{"id":76783,"date":"2021-10-08T09:10:42","date_gmt":"2021-10-08T07:10:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76783"},"modified":"2021-10-22T10:44:42","modified_gmt":"2021-10-22T08:44:42","slug":"enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-pandora-papers-fehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76783","title":{"rendered":"Enth\u00fcllung? Gezielt vorbei. Wer bei den Pandora-Papers fehlt:"},"content":{"rendered":"<p>Die wichtigsten T&auml;ter und Mitt&auml;ter &ndash; meint Autor <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>. &ndash; Mit einem Aufwand vieler Millionen Dollars, Euros, Pesos usw. haben 600 Journalisten aus 148 Medien und 117 L&auml;ndern im Verbund des <i>International Consortium of Investigative Journalists<\/i> (ICIJ) &uuml;ber mehrere Monate die &bdquo;Pandora Papers&ldquo; zusammengestellt: 2,94 Terrabyte Daten mit 11,9 Millionen Dokumenten zu Briefkastenfirmen in zahlreichen Finanzaosen. Steuerhinterziehung, Geldw&auml;sche, Betrug, Korruption und dergleichen bei 330 namentlich genannten Staats- und Regierungschefs, sonstigen Politikern, Sport- und Kulturprominenten sowie tausenden Gesch&auml;ftsleuten und Milliard&auml;ren werden vermutet, sind wahrscheinlich.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4734\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-76783-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=76783-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211008-Enthuellung-gezielt-vorbei-wer-bei-den-Pandora-papers-fehlt-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><b>29.000 Briefkastenfirmen<\/b><\/p><p>Die Staats- und Regierungschefs und Politiker kommen fast ausschlie&szlig;lich aus Dutzenden kleinerer und weit weg liegender Staaten wie Jordanien, Montenegro, Kenia, Kongo, Dominikanische Republik, Panama, Peru, Brasilien, Argentinien, Honduras, Kolumbien, Pakistan, Philippinen, Indonesien, Katar. Westliche prominente Politiker sind die gro&szlig;en Ausnahmen, und die meisten sind nicht mehr im Amt: Der britische Ex-Premier Tony Blair, der italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, der israelische Ex-Vizepremier Haim Ramon, Jerusalems Ex-B&uuml;rgermeister Nir Barkat, der Ex-Europa-Kommissar John Dalli. Nur drei amtierende westliche Politiker in kleineren Staaten werden genannt: Der &bdquo;christliche&ldquo; niederl&auml;ndische Finanzminister Wopke Hoekstra, der tschechische Premierminister und Oligarch Andrej Babis und der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyi &ndash; das ist es schon. USA, Deutschland, Frankreich, Kanada, Skandinavien &ndash; alles sauber.<\/p><p>Zu den Kultur- und Sportpromis z&auml;hlen aus dem Bilderbuch der bunten Bl&auml;ttchen das Ex-Model Claudia Schiffer, die Musiker Ringo Starr, Elton John, Julio Iglesias, der nobelpreisige Schriftsteller Mario Vargas Llosa sowie der Fu&szlig;balltrainer Pep Guardiola (FC Bayern M&uuml;nchen, Manchester City). Aus dem Adel tauchen eine Tochter des marokkanischen K&ouml;nigs Hassan auf, die k&ouml;nigliche Familie von Katar sowie Corinna zu Sayn-Wittgenstein, Unternehmerin und Gespielin des zur&uuml;ckgetretenen spanischen Skandalk&ouml;nigs Juan Carlos I. Wer h&auml;tte das gedacht?