{"id":76578,"date":"2021-10-03T11:30:21","date_gmt":"2021-10-03T09:30:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76578"},"modified":"2021-10-03T11:46:09","modified_gmt":"2021-10-03T09:46:09","slug":"leserbriefe-zu-wieso-waehlen-hartz-iv-empfaenger-billigloehner-rentner-studentinnen-wohnungssuchende-u-a-m-eine-buergerliche-koalition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76578","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eWieso w\u00e4hlen Hartz-IV-Empf\u00e4nger, Billigl\u00f6hner, Rentner, Studentinnen, Wohnungssuchende u.a.m. eine \u201eb\u00fcrgerliche Koalition\u201c?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76444\">Beitrag<\/a> zum Wahlergebnis argumentiert Albrecht M&uuml;ller, dass Parteien und ihre Freunde die Medien besitzen w&uuml;rden und so die Mehrheit &bdquo;schlicht in diese Richtung manipuliert&ldquo; werde. Dazu haben uns einige Leserzuschriften erreicht. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Ihre Ansicht spricht mir aus dem Herzen. <\/p><p>Man kann sich nur noch an den Kopf fassen, wenn man sieht, welch hohen Zuspruch die Parteien der &ldquo;neuen Mitte&rdquo;, die in Wahrheit allesamt eher konservativ-neoliberal ausgerichtet sind, erhalten haben, wogegen sich die Linke als Kontrast zur Mitte gerade noch in den n&auml;chsten Bundestag gerettet hat, obwohl die Linke am ehesten f&uuml;r die kleinen Leute eintritt. Bedenkt man, wie viele Menschen in der BRD sich mittlerweile in prek&auml;ren Lebenslagen befinden, kann man nicht glauben, dass diese ausgerechnet von CDU\/CSU, FDP, SPD und Gr&uuml;nen ernsthaft eine Verbesserung ihrer Lebensverh&auml;ltnisse erwarten. Nach der Politik der letzten Jahre ist es mir schleierhaft, woher diese Zuversicht genommen wird. Das gestrige Wahlergebnis kann man wohl nur damit erkl&auml;ren, dass sich manche Teile unserer Bev&ouml;lkerung zu einseitg informieren. Gerade die &ouml;ffentlich-rechtlichen TV-Sender haben sich in einer in der BRD wohl nie dagewesenen Einseitigkeit auf die Seite der Unionsparteien geschlagen, so dass von einer neutralen Berichterstattung keine Rede sein kann. Wer gestern abend im ZDF im Rahmen der Wahlberichterstattung die Interviews von Claus Kleber verfolgen konnte, dem d&uuml;rfte klar geworden sein, was ich empfunden habe: die Union wurde trotz hoher Verluste geradezu mit Samthandschuhen angepackt, wogegen der Wahlsieg der SPD (immerhin 1,6 % Vorsprung auf die Union) so klein geredet wurde, dass man fast schon den Eindruck gewinnen konnte, einzig Armin Laschet d&uuml;rfe nun einen F&uuml;hrungsanspruch bei der Bildung der k&uuml;nftigen Regierung anmelden, so als sei es ein exklusives Naturrecht der Union, die Kanzlerin \/ den Kanzler zu stellen. Leider fehlt mir der Glaube, dass sich in unserem Land in absehbarer Zeit die mediale Berichterstattung &auml;ndern wird. Bitte machen Sie und die Nachenkseiten trotzdem weiter. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nD.B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebe NDS-Redaktion, sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>zu der Frage &ldquo;Wann kapiert irgendjemand endlich irgendetwas&rdquo; m&ouml;chte ich hiermit auf John Taylor Gatto verweisen und verlinke unten eine Passage aus einem seiner letzten Interviews. Das ganze Interview ist &uuml;ber 5 Stunden lang, in englischer Sprache, und leider streckenweise wegen Gattos schleppendem US-Akzent etwas schwer zu verstehen. Leider gibt es meines Wissens nichts Vergleichbares in der intellektuellen W&uuml;ste Deutschlands.