{"id":76935,"date":"2021-10-12T13:30:03","date_gmt":"2021-10-12T11:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76935"},"modified":"2026-01-27T11:40:36","modified_gmt":"2026-01-27T10:40:36","slug":"dennis-kaltwasser-ein-gesinnungsjournalistisches-totalversagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76935","title":{"rendered":"Dennis Kaltwasser: \u201eEin gesinnungsjournalistisches Totalversagen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76755\">einschl&auml;gigen Medienkampagne<\/a> gegen die Aktion #allesaufdentisch l&ouml;schte YouTube nun zwei Videos der Aktion und kassierte daf&uuml;r gestern vom Landgericht K&ouml;ln <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2021\/10\/12\/gericht-loeschung-der-allesaufdentisch-videos-durch-youtube-unzulaessig\/\">einen R&uuml;ffel<\/a>.  &bdquo;Feigheit&ldquo; und &bdquo;Realit&auml;tsverlust&ldquo; sieht der Sprachwissenschaftler <strong>Dennis Kaltwasser<\/strong> in der Pandemie-Berichterstattung der gro&szlig;en Medien. Kaltwasser, der sich an der Aktion <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC3D7t67AEmhyne7Ol2DE6nw\/videos\">#allesaufdentisch<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8AVInw64wmE\">beteiligt<\/a>, beleuchtet im NachDenkSeiten-Interview die tendenzi&ouml;se &bdquo;Berichterstattung&ldquo; in Sachen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76710\">#allesaufdentisch<\/a> und zeigt auf, wie Medien mit Sprache manipulieren.<br>\nVon <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3417\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-76935-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=76935-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211018_Dennis_Kaltwasser_Ein_gesinnungsjournalistisches_Totalversagen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Kaltwasser, Sie haben bei der Aktion <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76755\">#allesaufdentisch<\/a> mitgemacht. <\/strong><br>\n<strong>In Ihrem Video-Interview geht es um Sprache, um Manipulation, auch Medienkritik. <\/strong><br>\n<strong>Mittlerweile haben Medien auf die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76765\">Aktion<\/a> reagiert. <\/strong><br>\n<strong>Was beobachten Sie?<\/strong><\/p><p>Im Grunde muss man leider ganz &uuml;berwiegend ein unbeirrtes Festhalten an dem im M&auml;rz 2020 eingeschlagenen Kurs feststellen. Es gibt mit sehr wenigen Ausnahmen vorwiegend Beitr&auml;ge, die auf die Abwertung der Aktion als Ganzes oder einzelner beteiligter Akteure abzielen. Die Diskussionsverweigerung, die wir mit der Aktion unter anderem ja kritisieren, wird dabei auf groteske Weise gleichzeitig bestritten und demonstriert.<\/p><p><b>W&uuml;rden Sie das bitte konkretisieren? <\/b><\/p><p>Wie bereits am Namen leicht erkennbar, besteht das Ziel der Aktion darin, ein erneutes Gespr&auml;chsangebot zu machen, damit relevante Themen und kritische Perspektiven diskutiert werden k&ouml;nnen, die aus unserer Sicht in der &ouml;ffentlichen Debatte unterrepr&auml;sentiert oder gar nicht vorhanden sind.<\/p><p><b>Viele B&uuml;rger sehen das offensichtlich auch, wie aus den zahlreichen Kommentaren unter den YouTube-Videos ersichtlich wird. <\/b><\/p><p>Die Kommentare zeigen das in der Tat. Anders kann man auch die angeschlossene Petition, die einen <a href=\"https:\/\/allesaufdentisch.tv\/#mitzeichnen\">&bdquo;Runden Tisch&ldquo;<\/a> fordert, eigentlich nicht verstehen. Aber anstatt diese Forderung von mittlerweile immerhin 120 Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und Experten ernstzunehmen und sich auf die inhaltliche Ebene zu begeben, ist zu beobachten, dass Medien auf infantile Weise abwimmeln, psychologisieren und mit den &uuml;blichen Kampfbegriffen hantieren.<\/p><p><b>Haben Sie Beispiele? Welche Beitr&auml;ge sind Ihnen besonders ins Auge gefallen? <\/b><\/p><p>Was zun&auml;chst besonders ins Auge f&auml;llt, ist der identische Aufbau und Wortlaut einer gro&szlig;en Anzahl der Berichte, die sich alle auf eine dpa-Meldung st&uuml;tzen (<a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/medienversagen\/dpa-allesaufdentisch\/\">Norbert H&auml;ring hat den Vorgang im Detail beschrieben<\/a>). Der Grund daf&uuml;r mag darin liegen, dass hier schon reichlich attraktive Munition f&uuml;r ein Abwehrman&ouml;ver mitgeliefert wird. Schon im ersten Satz der Meldung erfahren wir n&auml;mlich, dass die Aktion &bdquo;umstritten&ldquo; ist. Eine beachtliche Leistung: Stabil verf&uuml;gbar waren die 20 Stunden Videomaterial gegen 11:00 Uhr, der Artikel in der <i>Zeit<\/i> erschien um 15:15. In diesen gut vier Stunden wurden also bereits 20 Stunden Videomaterial rezipiert, es wurde gekl&auml;rt, dass diese als umstritten gelten m&uuml;ssen, es wurde ein Experte konsultiert, eine <i>dpa<\/i>-Meldung wurde produziert, ausgeliefert und in einen <i>Zeit<\/i>-Artikel verwandelt und ver&ouml;ffentlicht.