{"id":7630,"date":"2010-12-03T16:46:13","date_gmt":"2010-12-03T15:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7630"},"modified":"2010-12-03T16:46:13","modified_gmt":"2010-12-03T15:46:13","slug":"hinweise-des-tages-2-158","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7630","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-IV-Reform; Euro-Krise; Aufseher ohne Kontrolle; &Ouml;konomen entdecken Positives an Europas Sozialstaat; Welterkl&auml;rer trifft Problemb&auml;r;<br>\nThomas Fricke &ndash; Wer gegen die falsche Krise k&auml;mpft; Kaum Mietnomaden: Kritik an der Regierung; Einkaufsmanager-Allerlei; Klimakiller RWE und die Derivatelobby mit Goldman Sachs gewinnen die Worst EU Lobby; EU-Razzia in der Pharmabranche; R&ouml;ttgen kommt zu sp&auml;t; Der Fluch des &Ouml;ls: Ogoniland ist abgebrannt; Stuttgart 21; &ldquo;Rohe B&uuml;rgerlichkeit und soziale Vereisung&rdquo;; FDP nimmt Westerwelles abberufenen B&uuml;roleiter in Schutz; Der Kriminalisierte, Julian Assange; Deutsche besonders islamophob; Die soziale Spaltung ist gewachsen; F&uuml;nfj&auml;hriger Vincent gewinnt Hochschulstipendium; Deutschland, dein Problemb&auml;r; zu guter Letzt: Wie erkennt man einen Terroristen? (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Hartz-IV-Reform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Euro-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Aufseher ohne Kontrolle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">&Ouml;konomen entdecken Positives an Europas Sozialstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Welterkl&auml;rer trifft Problemb&auml;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Thomas Fricke &ndash; Wer gegen die falsche Krise k&auml;mpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Kaum Mietnomaden: Kritik an der Regierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Einkaufsmanager-Allerlei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Klimakiller RWE und die Derivatelobby mit Goldman Sachs gewinnen die Worst EU Lobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">EU-Razzia in der Pharmabranche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">R&ouml;ttgen kommt zu sp&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der Fluch des &Ouml;ls: Ogoniland ist abgebrannt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">&ldquo;Rohe B&uuml;rgerlichkeit und soziale Vereisung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">FDP nimmt Westerwelles abberufenen B&uuml;roleiter in Schutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Der Kriminalisierte, Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Deutsche besonders islamophob<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Die soziale Spaltung ist gewachsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">F&uuml;nfj&auml;hriger Vincent gewinnt Hochschulstipendium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Deutschland, dein Problemb&auml;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Zu guter Letzt: Wie erkennt man einen Terroristen?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7630&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hartz-IV-Reform<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;R&ouml;schen? Nein. Ein eiskalter Engel&rdquo;<\/strong><br>\nArbeitsministerin Ursula von der Leyen bezieht in der Bundestagsdebatte &uuml;ber die Hartz-IV-S&auml;tze verbal Pr&uuml;gel. Die Opposition interessiert, wie sie zu ihren &ldquo;komischen f&uuml;nf Euro&rdquo; gekommen ist. Hat sie &ldquo;so lange getrickst&rdquo;, bis es passte? Und dann kommt es noch zum Eklat. [&hellip;]<br>\nDoch &ldquo;das darf man Ihnen nicht durchgehen lassen&rdquo;, &auml;tzt Gregor Gysi, der Fraktionsvorsitzende der Linken in Richtung von der Leyen, um dann Satz f&uuml;r Satz die Argumente des Sozialrichters J&uuml;rgen Borchert &ndash; der meistzitierte Mann an diesem Freitag &ndash; aufzutischen. Borchert war einer der Initiatoren des Hartz-IV-Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht. Seine &ndash; und Gysis &ndash; Kritik: Bei der Berechnung der S&auml;tze wurden fr&uuml;her 20 Prozent der untersten Einkommen ber&uuml;cksichtigt, mittlerweile sind es nur noch 15 Prozent.<br>\nNoch wichtiger: Bei der Berechnung des Existenzminimums wurden die verdeckten Armen mit einbezogen &ndash; die Leute also, die Sozialleistungen erhalten k&ouml;nnten, diese aber nicht in Anspruch nehmen. H&auml;tte man sie aus der Berechnung herausgelassen, w&auml;re nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Satz um 28 Euro h&ouml;her gewesen. Nur so, kritisiert Gysi von der Leyen, &ldquo;kommen Sie auf Ihre komischen f&uuml;nf Euro&rdquo;.<br>\nMarkus Kurth von den Gr&uuml;nen wei&szlig; noch mehr: &ldquo;Keinen Weihnachtsbaum mehr, keine Blumen zum Muttertag, kein Eis &ndash; alles wurde den Hartz-IV-Empf&auml;ngern genommen.&rdquo; [&hellip;]<br>\nDoch die Opposition hatte nur Spott f&uuml;r von der Leyen &uuml;brig: Sie werden doch &ldquo;R&ouml;schen&rdquo; genannt, giftete die Gr&uuml;nen-Fraktionsvorsitzende Renate K&uuml;nast. Doch sie sind ein &ldquo;eiskalter Engel&rdquo;. Hubertus Heil von der SPD sprach von &ldquo;warmen Worten und kalten Taten&rdquo;. Sein Parteichef Sigmar Gabriel, der von der Leyen sp&auml;ter auch noch eine &ldquo;Staatsschauspielerin&rdquo; schimpfte, warf ihr vor, sie schn&uuml;re als &ldquo;Verpackungsk&uuml;nstlerin&rdquo; Bildungs- und Teilhabep&auml;ckchen f&uuml;r Kinder, l&ouml;se damit aber keine Probleme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/debatte-um-hartz-iv-kein-weihnachtsbaum-keine-blumen-kein-eis-1.1031588\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da kann man nur hoffen, dass die Parteispitze der Gr&uuml;nen mit ihrem &ldquo;Saar-Jamaikaner&rdquo; Hubert Ulrich genau so hart ins Gebet geht. Ulrich hat offenbar keine Probleme damit, den Kindern den Weihnachtsbaum und das Eis <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/chef-der-saar-gruenen-hubert-ulrich-seine-gegner-trauen-ihm-alles-zu-1.1031573\">vorzuenthalten<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hoffnung f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger<\/strong><br>\nBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ger&auml;t mit ihrer Hartz-IV-Reform weiter unter Druck. Die Sozialgerichte rechnen vom kommenden Jahr an mit einer Flut von Klagen gegen die neu berechneten Hartz-IV-S&auml;tze und das Bildungspaket f&uuml;r arme Kinder. Zugleich wecken die Gesetzespl&auml;ne der Bundesregierung, &uuml;ber die am Freitag der Bundestag entscheiden soll, verst&auml;rkt Zweifel bei Rechtsexperten.