<\/p><p>Unter den vielen namentlich genannten Gesch&auml;ftsleuten finden sich &auml;hnlich bilderbuchm&auml;&szlig;ig solche aus westlich verbundenen L&auml;ndern, die f&uuml;r unsaubere Gesch&auml;fte ohnehin bekannt sind wie Indien, Pakistan, T&uuml;rkei, Montenegro, Bulgarien, Ukraine, Kolumbien, Philippinen und das westlich angema&szlig;te Territorium Hongkong. Allerdings finden sich auch ein paar wenige verlorene Figuren aus wichtigeren Staaten: So mit Robert Smith\/Vista Equity Partners und Robert Brockman\/Reynolds&amp;Reynolds zwei Bespender der beiden f&uuml;hrenden US-Parteien; Alexander Temerko als Bespender der britischen Tories; Indiens reichste Unternehmerin Mazumdar-Shaw; der wegen Geldw&auml;sche und Bestechung zu Gef&auml;ngnis verurteilte israelische Multimilliard&auml;r Benny Steinmetz; Formel I-Rennveranstalter Bernie Ecclestone.<\/p><p>Ganz am Rande tauchen unvermittelt die US-Konzerne Apple, Abbott, Nike und RJR Nabisco auf, auch die wichtigste US-Wirtschaftskanzlei BakerMcKenzie (aus der EZB-Chefin Christine Lagarde kommt), freilich ohne Nennung von Personen, ohne weitere Vertiefung und ohne Begr&uuml;ndung f&uuml;r diese winzige Auswahl.<\/p><p>Die gr&ouml;&szlig;te einheitliche Gruppe bilden bisher 1.892 Eigent&uuml;mer von Briefkastenfirmen aus China, darunter auch ein Schwager des Staatschefs Xi Jinping und eine Tochter des Ex-Premiers Li Peng. Die zweitgr&ouml;&szlig;te einheitliche Gruppe aus einem Staat bildet das Dutzend russischer Gesch&auml;ftsleute, die als &bdquo;enge Freunde&ldquo; von Pr&auml;sident Putin bezeichnet werden. Und eine Svetlana Krivonogikh, die einst von BILD als &bdquo;angebliche&ldquo; fr&uuml;here Geliebte Putins pr&auml;sentiert wurde und im F&uuml;rstentum Monaco zum Jetset geh&ouml;rt, wurde von den ICIJ-Investigativlern nun p&uuml;nktlich wieder entdeckt, mit &bdquo;angeblichen&ldquo; 85 Millionen Euro im Briefkasten.<\/p><p><b>Alles normal, oder? Aber Putin! Und Xi Jinping!<\/b><\/p><p>Insgesamt, so die bisherigen Informationen, handelt es sich bei den westlichen Personen um pers&ouml;nliche Gesch&auml;fte. So kaufte Tony Blair mit Ehefrau in London standesgem&auml;&szlig; f&uuml;r 7,5 Millionen eine Immobilie. Immobilienk&auml;ufe in Gro&szlig;britannien sind sowieso seit langem ein beliebtes Objekt f&uuml;r ausl&auml;ndische Superreiche. So kaufte der jordanische K&ouml;nig Abdullah hier 14 H&auml;user, &uuml;brigens auch von Crown Estate, der Verwaltung des britischen K&ouml;nigshauses. Und auch Pr&auml;sident Alijev von Aserbaidschan kam im Vereinigten K&ouml;nigreich ohne Schwierigkeiten an immerhin 27 Liegenschaften. Tschechiens Babis kaufte sich ein &bdquo;Herrenhaus&ldquo; in Frankreich. Der niederl&auml;ndische Finanzminister Hoekstra begn&uuml;gte sich mit Peanuts, er beteiligte sich mit gut 20.000 Euro an einem Touristikunternehmen, zusammen mit Freunden.<\/p><p>Das alles zeigt, dass die Einschaltung von Briefkastenfirmen auch in Europa und in der EU zur Routine geh&ouml;rt. Aber die leitmediale Auswertung konzentriert sich nicht auf die Staaten, die diese Praktiken dulden und f&ouml;rdern, sondern auf Personen, die das gro&szlig;z&uuml;gige Angebot nutzen. Aserbaidschans Alijev wird ansonsten m&auml;chtig als autorit&auml;r und korrupt angeprangert &ndash; aber dass ihm Gro&szlig;britannien den Kauf von 27 Liegenschaften mithilfe von Briefkastenfirmen erm&ouml;glichte &ndash; keine Kritik.