{"id":77658,"date":"2021-11-06T11:45:18","date_gmt":"2021-11-06T10:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77658"},"modified":"2021-11-12T12:25:17","modified_gmt":"2021-11-12T11:25:17","slug":"china-xinjiang-und-der-genozid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77658","title":{"rendered":"China, Xinjiang und der Genozid"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschehnisse in Xinjiang und das Schicksal der Uiguren in der westlichen Provinz Chinas sind seit Jahren fester Bestandteil der westlichen Berichterstattung. Berichte zu den vermeintlich exzessiven Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung und den resultierenden umfassenden Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit haben zur mehrfachen Verurteilung von China vor der UN und Anh&ouml;rungen zum Thema im Bundestag gef&uuml;hrt. Der zentrale Vorwurf gegen&uuml;ber China ist dabei der des Genozids an den Uiguren. Ob dieser Vorwurf in der Tat berechtigt ist und welche Schl&uuml;sse die Anh&ouml;rungen zu China im Bundestag zulassen, hat <b>Walther B&uuml;cklers<\/b> u.a. mit einer pers&ouml;nlichen Reise nach Xinjiang im Mai dieses Jahres f&uuml;r die NachDenkSeiten untersucht.<br>\n<!--more--><br>\nViel ist in den letzten drei Jahren &uuml;ber Xinjiang und die mutma&szlig;lichen Menschenrechtsverletzungen gegen die uigurische Minderheit geschrieben worden. Und wer die westliche Berichterstattung aufmerksam verfolgt hat, f&uuml;r den d&uuml;rften wenige Zweifel daran bestehen, dass der schwerste Vorwurf gegen die chinesische Regierung, der des Genozids an einer muslimischen Minderheit, inzwischen als erwiesen gilt. Begriffe wie &bdquo;systematische Verfolgung&ldquo;, &bdquo;Konzentrationslager&ldquo; und &bdquo;Genozid&ldquo; sind seit sp&auml;testens 2019 fester Bestandteil vieler Artikel zum Thema Xinjiang und seit 2021 melden sich nun auch vermehrt offizielle Stimmen zu Wort, die China f&uuml;r seine Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung ziehen wollen.<\/p><p>So nutzte der US-Au&szlig;enminister Mike Pompeo im Januar dieses Jahres eine seiner letzten Amtshandlungen dazu, China offiziell des Genozids zu <a href=\"https:\/\/2017-2021.state.gov\/determination-of-the-secretary-of-state-on-atrocities-in-xinjiang\/index.html\">beschuldigen<\/a>. Im Februar <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/kanada-wirft-china-genozid-an-uiguren-in-xinjiang-vor-17212338.html\">verabschiedete<\/a> daraufhin auch das kanadische Unterhaus eine Resolution, die sich daf&uuml;r aussprach, Chinas Vorgehen in Xinjiang als Genozid zu bezeichnen. Noch im selben Monat erl&auml;sst auch die Niederlande eine &auml;hnliche Resolution. Am 08. M&auml;rz ver&ouml;ffentlichte das Newlines Institute die Studie &bdquo;The Uyghur Genocide&ldquo;, die zu dem eindeutigen Schluss kommt, dass China f&uuml;r einen Genozid verantwortlich ist. Ende M&auml;rz <a href=\"https:\/\/www.business-standard.com\/article\/international\/biden-administration-declares-chinese-actions-in-xinjiang-as-genocide-121033100053_1.html\">best&auml;tigte<\/a> die Regierung Biden die Einsch&auml;tzung Pompeos. Im April und Mai folgen &auml;hnliche Erkl&auml;rungen von <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/uk\/uk-parliament-declares-genocide-chinas-xinjiang-raises-pressure-johnson-2021-04-22\/\">Gro&szlig;britannien<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/china\/lithuanian-parliament-latest-call-chinas-treatment-uyghurs-genocide-2021-05-20\/\">Litauen<\/a>.<\/p><p>Im Mai ver&ouml;ffentlichte die Abgeordnete der Gr&uuml;nen im Europaparlament, Margarete Bause, ein von ihr selbst in Auftrag gegebenes <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/842080\/36cc70595f4d20a03e609de00eabce4d\/WD-2-027-21-pdf-data.pdf\">Gutachten<\/a> des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, das ebenfalls zu dem Schluss kommt, dass es sich bei Chinas Vorgehen zumindest nach deutscher Rechtsauffassung und gemessen an der UN-V&ouml;lkerrechtskonvention tats&auml;chlich um einen Genozid handelt. Folgerichtig h&auml;lt der Bundestagsausschuss f&uuml;r Menschenrechte und humanit&auml;re Hilfe knapp eine Woche sp&auml;ter, am 17.05.2021, eine &ouml;ffentliche Anh&ouml;rung, um seine eigene Einsch&auml;tzung vorzunehmen. Und obwohl nicht nur f&uuml;r f&uuml;nf NATO-Partner, sondern auch f&uuml;r internationale Forschungsinstitute und den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages die Lage eindeutig zu sein scheint, kommt die Anh&ouml;rung wider Erwarten zu dem Ergebnis, dass ein V&ouml;lkermord in Xinjiang nicht als erwiesen angesehen werden kann. Ein &uuml;berraschendes Ergebnis, das die Frage aufwirft, wie es nach drei Jahren ausgiebiger Berichterstattung zu einem so schwerwiegenden Verbrechen wie V&ouml;lkermord mehr als eine Meinung geben kann. Was geschieht in Xinjiang? Sind die Uiguren wirklich Opfer eines Genozids?<\/p><p><b>Die Frage des demographischen Genozids<\/b><\/p><p>Der Genozid ist eines der schwerwiegendsten Verbrechen, dessen man einen Staat anklagen kann. Der Massenmord an einer ethnischen oder religi&ouml;sen Minderheit &ndash; die Definition, die vermutlich am besten das Verst&auml;ndnis der deutschen &Ouml;ffentlichkeit widerspiegelt &ndash; ist ein seltener und au&szlig;ergew&ouml;hnlich brutaler Akt, eine Eskalation staatlicher Gewalt. F&uuml;r einen Genozid verantwortlich gemacht zu werden, wird als eine solche Schande angesehen, dass selbst Massenmorde von Staaten historisch als Genozid einzuordnen, auch Jahrzehnte sp&auml;ter noch zu <a href=\"https:\/\/www.pri.org\/stories\/2021-04-26\/turkey-s-erdo-calls-biden-s-acknowledgment-armenian-genocide-unfounded-unjust\">diplomatischen Eklats<\/a> f&uuml;hren kann. Speziell f&uuml;r Deutsche ist das Thema aufgrund des Holocausts mit tiefgehenden Emotionen behaftet. Daher ist es wenig &uuml;berraschend, dass eine jahrelange Berichterstattung, die im Zusammenhang mit Xinjiang von &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/china-human-rights-watch-kritisiert-massive-verfolgung-von-uiguren-in-xinjiang-a-af624632-49a9-4561-b9de-c597a73042cd\">massiver Verfolgung<\/a>&ldquo;, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/china-xinjiang-basf-vw-101.html\">Zwangsarbeit<\/a>&ldquo;, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/uiguren-in-xinjiang-china-sperrt-muslime-in-konzentrationslager-16170188.html\">Konzentrationslagern<\/a>&ldquo; und &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/usa-china-der-vorwurf-eines-genozids-an-den-uiguren-ist-heikel-ld.1605500?reduced=true\">Genozid<\/a>&ldquo; spricht, nur zu der &Uuml;berzeugung f&uuml;hren kann, dass China die Verbrechen des Dritten Reiches wiederholt. <\/p><p>Wenn China aber wirklich systematischen Massenmord beginge, w&auml;re es ein Massenmord, der wider Erwarten in einem Bev&ouml;lkerungswachstum resultiert, der Einkommen und Bildungschancen erh&ouml;ht, der keine Massenflucht ausl&ouml;st und f&uuml;r den es weder Bild- noch Videobeweise gibt. Es w&auml;re auch der erste Massenmord, der zu einem Reiseboom f&uuml;hrt. Allein im letzten Jahr besuchten &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202103\/1219481.shtml\">150 Millionen Touristen<\/a> die Region. Es gibt keine Daten, die einen Massenmord an den Uiguren glaubhaft belegen k&ouml;nnten, und es ist dementsprechend eine Anklage, die ausschlie&szlig;lich von unseri&ouml;sen Quellen vorgebracht wird. <\/p><p>Das deutlichste Zeichen, dass es sich in Xinjiang nicht um einen Massenmord handelt, ist, dass selbst die popul&auml;rsten Anklageschriften zum Thema China nicht Mord, sondern lediglich die Verhinderung von Geburten vorwerfen. Die prominenteste <a href=\"https:\/\/jamestown.