<br>\nEs wurden mittlerweile so viele verfassungsrechtliche Bedenken erhoben, dass mit Sicherheit eine ganze Reihe neuer Verfahren bei den Gerichten eingehen wird&rdquo;, sagt Hans-Peter Jung, Vorsitzender des Bunds deutscher Sozialrichter der S&uuml;ddeutschen Zeitung.<br>\nSeiner Einsch&auml;tzung nach werden sie sich sowohl gegen die H&ouml;he der Regelleistungen als auch gegen deren Berechnung richten.  [&hellip;]<br>\nSkeptisch zeigte sich auch der Pr&auml;sident des Sozialgerichts Chemnitz, Thomas Clodius. Die geplante Reform trage nicht dazu bei, bestehende Baustellen in der Gesetzgebung zu beseitigen. &ldquo;Vielmehr kommen jetzt noch neue Baustellen hinzu, weil das &auml;u&szlig;erst komplexe Gesetz zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe enth&auml;lt&rdquo;, sagte er der SZ. F&uuml;r unklar h&auml;lt er vor allem die Regelungen zu den Gutscheinen, die die Jobcenter f&uuml;r die Teilnahme an bestimmten Freizeit- oder Sportangeboten ausstellen sollen. Hier bef&uuml;rchtet Clodius &ldquo;viele neue Rechtsstreitigkeiten, etwa weil Hartz-IV-Empf&auml;nger versuchen, bestimmte Nachhilfeleistungen, Beitr&auml;ge zu Sportvereinen oder Geld f&uuml;r Musikunterricht einzuklagen&rdquo;. Die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sagte: &ldquo;Die Pl&auml;ne der Arbeitsministerin werden keinen Rechtsfrieden f&uuml;r Millionen Hartz-IV-Empf&auml;nger schaffen.&rdquo; Stattdessen provoziere von der Leyen eine neue Klageflut vor deutschen Sozialgerichten, vor allem wegen des Bildungspakets.<br>\nJobcenter &uuml;berlastet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/hartz-iv-umstrittene-reform-gerichte-zittern-vor-neuer-klagewelle-1.1031409\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Euro-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kenneth Rogoff &ndash; Der Euro in der Mitte der Krise<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union und der Internationale W&auml;hrungsfonds haben 67.5 Milliarden Euro f&uuml;r die Rettung der notleidenden irischen Banken bereitgestellt &ndash; n&auml;hert sich die Schuldenkrise der Eurozone nun endlich ihrem Ende?<br>\nLeider nicht. Tats&auml;chlich sind wir wahrscheinlich erst in der Mitte der Krise angekommen. Sicher k&ouml;nnte ein gewaltiger, anhaltender Wachstumsschub immer noch alle Schuldenprobleme Europas kurieren &ndash; wie die aller anderen auch. Doch erscheint dieses gl&uuml;ckliche Szenario immer unwahrscheinlicher. Das Endspiel wird h&ouml;chstwahrscheinlich eher eine Welle von Schuldenabschreibungen mit sich bringen, &auml;hnlich denen, die schlie&szlig;lich die lateinamerikanische Schuldenkrise in den 1980er Jahren beendeten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/rogoff75\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><strong>M&uuml;nchau &ndash; Warum die Euro-Zone zerbricht<\/strong><br>\nWir steuern in Europa auf einen Massenbankrott souver&auml;ner Staaten zu. Griechenland, Irland und Portugal werden irgendwann in den n&auml;chsten Jahren ihre Schulden nicht mehr bezahlen k&ouml;nnen. Dazu sind die Schuldenst&auml;nde zu hoch, und das Wachstum ist zu gering. Und es ist die Krise, die die Krise provoziert: Die hohen Marktzinsen, die von der Europ&auml;ischen Union aufoktroyierte Haushaltspolitik und die Deflation von L&ouml;hnen und Immobilienpreisen werden Wachstum und Steuereinnahmen in diesen L&auml;ndern schrumpfen lassen und alle Prognosen &uuml;ber den Haufen schmei&szlig;en. Auch die Kredite unter dem europ&auml;ischen Rettungsschirm helfen da nicht. Irland muss daf&uuml;r Zinsen von 5,8 Prozent zahlen. Bei einem Realwachstum von minus zwei Prozent und fallenden Preisen beschleunigt das nur die Insolvenz. Das ist so, als h&auml;tte Irland eine dieser dubiosen Kleinanzeigen in einer Lokalzeitung beantwortet: Brauchen Sie Geld? Internationale Investoren sind oft irrational, aber nicht ann&auml;hernd so irrational wie Politiker angesichts einer Krise. Mit projizierten Staatsschuldenst&auml;nden von 100 bis 150 Prozent, stagnierenden Wachstumsraten und steigenden Marktzinsen ist die Insolvenz dieser L&auml;nder nicht mehr aufzuhalten. Es w&auml;re wirklich am besten, wenn man die Insolvenz akzeptiert und das Geld des Rettungsfonds dazu benutzt, die schlimmsten Folgen zu neutralisieren. Es w&auml;re viel billiger, Griechenland und Irland jetzt in die Insolvenz zu schicken und das Geld f&uuml;r eine dann n&ouml;tige Rekapitalisierung deutscher Banken auszugeben. Man h&auml;tte dann sogar noch einen politischen Hebel, die Umstrukturierung des heimischen Bankensektors zu forcieren.Im Euro-Raum steuern wir auf eine Gabelung zu: die Wahl zwischen einer politischen Union oder dem Bruch. Vor zehn Jahren h&auml;tten wir die politische Union f&uuml;r diesen Fall prognostiziert. Heute ist der Bruch wahrscheinlicher. Dabei kommt es nicht unbedingt zu einem Ende des Euro, sondern zu einem Bruch des Euro in zwei W&auml;hrungsr&auml;ume, einem peripheren und einem Kernraum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-muenchau-warum-die-euro-zone-zerbricht\/50200450.html\">Financial Times Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Der Euro ist so gef&auml;hrdet wie nie&rdquo;<\/strong><br>\nWie schlimm steht es um die europ&auml;ische W&auml;hrungsunion? Sehr schlimm, sagt der &Ouml;konom Henrik Enderlein. Im Interview warnt er vor dem Euro-Crash und erkl&auml;rt, warum nur eine Insolvenz maroder Banken den &uuml;berf&auml;lligen Befreiungsschlag bringen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-732280,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Dem letzten Satz im Vorspann kann ich nur zustimmen. Das fordern wir in der NachDenkSeiten seit dem Fall der IKB vom Sommer 2007. Siehe auch die Forderungen von Professor Galbraith und ihre Verbreitung in den NachDenkSeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Aufseher ohne Kontrolle<\/strong><br>\nEs ist ein St&uuml;ck aus dem schwarz-gelben Tollhaus: Die Bundesbank will Banken &uuml;berwachen und die Koalition streitet &uuml;ber den politischen Einfluss auf die Bank. [&hellip;]<br>\nDerzeit teilen sich die Bundesbank und die Bonner Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Bankenaufsicht. W&auml;hrend die Bundesbank die laufende &Uuml;berwachung der Banken &uuml;bernimmt, ist die Bafin f&uuml;r alle hoheitlichen Aufgaben zust&auml;ndig. Sie kann also zum Beispiel Bank-Vorst&auml;nde absetzen oder Finanzinstitute schlie&szlig;en.