{"id":7659,"date":"2010-12-08T09:15:09","date_gmt":"2010-12-08T08:15:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7659"},"modified":"2010-12-08T12:27:27","modified_gmt":"2010-12-08T11:27:27","slug":"hinweise-des-tages-1282","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7659","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wikileaks; Rosskur und Wucherzinsen &ndash; Wie die EU die Iren in die Pleite treibt; Helmut Schmidt rechnet mit Angela Merkel ab; Gemeinschaftsw&auml;hrung in Not &ndash; Die Vereinigten Staaten von Europa; Die Spekulation richtet sich geh&auml;uft gegen Griechenland; Joseph Stiglitz &ndash; Alternativen zu den Sparma&szlig;nahmen; Die Drei von der Geld-Tankstelle; Die M&auml;r vom Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland; Satte Lohnforderung f&uuml;rs Stammpersonal; Sparfuchs M&ouml;llring; Baden-W&uuml;rttemberg schnappt sich EnBW; Bahn schl&auml;gt Gewinn aus S-Bahn-Chaos; McPolicy: bringing you the Big Mac society; Wachdienste: Sicheres Gesch&auml;ft mit niedrigen L&ouml;hnen; EIKE-Konferenz in Berlin: Das Treffen der Dinosaurier; Deutsche Zust&auml;nde: Unruhige Zeiten; Viele arbeiten in einem Klima der Angst; Stuttgart 21; Eichh&ouml;rnchens permanente Revolte; Afghanistan-Umfrage der ARD; NRW-Linke macht Weg f&uuml;r Haushalt frei; PISA-Studie; Die Jugendlichen m&uuml;ssen sich doch schlichtweg veralbert vorkommen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Wikileaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Rosskur und Wucherzinsen &ndash; Wie die EU die Iren in die Pleite treibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Helmut Schmidt rechnet mit Angela Merkel ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Gemeinschaftsw&auml;hrung in Not &ndash; Die Vereinigten Staaten von Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Die Spekulation richtet sich geh&auml;uft gegen Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Joseph Stiglitz &ndash; Alternativen zu den Sparma&szlig;nahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Drei von der Geld-Tankstelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Die M&auml;r vom Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Satte Lohnforderung f&uuml;rs Stammpersonal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Sparfuchs M&ouml;llring<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Baden-W&uuml;rttemberg schnappt sich EnBW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Bahn schl&auml;gt Gewinn aus S-Bahn-Chaos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">McPolicy: bringing you the Big Mac society<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Wachdienste: Sicheres Gesch&auml;ft mit niedrigen L&ouml;hnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">EIKE-Konferenz in Berlin: Das Treffen der Dinosaurier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Deutsche Zust&auml;nde: Unruhige Zeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Viele arbeiten in einem Klima der Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Eichh&ouml;rnchens permanente Revolte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Afghanistan-Umfrage der ARD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">NRW-Linke macht Weg f&uuml;r Haushalt frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">PISA-Studie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Die Jugendlichen m&uuml;ssen sich doch schlichtweg veralbert vorkommen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7659&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wikileaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Assange-Verhaftung: WikiLeaks ist kaum zu stoppen<\/strong><br>\nJulian Assange ist verhaftet und muss bis auf Weiteres in Gro&szlig;britannien im Gef&auml;ngnis sitzen. Ihm wird vorgeworfen, in Schweden zwei Frauen vergewaltigt zu haben &ndash; was er bestreitet, doch schon das nun bevorstehende langwierige Auslieferungsverfahren hat Folgen f&uuml;r WikiLeaks. Ist die Organisation ab sofort f&uuml;hrerlos? Ist sie gar in ihrer Existenz bedroht? Und was bedeutet der Druck, der auch von anderen Seiten kommt &ndash; zum Beispiel von Banken und Zahlungsabwicklern, die die Finanzkan&auml;le der Plattform austrocknen k&ouml;nnten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/0,1518,733370,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Fall Assange und die schwedische Justiz<\/strong><br>\nVerschw&ouml;rung, Zufall oder Routine &ndash; Wikileaks Cablegate hat sich f&uuml;r die schwedische &Ouml;ffentlichkeit zu einem veritablen Fortsetzungskrimi entwickelt. In Sachen Julian Assange gibt die schwedische Justiz R&auml;tsel auf. [&hellip;]<br>\nWegen der Geheimdienstmauscheleien derzeit im Zentrum der Kritik, steht Schwedens Justizministerin Beatrice Ask. Es gibt erste Forderungen nach ihrem R&uuml;cktritt und nat&uuml;rlich gibt diese direkte Verwicklung der Dienstherrin der schwedischen Anklagebeh&ouml;rde auch Verschw&ouml;rungstheorien in Sachen Assange neuen Auftrieb.<br>\nSo &auml;u&szlig;erte sich beispielsweise Assanges britischer Anwalt Mark Stephens gegen&uuml;ber der BBC: Ein &ldquo;politischer Stunt&rdquo; sei die Verfolgung des Wikileaks-Gr&uuml;nders Julian Assange durch die schwedische Justiz. Ausgef&uuml;hrt von einem Land, das sowieso auf dem Scho&szlig; der USA sitze. Der eigentliche Grund hinter der juristischen Verfolgung von Assange seien also nicht Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe, sondern das Bem&uuml;hen, Wikileaks mundtot zu machen. Auch aus eigenem politischem Interesse?  [&hellip;]<br>\nWas sie Assange genau vorwerfen, ist bislang Gegenstand von Spekulationen und unbest&auml;tigten Lecks aus Justizkreisen. Angeblich soll ein einvernehmlicher gesch&uuml;tzter in einen nicht mehr einvernehmlichen und ungesch&uuml;tzten Geschlechtsverkehr &uuml;bergegangen sein. Und in ihrer bisher einzigen &ouml;ffentlichen Stellungnahme warf Anna A. Julian Assange in einem Zeitungsinterview vor, ein &ldquo;schiefes Frauenbild&rdquo; zu haben und &ldquo;Probleme damit, ein Nein zu akzeptieren. [&hellip;] Zu diesem Haftbefehl sei man gezwungen, sagt Ny, weil Julian Assange sich geweigert habe, zu einem Verh&ouml;r in Schweden zu erscheinen. Dieses Verh&ouml;r sei unerl&auml;sslich, um die Ermittlungen zu einem Abschluss zu bringen und danach zu entscheiden, ob &uuml;berhaupt Anklage erhoben werden solle oder nicht. [&hellip;] Politische Einflussnahme auf die Staatsanwaltschaft ist &ndash; Stichwort: Weisungsbefugnis &ndash; nie von der Hand zu weisen. Und die SchwedInnen sind &ndash; was Rechtssicherheit angeht &ndash; von ihrer Justiz nicht sonderlich verw&ouml;hnt. Das Fehlen einer Verfassungsgerichtbarkeit beklagen viele JuristInnen schon lange als ernsthaftes Manko und halten ein solches Korrektiv f&uuml;r dringend erforderlich. Trotz alledem: Es k&ouml;nnte in Sachen Assange auch ganz einfach seinen normalen &ndash; und manchmal eben etwas chaotischen &ndash; juristischen Gang gegangen sein. Pfusch und Murks eingeschlossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/netz\/netzpolitik\/artikel\/1\/verschwoerung-zufall-oder-routine\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rosskur und Wucherzinsen &ndash; Wie die EU die Iren in die Pleite treibt<\/strong><br>\nSparen, bis es nicht mehr geht: Die irische Regierung legt ihren vierten Sparhaushalt in zwei Jahren vor. &Ouml;konomen halten die Konjunkturbremse f&uuml;r sch&auml;dlich &ndash; und werfen den EU-Sparkommissaren vor, Irland endg&uuml;ltig in den Bankrott zu treiben.