{"id":7773,"date":"2010-12-16T09:27:54","date_gmt":"2010-12-16T08:27:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7773"},"modified":"2019-07-05T11:34:30","modified_gmt":"2019-07-05T09:34:30","slug":"griechenland-alternative-zum-totsparen-die-reichen-muessen-bluten-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7773","title":{"rendered":"Griechenland: Alternative zum Totsparen: Die Reichen m\u00fcssen bluten. (IV)"},"content":{"rendered":"<p>Ehe das grundlegende Dilemma der griechischen Staatseinnahmen beschrieben wird, soll hier die neueste Etappe in der Diskussion um die &bdquo;Streckung&ldquo; der Tilgungsfristen f&uuml;r die von Athen beanspruchten Kredite aus dem St&uuml;tzungsprogramm von IWF und EFSF (dem Hilfsfonds der Euro-Partner) nachgezeichnet werden. Das ist schon deshalb geboten, weil alle denkbaren Strategien f&uuml;r eine mittelfristige Sanierung der &ouml;ffentlichen Finanzen zum Scheitern verurteilt sind, wenn Griechenland seine Schulden ab Anfang 2013 zu den Bedingungen abzahlen muss, die im &bdquo;Memorandum&ldquo; vom Mai 2010 von der Troika festgelegt wurden. Von Niels Kadritzke<br>\n<!--more--><br>\nDass eine Modifikation der R&uuml;ckzahlungsmodalit&auml;ten kommen wird, steht praktisch fest. Athener Zeitungen meldeten Anfang Dezember, Regierungschef Papandreou sei sich in dieser Frage bereits mit EU-Kommissionspr&auml;sident Barroso einig geworden. Das ist sicher verfr&uuml;ht, zumindest was die Modalit&auml;ten betrifft, die sich auf drei Punkte beziehen: erstens den Beginn der R&uuml;ckzahlung der ESFS-Mittel, zweitens den Zeitraum, &uuml;ber den die R&uuml;ckzahlung gestreckt werden soll, und drittens den Zinssatz in der Verl&auml;ngerungsperiode. EU-Kommissar Olli Rehn erkl&auml;rte am 9. Dezember in Athen, die Kommission werde ihren Vorschlag f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung Anfang 2011 dem Rat der EU-Finanzminister zuleiten. Diese seien bereit, einen solchen Vorschlag &bdquo;wohlwollend zu pr&uuml;fen&ldquo;, mit dem Ziel, die Zweifel &bdquo;der M&auml;rkte&ldquo; an der R&uuml;ckzahlungsf&auml;higkeit Griechenlands zu beseitigen. Als besonders wichtig bewertete die Athener Presse die Aussage Rehns, f&uuml;r den Fall einer Verl&auml;ngerung seien keine neuen Auflagen oder Forderungen vorgesehen.<\/p><p><strong>IWF f&uuml;r &bdquo;Streckung&ldquo; der Tilgungsfristen<\/strong><\/p><p>Sicher ist, dass eine Streckung der Fristen nicht am zweiten Geldgeber des Kreditprogramms scheitern wird. IWF-Chef Strauss-Kahn erkl&auml;rte zwei Tage vor Olli Rehn im griechischen Parlament, seine Organisation sei &bdquo;f&uuml;r die Ausdehnung der R&uuml;ckzahlungsperiode&ldquo;, aber die Entscheidung liege bei den Partnern der Eurozone. Diese Bereitschaft des IWF signalisiert implizit die Einsicht, dass erstens im &bdquo;Memorandum&ldquo; vom Mai 2010 viel zu  kurzatmige Sparziele dekretiert wurden, und dass zweitens die R&uuml;ckkehr der griechischen Wirtschaft auf einen Wachstumskurs fr&uuml;hestens 2012 zu erwarten ist. <\/p><p><strong>Einf&uuml;hrung von Eurobonds?<\/strong><\/p><p>Die Ausweitung des Krisenmechanismus auf Irland, und die Bef&uuml;rchtung, dass demn&auml;chst auch die iberischen L&auml;nder unter den &bdquo;Rettungsschirm&ldquo; genommen werden m&uuml;ssen, hat inzwischen zu breiteren Diskussionen &uuml;ber die Zukunft der Eurozone und der EU insgesamt gef&uuml;hrt. Dabei sind zwei Ma&szlig;nahmen im Gespr&auml;ch, die noch vor kurzem ein Tabu waren: erstens eine erhebliche Aufstockung des EFSF (um das doppelte oder dreifache), um die Rettungsschw&uuml;re f&uuml;r Spanien und Portugal gegen&uuml;ber den M&auml;rkten glaubw&uuml;rdig zu machen; zweitens die Einf&uuml;hrung von &bdquo;Eurobonds&ldquo;, die von Jean-Claude Juncker, dem luxemburgischen Vorsitzenden der Euro-Gruppe, und dem italienischen Finanzminister Giulio Tremonti vorgeschlagen wurden. In ihrem Beitrag in der Financial Times vom 6. Dezember fordern sie ein &bdquo;starke und systemische Antwort auf die Krise&ldquo;. Ihre eigene Antwort ist die Einf&uuml;hrung von Eurobonds. Solche einheitlichen Anleihen des Euroraums w&auml;ren ein &bdquo;klares Signal an die globalen M&auml;rkte und die europ&auml;ischen B&uuml;rger&ldquo; im Sinne eines &bdquo;Bekenntnisses zur Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion und zur Irreversibilit&auml;t des