{"id":76557,"date":"2021-10-01T09:00:12","date_gmt":"2021-10-01T07:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76557"},"modified":"2021-10-01T09:00:12","modified_gmt":"2021-10-01T07:00:12","slug":"leserbriefe-zu-bundestagswahl-die-linke-steht-am-abgrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76557","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eBundestagswahl: Die LINKE steht am Abgrund\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Tobias Riegel stellt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76459\">in diesem Beitrag<\/a> fest, dass die Verluste der LINKEN eine Folge von &bdquo;einer langen Entwicklung mit falschen Entscheidungen bez&uuml;glich des Personals und des &ouml;ffentlichen politischen Auftritts&ldquo; seien. Und fragt: &bdquo;Kommt nun die R&uuml;ckbesinnung auf die &sbquo;K&uuml;mmerer-Partei&lsquo; in Verbindung mit dem Verzicht auf politisch-moralische Arroganz?&ldquo; Wir danken f&uuml;r die Leserbriefe. Hier folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\nsehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>mit gro&szlig;em Interesse habe ich Ihren Beitrag zum Niedergang der Linken gelesen.<br>\nIch h&auml;tte da einen Vorschlag. Ich bin &Ouml;sterreicher, der jetzt in Berlin lebt und interessiere mich f&uuml;r die Politik in &Ouml;sterreich.<br>\nWas w&auml;re es, wenn die Die LINKE den Weg der KP&Ouml; in Graz einschl&auml;gt?<br>\n1. Verzicht eines gro&szlig;en Teils der Abgeordneten Bez&uuml;ge zu Gunsten eines Sozialfonds (In Graz darf sich der Abgeordnete 2.000,&ndash; vom Netto Bezug in H&ouml;he von 5.500,&ndash; netto behalten.Ihr Argument: wenn man solche Betr&auml;ge verdient, verliert man den Bezug zur Situation  und den Problemen der &ldquo;normalen&rdquo; Menschen<br>\n2. laufende Besuche bei sozial Schwachen, um &uuml;ber deren Probleme zu reden und fallweise zu helfen.<\/p><p>Das macht die KP&Ouml; in Graz seit 30 Jahren und hat die B&uuml;rgermeisterwahlen in Graz jetzt mit fast 30% gewonnen (&Ouml;VP 25%), wobei die KP&Ouml; auch in b&uuml;rgerlichen Kreisen Stimmen dazu gewonnen hat.<br>\nUnd wie hat die neue B&uuml;rgermeisterin Kahr gesagt: ich wurde gew&auml;hlt obwohl ich KP&Ouml; bin.<br>\nJa, Politik an der Seite und in der N&auml;he der Menschen, das ist Politik in der Praxis und nicht in gedruckten Programmen und w&uuml;rde der Linken gerade im abgeh&auml;ngten Osten viele W&auml;hler zur&uuml;ckbringen.<\/p><p>N&auml;here Informationen dazu finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000129973927\/erdrutschsieg-der-kommunisten-in-grazwoher-ruehrt-der-erfolg-und-wo\">Standard<\/a> oder im <a href=\"https:\/\/cms.falter.at\/blogs\/athurnher\/2021\/09\/27\/der-kommunismus-ist-wieder-da\/\">Falter<\/a>.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nGeorg Kronberger<\/p><p>PS. mich &auml;rgert auch, dass man bei DW enteignen keine konkreten Zahlen nach dem Vorbild des gemeinn&uuml;tzigen WOhnbaus in Wien vorgelegt hat wie:<br>\n3000 Wohnungen von DW haben so viele Quadratmeter, man bezahlt Betrag X und finanziert auf 30 oder 35 Jahre (fast zinsfrei). Diesen Betrag zuz&uuml;glich Erhaltungskosten R&uuml;cklage und Verwaltungskosten legt man auf die Quadratmeter um und hat eine Miete, die wahrscheinlich bei 6 -7 &euro; liegen w&uuml;rde. Damit h&auml;tte man das Schreckgespenst Enteignung und Berlin kann sich nichts mehr leisten und investieren entzaubert.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Vielen Dank Herr Riegel f&uuml;r Ihren Artikel. Vielleicht k&ouml;nnen Sie mir, oder irgendein Linker Folgendes erkl&auml;ren: Die weltweiten Coronama&szlig;nahmen tragen wesentlich zur Monopolisierung bei, ein wohlbekanntes Thema bei Marx. W&auml;hrend Amazon, Blackrock usw. wachsen, f&auml;llt der Klein- und Mittelstand. Wo bleibt Kapitalismuskritik? Oder geh&ouml;rt solch fundamentale Denkweise nicht mehr zum Repertoire einer &ldquo;linken&rdquo; Partei? Die Verschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte wegen Corona wird die gro&szlig;e Masse der Kleinverdiener, die nichts mehr als einen Notgroschen auf der Bank haben, durch Inflation enteignen. Hier wird Arbeitskraft vernichtet. Die Linkspartei war bisher der Anwalt der sozial Schwachen und Entrechteten, was ist daraus geworden? Oder nehmen sie Grundgesetzeinschr&auml;nkungen, Versammlungs- und Demonstrationsverbote, gegen wen auch immer. Selbst die FDP hat Herrn Kubicki die &ldquo;Axt&rdquo; auspacken lassen, um f&uuml;r die Verfassung einzutreten. Und was macht die Linke, z.B. mit Frau Wagenknecht oder Herrn Hunko? <\/p><p>Mich hat das schlechte Ergebnis der Linken dennoch &uuml;berrascht, weil auf kommunaler Ebene gute Arbeit geleistet wird. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e: Thomas Stierwald <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre Analyse der multikausalen Gr&uuml;nde f&uuml;r das Scheitern dieser Partei. Da ich es schon vorher sah, suchte ich eigeninitiativ aber vergeblich nach etwaigen B&uuml;ndnispartnern bei thematisch passenden Kleinstparteien. <\/p><p>Bis vor kurzem sah ich die Partei DIE LINKE als einzige Opposition an und war schockiert, dass sie den illegalen   Coronama&szlig;nahmen nicht nur nicht widersprochen, sondern mit ihren Forderungen nach Zero Covid die Kanzlerin sogar noch in diesem Wahn best&auml;rkt hat. Es gibt nur eine Partei, die sich dieses Themas angenommen hat und in den Medien als rechts diffamiert wird.        <\/p><p>Zwar pl&auml;diert die Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe, die Gramscis Theorien weiterentwickelte, in ihren Werken f&uuml;r eine Sammelbewegung von diskriminierten Minderheiten. Dem sind Teile der LINKEN offenbar gefolgt, wor&uuml;ber sie  jedoch ihr Kernanliegen, den Klassenkampf und die Verteidigung der Mittellosen vernachl&auml;ssigt haben. Diesen Part hat Sahra Wagenknecht &uuml;bernommen, das Missverh&auml;ltnis zwischen Minderheiten und -bemittelten thematisiert, was nun zu ihrem Parteiausschluss f&uuml;hrt. Da jubelt die Opposition!<\/p><p>DIE LINKE hat keinen Biss und kein Selbstbewusstsein und l&auml;sst sich jede Unversch&auml;mtheit der CDU\/CSU wie rote Socken um die Ohren hauen, anstatt mal zu fragen, wie sie sich f&uuml;hlen w&uuml;rden, wenn man sie aufgrund der vielen NAZIS in der Adenauerregierung als Nachfolgepartei der NAZIS beschimpfte? Sie ist sich selbst nicht treu und wird auch keine neuen Mitglieder mehr rekrutieren, es sei denn, sie stellt sich endlich als Vereinigte Linke neu auf und kann so alle linken Kr&auml;fte b&uuml;ndeln. K&uuml;rzlich erfuhr ich, dass die KPD jetzt noch einmal verboten werden soll. Sicher werden noch weitere Verbote linker Parteien folgen &hellip;<\/p><p>W&uuml;nsche Ihnen viel Kraft und Mut!<br>\nKarina Harris<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>ich m&ouml;chte mich f&uuml;r den Kommentar von Tobias Riegel auf den &raquo;Nachdenkseiten: Die Linke steht vor dem Abgrund&laquo; bedanken. Einige Gedanken dazu. Es wird die Frage gestellt, ob die Wahlschlappe ein heilsamer Schock war? Kurz: Ich halte jede Wette, das war er nicht.<\/p><p>Die alten Protagonisten werden weitermachen wie bisher. 1000 Erkl&auml;rung finden, der Rest des linken Wahlvolkes glaubt wie und je in seine F&uuml;hrung.<\/p><p>Seit 30 Jahren geh&ouml;rt zu den Erkl&auml;rungen, wenn es um die eigenen Fehler ging, dass mit Fingern auf andere gezeigt wurde. Die Feststellung, dass Arbeiter sich von der Linken abwenden, ist eine Tatsache, aber nicht erst seit heute, sondern seit mindestens 30 Jahren. Was die Privatisierungen angeht, die die das in den linken F&uuml;hrungs- Etagen zu verantworten haben, spielten mit, man h&auml;tte niemand mehr mit ihnen gespielt.<\/p><p>Deshalb zu 2 Gedanken, die ich pers&ouml;nlich in meiner langen Erfahrung mit dieser Partei finden konnte.<\/p><p>Zum einen liegt das Problem im sogenannten subjektiven Faktor.<\/p><p>Eine opportunistische dominierende F&uuml;hrung r&uuml;ckte in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden die Partei nach rechts. Es wurden jedes Mal die haarstr&auml;ubendsten Erkl&auml;rungen daf&uuml;r abgegeben. Der Hintergrund bestand immer darin, dass die Protagonisten, nur um einmal 3 zu nennen wie Bartsch, Holter und Pau unbedingt ihrem eigenen Ego fr&ouml;nen mussten. Sie waren es, die vor 30 Jahren f&uuml;r einen sogenannten Erneuerungskurs sorgten, der vor allen Dingen darin bestand, die Partei von allen in ihren Augen unliebsamen Personen zu reinigen. Der sogenannte linke Fl&uuml;gel erwies sich als zu schwach. Sicherlich h&auml;ngt das auch mit der DDR-Vergangenheit zusammen. Es war eine epochale Niederlage, die der sogenannte Sozialismus nicht nur in der DDR, sondern in den osteurop&auml;ischen L&auml;ndern erlebte. Angesichts dieser Situation wagte niemand zu sagen: wir machen es ab sofort anders, bis hierher und nicht weiter. Der Krebsschaden wurde auch bei der Vereinigung von WASG und PDS 2007 sichtbar. Es war eine Zangengeburt. Eine absichtliche. Doch auch dar&uuml;ber zu reden ist hier nicht der richtige Platz. Es kam wie es kommen musste, dass f&uuml;hrende Genossen 2008 wie beispielsweise der Genosse Helmut Holter frank und frei, ohne dass ihm jemand in den Arm fiel, <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/lifestyle\/leute\/was-macht-eigentlich---------helmut-holter--3751840.html\">in einer der gr&ouml;&szlig;ten deutschen Illustrierten (Stern) erkl&auml;ren konnten<\/a>: <\/p><p>&raquo;Sie (Die Linke &ndash; Einfgg. heha) muss sich glaubhaft und eindeutig zu ihrer Geschichte positionieren und das, was das SED-Regime ausgemacht hat, klar verurteilen: Terror, Mord, Repression&laquo;.<\/p><p>Damit erkl&auml;rte der Moskauer Parteihochschulabsolvent Helmut Holter die Mitglieder der SED zu Terroristen und M&ouml;rdern.<\/p><p>Wer lie&szlig; sich das gefallen? Bedauerlicherweise, mehr als man glaubt. &Uuml;brigens die Genossen Holter und Bartsch arbeiteten damals schon in Mecklenburg-Vorpommern eng zusammen.