<br>\nSechs Milliarden Euro. So viel will die irische Regierung im kommenden Jahr sparen. Die Rosskur, die vierte innerhalb von zwei Jahren, soll am Dienstag im irischen Parlament beschlossen werden. F&uuml;r das kleine Land ein gewaltiger Kraftakt: Der durchschnittliche Ire wird nach Berechnungen des &ldquo;Irish Independent&rdquo; am Ende des Jahres um 7500 Euro &auml;rmer sein.<br>\nAus der ganzen EU wird es Schulterklopfen und Ermunterungen f&uuml;r die Dubliner Regierung geben, weil sie so tapfer ihre Sparziele einh&auml;lt. Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner, Studenten &ndash; kaum eine Bev&ouml;lkerungsgruppe wird verschont.<br>\nDas Perfide: Die nationale Anstrengung wird das Schuldenproblem des Landes nicht wesentlich verbessern. Die teils drastischen Einschnitte bei Sozialleistungen, Beamtengeh&auml;ltern und &ouml;ffentlichen Investitionen verblassen neben den riesigen L&ouml;chern, die sich in den irischen Bankenbilanzen auftun. Deshalb spekulieren die Anleger an den Finanzm&auml;rkten auch weiter unbeirrt auf eine Pleite des Inselstaats.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,733152,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Helmut Schmidt rechnet mit Angela Merkel ab<\/strong><br>\nW&auml;hrend in Br&uuml;ssel die EU-Finanzminister um Wege aus der Schuldenkrise ringen, rechnet Helmut Schmidt im Handelsblatt-Interview grunds&auml;tzlich mit dem Krisenmanagement der Regierung und der Bundesbank ab. Vor allem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geht Schmidt hart ins Gericht. [&hellip;]<br>\nJetzt, auf dem H&ouml;hepunkt der Euro-Krise, stellt Schmidt sich mit seiner moralischen und politischen Autorit&auml;t hinter das Jahrhundertprojekt &ndash; und rechnet mit den europ&auml;ischen Krisenmanagern ab. &bdquo;Generell w&uuml;rde ich sagen: Europa fehlen F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten &ndash; Personen in hohen &Auml;mtern der Nationalstaaten mit gen&uuml;gendem &Uuml;berblick &uuml;ber nationale wie internationale Fragen und ausreichender Urteilskraft. Es gibt wenige Ausnahmen wie Jean-Claude Juncker, den Premierminister von Luxemburg, aber sein Land ist zu klein, um eine substanzielle Rolle zu spielen&ldquo;.<br>\nVor allem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geht Schmidt hart ins Gericht. Die Bundeskanzlerin agiere in der Krise &bdquo;nicht sehr geschickt&ldquo;. [&hellip;]<br>\nEbenfalls sehr deutlich rechnet Schmidt mit der Bundesbank ab: &bdquo;Im tiefsten Herzen sind die Bundesbanker Reaktion&auml;re. Sie sind gegen die europ&auml;ische Integration.&ldquo; Er erhebt schwere Vorw&uuml;rfe gegen Hans Tietmeyer und seine Nachfolger: &bdquo;Sie denken nicht wirklich liberal. Sie neigen dazu, zu sehr nach nationalen Interessen zu agieren und zu reagieren, und haben die strategische Notwendigkeit der europ&auml;ischen Integration nicht verstanden.&ldquo; [&hellip;]<br>\nSeinen deutschen Landsleuten redet der Altkanzler wegen der hohen &Uuml;bersch&uuml;sse in der Leistungsbilanz ins Gewissen: &bdquo;Wir verhalten uns genauso wie die Chinesen.&ldquo; Die deutsche Elite habe lange nicht begriffen, was die Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse f&uuml;r die Bundesrepublik bedeuten: &bdquo;Es bedeutet, dass man Waren verkauft und daf&uuml;r nur Papiergeld erh&auml;lt. Das wird sp&auml;ter abgewertet, und man muss es abschreiben&ldquo;, sagte Schmidt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/schmidt-kritik-helmut-schmidt-rechnet-mit-angela-merkel-ab;2706744\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Dem Lob Helmut Schmidts f&uuml;r den EZB-Chef Trichet muss man nicht folgen. Und trotzdem: Helmut Schmidt beweist in dem Handelsblatt-Interview eine politische Weitsicht, die weit &uuml;ber das Ma&szlig; der in Deutschland tonangebenden Politiker, Medienvertreter und Wirtschafts-&ldquo;Experten&rdquo; hinausreicht.<br>\nDas gilt insbesondere f&uuml;r Helmut Schmidts klaren Blick auf die &auml;u&szlig;erst sch&auml;dlichen Konsequenzen der einseitigen Exportfixierung der deutschen Wirtschaft, worauf auch der von Schmidt positiv hervorgehobene Vorsitzende der Eurogruppe und luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker schon mehrmals deutlich hingewiesen hat. Siehe hierzu den NachDenkSeiten-Beitrag <a href=\"?p=6480#h03\">&ldquo;Juncker wirft Deutschland &ldquo;Sozialdumping&rdquo; vor&rdquo;<\/a>.<br>\nIm Gegensatz zu Helmut Schmidt fehlt es bei den deutschen Politikern, Mainstreammedien und Wirtschafts-&ldquo;Experten&rdquo; nahezu vollst&auml;ndig an der Bereitschaft, die negativen Folgen des deutschen Lohn- und Sozialdumping und der j&auml;hrlich daraus resultierenden hohen und zumeist weiter anwachsenden deutschen Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse anzuerkennen. Selbst wenn der Beitrag des hiesigen Au&szlig;enhandels zum deutschen BIP-Wachstum im kommenden Jahr null Prozent betr&uuml;ge (was nach den vorliegenden Prognosen nicht eintreten wird), w&uuml;rden sich die in 2011 neu angeh&auml;uften Auslandsschulden der unter Au&szlig;enhandelsdefiziten mit Deutschland leidenden Staaten in Summe nochmals um den Wert des laufenden Jahres erh&ouml;hen. Deutschlands Exportabh&auml;ngigkeit soll jedoch gem&auml;&szlig; den Berechnungen von Heiko Peters, Mitglied des Mitarbeiterstabes des Sachverst&auml;ndigenrates, in den kommenden Jahren weiter ansteigen: Der Anteil der Exporte am deutschen BIP w&uuml;rde nach diesen Berechnungen von 37 Prozent im Vorkrisenjahr 2008 auf 69 Prozent im Jahr 2020 drastisch anwachsen. Der deutsche Leistungsbilanz&uuml;berschuss betrug im Vorkrisenjahr 2008 167 Mrd. Euro. Dies bedeutet: Die Auslandsverschuldung gegen&uuml;ber Deutschland hat sich bei den unter Au&szlig;enhandelsdefiziten mit Deutschland leidenden Staaten allein im Jahre 2008 um 167 Mrd. Euro erh&ouml;ht. Sofern der absolute Wert der deutschen Importe in den kommenden Jahren prozentual nicht noch st&auml;rker ansteigen w&uuml;rde als jener der Exporte (was aus heutiger Sicht unrealistisch ist), w&uuml;rde eine Erh&ouml;hung des Exportanteils am deutschen BIP von 37 Prozent in 2008 auf 69 Prozent in 2020 die aussenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und damit das Krisenpotenzial f&uuml;r die Eurozone und die &uuml;brige Weltwirtschaft drastisch ansteigen lassen. Der Versuch, die deutsche Wirtschaft noch st&auml;rker auf den Export zu fixieren, w&auml;re Wahnsinn mit Methode.