{"id":76660,"date":"2021-10-05T08:43:35","date_gmt":"2021-10-05T06:43:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660"},"modified":"2021-10-06T07:19:41","modified_gmt":"2021-10-06T05:19:41","slug":"hinweise-des-tages-3960","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h01\">Schulden oder Schulden, das ist hier die Frage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h02\">F&uuml;nf Punkte f&uuml;r jede Sondierung: Investitionen, Dekarbonisierung und Besch&auml;ftigung, 12 Euro Mindestlohn, Sicherung von Mitbestimmung und Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h03\">Die Pflegeversicherung vor der Zahlungsunf&auml;higkeit? Eine Milliarde Euro kann vielleicht das aktuelle Loch stopfen, aber das Grundproblem nicht l&ouml;sen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h04\">Altersarmut: Bayern st&auml;rker betroffen als der Osten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h05\">Die letzte Meile<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h06\">Gorch Fock&rdquo; &ndash; das Segelschulschiff ist zur&uuml;ck in Kiel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h07\">Afghanistan-Einsatz kostete mehr als 17,3 Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h08\">Ukraine-Einsatz als &ldquo;Lackmustest&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h09\">Energieversorgung gef&auml;hrdet: Zwei Mal stand Deutschland vor Total-Blackout &ndash; warum unser Stromnetz Schluckauf hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h10\">Vorbild &Ouml;sterreich: Diese Steueridee k&ouml;nnte der Zitrus-Koalition den Weg weisen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h11\">Die Hohenzollern und die Nazis: Das rechte Netzwerk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h12\">Gut geschmiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h13\">Fake News &uuml;ber Tucholsky<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h14\">Youtube verbietet Diskussion von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Wahl in Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76660#h15\">Pandora Papers decken Steuertricks auf: Blamage f&uuml;r die EU<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich f&uuml;r die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schulden oder Schulden, das ist hier die Frage<\/strong><br>\nIn den Sondierungen im Vorfeld von Koalitionsverhandlungen und in deren medialer Begleitung spielen die Schulden des Staates eine herausragende Rolle. Insbesondere die konservativen Parteien und deren Medienlobbyisten f&uuml;hlen sich aufgerufen, vor einer &bdquo;Aufweichung&ldquo; der gesetzlich festgelegten Schuldenregeln in Deutschland und Europa zu warnen. Europa drohe eine Schuldenexplosion, wenn Deutschland, das in ihren Augen bisher der Hort der Stabilit&auml;t war, nun im Gefolge der Coronakrise von den hehren und hergebrachten Prinzipien Abschied nehme. Nur durch von den privaten Unternehmen getriebenes Wachstum, so die Konservativen und Liberalen, k&ouml;nnten die &ouml;ffentlichen Schulden wieder auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden.<br>\nDiese Diagnose samt der dazugeh&ouml;rigen Therapie ist reine Fantasie. Es mangelt ihr an allem: an einer Faktenbasis und an volkswirtschaftlicher Logik. Es ist mehr als erstaunlich, dass es gelingt, diese Geschichte immer wieder zu erz&auml;hlen, ohne massiven Widerspruch derjenigen zu ernten, die im Bereich Wirtschaft als Experten auftreten. Das ist nur mit dem enormen ideologischen Bias der sogenannten Wirtschaftswissenschaften zu erkl&auml;ren. Alles, was nicht in ihr Uralt-Schema der funktionierenden M&auml;rkte passt, wird einfach ausgeblendet.<br>\nGut, dass die Zusammenh&auml;nge so einfach sind, dass man sie auch ohne Studium der Volkswirtschaftslehre mit ein wenig gesundem Menschenverstand jederzeit nachvollziehen kann. Das ist genau das, was man von den Verhandlungspartnern in den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen erwarten muss. Trifft die FDP mit ihren mehr als naiven Vorstellungen &uuml;ber die staatlichen Schulden nicht auf aufgekl&auml;rte Partner, die den Liberalen die Zusammenh&auml;nge erkl&auml;ren k&ouml;nnen, ist jede Koalition zum Scheitern verurteilt. Weder von Olaf Scholz noch von Armin Laschet kann man erwarten, dass sie dazu in der Lage sind. Alles h&auml;ngt folglich an Robert Habeck, der immerhin &ndash; wie hier gezeigt &ndash; zu erkennen gegeben hat, dass er auf dem Wege ist, die einfachen Vorurteile, die auch seiner Partei nicht fremd sind, zu hinterfragen.