<br>\nIn der Finanzkrise zeigte sich jedoch, dass die Zersplitterung zu Problemen f&uuml;hrt. Vor allem die Bafin stand nicht zuletzt wegen der Beinahe-Pleite des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate in der Kritik. Union und FDP sind ohnehin keine Anh&auml;nger der Bafin. Die Beh&ouml;rde wurde schlie&szlig;lich einst vom sozialdemokratischen Bundesfinanzminister Hans Eichel ins Leben gerufen. Die b&uuml;rgerlichen Parteien pr&auml;ferieren traditionell die Bundesbank, die unabh&auml;ngig ist.<br>\nUnion und FDP waren sich daher einig, die Finanzaufsicht unter dem Dach der Bundesbank zu konzentrieren. Doch schnell stellte sich heraus, dass das einfacher gesagt ist als getan. Denn eine Institution, die auch Banken schlie&szlig;en kann, muss einer Kontrolle durch die Regierung unterliegen. Dies kollidiert allerdings mit der Unabh&auml;ngigkeit der Bundesbank. [&hellip;]<br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und seine Kollegen in der Unions-Fraktion sind hingegen fest davon &uuml;berzeugt, dass eine Kontrolle sein muss. &bdquo;Wir haben schlie&szlig;lich ein Grundgesetz&ldquo;, hei&szlig;t es. In der Union ist man ohnehin zunehmend genervt vom &bdquo;arroganten&ldquo; Auftreten von Bundesbank-Chef Axel Weber und anderen Vorst&auml;nden. Nur um zu zeigen, dass man auch anders kann, forderte j&uuml;ngst der CDU-Finanzpolitiker Leo Dautzenberg, man k&ouml;nne die Aufsicht ja auch ganz der Bafin geben. Der Aufschrei bei Bundesbank und FDP war entsprechend hoch, bei der CDU freute man sich diebisch &uuml;ber den gelungenen Streich. Allerdings ist die Sache auch innerhalb der Union nicht gerade einfach. Denn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unterst&uuml;tzt die Ambitionen Webers, Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) zu werden. Insofern gilt in der Union, alles zu unterlassen, was Weber sch&auml;digen k&ouml;nnte. Eine St&auml;rkung der Bafin w&auml;re so etwas. Mittlerweile sind sich die zerstrittenen Koalitionspartner nur noch in einem einig: &bdquo;Keine Ahnung, wie wir aus der verfahrenen Situation wieder herauskommen&ldquo;, hei&szlig;t es auf beiden Seiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/aufseher-ohne-kontrolle\/-\/1472596\/4890768\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die vielzitierte Unabh&auml;ngigkeit der Bundesbank ist freilich ein Dogma, das bei n&auml;herer Betrachtung so nicht haltbar ist. Die Bundesbank mag zwar formal unabh&auml;ngig von der Tagespolitik sein, ideologisch ist sie jedoch alles andere als unabh&auml;ngig. Die Bundesbank ist vielmehr eine herausragende Bastion des Monetarismus, der sich ideologisch ganz hervorragend mit der herrschenden Lehre des &ldquo;Neoliberalismus&rdquo; in Einklang befindet. Und wenn die Politik einmal in wichtigen Fragen kontr&auml;r zur Bundesbank steht, kann es schon mal passieren, dass der Bundesbankpr&auml;sident &ldquo;aus pers&ouml;nlichen Gr&uuml;nden&rdquo; zur&uuml;cktritt &ndash; so geschehen bei Karl Otto P&ouml;hl, der sich 1991 mit Helmut Kohl &uuml;berwarf. P&ouml;hl trat &uuml;brigens 2005 aus der SPD aus, weil sie sich &ldquo;in den letzten Jahrzehnten vor allem wirtschaftspolitisch zu sehr nach links orientiert habe&rdquo;. So viel zum Thema Unabh&auml;ngigkeit. P&ouml;hl wurde nach einer k&uuml;rzeren Interimsperiode &uuml;brigens von Hans Tietmeyer abgel&ouml;st, der auch heute noch Merkels oberster &ldquo;Finanzexperte&rdquo; und au&szlig;erdem Kuratoriumsvorsitzender der &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; ist. Auch nur dar&uuml;ber nachzudenken, die Bankenaufsicht der Bundesbank zu unterstellen, ist idT ein St&uuml;ck aus dem Tollhaus. Da k&ouml;nnte man einen Hund auch einen Haufen Knochen beaufsichtigen lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&Ouml;konomen entdecken Positives an Europas Sozialstaat<\/strong><br>\nStaatliche Eingriffe in Wirtschaft und Arbeitsmarkt bringen mehr als bislang gedacht, zeigt eine neue Langzeitstudie. Doch die positiven Ergebnisse zeigen sich oft erst nach Jahrzehnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/oekonomen-entdecken-positives-an-europas-sozialstaat\/3585146.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Welterkl&auml;rer trifft Problemb&auml;r<\/strong><br>\nEx-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel lebt davon, eine Meinung zu haben. Jetzt hat er wieder ein Buch geschrieben, diesmal &uuml;ber den Euro. Da kann sogar Rainer Br&uuml;derle gl&auml;nzen. [&hellip;]<br>\nHenkel sieht nur eine L&ouml;sung: den Euro spalten. In der einsamen Welt von Hans-Olaf Henkel bezahlen die Griechen, Italiener, Portugiesen, Franzosen, also alle S&uuml;dl&auml;nder im Euroraum demn&auml;chst mit dem S&uuml;d-Euro. Der gute Norden mit dem Nord-Euro. Die billigen Zinsen f&uuml;r den Norden kurbeln die Wirtschaft an. Die hohen Zinsen f&uuml;r den S&uuml;den disziplinieren die dortigen Staaten. Nat&uuml;rlich ist das eine abstruse Idee. Das wird auch Henkel wissen. Aber offenbar nicht zu abstrus, um sie nicht zwischen zwei Buchdeckel zu pressen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/2.220\/hans-olaf-henkel-bruederle-stellt-buch-vor-welterklaerer-trifft-problembaer-1.1030738\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Treffender als &Uuml;berschrift h&auml;tte ich gefunden &bdquo;Weink&ouml;nigin trifft Schreibtischt&auml;ter&ldquo;. Aber das ist zu geh&auml;ssig.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Sch&ouml;n, dass die S&uuml;ddeutsche wenigstens auf die Abstrusit&auml;t von Henkels volkswirtschaftlichen Tante-Erna-Weisheiten hinweist. Da stellt sich dann nur die Frage, warum man der Vorstellung eines derart abstrusen Buches &uuml;berhaupt so viel Platz einr&auml;umt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Wer gegen die falsche Krise k&auml;mpft<\/strong><br>\nEurop&auml;er ereifern sich gern &uuml;ber die US-amerikanische Geldschwemme. In Normalzeiten verst&auml;ndlich. Jetzt zeigt sich nur, dass das die bessere Antwort auf unnormale Zeiten ist.