{"id":7688,"date":"2010-12-10T09:05:28","date_gmt":"2010-12-10T08:05:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7688"},"modified":"2010-12-10T14:22:22","modified_gmt":"2010-12-10T13:22:22","slug":"hinweise-des-tages-1284","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7688","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: &rdquo; Paul Kirchhof gegen EU-Transferzahlungen; The Lonely Fight of Monetary Dogmatist Axel Weber; Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Lohnplus; Behinderung ist nicht modern; Die Bimbesrepublik; N&auml;chstes Milliardengeschenk f&uuml;r Unternehmen; Das Ende von bauer druck k&ouml;ln; Deutsche Telekom: Au&szlig;en- versus Innendarstellung; Kreditkartenfirmen: Ku-Klux-Klan ja, Wikileaks nein; Euthanasie: Wir haben geschwiegen!; Druck aus Peking. (KR)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">&ldquo;Wir m&uuml;ssen den Euro stabilisieren&rdquo; &ndash; Paul Kirchhof gegen EU-Transferzahlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Row Over ECB Handling of Euro Crisis : The Lonely Fight of Monetary Dogmatist Axel Weber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Das Kapital: Die Konjunkturlokomotive Europas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Lucas Zeise: Die Zweifel der Euro-Schuldner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Lohnplus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Behinderung ist nicht modern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Bimbesrepublik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">N&auml;chstes Milliardengeschenk f&uuml;r Unternehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Das Ende von bauer druck k&ouml;ln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Deutsche Telekom: Au&szlig;en- versus Innendarstellung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Sicherungsverwahrung: Im neuen Gef&auml;ngnis ist es zu eng<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Opposition nutzt Debatte um Grotel&uuml;schen f&uuml;r Forderung nach Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&Auml;rzte verdienen pr&auml;chtig an Zusatzleistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Kreditkartenfirmen: Ku-Klux-Klan ja, Wikileaks nein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Euthanasie: Wir haben geschwiegen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Migrantenkinder im Pisa-Test: Aufholjagd der Abgeh&auml;ngten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Britische Studenten liefern sich Handgemenge mit der Polizei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">&Auml;rzte in Tschechien: K&uuml;ndigungswelle &ndash; Ab nach Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">EU r&uuml;gt tschechischen Penistest an Asylbewerbern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Druck aus Peking<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Ein B&uuml;rgerrechtler in China<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7688&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&ldquo;Wir m&uuml;ssen den Euro stabilisieren&rdquo; &ndash; Paul Kirchhof gegen EU-Transferzahlungen<\/strong><br>\nPaul Kirchhof im Gespr&auml;ch mit J&uuml;rgen Liminski.<br>\nDie EU sei auf dem Weg zu einer Transferunion, &ldquo;obwohl der Unionsvertrag diesen Weg nicht vorgibt&rdquo;, meint der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof und warnt gleichzeitig vor einer europ&auml;ischen Finanz- und Wirtschaftsregierung.<br>\n&ldquo;Europa brennt!&rdquo;, so &uuml;berschreibt der Spiegel diese Woche seine Titelgeschichte, und j&uuml;ngst hatte die Wirtschaftswoche auf ihrer ersten Seite eine Totenanzeige auf den Euro pr&auml;sentiert, auch in den Wirtschaftsredaktionen der gro&szlig;en Tageszeitungen w&auml;chst sp&uuml;rbar die Skepsis &uuml;ber die Gemeinschaftsw&auml;hrung. Aber gibt es &uuml;berhaupt eine Alternative? F&uuml;r die Politik ist offenbar keine zu sehen. Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble ist sogar bereit, &uuml;ber eine weitgehende Europ&auml;isierung der nationalen Finanzpolitik innerhalb der Eurozone zu verhandeln und das Budgetrecht des Deutschen Bundestags an die EU abzutreten. Sind wir &uuml;ber die W&auml;hrungsunion auf dem Weg in den europ&auml;ischen Bundesstaat? Gibt es eine Alternative zu den Schulden? Zu diesen und anderen Fragen begr&uuml;&szlig;e ich Professor Paul Kirchhof, den fr&uuml;heren Bundesverfassungsrichter und heutigen Direktor des Instituts f&uuml;r Finanz- und Steuerrecht der Universit&auml;t Heidelberg. Guten Morgen, Herr Kirchhof.