{"id":774,"date":"2005-09-08T13:46:50","date_gmt":"2005-09-08T11:46:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=774"},"modified":"2005-09-08T13:46:50","modified_gmt":"2005-09-08T11:46:50","slug":"hinweis-ubersetzung-sweeney-afl-cio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=774","title":{"rendered":"Hinweis: \u00dcbersetzung Sweeney (AFL-CIO)"},"content":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Aufgemuntert (von der NachDenkSeiten-Redaktion) habe ich mich heute beflei&szlig;igt, den Artikel von John J. Sweeney &ldquo;Workung Families Need Help&rdquo; zu &uuml;bersetzen.<br>\nEs ist mir ein tiefes, innerstes Anliegen, auf irgendeine Weise vielleicht einen kleinen Beitrag zu leisten, der dazu dient, dieses unmenschliche, neoliberale Projekt zu stoppen. &hellip;.. H.E.&ldquo;<\/em>, schreibt einer unserer Leser. Danke vielmals auch im Namen anderer Leser, die eine &Uuml;bersetzung erbeten hatten. Hier das Ergebnis seiner Arbeit.<br>\n<!--more--><br>\nEs folgt die &Uuml;bersetzung:<\/p><p>Niemals zuvor war ein Labor Day (entspricht unserem Tag der Arbeit am 1.Mai) mehr gekennzeichnet von einer gr&ouml;&szlig;eren Kluft und Beziehungslosigkeit zwischen den Gespr&auml;chsthemen, die am K&uuml;chentisch arbeitender Familien stattfinden, und den Themen, mit denen sich die Schw&auml;tzer in der Hauptstadt unserer Nation befassen.  <\/p><p>Die Eliten in Politik und Medien gestehen die wirtschaftliche Not, von der das Leben der Arbeiter gepr&auml;gt ist, nicht ein, trotz der lange erwarteten neuen Jobs, die, wie versprochen, von der Wirtschaft geschaffen werden sollten.  <\/p><p>Die tiefen Verwerfungen der wirtschaftlichen Ungleichheit, die durch die Auswirkungen des Hurrikans Katrina &ouml;ffentlich blo&szlig;gelegt wurden, zeigen deutlich, dass die eigentlichen Probleme, welche die arbeitenden Familien t&auml;glich am Rande des Absturzes ihr Leben fristen lassen, unmittelbar unter der Oberfl&auml;che liegen.<br>\nDie Einkommen zeigen eine bestenfalls stagnierende Entwicklung, meist fallen sie. Die Kosten im Gesundheitswesen, das betrifft auch jene, die das Gl&uuml;ck haben, eine von Arbeitgebern bezuschusste Krankenversicherung zu haben (eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber), schossen in den Jahren zwischen 1996 und 2003 um 79 % nach oben. W&auml;hrend Manager und ihresgleichen sich goldene Nasen verdienen, grapschen Gro&szlig;unternehmen, wie z.B. United Airlines, nach den Pensionsanspr&uuml;chen ihrer Angestellten und Arbeiter. Betriebsschlie&szlig;ungen der herstellenden Industrie hinterlassen durch Arbeitsplatzvernichtung im siebenten Jahr in Folge ein Heer von Langzeit- arbeitslosen.<br>\nIn einer Umfrage der AFL_CIO (American Federation of Labor) sagten Arbeitnehmer aus, das Land befinde sich bez&uuml;glich der Entwicklung der Krankenversicherung, der Sicherung der Renten und der Qualit&auml;t und der Bereitstellung von Jobs auf dem falschen Kurs. Der gr&ouml;&szlig;te, jemals verzeichnete Anteil an Arbeitnehmern &ndash; 53% &ndash; gibt an, dass das Einkommen die Lebenshaltungskosten nicht mehr deckt.<br>\nDie Menschen leben unter solch mageren, &ouml;konomischen Bedingungen, dass jeder Schock des Haushaltsetats &ndash; exemplarisch ist die derzeitig atemberaubende Entwicklung der &Ouml;lpreise &ndash; eine Krise ausl&ouml;st.  <\/p><p>Gut die H&auml;lfte der Arbeitnehmer sagen aus, sich eine Krankenversicherung nicht leisten zu k&ouml;nnen. 65 % sagen, dass die Arbeitgeber bieten keinen Beitrag zur Rentenversicherung leisten. Kein Wunder, dass sich Arbeitnehmer der Absicht widersetzen, die Rentenversicherung zu privatisieren.  <\/p><p>75% der Eltern sind besorgt dar&uuml;ber, die Ausbildungskosten der Kinder nicht aufbringen zu k&ouml;nnen. Sechs von zehn jungen Arbeitnehmern sagen, es sei sehr schwer, einen guten Job zu finden, der eine finanzielle Sicherheit gew&auml;hrleistet, selbst mit einem akademischen Abschlu&szlig;.  <\/p><p>Das Land scheint aus der Verankerung gerissen zu sein, so nehmen das die meisten wahr.<br>\nDie Einkommen wurden abgekoppelt von der Produktivit&auml;t und den Gewinnen der Konzerne. Das Wohl unserer Familien wurde abgekoppelt von den statistischen Daten zur Lage der Nation.  <\/p><p>In ihren Jobs haben die meisten nichts zu melden, genie&szlig;en wenig Respekt und haben keinerlei Rechte. Zwei von drei Arbeitnehmern haben kein Vertrauen, von den Arbeitgebern fair behandelt zu werden.  <\/p><p>Ein ebenso gro&szlig;er Anteil von Arbeitnehmern sieht die eigenen, &ouml;konomischen Interessen in Washington von niemandem vertreten. Nicht von Pr&auml;sident Bush, nicht von den Repubikanern im Kongress, nicht einmal von den Demokraten im Kongress. Das doppelte Versagen der Wirtschaft und des Vertrauens ist beunruhigend.  <\/p><p>Der Pr&auml;sident der US-Notenbank, Alan Greenspan, hat einger&auml;umt: &bdquo;Das Einkommensgef&auml;lle zwischen den Reichen und dem Rest der US-Bev&ouml;lkerung klafft inzwischen so weit auseinander und w&auml;chst so schnell, dass es letztendlich die Stabilit&auml;t des demokratischen Kapitalismus selbst gef&auml;hrden k&ouml;nnte.&ldquo;  <\/p><p>Sollten die wirtschaftlichen Probleme, die geringen Erwartungen und das verlorene Vertrauen sich verfestigen und auswachsen zu Unzufriedenheit und Entfremdung, steckt unsere Demokratie in gro&szlig;en Schwierigkeiten. Wir m&uuml;ssen alle zusammenarbeiten, um das Ruder herumzurei&szlig;en. Die Gewerkschaften stehen bereit, ihren Beitrag zu leisten -beginnend mit der Aufgabe, mehr zu tun, um Arbeiter zu organisieren und mehr Demokratie zu den Arbeitspl&auml;tzen zu bringen. 53% der nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sagen, sie w&uuml;rden morgen f&uuml;r eine Gewerkschaft abstimmen, wenn sie nur k&ouml;nnten &ndash; das ist die h&ouml;chste Rate in den letzten 20 Jahren.  <\/p><p>Ja, es ist schwieriger als jemals zuvor, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Arbeitgeber bek&auml;mpfen diese Versuche routinem&auml;&szlig;ig mit r&uuml;cksichtslosen Ma&szlig;nahmen von Einsch&uuml;chterung und sogar Entlassungen. Die Freiheit, sich gewerkschaftlich organisieren zu k&ouml;nnen, muss wiederhergestellt werden, wir m&uuml;ssen Gesetze verabschieden, die dies wieder erm&ouml;glichen. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit haben 4 Millionen Arbeiter &uuml;ber die letzten 10 Jahre Gewerkschaften gebildet. Wir m&uuml;ssen den restlichen 50 Millionen helfen, die sich organisieren m&ouml;chten, schon bevor die Gesetze ge&auml;ndert werden. Wir m&uuml;ssen ebenso Arbeiter rund um den Globus zusammenbringen und den Kampf gegen die unerme&szlig;liche Habgier der gigantischen globalen Konzerne aufnehmen. Mehr denn je zuvor m&uuml;ssen wir unsere Stimmen vereinigen.  <\/p><p>Die tragische Ausgliederung verschiedener Haupt-Gewerkschaften von der AFL-CIO macht alles schwieriger. Seit der Abspaltung hat Gallup festgestellt, dass eine steigende Zahl an Amerikanern eine Schw&auml;chung der Gewerkschaften voraussieht.  <\/p><p>Wir werden beweisen, dass sie falsch liegen.Wir m&uuml;ssen wieder eine breit angelegte, soziale Bewegung anf&uuml;hren und darauf bestehen, dass Amerikas Anf&uuml;hrer wieder auf die Stimmen h&ouml;ren, die dieses Land am Laufen halten.  <\/p><p>Arbeiter &ndash; angefangen vom Bauarbeiter bis zum High-Tech-Angestellten, von der Krankenschwester bis zum Lehrer &ndash; sie verlangen, geh&ouml;rt zu werden. Sie protestieren gegen Job-Auslagerung. Sie werden aktiv, um die Expansion von Wal-Mart zu stoppen, dessen arbeiterfeindliche Praktiken den Lebensstandard senken. Das neue Mitglied unserer Gemeinschaft, Working America, hat 1 Million Mitglieder hinzugewonnen f&uuml;r den Kampf um gute Jobs, Krankenversicherung f&uuml;r alle, eine sichere Rente und, last but not least, Fairness.  <\/p><p>Zusammen m&uuml;ssen wir die Aufmerksamkeit der Nation auf die Angelegenheiten lenken, die f&uuml;r Amerikas arbeitende Bev&ouml;lkerung wichtig sind:  <\/p><p>Wir fordern von gro&szlig;en, profitablen Konzernen wie Wal-Mart eine Krankenversicherung f&uuml;r die Angestellten, anstatt die Kosten an die Allgemeinheit weiterzureichen. La&szlig;t uns beginnen mit der Planung einer nationalen Krankenversicherung, die f&uuml;r jedermann erschwinglich ist.  <\/p><p>Wir m&uuml;ssen diese perversen, finanziellen Anreize der Politik f&uuml;r die Konzerne beseitigen, Jobs ans andere Ende der Welt zu verlegen, und beginnen, Arbeit genauso zu behandeln, wie das Kapital in Handelsabkommen behandelt zu werden pflegt.  <\/p><p>Wir m&uuml;ssen das Recht auf Lohn und den Anspruch auf die Renten sch&uuml;tzen vor den in Konkurs gegangenen Unernehmen. Wir ben&ouml;tigen den Ausbau der sozialen Sicherungssysteme &ndash; nicht deren Verwilderung durch Privatisierung.  <\/p><p>La&szlig;t uns den erb&auml;rmlichen Mindestlohn anheben. Seit der letzten Anhebung des Mindestlohns haben sich die ehrenwerten Mitglieder des Kongresses selbst sieben mal eine solche genehmigt.  <\/p><p>Amerika ben&ouml;tigt dringend gute Jobs. Die arbeitende Bev&ouml;lkerung wei&szlig; das. Es ist Zeit, f&uuml;r den Rest des Landes, das auch zu kapieren.  <\/p><p>Der Verfasser ist Pr&auml;sident der AFL-CIO.          <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Aufgemuntert (von der NachDenkSeiten-Redaktion) habe ich mich heute beflei&szlig;igt, den Artikel von John J. Sweeney &ldquo;Workung Families Need Help&rdquo; zu &uuml;bersetzen.<br \/> Es ist mir ein tiefes, innerstes Anliegen, auf irgendeine Weise vielleicht einen kleinen Beitrag zu leisten, der dazu dient, dieses unmenschliche, neoliberale Projekt zu stoppen. &hellip;.. H.E.&ldquo;<\/em>, schreibt einer unserer Leser. Danke vielmals auch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=774\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/774\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}