<br>\nEs k&ouml;nnte ein Roman geschrieben werden &uuml;ber die personelle Besetzung in den einzelnen Landesverb&auml;nden. Die Zeit und der Platz sind hier nicht gegeben.<\/p><p>Neben verschiedenen anderen Faktoren, kristallisierte sich im Laufe der Jahre ein geistiger Zustand heraus, der vor allen Dingen dadurch beg&uuml;nstigt war, dass in der Partei vor allen Dingen in den Basisgruppen kaum oder &uuml;berhaupt keine theoretische Arbeit geleistet wurde. Eine Linke, ohne linke Theorie, kann den Laden schlie&szlig;en. Dieser Zustand wurde mit Absicht herbeigef&uuml;hrt, weil nat&uuml;rlich Genossen wie Holter, Bartsch und Pau jede ernsthafte theoretische Er&ouml;rterung einer Situation ablehnen. Ihr Motto, die anderen sind schuld, wir machen weiter wie bisher. Allein die Argumentation, die Petra Pau anf&uuml;hrte, um den Namen Albert Norden in Marzahn \/Hellersdorf zu tilgen, spricht B&auml;nde f&uuml;r den geistigen Zustand einer ehemaligen DDR-Pionierleiterin.<br>\nDas Ergebnis der Bundestagswahlen 2021 f&uuml;r Die Linke kann niemanden &uuml;berraschen, der einigerma&szlig;en bei Verstand ist.<\/p><p>Gro&szlig;mutter sagte immer, der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.<br>\nHoffentlich finden sich noch Genossen, die tats&auml;chlichen einen Neuanfang<br>\nin Angriff nehmen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHenning Hagen <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team,<\/p><p>die Linkspartei hat sich komplett ins Abseits man&ouml;vriert.<br>\nEinst fand ich mich der Linkspartei zugeh&ouml;rig, aber sp&auml;testens seit 2020 hat sich gezeigt, dass diese Partei keine klaren linken Ziele hat und sich dem Establishment komplett unterordnet.<\/p><p>Einige Beispiele wurden in dem Artikel ja genannt:<\/p><p>&ndash; Deren Genderwahnsinn z.B. in der Sprache und Personalpolitik (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Offene Grenzen f&uuml;r alle (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Cancel Culture (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Coronapolitik (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Identit&auml;tspolitik (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Schie&szlig;en immer wieder gegen den Individualverkehr (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Greifen immer wieder eigene Parteimitglieder bzw. Politiker an, die sich f&uuml;r Verst&auml;ndigung und Zusammenarbeit mit Russland, Venezuela, Kuba, Syrien, Iran usw. einsetzen oder zumindest die Abschaffung der Sanktionen fordern (wie bei den Gr&uuml;nen)<br>\n&ndash; Stehen stramm hinter der EU und wollen noch mehr EU (wie bei den Gr&uuml;nen)<\/p><p>Auch haben mich folgende Themen davon abgehalten die Linkspartei zu w&auml;hlen.<\/p><p>&ndash; Stehen nicht eindeutig zum BGE<br>\n&ndash; Stellen ihren Pazifismus immer mehr in Frage<br>\n&ndash; Keine eindeutige Linie wie sie zur allm&auml;hlichen Bargeldabschaffung stehen und inwieweit sie die Einf&uuml;hrung einer l&uuml;ckenlos &uuml;berwachbaren und programmierbaren Kryptow&auml;hrung der EZB begr&uuml;&szlig;en oder ablehnen werden<br>\n&ndash; Deren zwiesp&auml;ltige Linie zur Prohibition<br>\n&ndash; Privatisierungsvorhaben unter Beteiligung der Linken z.B. in Berlin<br>\n&ndash; Der abgehobene Abnicker Bodo Ramelow, der den Bezug zu den einfachen Menschen verloren hat<br>\n&ndash; Die neue (gr&uuml;ne) Linkenspitze ist ebenso blass und langweilig wie die vorherige. Und eine Frauen-Doppelspitze w&auml;re ohnehin nicht n&ouml;tig gewesen<\/p><p>Wo sind denn die revolution&auml;ren, lauten und k&auml;mpferischen Linken?<br>\nDa kann man ja auch gleich die Gr&uuml;nen und\/ oder SPD w&auml;hlen und sich dem neoliberalen Establishment unterwerfen.<\/p><p>BG<br>\nE <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Tobias Riegel,<\/p><p>danke f&uuml;r diesen Artikel, dessen Analyse ich teile und noch einige Aspekte dazu schreiben will.<\/p><p>Es ist in Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten eine unselige Tradition geworden, Missst&auml;nde zwar irgendwo durchaus in vielen klugen Analysen wahrzunehmen, aber dann genauso weiter zu machen wie vorher und sich dann (bei der n&auml;chsten klugen Analyse) kr&auml;figst weiter zu wundern warum denn alles immer und immer schlimmer wird.<\/p><p>So wird sich seit Jahrzehnten fast t&auml;glich in Analysen besorgt dar&uuml;ber gezeigt, dar&uuml;ber das die Spaltung in Arm und Reich sich in der Gesellschaft vertieft und danach geschieht entweder gar nichts oder Ma&szlig;nahmen die genau das Problem noch versch&auml;rfen. Die angeblich Linke z.B. verh&ouml;kert Sozialwohnungen in Berlin an Immobilien Haie (daf&uuml;r h&auml;tte auch die CDU v&ouml;llig ausgereicht, daf&uuml;r w&auml;hlt niemand Links!)