<br>\nBei einer angemessenen Diagnose der Lage in Deutschland und Europa erkennt man sofort, dass die Schuldenfrage politisch von entscheidender Bedeutung ist. Wer hier versagt, versagt auf fast allen anderen Feldern. Das gilt insbesondere f&uuml;r Europa, wo Deutschland in der EWU die Weichen neu zu stellen hat. Man muss sich davor h&uuml;ten, auf Kurzschl&uuml;sse hereinzufallen, wie sie vom SPD-Vorsitzenden Walter-Borjans verbreitet werden (hier z. B.), der die Frage der staatlichen Schulden aus den Koalitionsverhandlungen ausblenden will, weil es sowieso keine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament f&uuml;r eine &Auml;nderung der Schuldenbremse im Grundgesetz gebe. Eine solche Position ist mehr als fahrl&auml;ssig. Sie dr&uuml;ckt sich vor der notwendigen sachlichen Auseinandersetzung bei einer Frage, die f&uuml;r die Zukunft Deutschlands und Europas zentral ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2021\/10\/04\/schulden-oder-schulden-das-ist-hier-die-frage\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>F&uuml;nf Punkte f&uuml;r jede Sondierung: Investitionen, Dekarbonisierung und Besch&auml;ftigung, 12 Euro Mindestlohn, Sicherung von Mitbestimmung und Rente<\/strong><br>\nZus&auml;tzliche &ouml;ffentliche Investitionen von mindestens 460 Milliarden Euro, ein Transformationsfonds, der bei der Einf&uuml;hrung klimaneutraler, aber aktuell noch teurer Produktionstechniken unterst&uuml;tzt, eine z&uuml;gige Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro, ein Ausgleich von steigenden CO2-Preisen, der einerseits Privathaushalte mit niedrigen Einkommen und andererseits die Konkurrenzf&auml;higkeit der deutschen Industrie sch&uuml;tzt, Ausbau von Weiterbildungsangeboten und St&auml;rkung der Mitbestimmung: Das sind Weichenstellungen, mit denen die n&auml;chste Bundesregierung sicherstellen kann, dass Deutschland Mitte des 21. Jahrhunderts ein wohlhabendes Land mit starker, klimagerechter Wirtschaft und funktionierendem gesellschaftlichen Zusammenhalt sein wird. Sie sind notwendig, machbar und finanzierbar. Werden die daraus folgenden positiven Effekte auf dem Arbeitsmarkt mit Reformen kombiniert, die bislang vernachl&auml;ssigte Besch&auml;ftigungsressourcen erschlie&szlig;en, st&auml;rkt das auch die Finanzbasis der sozialen Sicherungssysteme, insbesondere der Rentenversicherung. Zu diesen Ergebnissen kommen Forscherinnen und Forscher der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Diese Weichenstellungen sollten in allen kommenden Sondierungs- und Koalitionsgespr&auml;chen auf dem Programm stehen, empfehlen die wissenschaftlichen Direktorinnen und Direktoren der vier Stiftungs-Institute IMK, WSI, I.M.U. und HSI in einer neuen Kurzanalyse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-funf-punkte-fur-jede-sondierung-35849.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Pflegeversicherung vor der Zahlungsunf&auml;higkeit? Eine Milliarde Euro kann vielleicht das aktuelle Loch stopfen, aber das Grundproblem nicht l&ouml;sen<\/strong><br>\n&raquo;Ein Minus von 2,5 Milliarden Euro werde die Pflegeversicherung in diesem Jahr einfahren, warnen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Damit w&auml;re der Puffer durch die letzte Beitragserh&ouml;hung bereits aufgebraucht.&laquo; Das konnte man Anfang 2021 dieser Meldung entnehmen: Pflegeversicherung steuert auf Defizit von 2,5 Milliarden Euro zu. &raquo;Nach Prognosen des GKV-Spitzenverbands werden bei den Pflegekassen Einnahmen von 50,3 Ausgaben von 52,8 Milliarden Euro gegen&uuml;berstehen. Das zu erwartende Defizit von 2,5 Milliarden Euro m&uuml;sse aus dem Pflegeausgleichsfonds ausgeglichen werden&laquo;, so hie&szlig; es am Anfang dieses Jahres. &raquo;Der GKV-Spitzenverband forderte die Regierungskoalition auf, noch vor der Bundestagswahl die Finanzierungsprobleme in der Pflege anzugehen. Ohne eine Reform m&uuml;ssten sp&auml;testens 2022 die Beitr&auml;ge zur Pflegeversicherung steigen.&laquo; Und auch eine konkrete Hausnummer wurde genannt: &raquo;N&ouml;tig sei ein dauerhafter Steuerzuschuss von bis zu neun Milliarden Euro pro Jahr.