{"id":76842,"date":"2021-10-08T16:08:10","date_gmt":"2021-10-08T14:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842"},"modified":"2021-10-08T16:08:10","modified_gmt":"2021-10-08T14:08:10","slug":"hinweise-des-tages-ii-508","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h01\">Neues Rechtsgutachten: Hartz IV Regelsatz verfassungswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h02\">Anstieg um fast zehn Prozent: Geldverm&ouml;gen steigt auf 200 Billionen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h03\">Der Mythos von der Expertise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h04\">Die seltsame Schulpolitik des RKI<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h05\">Trotz Ende kostenloser Corona-Tests: Kein Run auf Impfungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h06\">Impfdebatte: Wider das st&auml;ndige Sch&uuml;ren von Hass<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h07\">Kein Freedom Day: Hat die Bundesregierung das Volk get&auml;uscht? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h08\">Regierung hat &ldquo;Ma&szlig; verloren: &ldquo;Warnschuss f&uuml;r S&ouml;der: Deshalb waren Bayerns Ausgangssperren unrechtm&auml;&szlig;ig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h09\">Spahn und Wieler lassen regierungstreue Faktenchecker im Regen stehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h10\">&ldquo;Ich musste oft Frauen allein im Krei&szlig;saal lassen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h11\">Polen: Auf dem Weg zum EU-Exit?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h12\">Der Weltraum, die Macht und der Krieg (I)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h13\">Afghanistan und &sbquo;Great Power Interventionism&lsquo; als Selbstverteidigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h14\">Bundesnachrichtendienst spitzelt mit Pegasus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76842#h15\">Hauptzeuge des FBI gegen Julian Assange in Island inhaftiert<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich f&uuml;r die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Neues Rechtsgutachten: Hartz IV Regelsatz verfassungswidrig<\/strong><br>\nMit einem Appell fordert ein breites B&uuml;ndnis die noch amtierende Bundesregierung auf, umgehend Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, um mindestens einen Inflationsausgleich f&uuml;r die Betroffenen sicherzustellen.<br>\nNach einem aktuellen Gutachten der Rechtswissenschaftlerin Professorin Anne Lenze ist die zum 1.1.2022 geplante sehr geringe Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze verfassungswidrig. Angesichts der Entwicklung der Lebenshaltungskosten verpflichte das Grundgesetz den Gesetzgeber, die absehbare Kaufkraftminderung f&uuml;r Grundsicherungsbeziehende abzuwenden. Mit einem Appell fordert ein breites B&uuml;ndnis die noch amtierende Bundesregierung auf, umgehend Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, um mindestens einen Inflationsausgleich f&uuml;r die Betroffenen sicherzustellen.<br>\nIn dem Rechtsgutachten wird u.a. auf die zur&uuml;ckliegenden einschl&auml;gigen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Bezug genommen, das 2014 feststellte, dass die Regelbedarfe bereits an der untersten Grenze dessen liegen, was verfassungsrechtlich gefordert ist. Die niedrige Anpassung der Regelbedarfe zum 1.1.2022 in Verbindung mit der anziehenden Inflation l&auml;ute nun eine &ldquo;neue Stufe der Unterschreitung des menschenw&uuml;rdigen Existenzminimums&rdquo; ein, so das Ergebnis der juristischen Pr&uuml;fung, die der Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverband in Auftrag gegeben hat. Sollte der Gesetzgeber nicht aktiv werden, um die absehbaren Kaufkraftverluste abzuwenden, versto&szlig;e er damit gegen die Verfassung, so das Fazit der Rechtswissenschaftlerin.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/neues-rechtsgutachten-hartz-iv-regelsatz-verfassungswidrig\/\">der Parit&auml;tische<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Versteckte K&uuml;rzung bei &Auml;rmsten&rdquo; Gutachten: Hartz-IV-Pl&auml;ne verfassungswidrig<\/strong><br>\nLebenskosten und Inflation sind so hoch wie seit Jahrzehnten nicht, gleichzeitig f&auml;llt eine Anhebung von Hartz IV f&uuml;r 2022 fast aus. Verb&auml;nde fordern schon lange, dieses Missverh&auml;ltnis auszugleichen. Ein Rechtsgutachten kommt nun zu dem Schluss, die geringe Erh&ouml;hung sei gar verfassungswidrig.