<\/p><p>Es werden also Personen an den Pranger gestellt, die Briefkastenfirmen unterhalten. Aber es werden nicht die Staaten und Staatenverb&uuml;nde an den Pranger gestellt, die das Angebot an Briefkastenfirmen f&ouml;rdern wie die USA, Gro&szlig;britannien und keineswegs zuletzt die Europ&auml;ische Union. Worauf wir noch kommen werden: Die Namen der russischen und chinesischen Eigent&uuml;mer von Briefkastenfirmen sind bekannt &ndash; aber nicht die Eigent&uuml;mer der Briefkastenfirmen, die unter dem Schutz von BlackRock &amp; Co stehen.<\/p><p><b>Wenn Finanzoasen doch zur westlichen Rechts-Staatlichkeit geh&ouml;ren<\/b><\/p><p>Ganz besonders konzentriert sich bisher die leitmediale Darstellung auf einen ganz besonderen, winzigen Ausschnitt: &bdquo;Enge Freunde Putins&ldquo; sind die B&ouml;sewichte in der Pandora-Inszenierung. Sie benutzen Briefkastenfirmen in Finanzoasen! Finanzoasen, die seit Jahrzehnten zum System des US-gef&uuml;hrten westlichen Kapitalismus geh&ouml;ren.<\/p><p>Als der westfreundliche russische Oligarch Michail Chodorkowski, Eigent&uuml;mer des zusammengerafften &Ouml;l-Konzerns Jukos, mithilfe westlicher Berater mehrere westliche Finanzoasen nutzte, wurde er im Westen wegen seiner Geschicklichkeit gelobt und mit Krediten und Beteiligungen &uuml;berh&auml;uft. Er wurde wegen Steuerhinterziehung in Russland verurteilt, die Fakten bestritt er nicht. Aber das f&uuml;r internationale Finanzbeziehungen zust&auml;ndige private Schiedsgericht im niederl&auml;ndischen Den Haag verurteilte 2014 den russischen Staat zu einem Schadenersatz von 50 Milliarden. Da waren Finanzoasen Teil westlicher Rechtsstaatlichkeit und keine ICIJ-Investigativler fanden daran etwas Schlechtes.<\/p><p><b>Es fehlen: Die wichtigsten Finanzoasen<\/b><\/p><p>Die am h&auml;ufigsten genannten Finanzoasen sind Panama, die Britischen Jungferninseln, Belize, die Seychellen, Hongkong, Vereinigte Arabische Emirate, Zypern und die Schweiz. Sie sind traditionell auf das Verstecken von individuellem Verm&ouml;gen, auf Geldw&auml;sche und korruptive Zahlungen von Einzelpersonen spezialisiert.<\/p><p>Aber es fehlen die Finanzoasen, die f&uuml;r Konzerne, Banken und die heute f&uuml;hrenden Investoren zentral sind: Ganz vorne der US-Bundesstaat Delaware: Hier haben z.B. die meisten der 500 US-Unternehmen aus der Forbes- und S&amp;P-Liste ihren rechtlichen und Steuersitz. In der EU sind f&uuml;r Steuervermeidung, Kreditvergaben, Lizenzverk&auml;ufe von Unternehmen die wichtigsten Finanzoasen: Die Staaten Irland, Luxemburg und die Niederlande. Hinzu kommen vor allem die Cayman Islands (britisches &Uuml;berseegebiet), Singapur und die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey.<\/p><p>Sie alle fehlen &uuml;brigens auch auf der &bdquo;Schwarzen Liste&ldquo; der Finanzoasen, die von der EU erstellt wird, auch auf der aktuellsten vom 22.2.2021. Um deren L&auml;cherlichkeit zu demonstrieren, seien hier diese unbedeutenden Finanzoasen genannt, die von der EU gebrandmarkt werden: Samoa, Anguilla, Dominica, Fidschi, Guam, Palau, Panama, Seychellen, Trinidad&amp;Tobago, Vanuatu.<\/p><p>In den Pandora Papers tauchen am Rande 203 US-Trusts auf, sozusagen inneramerikanische Briefkastenfirmen. Die meisten, 81, sitzen in South Dakota, in Florida 37, in Texas 24, in Nevada 14. Auch Delaware werden solche Trusts zugeordnet, 35. Sie werden von gehobenen Schichten von Kleinkriminellen genutzt. Auch hier fehlt die erste Liga der US-Konzerne und der Wall Street, die auf den Cayman Islands, den britischen Kanalinseln und nicht zuletzt in Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Zypern und Malta zehntausende Briefkastenfirmen unterhalten.