{"id":76874,"date":"2021-10-11T09:05:20","date_gmt":"2021-10-11T07:05:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76874"},"modified":"2021-10-11T10:22:33","modified_gmt":"2021-10-11T08:22:33","slug":"nobelpreisnominierung-als-kampfmittel-fuer-die-idee-der-wahrheit-joe-biden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76874","title":{"rendered":"Nobelpreisnominierung als Kampfmittel \u201ef\u00fcr die Idee der Wahrheit\u201c (Joe Biden)?"},"content":{"rendered":"<p>Am 8. Oktober wurde dem Chefredakteur der oppositionellen russischen Novaja Gaseta, Dmitri Muratow, und der philippinischen Journalistin Maria Ressa der Friedensnobelpreis verliehen. Muratow hat angek&uuml;ndigt, dass man einen Teil des Preisgeldes an schwerkranke Kinder, ein Moskauer Altenheim und an unabh&auml;ngige Medien geben werde. Der Kreml reagierte auf die j&uuml;ngste Preisverleihung h&ouml;flich-diplomatisch. Aber von bekannten russischen Journalisten gab es auch Spott und Kritik. In der Sowjetunion und in Russland zeichnete das Nobel-Komitee bis heute nur Hoffnungstr&auml;ger des Westens aus, Andrej Sacharow, Michail Gorbatschow und jetzt Dmitri Muratow. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>, Moskau.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie dazu auch: Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76851\">&bdquo;Der Friedensnobelpreis als Treibsatz zum Feindbildaufbau&ldquo;<\/a> <\/em><\/p><p>Wie eine Sprecherin des norwegischen Nobel-Komitees erkl&auml;rte, bekamen Dmitri Muratow und die philippinische Journalistin Maria Ressa den mit 987.000 Euro dotierten Friedensnobelpreis in diesem Jahr &bdquo;f&uuml;r ihre Erfolge bei der Sicherung der Meinungsfreiheit, welche eine Vorbedingung f&uuml;r die Demokratie und dauerhaften Frieden ist&ldquo;. <\/p><p>Wie kann man diese &Auml;u&szlig;erung interpretieren? Dass von einem Russland in seinem jetzigen Zustand eine Kriegsgefahr ausgeht, die durch Journalisten wie Muratow verringert werden kann? Dass Staaten, die sich nicht an dem westlichen Demokratie-Modell orientieren, Nachhilfe brauchen, indem Oppositionelle als Vorbilder aufs Schild gehoben werden?<\/p><p>Dass ausgerechnet der Chefredakteur der russischen Zeitung Novaja Gaseta als erstem B&uuml;rger des nachsowjetischen Russland der Nobelpreis verliehen wurde, l&ouml;st bei mir widerspr&uuml;chliche Gef&uuml;hle aus. Warum wird ausgerechnet dem 59 Jahre alten Muratow diese Ehre zuteil? Weil seine Zeitung, die sich auf Korruption in den h&ouml;heren Machtetagen, Machtmissbrauch in den Sicherheitsorganen und Faschisten-Umtriebe spezialisiert hat, acht ermordete Mitarbeiter zu beklagen hat? Was ist mit den Tausenden anderen Oppositionellen und engagierten B&uuml;rgern und B&uuml;rgerinnen, die vielleicht nicht alle erkl&auml;rte Putin-Gegner sind, aber auf ihre Weise f&uuml;r die Demokratisierung der russischen Gesellschaft k&auml;mpfen?<\/p><p>Warum w&auml;hlt das norwegische Nobel-Komitee in Russland als Preistr&auml;ger nur Dissidenten, Oppositionelle und Hoffnungstr&auml;ger des Westens aus wie den Physiker Andrej Sacharow 1975, Michail Gorbatschow 1990 und jetzt Muratow? Soll eine Preisverleihung in einem Staat, der von westlichen Medien als &bdquo;unfrei&ldquo; und &bdquo;undemokratisch&ldquo; bezeichnet wird, etwas im Sinne des Westens bewegen? Ist diese Hoffnung im heutigen Russland, das sich in einem Kalten Krieg mit dem Westen befindet, realistisch?