<br>\nNach einem vom Parit&auml;tischen Gesamtverband in Auftrag gegebenen Gutachten verst&ouml;&szlig;t die geringe Anhebung der Hartz-IV-S&auml;tze zum Jahreswechsel gegen das Grundgesetz. Die Verfassung verpflichte den Gesetzgeber, die absehbare Kaufkraftminderung f&uuml;r Grundsicherungsbeziehende abzuwenden, hei&szlig;t es in der am heutigen Freitag von dem Verband publizierten Expertise. Der Bundesrat will heute abschlie&szlig;end &uuml;ber die Erh&ouml;hung des Hartz-IV-Regelsatzes um drei Euro befinden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Gutachten-Hartz-IV-Plaene-verfassungswidrig-article22853575.html\">n-tv<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Anstieg um fast zehn Prozent: Geldverm&ouml;gen steigt auf 200 Billionen Euro<\/strong><br>\nDas private Geldverm&ouml;gen auf der Welt erreicht eine neue Rekordsumme. Ein Ende des Verm&ouml;genswachstums ist nicht in Sicht. Und der Reichtum ist weiterhin alles andere als gleich verteilt.<br>\nB&ouml;rsenboom und Konsumflaute haben viele Menschen im Corona-Krisenjahr 2020 reicher gemacht. Das Bruttogeldverm&ouml;gen der privaten Haushalte weltweit kletterte nach Berechnungen des Versicherers Allianz auf die Rekordsumme von 200 Billionen Euro &ndash; ein Plus von 9,7 Prozent zum Vorjahr. &bdquo;W&auml;hrend die Wirtschaft Achterbahn f&auml;hrt, kennt das globale Geldverm&ouml;gen nur eine Richtung&ldquo;, sagte Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran bei der Vorstellung der Verm&ouml;gensstudie am Donnerstag. Ein Ende des Verm&ouml;genswachstums ist nach Einsch&auml;tzung der &Ouml;konomen nicht in Sicht: F&uuml;r das laufende Jahr prognostizieren sie sieben Prozent Zuwachs.<br>\nAllerdings ist die gewaltige Summe nach wie vor alles andere als gleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent der Weltbev&ouml;lkerung &ndash; etwa 520 Millionen Menschen in den 57 untersuchten L&auml;ndern &ndash; besitzen den Angaben zufolge zusammen gut 84 Prozent des gesamten Verm&ouml;gens. Und das eine Prozent der Superreichen darunter kommt auf fast 41 Prozent der Gesamtsumme &ndash; durchschnittliches Geldverm&ouml;gen abz&uuml;glich Schulden: mehr als 1,2 Millionen Euro.<br>\nDie Pandemie d&uuml;rfte nach Einsch&auml;tzung der Allianz-Experten die Verm&ouml;gensungleichheit versch&auml;rfen, sowohl zwischen reichen und &auml;rmeren L&auml;ndern als auch innerhalb der Staaten. Sehr wahrscheinlich werde die Corona-Krise das Wirtschaftswachstum &auml;rmerer L&auml;nder deutlich l&auml;nger belasten als das der Industriestaaten, erkl&auml;rte Patricia Pelayo Romero, Mitautorin der Verm&ouml;gensstudie. Das allm&auml;hliche Schlie&szlig;en der Wohlstandsl&uuml;cke sei kein Selbstl&auml;ufer mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/geldvermoegen-steigt-auf-200-billionen-euro-17573736.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Mythos von der Expertise<\/strong><br>\nChristian Lindner k&ouml;nnte Finanzminister werden. Aber warum nur? Dass der FDP-Chef als wirtschaftskompetent gilt, ist eine gro&szlig;e T&auml;uschung<br>\nBemerkenswert ist, dass Lindner &ndash; genau wie der CDU-Politiker Friedrich Merz &ndash; als &bdquo;Finanzexperte&ldquo; gilt. Beide erwecken bei vielen den Eindruck, sie seien &bdquo;kompetent&ldquo; und wirtschaftspolitische &Auml;mter bei ihnen in guten H&auml;nden. Wir k&ouml;nnen jetzt schon geradeheraus sagen: Das Gegenteil ist der Fall. Die Frage ist eher: Mit welcher Begr&uuml;ndung erfolgt die Zuschreibung von Finanzexpertise?<br>\nEs ist gewiss nicht notwendig, dass jeder Finanz- oder Wirtschaftspolitiker einen &ouml;konomischen Abschluss vorweisen muss, um einen guten Job zu machen. Will hei&szlig;en: Nur weil Lindner Politikwissenschaft studiert hat und Merz Jura, k&ouml;nnten sie trotzdem einen soliden Kenntnisstand volkswirtschaftlicher Zusammenh&auml;nge besitzen. Doch genau hier beginnt das Problem &ndash; sowohl bei Merz als auch bei Lindner. [&hellip;]<br>\nAnsonsten scheint das Narrativ der schwarzen Null und der schw&auml;bischen Hausfrau Politikern wie Merz und Lindner in die Karten zu spielen. Beide werden nicht m&uuml;de, vor Staatsverschuldung zu warnen und bei einer progressiven Regierung bereits den nahenden Staatsbankrott am Horizont zu sehen. Tats&auml;chlich ist auch das nicht auf &ouml;konomische Expertise gest&uuml;tzt. Stattdessen werden Fragen der Fiskalpolitik moralisiert und banalisiert: W&uuml;rden Sie etwa &uuml;ber Ihre Verh&auml;ltnisse leben? Oder gar Ihre Schulden nicht zur&uuml;ckzahlen? Sp&auml;testens wenn Ihnen von Lindner oder Merz vorgeworfen wird, sich mit Schulden an der Zukunft Ihrer Kinder zu vergehen, ist das Ende einer sachlichen Debatte nah.