<\/p><p><b>Eine interessante Beobachtung. Da hatten die Journalisten der <\/b><i><b>dpa <\/b><\/i><b>sich wohl sehr schnell eine Meinung &bdquo;gebildet&ldquo;. <\/b><\/p><p>So ist es. Da man zu diesem Zeitpunkt in Wirklichkeit &uuml;ber den Inhalt der Videos nat&uuml;rlich gar nichts sagen konnte, erfahren wir stattdessen, dass Volker Bruch zu den Drahtziehern geh&ouml;rt, dass dieser schon an der &bdquo;kontroversen&ldquo; Aktion #allesdichtmachen beteiligt war, dass auf dieser Gruppe der Vorwurf lastet, &bdquo;das Coronavirus zu verharmlosen&ldquo; und dass mehrere Teilnehmer jener Aktion (um die es hier eigentlich gar nicht geht) sich sp&auml;ter &bdquo;distanzierten&ldquo;.<\/p><p><b>Gestatten Sie mir kurz einzuhaken: Einige Teilnehmer der Aktion #allesdichtmachen haben ihre Videos zur&uuml;ckgezogen, das ist bekannt. Aber es gab auch starken Druck. <\/b><\/p><p>Ja, einige wurden gr&uuml;ndlich gemobbt, unter anderem hat man ihnen mit Jobverlust gedroht &ndash; das wird dann aber bei den entsprechenden Berichten &uuml;ber den R&uuml;ckzug der Teilnehmer nicht erw&auml;hnt.<\/p><p>Zur&uuml;ck zur <i>dpa<\/i>-Meldung: Diese kommt nach den er&ouml;ffnenden pers&ouml;nlichen Angriffen zu einem Thema, das auf keinen Fall fehlen darf: Verschw&ouml;rungsideologie. Die <i>dpa<\/i> kennt hier zum Gl&uuml;ck einen echten Experten: Josef Holnburger. Dieser hat 2017 immerhin einen Bachelorabschluss erworben, f&uuml;r die <i>dpa<\/i> gilt er deshalb wohl als waschechter &bdquo;Wissenschaftler&ldquo; &ndash; ganz im Gegensatz zu den banalen &bdquo;Gespr&auml;chspartnern&ldquo; von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72366\">#allesaufdentisch<\/a>, von denen mehrere bereits &bdquo;durch &Auml;u&szlig;erungen aufgefallen&ldquo; sind, die &bdquo;die Gefahr durch das Coronavirus verharmlosen&ldquo; &ndash; genau wie die bereits erw&auml;hnten Halunken von #allesdichtmachen.<\/p><p><b>Da hilft wohl nur noch Ironie. <\/b><\/p><p>Jetzt mal ernsthaft: Holnburger, der sich zwar seit vier Jahren im Masterstudium befindet, aber trotzdem auch nicht mehr als vier Stunden Zeit f&uuml;r das Ansehen der Videos hatte, kommt zu dem Urteil, dass die Aktion ein &bdquo;sch&auml;dliches Narrativ&ldquo; befeuert (sch&auml;dlich f&uuml;r wen oder was?), dass sie &bdquo;wissenschaftliche Minderheitenmeinungen &uuml;ber die Pandemie-Leugner-Szene hinaus&ldquo; verbreitet und &uuml;berhaupt, dass die Beitr&auml;ge durch einen &bdquo;wissenschaftlichen Anschein&ldquo; aufgewertet w&uuml;rden. Es folgen noch ein paar Belehrungen &uuml;ber &bdquo;false balance&ldquo;. Und dann erkl&auml;rt der Student Holnburger gestandenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zusammen hunderte Artikel publiziert haben und teilweise selbst renommierte Fachzeitschriften herausgeben, wie Wissenschaft seiner Auffassung nach eigentlich funktioniert. Was soll denn jetzt etwa ein Ausnahmeintellektueller wie Jochen Kirchhoff, der &uuml;brigens auch Wissenschaftshistoriker ist und in seinem Beitrag &uuml;ber das Thema &bdquo;Fremdbestimmung&ldquo; spricht, mit solchem pseudowissenschaftlichen Sonderm&uuml;ll anfangen? Abgerundet wird das St&uuml;ck mit dem Hinweis, dass zwei der 55 &bdquo;Gespr&auml;chspartner&ldquo; sehr wohl &bdquo;in der Pandemie regelm&auml;&szlig;ig in gro&szlig;en Medien geh&ouml;rt&ldquo; wurden &ndash; man k&ouml;nnte also fragen: Wor&uuml;ber beschweren die sich eigentlich?<\/p><p>Soweit also die <i>dpa<\/i>-Vorlage, die an diesem Tag ganz oder in Teilen von 249 Publikationen aufgegriffen wurde. W&auml;re dieser &bdquo;Journalismus&ldquo; nicht so traurig und gleichzeitig effektiv, man k&ouml;nnte dar&uuml;ber lachen.<\/p><p><b>Weitere Beispiele? <\/b><\/p><p>Da gibt es leider sehr viele. Die <i>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/i> bezeichnet die Aktion als &bdquo;hochgef&auml;hrliche Querdenker-Folklore&ldquo; und wundert sich dar&uuml;ber, dass der Titel der Aktion suggeriere, dass noch nicht alles offen auf dem Tisch liege, dabei werde seit Monaten kein anderes Thema so breit mit allen seinen Facetten diskutiert.<\/p><p><b>Genau hier scheint der Kern des Problems zu liegen. Wenn Vertreter gro&szlig;er Medien meinen, es w&uuml;rde eine &bdquo;Diskussion&ldquo; stattfinden, scheint ein sehr <a href=\"http:\/\/schneider-franziska.de\/2020\/11\/17\/journalismus-die-selbstgemachte-zensur\/\">eigenwilliges Verst&auml;ndnis von Diskussion<\/a> durch. Zu einer anst&auml;ndigen Diskussion gerade bei einem Thema, das so weitreichend ist wie &bdquo;Corona&ldquo;, geh&ouml;rt es, dass auch sich fundamental voneinander unterscheidende Standpunkte aufeinandertreffen. Es geh&ouml;rt dazu, dass auch &bdquo;unbequeme&ldquo; Pers&ouml;nlichkeiten innerhalb der Medien&ouml;ffentlichkeit zu Wort kommen und nicht nur Personen, die vielleicht eine etwas abweichende Meinung vertreten, aber im Gro&szlig;en und Ganzen doch eher konform auftreten und sich &auml;u&szlig;ern. Wie sehen Sie das? <\/b><\/p><p>Dieses eigenwillige Verst&auml;ndnis von Diskussion, das Sie hier ansprechen, kommt nicht von ungef&auml;hr. Das Ph&auml;nomen eines engen, aber belebten Meinungskorridors und seine machtstabilisierende Funktionsweise beschreibt Noam Chomsky in &bdquo;The Common Good&ldquo; so: &bdquo;Der intelligente Weg, Leute passiv und gehorsam zu halten, besteht darin, das Spektrum erlaubter Perspektiven streng zu begrenzen, aber <i>innerhalb dieses Spektrums<\/i> eine lebhafte Debatte zu inszenieren und die kritischeren und abweichenden Ansichten sogar zu f&ouml;rdern. Das gibt den Menschen das Gef&uuml;hl, dass es ein freies Denken gibt, w&auml;hrend die Grundannahmen des Systems durch die Begrenzung des Spektrums der Debatte sogar noch verst&auml;rkt werden.