<br>\nErst schimpfen, dann kleinlaut nachziehen. Das Muster scheint f&uuml;r Europas Krisenmanager zur Dauer&uuml;bung im Vergleich mit den US-Kollegen zu werden. Ob bei den anfangs beschimpften US-Konjunkturpaketen, die es dann sp&auml;ter auch hier gab; oder bei der Bankenrettung.<br>\nDas Gleiche k&ouml;nnte bald auch daf&uuml;r gelten, ob Notenbanken in so einer Krise Staatsanleihen kaufen sollten. Wor&uuml;ber die Europ&auml;er noch vor vier Wochen schimpften, als die USA das ank&uuml;ndigten &ndash; um jetzt zaghaft nachzuziehen, wie es Jean-Claude Trichet, Chef der Europ&auml;ischen Zentralbank, am Donnerstag vermeldete. Wer recht hat, h&auml;ngt stark davon ab, wer die Krise richtig deutet. Und ob das Euro-Debakel nur vom Schludern vernachl&auml;ssigbarer Kleinstaaten kommt. Oder auch von chronisch labilen Finanzm&auml;rkten, die nach geplatzten Blasen in bizarre Panik verfallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-thomas-fricke-wer-gegen-die-falsche-krise-kaempft\/50201325.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kaum Mietnomaden: Kritik an der Regierung<\/strong><br>\nMietnomaden sind der Schreck aller Vermieter. Sie nisten sich in Wohnungen ein, lassen die Immobilie verwahrlosen und r&auml;umen dann das Feld &ndash; ohne je einen Penny gezahlt zu haben. Doch machen Sie sich nicht allzu viele Sorgen. In Deutschland gibt es nach aktuellen Zahlen des Bauministeriums weit weniger Mietnomadenf&auml;lle als bisher angenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaft.t-online.de\/mietnomaden-weniger-als-befuerchtet\/id_43609918\/index\">T-Online-Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines Nachdenkseitenlesers:<\/strong> Aufdeckenswerte Meinungsmanipulationen finden auch abseits der &ldquo;gro&szlig;en&rdquo; politischen Themen statt &ndash; wie z.B. die des angeblich ausufernden &ldquo;Mietnomadentums&rdquo;, dessen Ausma&szlig; in den letzten Jahren durch die Medien in geradezu grotesker Weise dramatisiert wurde. Resultat: Gesetzesversch&auml;rfungen im Mietrecht zu Lasten der Mieter! So scheinen auch hier wieder willige &ldquo;Journalisten&rdquo; mit Auftrags-Machwerken auf der Grundlage von vorgefertigten Schein-Recherchen ihrer entspr. Auftraggeber wirkungsvoll &bdquo;Stimmung gemacht&ldquo; zu haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt &uuml;brigens auch gut:<\/em> <a href=\"http:\/\/unterhaltung.t-online.de\/ard-schiesst-gegen-rtl-doku-soaps-sind-sozialpornos-\/id_43609036\/index\">Dokusoaps sind &bdquo;Sozialpornos&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> &bdquo;Asoziale&ldquo;, welche die Leistungstr&auml;ger ausnutzen, sind immer gut f&uuml;r die Quote und die Auflage und bringen Werbeeinnahmen &ndash; ob Florida-Rolf, der &bdquo;faule Hartz-IV-P&ouml;bel&ldquo; oder auch mal Mietnomaden. Da kann man wirklich nur hoffen, dass die ARD keine &bdquo;Sozialpornos&ldquo; ins Programm nimmt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Einkaufsmanager-Allerlei<\/strong><br>\nDie Industrie brummt, sagen die globalen Einkaufsmanager in den PMI-Umfragen. Sie stagniert, sagen die Statistiker. Die PMI werden v&ouml;llig &uuml;berbewertet, sagen wir. Laut JP Morgan hat sich die Produktionskomponente des globalen Industrie-PMI seit April im Durchschnitt auf h&uuml;bsche 56,5 Z&auml;hler belaufen. Laut Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis hat die weltweite Industrieproduktion zwischen April und September aber quasi stagniert, und die ersten Indikationen aus Japan oder den USA f&uuml;r den Oktober sind alles andere als berauschend. Aber gut, tun wir einfach so, als ob diese Umfragewerte wichtiger w&auml;ren als die echten Produktionsdaten. Dann w&auml;ren wir etwas besorgt. Denn global ist die Produktionsunterkomponente in den PMI nunmehr schon seit April h&ouml;her als die Auftragskomponente. Wie lange kann das wohl gutgehen? Schlimmer noch: Seit April ist die Auftragskomponente von 60,2 auf 53,9 Z&auml;hler gesunken, w&auml;hrend die Lagerkomponente von 49,1 auf 52 Z&auml;hler gestiegen ist, das h&ouml;chste bisher verzeichnete Niveau. Diente die Differenz zwischen Auftr&auml;gen und Lagern Anfang 2009 nicht als &ldquo;der&rdquo; Fr&uuml;hindikator innerhalb der PMI-Indizes schlechthin? Wieso wird sie dann jetzt ignoriert, wo sie in die falsche Richtung weist? Sicher, in den Schwellenl&auml;ndern Asiens drehen die PMI nach oben, was laut JP Morgan noch immer als fr&uuml;hes Zeichen f&uuml;r einen globalen Aufw&auml;rtstrend betrachtet werden konnte. Doch weshalb bleibt der Auftragsunterindex in Japan dann bei 43,8 Z&auml;hlern?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-einkaufsmanager-allerlei\/50200900.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NDS haben stets geb&uuml;hrend Abstand zu auf Umfragen beruhenden Indizes gehalten und immer wieder, z.B. gestern auf das Gewese um das Konsumklima, auf die fragw&uuml;rdige Interpretation solcher Umfragen hingewiesen. Wenn die realen Daten einen Abw&auml;rtstrend aufzeigen oder stagnieren, sollten wir eine Trendwende nicht bei fragw&uuml;rdigen Umfragen ausmachen. &ndash; &Uuml;brigens, wenn im obigen Artikel bei den Schwellenl&auml;ndern Asiens ein Anstieg der Eink&auml;ufer-Indizes behauptet werden, meldet die gleiche Zeitung am Abend, das dies f&uuml;r China nicht mehr gelte. Der Einkaufsmanagerindex f&uuml;r China der HSBC-Bank sei unter eine Marke gefallen, die Wachstum bedeute. Diese Entwicklung decke sich mit dem Einkaufsmanagerindex der chinesischen Regierung. Was aus chinesischer Sicht wegen der &Uuml;berhitzungsgefahr positiv gewertet wird, ist allerding f&uuml;r den deutsche Export eine schlechte Nachricht oder wie Analysten das formulieren: &ldquo;Die Abschw&auml;chung in China k&ouml;nnte zu einer kleinen Delle bei den deutschen Exporten beitragen&rdquo;, <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:einkaufsmanagerindex-fuer-china-deutschem-export-droht-abkuehlung\/50152126.html\">sagte Alexander Koch, Volkswirt bei Unicredit<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Klimakiller RWE und die Derivatelobby mit Goldman Sachs gewinnen die Worst EU Lobby Awards 2010<\/strong><br>\nDie Worst EU Lobby Awards 2010 sind beendet. Fast 10.000 W&auml;hlerinnen und W&auml;hler