{"id":76377,"date":"2021-09-24T15:02:42","date_gmt":"2021-09-24T13:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76377"},"modified":"2021-09-25T21:02:07","modified_gmt":"2021-09-25T19:02:07","slug":"rechtsruck-im-wahlkampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76377","title":{"rendered":"Rechtsruck im Wahlkampf"},"content":{"rendered":"<p>Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten der Aufkl&auml;rung dienen, Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten die Besinnung auf Defizite und miserable Verh&auml;ltnisse im Land bef&ouml;rdern, Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten sogar dem Frieden zwischen den V&ouml;lkern dienen. &Uuml;berall, auch in den vielen Fernsehdebatten des Spitzenpersonals <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/bundestagswahl-2021-schlussrunde-der-spitzenkandidatinnen-und-kandidaten\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nLzBmMDQ2ODY0LWRjNTMtNDgzNC04OWU3LWI0ZWRlYWNkMDdkOQ\/\">wie beispielsweise am 23. September um 20:15 Uhr bei ARD<\/a> und ZDF, Fehlanzeige und das Gegenteil, obwohl die Verh&auml;ltnisse teilweise himmelschreiend sind und einen Linksruck statt eines Rucks nach rechts verlangen w&uuml;rden. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6236\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-76377-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=76377-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210924-Rechtsruck-im-Wahlkampf-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Die Einkommensverteilung und Verm&ouml;gensverteilung<\/strong>\n<p>Die Verteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen wurde in den letzten Jahren immer ungerechter. Die politischen Entscheidungen in Zeiten der Pandemie haben diese Ungerechtigkeiten versch&auml;rft, statt sie abzumildern. Superreiche haben ihr Verm&ouml;gen in dieser Krisenzeit erkennbar vermehrt, die Mehrheit zahlt diese Zeche.<\/p>\n<p>Und dennoch war diese eklatante Fehlentwicklung in den Wahlkampfdebatten kein gro&szlig;es Thema. Der Spitzenkandidat der SPD und die Linkspartei wollen ein bisschen korrigieren, die SPD bei den hohen Einkommen die Steuern ein bisschen erh&ouml;hen. CDU\/CSU und FDP und auch die AfD leisten Widerstand gegen diesen Minimalversuch einer notwendigen Korrektur.<\/p>\n<p>Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass es so etwas wie die Sozialaussch&uuml;sse der Union offensichtlich nicht mehr gibt. Die Union ist endg&uuml;ltig in die H&auml;nde von Gesch&auml;ftemachern gefallen. Der Merz-Fl&uuml;gel und korrupte Politiker pr&auml;gen die Union und damit auch das Gesamtgeschehen. Siehe dazu auch heute in den NachDenkSeiten: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76357\">Wer wegen Scholz&rsquo; Aff&auml;ren &uuml;berlegt, die CDU zu w&auml;hlen, hat ein schlechtes Ged&auml;chtnis (nachdenkseiten.de)<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>Korrektur und Steuerung des Marktgeschehens<\/strong>\n<p>Insbesondere der Spitzenkandidat der Union Laschet pflegt ein von den Neoliberalen gepr&auml;gtes wirtschaftspolitisches Weltbild: der Staat habe daf&uuml;r zu sorgen, dass die Wirtschaft laufen kann. Das ist alles. FDP-Chef Lindner passt voll dazu. Und die anderen Spitzenkandidaten widersprechen diesem vorsintflutlichen Verst&auml;ndnis von Wirtschaftspolitik nicht.<br>\nSo hat uns dieser Wahlkampf nicht die notwendige Chance gebracht, die neoliberale Ideologie loszuwerden, im Gegenteil.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Einfluss der internationalen Finanzkonzerne auf die deutschen Unternehmen<\/strong>\n<p>Auch in der gestrigen Runde der Spitzenkandidaten war der Einfluss der internationalen Finanzkonzerne auf Tausende von Unternehmen in Deutschland kein Thema, obwohl der Einfluss von BlackRock, Blackstone, Vanguard und anderen &auml;hnlichen Kapitalsammelorganisationen eines der Hauptthemen einer Debatte &uuml;ber Wirtschaft und Finanzen unseres Landes sein m&uuml;sste.