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1337312\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Unterst&uuml;tzers G.G.:<\/strong> Kirchhof sagt allen Ernstes (und ohne Widerspruch durch den Interviewer), &ldquo;die &uuml;berh&ouml;hte Staatsverschuldung ist der Kern des &Uuml;bels. (&hellip;) Wenn wir uns mal einen Moment vorstellen, wir h&auml;tten diese europaverbindlichen Normen beachtet &ndash; wir h&auml;tten fast keine Finanzkrise. Also man muss in dieser Situation schon dar&uuml;ber nachdenken, dass der Schutz des Rechts in seiner Verbindlichkeit ein Schutz gegen Fehlentwicklungen und insbesondere gegen &ouml;konomische Torheit ist.&rdquo;<br>\nWie ignorant darf &ldquo;der Professer aus Heidelberg&rdquo; (Gerhard Schr&ouml;der), der mal Finanzminister werden sollte, eigentlich sein &ndash; ohne wegen erwiesener Inkompetenz ausgelacht zu werden, wenn er nicht nur kein Wort &uuml;ber die Ursachen, den Anstieg der Staatsverschuldung infolge der Bankenkrise, verliert, sondern neoliberales Geschw&auml;tz in Reinkultur auch noch mit moralischem Impetus kr&ouml;nt: &ldquo;Wir m&uuml;ssen die Staatsaufgaben &uuml;berpr&uuml;fen, alle. Wir m&uuml;ssen den B&uuml;rger der Erwartung entw&ouml;hnen, er k&ouml;nnte alle seine Finanzprobleme durch Griff in die Staatskasse l&ouml;sen. Wir haben gegenw&auml;rtig die Entwicklung, dass die Menschen hoffen, vom Staat Geld zu bekommen. Sie verdichten diese Hoffnung zu einem Rechtsanspruch. Sie setzen diesen Rechtsanspruch notfalls mithilfe der Gerichte durch. Gleichzeitig fl&uuml;stern ihnen die Parteien und Verb&auml;nde ein, es k&ouml;nnte mehr sein, der Anspruch k&ouml;nnte h&ouml;her sein. Dann haben die B&uuml;rger ihr Geld vom Staat bekommen und sind trotzdem unzufrieden, weil es ja mehr sein k&ouml;nnte. Dieses System entsolidarisiert, dieses System nimmt dem Staatsvolk die gemeinsame Mitte des Staatsverst&auml;ndnisses als eines schlanken Staates, der vor allem Recht gibt, also dem B&uuml;rger im Gesetz seine Rechte gibt, aber weniger Geld gibt. Wir m&uuml;ssen diesen aufgebl&auml;hten Staat, diese Bereitschaft, &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse zu leben, zulasten unserer Kinder, stoppen und nicht Rettungsschirme aufbauen, die dieses zu viel, dieses &Uuml;berma&szlig;, dieses Leben &uuml;ber die gegenw&auml;rtig m&ouml;glichen Verh&auml;ltnisse f&ouml;rdern und weiter voranschreiten lassen.&rdquo; Das muss man wirklich Satz f&uuml;r Satz &ldquo;genie&szlig;en&rdquo;. Unfassbar! Und der DLF-&ldquo;Interviewer&rdquo; bedankt sich artig f&uuml;r den Monolog.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Row Over ECB Handling of Euro Crisis : The Lonely Fight of Monetary Dogmatist Axel Weber<\/strong><br>\nThe head of the German central bank, Axel Weber, is openly critical of the way the European Central Bank has handled the euro&rsquo;s debt woes. He is fighting to uphold purist monetary principles that are untenable in the current crisis. His chances of succeeding Jean-Claude Trichet as ECB chief are waning as a result.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/international\/germany\/0,1518,druck-733052,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung GG:<\/strong> Dazu passt das <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2706749,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Verdikt von Helmut Schmidt<\/a> &bdquo;Im tiefsten Herzen sind die Bundesbanker Reaktion&auml;re. Sie sind gegen die europ&auml;ische Integration &hellip; Sie denken nicht wirklich liberal. Sie neigen dazu, zu sehr nach nationalen Interessen zu agieren und zu reagieren, und haben die strategische Notwendigkeit der europ&auml;ischen Integration nicht verstanden.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Das Kapital: Die Konjunkturlokomotive Europas<\/strong><br>\nEin kleiner, selbstredend unvollst&auml;ndiger Zwischenstand zur Inlandsnachfrage in Deutschland, auf die inzwischen ganz Europa hofft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-die-konjunkturlokomotive-europas\/50203426.html?mode=print#\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Die Zweifel der Euro-Schuldner<\/strong><br>\nDas Interesse der Staaten an der Gemeinschaftsw&auml;hrung ist nicht mehr so selbstverst&auml;ndlich wie einst. Nun ist kontrollierter Schuldenschnitt n&ouml;tig &ndash; sonst wird die Union keinen Bestand haben.