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Zenz-Internment-Sterilizations-and-IUDs-UPDATED-July-21-Rev2.pdf?x79141\">Studie<\/a> zum Thema stammt von dem Deutschen Adrian Zenz, der sich bereits durch eine Vielzahl vergleichbarer Ver&ouml;ffentlichungen zum Thema Xinjiang einen Namen gemacht hat. Sie wurde im Juni 2020 bei der in Washington D.C. ans&auml;ssigen Jamestown Foundation ver&ouml;ffentlicht. Die Thesen dieser Studie wurden anschlie&szlig;end dutzendfach in den Medien zitiert und verdienen daher n&auml;here Aufmerksamkeit. <\/p><p>Auch Zenz f&uuml;hrt nicht Massenmord, sondern die seit 2017 deutlich erh&ouml;hten Sterilisationsraten und gleichzeitig stark abfallende Geburtenrate in Xinjiang als &bdquo;bis zu diesem Zeitpunkt besten Beweis&ldquo; f&uuml;r einen Genozid gem&auml;&szlig; der <a href=\"https:\/\/www.un.org\/en\/genocideprevention\/documents\/atrocity-crimes\/Doc.1_Convention%20on%20the%20Prevention%20and%20Punishment%20of%20the%20Crime%20of%20Genocide.pdf\">UN-V&ouml;lkermordkonvention<\/a> an. Die V&ouml;lkermordkonvention besagt u.a., dass die Unterdr&uuml;ckung von Geburten als Genozid gewertet werden kann, solange sie als Instrument f&uuml;r die Vernichtung einer religi&ouml;sen oder ethnischen Gruppe angewandt wird. Der in der Studie zitierte starke Abfall der Geburtenrate und der starke Anstieg von Sterilisationen in Xinjiang seit 2017 ist tats&auml;chlich ein Fakt. Handelt es sich also doch, wenn schon nicht um einen Massenmord, zumindest um einen Genozid im Sinne der V&ouml;lkermordkonvention? <\/p><p><b>Die Frage des &bdquo;schleichenden&ldquo; Genozids <\/b><\/p><p>Diese Schlussfolgerung erscheint fragw&uuml;rdig, da zum einen Geburtenregulierung in China kein Xinjiang-exklusives, sondern ein ganzstaatliches Ph&auml;nomen ist und da zum anderen die uigurische Bev&ouml;lkerung auch trotz aller Ma&szlig;nahmen weiterhin w&auml;chst. Zenz&rsquo; eigene Studie beziffert das Wachstum der Minderheit auf knapp 20% zwischen 2010 und 2018. Im selben Zeitraum lag das Wachstum der deutschen Bev&ouml;lkerung bei unter 2%. Andere Daten wie die Geburten- oder Sterilisationsrate sind tats&auml;chlich starken Ver&auml;nderungen unterworfen, die das Eingreifen der Regierung im Bereich der Familienplanung und Gesundheitsversorgung widerspiegeln. Sie sind im internationalen Vergleich aber nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Die Geburtenrate (Geburten pro 1.000 Einwohnern) <a href=\"https:\/\/www.huaon.com\/channel\/distdata\/675384.html\">fiel<\/a> innerhalb von zwei Jahren um knapp 50% und lag 2019 mit 8,14 sogar unter <a href=\"https:\/\/tradingeconomics.com\/germany\/birth-rate-crude-per-1-000-people-wb-data.html\">Deutschlands Rate<\/a> von 9,4. Das ist auch f&uuml;r China ein unterdurchschnittlicher Wert, allerdings ist die Geburtenrate in Schanghai <a href=\"https:\/\/www.huaon.com\/channel\/distdata\/675381.html\">noch niedriger<\/a> und niemand w&uuml;rde dort der chinesischen Regierung vorwerfen, einen Genozid zu planen. <\/p><p>Zenz f&uuml;hrt an, dass sich die Sterilisationen in Xinjiang im direkten Gegensatz zum nationalen Trend seit 2014 verzehnfacht haben. Im Jahr 2018 lagen sie bei ca. 2,4 pro tausend. Dieser Anstieg l&auml;sst sich zum Teil damit erkl&auml;ren, dass Verh&uuml;tung noch bis vor wenigen Jahren vielerorts in Xinjiang nur begrenzt oder &uuml;berhaupt nicht verf&uuml;gbar war und die chinesische Regierung seit 2017 <a href=\"https:\/\/twitter.com\/DanielDumbrill\/status\/1387313359440138240\">Milliarden<\/a> in den Ausbau des Gesundheitssystems in Xinjiang investiert hat. Dieser Ausbau des Gesundheitssystems resultierte unter anderem in &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202101\/1212073.shtml\">9.000 Ausgabestellen<\/a>, an denen g&auml;ngige Verh&uuml;tungsmittel provinzweit der Bev&ouml;lkerung kostenfrei zug&auml;nglich gemacht worden sind. Ein Anstieg der Nutzung von Verh&uuml;tungsmitteln war eine absehbare Konsequenz. Gleichzeitig wurden 2017 die landesweiten Richtlinien f&uuml;r Familienplanung, die in der Stadt ans&auml;ssigen Paaren zwei Kinder und auf dem Land ans&auml;ssigen Paaren drei Kinder erlauben, erstmals auch in Xinjiang verpflichtend eingef&uuml;hrt. Verst&ouml;&szlig;e resultierten nun in Bu&szlig;geldern, der Verzicht auf Kinder wurde <a href=\"https:\/\/archive.md\/T5mA6#selection-543.131-543.170\">finanziell gef&ouml;rdert<\/a>. <\/p><p>Der sprunghafte Anstieg von Spiraleinsetzungen in den Jahren 2017-18 ist damit vor allem dem Versuch der Bev&ouml;lkerung, negative finanzielle Konsequenzen zu vermeiden, und dem Druck zur Gesetzeskonformit&auml;t durch die Beh&ouml;rden geschuldet. Dass durch das Vorgehen der Beh&ouml;rden und die Androhung von Strafgeldern Druck teilweise vom Zwang zur Sterilisation nicht zu unterscheiden war, ist wahrscheinlich. Es handelt sich aber trotz alledem um die Implementierung von Standards zur Familienplanung, die im Rest des Landes bereits existieren, und nicht um die gezielte Unterdr&uuml;ckung einer bestimmten Volksgruppe. Das Niveau von 2,4 pro tausend ist mit dem von <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC2492586\/\">Industrienationen<\/a> vergleichbar und damit aufgrund der h&ouml;chst unterschiedlichen sozio&ouml;konomischen Realit&auml;ten in Xinjiang als &uuml;berdurchschnittlich hoch anzusehen. Aber wie auch in Industrienationen deutet dies mehr ein gezieltes Investment in &ouml;ffentliche Gesundheit als einen Genozid an.<\/p><p>Zenz&rsquo; Studie weist grobe handwerkliche Fehler auf. Eine der am h&auml;ufigsten zitierten Erkenntnisse besagt, dass 80% aller neuen Spiraleinsetzungen in China in 2018 in Xinjiang durchgef&uuml;hrt worden w&auml;ren. Da die Bev&ouml;lkerung Xinjiangs gerade mal 2% der gesamten chinesischen Bev&ouml;lkerung ausmacht, w&auml;re dies durchaus ein Grund zur Sorge gewesen. Die korrekte Zahl war allerdings <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/content\/1193454.shtml\">8,7%<\/a>. Ein Graph zur Spiraleinsetzung suggerierte aufgrund fehlerhafter Angabe der Gr&ouml;&szlig;enordnung, dass jede einzelne Frau in Xinjiang <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2021\/02\/18\/us-media-reports-chinese-genocide-relied-on-fraudulent-far-right-researcher\/\">4-8 Spiraleinsetzungen pro Tag<\/a> ertragen muss. Weitere Beispiele fragw&uuml;rdiger Nutzung von Daten resultierten in dem Vorwurf von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/drStuartGilmour\/status\/1395971354478792714\">akademischer Seite<\/a>, Zenz dichte banale, &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Informationen zur Familienplanung in einen Genozid um. Dass sich Zenz&rsquo; Studie trotz dieser handwerklichen M&auml;ngel und trotz vorhergehenden Ver&ouml;ffentlichungen von vergleichbarer Qualit&auml;t solch gro&szlig;er Aufmerksamkeit in der westlichen Medienlandschaft erfreuen durfte, sollte als fragw&uuml;rdig gelten.