<\/p><p><b>Zum Beispiel: Deutsche Bank in Delaware<\/b><\/p><p>In den unbedeutenden bis l&auml;cherlichen Finanzoasen, in denen auch die Pandora-Investigativler tauchen, sind die gro&szlig;en Akteure nicht vertreten. Der gr&ouml;&szlig;te Standort von Unternehmens- und Banken-Briefk&auml;sten der Welt, der US-Bundesstaat Delaware wird in dieser Hinsicht &uuml;berhaupt nicht erw&auml;hnt. Und auch nicht der gr&ouml;&szlig;te Kapitalorganisator der Welt, BlackRock, das hier seinen rechtlichen und Steuersitz hat.<\/p><p>Nehmen wir ein Beispiel aus Deutschland: Die Deutsche Bank &ndash; in der BlackRock auch selbst zu den f&uuml;hrenden Aktion&auml;ren z&auml;hlt &ndash; unterh&auml;lt viele Dutzend Briefkastenfirmen in den wichtigsten Finanzoasen Delaware, Luxemburg, Niederlande und auf den Cayman Islands.<\/p><p>Deutsche Bank in Delaware:<\/p><ul>\n<li>Deutsche Bank Capital Finance LLC I<\/li>\n<li>Deutsche Bank Contingent Capital LLC II<\/li>\n<li>Deutsche Bank Contingent Capital Trust II<\/li>\n<\/ul><p>und vier weitere Dutzend.<\/p><p>In Luxemburg zum Beispiel:<\/p><ul>\n<li>Deutsche Bank Luxembourg S.A. Fiduciary Deposits<\/li>\n<li>Deutsche Bank Luxembourg S.A. Fiduciary Note Programme<\/li>\n<\/ul><p>und vier weitere Dutzend.<\/p><p>In Irland zum Beispiel:<\/p><ul>\n<li>Eirles Three Designated Activitiy Company<\/li>\n<li>Eirles Two Designated Acitivity Company<\/li>\n<\/ul><p>undsoweiter.<\/p><p><i><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/211008-zu-Ruegemer-DelawareDeutscheBank07102021.pdf\">Anlage 1 zeigt einen Auszug aus dem Beteiligungsverzeichnis der Deutschen Bank, letzter Stand 2019. Der darin genannte Ort Wilmington ist eine Stadt des US-Bundesstaats Delaware.<\/a><\/i><\/p><p><b>Es fehlen: Die f&uuml;hrenden Kapitalorganisatoren BlackRock &amp; Co.<\/b><\/p><p>Es fehlen in der aufwendigen Pandora-&ldquo;Enth&uuml;llung&ldquo; nicht nur die wichtigsten Finanzoasen und die Unternehmen und Banken, sondern auch die heute f&uuml;hrenden Investoren, Kapitalorganisatoren und Verm&ouml;gensverwalter, denen die wichtigsten westlichen Unternehmen und Banken geh&ouml;ren.<\/p><p>An erster Stelle ist dies heute BlackRock: Der gr&ouml;&szlig;te Kapitalorganisator des US-gef&uuml;hrten westlichen Finanzsystems mit einem eingesetzten Kapital von 9 Billionen Dollar hat seinen rechtlichen und Steuersitz in Delaware. BlackRock ist gegenw&auml;rtig Miteigent&uuml;mer\/Aktion&auml;r von 18.000 Unternehmen und Banken weltweit, in den meisten der 500 gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen und Banken der USA (z.B. von Amazon, Google, Facebook, Apple, Microsoft, Coca Cola, Goldman Sachs, Tesla, Exxon, Boeing, Lockheed), &auml;hnlich in Gro&szlig;britannien, Frankreich, Belgien, der Schweiz usw.<\/p><p>In Deutschland ist BlackRock unter allen 6 Gro&szlig;aktion&auml;ren aller 30 DAX-Konzerne, auch in der eben genannten Deutschen Bank, auch im Betrugskonzern Wirecard, und auch in den 5 gr&ouml;&szlig;ten privaten Wohnungskonzernen, n&auml;mlich Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG, TAG und Grand City Properties beteiligt.