<br>\nDer Rettungsfonds reicht nicht, um die W&auml;hrungsunion zu erhalten. Er stellt lediglich eine Fristverl&auml;ngerung zur Bew&auml;ltigung der tiefen Krise dar. Diese Erkenntnis der Bundesregierung stammt aus dem Mai dieses Jahres, als es um Griechenland ging. Sie ist eine ihrer wenigen richtigen Stellungnahmen zum Thema. Nun ist die Frist mit dem Fall Irland zum zweiten und sicher nicht letzten Mal verl&auml;ngert worden. Der Plan, die Konditionen der Staatsanleihen ab 2013 zu &auml;ndern, um den Kanzlerin und Finanzminister so viel Wind machen, kann nicht ernsthaft als Versuch gelten, diese Krise in den Griff zu bekommen. Also stellt sich unver&auml;ndert die Frage, ob und wie die Euro-W&auml;hrungsunion Bestand haben kann. [&hellip;]<br>\nZur Rettung der W&auml;hrungsunion reichen &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfen nicht aus. Ein Schuldenschnitt f&uuml;r die &uuml;berschuldeten Staaten ist unvermeidlich. Er muss allerdings kontrolliert ablaufen und f&uuml;r die betroffenen L&auml;nder ertr&auml;glich sein. Damit die W&auml;hrungsunion attraktiv bleibt, sollten die Mittel des Rettungsfonds verwendet werden, um die Boykottperiode der Anleger so lange zu &uuml;berbr&uuml;cken, bis der Staat wieder kapitalmarktf&auml;hig wird.<br>\nDer Anleihemarkt rechnet ohnehin mit einer solchen Umschuldungsaktion. Damit ist auch ein gro&szlig;er Teil ihrer negativen Wirkungen bereits vorweggenommen. Ist der Schuldenschnitt getan, f&auml;ngt die Reform des Euro erst an. Ohne eine Koordination der Wirtschaftspolitik mit dem Ziel, die Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Euro-Zone abzubauen, hat der Euro keine Zukunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-zeise-die-zweifel-der-euro-schuldner\/50202692.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Lohnplus<\/strong><br>\nEntwickelt sich&nbsp;Deutschland zum Paradies f&uuml;r Arbeitgeber? L&ouml;hne und Geh&auml;lter sind in&nbsp;den&nbsp;vergangenen zehn Jahren&nbsp;deutlich langsamer gestiegen als im Rest Europas. Grund daf&uuml;r ist auch der steigende Anteil von Besch&auml;ftigten in prek&auml;ren Jobverh&auml;ltnissen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,733724,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Woran es wohl liegen mag, dass es so viele prek&auml;re Jobs gibt &ndash; danach fragt der SPIEGEL nicht. Kein Wunder, geh&ouml;rte er doch selbst lange zu den Einpeitschern der Prekarisierungspolitik, siehe z.B. dieser NDS-Artikel von 2004: <a href=\"?p=279\">&ldquo;Sei r&uuml;de, sei ehrlich, mach es schnell&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Behinderung ist nicht modern<\/strong><br>\nDie Neuregelung der Hartz IV-Regels&auml;tze wird behinderte Menschen benachteiligen. Das ist nicht &uuml;berraschend: das ist nur konsequent! Das Sozialgesetzbuch II fragt eben nicht in erster Linie nach Bed&uuml;rfnissen und individuellen Lebenssituationen, es interessiert sich wenig f&uuml;r die jeweilige Lebenswirklichkeit der Hilfebed&uuml;rftigen, sondern es stellt in erster Linie die bestm&ouml;gliche Verwurstbarkeit des Transferbeziehers in den Mittelpunkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/12\/behinderung-ist-nicht-modern.html\">Ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Bimbesrepublik<\/strong><br>\nPeinlich, peinlich: Der FDP steht schon wieder eine h&auml;&szlig;liche Parteispendenaff&auml;re ins Haus. Diesmal geht es um die Deutsche Verm&ouml;gensberatung (DVAG) und satte Zuwendungen an die Freidemokraten im zeitlichen Umfeld einer Gesetzesinitiative zum Anlegerschutz. Die vorerst letzte von drei Gro&szlig;spenden innerhalb weniger Monate bescherten der Finanzvertrieb und dessen Tochter Allfinanz den Liberalen am 9. November. 60000 Euro gingen dabei auf dem FDP-Konto ein, zuvor waren es 65000 Euro im August und 75000 Euro im Juli. Formal erfolgten die Zahlungen ganz legal. Auff&auml;llig ist nur, da&szlig; im fraglichen Zeitraum die von der Koalition gro&szlig;angek&uuml;ndigte &raquo;Qualit&auml;tsoffensive Verbraucherfinanzen&laquo; zu einer&ndash; wie die SPD meint&ndash; &raquo;bedingungslosen Kapitulation vor den Anbietern von Finanzprodukten geschrumpft&laquo; ist. Summen in &auml;hnlicher Gr&ouml;&szlig;enordnung flossen an die CDU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/12-10\/032.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>N&auml;chstes Milliardengeschenk f&uuml;r Unternehmen<\/strong><br>\nDer Koalitionsausschuss mit den Spitzen von Union und FDP hat am Donnerstagabend einen 41-Punkte-Plan mit Steuervereinfachungen beschlossen. Die B&uuml;rger sollen insgesamt um rund 590 Millionen Euro entlastet werden. Nach Angaben des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) profitiert allerdings etwa die H&auml;lfte der Arbeitnehmer von der Steuerentlastung &uuml;berhaupt nicht.