haben online &uuml;ber den Preis f&uuml;r unlautere Lobbyarbeit abgestimmt. In der Kategorie &ldquo;Klima&rdquo; erhielt die RWE-Unternehmenstochter RWE npower 58% aller Stimmen. In der Finanzkategorie entschied die Lobbygruppe f&uuml;r Derivate, ISDA, mit ihren m&auml;chtigen Mitgliedern wie Goldman Sachs, das Rennen f&uuml;r sich. 59% der Online-Stimmen dieser Kategorie entfielen auf sie. Die Awards wurden am Donnerstagmorgen (2.12.) in einer Zeremonie vor dem Geb&auml;ude, in dem die ISDA ihren Sitz hat, verliehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/12\/klimakiller-rwe-und-die-derivatelobby-mit-goldman-sachs-gewinnen-die-worst-eu-lobby-awards-2010\/\">Lobbycontrol<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>EU-Razzia in der Pharmabranche<\/strong><br>\nEurop&auml;ische Pharmahersteller stehen im Verdacht gegen die Wettbewerbsregeln zu versto&szlig;en. Offenbar haben sie versucht die Einf&uuml;hrung von Generika-Produkten zu verz&ouml;gern. Nun sind der Branche EU-Ermittler auf der Spur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/eu-razzia-in-der-pharmabranche\/-\/1472780\/4893064\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>R&ouml;ttgen kommt zu sp&auml;t<\/strong><br>\nDer Besuch von Bundesumweltminister Norbert R&ouml;ttgen (CDU) im Wendland am Donnerstag war, wie erwartet, ein Fiasko. Zun&auml;chst mu&szlig;te der CDU-Politiker wegen des winterlichen Wetters auf die Anreise im Hubschrauber verzichten und statt dessen auf Bahn und Auto ausweichen. Endlich angekommen, wollte fast niemand mit ihm reden. Das Treffen mit der Familie von Bernstorff, der Grundst&uuml;cke &uuml;ber dem Gorlebener Salzstock geh&ouml;ren, wurde zu einer Privatvisite umgedeutet. Auch bei der Befahrung des unterirdischen Salzstocks wurde der Minister nur von ausgew&auml;hlten Journalisten begleitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/12-03\/034.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Fluch des &Ouml;ls: Ogoniland ist abgebrannt<\/strong><br>\nDas Wasser in den Fl&uuml;ssen ist &ouml;lbraun, es riecht wie an der Tankstelle: Milliarden Liter ausgelaufenes Roh&ouml;l haben die Natur im nigerianischen Ogoniland zerst&ouml;rt. Die Menschen leben von Diebstahl, Korruption und illegalem &Ouml;lkochen. Mehr als zwei Milliarden Liter sind nach Expertensch&auml;tzungen in 50 Jahren ins &Ouml;kosystem des Deltas geflossen: Jahr f&uuml;r Jahr die Menge &Ouml;l, wie sie bei der Havarie des Supertankers &ldquo;Exxon Valdez&rdquo; vor 21 Jahren ins Meer vor Alaska drang &ndash; eine der gr&ouml;&szlig;ten Umweltkatastrophen in der Geschichte der Menschheit. Wer f&uuml;r den anhaltenden &Ouml;ko-GAU verantwortlich zu machen ist, dar&uuml;ber wird gestritten. W&auml;hrend der Shell-Konzern Sabotage und den organisierten &Ouml;ldiebstahl f&uuml;r mehr als 90 Prozent der Verschmutzung verantwortlich macht, sehen Umweltsch&uuml;tzer berstende Bohrk&ouml;pfe und lecke Pipelines als Hauptverursacher. Shell lege in Nigeria wesentlich niedrigere Sicherheitsstandards an als sonst in der Welt &uuml;blich, warf der US-Wissenschaftler Richard Steiner dem Konzern 2008 vor: Allein die Rate von Defekten an den Leitungen sei &ldquo;um ein Vielfaches h&ouml;her als anderswo&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:der-fluch-des-oels-ogoniland-ist-abgebrannt\/50200996.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heiner Gei&szlig;ler &ndash; wenig Mumm<\/strong><br>\nDie Stuttgarter Tafelrunde war nur der Versuch, die Ohnm&auml;chtigen mit ihrer Niederlage zu vers&ouml;hnen. Heiner Gei&szlig;ler hatte viel Chuzpe, aber wenig Mumm. Ein schlechteres Modell demokratischer Konfliktl&ouml;sung kann es kaum geben.<br>\nDie Schlichtung in Stuttgart ist ein postdemokratisches Lehrst&uuml;ck. Heiner Gei&szlig;ler hat zwar die Kontrahenten durch seine geschickte &ouml;ffentliche Mediation zum sachlichen Meinungsaustausch gebracht. Entgegen seiner Ansicht aber kann sie mitnichten als &ldquo;Modell k&uuml;nftiger demokratischer Praxis bei Gro&szlig;projekten&rdquo; herhalten. So darf es sich nicht abspielen, wenn Demokratie nicht noch mehr Substanz verlieren soll.  [&hellip;]<br>\nNoch nicht einmal das minimale Gebot wagte er einzuhalten, n&auml;mlich Folgerichtigkeit: Bis zum Abschluss des Stresstests keinen Baustopp zu verh&auml;ngen, ist ein unbegreiflicher handwerklicher und ein fataler politischer Fehler. Grotesk ist &uuml;berdies sein Einwand gegen eine Volksbefragung, die er als Schlichter ebenfalls h&auml;tte verlangen k&ouml;nnen, ja nach der eigenen Logik h&auml;tte verlangen m&uuml;ssen. Sein Argument, das er am Donnerstag auch in dieser Zeitung wiederholte (eine Befragung des Volkes sei &ldquo;v&ouml;llig unverbindlich und die Bahn w&auml;re nicht gehalten gewesen, sich daran zu orientieren&rdquo;), spricht exakt gegen sein eigenes Schlichtungsverfahren!<br>\n&ldquo;Post&rdquo;-demokratisch war die Schlichtung im doppelten Sinn. Zun&auml;chst einfach deshalb, weil sie der vers&auml;umten demokratischen Willensbildung nachgeschaltet war. Diesen seit 1994 sehenden Auges hingenommenen Mangel, der das Projekt Stuttgart 21 auf Dauer entstellt, konnte das nachholende Gei&szlig;lersche Verfahren trotz des guten Willens aller Beteiligten nicht kaschieren, geschweige denn heilen. [&hellip;]<br>\nDarum war die Schlichtung in Wahrheit keine Entscheidungsfindung, sondern der Versuch, die Ohnm&auml;chtigen mit dem harten Faktum ihrer feststehenden Niederlage zu vers&ouml;hnen. Sie war therapeutisch angelegt, nicht offen. Man lieh ihnen nicht das Recht, nur das Ohr. Offenheit h&auml;tte vorausgesetzt, dass Bahn- und Staatsvertreter ihre S-21-Rechtstitel dem Schlichter zur Disposition stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/heiner-geissler-und-stuttgart-die-lizenz-zur-vollstreckung-1.1031587\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.G.:<\/strong> Wow&hellip; der Herr Zielcke traut sich was &ndash; erstaunlicher Kommentar ein bisschen sp&auml;t!