<br>\n(Sollten Sie oder jemand anderes Interesse haben, w&auml;re ich bereit, es zu &uuml;bersetzen; zumindest Ausz&uuml;ge davon.) <\/p><p>Kurze Zusammenfassung: Er beschreibt Entstehung und Entwicklung des modernen Schulsystems. Die fundamental elit&auml;ren Ideen, auf denen es aufbaut, und die Gr&uuml;nde, weshalb diese Ideen unter seinen Gestaltern so popul&auml;r wurden. Es geht um Management, Eugenik und Rassenlehre, um das Menschenbild der einflu&szlig;reichen Schichten. Frei zitiert: &ldquo;Menschen, deren Vorstellungskraft und Verstand intakt sind, bedeuten &ndash; laut Establishment &ndash; eine Gefahr f&uuml;r sich selbst und die Gesellschaft.&rdquo;<br>\nDiese Geschichtsstunde ist m.E. etwas f&uuml;r Menschen, denen es nicht gen&uuml;gt, da&szlig; die Dinge so sind, wie sie sind, sondern die auch gerne wissen w&uuml;rden, warum sie so sind. Vielleicht um dann irgendwann auch zu wissen, wo man ansetzen mu&szlig;, wenn sich wirklich etwas &auml;ndern soll? <\/p><p>Da auch in diesem Wahlkampf weit und breit keiner aufgetreten ist, der begriffen hat, da&szlig; man bei der Befreiung der jungen Geister anfangen mu&szlig;, und eine grundlegende Reform des Schulsystems , mindestens aber die R&uuml;cknahme der j&uuml;ngsten (Ver)k&uuml;rzungen und die Befreiung der Universit&auml;ten gefordert hat, war die Wahl 2021 in meinen Augen auch wieder v&ouml;llig sinnlos. Auf, auf, mit demselben Hurra in die n&auml;chste verwertungsoptimierte Schwachsinnsperiode. <\/p><p>John Taylor Gatto:<br>\n<a href=\"https:\/\/youtu.be\/L4_KjUiqg0Q\">https:\/\/youtu.be\/L4_KjUiqg0Q<\/a><\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJohannes Bichler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>in Ihrem Artikel schreiben Sie u.a.: &ldquo;Auch wegen dieser Beobachtung m&uuml;ssen wir leider definitiv und immer wieder feststellen: Demokratie sieht anders aus &ndash; was wir de facto haben, ist keine! Alle Menschen sind gleich, hei&szlig;t es. Eine wirkliche L&uuml;ge. Wir sind nicht gleich. Einige sind um vieles gleicher, weil sie bestimmen, was andere denken, und so jede Wahl auch das Abbild der Machtverh&auml;ltnisse, der publizistischen Machtverh&auml;ltnisse und des ungleich verteilten Reichtums ist.&rdquo; <\/p><p>Dem stimmen wir, meine Frau und ich, voll und ganz zu, denn seit &uuml;ber 25 Jahren k&auml;mpfen wir um Rechtssicherheit. Zu den negativen Erfahrungen, die wir machen mussten, geh&ouml;rte u.a. neben Rechtsbeugung auch die Veralberung durch den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Deshalb hatten wir den hiesigen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, die wieder kandierten, gleichlautende, nat&uuml;rlich parteibezogene Fragen zu den Art. 1 und 3 GG im &ldquo;abgeordnetenwatch&rdquo; gestellt. Bei dem CDU-Kandidaten handelt es sich um den CDU\/CSU Fraktionsvorsitzenden, Herrn Brinkhaus. Die SPD-Kandidatin ist Frau Korkmaz. <\/p><p>Unsere Fragen im &ldquo;abgeordnetenwatch&rdquo; an Herrn Brinkhaus lauteten: &ldquo;Unsere Fragen: Warum setzt sich die CDU\/CSU nicht konsequenter f&uuml;r die Umsetzung und Einhaltung der im Grundgesetz festgelegten Grundwerte ein? Gibt es Faktoren die wichtiger sind?