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><b>Es fehlen: BlackRocks reiche Kapitalgeber<\/b><\/p><p>Die heute f&uuml;hrenden Kapitalorganisatoren und Investoren wie BlackRock, Vanguard, State Street, Blackstone, KKR &amp; Co. bekommen ihr Kapital von den Superreichen, wenn die mal 5 oder 50 oder 100 Millionen unbesch&auml;ftigt auf einem ihrer Konten haben, also Multimillion&auml;re und Multimilliard&auml;re, Unternehmensstiftungen, Unternehmer, Topmanager, Pensionsfonds. Und diese Kapitalgeber von BlackRock &amp; Co werden mithilfe von Briefkastenfirmen anonymisiert, und dieses Kapital und die anteiligen Gewinne aus den 18.000 BlackRock-Unternehmen und -Banken genie&szlig;en dann den Schutz der Finanzoasen, die nicht auf der Schwarzen Liste der EU stehen.<\/p><p>Dass die Kunden von BlackRock &amp; Co. standardm&auml;&szlig;ig Briefkastenfirmen nutzen und anonymisiert werden &ndash; das wird in den Pandora Papers nicht einmal erw&auml;hnt. Und nat&uuml;rlich werden dann auch diese Kapitalgeber von BlackRock &amp; Co. den Pandora Papers namentlich nicht genannt &ndash; im Unterschied zu den russischen und chinesischen Eigent&uuml;mern von Briefkastenfirmen.<\/p><p><b>Briefkastenfirmen BlackRocks im Braunkohle-Konzern RWE<\/b><\/p><p>Im Braunkohle-Konzern RWE ist BlackRock mit 3,26 Prozent der Aktien der gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;r. Dieser Anteil stellt gegenw&auml;rtig einen Wert von einer knappen Milliarde Euro dar. Und dieser Betrag ist auf 219 BlackRock-Tochterfirmen verteilt, mit einem durchschnittlichen Betrag von etwa 4 Millionen Euro.<\/p><p>Zu diesen 219 Firmen geh&ouml;rt auch die BlackRock Deutschland AG. Deren Aufsichtsratsvorsitzender war bis 2020 BlackRocks Lobbyist in Deutschland, Friedrich Merz, der auch so gerne CDU-Vorsitzender, Bundeskanzler oder mindestens Finanzminister werden wollte und von der Unternehmer- und Banken-Lobby darin auch unterst&uuml;tzt wurde. Hallo, ICIJ-Investigativler: Seid Ihr mal der Frage nachgegangen, ob Friedrich Merz eine Briefkastenfirma hat oder vielleicht sogar mehrere?<\/p><p>Die allermeisten dieser 219 Firmen sind aber Briefkastenfirmen in Finanzoasen und enthalten das jeweils angelegte Kapital von BlackRocks anonymisierten Kapitalgebern. Die Finanzoasen sind nicht die Seychellen, Belize usw., die von ICIJ und der EU genannt werden, sondern es sind Delaware, die Cayman Islands, Luxemburg, Niederlande, Singapur.<\/p><p><i><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/211008-Ruegemer-DelawareRWE07102021.pdf\">Anlage 2 zeigt einen Ausschnitt aus der Liste dieser RWE-BlackRock-Briefkastenfirmen; angekreuzt sind die Briefkastenfirmen in Finanzoasen; der Namensteil &bdquo;Holdco&ldquo; bedeutet: Sitz in Delaware. (Stand 6.10.2021) Dass der durchschnittliche Wert der Aktienanteile &bdquo;nur&ldquo; 4 Millionen betr&auml;gt, soll nicht verwundern: Diese einzelnen Kapitalgebern geh&ouml;renden Briefkastenfirmen tauchen auch bei zahlreichen anderen Unternehmen und Banken auf, vereinigen also eine weit gr&ouml;&szlig;ere Summe in sich.<\/a><\/i><\/p><p><b>Es fehlt: Joe Biden, der Patron von Delaware<\/b><\/p><p>Ach, falls Sie es noch nicht wussten oder wieder vergessen haben, was heutzutage ja sehr leicht passieren kann, bei dieser &Uuml;berflutung mit Nicht-Informationen: Mit dem Aufstieg von Delaware zur gr&ouml;&szlig;ten Unternehmens- und Investoren-Finanzoase der Erde stieg auch ein gewisser Joe Biden auf, seit 2021 Pr&auml;sident von &bdquo;America First&ldquo;.