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie Heiner Gei&szlig;ler zum Medienliebling wurde<\/strong><br>\nWir haben einen neuen Helden. Er gl&auml;nzt auf fast allen Titelseiten. Und es ist ausnahmsweise mal kein Sportler, sondern ein Politiker. Heiner Gei&szlig;ler. Soviel Prominenz hatte der fr&uuml;here Generalsekret&auml;r der CDU lange nicht. So beliebt wie dieser Tage war er selten. Er hat aus der eigentlich dr&ouml;gen Angelegenheit eines Schlichtungsverfahrens ein Fernsehevent gemacht. Zapp &uuml;ber einen Mann, der vom Aufwiegler zum Bes&auml;nftiger wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/medien_politik_wirtschaft\/geissler117.html\">ZAPP<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Bei allem Respekt vor Dr. Gei&szlig;ler &ndash; es war &uuml;berf&auml;llig, mal an den alten 80-Jahre-Gei&szlig;ler zu erinnern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Attac ruft mit auf zu Gro&szlig;demonstration gegen S21: Nie wieder Planung &uuml;ber die K&ouml;pfe der B&uuml;rger hinweg<\/strong><br>\nDas globalisierungskritische Netzwerk Attac unterst&uuml;tzt weiterhin den Aufruf des Aktionsb&uuml;ndnis gegen Stuttgart 21 unter dem Motto &ldquo;Stuttgart ist &uuml;berall!&rdquo; zu einer Gro&szlig;demonstration am 11. Dezember in Stuttgart. Proteste gegen S21 seien auch nach dem heute verk&uuml;ndeten Schlichtungsspruch notwendig. &ldquo;Die Argumente der Bef&uuml;rworter von S21 konnten im Gegensatz zu den Gegnern nicht &uuml;berzeugen&rdquo;, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. &ldquo;Das Verfahren hat deutlich gemacht: Stuttgart 21 ist kein Kommunikationsfehler, sondern ein Gro&szlig;projekt an den Menschen vorbei &ndash; zu Gunsten der Immobilienbranche und eines Bahnkonzerns, der auf Prestigeprojekte statt kluge Mobilit&auml;tskonzepte setzt.&rdquo; Die Globalisierungskritiker unterst&uuml;tzen die Forderung des Aktionsb&uuml;ndnisses, dass es eine Politik der &ldquo;Alternativlosigkeit&rdquo; und &ldquo;Unumkehrbarkeit&rdquo; &uuml;ber die K&ouml;pfe der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger hinweg nicht mehr geben darf &ndash; weder bei Stuttgart 21 noch bei anderen politischen Entscheidungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailansicht\/datum\/2010\/11\/30\/attac-ruft-mit-auf-zu-grossdemonstration-gegen-s21\/?cHash=c66acb715410d9d2ec5b866efa2c4bdd\">Attac<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Wo sie recht haben, haben sie recht. Aber dass die Aktivit&auml;ten des prominenten Mitglieds Heiner Gei&szlig;ler als Schlichter und das Ergebnis in dieser Presseerkl&auml;rung mit keiner einzigen Silbe erw&auml;hnt werden, ist eigentlich nur noch peinlich.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&ldquo;Rohe B&uuml;rgerlichkeit und soziale Vereisung&rdquo;<\/strong><br>\nSeit 2002 untersuchen Wissenschaftler in einer Langzeitstudie die Ausma&szlig;e, Entwicklungen und Ursachen von Vorurteilen in Deutschland. Aktuell haben die Forscher die Folgen der Wirtschaftskrise unter die Lupe genommen &ndash; und dabei eine &ldquo;deutliche Vereisung des sozialen Klimas&rdquo;, rohe B&uuml;rgerlichkeit und einen zunehmenden Klassenkampf von oben beobachtet. Die Feindbilder in einer durchweg wirtschaftlich gepr&auml;gten Gesellschaft seien Muslime und &ldquo;wirtschaftlich Nutzlose&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschezustaende100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Sehr interessant. Die Verrohung des angeblich gebildeten B&uuml;rgertums und die Vereisung des sozialen Klimas beobachten wir auch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>FDP nimmt Westerwelles abberufenen B&uuml;roleiter in Schutz<\/strong><br>\nOffenbar will die FDP keine weiteren Ma&szlig;nahmen gegen den abberufenen B&uuml;roleiter von Parteichef Westerwelle, Metzner, treffen. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger nahm ihn gegen den Vorwurf der Spionage in Schutz. Kontakt zu ausl&auml;ndischen Botschaften zu halten, sei Metzners Aufgabe gewesen.<br>\nDie FDP will gegen den abberufenen B&uuml;roleiter von Parteichef Guido Westerwelle offenbar keine weiteren Ma&szlig;nahmen ergreifen. Entwicklungsminister Dirk Niebel begr&uuml;ndete am Freitag im ZDF-&bdquo;Morgenmagazin&ldquo; die Entbindung Helmut Metzners vom Amt des B&uuml;roleiters damit, dass man ihn &bdquo;aus der Schusslinie nehmen&ldquo; m&uuml;sse. [&hellip;]<br>\nNach einem Bericht der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung (Freitagausgabe) hat der FDP-Abgeordnete Hans-Michael Goldmann unterdessen den amerikanischen Botschafter Philip Murphy scharf kritisiert und dessen Abberufung gefordert. &bdquo;Das Verhalten von Herrn Murphy ist ungeh&ouml;rig! So ein Botschafter muss nach Hause geholt werden&ldquo;, zitiert das Blatt Goldmann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E327E2F4BB8DA430AAC6885304B113FCF~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man kann der FDP nat&uuml;rlich nicht vorwerfen, dass sie diesen Fall herunterspielt. Wenn ein leitender Parteifunktion&auml;r Details &uuml;ber die deutschen Vorstellungen zur Frage, ob amerikanische Atomwaffen auf deutschem Boden stationiert bleiben d&uuml;rften, an die US-Botschaft weitergibt, so ist das keine Petitesse, sondern ein Fall von Spionage. Man stelle sich nur vor, der Empf&auml;nger w&auml;re nicht die US-Botschaft, sondern ein russischer oder iranischer Diplomat. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft diese Aff&auml;re f&uuml;r nicht ganz so unbedenklich wie die FDP h&auml;lt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der Kriminalisierte, Julian Assange<\/strong><br>\nDer Macht der Bilder gelingt es zuweilen, aus einem Menschen, der aufkl&auml;ren und aufhellen m&ouml;chte, einen Verbrechertypus zu destillieren. Dabei verunziert man das Konterfei des Kriminalisierten mit Verschlagenheit, macht aus ihm eine nebul&ouml;se Erscheinung, gibt ihm den Anstrich lichtscheuen Gesindels. Julian Assange wird mit get&ouml;nten Brillengl&auml;sern ausgestattet, just in dem Augenblick, da Interpol mit einem internationalen Haftbefehl wedelt. Nat&uuml;rlich wird er damit nicht ausgestattet, nat&uuml;rlich ist es keine Fotomontage &ndash; Assange hat sich irgendwann so ablichten lassen.