<\/p><p>Doch letztendlich ist die Sachlage bez&uuml;glich der Bev&ouml;lkerungsentwicklung in Xinjiang so eindeutig, dass selbst chinakritische Stimmen wie Theo Sommer von der Zeit zu dem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-04\/uiguren-xinjiang-china-genozid-menschenrechte-usa-eu-handel-sanktionen-5vor8\/seite-2\">Schluss kommen<\/a>, dass von einem demographischen Genozid keine Rede sein kann. Aber zumindest einen kulturellen Genozid m&uuml;sse sich China vorwerfen lassen oder wie Sommer sich ausdr&uuml;ckt: &bdquo;Jetzt wird eine Kultur ausgel&ouml;scht.&ldquo; <\/p><p><b>Die Frage des kulturellen Genozids<\/b><\/p><p>Bevor sich Adrian Zenz in 2020 entschied, direkt f&uuml;r demographischen Genozid zu pl&auml;dieren, war er ein Bef&uuml;rworter des kulturellen Genozids. In einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr\/china-cables-uiguren-103.html\">Interview<\/a> mit der Tagesschau in 2019 erkl&auml;rte er, China zerst&ouml;re die Uiguren &bdquo;kulturell, religi&ouml;s, sprachlich, in jeder Hinsicht.&ldquo; Theo Sommer spricht von abgerissenen Moscheen, abgesetzten Imamen und dem Zwang, in Umerziehungslagern Chinesisch lernen zu m&uuml;ssen. Hat die chinesische Regierung es also wirklich auf muslimische Minderheiten und insbesondere die Zerst&ouml;rung der uigurischen Kultur abgesehen?<\/p><p>Die Uiguren sind eine der 55 anerkannten Minderheiten Chinas und genie&szlig;en als solche Sonderrechte, was Sprache, Schrift und kulturelle Br&auml;uche angeht. Der vollst&auml;ndige Name Xinjiangs ist &bdquo;die autonome Region der Uiguren Xinjiang&ldquo; &ndash; diese Autonomie <a href=\"https:\/\/baike.baidu.com\/item\/%25E6%25B0%2591%25E6%2597%258F%25E8%2587%25AA%25E6%25B2%25BB%25E5%259C%25B0%25E6%2596%25B9\/10843555\">erm&ouml;glicht<\/a> es, eigene Gesetze zu erlassen, es gibt Spielraum bei der Auslegung von Gesetzen der Zentralregierung und ebenfalls das Recht zur Nutzung der eigenen Sprache und Schrift. Neben Mandarin ist Uigurisch die offizielle Sprache der Region. Alle Stra&szlig;enschilder und offiziellen Dokumente sind zweisprachig, was bedeutet, dass die uigurische Schrift in Xinjiang im direkten Gegensatz zur Anklage omnipr&auml;sent ist. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-1-Uigurische-Version-von-Henry-Kissingers-Buch-On-China.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-1-Uigurische-Version-von-Henry-Kissingers-Buch-On-China.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der Schulunterricht ist ebenfalls <a href=\"https:\/\/youtu.be\/EopbwS97Whc?t=573\">zweisprachig<\/a>. <a href=\"http:\/\/uyghur.xjdaily.com\/\">Zeitungen<\/a> und B&uuml;cher inkl. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/DanielDumbrill\/status\/1387313359440138240\">&Uuml;bersetzungen<\/a> von ausl&auml;ndischen Werken werden in Uigurisch ver&ouml;ffentlicht. Es gibt spezielle <a href=\"http:\/\/www.uycnr.com\/\">Radio-<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.veryhuo.com\/down\/html\/104714.html\">Fernsehprogramme<\/a> ebenfalls in Uigurisch. Uigurisch ist dar&uuml;ber hinaus neben Mongolisch, Tibetisch, Zhuang und Mandarin eine der f&uuml;nf Sprachen auf der nationalen W&auml;hrung, dem chinesischen Yuan. Sprache und Schrift sind Schl&uuml;sselelemente einer jeden Kultur. Zu argumentieren, dass ein Land, das die Ver&ouml;ffentlichung von audiovisuellen Medien in einer bestimmten Sprache nicht nur erlaubt, sondern aktiv unterst&uuml;tzt, das diese Sprache und Schrift aktiv in der Schule lehrt und das die Schrift landesweit auf der nationalen W&auml;hrung verbreitet, versuche, diesen Teil der Kultur zu zerst&ouml;ren, entbehrt jeglicher Logik.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-2-RMB-Note.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-2-RMB-Note.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Wie sieht es aber mit Religion aus? Sehen sich die Uiguren nicht wegen ihres Glaubens Repressalien ausgesetzt? Die chinesische Regierung hat als Beweggrund f&uuml;r ihr Vorgehen in Xinjiang u.a. den religi&ouml;sen Extremismus genannt. Dass sich Chinas Ma&szlig;nahmen aber nicht gegen den Islam an sich richten, l&auml;sst sich daran ablesen, dass von den zehn muslimischen Minderheiten des Landes nicht alle gleicherma&szlig;en betroffen sind. An keinem anderen Ort au&szlig;erhalb Xinjiangs werden vergleichbare Deradikalisierungsma&szlig;nahmen durchgef&uuml;hrt. Die gr&ouml;&szlig;te muslimische Volksgruppe Chinas, die Hui, sind also nicht den gleichen Einschr&auml;nkungen ausgesetzt wie die Uiguren.<\/p><p>Dass es aber auch in Xinjiang selbst nicht darum geht, den Uiguren ihren Glauben zu verbieten, l&auml;sst sich unter anderem daran ablesen, dass die von der chinesischen Regierung organisierten <a href=\"https:\/\/www.arabnews.com\/node\/1535241\/pakistan\">Charterfl&uuml;ge<\/a> f&uuml;r die j&auml;hrlichen Pilgerfahrten nach Mekka f&uuml;r tausende chinesische Muslime zwar nur unter strengen Auflagen, aber bis zum Beginn der Pandemie trotz allem weiterhin stattfanden. Ein weiterer Anhaltspunkt ist, dass, anders als im Rest des Landes, Eid al-Fitr (das Fest des Fastenbrechens) und Eid al-Adha (das Opferfest) in Xinjiang auch weiterhin <a href=\"https:\/\/china.findlaw.cn\/ask\/baike\/48299.html?zzaqkey=1465195048\">offizielle Feiertage<\/a> sind.<\/p><p>Laut der China Islamic Association gibt es &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.chinaislam.net.cn\/cms\/news\/media\/201503\/03-8001.html\">39.000 Moscheen<\/a> in China; der Gro&szlig;teil davon, &uuml;ber 24.000 Moscheen, allein in Xinjiang. Moscheen und islamische Architektur pr&auml;gen das Stadtbild von St&auml;dten wie Urumqi, Kashgar und Hotan ma&szlig;geblich und t&auml;gliche gemeinsame Gebete <a href=\"https:\/\/youtu.be\/MO2jqDQfeko?t=1991\">finden weiterhin statt<\/a>. Dass es auch Moscheen gibt, die teilweise oder vollst&auml;ndig abgerissen werden, ist m&ouml;glich. Allerdings ist kultureller Genozid hier nicht das einzig denkbare Motiv, sondern kann auch aufgrund von Bauf&auml;lligkeit oder Restaurationsarbeiten geschehen, und m&uuml;sste sicher in einem ambitionierteren Umfang stattfinden, wenn die Entislamifizierung Xinjiangs das Ziel sein sollte. <\/p><p>Dass an den Vorw&uuml;rfen der gezielten Zerst&ouml;rung muslimischer Kulturst&auml;tten durch die chinesische Regierung grundlegende Zweifel bestehen sollten, l&auml;sst sich daran erkennen, dass sich besagte Vorw&uuml;rfe bereits mehrmals als falsch herausgestellt haben und die Ankl&auml;ger z.B. <a href=\"https:\/\/medium.com\/@sunfeiyang\/the-case-of-the-keriya-aitika-mosque-efa29e456339\">Google Earth<\/a> fehlerhaft interpretiert oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Oex9o69j9bQ\">Einkaufszentren<\/a> als religi&ouml;se St&auml;tten dargestellt hatten. Die umfassendste und h&auml;ufig zitierte Anklage stammt vom ASPI (Australian Security Policy Institute) und wirft China den Abriss von &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.aspi.org.au\/report\/cultural-erasure\">16.000 Moscheen<\/a> in Xinjiang vor. Das ASPI hat sich allerdings bereits durch &auml;hnlich rei&szlig;erische Ver&ouml;ffentlichungen und fragw&uuml;rdige Interpretation von Satellitenbildern einen Ruf f&uuml;r grenzwertige, anti-chinesische Studien erarbeitet. So stellten sich verschiedene der zuvor von ASPI ebenfalls via Google Earth identifizierten &bdquo;Lager&ldquo; als <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ChengxinPan\/status\/1310051540397297665\">Schulen oder B&uuml;rogeb&auml;ude<\/a> heraus. Eine andere ASPI-Studie zur angeblich systematischen Zwangsarbeit in Xinjiang basierte auf <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2020\/03\/26\/forced-labor-china-us-nato-arms-industry-cold-war\/\">Spekulationen<\/a> &uuml;ber einen Bericht zu Arbeitsbedingungen in einer einzigen Fabrik. Auf die Studie folgende unangek&uuml;ndigte Besuche der Firma Skechers bei ihrem Zulieferer in Xinjiang konnten keinen der vom ASPI angef&uuml;hrten Punkte <a href=\"https:\/\/about.skechers.