<\/p><p>Ebenso bei der Tatsache, das Deutschland technisch und wirtschaftlich langsam abgeh&auml;ngt wird (siehe auch heraus ekeln der Solar -und Windkraftindustrie durch unsinnige Vorschriften und Streichung der F&ouml;rderungen). Man stellt das in jeder Debatte fest, macht aber nach dieser Debatte entweder gar nichts, oder erl&auml;sst Gesetze, die das Problem weiter versch&auml;rfen (z.B. neue Abstandsregeln f&uuml;r Windr&auml;der).<\/p><p>Genau das Selbe Problem haben wir bei den Linken. Das wurde schon oft analysiert, weil der Abstieg schon lange im Gang ist. Was gesschieht? Erstmal nichts bzw Fortsetzen der Anbiederung an die Gr&uuml;nen. Dann: Parteiausschlussverfahren gegen Sarah Wagenknecht! Ich habe mich &ndash; &auml;hnlich wie Jens Berger &ndash; gefragt, ob die  Linke jetzt endg&uuml;ltig durchgedreht ist. Im April h&auml;tte ich das garantiert f&uuml;r einen Aprilscherz gehalten. Damals &ndash; als ich begriff, das die das wirklich ernst meinen &ndash; habe ich mir schon gedacht, das die Linke wohl demn&auml;chst ein Problem mit der 5% H&uuml;rde bekommt<\/p><p>F&uuml;r die sogg. &ldquo;Analysten&rdquo; in der TAZ, die sich jetzt wieder an Wagenknecht abarbeiten und Ursache und Wirkung vertauschen, stelle ich mein eigenes Wahlverhalten in dieser Bundestagswahl &ouml;ffentlich: <\/p><p>Ich war lange Zeit W&auml;hler der Linkspartei mit beiden Stimmen, habe aber die Partei mit Beginn des Mobbings gegen Sarah Wagenknecht und des Marxisten Fl&uuml;gels immer seltener gew&auml;hlt (bzw bin oft gar nicht mehr zur Wahl gegangen).<\/p><p>Bei dieser Bundestagswahl habe ich gew&auml;hlt 1. Stimme Linkspartei (nur weil Sarah Wagenknecht in NRW noch antritt!) 2. Stimme &ldquo;die Basis&rdquo;. Das hei&szlig;t auch automatisch: Ohne Wagenknecht in NRW h&auml;tte die Linke auch die Erststimme von mir nicht mehr bekommen, da sie in der Corona-Politik v&ouml;llig versagt hat. Deshalb 2.Stimme ab jetzt immer &ldquo;die Basis&rdquo;.<\/p><p>Den ganzen Analysten a la &ldquo;TAZ&rdquo; die sich gerne selbst als &ldquo;links&rdquo; wahrnehmen, und die nun Wagenknecht am schlechten Abschneiden der Linken die Schuld geben, kann ich nur sagen: klassischer Fall vom Verwechseln von Ursache und Wirkung, wie das fast immer bei Konservativen, die sich f&uuml;r &ldquo;links&rdquo; halten ist. So redet man sich Dinge (wie eine Partei z.B.) sch&ouml;n. Und das Verhalten ist ganz typisch f&uuml;r Konservative, die immer alles beim Alten belassen wollen. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nM.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel, sehr geehrtes NDS.Team.<\/p><p>Sie haben es treffend beschrieben. Mir als Satiriker ist nicht mehr dazu eingefallen, es sagt aber auch schon alles.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Deutschland-hat-gew%C3%A4hlt.pdf\">[Anhang PDF]<\/a><\/p><p>Schade um die Linke. Auch Oskar Lafontaine wird im Saarland die Segel streichen.<\/p><p>Quo vadis.<\/p><p>Michael H. Schmitt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Niedergang der PDL l&auml;uft schleichend seit vielen Jahren, ich war da sogar mal Mitglied gewesen. Aber nachdem die Seeheimer der PDL angefangen hatten Oskar Lafontaine zu mobben, bin ich ausgetreten und habe sie seitdem auch nicht mehr gew&auml;hlt. Es war klar, wohin die Reise gehen wird. Au&szlig;erdem: Was man von dieser Partei erwarten kann, demonstriert sie vor aller Augen bei ihren Regierungsbeteiligungen. Gar nichts kann man von dieser Partei erwarten, insbesondere kein Ende von Privatisierungen, Hartz IV. Daf&uuml;r kamen Gendert&uuml;ddelchen (ich nenne es lieber Gendergestammel), Identit&auml;tspolitik mit absurden Buchstabierwettbewerben, Cancel Culture, Migrationsf&ouml;rderung, Sprachpolizei und Denkverbote und vor allem ein absolut autorit&auml;rer Umgang mit jedweder abweichenden Meinung. Das, was sich im Umkreis der PDL an &ldquo;Inhalten&rdquo; und Verhaltensdipositionen in den vergangenen 2-3 Jahren etabliert hat, empfinde ich als absto&szlig;end und angsteinfl&ouml;&szlig;end.<\/p><p>Noch absto&szlig;ender war und ist die Positionierung der PDL in der Corona-Angelegenheit, ihre kritiklose &Uuml;bernahme der Erz&auml;hlungen von Staat und Gro&szlig;kapital und ihr Umgang mit Kritikern am Corona-Regime. Diffamierung ohne Ende. Nur als aktuelles Beispiel eine angek&uuml;ndigte Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Stuttgart:<br>\n&ldquo;&laquo;Fehlender Mindestabstand&raquo;<br>\nDie Corona-Pandemie und das Netzwerk der Demokratiefeinde<br>\nEinlass mit 3G &ndash; bitte f&uuml;hren Sie ihr Impfzertifikat, Genesenennachweis oder PCR-Testergebnis mit.<br>\nIn Protesten gegen die Ma&szlig;nahmen zur Corona-Bek&auml;mpfung wird deutlich, wie tief die Skepsis gegen&uuml;ber parlamentarischer Demokratie und wissenschaftlichen Erkenntnissen in ganz unterschiedlichen Teilen der Bev&ouml;lkerung verankert ist: Impfgegner, Klimawandel-Leugner, Verschw&ouml;rungstheoretiker, Reichsb&uuml;rger und Neonazis marschieren nebeneinander &ndash; ohne Abstand. Dieses Buch, herausgegeben von Matthias Meinser und Heike Kleffner, analysiert das Ph&auml;nomen einer erschreckenden Allianz: von neuen und alten Feinden einer aufgekl&auml;rten Gesellschaft und der Demokratie.