&ldquo; Die Anwendung dieser Technik k&ouml;nnen wir ja unter anderem in unseren Talkshows jeden Tag beobachten. Der Journalist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24698\">Walter van Rossum<\/a> hat das bereits 2004 in seinem Buch &bdquo;Meine Sonntage mit Sabine Christiansen&ldquo; sehr anschaulich illustriert.<\/p><p><b>Nochmal zu den Beispielen bitte. <\/b><\/p><p>W&auml;hrend also die <i>S&uuml;ddeutsche<\/i> findet, es d&uuml;rfe doch alles gesagt werden, l&ouml;scht <i>YouTube<\/i> gleichzeitig &ndash; allerdings von der <i>S&uuml;ddeutschen<\/i> unbemerkt &ndash; drei der Beitr&auml;ge von #allesaufdentisch. Die <i>FAZ<\/i> titelt &bdquo;Ein Kessel Schwurbel&ldquo;, der <i>Deutsche Journalistenverband<\/i> arbeitet sich, wie auch der <i>Bayerische Rundfunk<\/i>, mit Kontaktschuldargumenten am <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2VpgJgOfYb4\">Gespr&auml;ch zwischen Michael Meyen und Volker Bruch<\/a> ab. Die <i>Frankfurter Rundschau<\/i> benutzt unter dem Titel &bdquo;Schauspieler M&ouml;hring und Bruch mit wirrer Corona-Kritik im Netz&ldquo; das gleiche Argument, nur diesmal gegen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WJqe0E39qYc\">Milosz Matuschek<\/a> . Und die <i>taz<\/i> bezeichnet den Kardiologen <a href=\"https:\/\/allesaufdentisch.tv\/covid-therapie.html\">Peter McCollough<\/a>, immerhin Verfasser von 580 Fachpublikationen und Herausgeber der Journals <i>Reviews in Cardiovascular Medicine<\/i> und <i>Cardiorenal Medicine,<\/i> als &bdquo;Quacksalber und Scharlatan im Abseits&ldquo; &ndash; wie gesagt, die Liste ist lang.<\/p><p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Prominente-gegen-Coronapolitik\/!5802821\/\"><b>In der <\/b><i><b>taz <\/b><\/i><b>wird darauf verwiesen<\/b><\/a>, dass es sich bei den Video-Interviews ja um &bdquo;lange&ldquo; Beitr&auml;ge handele und unter anderem deshalb das Interesse rasch ablaufen w&uuml;rde. Bei der Aktion #allesdichtmachen haben Medien den Schauspielern noch vorgeworfen, dass in den kurzen 2-min&uuml;tigen Videos quasi kein Inhalt zu finden sei. Jetzt packen Experten wie Sie viel Inhalt in die Videos, aber auch damit scheinen Medien Probleme zu haben. <\/p><p>Wenn ich sowas lese, denke ich mir: geschenkt. Es geht der <i>taz<\/i> ja leicht erkennbar nicht darum, mit konstruktiver Kritik das Angebot zu verbessern oder in einen Dialog zu gehen. Wenn die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen <i>taz<\/i>-Redakteurs f&uuml;r die vorgebrachten Argumente nicht reicht, ist das zwar bedauerlich, aber nicht zu &auml;ndern.<\/p><p><b>Die Kritik der Kulturschaffenden, aber auch die Kritik von Ihnen und den anderen Wissenschaftlern ist letztlich auch eine Kritik an den Medien. Sie und Ihre Mitstreiter haben den Weg &uuml;ber die Aktionen gew&auml;hlt, weil Sie sonst kein Geh&ouml;r finden, oder? <\/b><\/p><p>So ist es, wobei &bdquo;kein Geh&ouml;r finden&ldquo; ja zun&auml;chst blo&szlig;es Desinteresse an den Themen suggeriert.<\/p><p><b>Die Formulierung wird also dem Problem nicht gerecht? <\/b><\/p><p>Nein, es ist ja schlimmer. Die Begrenzung des Diskussionsraums wird mittlerweile n&auml;mlich mit ganz handfesten Mitteln durchgesetzt. Da haben wir &uuml;ber die bereits angerissene diffamierende Berichterstattung hinaus zun&auml;chst die Praktiken des Shadowbannings, und wenn das nicht reicht der offenen <a href=\"http:\/\/schneider-franziska.de\/2020\/11\/17\/journalismus-die-selbstgemachte-zensur\/\">Zensur<\/a> .<\/p><p>&bdquo;<b>Shadowbanning&ldquo;, &bdquo;offene Zensur&ldquo;? Was meinen Sie? <\/b><\/p><p>Facebook hat etwa vor der Wahl alle <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76198\">150 Kan&auml;le in Verbindung mit der Querdenken-Initiative mit der Begr&uuml;ndung entfernt<\/a> , diese seien &bdquo;f&uuml;r eine koordinierte Sch&auml;digung der Gesellschaft&ldquo; verantwortlich. Die Plattform <i>Vimeo<\/i> hat den kompletten Kanal von #allesaufdentisch nach kurzer Zeit schlicht gel&ouml;scht. <i>YouTube<\/i> entfernt am laufenden Band ganze Kan&auml;le (j&uuml;ngst zum Beispiel RT DE mit 600.000 Abonnenten) und Videos, bei uns etwa das Gespr&auml;ch mit dem Neurobiologen Gerald H&uuml;ther zum Thema &bdquo;Angst&ldquo; und das Gespr&auml;ch mit dem Mathematikprofessor Stephan Luckhaus zum Thema &bdquo;Inzidenzwert&ldquo;, auf dem ja immerhin das Verordnungsgeb&auml;ude der sogenannten Bundesnotbremse aufgebaut war.<\/p><p><b>Nun hat YouTube ja auch zwei Videos der Aktion #allesaufdentisch gel&ouml;scht. Wie haben Sie und Ihre Mitstreiter den Vorgang aufgenommen? Und: Wie ist der Stand der Dinge?<\/b><\/p><p>Ich kann nicht f&uuml;r die anderen Teilnehmer sprechen, ich pers&ouml;nlich bin zwar sehr frustriert, aber gleichzeitig nicht &uuml;berrascht. Es ist aus meiner Sicht merkw&uuml;rdig, dass es ausgerechnet diese Beitr&auml;ge trifft, aber dass es auf YouTube zu L&ouml;schungen kommen w&uuml;rde, war im Hinblick auf deren Zensurfanatismus in den letzten Monaten erwartbar. Jeana Paraschiva und Volker Bruch bringen in ihrer Reaktion sehr gut auf den Punkt, was die L&ouml;schungen eigentlich zeigen: &bdquo;Wir versuchen, mit den Menschen ins Gespr&auml;ch zu kommen. Das ist Demokratie. Unsere Stimmen auszul&ouml;schen, ist das traurige Gegenteil davon.