{"id":76765,"date":"2021-10-07T13:18:16","date_gmt":"2021-10-07T11:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76765"},"modified":"2021-10-07T15:50:05","modified_gmt":"2021-10-07T13:50:05","slug":"ein-kessel-hetze-gegen-alles-auf-den-tisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76765","title":{"rendered":"Ein Kessel Hetze \u2013 gegen \u201eAlles auf den Tisch!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Kommentar, genauer: dieser Bericht von Klaus Hartmann &uuml;ber die &uuml;blich gewordene Hetze in ma&szlig;geblichen Medien veranlasst mich zu einer Bitte an NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser. Es steht nicht gut um die demokratische Debatte und damit auch um die Demokratie selbst. Deshalb die Anregung, &uuml;ber diese Vorg&auml;nge mit Ihren Freunden und Verwandten zu sprechen. Wenn sich Medien so, wie im Kommentar von Klaus Hartmann berichtet, verhalten und wenn Videos und andere kritische Texte gel&ouml;scht werden und dies auch systematisch und mit &ouml;ffentlichem Geld betrieben wird, dann ist Aufkl&auml;rung und Widerstand dringend not-wendig. Im Kontext siehe auch den Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76755\">Corona-Kritik: Gute K&uuml;nstler, b&ouml;se K&uuml;nstler (nachdenkseiten.de)<\/a> von Tobias Riegel. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nUnd noch etwas vorweg: Sehen Sie uns bitte nach, dass wir Sie in diesen Zeiten mit viel Stoff versorgen. Nutzen Sie das, was Ihrer Arbeit als Multiplikatorin oder Multiplikator hilft. Und hier nun der Text:<\/p><p><strong>Ein Kessel Hetze &ndash; gegen &bdquo;Alles auf den Tisch!&ldquo;<\/strong><\/p><p><em>Von Klaus Hartmann<\/em><\/p><p>&Uuml;ber eines k&ouml;nnen sich die &uuml;ber 100 Schauspieler, K&uuml;nstler und Wissenschaftler der Aktion &bdquo;#allesaufdentisch&ldquo; nicht beklagen: &uuml;ber zu wenig mediale Aufmerksamkeit. 91 TV- und Radiostationen sowie &uuml;berregionale und regionale Zeitungen (Stand 03.10.2021) haben berichtet und kommentiert (Nachricht und Kommentar meist unaufl&ouml;slich vermischt). &Uuml;ber zu wenig H&auml;me und Tadel k&ouml;nnen sie allerdings auch nicht klagen, das wird heutzutage &bdquo;Hatespeech&ldquo;, Hassrede genannt, aber nur, wenn es die &bdquo;anderen&ldquo; machen. Die Hohepriester der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; haben diesbez&uuml;glich Narren- und Straffreiheit.<\/p><p>Zwischenfrage: Geh&ouml;rt das Wort &bdquo;schwurbeln&ldquo; oder &bdquo;Geschwurbel&ldquo; eigentlich zu Ihrem normalen Sprachschatz? Nein? Dann ist es h&ouml;chste Zeit, das zu &auml;ndern. Lt. Duden steht es abwertend f&uuml;r Unsinn reden, verworren, und diese W&ouml;rter haben in den letzten Monaten eine regelrechte Blitzkarriere hingelegt. Sie sind als Erg&auml;nzung gedacht und im Einsatz f&uuml;r die hinl&auml;nglich bekannte &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo;, die direkt von der CIA stammende Diffamierungsvokabel f&uuml;r alle, die sich trauen, Fragen zu stellen oder gar zu kritisieren. Zwar wurden auch hier, wie beim Virus, neue Varianten entdeckt: Verschw&ouml;rungsmythos, Verschw&ouml;rungserz&auml;hlung, und aus der medialen Geisterbahn t&ouml;nt es: krude, kruhuhuuude Verschw&ouml;rungstheorie! Doch mit deren Dauereinsatz kommen unvermeidlich auch die Abnutzungserscheinungen, und so wurde es h&ouml;chste Zeit f&uuml;rs Schwurbeln.