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2021\/10\/03\/die-pflegeversicherung-und-ein-milliardenloch\/\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Altersarmut: Bayern st&auml;rker betroffen als der Osten<\/strong><br>\nBR24-Datenanalyse: In keinem anderen Bundesland sind so viele Menschen im Alter armutsgef&auml;hrdet wie in Bayern. Im Vergleich mit den neuen Bundesl&auml;ndern ist auch die Quote bei der Grundsicherung im Alter h&ouml;her &ndash; Frauen sind besonders betroffen.<br>\nZum Tag der Deutschen Einheit werden gern die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesl&auml;ndern betont, die die Wiedervereinigung &uuml;berlebt haben. Ein Klassiker: Der reiche Westen, der arme Osten. Diese BR24-Datenanalyse zeigt jedoch: Im Alter sind es nicht die Sachsen oder Th&uuml;ringer, sondern die Bayern, die am st&auml;rksten mit Armut zu k&auml;mpfen haben.<br>\nUm die Entwicklungen im Bereich Armut zu zeigen, wird von offiziellen Stellen und Verb&auml;nden oft die Armutsgef&auml;hrdungsquote als Kennwert herangezogen. Die folgende Karte zeigt, wie diese f&uuml;r die &Uuml;ber-65-J&auml;hrigen bei der j&uuml;ngsten Erhebung im Jahr 2019 ausfiel:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/altersarmut-bayern-staerker-betroffen-als-der-osten,SkaxIGK\">BR24<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die letzte Meile<\/strong><br>\nDer Konzern reorganisiert seine Logistik. Arbeitsrecht und W&uuml;rde spielen dabei keine Rolle<br>\n&bdquo;Maschine, ich bin eine Maschine&ldquo;, sagt der Fahrer des wei&szlig;en Lieferwagens. &bdquo;Zw&ouml;lf Stunden, jeden Tag, seit vier Jahren. Aber wenn ich nicht arbeite, kriege ich kein Geld.&ldquo; Der Mann stellt Pakete f&uuml;r Amazon zu, die globale Nummer eins des Onlinehandels. Jeden Morgen wartet er mit seinem Lieferwagen in der Schlange vor dem Verteilzentrum Frankfurt am Main.<br>\nAn diesem Sp&auml;tsommermorgen, Anfang September 2021, ist aber etwas anders: Eine kleine Gruppe von Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen verteilt Flyer in verschiedenen Sprachen an die Fahrer. Schnell kommt man ins Gespr&auml;ch. Die Geschichten &auml;hneln sich: Fahrer berichten von Zehn- oder Zw&ouml;lf-Stunden-Schichten, von Arbeitsdruck, von Tagestouren mit 250 Zustellungen. Am Monatsende, oft auch versp&auml;tet, erhalten sie 1.000 bis 1.200 Euro. Manchmal gibt es Abz&uuml;ge, etwa f&uuml;r einen abgefahrenen Spiegel oder Kratzer am Fahrzeug.<br>\nSchaut man genauer hin, verst&ouml;&szlig;t vieles davon gegen deutsches Arbeitsrecht. Aber: Wo kein Kl&auml;ger, da kein Richter. Die Fahrer kennen ihre Rechte oft nicht. Viele kommen aus Osteuropa, einige aus dem Nahen Osten. Sie sind auf den Job angewiesen. Der Mut, sich mit ihrem Arbeitgeber anzulegen, ist nicht gro&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-letzte-meile\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gorch Fock&rdquo; &ndash; das Segelschulschiff ist zur&uuml;ck in Kiel<\/strong><br>\nLange war die Zukunft der &ldquo;Gorch Fock&rdquo; nicht sicher &ndash; nun ist das Segelschulschiff der Deutschen Marine nach knapp sechsj&auml;hriger Sanierung wieder im Kieler Heimathafen angekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Gorch-Fock-das-Segelschulschiff-ist-zurueck-in-Kiel,gorchfock2502.html\">NDR<\/a>\n<p><strong>dazu: heute &ndash; in Deutschland vom 4. Oktober 2021<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute-in-deutschland\/heute---in-deutschland-vom-4-oktober-2021-100.html\">ZDF<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Segelschulschiff: Natursch&uuml;tzer protestieren gegen Teakholz auf der &raquo;Gorch Fock&laquo;<\/strong><br>\nZwischendurch stand das Segelschulschiff der Marine vor dem endg&uuml;ltigen Aus. Nun ist die &raquo;Gorch Fock&laquo; nach sechs Jahren wieder zur&uuml;ck in ihrem Heimathafen Kiel. Die Kontroversen gehen dennoch weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/gorch-fock-naturschuetzer-protestieren-gegen-teakholz-auf-segelschulschiff-a-197f8aa7-4fee-493d-88b4-ca7e34414404\">DER SPIEGEL<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Was hier an sinnloser Geldverschwendung abgelaufen ist und wie wohlwollend der Vorgang insgesamt berichtet und kommentiert wird, ist ein gutes Zeichen f&uuml;r die Macht des Milit&auml;rischen in unserem Staat und nebenbei auch f&uuml;r norddeutsche Folklore. Mehr als eine Verzehnfachung der urspr&uuml;nglich angesetzten Kosten, statt 10 Millionen wurden es 135 Millionen &ndash; f&uuml;r die Erneuerung eines