&rdquo; Dazu hatten wir einen kurzen erkl&auml;renden Text formuliert. <\/p><p>Frau Korkmaz erhielt die gleichen Fragen mit dem erkl&auml;renden Text auf die SPD bezogen. Beide Fragen wurden von &ldquo;abgeordnetenwatch&rdquo; freigeschaltet. Allerdings folgte einen Tag sp&auml;ter die Sperrung bei Herrn Brinkhaus, w&auml;hrend die Fragen bei Frau Korkmaz einsehbar sind. Die Glaubw&uuml;rdigkeit ihrer Antwort kann man, wie man <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/profile\/elvan-korkmaz-emre\/fragen-antworten\/unsere-fragen-warum-setzt-sich-die-spd-nicht-konsequenter-fuer-die-umsetzung-und-einhaltung-der-im-0\">hier sieht<\/a> greifen. <\/p><p>Der Link zu den inzwischen gesperrten Fragen an Herrn Brinkhaus ist <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/profile\/ralph-brinkhaus\/fragen-antworten\/warum-stellt-auch-die-cdu\/csu-die-interessen-kapitalkraeftiger-konzerne-ueber-die-im-grundgesetz-0\">hier<\/a>. <\/p><p>Auch eine zweite &auml;hnliche Frage an Herrn Brinkhaus, die ebenfalls zun&auml;chst freigeschaltet war, wurde einen Tag sp&auml;ter gesperrt. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHans Dietrich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, liebes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>Sie werfen in Ihrem Artikel die Frage auf, wieso Hartz IV-Empf&auml;nger etc. eine &ldquo;b&uuml;rgerliche Koalition&rdquo; w&auml;hlen und schlussfolgern in Ihrem Beitrag, wir haben de facto keine Demokratie.<br>\nObwohl ich Ihnen inhaltlich absolut zustimme, w&auml;re mein Fazit aus dem, was Sie zutreffend darlegen, ein geringf&uuml;gig anderes.<\/p><p>Es ist die Kunst der Politik, das Volk dazu zu bringen, genau das zu wollen, was die Politik will. Ohne, dass die B&uuml;rger merken, dass ihr vermeintlicher Wille nicht ihr eigener &ndash; sondern der der Regierenden ist. Und das geschieht und funktioniert seit geraumer Zeit mit bestechender Pr&auml;zision. Damit ist es auf eine gewisse Weise nat&uuml;rlich doch &ldquo;Demokratie&rdquo;. Denn die Politik setzt den Willen des Volkes um &ndash; nachdem die Politik durch diverse Lobbyvertreter das Volk dazu bringt, das zu wollen, was die Politik umsetzen m&ouml;chte.<\/p><p>Auf diese Weise erleben wir auch eine immense Radikalisierung der vermeintlichen politischen Mitte, die &ldquo;linksoffen&rdquo; und &ldquo;rechtsoffen&rdquo; gleicherma&szlig;en ausgrenzt. Dabei bedarf eine wehrhafte Demokratie auch der Stimmen von links _und_ rechts. Ja, auch von rechts. So wenig ich selbst diesen Stimmen &uuml;blicherweise zustimme, sie sollten geh&ouml;rt und nicht ausgegrenzt werden, solange jedenfalls, wie sie auf dem Boden der Gesetze stehen.<br>\nNur aus dem Spannungsfeld zwischen linken und rechten Ideen, zwischen Konservativen und Progressiven, zwischen Bewahrern und Erneuerern kann meines Erachtens eine n&auml;hrende Mitte entstehen. Derzeit ist unsere Mitte meiner Ansicht nach nicht n&auml;hrend, sondern zehrend.<\/p><p>Sie ist derart (ver)zehrend, dass man auch als einkommensschwacher Mensch kaum eine Alternative mehr hat. Denn die SPD und die Gr&uuml;nen sind l&auml;ngst keine mehr.