<br>\nWie die &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; berichtete, sollen dar&uuml;ber hinaus die Unternehmen durch eine Vereinfachung des Steuerrechts um mehr als viereinhalb Milliarden Euro entlastet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/10\/0,3672,8168714,00.html\">ZDF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Ende von bauer druck k&ouml;ln<\/strong><br>\nEr z&auml;hlt zu den reichsten Leuten der Republik. Das Verm&ouml;gen des Verlegers Heinz Bauer wird aktuell auf etwa vier Milliarden Euro gesch&auml;tzt. Diesen Reichtum haben Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in seinen Betrieben erarbeitet. Eine soziale Verpflichtung hat Bauer daraus nicht entwickelt. Die von ihm abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten werden geheuert und gefeuert wie es sein Gewinnstreben erfordert.<br>\nNun hat Heinz Bauer wieder Arbeitspl&auml;tze vernichtet. Sein Tiefdruckbetrieb In K&ouml;ln wird Ende Dezember geschlossen. Rund 350 Besch&auml;ftigte werden in die Arbeitslosigkeit entlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=15939\">NRHZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Deutsche Telekom: Au&szlig;en- versus Innendarstellung<\/strong><br>\nLeser M.G. schrieb uns: &bdquo;W&auml;hrend man in &Ouml;sterreich oder Frankreich schon mal den Personalvorstand austauscht, wenn die Mitarbeiter unter deren Vorgehen leiden, so gibt es f&uuml;r das mitarbeiterfeindliche Verhalten der Telekom in unserem Absurdistan sogar einen Preis:\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsche Telekom erh&auml;lt Gesundheitspreis (11\/2010)<\/strong><br>\nDie Deutsche Telekom wurde in Berlin mit dem &ldquo;Corporate Health Award&rdquo; ausgezeichnet. Das Unternehmen wurde zum Sieger in der Kategorie Dienstleistung\/IT\/Kommunikation gek&uuml;rt. Der Corporate Health Award zeichnet Unternehmen aus, die sich in besonders vorbildhafter Weise f&uuml;r die Gesundheit und Leistungsf&auml;higkeit ihrer Mitarbeiter einsetzen. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales und wird zum zweiten Mal von Handelsblatt, EUPD Research und T&Uuml;V S&Uuml;D Life Services in insgesamt sechs Kategorien verliehen.<br>\nDie Jury versteht die Auszeichnung f&uuml;r die Deutsche Telekom als &ldquo;Anerkennung f&uuml;r die au&szlig;erordentlichen Bem&uuml;hungen&rdquo; des Unternehmens &ldquo;um die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der eigenen Mitarbeiter<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.telekom.com\/dtag\/cms\/content\/dt\/de\/954702?printversion=true\">Telekom<\/a>\n<p><em>Wie l&auml;sst sich das&nbsp;mit&nbsp;ihrem tats&auml;chlichen Vorgehen vereinbaren? Siehe Verdi 11\/2010:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Telekom: Standortschlie&szlig;ung in gro&szlig;em Ma&szlig;stab geplant &ndash; Familienfeindlicher Plan<\/strong><br>\nL&auml;uft alles nach Plan, m&uuml;ssen sich rund 5000 Telekom-Mitarbeiter in den kommenden zwei Jahren auf deutlich l&auml;ngere Fahrtzeiten zur Arbeit oder einen Umzug einstellen. Wieder einmal am st&auml;rksten betroffen sind Teilzeitkr&auml;fte &minus; &uuml;berwiegend Frauen &minus;, Schwerbehinderte und Alleinerziehende. Mit ihrem familienfeindlichen Vorhaben verletzt die Telekom den Grundsatz der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.<br>\nLothar Schr&ouml;der, im ver.di-Bundesvorstand zust&auml;ndig f&uuml;r den Bereich Telekommunikation, h&auml;lt die Telekom f&uuml;r unglaubw&uuml;rdig: &ldquo;Es geht nicht um eine Optimierung der Strukturen, sondern darum, Menschen auf dem kalten Weg der Arbeitsplatzverlagerung aus dem Unternehmen zu dr&auml;ngen.&rdquo; &ndash; Ein Trick mit Methode: Beim vergleichbaren Konflikt um die Callcenter der Telekom-Kundenservicesparte verlie&szlig;en bis heute etwa 1000 Mit&shy;ar&shy;bei&shy;ter\/innen das Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/publik.verdi.de\/2010\/ausgabe-11\/gewerkschaft\/gewerkschaft\/seiten-4-5\/A0\">Verdi<\/a>\n<p><em><strong>Noch einmal Leser M.G.:<\/strong> Da werden unter den Augen des Arbeits- und Finanzministeriums langj&auml;hrige Mitarbeiter aus dem Konzern gedr&auml;ngt.&nbsp;Es&nbsp;ist eher angebracht, von systematischem&nbsp;Bossing unter&nbsp;staatlicher Aufsicht zu sprechen.<br>\nWie sagt Personalvorstand Thomas Sattelberger: &ldquo;Psychosoziale Schieflagen betreffen selten nur den einzelnen Mitarbeiter. Sie k&ouml;nnen gravierende Ursachen wie Auswirkungen in ganzen Teams, ganzen Bereichen haben. Wer da weg schaut, darf sich nicht wundern, wenn das Unternehmen von innen heraus krankt.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Sicherungsverwahrung: Im neuen Gef&auml;ngnis ist es zu eng<\/strong><br>\nDie neuen europ&auml;ischen Regeln zur Unterbringung besonders gef&auml;hrlicher Straft&auml;ter in der Sicherungsverwahrung k&ouml;nnten f&uuml;r Sachsen-Anhalt teuer werden. Justizministerin Angela Kolb (SPD) sagte, die bisherige Unterbringung der Betroffenen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Th&uuml;ringen in der neuen Haftanstalt Burg (Jerichower Land) stehe in Frage. Die Anstalt k&ouml;nne nicht so umgebaut werden, wie es n&ouml;tig w&auml;re, um die Haftr&auml;ume den neuen Anforderungen anzupassen.