Segelschulschiffes. Und dann Kritik wegen des verbauten Teakholzes. Das passt. Ansonsten Unterst&uuml;tzung durch die gro&szlig;en Medien von Spiegel &uuml;ber den NDR bis zu ZDF-heute. Vom ZDF wurde ein Zuschauer zitiert, der auf all die gro&szlig;en Geldverschwendungen hingewiesen hat: Berliner Flughafen, Stuttgart 21, Elbphilharmonie, usw&hellip; Da wird man doch auch f&uuml;r ein sinnloses Segelschulschiff den zehnfachen Betrag des urspr&uuml;nglich angesetzten Betrags ausgeben d&uuml;rfen. Und wem haben wir das alles zu verdanken? Frau Kramp-Karrenbauer, Frau von der Leyen und Angela Merkel im Hintergrund. Was haben wir da doch f&uuml;r effiziente Frauen in der Politik!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Afghanistan-Einsatz kostete mehr als 17,3 Milliarden Euro<\/strong><br>\nDie h&ouml;chsten Kosten beim Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan hat das Milit&auml;r verursacht. Ausgaben des Bundesnachrichtendienstes wurden als geheim eingestuft.<br>\nDer 20 Jahre dauernde Einsatz deutscher Soldaten und Entwicklungshelfer in Afghanistan hat nach Angaben der Bundesregierung mehr als 17,3 Milliarden Euro gekostet. Den weitaus gr&ouml;&szlig;ten Posten machte dabei das Milit&auml;r aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-10\/bundeswehr-afghanistan-einsatz-kosten-17-milliarden-deutschland\">Zeit Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Gespenstische Szenerie in der verlassenen deutschen Basis<\/strong><br>\nWELT erhielt als erstes Medium Zugang zu Camp Marmal, dem verlassenen Hauptquartier der Bundeswehr in Afghanistan. Der neue Taliban-Kommandeur zeigte unseren drei Reportern das Gel&auml;nde. Was sie dort erlebten, ist hochgradig bizarr. [&hellip;]<br>\nIn den Geb&auml;uden ist alles noch so, wie es die Bundeswehr bei ihrem Abzug hinterlassen hat. Die gro&szlig;en elektrischen Kocht&ouml;pfe in der K&uuml;che sind blitzblank geputzt. Die St&uuml;hle in der Kantine hat man akkurat in Reih und Glied auf die Tische gestellt. Die Essenstablette sind nach der Desinfektion noch in Plastikfolie geschwei&szlig;t.<br>\nL&auml;ge nicht &uuml;berall dicker Staub, k&ouml;nnte man meinen, die deutschen Soldaten nehmen gleich wieder Platz, sobald das Licht eingeschaltet wird. Es ist wirklich verbl&uuml;ffend, wie mit deutscher Gr&uuml;ndlichkeit aufger&auml;umt ist. Anscheinend wollte man eine reibungslose &Uuml;bergabe an die n&auml;chsten Besitzer der Basis erm&ouml;glichen.<br>\nDie Schl&uuml;ssel im Verwaltungstrakt liegen nummeriert und beschriftet in Kuverts bereit. In der Poststelle warten leere K&ouml;rbe mit dem deutschen Postemblem auf neue Briefe und Pakete. In vielen Regalen liegen Laserdrucker-Cartridges originalverpackt und unber&uuml;hrt. Auf den Konferenztischen stehen Wasserflaschen sorgf&auml;ltig zu Dreiecken drapiert. Die Stifte f&uuml;r die Whiteboards stecken nach Farben geordnet daneben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus234187524\/Exklusive-Bilder-aus-Afghanistan-Gespenstische-Szenerie-in-der-verlassenen-deutschen-Basis.html?\">Welt Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ukraine-Einsatz als &ldquo;Lackmustest&rdquo;<\/strong><br>\nDie Ukraine verst&auml;rkt ihren Druck auf die Bundesregierung, einem milit&auml;rischen EU-Trainingseinsatz f&uuml;r ukrainische Offiziere zuzustimmen. Die EU und &ldquo;vor allem Deutschland&rdquo; m&uuml;ssten die Intervention &ldquo;schnellstm&ouml;glich auf den Weg&rdquo; bringen &ndash; und zwar als &ldquo;robuste milit&auml;rische Ausbildungsmission&rdquo;, fordert der Botschafter des Landes in Deutschland, Andrij Melnyk. F&uuml;r die Au&szlig;enpolitik der k&uuml;nftigen Bundesregierung sei dies &ldquo;ein Lackmustest&rdquo;. Am Wochenende war berichtet worden, dass die EU &uuml;ber einen Ausbildungseinsatz in der Ukraine diskutiert. Bereits zuvor hatte es in einem Strategiepapier der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) gehei&szlig;en, &ldquo;Vorbehalte&rdquo; gegen einen Ausbau der milit&auml;rpolitischen Kooperation mit Kiew seien unangemessen; Berlin sei &ldquo;gut beraten&rdquo;, die Suche nach Kooperationsfeldern mit Moskau &ldquo;einzustellen&rdquo;. Treffen die Berichte &uuml;ber den Stand der Debatte zu, dann sind vor allem die Modalit&auml;ten des Einsatzes noch offen; er k&ouml;nne, hei&szlig;t es, &uuml;ber eine kaum auff&auml;llige &ldquo;Verbindungs- und Planungszelle&rdquo; organisiert