<\/p><p>Das Schwurbeln hat eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit mit der Hassrede: Es sind immer nur die anderen, die Andersdenkenden, die an den Pranger gestellt werden. Kein &bdquo;Qualit&auml;tsmedium&ldquo; w&uuml;rde sich oder seinesgleichen jemals der Schwurbelei bezichtigen, und nat&uuml;rlich auch Merkel, Maas, S&ouml;der oder Kramp-Karrenbauer nicht. Und besonders immun gegen das Schwurbeln sind der Chefvirologe Prof. Drosten, der Bankkaufmann Spahn, der Tierarzt Prof. Wieler und Kassandra Lauterbach. Hingegen diejenigen, die diesen &bdquo;Experten&ldquo; widersprechen: alles Schwurbler!<\/p><p>Stilbildend berichtete die <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i> am 30.09.2021 &uuml;ber die neue Aktion &bdquo;Alles auf den Tisch!&ldquo; unter der fetten &Uuml;berschrift: &bdquo;Ein Kessel Schwurbel&ldquo;. Sie unterstellt, die Intention dieser Leute in den Videos sei es, &bdquo;das Vertrauen in wissenschaftliche Kompetenzen grunds&auml;tzlich zu ersch&uuml;ttern&ldquo;. Im selben Tonfall nennt die <i>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/i> die Video-Serie &bdquo;hochgef&auml;hrliche Querdenker-Folklore&ldquo;. So geht Framing heute: &bdquo;Querdenker&ldquo; &hellip; da wissen wir endlich Bescheid &ndash; oder auch nicht: es soll wohl nur das Ressentiment gestreichelt werden. Sp&ouml;ttisch schreibt die &bdquo;linksliberale&ldquo; Zeitung &uuml;ber &bdquo;Aufkl&auml;rer bez&uuml;glich vermeintlich unbequemer Wahrheiten&ldquo; &ndash; und da dies &uuml;berwiegend Schauspieler sind, tun sie das, was sie am Besten k&ouml;nnen: sich &bdquo;in Szene zu setzen&ldquo;. Apropos Schauspielerei, da reitet der SZ-Kommentator Nils Minkmar doch gerne weiter auf dem Genre rum: &bdquo;Man sollte sich die Videoreihe &sbquo;Alles auf den Tisch&lsquo; als zweite Staffel der Querdenkerserie &sbquo;Alles dichtmachen&lsquo; vorstellen.&ldquo; Den Mitwirkenden attestiert er sogleich ein &bdquo;besorgniserregendes Selbstdarstellungsbed&uuml;rfnis&ldquo;. Schlie&szlig;lich geht es den nur &bdquo;vermeintlich&ldquo; unbequemen Wahrheiten an den Kragen &ndash; die sind n&auml;mlich pl&ouml;tzlich &bdquo;gef&auml;hrliche Unwahrheiten zum Thema Corona&ldquo;.<\/p><p>Die <i>Frankfurter Rundschau<\/i> verk&uuml;ndet am 02.10.2021: &bdquo;Hier lesen Sie, was sich die CoronaKritiker:innen in ihren Videos zurechtschwurbeln.&ldquo; Beruhigend: Die Kritiker:au&szlig;en schwurbeln offenbar nicht. Die Redakteurin Katja Thorwart nimmt dem Schauspieler Wotan Wilke M&ouml;hring &uuml;bel, dass der von &bdquo;Zensur&ldquo;, von &bdquo;delegitimierten&ldquo; und &bdquo;praktisch verbotenen Diskursen&ldquo; spricht. Thorwarts Antwort macht sprachlos: &bdquo;Erstens wurde kein Diskurs verboten, auch wenn das immer wieder aus der Ecke der selbsternannten &sbquo;Querdenker&lsquo; kolportiert wird. W&auml;re er &sbquo;praktisch&lsquo; verboten, w&auml;ren die 50 Filmchen l&auml;ngst gel&ouml;scht.&ldquo; Liest die begabte Redakteurin ihr eigenes Blatt nicht? Am 29.09.2021 h&auml;tte sie gefunden: &bdquo;Wegen Corona-Desinformationen hat Youtube den Putin-Kanal RT DE gel&ouml;scht&ldquo;.