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gemeinschaftsw&auml;hrung in Not &ndash; Die Vereinigten Staaten von Europa<\/strong><br>\nDie B&uuml;rger ahnen l&auml;ngst, dass sie einen Preis daf&uuml;r zahlen m&uuml;ssen, den Euro zu bewahren &ndash; und w&uuml;nschen sich die starke D-Mark zur&uuml;ck. Doch gegen diese gef&auml;hrlichen Sehns&uuml;chte muss die Regierung ank&auml;mpfen. [&hellip;] Eine erste, einfache Wahrheit lautet, dass es keinen K&ouml;nigsweg aus der europ&auml;ischen Schuldenkrise gibt. Ein Austritt Deutschlands aus der W&auml;hrungsunion w&uuml;rde die deutsche W&auml;hrung extrem verteuern und tr&auml;fe den Export-Vizeweltmeister brutal &ndash; dahin w&auml;re die hart erarbeitete Wettbewerbsf&auml;higkeit. Die politischen Folgen f&uuml;r Europa w&auml;ren verheerend. Einzelne Staaten mit unsoliden Finanzen aus dem Verbund auszuschlie&szlig;en, ist rechtlich nicht m&ouml;glich. Selbst wenn man Griechenland aus dem Euro dr&auml;ngen k&ouml;nnte, danach beg&auml;nne unmittelbar die Spekulation gegen den n&auml;chsten Abstiegskandidaten. Der Zerfall des Euro w&auml;re also programmiert. Aus &auml;hnlichen Gr&uuml;nden w&uuml;rde auch eine Aufstockung des Rettungsschirms f&uuml;r klamme Eurostaaten nur ein wenig Luft zum Durchatmen verschaffen. Die Erfahrung der vergangenen Monate lehrt, dass sich Investoren schnell ausrechnen, wie weit ein Notfonds reicht. Sie nehmen dann den n&auml;chstschw&auml;cheren Kandidaten ins Visier, sei es Spanien oder Italien, und testen, ob die EU auch f&uuml;r den geradesteht.<br>\nDie EU muss also dauerhaft sicherstellen, dass alle Mitgliedstaaten ihren Haushalt finanzieren k&ouml;nnen. Eine Euro-Anleihe kann ein solches Instrument zur Haushaltsfinanzierung sein. Dahinter steht die Idee, dass die Euro-Mitglieder gemeinsam Schuldverschreibungen ausgeben, hinter denen die Kreditw&uuml;rdigkeit der gesamten W&auml;hrungsunion steht. So k&auml;men auch schw&auml;chere Mitgliedstaaten selbst in Krisenzeiten zu ertr&auml;glichen Zinsen an Geld. Auch m&uuml;sste die Europ&auml;ische Zentralbank nicht mehr wie die Feuerwehr als K&auml;ufer von Staatsanleihen auftreten, um Staatspleiten zu verhindern. Sie k&ouml;nnte sich ihrer Aufgabe widmen, die Preisstabilit&auml;t zu sichern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/gemeinschaftswaehrung-in-not-die-vereinigten-staaten-von-europa-1.1032801\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Leider unterschl&auml;gt die SZ, dass der deutsche &ldquo;Wettbewerbsvorteil&rdquo;, der bei einem Ende des Euros zur Disposition steht, zu gro&szlig;en Teilen den zu niedrigen L&ouml;hnen in Deutschland geschuldet ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Spekulation richtet sich geh&auml;uft gegen Griechenland<\/strong><br>\nMit jedem Tag wird deutlicher, dass amerikanischen Banken und Hedgefonds die Zersplitterung der Eurozone anstreben: zun&auml;chst Griechenland, dann Portugal, Spanien usw. Nicht aus ideologischen Gr&uuml;nden, sondern um m&ouml;glichst gro&szlig;e Gewinne zu machen, ganz nach dem Vorbild eines Georges Soros, der 1992-93 die italienische Lira und das britische Pfund in die Knie zwang, und fast auch den franz&ouml;sischen Franc&hellip; Der amerikanische Banker wurde ungew&ouml;hnlich reich und predigte fortan f&uuml;r mehr Moral im Kapitalismus. [&hellip;]<br>\nWas passiert wirklich? Laut zuverl&auml;ssiger Informationen, die ich am Freitag erhalten habe &ndash; sowohl von Fachleuten von den Finanzm&auml;rkten und den Banken &ndash; sollen eine gro&szlig;e US-Investitionsbank (die von dem Rettungsplan f&uuml;r die US-Banken profitiert hat) und zwei bedeutende Hedgefonds (von denen einer sich mit dem Spiel mit den in schlechter Erinnerung behaltenen Subprimes hervorgetan hat) hinter den Angriffen auf Griechenland, Portugal und Spanien stehen. Ihr Ziel? M&ouml;glichst viel Geld zu verdienen, indem sie eine Panik schaffen, die es ihnen erm&ouml;glicht, von Griechenland immer h&ouml;here Zinsen zu verlangen und dabei gleichzeitig auf dem CDS-Markt zu spekulieren, einem nicht regulierten und undurchsichtigen Markt, um auch diese teurer zu verkaufen, als sie sie gekauft haben. Warum sollte man keine Namen nennen? Ganz einfach, weil es sich um eine Reihe von Mutma&szlig;ungen handelt, die ein Gericht im Falle eines Prozesses f&uuml;r unzureichend erachten k&ouml;nnte. Und wie ein Marktteilnehmer es formulierte: &bdquo;Mit den Leuten spielt man nicht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/Die-Welt-verstehen\/euro\/3577068.html\">arte<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Joseph Stiglitz &ndash; Alternativen zu den Sparma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nEigentlich ist der Abbau eines Defizits eine einfache Sache: Man muss entweder die Ausgaben k&uuml;rzen oder die Steuern anheben. Es ist jedoch bereits klar, dass die Agenda zur Defizitreduzierung, zumindest in den USA, dar&uuml;ber hinausgeht: Es ist ein Versuch, soziale Absicherungen zu schw&auml;chen, die Progressivit&auml;t des Steuersystems zu verringern und die Rolle und Gr&ouml;&szlig;e des Staates zu verkleinern &ndash; w&auml;hrend etablierte Interessengruppen, wie der milit&auml;risch-industrielle Komplex, so wenig beeintr&auml;chtigt werden wie m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/stiglitz133\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Drei von der Geld-Tankstelle<\/strong><br>\nWer sich fragt, warum &ldquo;Die Linke&rdquo; trotz ihres trostlosen Zustandes in den Meinungsumfragen immer noch bei 10 Prozent notiert wird, der muss nur einen Blick auf die Vorg&auml;nge bei der Pleitebank HRE werfen, die mit 142 Milliarden vom Staat gest&uuml;tzt werden musste. Sie offenbaren ein Ausma&szlig; an moralischer Verkommenheit, das beispielhaft f&uuml;r einen Teil der deutschen Finanzeliten ist. [&hellip;]<br>\nDer Verdacht liegt nahe, dass alle drei Vorst&auml;nde nur einen Geldtankstopp bei der HRE eingelegt haben, um sich ein luxuri&ouml;ses Leben im Alter zu sichern, und um anschlie&szlig;end wieder in ihre h&ouml;her dotierten Jobs zur&uuml;ckzukehren. Wieandt ist schon wieder bei der Deutschen Bank.<br>\nWarum und wof&uuml;r, das kann er nicht einmal selber erkl&auml;ren. Apropos Alter: das Renteneintrittsalter f&uuml;r lebenslang flei&szlig;ig arbeitende Normalb&uuml;rger wird gerade peu &agrave; peu auf 67 hochgesetzt.