&ldquo; #allesaufdentisch ist jedoch mit rechtlichen Mitteln gegen das Entfernen der Videos vorgegangen und vor wenigen Minuten [Anmerk. Red.: am Montag] hat das Landgericht K&ouml;ln per einstweiliger Verf&uuml;gung beschlossen, dass die L&ouml;schung rechtswidrig war.<\/p><p><b>YouTube und andere Plattformen l&ouml;schen ziemlich viel. <\/b><\/p><p>Der Konzern hat am 29. September bekanntgegeben, bereits 130.000 impfkritische Videos gel&ouml;scht zu haben. Auch hier gibt Norbert H&auml;ring einen <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/medienversagen\/eu-zensurregime\/\">guten &Uuml;berblick<\/a> &uuml;ber Ausma&szlig; und Hintergr&uuml;nde dieses Zensurregimes. Und wenn das immer noch nicht reicht, kommen Haus- und Praxisdurchsuchungen bei &Auml;rzten, Richtern und Zeugen hinzu, wie etwa im Fall des Weimarer Familienrichters Christian Dettmer. Zu den massiven Einsch&uuml;chterungsversuchen geh&ouml;ren au&szlig;erdem <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/oppositionsmedien-unter-feuer\">zahlreiche Kontosperrungen<\/a> bei regierungskritischen Journalisten und Wissenschaftlern sowie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72356\">Angriffe der Landesmedienanstalten<\/a> auf ganze Medienportale.<\/p><p><b>Wie passt all das zu einem freien und demokratischen Gemeinwesen? <\/b><\/p><p>Gar nicht. Solche Vorg&auml;nge sind f&uuml;r eine demokratische Gesellschaft eigentlich undenkbar. Eine <a href=\"http:\/\/schneider-franziska.de\/2020\/02\/02\/zum-nichtangriffspakt-zwischen-journalisten-und-politikern\/\">wirklich unabh&auml;ngige Presse<\/a> w&uuml;rde bei Vorf&auml;llen dieser Art entsprechend kritische Schlagzeilen produzieren.<\/p><p><b>Aus Sicht vieler Medienvertreter trifft es bei den von Ihnen geschilderten Beispielen ja &bdquo;die Richtigen&ldquo; &ndash; also kein Grund, kritisch zu berichten. <\/b><\/p><p>Dieser Eindruck entsteht. Deshalb wird in den Publikumsmedien dar&uuml;ber kaum ein Wort verloren.<br>\nEine wiederkehrende Frage in der Berichterstattung zu #allesaufdentisch lautet sinngem&auml;&szlig;: &bdquo;Was ist euer Problem? Es kann doch &uuml;ber alles frei diskutiert werden, die Themen sind doch alle auf dem Tisch!&ldquo; Das ist ein Ausma&szlig; an Feigheit und\/oder Realit&auml;tsverlust, zu dem mir tats&auml;chlich nicht mehr viel einf&auml;llt. Wirklich neu sind an diesem gesinnungsjournalistischen Totalversagen allerdings nur der Umfang und die Tragweite, wir konnten &auml;hnliche Verfallsprozesse ja schon lange vorher beobachten, etwa in der Berichterstattung zu zahlreichen geostrategischen Themen oder &uuml;ber Julian Assanges unfassbares Gerichtsverfahren.<\/p><p><b>Sehen Sie sich in Ihrer Kritik, die Sie in dem Video-Interview &auml;u&szlig;ern, durch die Reaktion der Medien best&auml;tigt? <\/b><\/p><p>Leider ja.<\/p><p><b>Wie m&uuml;sste denn aus Sicht eines Journalismus, der auf Qualit&auml;t setzt, die Reaktion ausfallen? <\/b><\/p><p>Journalistische Qualit&auml;t kann man in vielen Dimensionen beurteilen, hier geht es jedoch um ganz grundlegende demokratierelevante Prinzipien journalistischer Arbeit. Zun&auml;chst m&uuml;ssten die ganzen kindischen <i>ad-hominem<\/i>-Attacken, also Angriffe, die auf die Person gerichtet sind, eingestellt werden, es gibt auf der Sachebene genug zu diskutieren. Wenn man eine unabh&auml;ngige Presse als wichtige Kontrollinstanz der repr&auml;sentativen Demokratie begreift, sollte ihre erste Aufgabe darin bestehen, Ver&auml;nderungen der rechtsstaatlichen Ordnung kritisch zu begleiten. Wenn also in den Beitr&auml;gen der Aktion die Validit&auml;t des Inzidenzwertes als Grundlage eines Verordnungsautomatismus diskutiert wird oder auch Themen wie Risikobewertung oder Rechtsstaat und Grundrechte vorkommen, dann w&auml;re es eine journalistische Aufgabe, zun&auml;chst die Argumentation wiederzugeben, ohne den Sinn zu entstellen.<\/p><p><b>Genau das werfen viele Medienkritiker und Teile des Publikums den Medien vor: Dort wo Objektivit&auml;t angebracht w&auml;re, nicht objektiv zu sein, sondern parteiisch, stimmungssch&uuml;rend. <\/b><\/p><p>Diese Vorw&uuml;rfe sind berechtigt. Journalisten d&uuml;rfen selbstverst&auml;ndlich auch eine Meinung haben. Aber diese geh&ouml;rt in meinungsorientierte Textsorten, etwa den Kommentar. Dort k&ouml;nnen sich Journalisten dann mit offenem Visier mit den Argumenten auseinandersetzen. Und sie sollten etwa bei dem genannten Thema nat&uuml;rlich auch &uuml;ber Hintergr&uuml;nde berichten, eine ausgewogene Auswahl von verfassungsrechtlichen und medizinstatistischen Experten zu Wort kommen lassen und eine gesellschaftliche Debatte fair abbilden. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum man das &uuml;berhaupt erkl&auml;ren muss, diese Anforderungen an einen kritischen Journalismus erscheinen mir selbstevident.