werden. Einzelne EU-Staaten unterst&uuml;tzen die Ukraine l&auml;ngst mit Waffenlieferungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8724\/\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Energieversorgung gef&auml;hrdet: Zwei Mal stand Deutschland vor Total-Blackout &ndash; warum unser Stromnetz Schluckauf hat<\/strong><br>\nDie Zukunft der Energieversorgung ist eine Kernfrage in den Koalitionsverhandlungen. Zeitgleich steigt die Gefahr eines totalen Stromausfalls in Europa durch die Energiewende in Deutschland. Das Bundesamt f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsschutz sch&auml;tzt es als die wahrscheinlichste Katastrophe ein. Zweimal in diesem Jahr war es schon fast soweit.<br>\nEs ist der 8. Januar 2021, Deutschland steckt tief in der Pandemie, die Skiurlaube &uuml;ber den Jahreswechsel sind flachgefallen, und dass die Arbeit wieder beginnt, merken die meisten Menschen zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen nur daran, dass die morgendliche Videokonferenz am K&uuml;chentisch wieder aufflackert.<br>\nUm genau 13.04 Uhr kommt es in &Ouml;sterreich zu einem starken Frequenzabfall im Stromnetz infolge eines Kraftwerkausfalls in Rum&auml;nien. Der Verband europ&auml;ischer &Uuml;bertragungsnetzbetreiber ruft die dritte von vier Warnstufen aus. Beim nieder&ouml;sterreichischen Stromversorger EVN melden sich Gro&szlig;kunden, weil sensible Maschinen die Frequenzabsenkung bereits gesp&uuml;rt haben, berichtet ein EVN-Sprecher. &bdquo;Wenn die Schwankungen zu hoch sind, schalten sich Maschinen aus Selbstschutz ab.&rdquo; Das kann auch bei Kraftwerken passieren, und dann wird es kritisch. Dann wird aus einem Ausfall eine Kettenreaktion, und in Europa gehen nicht nur die Lichter aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wissen\/energieversorgung-gefaehrdet-koalitionsgespraeche-und-blackout-energiewende-macht-stromausfall-immer-wahrscheinlicher_id_24301974.html\">Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Vorbild &Ouml;sterreich: Diese Steueridee k&ouml;nnte der Zitrus-Koalition den Weg weisen<\/strong><br>\nMit einer &bdquo;&ouml;kosozialen Steuerreform&ldquo; zeigt die Alpenrepublik Gr&uuml;nen und FDP einen Kompromiss auf. Bundeskanzler Kurz vers&uuml;&szlig;t den B&uuml;rgern die neue CO2-Abgabe auf Benzin &ndash; mit weitreichenden Steuersenkungen. Dabei ber&uuml;cksichtigt er sogar einen gesellschaftlichen Grundkonflikt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article234206452\/Sondierungsverhandlungen-Diese-Steuerreform-koennte-Vorbild-fuer-Gruen-Gelb-sein.html%20\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Vorbild &Ouml;sterreich&rdquo;? Viel Brimborium um eine etwas h&ouml;here CO2-Besteuerung, die dann in Form einer Kopfpauschale ausgesch&uuml;ttet wird und viel zu niedrig ist, um irgendeine Lenkungswirkung zu haben &ndash; das ist der Teil, den Kogler wohl seinen &ouml;sterreichischen Gr&uuml;nen verkauft. Das sind aber nur die l&auml;cherlichen Girlanden an einem neoliberalen Steuersenkungsprojekt der &Ouml;VP von Kurz; wenn die K&ouml;rperschaftsteuers&auml;tze um 2 Prozentpunkte sinken, dann erhalten Konzerne nicht 100 Euro Umweltbonus, sondern ggf. hunderte Millionen Euro j&auml;hrliche Steuersenkungen. 18 Milliarden Euro, die Kurz haupts&auml;chlich an Gro&szlig;unternehmen und H&ouml;chsteinkommensbezieher verschenken will, h&ouml;ren sich niedlich an; aber auf das neunmal so gro&szlig;e deutsche BSP bezogen w&auml;ren das 162 Milliarden Euro &ndash; Geld, das der deutsche Staat ganz sicher nicht f&uuml;r die weitere Bevorzugung von Konzernen und Superreichen &uuml;brig hat, die vielmehr deutliche h&ouml;here Steuers&auml;tze zahlen m&uuml;ssten. Zur Gegenfinanzierung wird der &uuml;bliche Voodoozauber beschworen, der Steuerwettbewerb (der, nur mal so, dann anderen L&auml;ndern Steuereinnahmen entzieht). &ldquo;Die Hoffnung auf eine sich selbst finanzierende Steuerreform findet sich&rdquo; nat&uuml;rlich auch im Wahlprogramm der deutschen FDP, aber ganz sicher nicht in dem der deutschen Gr&uuml;nen, denen man ansonsten genug vorwerfen kann. Massive Steuersenkungen als Basis einer Gr&uuml;n-Gelben Koalition klingen doch etwas verr&uuml;ckt &ndash; oder wie eine Reprise der &ldquo;Agenda-2010&rdquo;-Politik von vor 20 Jahren. Die &ouml;sterreichischen Gr&uuml;nen dagegen machen alles mit, was irgendwie gr&uuml;n angemalt erscheint.