<br>\nDie gesellschaftliche Asozialit&auml;t, die bei diesen Vorg&auml;ngen deutlich wird, betrifft aber nicht nur die Vorst&auml;nde. Es geh&ouml;ren immer zwei dazu. Auch diejenigen, die mit den &ldquo;Drei von der Geld-Tankstelle&rdquo; die Skandal-Vertr&auml;ge abgeschlossen und gebilligt haben: der Aufsichtsrat, der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin und das politisch verantwortliche Bundesfinanzministerium. Einer davon ist Michael Enders, Ex-Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, der als ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der HRE die Vertr&auml;ge zu verantworten hat. Er bezeichnete die Vertr&auml;ge als &ldquo;im Gro&szlig;en und Ganzen&rdquo; branchen&uuml;blich. Hier wird ein Netzwerk sichtbar, das sich in dieser Klarheit selten offenbart. Enders und die anderen Verantwortlichen haben eklatant versagt und geh&ouml;rten eigentlich wegen Veruntreuung auf die Anklagebank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3558\">Sprengsatz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Schon drollig, dass Michael Spreng zuerst mit einem Linke-Bashing einen Kotau vor seiner konservativen Klientel machen muss, um dann die politischen Standpunkte der Linken f&uuml;r sich selbst zu vereinnahmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die M&auml;r vom Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland<\/strong><br>\nDeutschland fehlen angeblich Tausende Fachkr&auml;fte. Dabei suchen viele verzweifelt einen Job &ndash; und scheitern am Perfektionismus der Firmen. [&hellip;]<br>\nNun sucht Schorf, ein 31 Jahre alter Mann, flexibel, ohne Familie und mit erster Berufserfahrung. Da m&uuml;sste doch im Aufschwung eine gut bezahlte Stelle drin sein. Bislang ist er davon weit entfernt. 120 Bewerbungen hat er seit dem Fr&uuml;hjahr abgeschickt. &bdquo;Mittlerweile frage ich mich, ob die vielen Stellenangebote &uuml;berhaupt ernst gemeint sind&ldquo;, sagt Schorf. Nun taugt die Existenz arbeitsloser Ingenieure nicht dazu, die These vom Fachkr&auml;ftemangel zu widerlegen. Zumal die Zahl der studierten Techniker in den vergangenen Monaten deutlich zur&uuml;ckgegangen ist. Offene Stellen werden mitunter nicht besetzt, da sich keiner findet, bei dem sich die Personalabteilung sagt: formale Qualifikation, pers&ouml;nliches Auftreten, richtiges Alter &ndash; alles stimmt. &bdquo;Mismatch&ldquo; nennen &Ouml;konomen dieses Ph&auml;nomen. Das k&ouml;nnte man salopp mit &bdquo;passt nicht&ldquo; &uuml;bersetzen.<br>\n&bdquo;Passt nicht&ldquo; gilt wom&ouml;glich f&uuml;r jene Idealwelt, die viele Firmen zun&auml;chst in ihren Stellenanzeigen formulieren. Es kommt dann immer darauf an, wie weit die Personalabteilungen dann bereit sind, davon abzur&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article11452799\/Die-Maer-vom-Fachkraeftemangel-in-Deutschland.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JA:<\/strong> Ein Freund von mir arbeitet in einer bestenfalls zweitklassigen, eher drittklassigen Softwarefirma, einer &ldquo;Klitsche&rdquo;, in der seit &uuml;ber einem Jahr kurzgearbeitet wird, die trotz umfassenden Auftragsmangels &ldquo;f&uuml;r alle F&auml;lle&rdquo; mehrere Stellen ausgeschrieben hat und innerhalb von vier Wochen &uuml;ber 100 Stellengesuche von absolut qualifizierten Entwicklern erhielt. Einen Mangel kann es objektiv nicht geben, vielmehr ein dramatisches &Uuml;berangebot vor allem an Hochschulabsolventen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Satte Lohnforderung f&uuml;rs Stammpersonal<\/strong><br>\nDie Chemie-Gewerkschaft IG BCE will in der kommenden Tarifrunde nur f&uuml;r Stammbesch&auml;ftigte einen Gehaltszuschlag durchsetzen. Der Vorstand empfiehlt eine Lohnforderung von sechs bis sieben Prozent. Und warum versucht die Gewerkschaft nicht, eine gleiche Bezahlung von Leiharbeitern durchzusetzen?<br>\n&bdquo;Die gesamtwirtschaftliche Lage ist gut, die Chemie steht noch besser da&ldquo;, begr&uuml;ndet IG-BCE-Chef Michael  Vassiliadis die Lohnforderung. Die Branche habe das Vorkrisenniveau erreicht, und zu verdanken sei dies im Wesentlichen den 550.000 Besch&auml;ftigten. Denn sie h&auml;tten in der Krise Kurzarbeit akzeptiert, in vielen Betrieben seien zudem tarifliche &Ouml;ffnungsklauseln genutzt worden, die Einkommensk&uuml;rzungen bei gleicher Arbeitszeit erlauben. &bdquo;Das ist unser Aufschwung&ldquo;, befand Vassiliadis. [&hellip;]<br>\nErleichtert d&uuml;rften die Arbeitgeber sein, dass die Gewerkschaft in der Tarifrunde nicht versuchen will, eine gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Festangestellten durchzusetzen. Genau das ist der IG Metall in der Stahlindustrie gelungen. [&hellip;] Im &Uuml;brigen spiele die Zeitarbeit in der Chemiebranche eine geringere Rolle als etwa in der Metallindustrie. Laut IG BCE waren 2009 rund 1,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten Leihkr&auml;fte, also rund 6600 Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/satte-lohnforderung-fuers-stammpersonal\/-\/1472780\/4903100\/-\/view\/asFirstTeaser\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Gerade wenn die Zahl der Leihkr&auml;fte in der chemischen Industrie wirklich so gering sein sollte, w&auml;re das ja eher ein Grund f&uuml;r die IG BCE, dieses Thema gerade deshalb schnellstm&ouml;glich vom Tisch zu bekommen. Schade, dass die IG BCE in diesem Punkt nicht ihrer Schwestergewerkschaft IG Metall folgt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sparfuchs M&ouml;llring<\/strong><br>\nDer Nieders&auml;chsische Finanzminister Hartmut M&ouml;llring hat ein H&auml;ndchen f&uuml;r Steuerersparnisse &ndash; zumindest in Gro&szlig; Ber&szlig;en\/Emsland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/extra_3\/videos\/extra2773.html\">extra 3<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wenn der Finanzminister eines Bundeslandes mit vagen Konstruktionen &ldquo;Steuern sparen&rdquo; will, ist das schon ein grotesker Vorgang.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Baden-W&uuml;rttemberg schnappt sich EnBW<\/strong><br>\nSpektakul&auml;rer Deal: Baden-W&uuml;rttemberg kauft f&uuml;r knapp f&uuml;nf Milliarden Euro 45 Prozent der EnBW-Anteile. Der Konzern geht damit wieder komplett in deutschen Besitz. Die Landesregierung hat gro&szlig;e Pl&auml;ne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/2.220\/energiebranche-baden-wuerttemberg-uebernimmt-enbw-1.1032623\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bahn schl&auml;gt Gewinn aus S-Bahn-Chaos<\/strong><br>\nTrotz massenweiser Weichenausf&auml;lle in den vergangenen Tagen kassiert die Bahn von der S-Bahn auch noch Geld f&uuml;r das Abstellen der Z&uuml;ge. Auch in anderen Bereichen werden Mittel aus der S-Bahn herausgezogen &ndash; kritische Stimmen im Unternehmen sind unerw&uuml;nscht.