<br>\nDass aber ausgerechnet diese Fotografie ausgew&auml;hlt wird, wenn der zwielichtige Charakter, bef&ouml;rdert durch einen Haftbefehl, herausgekehrt werden soll, verr&auml;t die Intention dahinter. Es g&auml;be ja auch sympathischere Fotos. Die Wirkung, die eine solche Erscheinung zuh&auml;lterischen Zuschnitts erzielt, die damit latent gesch&uuml;rten Konnotationen und Vorurteile, sie machen aus Assange, den Geheimdienstler der &Ouml;ffentlichkeit, eine Nachtgestalt, einen Gauner, dem das m&ouml;gliche Schicksal in Haft nur recht geschieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/12\/facie-prima.html\">ad-sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Deutsche besonders islamophob<\/strong><br>\nDie Deutschen sind deutlich islamfeindlicher als vier ihrer westlichen Nachbarv&ouml;lker &ndash; und sie waren es schon vor der Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins. Das ist eines der zentralen Ergebnisse von repr&auml;sentativen Umfragen, die das &ldquo;Exzellenzcluster ,Religion und Politik'&rdquo; der Universit&auml;t M&uuml;nster in f&uuml;nf europ&auml;ischen L&auml;ndern durchf&uuml;hren lie&szlig;. Demnach haben rund 58 Prozent der Westdeutschen und 62 Prozent der Ostdeutschen eine negative Haltung zu Muslimen. In D&auml;nemark, Frankreich, den Niederlanden und Portugal schwankt dieser Wert zwischen 33 und 37 Prozent. Auch antisemitische Vorurteile sind in Deutschland demnach klar st&auml;rker ausgepr&auml;gt als in den genannten L&auml;ndern. So offenbarten 28 Prozent der Westdeutschen und 29 Prozent der Ostdeutschen Ressentiments gegen&uuml;ber Juden &ndash; die Vergleichszahlen: Niederlande 10 Prozent, D&auml;nemark 12 Prozent, Frankreich und Portugal knapp 21 Prozent. Vielleicht spiele bei den Antworten ja auch die Debatte um den Nahostkonflikt eine Rolle, vermutete der Leiter der Studie, Detlef Pollack. Er sagte, es sei erstaunlich, dass die &ldquo;kritische Aufarbeitung&rdquo; des Holocaust offenbar so wenig gebracht habe. Insgesamt aber sei die Frage durchaus berechtigt: &ldquo;Was kann man noch mehr tun?&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F12%2F03%2Fa0057&amp;cHash=6342c6a119\">taz<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-muenster.de\/imperia\/md\/content\/religion_und_politik\/aktuelles\/2010\/12_2010\/pm_zur_pressekonferenz_02.12.2010.pdf\">Uni M&uuml;nster [PDF &ndash; 75 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Einordnung Detlef Pollacks, dass Thilo Sarrazin diese &ldquo;Stimmung nun sichtbarer&rdquo; gemacht habe, ist entschieden zu widersprechen. Wie die Politiker, Koch, Stoiber, Seehofer u.a.  macht Sarrazin als Repr&auml;sentant der gehobenen Mittelschicht Fremdenfeindlichkeit hoff&auml;hig. Man muss schon unterscheiden zwischen latenter Xenophobie, der Instrumentalisierung dieser durch Politik und Medien und ausgelebter Fremdenfeindlichkeit. Wenn die Mittelschicht bisher ein Unbehagen mit ihrem xenophoben Unbehagen hatte, so wird diese Schamgrenze gerade durch Personen in Leitfunktionen der Gesellschaft aufgehoben.<br>\nSo erschreckend der hohe Anteil antisemitischer Vorurteile ist, die Ratlosigkeit des Wissenschaftler ist es nicht minder. So w&auml;re z.B. der Zusammenhang von Fremdenfeidlichkeit bzw. der generellen Tendenz zur Ausgrenzung z.B. von Hartz-IV-Beziehern und Antisemitismus herzustellen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die soziale Spaltung ist gewachsen<\/strong><br>\nHat sich die Abh&auml;ngigkeit des schulischen Erfolges von der sozialen Herkunft der Kinder ge&auml;ndert, seitdem in Deutschland intensiv dar&uuml;ber berichtet, geforscht und diskutiert wird? Ja, sagt Prof. Michael Hartmann. Aber nicht zum Positiven, denn die soziale Spaltung ist gewachsen. Das belegte der Eliteforscher in seinem Eingangsreferat auf dem Deutschen Lehrertag mit harten Fakten. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Die aktuelle Situation ist unterschiedlich schlimm, schlimm ist sie in fast allen Bereichen&rdquo;, so der Darmst&auml;dter Wissenschaftler ganz ohne Umschweife. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gebe es nicht einmal f&uuml;r jedes zehnte Kind unter drei Jahren einen Krippenplatz, in den westlichen Bundesl&auml;ndern liege die Quote derzeit bei durchschnittlich 12 Prozent. Wenig Chancen attestierte er der Politik f&uuml;r das Ziel, bis 2013 f&uuml;r 30 Prozent der Kinder einen Platz zur Verf&uuml;gung zu stellen. Gleichzeitig lie&szlig; der Wissenschaftler keinen Zweifel daran, dass eine Quote von mindestens 70 Prozent notwendig sei. In der n&auml;chsten Bildungsstation, dem Kindergarten liege die Quote zwar mittlerweile bei immerhin 95 Prozent, aber M&auml;ngel gebe es noch in der Erzieherinnenausbildung. Schlie&szlig;lich die Grundschule, der es zwar gelinge, soziale Herkunftsaspekte zum Teil ausgleichen, an deren Ende steht aber eine f&uuml;r die Kinder &ldquo;dramatische Weichenstellung.&rdquo; Hartmann belegte, wie sich die soziale Ungleichheit im Bildungssystem in den Jahren zwischen 2003 und 2006 versch&auml;rf hat: Im Jahr 2003 gingen demnach 58,6 Prozent der Kinder aus dem oberen Viertel der sozialen Schichten zum Gymnasium und 7,5 Prozent zur Hauptschule. 2006 waren es auf dem Gymnasium bereits 59,7 Prozent und nur noch 7 Prozent in der Hauptschule. Aus dem unteren Viertel der Gesellschaft sank im gleichen Zeitraum der Anteil derjenigen, die zum Gymnasium gingen, von 12,5 auf 11,7 Prozent, w&auml;hrend der Anteil der Hauptsch&uuml;ler von 38,4 auf 38,8 Prozent stieg. F&uuml;r den Wissenschaftler &ldquo;eine sehr schnelle Ver&auml;nderung f&uuml;r einen so kurzen Zeitraum.&rdquo;<br>\nNeue Dreigliedrigkeit. Und schlie&szlig;lich warnte er vor einer neuen Dreigliedrigkeit des Schulsystems. &ldquo;Wenn man Hauptschule und Realschule zusammenlegt, besteht die akute Gefahr, dass der untere Teil der Hauptsch&uuml;ler ausgesiebt wird, dass eben nicht jeder Sch&uuml;ler individuell gef&ouml;rdert wird, sondern: Wer nicht passt, muss woanders hin. Die Sonderschule bietet sich ja daf&uuml;r an.