<\/p><p><b>Der Konflikt zwischen Medien und ihren Kritikern scheint festgefahren. Die meisten Journalisten sind sehr gut ausgebildet. Es ist ja nicht so, dass ihnen nicht klar w&auml;re, dass eine Meinung nicht in eine Nachricht geh&ouml;rt. Sie wissen das, instrumentalisieren aber anscheinend bewusst ihren Beruf, um die Berichterstattung im Sinne ihrer eigenen &Uuml;berzeugungen zu lenken. Dazu <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Journalismus-muss-sich-der-Diskussion-um-Objektivitaet-stellen-3369820.html\">gibt es &uuml;brigens auch entsprechende Studien<\/a>.<\/b><\/p><p>Wir sehen da aus meiner Sicht eine fortschreitende Ver&auml;nderung in der Selbstwahrnehmung der entsprechenden Journalisten. Ich denke, viele von ihnen fassen es mittlerweile als ihre Verantwortung und Aufgabe auf, zu Nachrichten eine Haltung einzunehmen &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74888\">die sie dann eben auch in nachrichtlichen Beitr&auml;gen durchschimmern lassen<\/a>. Sofern es um die Beweggr&uuml;nde und Affekte einzelner Menschen geht, aus denen sich &bdquo;die Medien&ldquo; letztlich zusammensetzen, kann man dar&uuml;ber allerdings erstens nur Mutma&szlig;ungen anstellen und man muss zweitens zwischen den verschiedenen Akteuren im Mediensystem unterscheiden. Die Annahme, dass hier jemand gerne anders berichten w&uuml;rde, sich aber nicht traut, scheint mir das Ph&auml;nomen jedenfalls nicht gut zu beschreiben.<\/p><p><b>Warum? <\/b><\/p><p>Auf der Ebene der Redakteure spielt sicher die bereits in den 90er Jahren einsetzende Tendenz zum Haltungsjournalismus, der auch eine arbeitssoziologische Dimension hat und der unter anderem von <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31990\">Uwe Kr&uuml;ger<\/a> <a href=\"https:\/\/www.chbeck.de\/krueger-mainstream\/product\/15997997\">gut beschrieben<\/a> wurde, eine wichtige Rolle. Attraktive Identit&auml;tsangebote, die sich aus der aktuellen Spaltung der Gesellschaft ergeben, tun dann ihr &Uuml;briges (WIR sind solidarisch, verantwortungsbewusst, vern&uuml;nftig, opferbereit, vertrauen &bdquo;der Wissenschaft&ldquo; &ndash; deshalb d&uuml;rfen WIR am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, haben Arbeit, bekommen Best&auml;tigung, haben das Gef&uuml;hl, auf der richtigen Seite zu stehen, ecken politisch nirgendwo an).<\/p><p>F&uuml;r die oben beschriebenen Zensurpraktiken bei Konzernen wie Facebook, YouTube, aber auch in den Printmedien sind sicher eher Eigentumsverh&auml;ltnisse, die Konzentration im Medienmarkt und die Zusammensetzung der Investments in Konzernen wie Alphabet, f&uuml;r die wiederum Verm&ouml;gensverwalter wie BlackRock verantwortlich zeichnen, eher ausschlaggebend.<\/p><p>Nebenbei bemerkt: Mein letzter Satz geh&ouml;rt eigentlich zum Grundstock solider linker Klassenanalyse. In der aktuellen Situation z&ouml;gern Journalisten wohl keine Sekunde, so eine Aussage als &bdquo;wirres Raunen&ldquo; zu bezeichnen oder &ndash; noch schlimmer &ndash; als &bdquo;antisemitisches Verschw&ouml;rungsgeschwurbel&ldquo;.<\/p><p><b>Konstruktive Debatten laufen in aller Regel so: Es gibt Argumente, dann gibt es Gegenargumente.<br>\nDie Debatte l&auml;uft so lange, bis alle Argumente <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76710\">#aufdemtisch<\/a> sind und dar&uuml;ber nach den Prinzipien von Rede und Gegenrede diskutiert wurde. Die &Ouml;ffentlichkeit kann sich so ein Bild machen und irgendwann f&uuml;r sich selbst entscheiden, welchen Argumenten sie folgt und welchen nicht.<br>\nWie l&auml;uft es in den Medien? Welche &bdquo;Debatten&ldquo;, welche &bdquo;Diskussionen&ldquo; sind dort zu beobachten? <\/b><\/p><p><a name=\"_Hlk84596250\"><\/a>Was Sie da skizzieren, ist in der Tat das Idealbild eines &ouml;ffentlichen Diskurses, der auf kommunikativer Vernunft fu&szlig;t, wie J&uuml;rgen Habermas es nennt. Leider sind politische Debatten in der &ouml;ffentlichen Kommunikation in aller Regel &uuml;berhaupt nicht so organisiert.<\/p><p><b>Sondern? <\/b><\/p><p>Eine Rolle spielen vor allem Definitionsmacht, der Zugang zu Akteuren und Informationen sowie die Reichweite einer Person oder Institution, die sich im &ouml;ffentlichen Raum &auml;u&szlig;ern m&ouml;chte. Au&szlig;er Acht lassen darf man au&szlig;erdem nicht, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73005\">dass vielf&auml;ltige Strategien der Manipulation in der &ouml;ffentlichen Kommunikation<\/a> zum Einsatz kommen. Vor allem die zu beobachtende <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56488\">gesellschaftliche Spaltung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71938\">die ja mit viel Energie vorangetrieben wird<\/a> , bereitet <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75974\">schwere Probleme<\/a> , wenn es darum geht, Kritik und Forderungen einzelner Gruppen in der &ouml;ffentlichen Kommunikation angemessen zu formulieren und L&ouml;sungen auszuhandeln.<\/p><p>Wie schon erw&auml;hnt, ist das eigentlich nichts Neues. Neu ist allerdings, dass in der aktuellen extremen Situation diese Mechanismen f&uuml;r das Publikum immer deutlicher erkennbar werden und der dadurch drohende Kontrollverlust zu den oben beschriebenen Exzessen im Kampf um die Deutungshoheit f&uuml;hrt.