<\/p><p>Von &bdquo;wirrer Corona-Kritik&ldquo; (am Virus?) bis zum &bdquo;Verschw&ouml;rungserz&auml;hler Ken Jebsen&ldquo; kommt jeder auf seine Kosten. Besonders nett auch diese Einlassung: &bdquo;#allesaufdentisch ist der Versuch, den ersten Flopp mit selbst auserkorenen Experten anzureichern, die dann halt sagen, was selbst ernannte Experten so sagen: Der deutsche Journalismus ist im Keller, keine Unterscheidung von Meinung und Bericht. Und nat&uuml;rlich v&ouml;llige einseitige Berichterstattung.&ldquo; Und Kellerkind Thorwart gibt sich alle M&uuml;he, genau diesen Befund mit jeder Zeile zu best&auml;tigen. Vielleicht sollte sie eine Namens&auml;nderung in Erw&auml;gung ziehen, in &bdquo;Eigenthorwart&ldquo;.<\/p><p>Der <i>NDR<\/i> (am 02.10.2021) nimmt Ansto&szlig; daran, dass die Initiatoren von #allesaufdentisch mit ihren 54 Videos einen &bdquo;herrschaftsfreien Diskurs &uuml;ber die Corona-Pandemie&ldquo; anregen wollen, dabei legt der NDR beredtes Zeugnis von seiner eigenen Urteilskraft ab: &bdquo;So als ob der Diskurs bislang nur so laufe, wie sich &sbquo;die Herrschenden&lsquo; das w&uuml;nschten.&ldquo; Auch f&uuml;r den <i>Focus<\/i> ist es klar: &bdquo;Es wird wieder geschwurbelt&ldquo;, und f&auml;hrt dann &bdquo;einen Experten f&uuml;r Verschw&ouml;rungsideologien&ldquo; auf, den Politikwissenschaftler Josef Holnburger. Nach dessen &Uuml;berzeugung befeuert die Aktion ein &bdquo;sch&auml;dliches Narrativ&ldquo;. &bdquo;&Uuml;ber die Schauspieler und K&uuml;nstler verbreiteten sich wissenschaftliche Minderheitenmeinungen &uuml;ber die Pandemie-Leugner-Szene hinaus, diese w&uuml;rden als Mehrheitspositionen dargestellt. Durch einen wissenschaftlichen Anschein werden die Beitr&auml;ge aufgewertet.&ldquo; Beim Stichwort &bdquo;sch&auml;dlich&ldquo; muss ich unwillk&uuml;rlich an die &bdquo;asozialen Sch&auml;dlinge f&uuml;r die Volksgesundheit&ldquo; denken, mit denen die deutschen Faschisten ihr &bdquo;Euthanasie&ldquo;-Programm zu rechtfertigen suchten.<\/p><p>Im <i>Deutschlandfunk<\/i> kommt der Deutsche Journalisten-Verband zu Wort, der befindet: &bdquo;Was da serviert wird, ist teilweise schwer verdaulich.&ldquo; Der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Michael Meyen von der LMU M&uuml;nchen hat sich in den Augen des djv schon dadurch disqualifiziert, dass er &bdquo;den Verschw&ouml;rungsideologen Ken Jebsen mal einen &sbquo;professionellen Journalisten&lsquo;&ldquo; nannte. Und jetzt kommt Prof. Meyen gar mit dem Satz: &bdquo;Faktenchecker sind Propagandamaschinen, die sich als Journalismus verkleiden.&ldquo; Da sch&auml;umt der Journalisten-Verband: &bdquo;Bl&ouml;dsinn! Gerade in der Corona-Pandemie haben die Faktenchecker von Faktenfuchs, Faktenfinder, Correctiv und anderen wichtige und gro&szlig;artige journalistische Arbeit geleistet.&ldquo; Und die sieht Meyen so: &bdquo;Faktenchecks hatten in der Corona-Zeit Hochkonjunktur, wenn es darum ging, Argumente von Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen zu widerlegen.&ldquo;<\/p><p>Beim Stichwort &bdquo;Faktenchecker&ldquo; m&uuml;ssen wir kurz innehalten und auf den &bdquo;Freidenker&ldquo; 3-2021 verweisen, in dem Klaus von Raussendorff das Buch von Thomas R&ouml;per &bdquo;Abh&auml;ngig besch&auml;ftigt&ldquo; besprochen hat. Dort lesen wir: Wegen nachlassenden Vertrauens in die Medien sei man auf &bdquo;eine altbew&auml;hrte Idee&ldquo; gekommen: &bdquo;Man m&uuml;sste sich von &sbquo;unabh&auml;ngiger&lsquo; Seite best&auml;tigen lassen, dass man die Wahrheit berichtet.