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Hohenzollern und die Nazis: Das rechte Netzwerk<\/strong><br>\nIn welchem Ma&szlig;e haben Mitglieder der Hohenzollern-Familie zum Aufstieg der Nationalsozialisten beigetragen? Ein Gespr&auml;ch mit dem Historiker Stephan Malinowski &uuml;ber sein bahnbrechendes neues Buch. [&hellip;]<br>\nR&uuml;ckblickend sehen die Selbstdarstellungen gerne anders aus. Ein Kapitel in Ihrem Buch behandelt den Mythos des Widerstands, der nach dem Krieg dann eine Rolle spielt.<br>\nIch halte den 20. Juli f&uuml;r eines der wichtigsten politischen Gr&uuml;ndungsmythen der Bundesrepublik. Und dieser Prozess verl&auml;uft zwischen Kriegsende 1945 und 1954. Am zehnten Jahrestag des Stauffenberg-Attentats ist die erste gro&szlig;e Veranstaltung hier in Berlin, ich glaube im Audimax der FU Berlin, Theodor Heuss h&auml;lt eine gro&szlig;e Rede, und auch Louis Ferdinand Prinz von Preu&szlig;en ist hier anwesend. Das Grundproblem, das die deutsche Rechte, das die Konservativen nach 1945 und in der fr&uuml;hen Bundesrepublik haben, ist, sich von diesem Odium freizumachen, dem Nationalsozialismus in den Sattel geholfen zu haben. Aus Kreisen der Hohenzollern- Familie hie&szlig; es dann: Die hatten Kontakte zum Widerstand.<br>\nStimmt das denn?<br>\nMich selbst hat ein von meinem Kollegen Stefan J. Link in den USA gefundener Brief &uuml;berrascht. Ein vierseitiges Schreiben vom M&auml;rz 1933, in dem Louis Ferdinand, der zweite Sohn des Kronprinzen, einem Berater Henry Fords erl&auml;utert, warum er bei Reichstagswahlen 1933 NSDAP gew&auml;hlt hat &ndash; und dann f&uuml;r das NS-Regime wirbt. Wir haben bislang keine klaren Belege daf&uuml;r, dass Louis Ferdinand aktiv im Widerstand war, wir haben aber eindeutige Belege daf&uuml;r, dass er 1933 das NS-Regime aktiv gef&ouml;rdert hat. Insofern l&auml;sst sich sagen: Es war ein Konglomerat von Personen aus drei Generationen dieser Familie, die vom ersten bis zum letzten Tag versucht haben, diese Republik anzugreifen und die den Nationalsozialismus massiv unterst&uuml;tzt haben. Faktisch, pers&ouml;nlich durch Gespr&auml;che, durch Schriften und vor allem durch Symbolik und symbolische Auftritte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/die-hohenzollern-und-die-nazis-von-stephan-malinowski-17564719.html%20\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gut geschmiert<\/strong><br>\nWilhelm Schl&ouml;tterer schreibt Bestseller &uuml;ber den bayerischen Filz. Die CSU schweigt dazu &ndash; andere schauen weg<br>\nVor Jahren weigerte sich Dr. jur. Wilhelm Schl&ouml;tterer, damals Leiter des Steuerreferats im bayerischen Finanzministerium, Gro&szlig;unternehmern die Steuer zu erlassen, und erregte damit den Unwillen des aufstrebenden Politikers Franz Josef Strau&szlig;. Als Strau&szlig; Ministerpr&auml;sident wurde, geriet Schl&ouml;tterer unter Druck: Man r&uuml;gte ihn, er&ouml;ffnete ein Disziplinarverfahren, verweigerte die Bef&ouml;rderung; Strau&szlig; wollte ihn f&uuml;r geisteskrank erkl&auml;ren lassen. Der nervenstarke junge Beamte konnte zwar die Angriffe abwehren und seine Bef&ouml;rderung erzwingen, musste aber das Steuerreferat abgeben. Franz Josef Strau&szlig; machte in den folgenden Jahren das System &bdquo;Steuerbefreiung gegen Schmiergeld&ldquo; zum Fundament eines gigantischen Verm&ouml;gens.<br>\nJahrzehnte sp&auml;ter, nach seiner Pensionierung, schrieb Schl&ouml;tterer dar&uuml;ber sein Buch Macht und Missbrauch (2009), die atemberaubende Innenansicht eines Ministeriums im Schwitzkasten krimineller Politik. Es wurde mit &uuml;ber 100.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Aus der Politik kam kein Dementi. CSU-intern wurde die Devise ausgegeben, &uuml;ber das Buch zu schweigen. Auch die Presse hielt sich raus. Auftritte des Autors wurden zwar im Lokalteil erw&auml;hnt, die Feuilletons aber ignorierten das Buch.