<br>\nDiese Reaktion ist intuitiv verst&auml;ndlich, mit rationaler makro&ouml;konomischer Analyse hat sie jedoch nichts zu tun. Vielleicht sollte man noch hinzuf&uuml;gen, dass auch die Medien in Bezug auf die scheinbare Expertise von Lindner oder Merz versagen. Wirtschaftsliberales Framing wird oft vorgegeben, jeder Politiker, der f&uuml;r progressive Finanzpolitik wirbt, muss zun&auml;chst einmal diesen R&uuml;ckstand aufholen. Wenn Journalisten bereits in ihren Fragen die Bewertungen &ouml;konomischer Begriffe vornehmen, indem sie beispielsweise von Schulden als Belastung sprechen, dann hat die Lindner&rsquo;sche Position schon halb gewonnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/der-mythos-von-der-expertise\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die seltsame Schulpolitik des RKI<\/strong><br>\nAm Tag der Kultusministerkonferenz berichtet das Robert-Koch-Institut von angeblichen Nahe-Rekordst&auml;nden bei den Schulausbr&uuml;chen. Die Kultusminister hingegen sagen: Trotz Pandemie und Delta-Variante h&auml;tten sie seit Beginn des Schuljahrs &ldquo;vollst&auml;ndigen und kontinuierlichen&rdquo; Pr&auml;senzunterricht sichergestellt.<br>\nES WIRD IMMER BRISANTER, welche Figur das Robert-Koch-Institut (RKI) bei der Begleitung der Corona-Pandemie abgibt. Dass das Institut ahnungslos ist, wie hoch die Impfquote tats&auml;chlich ist, hat es selbst erst gestern wieder best&auml;tigt (siehe Kasten) &ndash; und auch, dass es wenig Ideen hat, wie es an diesem Zustand etwas &auml;ndern kann. Dabei hat die schlechte Datenlage direkte Auswirkungen auf die Politik &ndash; weil von der tats&auml;chlichen Impfquote nicht nur die wissenschaftlichen Prognosen zur Infektionskurve im Herbst und Winter abh&auml;ngen, sondern auch die Entscheidung &uuml;ber m&ouml;gliche neue gesellschaftliche Einschr&auml;nkungen und Gegenma&szlig;nahmen.<br>\nNoch unverst&auml;ndlicher ist, wenn das RKI trotz der schlechten Datenlage Politik macht &ndash; mit Absicht oder, was noch schlimmer w&auml;re, ohne sich der Tragweite der eigenen &Auml;u&szlig;erungen bewusst zu sein. Auch hier gab der gestern erschienene &ldquo;w&ouml;chentliche Lagebericht&rdquo; des RKI zu COVID-19 ein &auml;rgerliches, in jedem Fall unglaublich unprofessionelles Beispiel.<br>\nAm selben Tag, an dem die Kultusministerkonferenz zur Corona-Sicherheit an den Schulen konferierte und in den Medien die Debatte &uuml;ber Maskenpflicht, Luftfilter &amp; Co hei&szlig;l&auml;uft, verk&uuml;ndet das RKI: Die Ausbruchsh&auml;ufigkeit in Kitas und an Schulen sei dieses Jahr im Vergleich zu 2020 etwa zwei Monate fr&uuml;her angestiegen. Und: Die Zahl der &uuml;bermittelten Schulausbr&uuml;che habe sich bereits Mitte September 2021 dem &ldquo;H&ouml;chstniveau&rdquo; der zweiten und dritten Welle angen&auml;hert. Die Botschaft, die ankommt: alles sehr dramatisch.<br>\nIm RKI-Wochenbericht existiert sogar eine Grafik, auf der das Institut die Schul-Ausbruchskurve dieses Jahres &uuml;ber die des Vorjahres legt, was in der Tat besorgniserregend aussieht.<br>\nDas Problem ist nur: Der Vergleich ist komplett unsinnig, weil es vergangenes Jahr noch keine verpflichtenden Schnelltests an den Schulen gab, die die Melde-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen enorm hochgetrieben haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jmwiarda.de\/2021\/10\/08\/die-seltsame-schulpolitik-des-rki\/\">Jan-Martin Wiarda<\/a>\n<p><strong>dazu: Freiheit f&uuml;r die Kinder<\/strong><br>\nSch&uuml;ler leiden besonders unter der Pandemie. Haben wir sie zum Maskentragen verdonnert, um unsere eigene Freiheit auszuleben? [&hellip;]<br>\nF&uuml;r Virologen wie Melanie Brinkmann liegt der Fall klar: Warum etwas abschaffen, was n&uuml;tzlich und billig ist, fragt sie und res&uuml;miert, dies aufzugeben sei &bdquo;einfach dumm&ldquo;. &Auml;hnlich sehen es Lehrerverb&auml;nde, die sich um das Personal an den Schulen sorgen und nicht einfach zuschauen wollen, wie die Schulen &bdquo;durchseuchen&ldquo;. Anders die Kinder&auml;rzte, die mit mehr oder weniger Furor Partei f&uuml;r die J&uuml;ngsten ergreifen und die die meist harmlosen Infektionen von Kindern ins Verh&auml;ltnis setzen zur Maskenpflicht: Wir qu&auml;lten die Kinder, so etwa der Sprecher des Berufsverbands der Kinder&auml;rzte, Jakob Maske, im Interesse der nicht geimpften Erwachsenen.