&ldquo; Also habe man die Organisation correctiv gegr&uuml;ndet.<\/p><p>Und &bdquo;seitdem liest man in den Medien immer wieder, dass die Faktenchecker des &sbquo;unabh&auml;ngigen Journalistennetzwerks correctiv&lsquo; zu dem gleichen Schluss kommen wie die Medien.&ldquo; Die scheinbar unabh&auml;ngige Organisation ist aber 2014 von der milliardenschweren Eigent&uuml;merfamilie der WAZ-Gruppe gegr&uuml;ndet worden, also &bdquo;von der Presse selbst &hellip;, damit die Presse eine angeblich neutrale und unabh&auml;ngige Gruppe von &sbquo;Aktivisten&lsquo; als Best&auml;tigung f&uuml;r die eigenen Meldungen anf&uuml;hren kann.&ldquo;<\/p><p>Damit nicht unerw&auml;hnt bleibt, wes&lsquo; Geistes Kinder der Deutsche Journalisten-Verband ist: Sein Vorsitzender Frank &Uuml;berall erkl&auml;rte tags zuvor (29.09.2021): &bdquo;Das Wirken von RT hat mit seri&ouml;sem Journalismus nichts zu tun &hellip; Dieser Kanal verbreitet Desinformation und russische Propaganda. Die L&ouml;schung durch YouTube war l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig.&ldquo; Reporter ohne Schamgrenzen eben.<\/p><p>&bdquo;Sie haben es wieder getan&ldquo;, titelt die <i>Berliner Zeitung<\/i> am 01.10.2021, die als eine der Wenigen nicht in das Geheul des Meutenjournalismus einstimmt: &bdquo;Die Interviews kommen sachlich daher, es werden Experten befragt. Statt ein paar Minuten wie bei #allesdichtmachen, dauern die neuen Videos fast eine halbe Stunde. Es ist viel eher der Versuch, eine Gegen&ouml;ffentlichkeit herzustellen.&ldquo; Dann wird eine Reihe der Themen und kurze Inhaltsangaben von Videos genannt &ndash; alles in allem eine positive Ausnahme im Bl&auml;tterwald. &Auml;hnlich sachlich nur noch die <i>Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/i> (01.10.2021), die gleich eingangs zu der Video-Aktion bemerkt: &bdquo;Das ist kein heroischer Akt, aber auch kein emp&ouml;render Vorgang. Jede Demokratie besteht aus Rede und Gegenrede&ldquo;, und sich abschlie&szlig;end dagegen wendet, &bdquo;jede Anfrage, Irritation und Melancholie pauschal als Schwurbelei abzutun.&ldquo;<\/p><p>Die wenigsten interessieren sich f&uuml;r die Motive der Kampagnenmacher, es wird &uuml;ber sie geschrieben, aber nicht mit ihnen geredet. Ausnahme wiederum die Berliner Zeitung, die (am 03.10.2021) den Schauspieler Volker Bruch zu Wort kommen l&auml;sst: &bdquo;Wenn ich Missst&auml;nde sehe und sie nicht benenne, dann stimme ich zu und akzeptiere sie. Das m&ouml;chte ich nicht. Ich m&ouml;chte mich zu Wort melden, wenn ich eine Diskrepanz zwischen der in den Medien abgebildeten Meinung und den verf&uuml;gbaren Informationen sehe. &hellip; Meine Politisierung bez&uuml;glich Corona sehe ich als Notwehr. Die Ma&szlig;nahmen wurden immer widerspr&uuml;chlicher und gleichzeitig wurde die Kritik an ihnen immer mehr kriminalisiert. &hellip; Unser erkl&auml;rtes Ziel war: Wir m&uuml;ssen die Kritik an der Regierung wieder in die Mitte der Gesellschaft zur&uuml;ckholen und verhindern, dass jeder, der Kritik &uuml;bt, automatisch als Nazi bezeichnet wird. Das ist ja v&ouml;llig absurd.