<\/p><\/li>\n<li><strong>Krieg und Frieden, Umgang der V&ouml;lker miteinander<\/strong>\n<p>Bei den au&szlig;enpolitischen und sicherheitspolitischen Themen wird das Versagen der beiden Spitzenkandidaten von B&uuml;ndnis-Gr&uuml;nen und SPD besonders sichtbar. Der Bundeskanzler, dem Olaf Scholz folgen will, Willy Brandt, hat bei seiner 1. Regierungserkl&auml;rung im Oktober 1969 erkl&auml;rt: &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&ldquo;. Und die SPD hat damals die Politik der Konfrontation, der Abschreckung und die Politik der St&auml;rke abgel&ouml;st durch Zusammenarbeit auch mit V&ouml;lkern und Staaten des Ostens. Damals wurde eine Politik der Verst&auml;ndigung und der gemeinsamen Sicherheit und Abr&uuml;stung eingeleitet. Und die Gr&uuml;nen haben, verwurzelt in der Friedensbewegung, diese Politik unterst&uuml;tzt und mitgetragen.<\/p>\n<p>Das ist alles verflogen. Offensichtlich wollen Scholz und Baerbock da weitermachen, wo ihre Vorg&auml;nger Schr&ouml;der und Joschka Fischer schon 1999 mit der urspr&uuml;nglichen Politik der Verst&auml;ndigung gebrochen haben: mehr Milit&auml;r, Auslandseins&auml;tze, Aufr&uuml;stung, Abschreckung, Politik der St&auml;rke, j&auml;hrlich 2 % mehr Geld f&uuml;r die Bundeswehr. Auf Dr&auml;ngen des Moderators Koll, der meinte, 2 % Zuwachs f&uuml;r die Bundeswehr sei zu wenig, br&uuml;stete sich Scholz mit 36 % Steigerung in der Vergangenheit und mit dem Eingest&auml;ndnis, k&uuml;nftig noch mehr Geld f&uuml;r das Milit&auml;r zur Verf&uuml;gung stellen zu wollen. Schlimmer gehts nicht.<\/p>\n<p>S&ouml;der von der CSU verlangte ebenfalls mehr Geld f&uuml;r die Bundeswehr und er verlangte bewaffnete Drohnen. Und die Kontrahenten auf der vermeintlich fortschrittlichen Seite &ndash; mit Ausnahme der Linkspartei &ndash; widersprachen nicht. <\/p>\n<p>Alle zusammen folgen sie auch dem neuen Feindbildaufbau. Jetzt ist China an der Reihe. Die Linie ist vom US-Pr&auml;sidenten vorgegeben und alle deutschen Kanzlerkandidaten folgen. Baerbock zum Beispiel verlangt h&auml;rtere Politik gegen&uuml;ber China.<\/p>\n<p>Aus dem Desaster des 20-j&auml;hrigen Afghanistan-Einsatzes mit vielen Toten wird nicht die Konsequenz gezogen, derartige Milit&auml;reins&auml;tze zu unterlassen, es wird mehr verlangt f&uuml;r das Milit&auml;r. Und man bedient sich dabei &ndash; wie auf den NachDenkSeiten schon des &Ouml;fteren gezeigt &ndash; des Tricks, das Scheitern des Afghanistan-Einsatzes dem Mangel an milit&auml;rischer Ausr&uuml;stung der Bundeswehr zur milit&auml;rischen Sicherung des Flughafens von Kabul zuzuschreiben und insgesamt in Europa und in Deutschland mehr Milit&auml;r zu verlangen.<br>\nDie Kanzlerkandidatin der Gr&uuml;nen und der Kanzlerkandidat der SPD haben nichts getan, um aufzukl&auml;ren. Sie haben nichts getan, um diese strategisch ausgedachte Manipulation offenzulegen. Sie machen sie mit.<\/p>\n<p>Schlimmer und durchgreifender kann ein Rechtsruck nicht sein. Von der urspr&uuml;nglichen Politik der SPD &ndash; wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein &ndash; ist nichts mehr geblieben. Das ist ein gravierender, nicht nur politischer Rechtsruck. Das betrifft den fundamentalen Umgang der V&ouml;lker miteinander und stellt ein Menetekel f&uuml;r die Zukunft unserer Kinder und Enkel dar.<\/p><\/li>\n<li><strong>Verh&auml;ltnis zu den USA<\/strong>\n<p>Unkritisch durch die Bank bei allen Kanzlerkandidaten. Wer auch immer regiert, wir bleiben die Vasallen des Imperiums.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Man k&ouml;nnte diese Liste noch fortsetzen. Aber es reicht, zumal viele Menschen in Deutschland von dieser Art von Wahlkampf ohnehin &bdquo;die Nase voll haben&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten der Aufkl&auml;rung dienen, Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten die Besinnung auf Defizite und miserable Verh&auml;ltnisse im Land bef&ouml;rdern, Wahlk&auml;mpfe k&ouml;nnten sogar dem Frieden zwischen den V&ouml;lkern dienen. &Uuml;berall, auch in den vielen Fernsehdebatten des Spitzenpersonals <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/bundestagswahl-2021-schlussrunde-der-spitzenkandidatinnen-und-kandidaten\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nLzBmMDQ2ODY0LWRjNTMtNDgzNC04OWU3LWI0ZWRlYWNkMDdkOQ\/\">wie beispielsweise am 23. 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