<br>\nHaben wir die Kinder in den vergangenen Monaten also zum Maskentragen nur verdonnert, um die eigene Freiheit auszuleben? Nehmen wir in egoistischer Manier Kinder in Schutzverwahrung? Es gibt wohl kaum jemanden, der gerne mit Mundschutz unterrichtet und unterrichtet wird. Gleichzeitig offenbart die Diskussion die tiefe Verunsicherung durch die Pandemie, durch die das Gef&uuml;hl f&uuml;r die richtige Ma&szlig;nahme zum richtigen Zeitpunkt verloren gegangen ist. Wir sind Risikofetischisten geworden, umgetrieben von Angst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrike-baureithel\/freiheit-fuer-die-kinder\">der Freitag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Es ist doch eher so, dass die Diskussion sehr stark interessengeleitet ist. Die Verb&auml;nde sprechen jeweils f&uuml;r ihre Klientel und beziehen Positionen, die eigentlich in einem Gremium wie einem Pandemierat verhandelt werden m&uuml;ssten. Den gibt es aber nicht. Zudem ist auf Ausgewogenheit bei der Beratung der Krisenst&auml;be weitgehend verzichtet worden. Wer die gesellschaftlichen Kr&auml;fte nicht einbindet, verschiebt die Auseinandersetzung eben an eine Stelle, wo sie mehr oder weniger nutzlos ist und gegenseitigen Anfeindungen ausgesetzt wird. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Trotz Ende kostenloser Corona-Tests: Kein Run auf Impfungen<\/strong><br>\nVon einem Run auf Corona-Impfungen, bevor die Tests ab Montag meist etwas kosten, ist in Bayern wie im Bund so gut wie nichts zu sp&uuml;ren. Im Gegensatz zu Land und Bund flie&szlig;t in regionale Impf-Statistiken nicht immer die Quote aus den Arztpraxen ein.<br>\nDiese Zahl lie&szlig; vor drei Tagen aufhorchen: Die Impfbereitschaft der &uuml;ber 18-J&auml;hrigen hat in Deutschland mit 82 Prozent einen H&ouml;chstwert seit Beginn der Pandemie erreicht, wie BR24 aufgrund einer neuen Umfrage melden konnte. Die Zahl der bereits vollst&auml;ndig Geimpften &uuml;ber 18 Jahre liegt laut Robert-Koch-Institut inzwischen &uuml;ber 75 Prozent &ndash; mit einer Unsicherheit bis maximal 80 Prozent.<br>\nTrotzdem sind wir hierzulande noch weit von den 80 Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung entfernt, ab der die meisten Wissenschaftler von einer sogenannten Herdenimmunit&auml;t gegen das Coronavirus ausgehen (aktueller Stand der vollst&auml;ndig Geimpften: 65 Prozent). Denn der Bev&ouml;lkerungsanteil der unter 18-J&auml;hrigen (der bei der Umfrage nicht ber&uuml;cksichtigt ist) liegt bei 16,5 Prozent. Und erst wenige in dieser Altersgruppe sind geimpft. F&uuml;r die unter 12-J&auml;hrigen ist noch kein Corona-Impfstoff zugelassen. Die von Covid-19 Genesenen machen etwas &uuml;ber 3 Prozent aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/trotz-ende-kostenloser-corona-tests-kein-run-auf-impfungen,SlB3mY9\">BR 24<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Impfdebatte: Wider das st&auml;ndige Sch&uuml;ren von Hass<\/strong><br>\nDem t&uuml;rkisen Arbeitsminister Martin Kocher ist da wahrlich der ganz gro&szlig;e PR-Coup gelungen, als er verf&uuml;gt hat, dass Arbeitslosen und Mindestsicherungsbeziehern knallhart ihr Geld gestrichen werden soll, wenn sie ungeimpft sind und deswegen eine Stelle nicht annehmen k&ouml;nnen. Auf eine geniale Weise hat er damit das ohnehin schon zur Gen&uuml;ge allgemein vorhandene Ressentiment gegen die Langzeitarbeitslosen mit dem katastrophalen Image des &bdquo;Impfverweigerers&ldquo; verkn&uuml;pft und dadurch das ultimative Feindbild erschaffen: Denn was ist denn schlimmer als einer, der arbeitslos und ungeimpft auch noch ist!<br>\nHierbei handelt es sich um ein sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r, wie ein Politiker die aufgeheizte Stimmung in der Pandemie missbraucht, um f&uuml;r seine eigenen Anliegen Kapital herauszuschlagen, die mit Corona gar nichts zu tun haben. Corona dient ihm nur als Vorwand, um ein neoliberales Programm durchzusetzen, aus dem er schon bei seinem Amtsantritt kein Geheimnis gemacht hat: weniger Arbeitslosengeld, weniger Pensionen und l&auml;ngeres Arbeiten, Steuersenkung f&uuml;r Konzerne, Arbeiten am Sonntag.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000129938584\/impfdebatte-wider-das-staendige-schueren-von-hass\">der Standard<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kein Freedom Day: Hat die Bundesregierung das Volk get&auml;uscht? <\/strong><br>\nWas wusste die Regierung &uuml;ber die tats&auml;chliche Impfquote? Der Verdacht steht im Raum, dass die in Wahrheit hohe Quote wegen des Wahlkampfes ignoriert wurde.<br>\nDas Pikante: Schon im August vor der Bundestagswahl hat es Presseberichte gegeben, die auf eine h&ouml;here Impfquote hingewiesen haben. Die Bild-Zeitung nimmt diesen Umstand zum Anlass, um in einem Bericht danach zu fragen, ob die Bev&ouml;lkerung angesichts des Wahlkampfs bewusst get&auml;uscht worden sei. In einem Text von Lydia Rosenfelder, Julus B&ouml;hm und Albert Link hei&szlig;t es: &bdquo;WARUM also &auml;ndert die Bundesregierung ihre seit Langem kritisierte Corona-Politik erst jetzt, zehn Tage NACH der Wahl? WARUM zuvor diese Arroganz gegen&uuml;ber Kritikern der Lockdown-Politik?