&rdquo;<br>\nNoch einen?<br>\n&ldquo;No Corona, no cry<br>\nDokumentarisches Theaterst&uuml;ck &uuml;ber die Genese der Corona-Proteste.<br>\nM&auml;rz 2020: Ganz Deutschland begibt sich in den Lockdown. Ganz Deutschland? Nein, ein junger Intellektueller erfindet in Berlin eine neue Bewegung. Er sieht in dem Coronavirus eine weltweite Verschw&ouml;rung aufziehen und damit seine Chance gekommen, sich zur Ikone des Widerstands zu stilisieren. Und seine Ideen sind tats&auml;chlich hochansteckend! Mithilfe von mehr und minder erfahrenen Multiplikatoren w&auml;chst seine Anh&auml;ngerschaft innerhalb von einigen Monaten von einer Handvoll auf 1,3 Millionen Demonstrierende an. Mindestens.<br>\nNach monatelangen Recherchen hat das n&ouml; theater ein dokumentarisches Theaterst&uuml;ck &uuml;ber die Genese der sogenannten Corona-Proteste entwickelt. Entstanden ist ein theatrales Labyrinth, das versucht Klarheit in die Absichten, Verbindungen und Ideologien der tonangebenden Schwurbler zu bringen. &bdquo;No Corona, no cry&ldquo; ist eine (Verschw&ouml;rungs-) Erz&auml;hlung &uuml;ber Verf&uuml;hrung, Profitgier, Narzissmus, Wahn und Wahrheit. Mit Musik. (&hellip;)<br>\nEine Produktion des Kl&uuml;ngelp&uuml;tz in Kooperation mit dem n&ouml; theater, gef&ouml;rdert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW&rdquo;<br>\nDie Warnung: &ldquo;Achtung: Dieser Abend ist mit Vorsicht zu genie&szlig;en.&rdquo; hilft da auch nichts mehr.<\/p><p>Besser h&auml;tten Adorno und Horkheimer die Selbstzerst&ouml;rung der Aufkl&auml;rung, das Umschlagen von Aufkl&auml;rung in neuen Mythos und Irrationalit&auml;t nicht illustrieren k&ouml;nnen.<br>\nAm absto&szlig;ensten empfinde ich aber ihr totales Schweigen zum Menschheitsverbrechen der Corona-Kinderqu&auml;lerei. F&uuml;r nichts und wieder nichts &ndash; au&szlig;er zu Nutz und Frommen von Big Pharma und Big Money.<br>\nSo eine Partei ist vollkommen unw&auml;hlbar! Und sie hat bekommen, was sie verdient. Was im Wahlprogramm sonst noch so steht, interessiert mich &uuml;berhaupt nicht. Ich halte es mit dem Fu&szlig;ball-Philosophen Sepp Herberger: Entscheidend ist auf dem Platz!<\/p><p>Ich gebe es offen zu: Seit 2-3 Jahren habe ich auf ein Scheitern an der 5%-H&uuml;rde gehofft, es aber nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, da&szlig; sie das so schnell hinbekommen. Diese Art von Salonlinken und autorit&auml;ren Besserwissern brauche ich nicht. Kein bischen. Da&szlig; sie es dennoch (erneut) wegen der  Direktmandate in den Bundestag geschafft haben, ist nur dann keine schlechte Nachricht, wenn die wenigen vern&uuml;nftigen Leute im k&uuml;nftigen Bundestag jetzt endlich die Konsequenzen ziehen und diese Partei verlassen und eine eigene Gruppe aufmachen. Also das tun, was schon vor der Europawahl h&auml;tte getan werden m&uuml;ssen: &ldquo;Aufstehen&rdquo; in eine w&auml;hlbare Partei umzuwandeln. Viele werden es im neuen Bundestag ja nicht mehr sein, die daf&uuml;r in Frage kommen, nachdem solche Leute konsequent auf die hinteren Listenpl&auml;tze verbannt worden waren. Dadurch spielt dieses Wahlergebnis paradoxerweise dem Kipping-Fl&uuml;gel sogar noch in die H&auml;nde, weil deren &Uuml;bergewicht noch dr&uuml;ckender sein wird.<\/p><p>Ein Wiedererstarken einer linken sozialistischen und freiheitlichen Kraft, die ihren Fokus auf die arbeitenden Schichten dieser Gesellschaft legt und nicht auf die Verstiegenheiten verw&ouml;hnter Mittelschichtsspr&ouml;&szlig;linge und ihrer Karrierorientierungen (auf all die oben genannten Themen und Orientierungen baut man heute akademische und andere Karrieren auf) kann nur gelingen, und das ist meine felsenfeste &Uuml;berzeugung, wenn es gelingt, Nichtakademiker als tragende S&auml;ule einer solchen Kraft zu gewinnen. Eine wichtige Ursache f&uuml;r den Niedergang der PDL (und anderer linker Gruppen) liegt darin begr&uuml;ndet, das die Linke als solche heute nur noch als akademische Linke existiert.<br>\nAlso: Wenn Sarah Wagenknecht jetzt nicht den Sprung wagt, dann ist ihr wirklich nicht mehr zu helfen.<\/p><p>WS<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr M&uuml;ller, sehr gesch&auml;tztes Team der NDS,<\/p><p>seit Sonntagabend qu&auml;lt mich die Frage, obwohl es ja vielleicht schon abzusehen war, und obwohl es nat&uuml;rlich Antworten dazu gibt, sie qu&auml;lt mich trotzdem, denn ich verkn&uuml;pfe sie mit der Frage, ob denn unsere Demokratie noch zu retten oder &uuml;berhaupt noch real vorhanden ist: <\/p><p>Wo sind die Stimmen all der Menschen in Deutschland, die in Frieden leben m&ouml;chten, innerhalb des Landes und auch mit allen anderen V&ouml;lkern und Menschen, das ist doch kein unwichtiger Aspekt f&uuml;r eine Bundestagswahlentscheidung in Zeiten wie diesen &ndash; oder? Und wo sind die Stimmen all der Menschen, die am unteren Ende des Existenzminimums f&uuml;r ein halbwegs menschenw&uuml;rdiges Leben