<br>\nDie Bahn ist erfinderisch. Jetzt muss die S-Bahn nach Tagesspiegel-Informationen auch Geld f&uuml;r das Abstellen von Z&uuml;gen auf den Gleisen zahlen. Empf&auml;nger ist der Bereich Netz des Bahnkonzerns, der derzeit sein Metier nicht im Griff hat und zulassen musste, dass beim j&uuml;ngsten Schneefall massenweise Weichen eingefroren waren, was bis auf Weiteres zu erheblichen Zugausf&auml;llen bei der S-Bahn f&uuml;hrt. Die Bahn best&auml;tigte auf Anfrage die neue Zahlungsform.<br>\nAuf die Idee, konzernintern auch f&uuml;r das Abstellen der Z&uuml;ge zu kassieren, ist das Unternehmen dem Vernehmen nach gekommen, nachdem der Senat Anfang des Jahres offiziell mitgeteilt hatte, die Ausschreibung des S-Bahn-Betriebs europaweit vorzubereiten. Und von m&ouml;glichen Konkurrenten auf der Schiene soll so viel Geld abgezwackt werden, wie es nur geht. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Abstellgeb&uuml;hren mindestens um einen einstelligen Millionenbetrag. Private Unternehmen m&uuml;ssen schon heute zahlen, wenn sie ihre Z&uuml;ge auf Gleisen des Bahnkonzerns abstellen. Die Preise dabei sind unterschiedlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/verkehr\/bahn-schlaegt-gewinn-aus-s-bahn-chaos\/3592120.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>McPolicy: bringing you the Big Mac society<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736%2810%2962150-2\/fulltext\">The Lancet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.F.:<\/strong> In einem Editorial der britischen Zeitschrift The Lancet (eine der &auml;ltesten und wichtigsten medizinischen Zeitschriften der Welt) wird in der Ausgabe vom 27. November 2010 (Volume 376, Band 9755) unter der &Uuml;berschrift McPolicy: bringing you the Big Mac society dar&uuml;ber berichtet, wie der Minister f&uuml;r Gesundheit Gro&szlig;britanniens Andrew Lansley dem Problem einer hohen Zahl von &uuml;bergewichtigen Menschen, dem Alkoholmissbrauch und dem Anstieg Ern&auml;hrungsbedingter Erkrankungen zu Leibe r&uuml;cken will. Naheliegend w&auml;ren z.B. ein Mindestpreis f&uuml;r Alkohol, Verkaufsbeschr&auml;nkungen f&uuml;r Alkohol, eine sch&auml;rfere Regulierung f&uuml;r die unges&uuml;ndesten Lebensmittel die von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden oder z.B. eine Versch&auml;rfung der  Auflagen f&uuml;r die Hersteller von ungesunden Lebensmitteln, damit wenigstens minimale Ern&auml;hrungsstandards gew&auml;hrleistet werden.<br>\nDer Weg den Andrew Lansley stattdessen geht besteht darin, Vertreter von McDonald&rsquo;s, PepsiCo, Diageo (Hersteller folgender Marken: Smirnoff, Johnnie Walker, Baileys Lik&ouml;r, Guinness Bier um nur einige zu nennen) u.a. einzuladen und ihre Vorschl&auml;ge zu h&ouml;ren wie die Probleme der &ouml;ffentlichen Gesundheit in Zukunft gel&ouml;st werden k&ouml;nnten.<br>\nDer Irsinn dieses Unterfangens besteht darin, ausgerechnet die Vertreter derjenigen Firmen die am st&auml;rksten von der Epidemie der &Uuml;bergewichtigkeit und dem Alkoholmissbrauch profitieren f&uuml;r die Ausarbeitung einer Agenda verantwortlich zu machen, die eine verbesserte Gesundheit zum Ziel hat. Es wird in dem Editorial klar festgestellt, dass unabh&auml;ngig von dem was die Kapit&auml;ne der gro&szlig;en Lebensmittel- und Alkoholkonzerne einbringen werden, sich ihre Vorschl&auml;ge an den engen Interessen ihrer Aktienbesitzer orientieren werden.<br>\nDer schleichende Einfluss von privaten Interessen auf politische Entscheidungen ist auch in Gro&szlig;britannien nichts Neues, wohl aber die Geschwindigkeit und das Ausma&szlig; mit dem die gegenw&auml;rtige Regierung die Agenda des Big Business auf Kosten des gew&auml;hlten Parlaments umsetzt. Sie stellt eine bisher nicht dagewesene Neuerung dar, getreu dem Motto: Schlimmer geht&acute;s immer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wachdienste: Sicheres Gesch&auml;ft mit niedrigen L&ouml;hnen<\/strong><br>\nWachschutz ist gefragt, aber schlecht bezahlt. Bereits seit Jahresbeginn erhalten Besch&auml;ftigte im Berliner Wach- und Sicherheitsgewerbe laut Tarif 6,25 Euro pro Stunde; in Brandenburg sind es derzeit sechs Euro pro Stunde. Zuvor waren in Berlin als Stundenlohn lediglich 5,50 Euro gezahlt worden und in Brandenburg sogar nur f&uuml;nf Euro. Bei Ausschreibungen der &ouml;ffentlichen Verwaltungen in Berlin gilt schon ein Mindeststundenlohn von 7,50 Euro, bei anderen Auftr&auml;gen ist dieser dagegen noch nicht die Regel. Die Diskussionen werden haupts&auml;chlich &uuml;berregional gef&uuml;hrt: Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatten im Fr&uuml;hjahr einen Mindestlohntarif f&uuml;r alle 170 000 Besch&auml;ftigten im deutschen Sicherheitsgewerbe unterzeichnet. Doch der Tarifausschuss beim Bundesarbeitsministerium will erst im kommenden Januar entscheiden, ob der Mindestlohn durch eine Rechtsverordnung der Bundesregierung in Kraft tritt. Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) bedauert die &bdquo;geringe Durchsetzungskraft&ldquo; der Arbeitnehmerseite: Bisher sei es nicht gelungen, &bdquo;existenzsichernde L&ouml;hne tariflich zu vereinbaren&ldquo;. Um Lohndumping zu unterbinden, &bdquo;brauchen wir bundesweit einen fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohn&ldquo;.<br>\nNun allerdings sieht sich die Branche vor einer neuen Herausforderung: Ab Mai 2011 gilt f&uuml;r Arbeitnehmer aus &ouml;stlichen EU-Beitrittsstaaten die unbeschr&auml;nkte Freiz&uuml;gigkeit. Damit k&ouml;nnten zum Beispiel polnische Sicherheitsunternehmen in Berlin aktiv werden und die Preise der hiesigen Firmen unterbieten. Auch deshalb fordert der deutsche Branchenverband den Mindestlohn: &bdquo;Wir wollen verbindliche Lohnuntergrenzen, um fairen Wettbewerb zu erm&ouml;glichen&ldquo;, sagt Manfred Buhl, Vizepr&auml;sident des BDWS und Vorsitzender der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung beim Securitas-Konzern. Ansonsten k&ouml;nnten Unternehmen aus den neuen mittel- und osteurop&auml;ischen EU-Mitgliedsstaaten die &uuml;blichen L&ouml;hne und Preise &bdquo;unterlaufen und Sicherheitsleistungen in fragw&uuml;rdiger Qualit&auml;t erbringen&ldquo;. Der Verband fordert auch &bdquo;h&ouml;here Zugangsh&uuml;rden und strengere Qualit&auml;tsvorgaben&ldquo;. Bisher sei es &bdquo;fast nirgendwo in der EU so einfach, Sicherheitsunternehmen zu gr&uuml;nden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/berliner-wirtschaft\/sicheres-geschaeft-mit-niedrigen-loehnen\/3591928.