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/SKECHERS-USA-STATEMENT-UYGHURS-March-2021.pdf\">best&auml;tigen<\/a>. In Australien selbst gilt ASPI unter <a href=\"https:\/\/www.afr.com\/policy\/foreign-affairs\/the-think-tank-behind-australia-s-changing-view-of-china-20200131-p53wgp\">australischen Politikern<\/a> als Architekt von Anti-China-Hysterie und die Pr&uuml;fung von ASPIs fragw&uuml;rdiger Studie zur Zwangsarbeit in Xinjiang f&uuml;hrte zum <a href=\"https:\/\/citizensparty.org.au\/aspi-forced-labour-hypocrites-and-academic-fraudsters\">Vorwurf<\/a> von Heuchelei und akademischem Betrug.<\/p><p><b>Was geschieht wirklich in Xinjiang?<\/b><\/p><p>Es steht au&szlig;er Frage, dass die Freiheitsrechte der Uiguren vergleichsweise starken Einschr&auml;nkungen unterliegen. Nirgendwo in China ist der staatliche Sicherheitsapparat so sichtbar wie in Xinjiang. Polizeistationen, Sicherheitspersonal und Patrouillen sind in St&auml;dten omnipr&auml;sent und schwerer bewaffnet als sonst in China &uuml;blich. Sicherheitschecks in Flugh&auml;fen, Hotels, Sehensw&uuml;rdigkeiten sind h&auml;ufiger und werden mit gr&ouml;&szlig;erem Ernst abgehandelt als in jeder anderen Provinz.<\/p><p>Neben den Einschr&auml;nkungen durch die intensiven &ouml;ffentlichen Sicherheitsma&szlig;nahmen, von denen alle Einwohner und Besucher Xinjiangs gleicherma&szlig;en betroffen sind, existierten f&uuml;r die Uiguren, die Programme in den Umerziehungslagern durchlaufen haben, ebenfalls reale Eingriffe in ihre pers&ouml;nlichen Freiheitsrechte. Davon, dass die pers&ouml;nlichen Freiheitsrechte durch die Lager beschnitten wurden, darf ausgegangen werden, da es als unwahrscheinlich gelten muss, dass die gro&szlig;e Mehrheit Institutionen zur eigenen Deradikalisierung freiwillig besucht hat.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-3-Zwei-Polizisten-machen-eine-Pause-in-Kashgars-historischer-Altstadt.jpeg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-3-Zwei-Polizisten-machen-eine-Pause-in-Kashgars-historischer-Altstadt.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Ohne historischen Kontext ist der Aufbau von solch umfassenden Sicherheitsma&szlig;nahmen und zur Teilnahme verpflichtenden Deradikalisierungsprogrammen nur schwer nachvollziehbar. Sie sind aber weder ein Zeichen von Willk&uuml;r noch von ethnischem Hass auf eine Minderheit oder den Islam. Chinas Vorgehensweise in Xinjiang war die Antwort auf jahrzehntelangen religi&ouml;sen Extremismus und Terrorismus, der allein in den 10 Jahren vor 2015 <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-asia-china-26414014\">hunderten Einwohnern<\/a> der Region, Uiguren und Han gleicherma&szlig;en, das Leben gekostet hat. Ein Fakt, der trotz der wiederholten Berichterstattung zu terroristischen Anschl&auml;gen seit den 90ern auch in den westlichen Medien und zwei chinesischen Dokumentationen zum Thema (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u4cYE6E27_g\">1<\/a>\/<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fuj5yUNW7rg\">2<\/a>) infrage gestellt wurde.<\/p><p>Aufgrund des schieren Umfangs des Deradikalisierungsprogramms mit hunderttausenden Teilnehmern (die Weltbank nannte 180.000 Teilnehmer auf ihrer <a href=\"https:\/\/projects.worldbank.org\/en\/projects-operations\/project-detail\/P147367\">Projektseite<\/a>, bevor sie die Daten wieder l&ouml;schte) bestehen berechtigte Zweifel an den Auswahlkriterien der Beh&ouml;rden f&uuml;r die Teilnahme und ob nicht auch Menschen ohne jeden Hang zum Extremismus unn&ouml;tigerweise zur Teilnahme zwangsverpflichtet wurden. Gleichzeitig waren die Teilnahme und das Deradikalisierungsprogramm an sich &ndash; anders als es die Bezeichnung als &bdquo;KZ&ldquo; suggeriert &ndash; zeitlich begrenzt und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WmId2ZP3h0c\">beinhaltete<\/a> Ausgang am Wochenende. <a href=\"https:\/\/news.cgtn.com\/news\/2019-12-30\/CGTN-Exclusive-A-tour-of-a-former-re-education-center-in-Xinjiang-MQ7rursV3i\/index.html\">Laut<\/a> der chinesischen Regierung und <a href=\"https:\/\/www.irishtimes.com\/news\/world\/asia-pacific\/xinjiang-latest-detention-camps-close-but-oppression-continues-1.4116027\">best&auml;tigt<\/a> von westlichen Medien sind die Umerziehungslager seit Ende 2019 geschlossen, was deutsche Medien aber <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-mainz\/uiguren-zwangsarbeit-china-101.html\">bis heute<\/a> nicht davon abh&auml;lt, weiterhin von einer Million internierten Menschen zu sprechen.<\/p><p>Anderen Ma&szlig;nahmen Chinas zur Terrorbek&auml;mpfung in Xinjiang wurde weit weniger mediale Aufmerksamkeit gewidmet als den Umerziehungslagern. Dabei waren die Lager nur ein Teil von jahrelangen, milliardenschweren Investitionen in die Region, mit denen die chinesische Regierung versucht hat, dem religi&ouml;sen Extremismus die gesellschaftliche Basis zu entziehen. Aus Sicht der politischen F&uuml;hrung Chinas war die Gewalt in Xinjiang durch verschiedene Faktoren &ndash; vor allem Armut, mangelnden Bildungsstand, Arbeitslosigkeit und soziale R&uuml;ckst&auml;ndigkeit &ndash; beg&uuml;nstigt und es war die Verbesserung prim&auml;r dieser Faktoren, in die China investiert hat. Dass die Schlussfolgerung der Regierung nicht g&auml;nzlich aus der Luft gegriffen war, l&auml;sst sich an den <a href=\"http:\/\/www.stats.gov.cn\/tjsj\/pcsj\/rkpc\/6rp\/indexch.htm\">Daten<\/a> der 2010er Volksz&auml;hlung ablesen und viele politische Entscheidungen der letzten 10 Jahre in Xinjiang werden durch ihr Verst&auml;ndnis &uuml;berhaupt erst nachvollziehbar. <\/p><p><b>Die historische Situation in Xinjiang<\/b><\/p><p>In 2010 war Xinjiang gemessen am verf&uuml;gbaren Einkommen die zweit&auml;rmste Provinz Chinas. Das Bildungsniveau speziell der uigurischen Minderheit war extrem niedrig. Zu einem Zeitpunkt, zu dem &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.gov.cn\/test\/2011-10\/31\/content_1982280.htm\">82,5%<\/a> der Sch&uuml;ler in China die Oberschule besuchten, schlossen 87% der uigurischen Bev&ouml;lkerung bestenfalls die Mittelschule, 45% vielleicht noch nicht einmal die Grundschule ab. Die Bildungschancen der weiblichen Bev&ouml;lkerung waren besonders prek&auml;r. Nur 8% schafften einen Oberschulabschluss, in den &auml;rmsten, uigurisch dominierten Regionen waren es teilweise gerade mal <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20200331140833\/http:\/\/www.shehui.pku.edu.cn\/upload\/editor\/file\/20181207\/20181207161552_7364.pdf\">1%<\/a>. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-4-Zwei-uigurische-Jungen-raten-die-Nationalitaet-des-Autors.jpeg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/211106-Bild-4-Zwei-uigurische-Jungen-raten-die-Nationalitaet-des-Autors.