<\/p><p><strong>Reaktionen in Russland<\/strong><\/p><p>Die Reaktionen in Russland auf die Preisverleihung schwankten zwischen freundlich-diplomatisch bis sp&ouml;ttisch und schroffem Widerspruch. <\/p><p>Der russische Fernsehkanal Pervi berichtete fast neutral &uuml;ber die Preisverleihung. Muratow sei &bdquo;der dritte Preistr&auml;ger des Friedensnobelpreises unseres Landes&ldquo;, hie&szlig; es in einer verlesenen Meldung. Die Pervi-Nachrichtensprecherin erw&auml;hnte dann aber, dass die in diesem Jahr ebenfalls ausgezeichnete philippinische Journalistin Maria Ressa eine Zeit lang &bdquo;das Korrespondentenb&uuml;ro von CNN in Manila leitete&ldquo;, womit auch die Person Muratow in ein ung&uuml;nstiges Licht fiel.<\/p><p>Der Sprecher des russischen Pr&auml;sidenten, Dmitri Peskow, &auml;u&szlig;erte sich wohlwollend zu der Preisverleihung an den russischen Journalisten. &bdquo;Wir k&ouml;nnen Dmitri Muratow gratulieren. Er arbeitet folgerichtig gem&auml;&szlig; seinen Idealen, er ist seinen Idealen treu. Er ist talentiert, er ist mutig. Das ist nat&uuml;rlich eine hohe Bewertung. Wir gratulieren ihm.&ldquo;<\/p><p>Einen sarkastischen Unterton <a href=\"https:\/\/twitter.com\/m_simonyan\">schlug<\/a> die Chefredakteurin von RT, Margarita Simonjan, an. Sie twitterte, &bdquo;ich wei&szlig; genau, dass Muratow pers&ouml;nlich aktiv und leidenschaftlich kranken Kindern hilft, und es w&auml;re mir angenehm, zu denken, dass man ihm den Preis daf&uuml;r gegeben hat und nicht wie &uuml;blich. Gl&uuml;ckwunsch!&ldquo; Mit &bdquo;wie &uuml;blich&ldquo; ist wohl gemeint, dass der Westen versucht, ihm nicht genehme Systeme durch Nobelpreisnominierungen von Oppositionellen unter Druck zu setzen. <\/p><p>Noch kritischer &auml;u&szlig;erte sich der scharfz&uuml;ngige russische Fernsehmoderator Jewgeni Kiseljow. &bdquo;Der Friedensnobelpreis ist eine der umstrittensten Ernennungen des Nobel-Komitees. Solche Entscheidungen entwerten den Preis, man kann sich nur noch schwer an ihm orientieren.&ldquo;<\/p><p>US-Pr&auml;sident Biden war dagegen <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/briefing-room\/statements-releases\/2021\/10\/08\/statement-by-president-joe-biden-congratulating-nobel-peace-prize-winners\/\">voll des Lobes<\/a> &uuml;ber die Entscheidung des Nobel-Komitees. &bdquo;Ressa, Muratov und Journalisten wie sie auf der ganzen Welt stehen an vorderster Front im globalen Kampf f&uuml;r die Idee der Wahrheit.&ldquo;<\/p><p><strong>Welche Folgen hat der Preis f&uuml;r Journalisten in Russland?<\/strong><\/p><p>Die ARD-Korrespondentin Ina Ruck behauptete, der Preis f&uuml;r Muratow sei &bdquo;ein Signal f&uuml;r die Journalisten in Russland&ldquo;. Offenbar hofft Frau Ruck, dass die russischen Beh&ouml;rden jetzt gegen&uuml;ber Journalisten, die Geld aus dem Ausland bekommen oder sich mit aggressiven T&ouml;nen westlicher Politiker gegen&uuml;ber Russland gemein machen, von nun an besser behandelt und nicht mehr als &bdquo;ausl&auml;ndische Agenten&ldquo; bezeichnet werden. Aber auf westliche Methoden des Drucks und der Einflussnahme