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dabei w&auml;re es so einfach, anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern zu folgen und einen fl&auml;chendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn einzuf&uuml;hren. Die CDU w&uuml;rde der SPD sogar ein sch&ouml;nes Wahlkampfthema aus der Hand schlagen. Aber es geht bekanntlich nichts &uuml;ber eine ordentliche Ideologie, die Politiker in Sonntagsreden gerne als Ordoliberalismus verkaufen, ohne auch nur einen Schimmer von der Freiburger Schule zu haben, deren historischer Ausgangspunkt die Konzentration von Marktmacht in einem ausufernden Kapitalismus war. Wer wei&szlig;, vielleicht h&auml;tten die Herren von damals heute die Ohnmacht der Arbeitnehmer angeprangert?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>EIKE-Konferenz in Berlin: Das Treffen der Dinosaurier<\/strong><br>\nLiberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung ist Mitveranstalter des internationalen Treffens der Leugner einer anthropogenen Klimaerw&auml;rmung.<br>\nW&auml;hrend im mexikanischen Canc&uacute;n Diplomaten aus aller Welt &uuml;ber den Klimaschutz verhandeln, fand im winterlichen Berlin eine Gegenkonferenz statt. Eingeladen zur Internationalen Energie- und Klimakonferenz hatten die Leugner der anthropogenen Klimaerw&auml;rmung vom EIKE-Institut, doch auch die Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP findet sich auf der Einladung unter den Veranstaltern. Nicht das Klima, sondern Wirtschaft und Freiheit seien bedroht &ndash; und zwar durch Umweltaktivisten, so der Tenor auf der Konferenz. Zudem k&ouml;nne man das Klima ohnehin nicht beeinflussen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=33783&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Deutsche Zust&auml;nde: Unruhige Zeiten<\/strong><br>\nLangzeituntersuchung Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit:\n<ol>\n<li>Die Wahrnehmung einer Bedrohung durch Krisen hat auch zwischen 2009 und 2010 zugenommen und ist bei den Betroffenen aggressiv aufgeladen.<\/li>\n<li>Insbesondere h&ouml;here Einkommensgruppen verweigern schwachen Gruppen ihre Unterst&uuml;tzung. Sie reklamieren verst&auml;rkt Etabliertenvorrechte und weisen erhebliche Zusammenh&auml;nge mit Abwertungen schwacher Gruppen auf.<\/li>\n<li>Es gibt unterschiedliche Entwicklungen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Anstiege finden wir bei Forderung von Etabliertenvorrechten, Islamfeindlichkeit und dem &uuml;ber den Umweg Israel kommunizierten Antisemitismus.<\/li>\n<li>Die Reklamierung der Etabliertenvorrechte dient immer der Besitzstandswahrung, nur sind die oberen Einkommensgruppen jetzt verst&auml;rkt dabei, Privilegien zu sichern.<\/li>\n<li>Die zunehmende Islamfeindlichkeit zeigt sich insbesondere bei h&ouml;heren Einkommensgruppen. Bildung wirkt in diesem Fall der Abwertung nicht entgegen. Islamfeindlichkeit ist konsensf&auml;hig, auch bei jenen, bei denen es bisher nicht zu erwarten war.<\/li>\n<li>W&auml;hrend sich Arme mit Hilfsbed&uuml;rftigen solidarisieren ist dies in den h&ouml;heren Einkommensgruppen weniger der Fall.<\/li>\n<li>Die Bef&uuml;rworter der Leistungsgerechtigkeit, die in h&ouml;heren Einkommensgruppen besonders h&auml;ufig gefordert wird, forcieren die Abwertung solcher Gruppen, denen wenig Leistung zugesprochen wird &ndash; also Langzeitarbeitslose, Migranten und Wohnungslose.<\/li>\n<li>Die Demokratieentleerung hat zwischen 2009 und 2010 weiter signifikant zugenommen.<\/li>\n<li>Rechtspopulistische Einstellungen nehmen insbesondere zwischen 2009 und 2010 in h&ouml;heren Einkommensgruppen deutlich zu.<\/li>\n<li>Rechtspopulistische Einstellungen verbinden sich mit islamfeindlichen Einstellungen und sind aggressiv aufgeladen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-bielefeld.de\/ikg\/Pressehandout_GMF_2010.pdf\">www.uni-bielefeld.de [PDF &ndash; 200 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein Team um den Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer untersucht seit 2002 in einer Langzeitstudie &ldquo;Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit&rdquo;. Zentrale Aussage in der 9. Folge des j&auml;hrlichen Reportes ist die wachsende &bdquo;Entsolidarisierung&ldquo; bei Besserverdienenden im Zusammenhang der Finanzkrise. Die besserverdienenden (Nettoeinkommen ab etwa 2600 Euro) machen etwa 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung aus. Obwohl es eine Umverteilung von unten nach oben gebe, steigt der Anteil der Reichen, die glauben, weniger zu haben, als ihnen gerechterweise zustehe. Etwa die H&auml;lfte wertet Langzeitarbeitslose ab. &ldquo;Der semantische Klassenkampf von oben wird ungeniert offenbart&rdquo;. Neu ist die die zunehmende Islamfeindlichkeit bei h&ouml;heren Einkommensgruppen. Die h&ouml;here durchschnittliche Bildung dieses Milieus wirke dem keineswegs entgegen. Es sind &ldquo;angefeuert von politischen, medialen und wissenschaftlichen Eliten &ndash; in h&ouml;heren Einkommensgruppen deutliche Anstiege (nicht Ausma&szlig;e) hinsichtlich abwertender, menschenfeindlicher Einstellungen gegen&uuml;ber verschiedenen schwachen Gruppen aus dem Syndrom der Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vorzufinden, insbesondere Islamfeindlichkeit.&rdquo;<br>\nHeitmeyer spricht von einer &ldquo;entsicherten wie entkultivierten B&uuml;rgerlichkeit&rdquo;, die auch &uuml;ber &ldquo;angeblich liberale Tages- und Wochenzeitungen&rdquo; verbreitet werde. &ldquo;Es ist nicht der Umfang, sondern die Einflussm&auml;chtigkeit dieser h&ouml;heren Einkommensgruppen zur negativen Ver&auml;nderung des sozialen und politischen Klimas, die scharf markiert werden muss.&rdquo; Die Befragungen zu dieser Untersuchung fanden im Fr&uuml;hjahr dieses Jahres statt, d.h. dass die Auswirkungen der Sarrazin-Debatte nicht eingeflossen sind, welche gewiss nicht die Islamfeindlichkeit abgebaut hat. Dass Muslime &ldquo;&ouml;konomisch nutzlos&ldquo; seien, ist eine von Sarrazins zentrale Botschaften.<br>\nAm Beispiel des ebenfalls angestiegenen Antisemitismus kann man allerdings feststellen, dass auch diese Befragungen in ihrer Standardisierung nicht der Gefahr entgehen konnten, die Befragten in ein allzu enges Korsett zu stecken bzw. nach Tendenzen zu fragen, die vorher bereits angenommen wurden. Es wird dabei au&szlig;er Acht gelassen, wie der konkrete Mensch zu diesen Themen steht. Dieser hat kaum Differenzierungsm&ouml;glichkeiten und ebenso kann er die pers&ouml;nliche Vorrangigkeit oder Nachrangigkeit dieser Themen zum Ausdruck bringen. Wenn in diesem Jahr 38 Prozent der Befragten dem Satz zustimmten: &bdquo;Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen die Juden hat&rdquo;, wird auf die Schnelle kaum einer die Zeit gefunden haben, dar&uuml;ber nachzudenken, was f&uuml;r eine Verschiebung dieser Satz erf&auml;hrt, wenn im ersten Teil des Satzes Israel steht und dann von Juden die Rede ist. Hat der Befragte die M&ouml;glichkeit gehabt,  zwischen &ldquo;dass man etwas gegen die Juden hat&rdquo; oder &ldquo;gegen die Israelis&rdquo;  oder gar &ldquo;gegen die israelische Politik&rdquo; zu w&auml;hlen? Aus letzteren