<br>\nIn diesem Zusammenhang &auml;u&szlig;erte sich die Justizministerin grunds&auml;tzlich kritisch zum Bau- und Betreibermodell des Burger Gef&auml;ngnisses. Zwar k&uuml;mmere sich der Betreiber um alle technischen Probleme, jede &Auml;nderung im Betrieb der Anstalt m&uuml;sse aber Bestandteil des umfangreichen Vertrages mit dem Betreiber sein oder neu ausverhandelt werden. Die Anstaltsleitung sei damit &uuml;berfordert, man habe deshalb einen Mitarbeiter im Justizministerium abstellen m&uuml;ssen, der sich um diese Detailfragen k&uuml;mmert. Aus diesem Grund w&uuml;rde sie &ldquo;ein weiteres PPP-Modell im Strafvollzug eher verneinen&rdquo;, so Kolb.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/servlet\/ContentServer?pagename=ksta\/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1291791149351&amp;openMenu=987490165154&amp;calledPageId=987490165154&amp;listid=994342720546\">Mageburger Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Private machen alles besser, schneller, effizienter und g&uuml;nstiger, wurde uns jahrelang erz&auml;hlt. Doch wie z.B. beim Neubau der A1 stellt sich nun auch in diesem Fall heraus, dass PPP die in der Praxis fast immer notwendigen &Auml;nderungen erschwert und verteuert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Opposition nutzt Debatte um Grotel&uuml;schen f&uuml;r Forderung nach Mindestlohn<\/strong><br>\nDie Opposition im nieders&auml;chsischen Landtag hat die Debatte um m&ouml;gliches Lohndumping im Umfeld von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotel&uuml;schen (CDU) am Mittwoch erneut zur Forderung nach Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns genutzt.<br>\nHintergrund der Debatte sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen eine Putenschlachterei aus Wildeshausen wegen des Verdachts der illegalen Arbeitnehmer-&Uuml;berlassung. Die vom Ehemann der Landwirtschaftsministerin gef&uuml;hrte Mastputen-Br&uuml;terei Ahlhorn ist an dem Schlachtbetrieb beteiligt. Grotel&uuml;schen hatte die Zahlung von f&uuml;nf Euro Lohn pro Stunde anschlie&szlig;end in einem Fernsehinterview in Ausnahmef&auml;llen als &ldquo;akzeptabel&rdquo; bezeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nachrichten.t-online.de\/opposition-nutzt-debatte-um-grotelueschen-fuer-forderung-nach-mindestlohn\/id_43675334\/index\">T-online-Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Siehe dazu auch die letzten Minuten <a href=\"?p=7636#h07\">dieser Panorama-Sendung<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&Auml;rzte verdienen pr&auml;chtig an Zusatzleistungen<\/strong><br>\nDas Gesch&auml;ft mit Extra-Behandlungen wie Ultraschall beschert &Auml;rzten hohe Einnahmen. Laut AOK bieten sie diese deshalb auch eifrig an.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article11469146\/Aerzte-verdienen-praechtig-an-Zusatzleistungen.html?print=true#reqdrucken\">Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wido.de\/fileadmin\/wido\/downloads\/pdf_pressemitteilungen\/wido_pm_widomonitor_1210.pdf\">Wissenschaftliches Institut der AOK [PDF &ndash; 125 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Bei Sozialstaatsreformen gibt es immer jemanden, der an K&uuml;rzungen verdient.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Der WELT-Artikel ist arg kurz. Der Text des Wissenschaftlichen Instituts der AOK lohnt einen Blick.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kreditkartenfirmen: Ku-Klux-Klan ja, Wikileaks nein<\/strong><br>\nVisa und Mastercard sperren seit Tagen alle Spenden an Wikileaks, radikale Organisationen d&uuml;rfen weiter mit den Diensten der Unternehmen rechnen. Jetzt liefert Wikileaks neue Munition: Die USA sollen Lobbyarbeit geleistet haben &ndash; f&uuml;r Visa und Mastercard.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/kreditkartenfirmen-lieber-ku-klux-klan-als-wikileaks-1.1033641\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Der umformulierte Werbeslogan spricht f&uuml;r sich. &ldquo;Pressefreiheit ist unbezahlbar, f&uuml;r alles andere gibt es Mastercard.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Euthanasie: Wir haben geschwiegen!<\/strong><br>\nDeutsche Psychiater haben w&auml;hrend des &bdquo;Dritten Reichs&ldquo; aktiv die Sterilisierung und T&ouml;tung von psychisch Kranken und k&ouml;rperlich Behinderten betrieben. Das wurde lange Zeit beschwiegen. Jetzt endlich ist das Schuldbekenntnis erfolgt.