hat der Kreml unter Putin noch nie reagiert. Und es gibt keine Hinweise darauf, dass es nach dieser Preisverleihung nun anders wird. <\/p><p>Russland ist keine Diktatur, auch gibt es zahlreiche oppositionelle Zeitungen und YouTube-Kan&auml;le sowie einen von Gasprom finanzierten kritischen Radio-Sender &bdquo;Echo Moskau&ldquo; und den oppositionellen TV-Kabelkanal &bdquo;Doschd&ldquo;. <\/p><p>Allerdings hat in den letzten Jahren der Druck auf kritische Journalisten zugenommen. Die Zerschlagung der Oppositions-Strukturen von Aleksej Navalny und die zunehmende Zahl russischer Journalisten, die von den Beh&ouml;rden als &bdquo;ausl&auml;ndische Agenten&ldquo; (begr&uuml;ndet wird das mit Geldbezug aus dem Ausland) bezeichnet wurden, r&uuml;tteln am offenen Meinungsaustausch. Es ist nun eher m&ouml;glich, in den Verdacht zu kommen, man sei &bdquo;ausl&auml;ndischer Agent&ldquo;. Und manch einer wird vorsichtiger bei dem, was er schreibt und sagt.<\/p><p><strong>Der Westen interessiert sich nur f&uuml;r Hardcore-Liberale<\/strong><\/p><p>Unter russischen Liberalen &ndash; zu denen Muratow zweifellos geh&ouml;rt &ndash; gibt es eine noch aus der Sowjetzeit herr&uuml;hrende Traditionslinie, den Kreml aller Abscheulichkeiten zu beschuldigen, &uuml;ber Menschenrechtsverletzungen im Westen aber zu schweigen oder diese kleinzureden. Diese Linie wird von einem gro&szlig;en Teil der deutschen Medien seit 2014 unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Wer in Russland f&uuml;r soziale und Menschenrechte eintritt oder linke Positionen vertritt, wird von den Politikern der deutschen Regierungsparteien und den gro&szlig;en deutschen Medien nicht beachtet (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69118\">Was die Bundesregierung zu Repressionen gegen russische Linke sagt.<\/a>) Kritische Russen, die nicht st&auml;ndig betonen, dass Putin ein Verbrecher und an allen &Uuml;beln im Land schuld ist, werden von den gro&szlig;en deutschen Medien nicht zur Kenntnis genommen oder bel&auml;chelt. <\/p><p>Millionen Russen, die Putin w&auml;hlten, weil sie einfach keine Alternative sehen, werden so zu einer unkenntlichen Masse gemacht, die angeblich &bdquo;manipuliert&ldquo; und &bdquo;von Putins Polizisten ver&auml;ngstigt sind&ldquo;.<\/p><p><strong>Einseitiger Blick auf Tschetschenien<\/strong><\/p><p>Die Novaja Gaseta sieht sich als Speerspitze der Demokratie. Sie ver&ouml;ffentlicht zweimal w&ouml;chentlich Reportagen und Enth&uuml;llungen &uuml;ber korrupte Staatsbeamte und Macht&uuml;berschreitungen in russischen Gef&auml;ngnissen und sonstigen staatlichen Institutionen. Das sind sicherlich wichtige Artikel. Es gibt aber auch andere Zeitungen, die solche Artikel bringen. <\/p><p>Die Nowaja Gaseta wurde 1993 von Journalisten gegr&uuml;ndet, die zuvor f&uuml;r die regierungsnahe &bdquo;Komsomolskaja Prawda&ldquo; arbeiteten. Michail Gorbatschow finanzierte von den Mitteln seines Nobelpreises die ersten acht Computer f&uuml;r die Nowaja Gaseta.