<br>\nNun eine sch&ouml;ne &Uuml;berraschung: Zahlreiche Leser meldeten sich mit eigenen Beobachtungen bei Wilhelm Schl&ouml;tterer. Diese Zeugen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten vom Chauffeur bis zum CSU-Politiker hatten bisher geschwiegen, weil sie sich ohnm&auml;chtig f&uuml;hlten, zun&auml;chst gegen&uuml;ber dem cholerischen und rachs&uuml;chtigen Strau&szlig;, sp&auml;ter angesichts der triumphalen Selbstdarstellung der CSU. Aber sie hatten Vorg&auml;nge notiert und Dokumente aufbewahrt, sie waren erleichtert, endlich Geh&ouml;r zu finden. Damit begann ein eigenwilliges Projekt machtunabh&auml;ngiger Geschichtsschreibung, das seinesgleichen sucht. Der Pension&auml;r Schl&ouml;tterer hatte keine Ermittlungsbefugnisse, keinen Redaktionsstab und kein Team von Rechercheuren, aber er h&ouml;rte zu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/gut-geschmiert\">Petra Morsbach in der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fake News &uuml;ber Tucholsky<\/strong><br>\nUnter dem Titel &bdquo;Raus aus Mali &ndash; Wie sinnvoll sind Auslandseins&auml;tze?&ldquo; sendete der SWR2 in seiner Sendung &bdquo;Forum&ldquo; am 30.9.2021 eine Diskussion mit der Afrikakorrespondentin Bettina R&uuml;hl, Dr. Christian M&ouml;lling als &bdquo;Milit&auml;rexperte[n] der DGAP&ldquo; und Prof. Dr. Johannes Varwick, Politikwissenschaftler der Universit&auml;t Halle. Dabei wurde auch die Frage angesprochen, ob deutsche Soldaten &bdquo;missbraucht&ldquo; worden seien, was Varwick verneinte. &bdquo;Es wurden Versuche gemacht, ferne L&auml;nder &ndash; sage ich mal so &ndash; zu stabilisieren und zwar aus eigenem Interesse&ldquo;.<br>\nAnschlie&szlig;end f&uuml;hrte er aus: &bdquo;Der alte Satz von Tucholsky &sbquo;Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin&lsquo; geht ja so weiter, dass es weiter hei&szlig;t: &sbquo;dann kommt der Krieg zu Dir&lsquo;. Und das ist auch ein St&uuml;ck weit richtig. Wir k&ouml;nnen uns nicht aus den Wirrungen der Weltpolitik heraushalten. Wir m&uuml;ssen nicht &uuml;berall Soldaten hinschicken &ndash; das ist auch klar. Aber es gibt F&auml;lle, wo das verantwortbar ist und das war in Afghanistan der Fall und das war auch in Mali der Fall. Es gab also gute Gr&uuml;nde f&uuml;r Interventionen&ldquo;.<br>\nDas Zitat wird im deutschen Sprachraum oft f&auml;lschlich Berthold Brecht zugeordnet &ndash; so gut wie nie allerdings Kurt Tucholsky. Die Erweiterung des Zitates um die Zeile &bdquo;dann kommt der Krieg zu Dir&ldquo; hatte 2016 bereits die damalige &bdquo;Verteidigungsministerein&ldquo; von der Leyen in einer Talkrunde bei Maybrit Illner wiedergegeben &ndash; und war daf&uuml;r prompt von der FAZ korrigiert worden:<br>\n&bdquo;Ministerin von der Leyen sucht Zuflucht bei Berthold Brecht, allerdings mit einer Zeile, die nachweislich nicht von ihm stammt. Da hat ihr Lyrik-Referent nicht aufgepasst. &sbquo;Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin&lsquo;. Das stammt von dem amerikanischen Autor Carl Sandburg. Die folgende Zeile &sbquo;dann kommt der Krieg zu uns&lsquo; hat ein anonymer Autor dran geklebt.&ldquo; Trotz der umgehenden Kritik hatte auch der Politikwissenschaftler Herfried M&uuml;nkler 2018 das falsche Zitat noch einmal in der Lampertheimer Zeitung vorgetragen. Im M&auml;rz 2021 best&auml;tigte die Deutsche Welle unter dem Titel &bdquo;Falschen Zitaten auf der Spur&ldquo; noch einmal die falsche Zuordnung zu Brecht &ndash; auch ohne die falsche zweite Zeile.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2021\/10\/04\/fake-news-ueber-tucholsky\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Youtube verbietet Diskussion von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Wahl in Berlin<\/strong><br>\nIn Berlin kam es bei der Bundestagswahl und den gleichzeitig stattfindenden Berliner Wahlen und Abstimmungen in gro&szlig;em Umfang zu Unregelm&auml;&szlig;igkeit. Das ist unstrittig. Wenn das amtliche Endergebnis bekannt gegeben wird, sind Anfechtungen der Wahl programmiert, mit unsicherem Ausgang vor Gericht. Aber f&uuml;r die Google-Tochter Youtube ist bereits klar: Wer Zweifel am offiziellen Ergebnis der Bundestagswahl &auml;u&szlig;ert, wird gel&ouml;scht.<br>\nUnmittelbar vor der Wahl verschickte das Unternehmen folgenden Warnhinweis an Betreiber von Youtube-Kan&auml;len.<br>\n&ldquo;Zur Richtlinie von YouTube, die sich mit Fehlinformationen &uuml;ber Wahlen befasst, geben wir dir erg&auml;nzend einige aktuelle Hinweise. Wir werden unsere Richtlinie zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit von Wahlen und Wahlergebnissen auf Fehlinformationen zum Ausgang der Bundestagswahl anwenden, sobald die endg&uuml;ltigen Ergebnisse vom Bundeswahlleiter best&auml;tigt wurden.