lie&szlig;e sich kaum auf Antisemitismus schlie&szlig;en. Auch die These &bdquo;Israel f&uuml;hrt einen Vernichtungskrieg gegen die Pal&auml;stinenser&ldquo;, welcher 57 Prozent zugestimmt haben, l&auml;sst demjenigen, der die Art des Krieges ablehnt, den Israel gegen die Pal&auml;stinenser f&uuml;hrt, kaum eine differenzierte Antwortm&ouml;glichkeit. Vielleicht meint er ja einen &ldquo;ungerechtfertigten Krieg gegen die Pal&auml;stinenser&rdquo; oder er verurteilt nur bestimmte Eins&auml;tze der israelischen Armee. Kurzum, wir sollten auch bei solche Umfragen, die tendenziell best&auml;tigen, was wir bef&uuml;rchten, das Nachdenken pflegen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Viele arbeiten in einem Klima der Angst<\/strong><br>\nGespr&auml;ch mit Claus Fussek, Sozialp&auml;dagoge und und Autor, der sich f&uuml;r sozial Benachteiligte einsetzt und seit langem Missst&auml;nde in der Pflege kritisiert:<br>\n&ldquo;Nat&uuml;rlich brauchen wir auch Pflegekr&auml;fte aus dem Ausland. Aber ich finde es absurd, dass wir nicht fragen, warum bei uns so viele Pflegekr&auml;fte aufh&ouml;ren. Das gr&ouml;&szlig;te Problem in Pflegeheimen ist, dass es keine Beschwerdekultur gibt. Aus vielen Briefen und Anrufen von Pflegekr&auml;ften wei&szlig; ich, dass diese mehr Angst vor ihren Vorgesetzten und Kollegen haben als vor dem Staatsanwalt. Viele trauen sich nicht auszusprechen, dass sie &uuml;berlastet sind. Das setzt einen Teufelskreislauf in Gang: Hohe Fluktuation f&uuml;hrt dazu, dass Hilfskr&auml;fte angestellt werden, dann kann auch die Pflege nicht gut sein, und die guten Kr&auml;fte verabschieden sich.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/viele-arbeiten-in-einem-klima-der-angst\/3592030.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Untersuchungsauschuss: &ldquo;V&ouml;llig hilflos&rdquo;<\/strong><br>\nDer Untersuchungsausschuss zum &ldquo;schwarzen Donnerstag&rdquo; in Stuttgart will eine m&ouml;gliche politische Einflussnahme auf die ver&auml;nderte Polizeitaktik kl&auml;ren. Jetzt reden die Zeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/schwerpunkt-stuttgart-21\/artikel\/1\/voellig-hilflos\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Stuttgarter Schlossgarten Umsetzen der Platanen unm&ouml;glich?<\/strong><br>\nDen Deutschen liegt der Wald ja bekanntlich besonders am Herzen &ndash; das gilt auch f&uuml;r die B&auml;ume im Schlossgarten. Die Ank&uuml;ndigung, 282 der stolzen Exemplare zu f&auml;llen &ndash; wobei 25 schon am 1. Oktober im Schredder gelandet sind &ndash; hat den Protest gegen Stuttgart 21 befeuert. Auch in diesem Punkt wollte der Schlichter Heiner Gei&szlig;ler deshalb die Lage befrieden: &ldquo;Die B&auml;ume im Schlossgarten werden nicht gef&auml;llt&rdquo;, erkl&auml;rte er nach der Abschlusssitzung. Nur kranke oder altersschwache Exemplare sollten der S&auml;ge zum Opfer fallen, die anderen hingegen versetzt werden.<br>\nDoch sagt nicht der Volksmund: &ldquo;Einen alten Baum verpflanzt man nicht&rdquo;? Matthias von Herrmann, der Sprecher der Gruppe der Parksch&uuml;tzer, ist &uuml;berzeugt: &ldquo;Das ist unrealistisch.&rdquo; 200 Jahre alte Platanen k&ouml;nne man nicht verpflanzen, Maschinen f&uuml;r diesen Zweck seien nur f&uuml;r einen Stammumfang von maximal 1,20 Meter geeignet. Im Schlossgarten gehe es aber um Exemplare mit bis zu 3,50 Meter Stammumfang. [&hellip;]<br>\nDie Firma Opitz aus Heideck, die sich auf Gro&szlig;baumverpflanzung spezialisiert hat, spricht in ihrem Internetauftritt von nahezu 100 Prozent Anwachsgarantie. Auch dort aber werden nur Verfahren f&uuml;r B&auml;ume mit bis zu 1,20 Meter Stammumfang pr&auml;sentiert. Der Leiter der Firma, Herbert Porlein, erkl&auml;rte auf Anfrage, die Ank&uuml;ndigung Gei&szlig;lers umzusetzen sei &ldquo;schier nicht m&ouml;glich&rdquo;. Porlein: &ldquo;Wir verpflanzen bis maximal 1,50 Meter Stammumfang.&rdquo;<br>\nDies h&auml;nge auch von der Art der B&auml;ume ab, Linden seien leichter zu verpflanzen als Eichen mit ihren Pfahlwurzeln. Eine Platane k&ouml;nne man auch noch durchaus gro&szlig; gewachsen verpflanzen, m&uuml;sse sie aber massiv eink&uuml;rzen. &ldquo;Den Baum erkennen Sie dann nicht wieder&rdquo;, sagte Porlein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2733540_0_9223_-stuttgarter-schlossgarten-umsetzen-der-platanen-unmoeglich-.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Eichh&ouml;rnchens permanente Revolte<\/strong><br>\nEin Beitrag &uuml;ber die franz&ouml;sische Umweltaktivistin C&eacute;cile Lecomte, der verdeutlicht mit welcher massiver staatlicher Repression Menschen zu rechnen haben, die in Deutschland den Interessen der herrschenden Eliten in die Quere kommen. Hier wie auch nach dem brutalen Polizeieinsatz in Stuttgart stellt sich die Frage welche Interessen von Judikative und Exekutive inzwischen gesch&uuml;tzt werden? Ob im Deal den die Bundesregierung mit der Atomindustrie ausgemacht hat auch ein Passus steht, dass etwaiger Protest niedergekn&uuml;ppelt und mundtot gemacht werden soll?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/dasfeature\/1267595\/\">Deutschlandfunk<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/12\/07\/dlf_20101207_1915_960d8774.mp3\">Die Sendung zum Anh&ouml;ren<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Afghanistan-Umfrage der ARD<\/strong><br>\nDas Ansehen des Westens ist so schlecht wie nie. Zwei Drittel der afghanischen Bev&ouml;lkerung stellen dem westlichen Engagement in ihrem Land ein negatives Zeugnis aus, mehr als ein Viertel bef&uuml;rwortet sogar Anschl&auml;ge auf die NATO. Die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren wurde in weiten Teilen des Landes entt&auml;uscht; auch das Ansehen Deutschlands ist dramatisch gesunken. Das sind die Ergebnisse der neuen Afghanistan-Umfrage von ARD, ABC, BBC und &ldquo;Washington Post&rdquo;.<br>\nNeun Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes hat das Ansehen des Westens in der afghanischen Bev&ouml;lkerung ein Allzeittief erreicht. Nicht einmal mehr jeder dritte Afghane bewertet das Engagement von USA und NATO positiv, w&auml;hrend zwei Drittel der Bev&ouml;lkerung den Verb&uuml;ndeten ein negatives Zeugnis ausstellen. Besonders dramatisch ist der Sympathieverlust der Deutschen im Nordosten des Landes, dem Einsatzgebiet der Bundeswehr. Das sind die ern&uuml;chternden Botschaften der sechsten gemeinsamen Umfrage, die die ARD mit ihren Partnern ABC, BBC und &ldquo;Washington Post&rdquo; unter 1691 Afghaninnen und Afghanen durchgef&uuml;hrt hat.\n<p><a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/crchart926_v-grossgalerie16x9.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/crchart926_v-grossgalerie16x9.jpg\" alt=\"Afghanistan-Umfrage der ARD\" title=\"Afghanistan-Umfrage der ARD\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/afghanistanumfrage190.html\">Tagesschau.