<\/p><p>Ein Schwerpunkt-Thema der Nowaja Gaseta war immer Tschetschenien. Zwei Tschetschenien-Reporter der Nowaja Gaseta &ndash; Anna Politkowskaja und Natalja Estemirowa &ndash; wurden von Unbekannten ermordet. Diese Taten sind bis heute nicht vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rt. <\/p><p>Wie sehr man sich im Westen f&uuml;r Tschetschenien interessierte, bekam ich pers&ouml;nlich zu erfahren. Anfang der 2000er Jahre sprach mich nach einer Veranstaltung in der Deutschen Botschaft der Menschenrechtsbeauftragte der CDU freundlich an und zeigte sich interessiert an meinen Kriegs-Reportagen aus Tschetschenien. <\/p><p>Ich hatte ein mulmiges Gef&uuml;hl. Von Bundestagsabgeordneten war ich bis dahin nie angesprochen worden. Warum gerade im Fall Tschetschenien? Der Menschenrechtsbeauftragte von der CDU wollte sich wieder mit mir in Verbindung setzen, aber ich habe nie wieder etwas von ihm geh&ouml;rt. <\/p><p><strong>Das stille Kalk&uuml;l<\/strong><\/p><p>Dass arabische Extremisten in den russischen Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan auftauchten, war f&uuml;r deutsche Medien kein gro&szlig;es Thema. Dass Russland in den 1990er Jahren ein sehr schwacher Staat war, der vom Zerfall bedroht wurde, sahen viele westliche Politiker mit heimlichem Wohlgefallen. Ein schwaches Russland l&auml;sst sich wirtschaftlich besser ausbeuten als ein starkes, so offenbar das stille Kalk&uuml;l. <\/p><p>Die deutschen Medien machten aus Anna Politkowskaja, die aus Tschetschenien &uuml;ber Kriegsgr&auml;uel russischer Soldaten und Folter russlandfreundlicher Tschetschenen berichtete, eine Heldin. <\/p><p>Auch ich berichtete als Korrespondent &uuml;ber Kriegsgr&auml;uel russischer Soldaten, die bei S&auml;uberungsaktionen in tschetschenischen D&ouml;rfern Unschuldige erschossen oder mitnahmen. Ich berichtete aber auch &uuml;ber Kriegsgr&auml;uel von Tschetschenen, die jungen russischen Soldaten schon mal die K&ouml;pfe abschnitten. <\/p><p>Ich hatte die stille Hoffnung, Russland w&uuml;rde mit dem tschetschenischen Pr&auml;sidenten Aslan Maschadow doch noch verhandeln, so wie Boris Jelzin es 1997 <a href=\"https:\/\/www.gazeta.ru\/social\/2017\/05\/12\/10669619.shtml\">getan hatte<\/a>. Aber je l&auml;nger der Tschetschenien-Krieg dauerte, desto unpopul&auml;rer und unrealistischer wurden solche Verhandlungen in der russischen Bev&ouml;lkerung. <\/p><p>Nachdem Tschetschenen &ndash; aus Protest gegen die Bombardierung von tschetschenischen D&ouml;rfern &ndash; ein russisches Krankenhaus besetzt hatten, radikale Tschetschenen in Moskauer U-Bahn-Stationen Bomben z&uuml;ndeten und ein Musical-Theater besetzten, sank das Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Forderungen der Tschetschenen auf fast Null. <\/p><p>Verhandeln mit Separatisten w&auml;re nach Meinung von Wladimir Putin und ma&szlig;geblichen russischen Politikern und Milit&auml;rs ein Einknicken vor Separatisten gewesen. Doch nicht nur das: In der damaligen chaotischen Zeit um die Jahrtausendwende h&auml;tte ein Nachgeben gegen&uuml;ber tschetschenischen Separatisten und Terroristen Aufl&ouml;sungstendenzen in Russland gef&ouml;rdert, meinte man im Kreml. Da ist wohl Wahres dran. <\/p><p><strong>Tschetschenien-Krieg als Ablenkungsman&ouml;ver f&uuml;r anti-sozialen Raubzug<\/strong><\/p><p>Bis heute sehe ich in dem Krieg in Tschetschenien, den ich als Reporter &uuml;ber viele Jahre aus eigenem Erleben kenne, eine gro&szlig;e Trag&ouml;die, die sich mit einer klugen Politik des Kremls