<\/p><p><b>Sie sagen, wir m&uuml;ssen &uuml;ber die Coronama&szlig;nahmen reden, Medien reagieren mit den Ausrufen: Schwurbler! Coronaleugner! Was ist die Strategie hinter diesem Vorgehen?<\/b><\/p><p>Es geht hier um die argumentationsfreie Ausgrenzung von unerw&uuml;nschten Diskussionsteilnehmern. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8AVInw64wmE\">Shirin Soraya und ich hatten in unserem Beitrag ja kurz den Begriff des Leugners besprochen<\/a>, in der bereits diskutierten <i>dpa<\/i>-Meldung bringt Herr Holnburger auch den Pandemieleugner ins Spiel. Worum es da geht, wird deutlich, wenn wir uns stattdessen mal einen Zahnfeeleugner vorstellen. Das erscheint uns absurd, da es jenseits einer bestimmten Altersgruppe als geteiltes Wissen gilt, dass die Zahnfee schlicht nicht existiert. Ein Leugner jedoch &ndash; und zwar jeder Leugner, das ist in diesem Begriff gewisserma&szlig;en eingebaut &ndash; bestreitet immer einen kollektiv geteilten Wissensbestand. Und die Existenz der Zahnfee ist eben kein solcher geteilter Wissensbestand, daher finden wir die Idee eines &bdquo;Zahnfeeleugners&ldquo; intuitiv abwegig.<\/p><p><b>Der Knackpunkt ist hier der &bdquo;kollektiv geteilte Wissensbestand&ldquo;, also das, was mehr oder weniger &bdquo;im Allgemeinen&ldquo; als &bdquo;wahr&ldquo; oder als &bdquo;richtig&ldquo; betrachtet wird. Verstehe ich Sie korrekt? <\/b><\/p><p>Ja, die geteilten Wissensbest&auml;nde einer Gruppe definieren das, was in dieser Gruppe zum &bdquo;gesunden Menschenverstand&ldquo; geh&ouml;rt. Deshalb steht jemand, der als Leugner bezeichnet wird, zwingend au&szlig;erhalb dieser Gruppe &ndash; seine Position ist automatisch irrational und indiskutabel, er geh&ouml;rt nicht mehr dazu, er hat sozusagen das Spielfeld verlassen. Dieser Mechanismus hat &uuml;brigens nichts mit dem Sachverhalt zu tun, der da (angeblich) geleugnet wird. Im Fall des Coronaleugners ist das besonders perfide, da meiner Wahrnehmung nach jenseits der hochspezialisierten Isolat-Diskussion potentiell t&ouml;dliche Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit Coronaviren von quasi niemandem in der ma&szlig;nahmenkritischen Bewegung bestritten werden. Aber selbst die mit Definitionsmacht reichlich gesegnete <i>Tagesschau<\/i> spricht zum Beispiel im Zusammenhang mit den Protesten gegen das &bdquo;Dritte Gesetz zum Schutz der Bev&ouml;lkerung&ldquo; (auch zu dieser Sprache lie&szlig;e sich mit Bezug zu den Kollateralsch&auml;den einiges sagen) in Berlin am 18.11.2020 von &bdquo;Coronaleugnern&ldquo;.<\/p><p>Der &bdquo;Schwurbler&ldquo; funktioniert im Grunde &auml;hnlich, hier geht es jedoch eher um unterstellte intellektuelle, argumentative oder rhetorische Defizite.<\/p><p><b>Sie haben in dem Video-Interview ja bereits &uuml;ber eine manipulierende Sprache in der Berichterstattung gesprochen. Lassen Sie uns bitte darauf nochmal n&auml;her eingehen.<br>\nWie sch&uuml;rt der Journalismus im Hinblick auf die Pandemie durch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42566\">Sprache<\/a> Stimmung und manipuliert? <\/b><\/p><p>Abseits der bisher besprochenen sprachlichen Abwertung und Ausgrenzung politischer Gegner findet nach meiner Einsch&auml;tzung eine sprachliche <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72153\">Manipulation<\/a> schon auf einer viel grundlegenderen Ebene statt, n&auml;mlich beim journalistischen Informieren &uuml;ber Sachverhalte.<\/p><p><b>Was meinen Sie?<\/b><\/p><p>Gestern beispielsweise berichtete der Spiegel &ndash; wie ununterbrochen seit 18 Monaten &ndash; &uuml;ber &bdquo;11.547 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages&ldquo;.<\/p><p><b>Wo ist das Problem?<\/b><\/p><p>Als Infektion gilt hierbei ein positiver Test und zwar unabh&auml;ngig von klinischen Symptomen. Diese Redeweise resultiert noch aus der WHO-Definition eines &bdquo;best&auml;tigten Falls&ldquo; vom 31. Januar 2020, die wiederum auf der Grundlage eines Briefs (nicht einer Studie) von Christian Drosten und 16 M&uuml;nchener Medizinern an das <i>New England Journal of Medicine<\/i> vom 30. Januar 2020 erfolgte. Er berichtete hier von einer &Uuml;bertragung durch eine &bdquo;symptomlose Infizierte&ldquo;. Bereits am 3. Februar 2020 berichtet jedoch das Magazin <i>Science<\/i> zu den asymptomatischen Infektionen: &bdquo;[Es] stellt sich heraus, dass diese Information falsch war. [&hellip;] Die Forscher haben [&hellip;] nicht mit der Frau gesprochen, bevor sie die Studie ver&ouml;ffentlichten. [&hellip;] Im Nachhinein haben Beamte des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bayerischen Landesamtes f&uuml;r Gesundheit und Lebensmittelsicherheit jedoch mit der Patientin aus Shanghai telefoniert, und es stellte sich heraus, dass sie in Deutschland tats&auml;chlich Symptome hatte.&ldquo; In dem Artikel hei&szlig;t es au&szlig;erdem: &bdquo;Ich finde es schade, wie das gelaufen ist, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand hier Schuld hat&lsquo;, sagt der Virologe Christian Drosten von der Charit&eacute; in Berlin, der die Studie im Labor durchgef&uuml;hrt hat und einer der Autoren [nicht einer Studie, sondern des Briefs] ist.