&rdquo; Sein Beleg: der inzwischen zweistellige Anteil der Sondersch&uuml;ler in Mecklenburg-Vorpommern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/a\/76201\/bildung-die-soziale-spaltung-ist-gewachsen\/\">Bildungsklick<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>F&uuml;nfj&auml;hriger Vincent gewinnt Hochschulstipendium<\/strong><br>\nDer f&uuml;nfj&auml;hrige Vincent Kahmann hat bei der Veranstaltung des &bdquo;Wissenschaftsmonats&ldquo; bei einer Tombola den ersten Preis gewonnen &ndash; einen Gutschein &uuml;ber ein Studium an der privaten Fachhochschule f&uuml;r Wirtschaft im Wert von 20.000 Euro. [&hellip;]<br>\nVincent hatte bei der Abschlussveranstaltung des &bdquo;Wissenschaftsmonats&ldquo;, den die hannoverschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen im November ausgerichtet hatten, bei einer Tombola den ersten Preis gewonnen &ndash; einen Gutschein &uuml;ber ein Studium an der privaten Fachhochschule f&uuml;r Wirtschaft im Wert von 20 000 Euro. Den kann er zwar auch noch in 15 Jahren einl&ouml;sen, aber f&uuml;r einen F&uuml;nfj&auml;hrigen ist so ein in die Zukunft weisender Gewinn naturgem&auml;&szlig; weniger aufregend. Deshalb entschied sich die Hochschule in der Bult jetzt, dem Jungen mit einem &bdquo;kindgerechten Spielzeug&ldquo; die Wartezeit zu vers&uuml;&szlig;en. [&hellip;]<br>\nAls nun Vincent auf die B&uuml;hne kam, seinen Preis entgegennahm und munter ins Mikrofon plauderte, mit seinen Eltern viele Veranstaltungen des &bdquo;Wissenschaftsmonats&ldquo; besucht zu haben, dass er Technik mag und einen Gameboy erfinden wolle, der mit Solarenergie funktioniert, da war das an Symbolkraft kaum zu &uuml;berbieten. &bdquo;Wir hatten das gro&szlig;e Gl&uuml;ck, mit Vincent den Prototyp f&uuml;r unsere Sache auf der B&uuml;hne zu haben&ldquo;, freut sich M&uuml;ller-Siebers. &bdquo;Das hat der Wissenschaft Charme und W&auml;rme verliehen.&ldquo;<br>\nDer Wissenschaftsbeauftragte der Stadt und Organisatorin Theda Minthe sollen bei Vincents kleinem, aber bedeutungsschweren Auftritt sogar Tr&auml;nen in die Augen gestiegen sein. Dem F&uuml;nfj&auml;hrigen prognostiziert M&uuml;ller-Siebers, schon in zehn Jahren studieren zu k&ouml;nnen. Denn Vincent, der die erste Klasse der privaten &bdquo;K&auml;mmer International School&ldquo; besucht, in der schon von der ersten Klasse an bilingual unterrichtet wird, kann schon lesen und Matheaufgaben in Englisch l&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Hannover\/Aus-der-Stadt\/Uebersicht\/Fuenfjaehriger-Vincent-gewinnt-Hochschulstipendium\">HAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.S.:<\/strong> Willkommen in Absurdistan! Kritische Worte zum bildungspolitischen Hintergrund sucht man im Artikel vergebens, ein journalistisches Totalversagen. Oder soll man es als bitterb&ouml;se Satire verstehen? Der kleine Elitejunge, der von seinem Oberarzt-Vater bereits jetzt auf eine private internationale Schule geschickt wird, wird sicher mal ein richtiges &ldquo;Alphatier&rdquo;. Ob er sp&auml;ter mal begreift, was da f&uuml;r ein b&ouml;ses Spiel mit ihm gespielt wurde? Oder wird er doch FDP-Minister und setzt das fort, wozu er heute dressiert wird?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Deutschland, dein Problemb&auml;r<\/strong><br>\nWas verr&auml;t ein totes Tier &uuml;ber die deutsche Psyche? Viel, fanden US-Diplomaten im Sommer 2006 &ndash; und widmeten sich in einer geschliffenen Depesche dem Problemb&auml;ren Bruno. Die Jagd auf ihn bietet demnach tiefe Einblicke ins Wesen der Republik. [&hellip;]<br>\nIn den nun enth&uuml;llten Depeschen findet sich eine ausf&uuml;hrliche Meldung &uuml;ber Bruno aus dem Juni 2006. Das M&uuml;nchner US-Konsulat in der K&ouml;niginstra&szlig;e in unmittelbarer N&auml;he von Stoibers Staatskanzlei notierte in jenem Sommer ein paar grunds&auml;tzliche Gedanken zum Naturverst&auml;ndnis der Deutschen: Leicht am&uuml;siert registrierte man, dass Bruno selbst die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Deutschland f&uuml;r einen Moment in den Hintergrund gedr&auml;ngt habe. Die Diplomaten beschreiben die anfangs vergebliche Jagd und den ebenfalls gescheiterten Einsatz extra eingeflogener finnischer B&auml;renj&auml;ger. Doch der Immigrant hat letztlich keine Chance. Beinahe poetisch hei&szlig;t es: &ldquo;Am fr&uuml;hen Morgen sah Bruno seinem Tod in Gestalt eines J&auml;gers entgegen.&rdquo; Bruno hat aus Sicht der US-Diplomaten offensichtlich die Gastfreundschaft der Bayern verwirkt, weil er sich nicht an &ldquo;deutsche Kultur und Traditionen angepasst&rdquo; hat &ndash; wie Innenminister G&uuml;nther Beckstein das von jedem Fremden verlange, vermerken die Diplomaten s&uuml;ffisant. Und nat&uuml;rlich verschweigen sie nicht Stoibers Klassifikation Brunos als &ldquo;Problemb&auml;r&rdquo;.<br>\nIn einer sehr hellsichtigen Analyse am Ende der M&uuml;nchner Depesche vom 30. Juni hei&szlig;t es, die gr&ouml;&szlig;te Erkenntnis aus der ganzen Aff&auml;re um Bruno sei, dass die deutsche Gesellschaft sich zwar gerne einen gr&uuml;nen Anstrich gebe &ndash; das moderne Deutschland aber ein sehr schwieriges Verh&auml;ltnis zur ungez&auml;hmten Natur habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,732056,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da haben wir es wieder &ndash; die Autoren der Depeschen haben offenbar ein gr&ouml;&szlig;eres Talent, den deutschen Politwahnsinn in Worte zu fassen, als so mancher SPIEGEL-Redakteur. H&auml;tten sich 50 amerikanische Diplomaten f&uuml;nf Monate lang mit den Wikileaks-Depeschen besch&auml;ftigt, w&auml;re dabei sicher auch mehr herausgekommen als bei den Journalisten des SPIEGEL, die das Konvolut offenbar nach rein boulevardtauglichen Ma&szlig;st&auml;ben gesichtet haben und ihr Publikum nun schon eine Woche lang mit Belanglosigkeiten maltr&auml;tieren. Dem Publikum gef&auml;llt&acute;s &ndash; die aktuelle Ausgabe des SPIEGEL war bereits kurz nach Erscheinen <a href=\"http:\/\/meedia.de\/details-topstory\/article\/spiegel-druckt-wikileaks-heft-nach_100031825.html?\">&ldquo;fast &uuml;berall vergriffen&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Wie erkennt man einen Terroristen?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/extra_3\/videos\/extra2727.html\">extra 3<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hartz-IV-Reform; Euro-Krise; Aufseher ohne Kontrolle; &Ouml;konomen entdecken Positives an Europas Sozialstaat; Welterkl&auml;rer trifft Problemb&auml;r;<br \/> Thomas Fricke &ndash; Wer gegen die falsche Krise k&auml;mpft; Kaum Mietnomaden: Kritik an der Regierung; Einkaufsmanager-Allerlei; Klimakiller RWE und die Derivatelobby mit Goldman Sachs gewinnen die Worst EU Lobby; EU-Razzia in der Pharmabranche; R&ouml;ttgen kommt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7630\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7630"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7633,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7630\/revisions\/7633"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}