h&auml;tte verhindern lassen. Und ich neige zu der Auffassung, dass der erste Tschetschenienkrieg 1994 von der damals westlich orientierten Kreml-F&uuml;hrung fahrl&auml;ssig herbeigef&uuml;hrt wurde. Dieser Krieg, der nicht nur zehntausende Tschetschenen das Leben kostete, sondern auch das Leben tausender russischer Soldaten, war f&uuml;r die in den 1990er Jahren im Kreml den Ton angebenden westlich orientierten Liberalen und die russischen Oligarchen, die auf oft krummen Wegen zu Reichtum gekommen waren, ein optimales Ablenkungs-Thema von der sozialen Katastrophe in Russland. <\/p><p>Zu den gr&ouml;&szlig;ten Sorgen der russischen M&uuml;tter kam nach den Betriebsschlie&szlig;ungen und ausbleibenden Lohn- und Rentenzahlungen in den 1990ern nun die Angst, dass der eigene Sohn zum Einsatz nach Tschetschenien geschickt wird. So kam es, dass in der russischen Bev&ouml;lkerung in den 1990er Jahren nicht die Oligarchen als b&ouml;se Buben galten, sondern die Tschetschenen, die russische Soldaten t&ouml;teten.<\/p><p><strong>Gespr&auml;ch mit Anna Politkowskaja<\/strong><\/p><p>Im Juli 2003 interviewte ich Anna Politkowskaja, die f&uuml;r die Nowaja Gaseta viele Reportagen aus Tschetschenien schrieb. Sie war radikal in ihren Ansichten. Dass sich Tschetscheninnen aus Rache an brutalen S&auml;uberungsaktionen russischer Soldaten in U-Bahn-Stationen in die Luft sprengen, sei die Folge eines gnadenlosen Krieges des russischen Milit&auml;rs, erkl&auml;rte Politkowskaja. Dem Westen warf sie &bdquo;doppelte Standards&ldquo; vor, weil er die Meinung, &bdquo;in Tschetschenien findet ein V&ouml;lkermord statt&ldquo;, nicht teile. Politkowskaja sagte mir damals ins Mikrofon: &bdquo;In Europa will man sich mit Putin nicht zerstreiten. Putin ist zweifellos Organisator des Genozids.&ldquo; <\/p><p>Ich frage mich, was Politkowskaja heute sagen w&uuml;rde, wo der Krieg in Tschetschenien lange zu Ende ist, die zerst&ouml;rte tschetschenische Hauptstadt Grosny wieder aufgebaut und Putin immer noch an der Macht ist. <\/p><p>War der Traum von der tschetschenischen Unabh&auml;ngigkeit, der von Politkowskaja unterst&uuml;tzt und in den westlichen Medien in den 1990er und 2000er Jahren auf allen Kan&auml;len bejubelt wurde, nicht v&ouml;llig unrealistisch? H&auml;tten Journalisten nicht mehr Zur&uuml;ckhaltung &uuml;ben m&uuml;ssen, anstatt den Unabh&auml;ngigkeitsk&auml;mpf der Tschetschenen indirekt zu befeuern? Auch stellt sich die Frage, warum haben die russischen Liberalen den tschetschenischen Traum von der Unabh&auml;ngigkeit propagandistisch unterst&uuml;tzt? Weil ihnen Russland zu m&auml;chtig war?<\/p><p>Titelbild: Pe3k\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/c72a5c0a0ca54c8c885013ba69f7f75a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. Oktober wurde dem Chefredakteur der oppositionellen russischen Novaja Gaseta, Dmitri Muratow, und der philippinischen Journalistin Maria Ressa der Friedensnobelpreis verliehen. Muratow hat angek&uuml;ndigt, dass man einen Teil des Preisgeldes an schwerkranke Kinder, ein Moskauer Altenheim und an unabh&auml;ngige Medien geben werde. Der Kreml reagierte auf die j&uuml;ngste Preisverleihung h&ouml;flich-diplomatisch. 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