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>NRW-Linke macht Weg f&uuml;r Haushalt frei<\/strong><br>\nDie Linke h&auml;lt die rot-gr&uuml;ne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen am Leben: Bei der Abstimmung &uuml;ber den Nachtragshaushalt werden sich die Abgeordneten der Linken enthalten und damit dessen Verabschiedung erm&ouml;glichen.<br>\nDie nordrhein-westf&auml;lische Linke hat der bislang wichtigsten Entscheidung der rot-gr&uuml;nen Minderheitsregierung von Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft (SPD) den Weg geebnet: Bei der Abstimmung &uuml;ber den Nachtragshaushalt der rot-gr&uuml;nen Koalition Mitte Dezember werden sich die Abgeordneten der Linken enthalten und damit dessen Verabschiedung erm&ouml;glichen. Daf&uuml;r sprach sich am Sonntag bei einer Enthaltung der 98-k&ouml;pfige Parteirat der NRW-Linken in Bochum aus. Die Linke h&auml;lt den Etatentwurf der Landesregierung aber weiterhin nicht f&uuml;r zustimmungsf&auml;hig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/nrw-linke-macht-weg-fuer-haushalt-frei\/-\/1472596\/4899166\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Damit w&auml;re die erste ernsthafte Klippe der rot-gr&uuml;nen Minderheitsregierung umschifft. Das wird der Opposition nat&uuml;rlich gar nicht gefallen, sind die Linken doch offenbar nicht so unzuverl&auml;ssig, wie CDU und FDP es gerne h&auml;tten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>PISA-Studie<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Leistungsniveau und Chancengleichheit erh&ouml;ht<\/strong><br>\nIn Deutschland haben 4979 f&uuml;nfzehnj&auml;hrige Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler aus 226 Schulen aller Schulformen Aufgaben aus den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften bearbeitet. Die Ergebnisse zeigen: W&auml;hrend sich bei der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 die Leistungen noch unter dem OECD-Durchschnitt befanden, liegen nun die Leseleistungen im OECD-Durchschnitt, die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Jugendlichen liegen deutlich dar&uuml;ber. &bdquo;Besonders erfreulich ist&ldquo;, so Klieme, &bdquo;dass sich vor allem der Anteil der Jugendlichen mit schwachen Leistungen reduziert hat.&ldquo; Der Leistungsunterschied zwischen guten und schwachen Leserinnen und Lesern hat sich so stark verringert wie in keinem anderen Staat der OECD. W&auml;hrend PISA vor zehn Jahren zeigte, dass in Deutschland der Zusammenhang zwischen Lesekompetenz und sozialer Herkunft sehr viel enger war als in anderen OECD-Staaten, ist dieser Zusammenhang 2009 nur noch so stark ausgepr&auml;gt wie im OECD-Durchschnitt. Zudem sind die Leseleistungen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund wesentlich st&auml;rker angestiegen als bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Dennoch liegen Kinder aus zugewanderten Familien bei PISA 2009 immer noch um mehr als ein Schuljahr zur&uuml;ck. &bdquo;Die Kompetenznachteile sind immer noch gro&szlig;, aber das deutsche Schulsystem ist der Chancengleichheit ein St&uuml;ck n&auml;her gekommen&ldquo;, meldet Klieme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/pisa.dipf.de\/de\/de\/pisa-2009\/ergebnisberichte\/DIPF-PM_PISA2009.pdf\">DIPF [PDF &ndash; 20 KB]<\/a><br>\nZusammenfassung: <a href=\"http:\/\/www.dipf.de\/de\/dipf-aktuell\/aktuelles\/zusammenfassung-des-berichts-zu-pisa-2009\/resolveuid\/9334767d133fdf4615d05ec630fa988f\">DIPF [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a><br>\nGesamtbericht: <a href=\"http:\/\/pisa.dipf.de\/de\/de\/pisa-2009\/ergebnisberichte\/PISA_2009_Bilanz_nach_einem_Jahrzehnt.pdf\">DIPF [PDF &ndash; 5.7 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Wir informieren dar&uuml;ber. Aber Pisa ist eine h&ouml;chst fragw&uuml;rdige Erhebung. Das gilt es auch dann anzumerken, wenn einem einige Ergebnisse gefallen. Eigentlich ist es eine PR-Aktion der OECD.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Der deutsche Erfolg ist nachhaltig<\/strong><br>\nInterview mit Eckhard Klieme, Sprecher der deutschen Pisa-Forscher:<br>\n&ldquo;Deutlichere Zuw&auml;chse gibt es nur in Systemen, die von einem sehr niedrigen Niveau starten, etwa in S&uuml;damerika. Eine Ausnahme ist Polen, wo es bei der Lesekompetenz einen massiven Sprung gegeben hat. Dort wurden aber Lehrerausbildung und Schulsystem v&ouml;llig neu geregelt. In Deutschland ist die Stetigkeit der Entwicklung wichtig. Man kann daher erwarten, dass diese Verbesserungen nachhaltig sind.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-deutsche-erfolg-ist-nachhaltig\/3592160.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> An die Antireformbewegung nicht nur in Hamburg: Das von Klieme gelobte Polen hat den Zeitpunkt, an dem Jugendliche auf unterschiedliche Schultypen aufgeteilt werden, heraufgesetzt. &ndash; Im &Uuml;brigen gilt die Titelaussage der FR: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/deutschland-ist-endlich-mittelmass-\/-\/1472788\/4902454\/-\/index.html\">&ldquo;Deutschland ist endlich Mittelma&szlig;&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Die Jugendlichen m&uuml;ssen sich doch schlichtweg veralbert vorkommen<\/strong><br>\nNach 15 Jahren Ausbildungsplatzkrise wischt der Petitionsausschuss des Bundestages mit einem Federstrich eine der gr&ouml;&szlig;ten Petitionen der vergangenen Jahre vom Tisch und verwehrt den Petenten sogar das Recht auf eine Anh&ouml;rung zur Sache.<br>\nDie so genannte &ldquo;dritte Ausbildungsplatzkrise&rdquo; dauert nun bereits seit 1995 an. Alle Vereinbarungen zwischen Wirtschaft und Politik sowie Notprogramme der Regierungen blieben bisher weitgehend wirkungslos. So waren bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends weit &uuml;ber eine Millionen Jugendliche unter 29 Jahren ohne Berufsausbildung &ndash; und es wurden immer mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33791\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wikileaks; Rosskur und Wucherzinsen &ndash; Wie die EU die Iren in die Pleite treibt; Helmut Schmidt rechnet mit Angela Merkel ab; Gemeinschaftsw&auml;hrung in Not &ndash; Die Vereinigten Staaten von Europa; Die Spekulation richtet sich geh&auml;uft gegen Griechenland; Joseph Stiglitz &ndash; Alternativen zu den Sparma&szlig;nahmen; Die Drei von der Geld-Tankstelle;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7659\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7659","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7659"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7663,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7659\/revisions\/7663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}