&ldquo;<\/p><p>Bei diesen wenigen Lichtblicken muss nochmal an Abgr&uuml;nde wie bei der <i>ZDF<\/i>-Sendung &bdquo;Die lange Nacht der<i> Zeit&ldquo; <\/i>mit Markus Lanz am 04.09.2021 erinnert werden, als ein finster dreinschauender Staatsk&uuml;nstler B&ouml;hmermann den Moderator Lanz daf&uuml;r r&uuml;gte, auch &bdquo;falsche&ldquo; G&auml;ste einzuladen. Wobei B&ouml;hmermann nicht von sich sprach, sondern vom Virologen Professor Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Institutes f&uuml;r Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakult&auml;t der Universit&auml;t Bonn, und von Professor Dr. Alexander S. Kekul&eacute;, Hochschullehrer f&uuml;r Medizinische Mikrobiologie und Virologie der Martin-Luther-Universit&auml;t Halle-Wittenberg und Direktor des Instituts f&uuml;r Medizinische Mikrobiologie des Universit&auml;tsklinikums Halle. Ihr Vergehen, das den Ausschluss aus der Diskussion rechtfertigen soll: Sie sind in Einzelfragen immer mal anderer Meinung als das Berliner Corona-Regime. B&ouml;hmermanns Vorwurf an Lanz war also, diese einzuladen, obwohl man &bdquo;fachlich sagt, das ist keine gute Sache&ldquo;. Wer entscheide &uuml;ber die fachliche Eignung, fragte Lanz, und B&ouml;hmermann knapp: &bdquo;Die Leute, die Ahnung haben.&ldquo;<\/p><p>Fassungslos titelte die <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i> (23.09.2021): &bdquo;B&ouml;hmermann meint es ganz ernst&ldquo;, und fragte: &bdquo;Soll Satire so politisch einseitig und oberlehrerhaft wie beim ZDF sein? Dort will Jan B&ouml;hmermann bestimmen, wer diskursf&auml;hig ist.&ldquo; B&ouml;hmermann anschlie&szlig;end auf Twitter: &bdquo;Meinungen im &ouml;ffentlichen Raum sollten einer strengen, umfassenden medialen und gesellschaftlichen Qualit&auml;tskontrolle standhalten.&ldquo; Die <i>FAZ<\/i> r&auml;tselte weiter, &bdquo;welche omin&ouml;se Kommission die &sbquo;Qualit&auml;tskontrolle&lsquo; durchf&uuml;hren soll, von der B&ouml;hmermann fantasiert&ldquo;.<\/p><p>Des R&auml;tsels L&ouml;sung ist nicht so schwer: B&ouml;hmermann ist eben kein Kom&ouml;diant, weil das alle echten Kom&ouml;dianten beleidigen w&uuml;rde, er ist auch kein Bl&ouml;delant, weil zum Bl&ouml;deln auch die F&auml;higkeit geh&ouml;rt, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, und ein Satiriker ist er auch nicht, weil er bevorzugt &bdquo;nach unten&ldquo; tritt. Wer Schwierigkeiten hat, den Unterschied zwischen Satire und Zynismus zu verstehen, bekommt hier eine Chance: B&ouml;hmermann ist schlicht ein Zyniker, ein Menschenfeind: &bdquo;Pandemie vorbei und meine Oma auch&ldquo;, sang er mit triumphierender Miene.<\/p><p>Und bei Markus Lanz gab er zum Besten, dessen &bdquo;falsche G&auml;ste&ldquo; vertr&auml;ten eine Meinung &bdquo;durchtr&auml;nkt von Menschenfeindlichkeit&ldquo;. Wie wir wissen: Wer andere beschuldigt, sagt m&ouml;glicherweise nichts &uuml;ber sie, aber viel &uuml;ber sich selbst.<\/p><p>Das Dumme ist jedoch: Wie bei der aktuellen Kampagne &bdquo;Alles auf den Tisch&ldquo; festzustellen, hat die Methode des Ausgrenzens von allen Meinungen, die nicht auf Mainstream- oder Regime-Linie liegen, endemische Ausma&szlig;e angenommen. Keinen Deut besser als B&ouml;hmermann geb&auml;rdeten sich die Spiegel-Journalistinnen Veronika Hackenbroch und Rafaela von Bredow, deren Interview mit dem Leiter der Virologie an der Berliner Charit&eacute;, Christian Drosten, am 23.01.2021 ver&ouml;ffentlicht wurde. In suggestiver Form versuchen sie, die Zustimmung ihres Interviewpartners zu ihrer Aussage zu erheischen: &bdquo;Einen gr&ouml;&szlig;eren Schaden als Corona-Leugner haben im vergangenen Jahr wohl Experten angerichtet, die immer wieder gegen wissenschaftlich begr&uuml;ndete Ma&szlig;nahmen argumentiert haben, zum Beispiel Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck.&rdquo; (Prof. Dr. Schmidt-Chanasit ist Virologe, Leiter der Molekularbiologie und Immunologie am Hamburger Tropeninstitut, &uuml;ber 200 wissenschaftliche Ver&ouml;ffentlichungen).<\/p><p>Die <i>Nachdenkseiten<\/i> kommentierten: &bdquo;Dass die &ouml;ffentliche Debatte inzwischen totalit&auml;re Z&uuml;ge annimmt, zeigt das erw&auml;hnte Interview des <i>Spiegels<\/i> mit Drosten. Selbst renommierte Wissenschaftler werden, wenn sie es wagen, die Regierungspolitik zu kritisieren, sofort in die Ecke der Corona-Leugner und Querdenker gestellt oder sogar als noch gef&auml;hrlicher diffamiert.&ldquo; Gegen diese Methode, Kritiker in die rechte Ecke zu stellen, sie somit zu diskreditieren und aus dem wissenschaftlichen und &ouml;ffentlichen Diskurs auszuschlie&szlig;en, sie mundtot zu machen, ist der entschlossene Widerstand aller Demokraten und &bdquo;echten&ldquo; Linken gefordert. Deshalb wehren wir uns auch gegen die Diffamierung von #allesaufdenTisch und fordern dazu auf, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Dazu nur die folgende kleine Auswahl:<\/p><p>Ein Interviewpartner ist Dr. Hans-Joachim Maaz, Arzt, Psychiater, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, langj&auml;hriger Vorsitzender der &bdquo;Deutschen Gesellschaft f&uuml;r analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie&ldquo;. Er diagnostiziert eine &bdquo;Kollektive Angstst&ouml;rung von nationaler Tragweite&ldquo;, verursacht durch &bdquo;die politisch-medial gesch&uuml;rte Panik und die aktive Verhinderung eines wissenschaftlichen Diskurses aller Ma&szlig;nahmen und ihrer Folgen, wobei vor allem kritische Stimmen ausgegrenzt bis diffamiert werden. Der Angstkomplex l&auml;sst zunehmend eine autorit&auml;r-totalit&auml;re Normopathie entstehen.&ldquo; Ein direkter oder indirekt geduldeter Impfzwang bedeute das Ende der Demokratie und w&auml;re ein erschreckendes Versagen des Medizinsystems.<\/p><p>Der Infektiologe Prof. Dr. Matthias Schrappe beklagt, dass anstelle einer evidenz-basierten Medizin, die Studien bewertet, transparent zusammenfasst und sich vor allem einer multidisziplin&auml;ren Herangehensweise bedient, ein R&uuml;ckfall in die &bdquo;eminenz-basierte&ldquo; Medizin stattgefunden habe, wie sie vor 50 Jahren noch &uuml;blich war, als Einzelpersonen mit ihrer Meinung die Behandlung bestimmten. &bdquo;Es gibt heute Personen in den Medien und auch im universit&auml;ren Umfeld, die sich anma&szlig;en, der Wissenschaft Vorgaben zu machen, was &sbquo;gute&lsquo; und &sbquo;schlechte&lsquo; Wissenschaft sei &ndash; ein ungeheurer Vorgang, der der Gesellschaft eines ihrer wichtigsten Innovationsmomente beraubt. &sbquo;Die&lsquo; Wissenschaft gibt es nicht, sondern nur den immerw&auml;hrenden Disput zwischen widerstreitenden Ans&auml;tzen und Hypothesen.