<\/p><p>Diese Worte schreibt ein schwerbehinderter, vollst&auml;ndig erwerbsgeminderter Mann im Alter von 50 Jahren. Ich bedarf der Grundsicherung, die ich auch bekomme. Sie liegt centgenau auf der H&ouml;he des Hartz IV Satzes. Der bekanntlich offiziell so niedrig bemessen ist, damit man Ans&auml;tze schafft, sich so schnell wie m&ouml;glich wieder aus dem Bezug zu befreien. Wer sich jedoch aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden niemals mehr aus dem Bezug befreien kann, bekommt centgenau den selben Satz. Dabei gibt es einen Unterschied: Wer im Bezug von ALG2 ist, darf sich gelegentlich etwas schenken lassen. Mir wurde ein Geschenk von 20 Euro zu meinem 50. Geburtstag und eine private Unterst&uuml;tzung zum Kauf von besseren Schuhen nach einem Unfall in H&ouml;he von 100 Euro vollst&auml;ndig vom Amt einbehalten. Sp&ouml;ttisch k&ouml;nnte man sagen: Wer es nicht mehr schafft, arbeiten zu gehen, hat halt keinen Nutzen mehr f&uuml;r die Gesellschaft, der soll sich halt freuen, dass er Wohnung und Essen hat. Und je fr&uuml;her er dann von uns geht, desto besser. Wie gut, dass ich nicht sp&ouml;ttisch bin.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nStephan Rofallski<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Albrecht M&uuml;ller, <\/p><p>Herr Schmidt und Sie haben meines Erachtens (m.E.) nat&uuml;rlich vollkommen Recht mit dem was Sie schreiben. <\/p><p>Bei politisch m&uuml;ndigen (aufgekl&auml;rten\/informierten) W&auml;hlerInnen greift die Propaganda\/Meinungsmanipulation m.E. jedoch nicht! <\/p><p>Das bedeutet f&uuml;r mich im Umkehrschluss, dass die Manipulation\/Fremdbestimmung nur eine Seite der Medaille darstellt. Der andere Grund liegt m.E. bei den Menschen\/W&auml;hlerInnen selbst begr&uuml;ndet indem sie sich (auch schon lange vor der Wahl) politisch nicht (umfassend) bilden\/informieren und auch an diesbez&uuml;glichen Informationen kein Interesse vorhanden zu sein scheint. <\/p><p>Das ist dem\/der einzelnen gegen&uuml;ber nicht despektierlich gemeint, sollte aber f&uuml;r erwachsene Menschen auszuhalten sein! <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Rommel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>richtig ist, dass wir alle immer wieder manipuliert werden. Dies liegt wesentlich in uns selbst begr&uuml;ndet, denn wir glauben besonders gern, was wir gern h&ouml;ren. Der Einfluss der Medien ist zu allen Themen recht erheblich. Das f&auml;ngt schon mit der Themenauswahl an.<\/p><p>Die Wahl stand sehr im Mittelpunkt, aber Themen wie Afghanistan oder Corona sind nat&uuml;rlich unver&auml;ndert vorhanden.<\/p><p>Allerdings gab es noch bei keiner Wahl so viel Live-&Uuml;bertragung wie in diesem Jahr.<\/p><p>Und deshalb ist der Einfluss der Medien zur&uuml;ckgegangen. Manipulation findet man in der Auswahl, aber die Medien haben schon &uuml;ber alle Parteien gesendet.<\/p><p>Manchmal konnte ein Moderator nicht an sich halten und lie&szlig; in seine Moderation die eigene Meinung einflie&szlig;en.<\/p><p>Hier sollten Medien ihre Moderatoren besser in die Pflicht nehmen. Dies gilt auch f&uuml;r Talkshows.<\/p><p>Noch nie war es so einfach, die Live-Sendungen auch zu empfangen. Fast jeder hat ein Handy mit Zugang zu diesen Streams.<\/p><p>Allerdings am wenigstens die Hartz-IV-Empf&auml;nger. Schon deshalb k&ouml;nnen diese auch am wenigsten durch die Medien manipuliert werden, zumal sie sich teure Sonderausgaben in Printmedien auch nicht leistenn k&ouml;nnen.<\/p><p>Ihr Artikel ist meiner Meinung der &ndash; vielleicht ungewollte &ndash; Versuch einer Manipulation Ihrer Leser. Er ist thematisch neben der Spur.