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Xinjiangforscher wie der Chinese Li Jianxin <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20200331140833\/http:\/\/www.shehui.pku.edu.cn\/upload\/editor\/file\/20181207\/20181207161552_7364.pdf\">beschrieben<\/a> einen seit Jahrzehnten praktisch unver&auml;nderten Lebensstil in generations&uuml;bergreifender Armut, arrangierte Ehen h&auml;ufig von minderj&auml;hrigen Frauen, die nach ihrer Heirat ein Dasein als Hausfrau fristeten und deren vorrangige Pflicht in dem Geb&auml;ren von Kindern bestand. Lis Studien ergaben ein durchschnittliches Heiratsalter im uigurisch dominierten S&uuml;dxinjiang von 18 Jahren. <a href=\"https:\/\/china.huanqiu.com\/article\/9CaKrnJGXRB\">Nachforschungen<\/a> des Xinjianger Dorfvorstands Hou Hanmin in Kashgar in 2015 ergaben ebenfalls, dass 50% aller Frauen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet wurden. Eine Teilnehmerin der Studie war mit 34 Jahren bereits Gro&szlig;mutter. <\/p><p>Unter diesen Umst&auml;nden ist es wenig &uuml;berraschend, dass die Geburtenrate in der s&uuml;dlichen Stadt Hotan selbst noch im <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2071-1050\/12\/19\/8021\/htm\">Jahr 2017<\/a> bei 3,3 Kindern pro Frau lag. Ein Wert, der in Deutschland seit &uuml;ber 100 Jahren nicht mehr <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/1033102\/fertility-rate-germany-1800-2020\/\">erreicht<\/a> wurde und der das starke Bev&ouml;lkerungswachstum der Uiguren in den letzten 10 Jahren erkl&auml;rt. Im Ganzen betrachtet, sind es die Daten eines Entwicklungslandes mit mangelnder Perspektive und ohne Selbstbestimmung f&uuml;r einen Gro&szlig;teil insbesondere der weiblichen Bev&ouml;lkerung.<\/p><p><b>Die Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung<\/b><\/p><p>Chinas Ma&szlig;nahmen in Xinjiang konzentrierten sich zun&auml;chst auf Bildung. Zwischen 2010 und 2017 wurde die Schulpflicht auf 12 Jahre angehoben, Schulgeb&uuml;hren gestrichen und zweisprachiger Unterricht <a href=\"http:\/\/www.moe.gov.cn\/jyb_xwfb\/moe_2082\/s5936\/s5908\/201210\/t20121023_143566.html\">gef&ouml;rdert<\/a>. Der Anteil der Sch&uuml;ler, die die Oberschule besuchten, wuchs in den uigurisch dominierten Teilen Xinjiangs in f&uuml;nf Jahren von <a href=\"http:\/\/www.xinhuanet.com\/\/politics\/2015-09\/22\/c_128256238.htm\">38% auf 84%<\/a>. In 2019 waren es bereits <a href=\"http:\/\/www.gov.cn\/xinwen\/2020-07\/01\/content_5523267.htm\">98,82%<\/a> f&uuml;r die Provinz insgesamt. Mehr als <a href=\"https:\/\/baijiahao.baidu.com\/s?id=1712274917431611945&amp;wfr=spider&amp;for=pc\">46%<\/a> der 18- bis 22-J&auml;hrigen verfolgten ein Studium, eine Zahl, die sich seit 2010 verdoppelt hat.<\/p><p>In 2016 <a href=\"https:\/\/archive.ph\/jM1nt#selection-399.2-411.163\">begann<\/a> die chinesische Regierung gegen vor allem l&auml;ndliche Arbeitslosigkeit provinz&uuml;bergreifende Arbeitertransfers zu organisieren. In den folgenden Jahren wurden so <a href=\"https:\/\/archive.ph\/BFUIv#selection-191.0-207.67\">zehntausenden<\/a> vor allem uigurischen Arbeitern und Arbeiterinnen h&ouml;herbezahlte Jobs au&szlig;erhalb der Provinz vermittelt. In 2017 <a href=\"http:\/\/be.china-embassy.org\/eng\/zt\/xinjiangEN1\/t1860060.htm\">investierte<\/a> Peking im Rahmen einer landesweiten Kampagne zur Armutsbek&auml;mpfung 5,2 Milliarden Dollar in die Expansion des Gesundheitssystems in Xinjiang. Millionen Menschen <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202101\/1212073.shtml\">erhielten<\/a> so erstmals kostenlosen Zugang zu Verh&uuml;tungsmitteln. Gleichzeitig wurden &ndash; wie bereits erw&auml;hnt &ndash; erstmals die landesweiten Geburtenquoten auch f&uuml;r Minderheiten in Xinjiang verpflichtend. Verst&ouml;&szlig;e wurden mit Bu&szlig;geld geahndet, die Einhaltung der Geburtsquoten und der Verzicht auf weiteren Nachwuchs finanziell gef&ouml;rdert.<\/p><p>Weitere Milliarden flossen jedes Jahr f&uuml;r Infrastrukturprojekte und andere Aspekte der Armutsbek&auml;mpfung. Allein in 2019 waren es f&uuml;nf Milliarden Euro, die von Regierungsseite in die Provinz <a href=\"http:\/\/www.xinjiang.gov.cn\/xinjiang\/xjyw\/202004\/a53b44a4bc84461a8e4c87a3ceaa10b0.shtml\">investiert<\/a> wurden und so 600.000 Menschen allein in diesem einen Jahr den Aufstieg aus der absoluten Armut <a href=\"http:\/\/www.xinjiang.gov.cn\/xinjiang\/xjyw\/202004\/a53b44a4bc84461a8e4c87a3ceaa10b0.shtml\">erm&ouml;glichten<\/a>. Das verf&uuml;gbare Einkommen der Region stieg in den 10 Jahren von <a href=\"http:\/\/www.stats.gov.cn\/ztjc\/ztfx\/fxbg\/201103\/t20110310_16147.html\">2010<\/a> bis <a href=\"https:\/\/baijiahao.baidu.com\/s?id=1689478901702179503&amp;wfr=spider&amp;for=pc\">2020<\/a> um 75%. Zus&auml;tzlich initiierte die Regierung Programme, die die Beziehungen zwischen den einzelnen Volksgruppen st&auml;rken sollten. Das 2014 ins Leben gerufene <a href=\"https:\/\/baike.baidu.com\/item\/%25E8%25AE%25BF%25E6%2583%25A0%25E8%2581%259A%25E6%25B4%25BB%25E5%258A%25A8\/18161444\">Fanghuiju-Programm<\/a> verpflichtete &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202102\/1215149.shtml\">1 Million<\/a> Bewohner Xinjiangs, mehrmals j&auml;hrlich einen Partner von einer anderen Volkgruppe zu besuchen, und es wurden einzelne <a href=\"https:\/\/m.wed114.cn\/wiki\/article_3005.html\">Gesetze<\/a> erlassen, die finanzielle Anreize f&uuml;r die Ehe zwischen Han-Chinesen und Zugeh&ouml;rigen einer Minderheit schaffen sollten.<\/p><p><b>Verzerrte Sachverhalte<\/b><\/p><p>Die Aufarbeitung dieser komplexen Vorg&auml;nge durch Zenz und verschiedene fragw&uuml;rdige Think Tanks und die Berichterstattung der deutschen Medien machte anschlie&szlig;end aus Ehesubventionen &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.usembassy.gov\/de\/vereinigte-staaten-ergreifen-massnahmen-gegen-zwangsarbeit-in-xinjiang\/\">Zwangsehen<\/a>&ldquo;, aus Arbeitertransfers &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/china-beutet-uiguren-aus-als-zwangsarbeiter-in-xinjiang-a-a98b58ab-5164-4c12-a3d3-1cd5de2cf3a4\">Zwangsarbeit<\/a>&ldquo;, aus dem Angebot kostenfreier Verh&uuml;tungsmittel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/frauen-sterilisation-in-peking-china-wegen-genozid-verurteilt-17217683.html\">Zwangssterilisation<\/a>&ldquo; und aus Umerziehungslagern &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/moderne-konzentrationslager-in-xinjiang-us-kongress-fordert-china-sanktionen-wegen-verfolgter-uiguren\/25297884.html\">KZs<\/a>&ldquo;. Dabei werfen die Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung in Xinjiang auch ohne propagandistische &Uuml;bertreibung berechtigte Fragen zur Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit auf. Denn dass Zwang sowohl bei den Umerziehungslagern als auch beim Fanghuiju-Programm eine Rolle gespielt hat, ist kaum zu bezweifeln. Nur die wenigsten werden freiwillig in die eigene Deradikalisierung einwilligen oder praktisch Fremden den Zugang zum eigenen Haus gew&auml;hren. <\/p><p>Die vom chinesischen TV-Sender CGTN eigens produzierten <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/moderne-konzentrationslager-in-xinjiang-us-kongress-fordert-china-sanktionen-wegen-verfolgter-uiguren\/25297884.html\">Beitr&auml;ge<\/a> zum Arbeitertransfer zeigen ebenfalls deutlich, wie Parteikader pers&ouml;nlichen Druck aus&uuml;ben, um Uiguren von der Teilnahme zu &uuml;berzeugen. Der Kampf der Regierung gegen Fundamentalismus hat religi&ouml;se Praktiken zur&uuml;ckgedr&auml;ngt und f&uuml;hrende Imame das Amt <a href=\"https:\/\/www.latimes.com\/world\/asia\/la-fg-china-saudi-arabia-20160201-story.html\">gekostet<\/a>. Die Frage, ob die Eingriffe in die Pers&ouml;nlichkeitsrechte der Uiguren und die Religionsfreiheit nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig waren, ist berechtigt. Aber die Ma&szlig;nahmen richteten sich trotz allem nicht gegen den Islam oder willk&uuml;rlich gegen eine Minderheit. Kritik rein an ihrer Gr&ouml;&szlig;enordnung suggeriert, dass es elegantere L&ouml;sungen g&auml;be, schwerwiegendem Terrorismus zu begegnen, ohne eine echte Alternative zu pr&auml;sentieren. Was weit seltener Erw&auml;hnung fand, ist, dass die Ma&szlig;nahmen durchaus von Erfolg gekr&ouml;nt waren. Seit 2017 gab es in der Region keine weiteren Terroranschl&auml;ge mehr.