<br>\n&bdquo;Im Namen der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde bitte ich Sie, die Opfer und deren Angeh&ouml;rige, um Verzeihung f&uuml;r das Leid und Unrecht, das ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiaterinnen und Psychiatern angetan wurde, und f&uuml;r das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verd&auml;ngen der deutschen Psychiatrie in der Zeit danach.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~EA788AD5CEDA04A148E68808CF927BD1F~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Migrantenkinder im Pisa-Test: Aufholjagd der Abgeh&auml;ngten<\/strong><br>\nSelten ist &uuml;ber gehobenes Mittelma&szlig; so viel gejubelt worden wie bei der Verk&uuml;ndung der j&uuml;ngsten Pisa-Ergebnisse: Mit Begriffen wie &ldquo;in die erste Liga aufgestiegen&rdquo;, &ldquo;richtigen Weg eingeschlagen&rdquo;, &ldquo;Hausaufgaben gemacht&rdquo;, &ldquo;der Bildungsrepublik ein ganzes St&uuml;ck n&auml;her gekommen&rdquo; wurde das Abschneiden der deutschen Sch&uuml;ler kommentiert. Wirklich bemerkenswert aber sind die Riesenspr&uuml;nge der sozial benachteiligten Sch&uuml;ler &ndash; vor allem jener aus Zuwandererfamilien. Zumal diese Gruppe gr&ouml;&szlig;er geworden ist: Bei der ersten Pisa-Runde stammte gerade mal bei 22 Prozent der Teilnehmer mindestens ein Elternteil aus dem Ausland, diesmal haben bereits 26 Prozent einen Migrationshintergrund. Gut anderthalb Schuljahre (64 Pisa-Punkte) hinkten Zuwandererkinder noch bei Pisa 2000 in puncto Lesen hinterher. Jetzt ist der R&uuml;ckstand auf ein Jahr zusammengeschmolzen (44 Punkte). Noch gr&ouml;&szlig;er sind die Spr&uuml;nge der Kinder, deren Eltern beide im Ausland geboren sind: Sie holten fast ein ganzes Schuljahr auf. Sie schneiden zwar noch immer um 56 Punkte schlechter ab als gleichaltrige Einheimische, vor zehn Jahren allerdings betrug der Abstand noch 84 Punkte. Wie aber konnte diese Aufholjagd gelingen? &ldquo;Die Ursachen der positiven Entwicklung kann Pisa nicht identifizieren&rdquo;, sagt Pisa-Forscher Eckhard Klieme.<br>\nBereits im Sommer hatte eine Studie mit dem g&auml;ngigen Vorurteil aufger&auml;umt, dass t&uuml;rkische Eltern Bildung weniger sch&auml;tzen: Bei gleicher Leistung und sozialer Herkunft wechseln t&uuml;rkische Kinder demnach sogar h&auml;ufiger auf die Realschule oder das Gymnasium als deutsche. F&uuml;r Sch&uuml;ler mit vietnamesischen Wurzeln gilt das ohnehin &ndash; sie fallen mit besonders guten Leistungen auf und wechseln nach der Grundschule deutlich h&auml;ufiger als ihre deutschen Mitsch&uuml;ler aufs Gymnasium. Auch die Lernfreude von Einwandererkindern ist oft h&ouml;her, das zeigt eine Studie des Jenaer Bildungsforschers Carsten Rohlfs. &ldquo;Sch&uuml;ler mit Migrationshintergrund scheinen im geringeren Ma&szlig;e resigniert zu haben als andere Jugendliche, die sich weit h&auml;ufiger unter Druck gesetzt f&uuml;hlen&rdquo;, sagt er. Die Pisa-Forscher best&auml;tigen jetzt, dass sich die Lesekompetenz der t&uuml;rkischst&auml;mmigen Jugendlichen verbessert hat, wenn auch nur geringf&uuml;gig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,733328,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ist das nun f&uuml;r Sarrazin -Anh&auml;nger eine gute oder eine schlechte Nachricht? Freuen sich nun, dass Deutschland durch seinen Migrationshintergrund doch nicht abgeschafft wird oder trauern sie &uuml;ber die allm&auml;hliche Abschaffung ihres Feindbildes?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Britische Studenten liefern sich Handgemenge mit der Polizei<\/strong><br>\nHunderte von britischen Studenten habe am Donnerstagnachmittag versucht, das Unterhaus zu st&uuml;rmen. Ihr Protest richtet sich gegen die drastische Erh&ouml;hung der Studiengeb&uuml;hren. Die Studenten waren Teil der inzwischen dritten Gro&szlig;demonstration gegen die drastische Erh&ouml;hung der Studiengeb&uuml;hren; sch&auml;tzungsweise 30.000 Studenten waren auf die Stra&szlig;e gegangen. Die Polizei hatte gewarnt, Anarchisten k&ouml;nnten die Demonstration unterlaufen. Im Unterhaus wurde das Gesetz am Abend mit einer Mehrheit von 21 Stimmen verabschiedet. Auch mehrere Abgeordnete der konservativ-liberalen Koalition verweigerten ihre Zustimmung. Die Studenten drau&szlig;en k&uuml;ndigten weiteren Widerstand an: &bdquo;Wir werden die Abstimmung vielleicht verlieren, aber dieser Kampf wird nach Weihnachten weitergehen und wir werden ihn gewinnen&ldquo;, warnte der Pr&auml;sident der Studentengewekschaft NUS, Aaron Porter. Er erinnerte an die &bdquo;Poll Tax&ldquo;-Krawalle 1989, die ebenfalls zur R&uuml;cknahme einer Politik f&uuml;hrten, die im Parlament bereits beschlossen worden war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/britische-studenten-liefern-sich-handgemenge-mit-der-polizei\/3596410.