<\/p><p>Ernst Friesecke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>diese Frage hat sich Hannes Wader schon 1980 gestellt &ndash; und keine Antwort gewusst: <\/p><blockquote><p> Will nur mal fragen:<br>\n Sagt, warum schlagen<br>\n so viele Leute<br>\n gestern wie heute<br>\n den eignen Interessen<br>\n voll ins Gesicht<br>\n und merken es nicht?<\/p><\/blockquote><p>Nat&uuml;rlich geh&ouml;rten die Massenmedien auch damals schon den M&auml;chtigen. Was sich vielleicht ge&auml;ndert hat: Viel weniger Menschen besitzen noch viel mehr als fr&uuml;her. Auch in der Medienbranche. Und diese Personen haben eben kraft ihrer Medienmacht und Lobbyarbeit auch gro&szlig;en Einfluss auf die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender, die eigentlich zur Neutralit&auml;t verpflichtet w&auml;ren. Pustekuchen! <\/p><p>Deshalb ist an dem Spruch (leider) etwas dran: &bdquo;Wenn Wahlen etwas &auml;ndern w&uuml;rden, w&auml;ren sie l&auml;ngst verboten.&ldquo; <\/p><p>Danke f&uuml;r Ihre immer wieder inspirierenden Artikel! Es lebt sich leichter, wenn man wei&szlig;, dass andere Menschen sich die gleichen Fragen stellen, die einem selber schon in den Sinn gekommen sind. <\/p><p>Ob sich das irgendwann einmal &auml;ndert? &ndash; Keine Ahnung! Vielleicht in hunderttausend Jahren? Sofern es die Menschheit bis dahin &uuml;berhaupt schafft. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIhr Rainer Baumg&auml;rtel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>So einfach ist es nicht, sehr verehrter Herr M&uuml;ller. Mit Verlaub, hier irren Sie &ndash; allein die Medien, zu denen die NachDenkSeiten ja geh&ouml;ren, f&uuml;r den Ausgang der Wahl verantwortlich zu machen, bzw. als Antwort auf ihre oben aufgeworfene Frage. Die Medien haben sicherlich einen nicht unerheblichen Anteil daran, das ist wohl war. Warum aber gerade Menschen, die an der unteren Einkommensskala stehen, &bdquo;b&uuml;rgerliche Koalitionen und ihre Parteien&ldquo; (wie grenzt man das ab?) w&auml;hlen, dazu hat sich meine ich Herr Mausfeld, auch hier auf den NDS, ausf&uuml;hrlich und kompetent ge&auml;u&szlig;ert. Vielleicht k&ouml;nnte man in dem Zusammenhang auch noch &uuml;ber das sog. Stockholm-Syndrom nachdenken. Vielleicht sind aber den Menschen &bdquo;die Linke&ldquo; ebenfalls zu &bdquo;b&uuml;rgerlich&ldquo; (was ist eigentlich f&uuml;r Sie b&uuml;rgerlich?), so dass sie sich von dem (Linken-) Personal nicht vertreten f&uuml;hlen. Es gibt ja auch dazu gen&uuml;gend kritische Wahlanalysen, nicht zuletzt die von Sahra Wagenknecht. Was ich aber auf keinen Fall so sehe wie Sie Herr M&uuml;ller ist Ihre Conclusio: &bdquo;Demokratie sieht anders aus &ndash; was wir de facto haben, ist keine!&ldquo;. Wir haben sehr wohl eine Demokratie, wenn auch eine verbesserungsbed&uuml;rftige! Aber sie ist unter den (schlechten) Systemen immer noch das Beste, oder? Kein Medium (keine Gewalt) hindert mich hier daran mein Kreuz da zu setzen wo ich denke, dass meine Interessen am besten aufgehoben sind, auch, wenn es immer ein Kompromiss darstellt. Klar findet Manipulation statt, es gibt aber auch die M&ouml;glichkeit, sich trotzdem davon nicht nachhaltig beeinflussen zu lassen und seinen (gesunden) Verstand zu gebrauchen und einzusetzen. Man hat gerade heute so viele M&ouml;glichkeiten wie noch nie, sich (anderweitig) zu informieren und sich nicht blenden zu lassen, wenn man will, u. a. ja auch auf den NDS.