leben, wo die Stimmen der Ausgebeuteten, wo die Stimmen der Menschen, bei denen es gerade mal so reicht zum (&Uuml;ber-)Leben, aber nicht f&uuml;r viel mehr, wo die Stimmen derjenigen, vieler Soloselbstst&auml;ndiger und Einzel-&bdquo;Unternehmer&ldquo;, die zumindest nicht wissen, wie sie eine l&auml;ngere pers&ouml;nliche Krise oder einen weiteren Lockdown oder &auml;hnliches finanziell durchstehen sollen ohne das Wenige (vielleicht eine eigene Wohnung oder gar ein H&auml;uschen) zu verlieren, was sie sich und ihren Familien bisher an Materiellem geschaffen haben im Leben? Und wo sind die Stimmen der Menschen, die tagt&auml;glich f&uuml;r andere da sind, aber auf dem Lohnzettel und in ihren Arbeitszeiten behandelt werden wie Abschaum der Gesellschaft und ihre Arbeit, die wir fast alle einmal brauchen werden, doch gef&auml;lligst unter Bedingungen des &sbquo;freien Marktes&lsquo;, zumindest des &bdquo;freien&ldquo; Arbeitsmarktes erledigen sollen, wo die Stimmen all derer, die nicht recht wissen, wovon sie im Alter leben und wovon sie ihre Krankenversicherungsbeitr&auml;ge bezahlen sollen, und nicht zuletzt: wo sind die Stimmen all der Menschen, die zwar selbst keine Not haben oder erwarten, aber denen das Schicksal eines wachsenden Anteils ihrer Mitmenschen in immer prek&auml;reren Lebensumst&auml;nden nicht am Allerwertesten vorbei geht? Auch diese Menschen gibt es, da bin ich ganz sicher. <\/p><p>Und bewusst zuletzt, weil komplex, aber nicht vergessen: wo sind die Stimmen all derjenigen Menschen, die zweifellos wissen, dass wir mit der Ausbeutung allen Lebens und der Zerst&ouml;rung der Existenzgrundlagen allen Lebens auf dieser Erde wirklich nicht so weiter machen k&ouml;nnen, aber dass es nicht reichen kann, unseren eigenen Hintern zu retten, sondern dass wir auch alle anderen mitnehmen m&uuml;ssen auf dem Weg in eine bessere Zukunft &hellip; gerade die oben erw&auml;hnten, weltweit. Ja, doch, auch einmal selbst ein wenig verzichten, damit ein anderer Mensch etwas mehr haben kann, dem es eben heute noch nicht reicht. Auch von solchen Menschen kenne ich ein paar.<\/p><p>Aber wo sind ihre Stimmen? Zumal angesichts hoher Wahlbeteiligung. Wo? Das m&uuml;ssen doch mehr als 17% der aktiven W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sein?<\/p><p>Keine Partei des rot-schwarz-gr&uuml;n-gelben Einheits-Komplexes, der offenbar 83% der Parlamentssitze auf sich vereinigen wird, keine einzige, vertritt diese Interessen.<br>\nDas ist doch seltsam. Wie kann es das geben, dass sich dort fast alle Stimmen konzentrieren?<\/p><p>Nat&uuml;rlich geben Sie auch diese Antwort immer wieder selbst: Es ist die v&ouml;llig unbemerkt zunehmende und (zumindest vor der Wahl) permanente Manipulation und Desinformation durch viele Medien, aus meiner Sicht ganz besonders der mit leider nach wie vor sehr hoher Glaubw&uuml;rdigkeit behafteten &sbquo;seri&ouml;sen Qualit&auml;tsmedien&lsquo;, welche sich fr&uuml;her (zT. in Urzeiten) irgendwie positiv von der dumpfen Medienmasse abgehoben hatten, zB., aus der Sicht des S&uuml;dostens (ja lachen Sie gerne &uuml;ber diese Naivit&auml;t ?) die S&uuml;ddeutsche Zeitung, der Spiegel, die TAZ, die Zeit, DLF, Bayern 2, manchmal mit m&uuml;hsamem Englisch etwas Guardian etc.<\/p><p>Mein Sohn weist mich aber dar&uuml;ber hinaus, auch gestern in einem Gespr&auml;ch zu diesen Themen,  immer wieder auf ein &ndash; aus seiner j&uuml;ngeren Sicht &ndash; offenbar noch viel schlimmeres (?) Ph&auml;nomen hin, &uuml;ber das ich zwar mehrfach gelesen, das ich aber mangels entsprechendem Medienkonsum noch nie pers&ouml;nlich erlebt habe: die personalisierte Beeinflussung durch die sogenannten sozialen Medien. Weil ja bekannt ist, dass es dadurch schon zu Beeinflussungen von W&auml;hlern gekommen sein soll, hat das sicher Relevanz. Es scheint auch logisch. Warum sollen gro&szlig;e Finanzinvestoren, die es sich leisten k&ouml;nnen, gro&szlig;e renommierte Medien finanziell zu beeinflussen oder sogar anteilig zu kaufen, nicht auch die tats&auml;chlich am Markt befindlichen Datens&auml;tze der professionalisierten Datensammler f&uuml;r staatslenkende Zwecke nutzen?<\/p><p>Nun m&ouml;chte ich bei meinem eigenen Erleben bleiben: Ich kenne einige unterschiedliche Menschen, junge, alte, arme, reiche, sozial und wirtschaftlich privilegierte, benachteiligte, einfache, intellektuelle, ja ich habe einige Professoren in meinem weiteren &bdquo;Freundeskreis&ldquo;. Durchaus auch etliche Menschen, sogar Professoren, die sich gesellschaftlich, politisch, va. aber umweltpolitisch engagieren oder in j&uuml;ngeren Jahren (kritisch!) engagiert haben, ehemalige (wirklich ehrliche!) Friedensmarschmitmarschierer. Die wohl schon &uuml;berwiegend der Meinung sind, so, wie jetzt, kann es nicht weiter gehen in unserem Land.