<\/p><p>Xinjiang in 2021 ist immer noch Xinjiang, auch nach einem Jahrzehnt des Wandels. Die Region ist immer noch die Heimat einer Vielzahl von Minderheiten, dominiert von Uiguren. Die Kultur ist nach wie vor unverkennbar islamisch gepr&auml;gt und Xinjiang unterscheidet sich immer noch deutlich von anderen Teilen Chinas. Es ist unbestreitbar, dass Freiheitsrechte der Uiguren im Rahmen der Terrorismusbek&auml;mpfung eingeschr&auml;nkt wurden. Gleichzeitig sind sie heute wohlhabender, sicherer und besser gebildet als je zuvor. Bei Kritikern, die von dem Ausl&ouml;schen einer Kultur sprechen, muss der Verdacht bestehen, dass sie die Kultur der Uiguren allein auf Armut und religi&ouml;sen Extremismus reduzieren. Aufgrund der Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung ist die gesellschaftliche Realit&auml;t Xinjiangs nicht l&auml;nger die eines Entwicklungslandes. Diese Entwicklung mag mit Zwang verbunden und in Teilen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gewesen sein, aber sie ist kein Genozid.<\/p><p><b>Die Quellen zum Genozid<\/b><\/p><p>Wenn in Xinjiang kein Genozid stattfindet, stellt sich nat&uuml;rlich die Frage, auf welche Quellen sich Mike Pompeo, US-amerikanische Forschungsinstitute und deutsche Politiker beziehen und was die treibende Kraft hinter Resolutionen in nationalen Parlamenten ist, wenn sie &ouml;ffentlich das Gegenteil behaupten. Ein n&auml;herer Blick auf die einflussreichsten Quellen offenbart, dass die prominentesten Urheber der Anklageschreiben zu Xinjiang vor allem zwei Dinge verbindet: US-amerikanische Finanzierung und ein Mangel an Glaubw&uuml;rdigkeit. Das offensichtlichste Beispiel hierf&uuml;r ist der meistzitierte Experte zum Thema Xinjiang, Adrian Zenz.<\/p><p><b>Adrian Zenz<\/b><\/p><p>Adrian Zenz ist weniger China-Experte als vielmehr ein evangelikaler Fundamentalist, der aktuell bei der von der US-amerikanischen Regierung gegr&uuml;ndeten, antikommunistischen Victims of Communism Memorial Foundation in Washington D.C. besch&auml;ftigt ist. Fr&uuml;her arbeitete er an einer evangelikalen Bildungseinrichtung nahe Stuttgart und ver&ouml;ffentlichte Glaubensstudien, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Homosexualit&auml;t und das gewaltfreie Aufziehen von Kindern als religi&ouml;s problematisch bezeichnen und zur &bdquo;Veredelung&ldquo; der Juden im Fegefeuer w&auml;hrend des J&uuml;ngsten Gerichts <a href=\"https:\/\/books.google.com.hk\/books?id=lRtSQB3HHJcC&amp;q=jews&amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;q=fiery%2520furnace&amp;f=false\">theorisieren<\/a>. In einem <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/the-german-data-diver-who-exposed-chinas-muslim-crackdown-11558431005\">Interview<\/a> mit dem Wall Street Journal in 2019 gab Zenz zu Protokoll, sich f&uuml;r seine Forschungen zu Xinjiang von &bdquo;Gott berufen zu f&uuml;hlen&ldquo;. Zenz&rsquo; Umerziehungslagerstudie, die die Zahl der 1 Million Internierten popularisierte, ver&ouml;ffentlichte er &ndash; wie auch weitere Studien &ndash; bei der CIA-nahen Jamestown Foundation, die ebenfalls in Washington D.C. ihren Sitz hat. Sein professionelles Netzwerk, die manipulative Nutzung von Daten, die mangelhafte wissenschaftliche Integrit&auml;t seiner Arbeiten sowie die Einseitigkeit seiner Schlussfolgerungen lassen eindeutige Schl&uuml;sse zu Zenz&rsquo; Glaubw&uuml;rdigkeit zu.<\/p><p><b>ASPI<\/b><\/p><p>Die neben Zenz popul&auml;rste Quelle ist das zuvor bereits erw&auml;hnte ASPI, das vor allem mit dem Versuch, &uuml;ber Google-Earth-Bilder einen Genozid zu beweisen, und mit verschiedenen, h&auml;ufig mit Zenz thematisch identischen und vergleichbar unwissenschaftlichen Studien auf sich aufmerksam gemacht hat. Zenz und ASPIs James Leibold verfassten dar&uuml;ber hinaus seit 2017 &uuml;ber ein halbes Dutzend Artikel zusammen. Das ASPI finanziert sich u.a. &uuml;ber das australische Verteidigungsministerium, das <a href=\"https:\/\/www.afr.com\/policy\/foreign-affairs\/the-think-tank-behind-australia-s-changing-view-of-china-20200131-p53wgp\">US State Department<\/a>, UK Foreign and Commonwealth Office, <a href=\"https:\/\/s3-ap-southeast-2.amazonaws.com\/ad-aspi\/2021-09\/ASPI-Funding-2020_2021.pdf?VersionId=tJxiJj2k0UALZCiXY18AOYodZMHFDKHv\">den US-amerikanischen Milit&auml;rkomplex<\/a> und <a href=\"https:\/\/transparency.ag.gov.au\/SearchItemDetail\/e9326e96-ca4b-ea11-8132-0050569d2348\">NATO<\/a>. Die Darstellung Chinas als b&ouml;sartigen Antagonisten ist f&uuml;r die USA, Gro&szlig;britannien und die NATO aus geopolitischen Gr&uuml;nden von Vorteil und f&uuml;r den US-amerikanischen Milit&auml;rkomplex aus finanziellen, da es die weitere Bewaffnung Australiens nahelegt. Damit handelt es sich, &auml;hnlich wie bei Zenz, um einen Interessenkonflikt. Es sollte auch erw&auml;hnt werden, dass &ndash; abgesehen von Nachforschungen auf Google Earth &ndash; alle Studien zum Thema Xinjiang von Zenz und ASPI auf &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen, chinesischen Quellen basieren. Dass die chinesische Regierung Informationen zu einem von ihr selbst ver&uuml;bten Genozid ver&ouml;ffentlicht, erscheint h&ouml;chst unwahrscheinlich.<\/p><p><b>Die IPAC<\/b><\/p><p>Was aber war die treibende Kraft hinter den Genozid-Resolutionen in Kanada, Gro&szlig;britannien, der Niederlande und Litauen? Bei n&auml;herer Betrachtung wird deutlich, dass sie alle von Mitgliedern der Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC) zur Abstimmung gebracht wurden. Die in 2020 gegr&uuml;ndete IPAC ist ein Zusammenschluss von Politikern aus 19 nationalen Parlamenten (vor allem den NATO-Staaten) und dem Europaparlament, dessen Beraterstab inklusive Zenz vielf&auml;ltige Verbindungen zur CIA-nahen Jamestown Foundation und der CIA-Schwesterorganisation NED aufweist oder selber &ndash; wie Robert Suettinger &ndash; langj&auml;hrige CIA-Mitarbeiter waren. Die Organisation wurde auf der zweifelhaften Annahme gegr&uuml;ndet, dass chinesischen Verletzungen des internationalen und des Menschenrechts mehr Aufmerksamkeit geb&uuml;hrt als denen der eigenen Mitgliedsstaaten und der NATO. Folgerichtig ist die IPAC weniger ein neutraler Beobachter des internationalen Geschehens als vielmehr NATO-PR und seine Mitglieder fallen vor allem durch anti-chinesische Polemik auf. Die Genozid-Resolutionen waren zwar alle unverbindlich und damit rein symbolischer Natur, erfreuten sich aber ausf&uuml;hrlicher Berichterstattung und zeigen, wie eine ausreichend motivierte politische Randgruppe unangemessenen Einfluss auf die &ouml;ffentliche Wahrnehmung nehmen kann, selbst wenn die Inhalte keine faktische Basis haben.