<\/p><p>Was dringend angegangen werden m&uuml;sste ist, die politische Bildung als Grundlagenbildung in den Schulen (auch wieder bei den Gewerkschaften) zu lehren. Au&szlig;erdem ist freie Zeit, bzw. die nicht vorhandene Zeit, weil zu lange Arbeit und die materielle Absicherung das Leben dominieren, ein Grund&uuml;bel, warum Menschen die es angeht, sich zu wenig bis gar nicht um Politik k&uuml;mmern (k&ouml;nnen). Dass sind einige Stellschrauben. Stephan Hebel hat in der heutigen FR auf Seite 11 unter Meinung das Ziel meiner Meinung nach benannt: &bdquo;  Das Ziel einer emanzipatorischen Linken kann es nur sein, den Scheinwiderspruch zwischen sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Liberalit&auml;t im Eintreten f&uuml;r alle Benachteiligten aufzul&ouml;sen&ldquo;. Das hat die Linke nicht ausreichend oder zu sch&uuml;chtern getan.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlexander Kessler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>um etwas zu &bdquo;kapieren&ldquo;, muss man sich mit einem Sachverhalt mehr oder weniger intensiv auseinandersetzen, da bildet Politik keine Ausnahme. Dazu braucht es Zeit und Geduld. Dumm nur, dass der Mehrheit der Wille fehlt sich politisch zu bilden.<\/p><p>Wie und wann soll also ein politisch ungebildeter W&auml;hler erkennen, dass die &bdquo;Auswahl&ldquo; zwischen SPD, CDU\/CSU, FPD oder die Gr&uuml;nen eigentlich keine Auswahl ist?<\/p><p>Das Problem ist nicht das Theater um den Wahlkampf oder dass einige wenige bestimmen, was anderen denken sollen, sondern dass die Mehrheit der B&uuml;rger sich bereitwillig politisch entm&uuml;ndigen l&auml;sst.<\/p><p>Es ist einfacher in einer vermeintlichen Auswahl das geringste &Uuml;bel zu w&auml;hlen, als sich intensiv mit dem Thema zu besch&auml;ftigen. Bl&ouml;d nur, wenn das geringste &Uuml;bel dann doch mit allen anderen koaliert. Gewonnen hat man damit auch nichts.<\/p><p>Erst wenn die Mehrheit erkennt, dass politische Teilhabe sich nicht nur auf das &bdquo;Kreuzchen setzen&ldquo; beschr&auml;nkt, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit den Parteien im Vorfeld bedeutet, wird auch die Politik sich &auml;ndern. Bis dahin ruhen sich die oben genannten auf dem Unwillen der Mehrheit aus, mit Parteiprogrammen, die so beliebig werden, dass es in Zukunft noch unwichtiger sein wird, wer von den vieren gew&auml;hlt wird &ndash; nur Not regiert man in einer Ghana-Koalition.<\/p><p>Auch das ist gelebte Demokratie, wenn auch nicht die beste&hellip;<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEugen Baitinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>zu dieser Fragestellung von Herrn Albrecht M&uuml;ller m&ouml;chte ich gerne Stellung beziehen.<br>\nVielen Dank!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nLudwig Jabelmann<\/p><p>Anhang: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021.09.28-LJ-NachDenkSeiten-Albrecht-M%C3%BCller-Warum-w%C3%A4hlen-Menschen-in-prek%C3%A4ren-Lebenssituationen-b%C3%BCrgerlich.pdf\">PDF<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76444\">Beitrag<\/a> zum Wahlergebnis argumentiert Albrecht M&uuml;ller, dass Parteien und ihre Freunde die Medien besitzen w&uuml;rden und so die Mehrheit &bdquo;schlicht in diese Richtung manipuliert&ldquo; werde. Dazu haben uns einige Leserzuschriften erreicht. 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