&ldquo; Aus der &Uuml;berzeugung, nur eine Meinung sei richtig und andere anzuh&ouml;ren pure Zeitverschwendung, habe sich eine Tendenz zum Durchregieren breitgemacht, in der Folge hat die Gesellschaft ihre Liberalit&auml;t verloren und fachlich sind massive Fehler gemacht worden. <\/p><p>Dr. Ulrike Beate Gu&eacute;rot, Politikwissenschaftlerin und Publizistin, nimmt zu den Auswirkungen der Corona-Ma&szlig;nahmen auf die Demokratie Stellung. Ein &bdquo;paternalistische Staat&ldquo; nimmt mit seinen Ma&szlig;nahmen den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern die Eigenverantwortung. Die aktuellen Diskussionen um 3G oder 2G sind tendenziell Ausgrenzungsdiskussionen. Gr&ouml;&szlig;ere Teile der Bev&ouml;lkerung werden von der Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen ausgeschlossen, ihnen werden de facto ihre b&uuml;rgerlichen Rechte entzogen. Der verfassungsm&auml;&szlig;ige allgemeine Gleichheitsgrundsatz gilt f&uuml;r alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, die Ausgrenzung von Teilen der Gesellschaft aufgrund eines Impfstatus kann nicht zul&auml;ssig sein. Ungeimpfte werden stigmatisiert und schon jetzt vorweg als Schuldige bezeichnet, wenn es in Zukunft vielleicht wieder zu einer &Uuml;berlastung der Krankenh&auml;user kommen sollte. Es herrschen Stigmatisierung, Moralisierung und Druck &ndash; Elemente, mit denen eine Demokratie nicht gut funktionieren kann. Aus einer offenen Gesellschaft wird eine geschlossene Gemeinschaft &ndash; die vorher aussortiert: wer sind die Guten, wer die B&ouml;sen. Wir sehen beispielhaft an &bdquo;2G&ldquo;, dass die Nichtgeimpften nicht zu den Guten geh&ouml;ren, sondern als schlechte Elemente aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Geschlossene Gemeinschaften k&ouml;nnen nicht demokratisch sein.<\/p><p>Eine kleine kritische Anmerkung zur &bdquo;offenen Gesellschaft&ldquo;; aus der Gegen&uuml;berstellung zur &bdquo;geschlossenen Gemeinschaft&ldquo; geht klar hervor, was Frau Dr. Gu&eacute;rot meint: eine demokratische Gesellschaft mit gleichen Rechten f&uuml;r alle. Dass sie daf&uuml;r die subversive Propaganda-Formel des George Soros mit seiner &bdquo;Open Society&ldquo; benutzt, ist sicher ein Versehen.<\/p><p>Und eine letzte Stimme: &bdquo;Die Freiheitsbeschr&auml;nkungen in der Corona-Krise waren intensiv und vielf&auml;ltig, und ihre rechtsstaatliche Aufarbeitung ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Und die Erosion unserer Freiheitsrechte hat auch keineswegs mit der Corona-Krise begonnen, sondern wurde durch die Pandemie lediglich erheblich beschleunigt. (&hellip;) Auch das allgemeine legitime Ziel, die Gesundheit der Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen, rechtfertigt nicht jeden Grundrechtseingriff. Nutzen und Schaden m&uuml;ssen stets in einem angemessenen Verh&auml;ltnis stehen, und die Beweislast f&uuml;r das Vorliegen der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit tr&auml;gt der Staat. Schwerwiegende Freiheitsbeschr&auml;nkungen aus blo&szlig;er Vorsorge sollte es k&uuml;nftig nicht mehr geben. (&hellip;) Das Vertrauen in die Handlungsf&auml;higkeit des Staates und die Rationalit&auml;t seiner Entscheidungen ist im Laufe der Zeit ersch&uuml;ttert worden. Es wurde nicht generell, aber doch teilweise ziemlich irrational, widerspr&uuml;chlich, kopflos und im &Uuml;berma&szlig; reagiert.