&ldquo;<\/p><p>Am 8.6.2020 <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2020\/06\/08\/asymptomatic-coronavirus-patients-arent-spreading-new-infections-who-says.html\">best&auml;tigt die WHO<\/a> schlie&szlig;lich, dass asymptomatische Personen mit positivem PCR-Test die Krankheit &bdquo;sehr selten&ldquo; &uuml;bertragen.<\/p><p>Am 14.12.2020 tr&auml;gt die WHO diesem Sachverhalt dann endlich in ihrer &bdquo;Notice for IVD users 2020\/05&ldquo; Rechnung, indem sie schreibt, dass im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Testung sowohl klinische Symptome, die Patientengeschichte als auch epidemiologische Informationen zu ber&uuml;cksichtigen sind &ndash; und zwar sowohl bei positiven als auch negativen Testergebnissen.<\/p><p><b>Was hei&szlig;t das?<\/b><\/p><p>Das hei&szlig;t, dass man allein auf Grundlage eines positiven Tests eben nicht mehr von einer &bdquo;Infektion&ldquo; oder gar einem &bdquo;Fall&ldquo; sprechen kann. Im Sprachgebrauch unserer journalistischen Berichterstattung ist das allerdings, wie in dem <i>Spiegel<\/i>-Beitrag sichtbar, bis heute nicht angekommen.<\/p><p>Die Folgen dieses Definitionsproblems hat Frau Merkel dann am 23.6.2021 eindr&uuml;cklich demonstriert, als sie im Bundestag auf Nachfrage &auml;u&szlig;erte: &bdquo;Ein PCR-Test ist positiv. Dann hat der Mensch Sars &hellip; Cov &hellip; 19&ldquo;. Es geht hier nicht darum, sich h&auml;misch &uuml;ber einen Versprecher lustig zu machen, der jedem passieren kann. Vielmehr bringt der Versprecher das Definitionsproblem auf den Punkt. Ein positiver PCR-Test kann allein keine Infektion nachweisen und er sagt, wie die WHO feststellt, erst recht nichts &uuml;ber eine Erkrankung aus. &bdquo;Sars&ldquo; und &bdquo;Cov&ldquo; sind Bestandteile der Virusbezeichnung, Frau Merkels &bdquo;19&ldquo; stammt aber aus &bdquo;Covid-19&ldquo;, einer Krankheitsbezeichnung. Diese falsche Annahme einer nachgewiesenen Krankheit ist auch der Grund, weshalb Menschen f&uuml;r sechs Monate nach einem positiven Test als &bdquo;genesen&ldquo; gelten, selbst wenn sie m&ouml;glicherweise nie krank oder noch nicht einmal infiziert waren. Solche Definitionsprobleme ziehen sich durch die gesamte Berichterstattung und sind ja auch hinreichend diskutiert worden, beispielsweise im Zusammenhang mit den Kriterien f&uuml;r die &bdquo;Corona-Toten&ldquo;, die etwa beim Spiegel aktuell in einer Infografik mit dem Titel &bdquo;Opferzahlen&ldquo; als &bdquo;best&auml;tigte Corona-Tote&ldquo; gekennzeichnet werden.<\/p><p>Die Folge dieser Form der Kommunikation ist, dass uns als Gesellschaft die Sprache zur sinnvollen Verst&auml;ndigung &uuml;ber wichtige epidemiologische Sachverhalte abhandenkommt. &Auml;hnliches konnte bereits vor Jahren im Zusammenhang mit der Pandemiedefinition beobachtet werden und seit einiger Zeit geschieht es auch im Zusammenhang mit der Impfthematik.<\/p><p><b>Mir fallen Begriffe wie &bdquo;Impfz&ouml;gerer&ldquo;, &bdquo;Impfverweigerer&ldquo;, &bdquo;Impfzauderer&ldquo; ein. Was sind das f&uuml;r Begriffe? Und: Was f&uuml;r eine Wirkung entfalten sie in der &Ouml;ffentlichkeit? <\/b><\/p><p>Insbesondere beim Impfverweigerer haben wir eine &auml;hnliche Wirkung wie bei dem Begriff Corona-Leugner. Auch wenn es andere Kontexte gibt, in denen man etwas verweigert &ndash; etwa die Nahrung beim Hungerstreik &ndash; bleibt der prototypische Zusammenhang, in dem jemand etwas verweigert, der des Befehls oder zumindest der nachdr&uuml;cklichen Aufforderung. Wenn nun die Redeweise des &bdquo;Impfverweigerers&ldquo; normalisiert wird &ndash; und das ist l&auml;ngst der Fall &ndash; wird auch der mitgedachte vorangegangene Befehl, sich impfen zu lassen, normalisiert.<\/p><p>Diese f&uuml;r viele Menschen scheinbar triviale Entwicklung ist aus meiner Sicht ungeheuerlich. Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang einen Absatz aus dem N&uuml;rnberger Kodex anf&uuml;hren.<\/p><p><b>Gerne.<\/b><\/p><p>Der N&uuml;rnberger Kodex geh&ouml;rt seit seiner Formulierung in der Urteilsverk&uuml;ndung im N&uuml;rnberger &Auml;rzteprozess 1947 zu den medizinethischen Grunds&auml;tzen in der Medizinerausbildung. Dort hei&szlig;t es in Punkt 1: &bdquo;Die freiwillige Zustimmung [&hellip;] ist unbedingt erforderlich. Das hei&szlig;t, dass die betreffende Person im juristischen Sinne f&auml;hig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, <b>unbeeinflusst durch <\/b>Gewalt, Betrug, List, <b>Druck<\/b>, Vort&auml;uschung <b>oder irgendeine andere Form der &Uuml;berredung oder des Zwanges<\/b>, von ihrem Urteilsverm&ouml;gen Gebrauch zu machen.&ldquo; Jeder, der jemals einen medizinischen Eingriff erlebt hat, wei&szlig;, wovon hier gesprochen wird und wie die bisherige Praxis, etwa in Krankenh&auml;usern, aussah. Dass mit dieser wichtigen Norm durch die Adressierung des &bdquo;Impfverweigerers&ldquo; im &ouml;ffentlichen Diskurs nun gebrochen wird, sollte den journalistischen W&auml;chtern unserer Demokratie gro&szlig;e Sorgen bereiten. Sie sollten davor warnen, statt sich daran zu beteiligen und wie etwa Rolf Schwartmann vom Portal <i>web.de<\/i><b> <\/b>&bdquo;Impfmuffel&ldquo; auch noch als &bdquo;Volksfeinde&ldquo; zu bezeichnen.<\/p><p><b>Warum treten Journalisten und Politiker beim Thema Impfung mit der verbalen Brechstange an die B&uuml;rger heran?