noten erzielten. Und ihre Erfolge basierten <i>nicht<\/i> auf geringeren Anforderungen f&uuml;r gute Noten, sondern waren auf Basis klassen&uuml;bergreifender Pr&uuml;fungen nach objektiver Benotung erzielt worden. Nun h&auml;tte man annehmen k&ouml;nnen, dass das Lehrerkollegium versucht h&auml;tte, hinter das Geheimnis des Lehrerfolges dieser jungen Lehrerin zu kommen, und sie gebeten h&auml;tte, die Lehrer zu coachen. Weit gefehlt! Das Lehrerkollegium mobbte die erfolgreiche Lehrerin, und ebenso hielt es die Kultusb&uuml;rokratie. Ein Schulrat verlangte von ihr, F&uuml;nfen und Sechsen zu vergeben, damit es einen gewissen Durchschnitt an Sitzenbleibern gebe. Die Lehrerin wurde an eine andere Schule versetzt. Dort ging das Spiel von vorne los. Am Ende gab sie auf und wechselte an eine private Schule, wo man ihre Qualit&auml;ten als Lehrerin wertsch&auml;tzt (Wer sich f&uuml;r den Fall interessiert, <a href=\"https:\/\/www.tz.de\/muenchen\/region\/weil-gute-noten-gab-lehrerin-strafversetzt-tz-975401.html\">kann hier einen Zeitungsbericht dazu einsehen<\/a>). Mit Sicherheit kann man genau solche Prozesse an vielen Institutionen beobachten. Nicht zuletzt in der Politik. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Heiko Maa&szlig; Au&szlig;enminister geworden ist, weil er ein so brillanter Diplomat und Au&szlig;enpolitiker ist.<\/p><p><b>Denaults Schlussfolgerung<\/b><\/p><p>Was folgt aus der Analyse von Denault? Er ist der Auffassung, dass<\/p><blockquote><p>&bdquo;<i>es gilt, sich letztlich einzugestehen, dass die Ordnung, in der wir heutzutage leben, nicht mehr die Demokratie gef&auml;hrdet, sondern diese Drohung bereits wahr gemacht hat. Nennen wir sie Plutokratie, Oligarchie, parlamentarische Tyrannei, Finanztotalitarismus&hellip;..(&hellip;.) Die angemessene Bezeichnung dieser Regime erfordert schlie&szlig;lich, dass wir uns ihnen widersetzen, wenn wir Demokraten sein, ja, wenn wir sie in der Geschichte st&uuml;rzen sehen wollen. Deshalb: mit dieser Ordnung brechen. Den sch&auml;dlichen und zerst&ouml;rerischen Logiken Abbruch tun. Uns kollektiv befreien. Gemeinsam Schluss machen. Zusammen-brechen. Es ist an uns, die etablierte Ordnung grundlegend zu ver&auml;ndern&ldquo; (S. 180-181). <\/i><\/p><\/blockquote><p>Fragt sich blo&szlig;, wie wir das anstellen sollen.<\/p><p><b>Res&uuml;mee<\/b><\/p><p>Denault hatte eine sehr gute Idee, wie ich finde: Den neoliberalen politischen Einheitsbrei, der auch von ehemals linken Parteien wie der SPD und den Gr&uuml;nen im Kern nach wie vor getragen wird, als das zu benennen, was er ist: eine Form von zerst&ouml;rerischem Extremismus, der &uuml;berdies massenhaft Mittelm&auml;&szlig;igkeit produziert. Es gibt in den folgenden vier Kapiteln von Denaults Buch dann noch die eine oder andere sch&ouml;ne Beschreibung und Charakterisierung der Verh&auml;ltnisse in unserer Gesellschaft. Aber was in diesen Kapiteln nach dem Vorwort und der Einleitung zu lesen ist, hat alles keinen rechten Bezug mehr zum eigentlichen Thema. Dieses gewollt geheimnisvolle, intellektuelle Raunen &uuml;ber die Zust&auml;nde an den Universit&auml;ten, der Finanz- und Wirtschaftswelt und der Kunst ist eigentlich nur &auml;rgerlich. Den wesentlichen Kern von Denaults Buch findet man im Vorwort und der Einleitung. Als Leser f&uuml;hlt man sich deshalb um das Eigentliche betrogen. Auch scheint mir die &Uuml;bersetzung bisweilen schlecht zu sein, und an einigen Stellen lie&szlig; auch das Lektorat zu w&uuml;nschen &uuml;brig.<\/p><p>Als ich bei der Lekt&uuml;re am Schluss angekommen war und die Danksagungen las, wurde mir auch klar, warum das Buch nicht gut sein konnte: Weil hier Aufs&auml;tze des Autors, die schon in Zeitschriften ver&ouml;ffentlicht worden waren, zu einem Buch zusammengemixt worden sind. Denault hat sich also nicht die M&uuml;he gemacht, das auf dem Cover deklarierte Thema eigens auszuarbeiten. Schade. Hier wurde eine wirklich gute Idee in den Sand gesetzt. Deshalb ist mein Res&uuml;mee: Eine sehr gute Idee mit einem verhei&szlig;ungsvollen Auftakt im Vorwort und der Einleitung. Aber das war es auch schon. Unterm Strich kein Buch, das zu kaufen sich lohnt.<\/p><p><b>Alain Denault: <a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/die-herrschaft-der-extremen-mitte\/\">Die Herrschaft der extremen Mitte<\/a>, Westend Verlag, 2021, 192 Seiten, 18 Euro. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der franz&ouml;sisch-kanadische Philosoph Alain Denault hat ein Buch &uuml;ber &bdquo;Die Herrschaft der extremen Mitte&ldquo; geschrieben. Er ist der Auffassung, dass extremistische Regime der Mitte f&uuml;r die globalen Probleme verantwortlich sind, von der Klimakrise bis hin zum Problem der extremen sozialen Ungleichheit und Armut. Unser Autor <b>Udo Brandes<\/b> hat das Buch gelesen und stellt es vor.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":76269,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,201,165,208],"tags":[2961,1185,1254],"class_list":["post-76268","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-ideologiekritik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-rezensionen","tag-extreme-mitte","tag-marktkonforme-demokratie","tag-tina"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/9783864892981.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76268"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76278,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76268\/revisions\/76278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/76269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}