&ldquo;<\/p><p>Der das sagt, tritt in der Videoserie nicht auf, er w&uuml;rde nach den Kriterien vieler &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; aber umstandslos zu den &bdquo;Irren und Wirren&ldquo; gez&auml;hlt. Der Beitrag steht in der <i>Welt<\/i> vom 06.10.2021, und zwar als Interview mit Hans-J&uuml;rgen Papier, dem ehemaligen Pr&auml;sidenten des Bundesverfassungsgerichts.<\/p><p>Auf der Kampagnenseite <a href=\"https:\/\/www.allesaufdentisch.tv\/index.html#videostart\">kann man die Videos ansehen<\/a>, und auch eine Petition unterzeichnen:<\/p><blockquote><p>\n<strong>Es ist Zeit f&uuml;r den Runden Tisch<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Unterzeichnen der Petition fordern wir einen regelm&auml;&szlig;ig stattfindenden &ldquo;Runden  Tisch&rdquo; f&uuml;r das Corona-Krisenmanagement, an dem WissenschaftlerInnen verschiedener  Disziplinen mit unterschiedlichen Standpunkten interdisziplin&auml;r und evidenzbasiert diskutieren und anschlie&szlig;end die Politik beraten. Wichtig ist, dass in diesem Gremium auch WissenschaftlerInnen geh&ouml;rt werden die nicht in institutioneller staatlicher Abh&auml;ngigkeit stehen. S&auml;mtliche Ergebnisse und daraus resultierende Ma&szlig;nahmen sollen transparent mit allen B&uuml;rgerInnen kommuniziert werden.\n<\/p><\/blockquote><p><em>Klaus Hartmann ist stellv. Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Kommentar, genauer: dieser Bericht von Klaus Hartmann &uuml;ber die &uuml;blich gewordene Hetze in ma&szlig;geblichen Medien veranlasst mich zu einer Bitte an NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser. Es steht nicht gut um die demokratische Debatte und damit auch um die Demokratie selbst. Deshalb die Anregung, &uuml;ber diese Vorg&auml;nge mit Ihren Freunden und Verwandten zu sprechen. Wenn sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76765\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":76767,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,126,123,183],"tags":[3126,1357,1112,403,2036,3058,2062,571,1183,1542,840,248,2269,1163,3001,1548,1838,1810,1216,2999,3069,420,827,460,2834],"class_list":["post-76765","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-allesaufdentisch","tag-boehmermann-jan","tag-buergerrechte","tag-berliner-zeitung","tag-correctiv","tag-diffamierung","tag-djv","tag-dlf","tag-exklusion","tag-faz","tag-focus","tag-frankfurter-rundschau","tag-konformitaetsdruck","tag-meinungspluralismus","tag-meyen-michael","tag-ndr","tag-nzz","tag-papier-hans-juergen","tag-petitionen","tag-querdenken","tag-schrappe-matthias","tag-spiegel","tag-stigmatisierung","tag-sz","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/211007-kritik.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76765","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76765"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76765\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76776,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76765\/revisions\/76776"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/76767"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76765"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76765"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76765"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}