<br>\nWas passiert aber, wenn ich ein Thema oder eine Meinung einwerfe in die Kommunikation, auf das ich erst jetzt zB. in oder &uuml;ber die NDS gesto&szlig;en bin (wie Tatsachen zum NATO-Russland-Konflikt, zur Ukraine, zum Serbienkrieg, aber auch zu Corona oder gar den Gr&uuml;nen etc pp) und das sich dort anders darstellt als aktuell (was ja sogar nicht selten im Gegensatz zu deren eigener fr&uuml;herer Darstellung steht) im Spiegel oder der SZ oder gar der TAZ: &bdquo;Ja xxx, wo beziehst Du denn Deine Informationen her??????&ldquo; &ndash; stumm und unausgesprochen (!) erg&auml;nzt durch die abstruse Warnung: &sbquo;pass blo&szlig; auf, dass Du nicht in die Quer- oder Verschw&ouml;rungsdenkerszene abgleitest!&lsquo;. Oder einfach betretenes Schweigen und zeitweiliger Kommunikationsabbruch. <\/p><p>Warum erz&auml;hle ich das?<\/p><p>Nat&uuml;rlich geht es auch um ein St&uuml;ck Isolation. Will man in der Community bleiben, sollte man heute keine abweichenden Meinungen mehr haben, zumindest nicht vom Qualit&auml;ts-Medienmainstream abweichend. Aber darum geht es mir nicht vorrangig hier, auch wenn dieser Mechanismus zweifellos wirkt.<\/p><p>Viel mehr will ich auf etwas anderes hinaus: niemand sieht mein Kreuzchen in der Wahlkabine oder am Briefwahlzettel. Da bin ich (bisher) frei. Warum w&auml;hlen so viele dann dennoch den rot-schwarz-gr&uuml;n-gelben Einheits-Komplex, wenn sie tats&auml;chlich davon selbst oder viele andere Menschen, an denen ihnen etwas liegt, nur Nachteile dadurch bekommen?<\/p><p>F&uuml;r mich ist die einzige erkl&auml;rliche Antwort: weil sie das Grundnarrativ des Medienmainstreams glauben, zumindest mehr glauben, als die alternativen Narrative kleinerer Plattformen wie der NDS.<br>\nDas ist frustrierend, und ich habe keine Ahnung, wie man das durchbrechen k&ouml;nnte. Aber ich sehe bei Themen aus meinem Fachbereich, wo ich schon ein wenig Ahnung von der Materie habe, dass es hervorragend funktioniert.<\/p><p>Und insofern m&ouml;chte ich auch &ndash; nur in diesem einen Punkt &ndash; dem heutigen Beitrag von Tobias Riegel widersprechen, auch wenn ich ansonsten dort, wo ich es auch beurteilen kann, mit ihm &uuml;bereinstimme: Ich pers&ouml;nlich glaube nicht, dass es tats&auml;chlich die (sehr wohl real existierenden!) Fehler der Linken sind, die ihnen die Stimmen gekostet haben, sondern fast ausschlie&szlig;lich die vereinte (!) Desinformation und Wahlkampfhilfe der vermeintlichen Qualit&auml;tsmedien. Denn wirklich alle 4 Parteien des Komplexes haben irgendwie Dreck an der Hose, z.T. weit mehr als die Linken &ndash; alleine es hat keine Rolle gespielt f&uuml;r die Wahl. Ich wage zu behaupten: w&auml;re die Linke auch nur fast perfekt gewesen, was wirklich sch&ouml;n gewesen w&auml;re, aber vielleicht am Ende noch frustrierender, sie h&auml;tte in diesem Wahlkampf auch nicht wesentlich mehr Stimmen bekommen. Wenn nur ein einziger Fussel an ihrer Hose geblieben w&auml;re, die Medien und die 4 &bdquo;gro&szlig;en&ldquo; Einheitsparteien h&auml;tten ihn zur Fata Morgana eines Misthaufens aufgeblasen. Denn trotz allem Makel war die Linke ja die einzige Partei jenseits der 5%-Schwelle, welche im Gegensatz zu allen anderen, schwer makelbehafteten Parteien, diese eingangs aufgez&auml;hlten, f&uuml;r viele Menschen eigentlich wichtigen Themen vertreten hatte. Da gibt es &ndash; f&uuml;r obige Gruppen &ndash; eigentlich keine Logik, die anderen zu w&auml;hlen.<\/p><p>Bitte vergessen Sie nicht, werte NDS-Macher, dass Sie und viele Ihrer Leser (sehr!) &uuml;berdurchschnittlich politisch interessierte und kundige (!) Menschen sind und die Durchschnittsw&auml;hler, egal ob politisch interessiert oder nicht, ob engagiert, bed&uuml;rftig oder intellektuell, bei unserer heutigen fragw&uuml;rdigen Lebensgestaltung einfach nicht die Zeit, viele vielleicht noch weniger die Energie und manche sicher auch nicht die Voraussetzungen haben (die soziale Ungleichheit l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en), sich so detailliert und vielseitig zu informieren. Die meisten Menschen sind einfach auf Medien ihres Vertrauens zur Information angewiesen &ndash; die schlie&szlig;lich auch in ihrem Freundeskreis anerkannt sein m&uuml;ssen.<\/p><p>Und gerade deshalb hadere ich, der ich Zeit meines erwachsenen Lebens ein Freund direkter Demokratie war und bin, mich ein ganzes Jahr lang sehr intensiv und unentgeltlich in eines der gro&szlig;en Volksbegehren im Bundesland eingebracht habe, zunehmend und immer wieder mit dieser Form politischer Entscheidungsfindung, weil ich zunehmend sehe, wie leicht Menschen (einschlie&szlig;lich meiner selbst) manipulierbar sind!