&ldquo; Sp&auml;ter hei&szlig;t es: &bdquo;Der Verdacht liegt nahe: Die Regierung k&ouml;nnte VOR der Wahl bewusst darauf verzichtet haben, die Kehrtwende einzuleiten, weil sie sonst ihre Panikmache selbst entlarvt h&auml;tte.&ldquo;<br>\nAuch in der Opposition wird dieser Verdacht gesch&uuml;rt und nahegelegt, dass die Bundesregierung die entspannte Corona-Lage verheimlichen wollte, um nicht den Verdacht bei W&auml;hlern zu hinterlassen, man habe im Sommer Panik betrieben und die pandemische Gefahr &uuml;bersch&auml;tzt. Wollte die Bundesregierung mit Absicht nicht Entwarnung geben? Gr&uuml;nen-Politiker Dieter Janecek wird mit den Worten zitiert: &bdquo;Aufgrund der polarisierten Debatte in Deutschland hat man sich das vor der Wahl offensichtlich nicht getraut.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wochenende\/kein-freedom-day-hat-die-bundesregierung-das-volk-getaeuscht-li.187601\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Regierung hat &ldquo;Ma&szlig; verloren: &ldquo;Warnschuss f&uuml;r S&ouml;der: Deshalb waren Bayerns Ausgangssperren unrechtm&auml;&szlig;ig<\/strong><br>\nDas Urteil ging im Koalitions-Poker unter &ndash; dabei ist es eine deutliche Korrektur der Politik, f&uuml;r die sich CSU-Chef S&ouml;der als Hardliner feiert. FOCUS Online liegt das Urteil vor. Es zeigt ein bedenkliches Rechtsverst&auml;ndnis der bayerischen Landesregierung. [&hellip;]<br>\nDie bayerische Landesregierung argumentierte unter anderem, die Ausgangsbeschr&auml;nkung sei alternativlos gewesen, um das Infektionsgeschehen durch die Reduzierung von sozialen Kontakten zu beeinflussen. &ldquo;Angesichts des dramatischen Infektionsgeschehens und der Gefahr f&uuml;r die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen sowie die Gefahr des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems, habe der Schutz des Lebens einer gro&szlig;en Anzahl von Personen deutlich schwerer gewogen als die Ausgangsbeschr&auml;nkung bei Nichtvorliegen triftiger Gr&uuml;nde&rdquo;, zitiert das Urteil die Argumentation der Landesregierung.<br>\nDer Verwaltungsgerichtshof folgte dieser Auffassung nicht. Zum einen sei die Ausgangsbeschr&auml;nkung schon formal unwirksam gewesen, weil sie erst mit Wirkung vom 7. April 2020 ordnungsgem&auml;&szlig; bekannt gemacht worden sei. Aber auch inhaltlich folgte das Gericht weitgehend den Argumenten des Kl&auml;gers. Die bayerische Landesregierung habe gegen das &ldquo;&Uuml;berma&szlig;verbot aus h&ouml;herrangigem Recht&rdquo; versto&szlig;en. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Wenn die Nachteile einer Ma&szlig;nahme (in diesem Fall die Ausgangssperre) in keinem Verh&auml;ltnis zum beabsichtigten Erfolg stehen (in diesem Fall die Reduzierung der Ansteckungen), dann darf der Staat diese Ma&szlig;nahme nicht anordnen.<br>\nDie Richter betonen, dass die Corona-Pandemie nicht mit einer normalen Grippewelle vergleichbar sei und die Gef&auml;hrlichkeit des Erregers der Exekutive prinzipiell einen gro&szlig;en Spielraum bei ihren Ma&szlig;nahmen lasse. Es sei auch nicht zu erkennen, dass der Gesetzgeber &ndash; gest&uuml;tzt auf die fachliche Einsch&auml;tzung des RKI &ndash; diesen Spielraum &uuml;berschritten habe. Dann aber schr&auml;nkt das Gericht ein: &ldquo;Eine dogmatische Herleitung dieses Einsch&auml;tzungsspielraums fand dort jedoch aufgrund der Natur des einstweiligen Rechtsschutzes &uuml;berwiegend nicht statt. In der Regel wurde pauschal auf die staatliche Pflicht verwiesen, Leben und Gesundheit zu sch&uuml;tzen (Art. 2 Abs. 2 GG).&rdquo; Die Landesregierung habe die triftigen Gr&uuml;nde, die zum Verlassen der eigenen Wohnung berechtigten, &ldquo;so eng gefasst, dass die Norm im Ergebnis gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot verst&ouml;&szlig;t&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/regierung-hat-mass-verloren-rechtsstaat-gegen-soeder-1-0-deshalb-waren-die-ausgangssperren-unrechtmaessig_id_24312815.html\">Focus Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Urteil zu Corona-Ausgangsbeschr&auml;nkungen: Bayerns Landesregierung k&uuml;ndigt Revision an<\/strong><br>\nBayerns Staatsregierung will das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) zu den Corona-Ausgangsbeschr&auml;nkungen nicht akzeptieren. &bdquo;Wir sind davon &uuml;berzeugt, dass die Ausgangsbeschr&auml;nkungen Ende M&auml;rz bis