<\/p><p><b>Newlines Institute<\/b><\/p><p>Wie steht es aber mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema? Die vom Newlines Institute im M&auml;rz dieses Jahres ver&ouml;ffentlichte Studie mit dem unzweideutigen Titel &bdquo;The Uyghur Genocide&ldquo; ist in gewisser Weise eine Kulmination der Xinjiang-Propaganda. Newlines ist eine Unterorganisation der Fairfax University of America, eine fragw&uuml;rdige Einrichtung mit gerade einmal acht Dozenten, die 2019 beinahe wegen ihrer mangelnden akademischen Standards <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2021\/03\/17\/report-uyghur-genocide-sham-university-neocon-punish-china\/\">geschlossen<\/a> worden w&auml;re. Die F&uuml;hrung des Instituts ist eine Mischung aus vormaligen Angestellten des US-Au&szlig;enministeriums, Milit&auml;rberatern und Geheimdienstmitarbeitern. Zu den Experten, die f&uuml;r die Studie befragt wurden, geh&ouml;ren die IPAC-Mitglieder Cotler und Kennedy, US-Diplomaten und Adrian Zenz. <\/p><p>Die Studie pr&auml;sentiert keine eigenen Erkenntnisse. Sie basiert auf den Arbeiten von Zenz, ASPI und zitiert vielfach Artikel des CIA-Senders Radio Free Asia. Zenz allein wird &uuml;ber 50 Mal zitiert. Eine weitere oft zitierte Quelle ist die Xinjiang Victims Database, eine Datenbank, die das Ein-Mann-Projekt des Amerikaners Gene Bunin zu sein scheint. Die Datenbank mit &uuml;ber 24.000 Eintr&auml;gen hat Bunins eigenen Angaben nach nicht den Anspruch, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RodericDay\/status\/1412771548423933954\">100% glaubw&uuml;rdig<\/a> zu sein, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/shahitbiz\/status\/1440399282725474308\">erkl&auml;rte<\/a> f&auml;lschlicherweise Menschen als verstorben und beinhaltet Personeneintr&auml;ge, an denen trotz ihrer Markierung als besonders vertrauensw&uuml;rdig Zweifel an ihrer Authentizit&auml;t bestehen m&uuml;ssen. So gab z.B. die Kasachin Sayragul Sauytbay wiederholt widerspr&uuml;chliche <a href=\"https:\/\/www.moonofalabama.org\/2020\/12\/uighurs-forced-to-eat-pork-horror-stories-told-by-chinese-defector-seem-to-evolve.html\">Interviews<\/a> zu ihrer Erfahrung in Xinjiang und ver&ouml;ffentlichte anschlie&szlig;end ein Buch, dessen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/TweetDisliker\/status\/1430939897116778499\">Inhalte<\/a>, wie z.B. die Angabe, dass sie im Lager Pl&auml;ne von China zur Besetzung Europas im Jahre 2035 gesehen habe, selbst <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RodericDay\/status\/1431268527659524099\/photo\/1\">Unterst&uuml;tzer<\/a> zwang, sich von ihr zu distanzieren. Die gro&szlig;z&uuml;gige Nutzung dieser fragw&uuml;rdigen Quellen zeigt, dass die Newlines-Studie wissenschaftlichen Standards nicht gen&uuml;gt. Und es steht der Verdacht im Raum, dass sie vor allem dazu dient, diskreditierter anti-chinesischer Propaganda &uuml;ber eine Neuauflage durch eine vertrauensw&uuml;rdig klingende Bildungseinrichtung neue Seriosit&auml;t zu verleihen.<\/p><p><b>Der Bundestag und die Anh&ouml;rung zu den Uiguren<\/b><\/p><p>Es war der 17. Mai, als der Ausschuss f&uuml;r Menschenrechte und humanit&auml;re Hilfe des Bundestages f&uuml;r eine Anh&ouml;rung zur v&ouml;lkerrechtlichen Bewertung der Menschenrechtsverletzungen an Uiguren zusammenkam. Genau wie zuvor in Kanada, Gro&szlig;britannien und der Niederlande wurde der Rahmen der Anh&ouml;rung und die Anh&ouml;rung selbst von Mitgliedern der IPAC dominiert. Drei Teilnehmer, darunter die Vorsitzende des Ausschusses, Gyde Jensen (FDP), Sprecherin des Ausschusses, Margarete Bause (die Gr&uuml;nen), und ebenfalls Sprecher, Michael Brand (CDU), sind alle Mitglieder der IPAC. Bause nahm die gew&uuml;nschte Schlussfolgerung der Anh&ouml;rung mit der eine Woche fr&uuml;heren Ver&ouml;ffentlichung eines Gutachtens des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, das einen Genozid in Xinjiang konstatiert, vorsichtshalber vorweg. Das Gutachten ist ein bemerkenswertes Werk, das seine Schlussfolgerungen zum V&ouml;lkermord zum Gro&szlig;teil aus der Newlines-Studie ableitet. Von den sieben eingeladenen Sachverst&auml;ndigen sind ebenfalls zwei IPAC-Mitglieder, eines davon ist Adrian Zenz.<\/p><p>W&auml;hrend der Anh&ouml;rung stellt Jensen Zenz <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NavinaHeyden\/status\/1394676889005039619\">f&auml;lschlicherweise<\/a> als &bdquo;Professor an der European School of Culture and Theology&ldquo; und nicht als Senior Fellow der &bdquo;Victims of Communism Memorial Foundation&ldquo; vor, da das vermutlich Fragen zu seiner Objektivit&auml;t zum Thema China aufgeworfen h&auml;tte. Der Sachverst&auml;ndige Safferling bringt das Konzept Responsibility to Protect (R2P) ins Gespr&auml;ch ein, welches Interventionen in anderen L&auml;ndern legitimiert und dessen Anwendung durch die NATO in <a href=\"https:\/\/www.globalr2p.org\/countries\/libya\/\">Libyen<\/a> zur Zerst&ouml;rung des Landes f&uuml;hrte. Der Abgeordnete Braun (AfD) spricht von der Verfolgung und zwanghaften Organentnahme der &bdquo;sehr friedlichen Bewegung&ldquo; Falun Gong in China. Ein Ger&uuml;cht, das der <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2019\/09\/30\/reports-china-organ-harvesting-cult-falun-gong\/\">antiwissenschaftliche<\/a>, rechtsextreme Falun-Gong-Kult selbst in die Welt gesetzt hat und das sp&auml;testens 2017 durch die <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/asia_pacific\/in-the-face-of-criticism-china-has-been-cleaning-up-its-organ-transplant-industry\/2017\/09\/14\/d689444e-e1a2-11e6-a419-eefe8eff0835_story.html\">Washington Post<\/a> entkr&auml;ftet wurde. Als sich schlie&szlig;lich w&auml;hrend der Anh&ouml;rung ein Konsens herausbildet, dass nicht ausreichend Beweise f&uuml;r einen Genozid vorliegen, f&uuml;hrt Margarete Bause u.a. die China Cables und die Karakax-Liste als Gegenargument vor. Diese Dokumente werden von der chinesischen Seite als F&auml;lschungen <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/content\/1180051.shtml\">bezeichnet<\/a>. Laut der SZ k&ouml;nne man ihnen deshalb <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/china-cables-faq-1.4694488\">vertrauen<\/a>, weil &bdquo;ein westlicher Geheimdienst&ldquo; und Adrian Zenz sie als authentisch betrachten. &Uuml;berzeugend ist das nicht. Am Ende ist es vor allem der Integrit&auml;t der geladenen juristischen Experten geschuldet, dass die Anh&ouml;rung endet, ohne f&auml;lschlich einen Genozid festzustellen.<\/p><p>Diese unr&uuml;hmliche Episode im Bundestag mag unbedeutend erscheinen, aber sie tr&auml;gt schwerwiegende Symbolik in sich. Denn die Anh&ouml;rung zum Genozid in Xinjiang mag in Deutschland abgehalten worden sein, aber die globale Genozidkampagne gegen China selbst ist vor allem eine US-amerikanische Initiative. Dass dies der Fall ist, zeigen nicht nur die US-amerikanischen Finanzstr&ouml;me zu den prominentesten Vertretern der Genozidthese wie Zenz und dem ASPI, sondern auch die j&auml;hrlich millionenschwere Finanzierung einer Reihe von uigurischen <a href=\"https:\/\/www.ned.org\/region\/asia\/xinjiang-east-turkestan-china-2020\/\">Separatistenorganisationen<\/a>, wie dem World Uyghur Congress oder dem Uyghur Human Rights Project. <\/p><p>Die Unterst&uuml;tzung dieser US-amerikanischen Initiative war es deutschen Politikern wert, diese Anh&ouml;rung zu veranstalten. Eine Anh&ouml;rung zu einem Thema &ndash; Genozid in Xinjiang &ndash; f&uuml;r dessen Aufkl&auml;rung ein kurzes Gespr&auml;ch mit einem ernsthaften Sinologen ausgereicht h&auml;tte. H&auml;tte der Menschenrechtsausschuss einen Genozid festgestellt, w&auml;re dies als politisches Druckmittel genutzt worden. Wie Bauses Gutachten nahelegt, wohl vor allem um die Aktivit&auml;ten deutscher Unternehmen in Xinjiang zur&uuml;ckzufahren. Ein Schritt, der ironischerweise nicht nur in Xinjiang t&auml;tige deutsche Unternehmen, sondern durch die Eliminierung von Berufschancen auch die Uiguren direkt negativ beeinflussen w&uuml;rde und damit in Essenz deutsche Interessen US-amerikanischen unterordnet.