<br>\nInhalte, in denen f&auml;lschlich behauptet wird, dass der Ausgang der Bundestagswahl in Deutschland durch weit verbreitete Betrugsf&auml;lle, Fehler oder Pannen beeinflusst worden sei, werden von YouTube entfernt. Dies gilt f&uuml;r Fehlinformationen zum Ausgang der Bundestagswahl, zur Bildung der neuen Regierung oder zur Wahl und Ernennung des n&auml;chsten Bundeskanzlers.<br>\nYouTube-Videos, die auf Inhalte mit Fehlinformationen zum Wahlausgang au&szlig;erhalb von YouTube verweisen (z. B. auf einer externen Videoplattform), werden ebenfalls entfernt.&ldquo;<br>\nUnklar ist, nach welchen Kriterien Youtube festlegen will, welche Behauptungen einer Beeinflussung der Wahl durch Pannen etc. falsch und welche richtig sind, w&auml;hrend sich die Gerichte noch mit dieser Frage befassen.<br>\nWenn diese Zensur-Richtlinie angewendet wird, dann wird es auf Youtube nicht m&ouml;glich sein, w&auml;hrend der Gerichtsverfahren dar&uuml;ber zu diskutieren, ob das Wahlergebnis rechtm&auml;&szlig;ig ist oder nicht.<br>\nUnklar, aber eher unwahrscheinlich ist ebenfalls, ob Youtube &auml;hnliche Hinweise auch vor Wahlen in anderen L&auml;ndern verschickt, deren Ergebnisse anzuzweifeln zum guten Ton geh&ouml;rt, zum Beispiel in Wei&szlig;russland oder Russland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/medienversagen\/youtube-wahl\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Diese Einmischung eines US-amerikanischen Medienkonzerns in die Berichterstattung &uuml;ber Wahlen in Deutschland verdeutlicht die Abh&auml;ngigkeit von und die Einflussm&ouml;glichkeiten der US-Verm&ouml;genden. Bitte lesen Sie dazu auch bzw. erneut:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76583\">RT, YouTube und der Info-Krieg<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74748\">Facebook beh&auml;lt &bdquo;Hausrecht&ldquo;: Freibrief f&uuml;r politische Willk&uuml;r<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62071\">Zensur in der Corona-Debatte<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Pandora Papers decken Steuertricks auf: Blamage f&uuml;r die EU<\/strong><br>\nAuch Politiker, die Steuerschlupfl&ouml;cher bek&auml;mpfen wollen, profitieren gern von ihnen: Die internationalen Recherchen sind diesmal besonders pikant. [&hellip;]<br>\nDie Leaks zeigen vor allem, dass auch Politiker von den Schlupfl&ouml;chern profitieren, die sie offiziell bek&auml;mpfen. Dies mag ein Grund daf&uuml;r sein, dass die internationalen Bem&uuml;hungen um eine Trockenlegung der Steuerparadiese bisher nicht allzu viel gebracht haben. Vor allem die EU steht mal wieder blamiert da. Sie hatte schon nach den LuxLeaks 2014 Besserung gelobt.<br>\nSieben Jahre sp&auml;ter &ouml;ffnet sich die &bdquo;B&uuml;chse der Pandora&ldquo; &ndash; und die EU-Ma&szlig;nahmen erweisen sich als unzureichend. Vor allem beim Kampf gegen Steueroasen und Briefkastenfirmen gehe es viel zu schleppend voran, kritisiert der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU). Daran trage auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Mitschuld.<br>\n&bdquo;Die Pandora Papers zeigen, dass die Fortschritte in der internationalen Steuerpolitik nicht ausreichen&ldquo;, erkl&auml;rte der gr&uuml;ne Europapolitiker Sven Giegold. Die auch von der EU unterst&uuml;tzte globale Mindeststeuer gelte nur f&uuml;r Gro&szlig;unternehmen, aber nicht f&uuml;r die Briefkastenfirmen von Hochverm&ouml;genden. &bdquo;Wir brauchen volle Transparenz &uuml;ber die wirklichen Eigent&uuml;mer&ldquo;, so Giegold.<br>\nDie EU-Kommission reagierte prompt &ndash; und versprach, ihren Kampf gegen Steuerhinterziehung zu versch&auml;rfen. Auch die EU-Finanzminister wollen die Blamage nicht auf sich sitzen lassen. Bei ihrem Treffen am Dienstag in Luxemburg wollen sie eine neue &bdquo;schwarze Liste&ldquo; der Steueroasen beschlie&szlig;en.<br>\nIm Vorfeld ist allerdings bekannt geworden, dass sie diese Liste k&uuml;rzen wollen: Anguila, die Seychellen und Dominica sollen gestrichen werden. Auch die T&uuml;rkei steht pl&ouml;tzlich nicht mehr am Steuer-Pranger. Wenn es dabei bleibt, w&uuml;rden nur noch neun Staaten auf der EU-Liste der Steueroasen auftauchen.<br>\nDas sei &bdquo;absurd&ldquo;, &auml;rgert sich Giegold. Die Pandora Papers m&uuml;ssten als &bdquo;Weckruf&ldquo; f&uuml;r die Finanzminister dienen. Stattdessen drohe wieder &bdquo;schlechtes St&uuml;ckwerk&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Pandora-Papers-decken-Steuertricks-auf\/!5801469\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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