Anfang April 2020 zum Wohl und zur Sicherheit der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger Bayerns in der ersten Welle der Pandemie ein wirksames und richtiges Mittel waren&ldquo;, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in M&uuml;nchen. Daher gehe man jetzt in Revision &ndash; zust&auml;ndig ist dann das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/urteil-zu-corona-ausgangsbeschraenkungen-bayerns-landesregierung-kuendigt-revision-an-UR3JZ6UM5IQVN777QQLYSTGG54.html\">RND<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Spahn und Wieler lassen regierungstreue Faktenchecker im Regen stehen<\/strong><br>\nBis zum 6. Oktober 2021 wurde jeder, der Corona und Grippe im selben Satz sagte, als Corona-Verharmloser oder Corona-Leugner diskreditiert. Denn Covid-19 ist so viel schlimmer als Grippe, dass die beiden nicht verglichen werden k&ouml;nnen, lautete das einzig zul&auml;ssige Narrativ. Am 6. Oktober hat sich das ge&auml;ndert. Seither ist Grippe-Verharmloser, wer behauptet, Grippe sei viel weniger gef&auml;hrlich als Covid. [&hellip;]<br>\nDie Faktenchecker und staatstragenden Journalisten m&uuml;ssen also umlernen: Ab jetzt ist es Geschwurbel, Fake News oder sch&auml;dliches Narrativ wenn jemand meint, die Grippe sei viel weniger schlimm als Covid. Denn das dient ab jetzt dazu, Ma&szlig;nahmen gegen Grippe zu diskreditieren, die sich an die Corona-Ma&szlig;nahmen anlehnen.<br>\nDie offizielle Argumentationsabfolge war also so:\n<ul>\n<li>Covid-19 ist viel schlimmer als alles, was wir kennen, insbesondere auch als die Grippe, daher sind maximal eingreifende Ma&szlig;nahmen n&ouml;tig.<\/li>\n<li>Nachdem alle sich daran gew&ouml;hnt haben: Die Grippe ist &auml;hnlich schlimm wie Covid-19. Daher sind auch gegen sie drastische Ma&szlig;nahmen erforderlich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Regierungs- und Beh&ouml;rdenvertretern und ihren treuen Vasallen unter Faktencheckern und Journalisten werden ihre fr&uuml;heren Behauptungen immer &ouml;fter zu Fallstricken, in denen sie sich fortlaufend verheddern und dabei ein immer kl&auml;glicheres Bild abgeben. Fr&uuml;her h&auml;tte man gesagt, &bdquo;das versandet&ldquo; oder &bdquo;der Leser hat kein Archiv.&ldquo; Aber diese Zeit ist vorbei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/medienversagen\/spahn-wieler-faktenchecker\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&ldquo;Ich musste oft Frauen allein im Krei&szlig;saal lassen&rdquo;<\/strong><br>\nDie Hebamme Coline S&eacute;nac, 32, streikt in Berlin f&uuml;r bessere Arbeitsbedingungen &ndash; und l&auml;sst sich nicht vorwerfen, damit Menschenleben in Gefahr zu bringen. Im Gegenteil.<br>\nZu wenig Personal, zu viel Stress. Seit vier Wochen streiken in Berlin die Pflegekr&auml;fte der landeseigenen Krankenh&auml;user des Vivantes-Konzerns. Die Hebamme Coline S&eacute;nac ist dabei &ndash; gleichzeitig &uuml;bernimmt sie an ihrer Klinik im S&uuml;den Berlins weiter Dienste, um Frauen eine sichere Geburt zu erm&ouml;glichen. Hier erz&auml;hlt sie, wie sich Arbeitskampf anf&uuml;hlt, wenn man nicht einfach mit der Arbeit aufh&ouml;ren kann.<br>\n&ldquo;Damit mich niemand falsch versteht: Ich liebe meinen Job und wusste, worauf ich mich einlasse. Ich habe an der Hochschule Osnabr&uuml;ck Hebammenwissenschaft studiert und mir wurde schon in der Ausbildung klargemacht, dass es ein harter Beruf ist, nur f&uuml;r Menschen mit Durchhalteverm&ouml;gen. Man sollte mit Schichtdienst klarkommen, tr&auml;gt viel Verantwortung und muss in gef&auml;hrlichen Situationen Ruhe bewahren k&ouml;nnen. Das alles k&ouml;nnen wir Hebammen. Aber nach mittlerweile sechs Jahren Berufserfahrung in Krankenh&auml;usern in Osnabr&uuml;ck und Berlin erlebe ich, dass die &Uuml;berlastung eine Dimension erreicht hat, die f&uuml;r meine Kolleginnen und mich nicht mehr stemmbar ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2021-10\/hebamme-arbeitsbedingungen-klinikstreik-berlin-coline-senac-lebensgefahr\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Polen: Auf dem Weg zum EU-Exit?<\/strong><br>\nRegierungsnahe Verfassungsrichter in Warschau bescheren Br&uuml;ssel die n&auml;chste gro&szlig;e Krise<br>\nPolnische Verfassungsrichter urteilten, dass grunds&auml;tzliche Teile des EU-Rechts mit der Verfassung des souver&auml;nen Staates Polen unvereinbar sind (Tagesschau). Das wird als Kampfansage an die EU gewertet. Darin sind sich die meisten Kommentatoren einig.