<\/p><p>Einen bitteren Beigeschmack sollte auch die Tatsache hinterlassen, dass das Verhalten von Medien und Politikern, der deutschen Bev&ouml;lkerung mit Appellen an unser historisches Schuldbewusstsein eine L&uuml;ge zu verkaufen, nicht beispiellos ist. Denn es waren nicht zuletzt die Beteuerungen Rudolf Scharpings, dass Massaker und ethnische S&auml;uberungen im Kosovo durchgef&uuml;hrt und KZs in Pristina betrieben w&uuml;rden, die 1999 die n&ouml;tigen Voraussetzungen zugunsten der Teilnahme am v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg der NATO und am ersten deutschen Kampfeinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2000\/Enthuellungen-eines-Insiders-Scharpings-Propaganda-im-Kosovo-Krieg,erste7422.html\">schufen<\/a>. Alle Anschuldigungen stellten sich hinterher als haltlos <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eFjjf_H_L0A&amp;t=728s\">heraus<\/a>. Der damalige Au&szlig;enminister, Joschka Fischer, verteidigte seinerseits die Entscheidung der Gr&uuml;nen f&uuml;r den Krieg und gegen die Grundwerte seiner eigenen Partei mit den Worten &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/archivradio\/joschka-fischer-nie-wieder-auschwitz-als-kriegsbegruendung-100.html\">Nie wieder Ausschwitz<\/a>!&ldquo;. Der Kosovokrieg war ebenfalls eine NATO-Initiative ohne jeden Bezug zu den Interessen der deutschen Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Die Anh&ouml;rung zum Genozid in Xinjiang zeigt, dass es im deutschen Bundestag m&ouml;glich ist, unter Einbezug von fragw&uuml;rdigen Experten und manipulativen Gutachten politisches Theater zu spielen, um eine Unwahrheit zu verkaufen. Adrian Zenz steht seit Jahren f&uuml;r seine akademisch fragw&uuml;rdigen und manipulativen Arbeiten in der Kritik und aufgrund seiner einseitigen Schlussfolgerungen auch unter dem Verdacht, ein bezahlter Propagandist zu sein. Er wurde trotzdem wiederholt als Chinaexperte zu Anh&ouml;rungen eingeladen. Das von Margarete Bause in Auftrag gegebene Gutachten zeigt, dass auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages unter Umst&auml;nden auf unseri&ouml;se Quellen zur&uuml;ckgreift und damit im Zweifelsfall zu falschen Schlussfolgerungen kommen kann. <\/p><p>Die Vorarbeit f&uuml;r die politische Farce des Menschenrechtsausschusses hat die Berichterstattung der deutschen Medien geleistet, die auch Jahre nachdem Zenz&rsquo; Glaubw&uuml;rdigkeit infrage stand, ihn weiter als Experten pr&auml;sentieren und die jede Neuver&ouml;ffentlichung des ASPI aufgreifen, als handele es sich um die Arbeit einer vertrauensw&uuml;rdigen, neutralen Instanz. Es l&auml;sst sich nur mit einem vielsagenden Desinteresse an Fakten erkl&auml;ren, dass deutsche Medien auch weiterhin diskreditierte Quellen zitieren, bis <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/un-china-menschenrechte-101.html\">heute<\/a> &ndash; drei Jahre sp&auml;ter &ndash; immer noch von einer Million Inhaftierten in Xinjiang berichten. Oder dass es keinem Medienschaffenden auff&auml;llt, dass Anklagen zur Zwangsarbeit in den Baumwollfeldern oder dem Genozid an einer religi&ouml;sen Minderheit speziell auf US-amerikanische und deutsche Zielgruppen zugeschnittene Narrative sind.<\/p><p>Es hat reale Konsequenzen f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit des Bundestages, wenn Propagandisten als Experten verkauft und akademisch mangelhafte Gutachten als Basis f&uuml;r politische Entscheidungen genutzt werden. Es hat reale Konsequenzen f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit deutscher Medien, wenn jahrelang kritik- und korrekturlos der &Ouml;ffentlichkeit dieselben lang diskreditierten Geschichten pr&auml;sentiert und dieselben tendenzi&ouml;sen Quellen genutzt werden. <\/p><p>Der vermeintliche Genozid in Xinjiang wird nicht die letzte anti-chinesische Kampagne sein. Das US State Department allein hat ein j&auml;hrliches Propagandabudget von <a href=\"https:\/\/www.appropriations.senate.gov\/imo\/media\/doc\/FY21%2520BILL%2520HIGHLIGHTS_SFOPS_final.pdf\">300 Millionen US Dollar<\/a> &bdquo;to counter China&rsquo;s influence&rdquo;. Und nach gemachten Erfahrungen zum Thema Xinjiang steht zu vermuten, dass deutsche Politiker und deutsche Medien sich eher in den Dienst der n&auml;chsten anti-chinesischen Kampagne stellen werden, als der Aufkl&auml;rung zu dienen, und dass das historische Schuldbewusstsein der Deutschen einmal mehr durch die Presse getrieben werden wird, sobald dies f&uuml;r ein geostrategisches Ziel der USA hilfreich ist. Es ist schwer zu argumentieren, dass dies im Interesse der deutschen Bev&ouml;lkerung ist, der diese demokratischen Institutionen dienen sollen.<\/p><p>Titelbild: Chris Redan \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschehnisse in Xinjiang und das Schicksal der Uiguren in der westlichen Provinz Chinas sind seit Jahren fester Bestandteil der westlichen Berichterstattung. Berichte zu den vermeintlich exzessiven Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung und den resultierenden umfassenden Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit haben zur mehrfachen Verurteilung von China vor der UN und Anh&ouml;rungen zum Thema im Bundestag<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77658\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":77661,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[155,123,20,129],"tags":[881,2418,379,441,901,1917,2102,1403,343,305,3151,2771,1556,3155,2704],"class_list":["post-77658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demografische-entwicklung","category-kampagnentarnworteneusprech","category-landerberichte","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","tag-armut","tag-bevoelkerungsentwicklung","tag-china","tag-freiheit","tag-geheimdienste","tag-genozid","tag-geostrategie","tag-konzentrationslager","tag-luegen-mit-zahlen","tag-menschenrechte","tag-nationale-minderheiten","tag-uiguren","tag-usa","tag-zenz-adrian","tag-zwangsarbeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/shutterstock_1616337097.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/77658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=77658"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/77658\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77899,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/77658\/revisions\/77899"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/77661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=77658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=77658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=77658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}