<\/p><p>Biden war von 1973 bis 2009 Senator f&uuml;r den winzigen US-Bundesstaat Delaware. Schon als 29-j&auml;hriger Wirtschaftsanwalt hatte er sich um dieses Amt beworben und hielt es 35 Jahre lang. Die Zahl der Briefkastenfirmen in Bidens homeland ist mindestens doppelt so hoch wie die Zahl der Wahlberechtigten. Sohn Beau Biden wurde hier, ohne sich besonders anstrengen zu m&uuml;ssen, General-Staatsanwalt. Sohn Hunter Biden agiert als umtriebiger Finanzspekulant unter anderem in der Ukraine &ndash; bei Bedarf setzte sich Vater Biden f&uuml;r ihn auch vor Ort in Kiew ein.<\/p><p>Joe Biden wurde f&uuml;r seine Wahlk&auml;mpfe zuletzt von den gro&szlig;en Digitalkonzernen wie Alphabet\/Google, Microsoft, Amazon, Apple, Facebook, Netflix bespendet. Aber auch Unternehmen in Delaware f&ouml;rderten ihren einflussreichen Senator, darunter die Kreditkarten-Firma MBNA und John Hynansky, der aus der Ukraine stammt und den Export von Premium-SUVs in die Ukraine dominiert.<\/p><p>Biden stimmte als Senator in Washington bei wichtigen Deregulierungen des Finanzsektors immer mit den Republikanern ab. Zur gr&ouml;&szlig;ten Finanzoase geh&ouml;rt auch eine extrem &bdquo;liberale&ldquo; Unternehmensverfassung (extrem geringe Haftung, geringe Publizit&auml;tspflicht) und eine dazu geh&ouml;rige Justiz.<\/p><p>Und das gr&ouml;&szlig;te Unternehmen der Finanzoase, BlackRock, und der langj&auml;hrige Lobbyist Joe Biden fanden schlie&szlig;lich ganz eng zusammen: Drei Top-Manager von BlackRock wurden Mitglieder der Biden-Regierung.<\/p><p><b>Pandora Papers: Von Soros&rsquo; Open Society Foundations finanziert<\/b><\/p><p>Wie schon die &auml;hnlichen Panama Papers und Paradise Papers wurden auch die Pandora Papers vom International Consortium of Investigative Journalists, ICIJ mit Sitz in Washington koordiniert. Zu den assoziierten Medien geh&ouml;ren in den westlichen Staaten vor allem sich als &bdquo;liberal&ldquo; gebende Medien wie die New York Times (USA), Guardian und BBC (Gro&szlig;britannien), Asahi Shimbun (Japan) und aus Deutschland die S&uuml;ddeutsche Zeitung, WDR und NDR.<\/p><p>Die Millionensummen f&uuml;r die aufwendigen internationalen Recherchen und die Koordination durch die ICIJ kommen von den Open Society Foundations des bekannten Gro&szlig;spekulanten und US-Multimilliard&auml;rs George Soros. Er finanzierte die &Ouml;ffnung ganzer Staaten Osteuropas f&uuml;r die westlichen &bdquo;Werte&ldquo; und Investoren mithilfe zahlreicher &bdquo;bunter Revolutionen&ldquo;. Oligarchen wie Viktor Orban sind seine Ziehkinder, auch wenn er sich sp&auml;ter mit ihnen &uuml;berwirft. Und gegen Putins Russland &ndash; da ist Soros immer dabei. Gegen den korrupten und oft besoffenen Vorg&auml;nger Putins, Boris Jelzin, den Ausverk&auml;ufer Russlands, hatten Soros und ICIJ dagegen nichts einzuwenden.<\/p><p>&bdquo;<b>Aufkl&auml;rung&ldquo; im Dienste der Gegen-Aufkl&auml;rung und Hetze<\/b><\/p><p>Die Pandora Papers legen den genannten Personen pers&ouml;nliche unsaubere Gesch&auml;fte nahe, etwa Betrug, Geldw&auml;sche, Korruption und dergleichen. Das wird, so wissen wir aus Erfahrung, in vielen F&auml;llen zutreffen.