<\/b><\/p><p>An dieser Stelle muss ich leider passen. Die Impfrate von Singapur ist mit 80 Prozent eine der h&ouml;chsten der Welt. Gleichzeitig k&auml;mpft das Land aktuell mit einer <a href=\"https:\/\/fortune.com\/2021\/09\/28\/singapore-covid-reopening-record-cases-vaccines\/\">Rekord-Infektionswelle<\/a>. <a href=\"https:\/\/www.irishtimes.com\/news\/health\/covid-54-of-hospital-patients-with-virus-are-fully-vaccinated-1.4670229\">In Irland sind 54 Prozent der Covid19-Patienten auf der Intensivstation doppelt geimpft<\/a> . In Deutschland wird sich zudem ein knappes Drittel der Bev&ouml;lkerung (diese Zahl schwankt wegen Unsicherheiten bei der Erfassung im Moment jedoch zurzeit stark) diesem Eingriff offenbar nicht freiwillig unterziehen. Gleichzeitig hat Frau Merkel immer wieder aus Gr&uuml;nden, die nur ihr selbst bekannt sind, ge&auml;u&szlig;ert: &bdquo;Die Pandemie ist erst beendet, wenn alle Menschen geimpft sind&ldquo;. Ich denke, die Brechstange resultiert aus diesem Spannungsverh&auml;ltnis.<\/p><p><b>Worauf sollten B&uuml;rger achten, wenn sie die Berichterstattung verfolgen? Wie kann man gegen&uuml;ber einer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44246\">manipulierenden Sprache sensibilisiert werden<\/a>?<\/b><\/p><p>Ein Ratschlag, der h&auml;ufig gegeben wird und dem ich mich gerne anschlie&szlig;e, w&auml;re, Medienkompetenz zu erwerben. Dazu geh&ouml;rt, nicht nur ein Medium zu konsumieren, sondern die Berichterstattung vieler verschiedener Medien miteinander zu vergleichen und auf ihre Plausibilit&auml;t und innere Widerspr&uuml;che hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Ein zweiter wichtiger Faktor ist aus meiner Sicht die Nachvollziehbarkeit von Quellen. Gerade in einer komplexen Gesamtlage, wie sie im Augenblick vorliegt, lohnt es sich h&auml;ufig, direkt zu den Quellen zu gehen. Moderne Suchmaschinen bieten hierbei nahezu grenzenlose M&ouml;glichkeiten. Da die digitale <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71268\">Zensur<\/a> in rasendem Tempo um sich greift und zum Beispiel WHO-Dokumente manchmal im Tagesrhythmus ihre Inhalte &auml;ndern oder auch ganz verschwinden, kann <a href=\"https:\/\/archive.org\">Archive.org<\/a> oft einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Versionsgeschichte geben. Au&szlig;erdem ist dort eine kolossale Bibliothek beheimatet. <\/p><p>Der genannte Medienvergleich lohnt sich &uuml;brigens auch f&uuml;r die Suchmaschinen selbst. Bei vielen Corona-Themen staunt man nicht schlecht, wenn man <i>Google<\/i>-Suchergebnisse und beispielsweise <i>DuckDuckGo<\/i>-Suchergebnisse miteinander vergleicht. Und das Gleiche gilt wiederum f&uuml;r Videoportale. Wenn eine Plattform wie <i>YouTube<\/i> sich damit br&uuml;stet, 130.000 Videos aufgrund einer unerw&uuml;nschten politischen Perspektive zu l&ouml;schen, kann man das auch als Anregung verstehen, mal bei <i>Rumble<\/i>, <i>BitChute<\/i> oder <i>Odysee<\/i> vorbeizuschauen. Und schlie&szlig;lich sollte man seine Unvoreingenommenheit trainieren und Kontaktschuldvorw&uuml;rfen sowie Warnungen vor sogenannten Falschinformationen grunds&auml;tzlich mit Skepsis begegnen und sie einer gr&uuml;ndlichen Pr&uuml;fung unterziehen.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/35ef6759b5784486990d55fb9431e982\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76755\">einschl&auml;gigen Medienkampagne<\/a> gegen die Aktion #allesaufdentisch l&ouml;schte YouTube nun zwei Videos der Aktion und kassierte daf&uuml;r gestern vom Landgericht K&ouml;ln <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2021\/10\/12\/gericht-loeschung-der-allesaufdentisch-videos-durch-youtube-unzulaessig\/\">einen R&uuml;ffel<\/a>. &bdquo;Feigheit&ldquo; und &bdquo;Realit&auml;tsverlust&ldquo; sieht der Sprachwissenschaftler <strong>Dennis Kaltwasser<\/strong> in der Pandemie-Berichterstattung der gro&szlig;en Medien. Kaltwasser, der sich an der Aktion <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC3D7t67AEmhyne7Ol2DE6nw\/videos\">#allesaufdentisch<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8AVInw64wmE\">beteiligt<\/a>, beleuchtet im NachDenkSeiten-Interview die tendenzi&ouml;se<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76935\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":76939,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,209,123,183,11],"tags":[3126,3058,1545,3028,2880,1163,2299,827,460,590,682,244,3050,2450,220],"class_list":["post-76935","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-allesaufdentisch","tag-diffamierung","tag-dpa","tag-haltungsjournalismus","tag-impfungen","tag-meinungspluralismus","tag-sprachkritik","tag-stigmatisierung","tag-sz","tag-taz","tag-verschwoerungstheorie","tag-vierte-gewalt","tag-virentest","tag-youtube","tag-zensur"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-12-um-11.15.46-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76935"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80787,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76935\/revisions\/80787"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/76939"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}