<br>\nMit dem Urteil des polnischen Verfassungsgerichts, das den Vorrang des nationalen, polnischen Rechts proklamiere, werde der &ldquo;Polexit&rdquo; geprobt &ndash; EU-Beobachter Eric Bonse steht mit dieser Auffassung nicht allein. Die Sache geht ans Eingemachte der EU, die verbalen Reaktionen sind scharf, die Folgen weitreichend, aber noch nicht absehbar; als sicher gilt, dass die Antwort aus Br&uuml;ssel deutlich ausfallen muss, berichtet der Spiegel. Als wahrscheinliche Option wird erw&auml;hnt, dass EU-Zahlungen an Wahrschau eingefroren werden. Wie kalt und hart wird es werden?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Polen-Auf-dem-Weg-zum-EU-Exit-6212890.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Weltraum, die Macht und der Krieg (I)<\/strong><br>\nMit Pl&auml;nen f&uuml;r einen mobilen Raketenstartplatz in der Nordsee sowie f&uuml;r den Aufbau eines satellitengest&uuml;tzten schnellen Internets bem&uuml;hen sich die deutsche Wirtschaft und Regierungsberater um die Positionierung der EU als globale Weltraummacht. Auf Initiative mehrerer Unternehmen und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ist im September der Bau einer Schiffsplattform eingeleitet worden, die von der Nordsee aus Raketen abschie&szlig;en kann, um Kleinsatelliten ins All zu bringen. Der BDI sieht das als &ldquo;Chance zum Aufbau einer integrierten Kleinsatelliten-Wertsch&ouml;pfungskette &lsquo;Made in Germany'&rdquo;. Dabei gelten Kleinsatelliten nicht nur als profitabler High-Tech-Zukunftsmarkt, sondern auch als strategischer Machtfaktor. So schl&auml;gt die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) vor, eine EU-Alternative zum US-Projekt Starlink zu entwickeln; Starlink soll mit Hilfe tausender erdnah stationierter Kleinsatelliten schnelles Internet weltweit verf&uuml;gbar machen, was der SWP zufolge &ldquo;umfassend Einfluss auf die globalen Informationsstr&ouml;me&rdquo; und gewaltige Macht bringt. Die strategische Nutzung des Alls geht mit umfassender Militarisierung des Weltraums einher.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8728\/\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Afghanistan und &sbquo;Great Power Interventionism&lsquo; als Selbstverteidigung<\/strong><br>\nWir sind immer noch dabei, die Ergebnisse von 20 Jahren westlicher milit&auml;rischer und humanit&auml;rer Pr&auml;senz in Afghanistan und eines herzlosen und chaotischen Abzugs zu bewerten. W&auml;hrend Juristen die Menschenrechtsverpflichtungen gegen&uuml;ber den in gro&szlig;er Gefahr Zur&uuml;ckgelassenen er&ouml;rtern und &uuml;ber die Beziehungen zur neuen Taliban-gef&uuml;hrten Regierung nachdenken, beinhalten viele politische Kommentare zum Ende der Milit&auml;roperationen ein erhebliches Ma&szlig; an westlicher Gewissenserforschung: Sind unsere Werte in anderen Teilen der Welt noch attraktiv? Sind wir vielleicht zu schwach, um sie erfolgreich zu exportieren?<br>\nDiese selbstbezogenen Debatten k&ouml;nnen nicht nur dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass der Krieg in Afghanistan seit dem 11. September 2001 mindestens 172.000 Menschen, darunter 47.000 Zivilisten, das Leben gekostet hat, sondern auch, dass er mit erheblichem rechtlichem Nihilismus einherging. Denn mit der US-Intervention im Jahr 2001 und der konzeptionellen Identifizierung des &bdquo;islamistischen Terrorismus&ldquo; als das absolute B&ouml;se, das es zu vernichten gilt, wurden zentrale rechtliche Unterscheidungen verwischt; etwa die zwischen unilateraler  milit&auml;rischer Vergeltung und Selbstverteidigung, internationaler Strafverfolgung von Terroristen und internationalem bewaffnetem Konflikt, fairem Gerichtsverfahren und willk&uuml;rlichen Hinrichtungen durch Drohnenangriffe sowie die Unterscheidung zwischen Inhaftierung verurteilter Straft&auml;ter und endloser  Haft in Folterlagern (z.B. Guantanamo). In diesem kurzen Beitrag werde ich mich nur mit einer dieser Rechtsfragen befassen, n&auml;mlich mit den Auswirkungen der US-gef&uuml;hrten Intervention in Afghanistan im Jahr 2001 auf den Begriff der Selbstverteidigung.<br>\nMein Hauptargument ist, dass die Neuinterpretation von Art. 51 UN-Charta durch die USA im Zusammenhang mit dem so genannten &bdquo;war on terror&ldquo; ein Versuch war (und immer noch einer ist), neue Rechtfertigungen f&uuml;r alte Formen des Gro&szlig;machtinterventionismus einzuf&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/os1-interventionism-de\/\">Jochen von Bernstorff in Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bundesnachrichtendienst spitzelt mit Pegasus<\/strong><br>\nDeutsche Sicherheitsbeh&ouml;rden nutzen die umstrittene Spionagesoftware Pegasus offenbar umfangreicher als bisher bekannt. Neben dem Bundeskriminalamt soll auch der BND die umstrittene Technologie einsetzen, wie Recherchen von NDR, WDR, SZ und &ldquo;Zeit&rdquo; ergeben.