<\/p><p>Aber die ICIJ-Investigativler vermeiden eine klare und &ouml;ffentlich nachhaltig kommunizierte Unterscheidung: Bei den genannten Personen aus Russland und China wird zwar angedeutet, dass die Briefkastenfirmen anderen Zwecken dienen. So organisierte das gr&ouml;&szlig;te chinesische Handelsunternehmen Alibaba den B&ouml;rsengang in New York &uuml;ber eine Briefkastenfirma. Das war der US- wie der chinesischen Seite bekannt &ndash; es ging nicht anders, und zwar aufgrund der US-Regeln. Und wenn die chinesische F&uuml;hrung damit die chinesische Volkswirtschaft st&auml;rkt und anschlie&szlig;end Alibaba, wie geschehen, regulatorisch ordentlich in die Zange nimmt, dann ist dies etwas anderes als der dauerhafte Schutz, den die US- und EU-Regierungen und nun auch die ICIJ &ndash; &bdquo;Enth&uuml;llungen&ldquo; den superreichen Kapitalgebern von BlackRock&amp;Co gew&auml;hren.<\/p><p>Wenn den Ver&ouml;ffentlichungen der Pandora Papers staatsanwaltliche Ermittlungen folgen,<\/p><p>wenn die Regierungen der USA, Gro&szlig;britanniens und der EU-Staaten ihre Finanzoasen schlie&szlig;en &ndash; allen voran Delaware, Luxemburg, die Niederlande, Irland, die Cayman Islands und die englischen Kanalinseln &ndash;<\/p><p>dann w&auml;re f&uuml;r den Wohlstand der Nationen und der Mehrheitsbev&ouml;lkerungen schon einiges gewonnen.<\/p><p>Aber solange &bdquo;Enth&uuml;llungen&ldquo; im Stile von ICIJ so ausfallen wie jetzt wieder die Pandora-Papers, dann dienen sie nicht der Aufkl&auml;rung, sondern der Gegen-Aufkl&auml;rung: Greenwashing des westlichen Finanzsystems und Hetze gegen Russland und China.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Genaueres zu den Praktiken von BlackRock siehe Werner R&uuml;gemer: BlackRock &amp; Co enteignen. Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht. Frankfurt\/Main 2021<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wichtigsten T&auml;ter und Mitt&auml;ter &ndash; meint Autor <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>. &ndash; Mit einem Aufwand vieler Millionen Dollars, Euros, Pesos usw. haben 600 Journalisten aus 148 Medien und 117 L&auml;ndern im Verbund des <i>International Consortium of Investigative Journalists<\/i> (ICIJ) &uuml;ber mehrere Monate die &bdquo;Pandora Papers&ldquo; zusammengestellt: 2,94 Terrabyte Daten mit 11,9 Millionen Dokumenten zu Briefkastenfirmen in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76783\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,138,11],"tags":[1460,872,1968,379,3130,293,1978,1471,3129,259],"class_list":["post-76783","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-steuerhinterziehungsteueroasensteuerflucht","category-strategien-der-meinungsmache","tag-biden-joe","tag-blackrock","tag-briefkastenfirmen","tag-china","tag-finanzoasen","tag-finanzwirtschaft","tag-geldwaesche","tag-investigativer-journalismus","tag-pandora-papers","tag-russland"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76783","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76783"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76783\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76900,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76783\/revisions\/76900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76783"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76783"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76783"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}