<\/p><p>Dazu noch 2 Beispiele: ein Freund, Biologieprofessor (also fast ein wenig vom Fach), welterfahren, beruflich sehr erfolgreich, sehr demokratieaffin nach eigenem Bekunden, beruflich immer gern auf kontroverse Themen fokussiert, also keine Konfliktscheu, international publizierend, idR v&ouml;llig unemotional, ist k&uuml;rzlich fast ausgeflippt, als ich ihm in einem sehr freundschaftlichen Gespr&auml;ch erz&auml;hlt hatte, dass es mich nervt, als Ungeimpfter immer mehr aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Ja, er sei ohnehin f&uuml;r eine Impfpflicht, auch f&uuml;r Kinder, auch eine 3. Impfung, die Ungeimpften sollte man v&ouml;llig aus der Gesellschaft ausschlie&szlig;en, so kriegen wir die Pandemie nie in den Griff, wir brauchen mindestens 80% Impfquote, das Sterberisiko sei enorm, und jedenfalls sollten die Ungeimpften dann nicht die Krankenh&auml;user blockieren d&uuml;rfen wenn sie sich infizieren. Das hat er wirklich alles ernsthaft GEGLAUBT. Dass auch Geimpfte infekti&ouml;s seien (damals waren Infos aus USA und Israel zur Delta-Variante bei Geimpften schon bekannt) wusste er nicht. Die Biontec-Leute seien Idealisten, die nur an der Technologie, guten Ergebnissen und Hilfe f&uuml;r die Menschheit interessiert seien, kein Interesse an Geld h&auml;tten. Damals waren die Vertr&auml;ge aus Albanien schon geleakt und die Gewinne &ouml;ffentlich. Woher er das denn wisse? Na da war ein ganz sch&ouml;ner Artikel k&uuml;rzlich im Spiegel &hellip;<\/p><p>Und zuletzt auch mich selbst als Beispiel (lachen oder weinen Sie gern wieder &uuml;ber meine Naivit&auml;t): Ich bin seit meiner sp&auml;ten Jugend politisch und sp&auml;ter auch in meinem Fachbereich kritisch und immer wieder engagiert, habe auch entsprechende Freunde. Mein Medienkonsum zur Informationsbeschaffung in der knappen freien Zeit war an diesen Freunden orientiert, s.o. Zuletzt war ich aber immer mehr unzufrieden mit diesen Medien, weil mir auffiel, dass zu bestimmten Themen, bei denen ich etwas mehr Ahnung oder Interesse daran hatte, bisweilen seltsame Narrative verfolgt wurden, die ich nicht f&uuml;r glaubw&uuml;rdig hielt oder sogar wusste, dass sie nicht zutreffen und &uuml;ber die Ursachen r&auml;tselte. Zunehmend h&ouml;rte ich auch kritische Stimmen &uuml;ber unsere Qualit&auml;tsleitmedien: L&uuml;ckenpresse, L&uuml;genpresse, Einheitspresse &hellip; nat&uuml;rlich nicht von den Freunden. Ich gebe zu, dass mich derartige Bewertungen eher abschreckten als dass ich ihnen vertraute! Das konnte ja gar nicht sein! Wenn in der SZ oder im Spiegel was Falsches steht, dann kann das doch nicht unerkannt bleiben!? Da w&uuml;rde doch die &bdquo;Konkurrenz&ldquo; gleich einhaken!? Der Journalismus ist doch das Korrektiv im freien Staat!? Und bisweilen schreiben die ja selbst ganz kritische Texte, die ich gut finde &hellip; komisch. Ich fand keine rechte Linie. <\/p><p>Dann bekam ich von 2 Menschen unabh&auml;ngig voneinander die NDS empfohlen. Auch Freunde, etwas zur&uuml;ckhaltender. Menschen, denen ich aber vertraute. Ich schaute rein, war interessiert. Aber unendlich skeptisch. Was da steht. Das kann doch nicht sein!? Ob die nicht von Russland finanziert oder beeinflusst werden? (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/russland-klagen-meinungsfreiheit-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE\">s. zB. heute<\/a> &ndash; dazu muss ich aber sagen, ich habe gar nichts gegen Russland, ganz im Gegenteil, nur nat&uuml;rlich vermute ich, dass es auch dort schlimme Manipulation gibt, auch wenn ich sogar von der Rede Putins im Bundestag und auch von seinem heurigen Text in der Zeit schon sehr bewegt war). Aber ich blieb dran, hartn&auml;ckig und um Verstehen bem&uuml;ht wie ich halt bin, und bin heute dankbar f&uuml;r dieses gro&szlig;e, reiche Panorama an Information, auch in den verschiedenen (Video)-Hinweisen (des Tages oder der Woche) &hellip;<\/p><p>Heute verstehe ich auch, was mit dem Informationskrieg gemeint war, von dem ich seit vielen Jahren lese. Wir sind mitten drin. Ich konnte mir das nie so vorstellen &ndash; und dabei halte ich mich nicht f&uuml;r besonders beschr&auml;nkt in meinem Vorstellungsverm&ouml;gen, im Gegenteil. Und hatte sogar oft recht gelegen mit fr&uuml;hen &bdquo;Visionen&ldquo;.<\/p><p>Aber es geht ja noch um viel mehr als die Parteienkonstellation in unserer Bundesregierung. Es gibt noch viel mehr zu verlieren, was unsere Gesellschaften, va. im letzten Jahrhundert schon an Positivem errungen haben. Deshalb: DANKE HERZLICH und verlieren Sie nicht den Mut und bleiben Sie dran &ndash; und &uuml;berlegen wir uns alle, wie wir auf dieser Basis Demokratie, Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und der Bewahrung unserer Erde in einer Graswurzelbewegung mehr Gewicht geben k&ouml;nnen.<br>\nLeider habe ich im Augenblick keine Idee dazu.<\/p><p>In diesem Sinne, herzlich,<br>\nN.N.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Riegel stellt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76459\">in diesem Beitrag<\/a> fest, dass die Verluste der LINKEN eine Folge von &bdquo;einer langen Entwicklung mit falschen Entscheidungen bez&uuml;glich des Personals und des &ouml;ffentlichen politischen Auftritts&ldquo; seien. Und fragt: &bdquo;Kommt nun die R&uuml;ckbesinnung auf die &sbquo;K&uuml;mmerer-Partei&lsquo; in Verbindung mit dem Verzicht auf politisch-moralische Arroganz?&ldquo; Wir danken f&uuml;r die Leserbriefe. 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