<br>\nMit der Software des israelischen Herstellers NSO Group kann s&auml;mtliche Handykommunikation einer Zielperson, egal ob verschl&uuml;sselt oder nicht, abgeh&ouml;rt und mitgelesen werden. Eine internationale Recherche, welche die Non-Profit-Organisation &ldquo;Forbidden Stories&rdquo; koordiniert hatte und an der NDR, WDR, &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; und die &ldquo;Zeit&rdquo; beteiligt waren, hatte im Juli enth&uuml;llt, wie Pegasus von Geheimdiensten und Polizeibeh&ouml;rden weltweit systematisch missbraucht wird, um Journalistinnen und Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle auszuforschen.<br>\nDie Firma NSO erkl&auml;rte damals, ihre Technologie nur an &uuml;berpr&uuml;fte staatliche Stellen zu verkaufen. Und zwar ausschlie&szlig;lich zum Zweck der Terrorismus- und Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung. Gerade erst kam ein britisches Gericht dagegen zu dem Schluss, dass der Emir von Dubai die Software gegen seine Ex-Frau und ihre Anw&auml;lte eingesetzt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/spionagesoftware-nso-bka-107.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hauptzeuge des FBI gegen Julian Assange in Island inhaftiert<\/strong><br>\nSigurdur Thordarson, der wichtigste Zeuge des FBI gegen WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange, wurde in Island in Untersuchungshaft genommen. Der ber&uuml;chtigte mutma&szlig;liche Hacker und verurteilte P&auml;dophile kam in das Hochsicherheitsgef&auml;ngnis Litla-Hraun. Thordarson gab k&uuml;rzlich zu, dass alle seine Aussagen gegen Assange gelogen waren. (&hellip;)<br>\nWie sich bisher herausgestellt hat, wurde er von den US-Beh&ouml;rden angeworben, um den Fall gegen den WikiLeaks-Gr&uuml;nder aufzubauen. Thordarson hat jedoch vor Kurzem in einem Interview zugegeben, dass er Aussagen gef&auml;lscht hat, die Assange belasten. Dank dieser Zusammenarbeit gew&auml;hrte ihm das FBI Immunit&auml;t. Der inzwischen inhaftierte Mann hatte sich 2010 freiwillig gemeldet, um Spenden f&uuml;r WikiLeaks zu sammeln. Wie sp&auml;ter bekannt wurde, hat er mehr als 50.000 Dollar von der Organisation veruntreut.<br>\nSeine Rolle bei der Strafverfolgung von Julian Assange in den USA ist von entscheidender Bedeutung. Das US-Justizministerium betrachtet ihn als Kronzeugen und teilte dies der britischen Justiz mit, als sie um seine Auslieferung bat. Kristinn Hrafnsson, Chefredakteur von WikiLeaks, ist der Ansicht, dass das Verfahren gegen Assange eingestellt werden sollte und das Vereinigte K&ouml;nigreich ihn angesichts der j&uuml;ngsten Enth&uuml;llungen &ldquo;unter keinen Umst&auml;nden&rdquo; ausliefern darf.<br>\n&ldquo;Der Hauptzeuge in der US-Anklage gegen ihn sitzt wegen Seriendelikten im Gef&auml;ngnis, dieselbe Person, die vor einigen Wochen in Interviews best&auml;tigt hat, dass die Elemente der Anklage gegen Julian, in der er der einzige Zeuge war, frei erfunden sind&rdquo;, sagte er.<br>\nDie US-Justiz will Assange in den Vereinigten Staaten wegen Spionagevorw&uuml;rfen den Prozess machen. Ihm drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Eine Richterin in London hatte das Auslieferungsbegehren im Januar jedoch mit Blick auf Assanges angegriffene psychische Gesundheit und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA abgelehnt. Gegen diese Entscheidung legte die US-Staatsanwaltschaft Berufung ein. Das Hauptverfahren soll voraussichtlich am 27. und 28. Oktober stattfinden.<br>\nDerweil hatte der ehemalige CIA-Direktor und Au&szlig;enminister der Trump-Administration, Mike Pompeo, die strafrechtliche Verfolgung von Quellen gefordert, die f&uuml;r eine Geschichte mit Medien gesprochen haben, in der es um Vorschl&auml;ge des Geheimdienstes im Jahr 2017 ging,  Assange zu entf&uuml;hren, sowie um Diskussionen innerhalb der Trump-Regierung und der CIA, ihn m&ouml;glicherweise sogar zu ermorden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/125413-zum-schutz-vor-weiteren-verbrechen\/\">RT DE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben sich mehrfach mit der Situation von Julian Assange befasst. Bitte lesen Sie dazu z.B. auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76516\">Julian Assange bald in Freiheit oder ein neuerlicher Schachzug seiner Gegner?<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75305\">Der Fall von Kabul und der Fall Assange<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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