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&Auml;rzte in Tschechien: K&uuml;ndigungswelle &ndash; Ab nach Deutschland<\/strong><br>\nAn den Krankenh&auml;usern in Tschechien hat am Montag eine Welle von K&uuml;ndigungen eingesetzt, die das Gesundheitswesen des Landes und damit auch die Patienten in gro&szlig;e Bedr&auml;ngnis bringen k&ouml;nnte. Hunderte vorwiegend junge &Auml;rzte erkl&auml;rten, sie wollten ihren Dienst quittieren. Sie folgten damit einem Aufruf ihrer Gewerkschaft, der Tschechischen &Auml;rzte-Union, die mit den Massenk&uuml;ndigungen eine massive Erh&ouml;hung der Geh&auml;lter durchsetzen will. Unter dem Motto &ldquo;Danke, wir gehen&rdquo; drohen die &Auml;rzte, nach Deutschland und in andere westeurop&auml;ische L&auml;nder abzuwandern, wo sie wesentlich besser bezahlt werden.<br>\nDer Vorgang erregt bereits seit Monaten in Tschechien und anderen mittel- und osteurop&auml;ischen Staaten gro&szlig;es Aufsehen, weil dort ein Massenexodus einheimischer &Auml;rzte und Krankenschwestern im Gange ist. Sie werden von westlichen Krankenh&auml;usern und Instituten umworben und mit h&ouml;heren Geh&auml;ltern sowie angenehmeren Arbeitsbedingungen gelockt. Erst vor vier Wochen fand in Prag eine Jobmesse statt, bei der sich 32 Kliniken aus Deutschland und eine aus &Ouml;sterreich pr&auml;sentierten. Sie boten den mehr als 5000 tschechischen &Auml;rzten, die die Veranstaltung besuchten, Monatsgeh&auml;lter zwischen 3700 und 4500 Euro an. Das ist etwa das Doppelte dessen, was heute im tschechischen Gesundheitswesen bezahlt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/aerzte-in-tschechien-kuendigungswelle-ab-nach-deutschland-1.1029862\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Aktion der Tschechischen &Auml;rzte-Union hat mehrere Aspekte. Zun&auml;chst geht es um das Sparpaket der konservativ-liberalen Koalitionsregierung, welches f&uuml;r die Besch&auml;ftigten des &Ouml;ffentlichen Dienstes  Einkommensk&uuml;rzungen um zehn Prozent vorsieht. Auch wenn die Besch&auml;ftigten des Gesundheitswesens bis jetzt davon ausgenommen sind, die Einkommenssituation der Tschechische &Auml;rzte ist miserabel. Die Angaben zum Einkommen der tschechische &Auml;rzte ist im obengenannten Bericht sind missverst&auml;ndlich. Ein ausgebildeter Facharzt verdient ohne &Uuml;berstunden 800 &euro;, das ist weniger als der tschechische Durchschnittslohn (950 &euro;). Eigentlich geht es darum, dass die in den Zugang zum EU-Binnenmarkt erhofften Effekte nicht eingetreten sind. Osteuropa hat zu Kerneuropa keineswegs aufgeschlossen und ist weiterhin extrem abh&auml;ngig von der Konjunktur Westeuropas, wie z.B. der Einbruch der Industrieproduktion Tschechiens um 14 Prozent in 2009 zeigt. Nach Berechnungen des Wiener Instituts f&uuml;r Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) w&uuml;rden unter den osteurop&auml;ischen L&auml;ndern gerade mal Slowenien und die Slowakei im Jahre 2030 beim BIP- pro-Kopf-Einkommen den  EU-27-Durchschnitt (nicht Kerneuropas) erreichen &ndash; unter der sehr heroischen Annahme einer 50 Prozent h&ouml;heren Wachstumsrate als die EU-27. Hinzukommt, dass Osteuropa als verl&auml;ngerte Werkbank Westeuropas mehr Facharbeiter ben&ouml;tigt als &ldquo;Studierte&rdquo;, was u.a. auch die Einkommenssituation von &Auml;rzten und anderen Akademikern erkl&auml;rt.<br>\nEin weiterer Aspekt ist der weltweite Krieg der Talente, in dem es die Industriel&auml;nder kaum k&uuml;mmert, dass sie mit ihren Lockangeboten viele Volkswirtschaften ihres Humankapitals berauben. In Tschechien haben im ersten Halbjahr 2010 bereits soviel &Auml;rzte ihre Heimat verlassen wie im gesamten Jahr 2009. In Lettland ist infolge der von der EU und IWF geforderten Sparma&szlig;nahmen das Gesundheitssystem zusammengebrochen. &Auml;rzte und Pflegekr&auml;fte verlassen massenweise das Land. Einmal abgesehen von den Verlusten f&uuml;r diese L&auml;nder, sind selbst dem Kalk&uuml;l des kerneurop&auml;ischen Exportkapitals, in diese L&auml;nder zu expandieren, unter diesen Umst&auml;nden Grenzen gesetzt. Solange die Arbeitskosten in Osteuropa noch weit unter denjenigen Kerneuropas liegen (siehe die j&uuml;ngste &Uuml;bersicht des Statistischen Bundesamts), sind dies f&uuml;r die Nachfrage nach Waren aus der Union schlechte Nachrichten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>EU r&uuml;gt tschechischen Penistest an Asylbewerbern<\/strong><br>\nWer in Tschechien behauptet, wegen Homosexualit&auml;t in seinem Heimatland verfolgt zu werden, musste sich bislang einem merkw&uuml;rdigen Test unterziehen. Den Asylbewerbern wurden heterosexuelle Pornofilme gezeigt &ndash; und dabei wurde ihnen der Blutfluss zum Penis gemessen. Damit sollte nach Angaben der Beh&ouml;rden &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die Asylbewerber in Wahrheit heterosexuell sind. Nun hat die EU Tschechiens Beh&ouml;rden wegen der Penis-Kontrollen kritisiert. Sie seien f&uuml;r die Asylbewerber entw&uuml;rdigend und verstie&szlig;en mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Grundrechtecharta der EU, schrieb die EU-Grundrechteagentur in einem Bericht. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte am Donnerstag, die &ldquo;phallometrischen Tests&rdquo; w&uuml;rden seit Beginn dieses Jahres nicht mehr ausgef&uuml;hrt. Doch das Verfahren scheint noch seine Verteidiger zu finden. Tschechiens Innenminister Radek John sagte noch am Mittwoch im tschechischen Rundfunk, die Asyl-Bewerber m&uuml;ssten den tschechischen Beh&ouml;rden eben &uuml;berzeugend beweisen k&ouml;nnen, dass sie Homosexuelle sind. Andernfalls h&auml;tte der Betroffene keinen Anspruch auf Asyl. Wer sich beklage, &ldquo;soll doch in ein Land gehen, wo diese Tests nicht durchgef&uuml;hrt werden, und dort Asyl beantragen&rdquo;, sagte John.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,733803,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir sollten uns dar&uuml;ber im Klaren sein, dass Osteuropa noch manches von der Alt-EU trennt, was sich nicht durch den Binnenmarkt regelt. W&auml;hrend nach der Wende, Anfang der 90er Jahre, auch unter Homosexuellen eine gewisse Aufbruchsstimmung herrschte, hat sich inzwischen die Situation wieder verschlechtert. Geht die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin an der Mehrheit der dortigen Bev&ouml;lkerung vorbei, d&uuml;rften sich Ausgrenzungstendenzen gegen Homosexuelle u.a. verst&auml;rken. Nicht zu dulden ist seitens der EU, wenn die Politik in diesen L&auml;ndern&nbsp; sich nur formal an die Antidiskriminierungsrichtlinien des EU-Rechts halten. So gab unter der konservativen Regierung in Polen einen Erlass, der Lehrern verbot, Homosexualit&auml;t im Unterricht &uuml;berhaupt nur zu erw&auml;hnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Druck aus Peking<\/strong><br>\nBei der Verleihung des Friedensnobelpreises am kommenden Freitag in Oslo werden zahlreiche Staaten nicht vertreten sein. Wie das norwegische Nobelkomitee am Dienstag bekanntgab, werden neben China 18 weitere L&auml;nder die Zeremonie boykottieren. Peking habe eine aktive Kampagne betrieben, um die Vergabe des Preises f&uuml;r den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo zu untergraben, teilte das Komitee mit. Das Nobelpreiskomitee erkl&auml;rte, dass neben China folgende L&auml;nder nicht bei der Zeremonie dabei sein werden: Russland, Kasachstan, Ukraine, Serbien, Afghanistan, Pakistan, Vietnam, die Philippinen, Iran, Irak, Saudi-Arabien, &Auml;gypten, Sudan, Marokko, Tunesien, Kolumbien, Venezuela und Kuba. Vertreter von 44 Staaten sagten zu, aus Algerien und Sri Lanka gab es keine Reaktion auf die Einladung nach Oslo.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/druck-aus-peking\/3591846.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Unbestritten hat China Druck ausge&uuml;bt, allerdings d&uuml;rfte dieser f&uuml;r die oben genannten L&auml;nder nicht ausschlaggebend gewesen sein. Es sind L&auml;nder, die mit freier und kritischer Meinungs&auml;u&szlig;erung nichts am Hut haben und wahrscheinlich sogar dankbar sind, dass einer der Gro&szlig;en die Preisverleihung als Einflussnahme auf innere Verh&auml;ltnisse verurteilt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Ein B&uuml;rgerrechtler in China<\/strong><br>\nHier stehe ich, ich kann nicht anders. So hat Liu Xiaobo immer gehandelt. Ob das nun richtig war oder nicht. Es geht nicht darum, was Liu Xiaobo alles gesagt hat, was alles fragw&uuml;rdig ist an seinen Schriften und Meinungen. Es geht darum, wof&uuml;r er seit &uuml;ber zwanzig Jahren steht. Nein, das ist nicht haupts&auml;chlich Privatisierung und hat mit links oder rechts wenig zu tun. In seinen Aktionen in China steht Liu Xiaobo f&uuml;r Aufarbeitung ein, f&uuml;r eine schonungslose Aufarbeitung der Zeitgeschichte. F&uuml;r Redefreiheit, Versammlungsfreiheit und andere Grundrechte, die auch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) immer wieder garantiert hat. 1945 und 1948, vor der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik, und in der heute g&uuml;ltigen Verfassung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F12%2F09%2Fa0113&amp;cHash=71823d299b\">TAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. 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