Euro&ldquo;. <\/p><p>&Uuml;ber die Realisierbarkeit dieser Idee &ndash; die offensichtlich das alternative Szenario einer Aufspaltung des Euroraums und der gemeinsamen W&auml;hrung in einen harten Nord-Euro und einen weichen S&uuml;d-Euro konterkarieren soll &ndash; muss hier nicht spekuliert werden. Es soll der Hinweis gen&uuml;gen, dass Wolfgang M&uuml;nchau in derselben FT-Ausgabe die Einf&uuml;hrung von Eurobonds als &bdquo;gro&szlig;e politische Geste&ldquo; zur Rettung des Euroraums begr&uuml;&szlig;en w&uuml;rde, zugleich aber f&uuml;r unrealistisch h&auml;lt, weil sie das &bdquo;System&ldquo; Eurozone &uuml;berfordere. Was hier interessiert ist die Frage, wie die griechische Regierung zu dieser &bdquo;systemischen Antwort&ldquo; steht. <\/p><p>Nat&uuml;rlich kann ein extrem st&uuml;tzungsbed&uuml;rftiges Euroland von Eurobonds nur profitieren, weil diese eine Art permanenten ESFS darstellen, also stetigen Zugang zu Anleihen mit ertr&auml;glichem Zinssatz garantieren w&uuml;rden. Als die armen Verwandten in der Eurozone konnten die Griechen allerdings nie offen f&uuml;r Eurobonds pl&auml;dieren, weil &bdquo;der Markt&ldquo; dies nur als Zeichen der Schw&auml;che ausgelegt h&auml;tte. Seit jedoch das Thema offiziell auf der Tagesordnung steht, hat sich Regierungschef Giorgos Papandreou klar f&uuml;r gemeinsame Euro-Anleihen ausgesprochen. Der Hinweis, dass die Einf&uuml;hrung von Eurobonds undenkbar ist ohne eine verst&auml;rkte Koordinierung und Kontrolle der Finanz- und vielleicht auch der Steuerpolitik jedes einzelnen Euro-Landes, ist nat&uuml;rlich richtig, kann allerdings in Athen niemanden schrecken: Die Einschr&auml;nkung der nationalen Souver&auml;nit&auml;t, die andere L&auml;nder noch scheuen oder verabscheuen, ist f&uuml;r die Griechen l&auml;ngst zum politischen Alltag geworden. Eine verst&auml;rkte Haushaltskontrolle durch die Troika ist seit Mai 2010 in Kraft und wird sich noch verdichten: Ab Januar 2011 wollen die &bdquo;Inspekteure&ldquo; der Troika die Entwicklung der &ouml;ffentlichen Finanzen nicht nur alle drei Monate, sondern jeden Monat checken. Der Preis f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Eurobonds ist also bereits entrichtet. <\/p><p><strong>IWF: Mehr Opfer von den Reichen<\/strong><\/p><p>Dass viele Griechen diesen Souver&auml;nit&auml;tsverlust gleichwohl als schweres Trauma empfinden, wurde beim Auftritt von Strauss-Kahn im Athener Parlament deutlich: Vor dem Geb&auml;ude verbrannten Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME den IWF-Chef symbolisch in Gestalt einer Puppe, und im Plenarsaal blieben die KKE wie die Linkspartei Syriza seiner Rede demonstrativ fern. Damit verpassten sie ein bemerkenswertes (wenn auch indirektes) Pl&auml;doyer Strauss-Kahns f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Eurobonds. Aber auch die verbl&uuml;ffende Aussage, das griechische Krisenprogramm solle &bdquo;die schwachen sozialen Gruppen so weit wie m&ouml;glich verschonen&ldquo;, und die Mahnung, die wohlhabenderen Griechen h&auml;tten die Pflicht, bei der &Uuml;berwindung der Krise &bdquo;einen gr&ouml;&szlig;eren Beitrag zu leisten&ldquo;.<\/p><p>Bei dem negativen Image, das der IWF in der griechischen &Ouml;ffentlichkeit hat, d&uuml;rften der Wunsch nach dem Schutz der Armen nicht nur von der griechischen Linken als zynisch empfunden werden. Schlie&szlig;lich leben inzwischen 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung unter der offiziellen Armutsgrenze. Unbestreitbar ist allerdings, dass Strauss-Kahn es ernst meint, wenn er von den Reichen mehr Opfer fordert als von den Armen. Ob dies von einem authentisch &bdquo;sozialen Gewissen&ldquo; zeugt, ist dabei unerheblich. Entscheidend ist die &Uuml;berzeugung der IWF-F&uuml;hrung und ihrer nach Athen entsandten Experten, dass die zentrale Schwachstelle der &ouml;ffentlichen Finanzen die Einnahmeseite ist. Deshalb kann der griechische Staatshaushalt mittelfristig nur dann konsolidiert werden, wenn die Reichen st&auml;rker und konsequenter zur Kasse gebeten werden.<\/p><p><strong>L&uuml;cke auf der Einnahmeseite<\/strong><\/p><p>Die Repr&auml;sentanten der Troika mussten n&auml;mlich auf der Basis des Kassensturzes von Ende Oktober 2010 feststellen, dass das Sparprogramm der Regierung ohnehin &ndash; also auch ohne das nach oben korrigierte Defizit im Haushalt 2009 &ndash; nicht aufgegangen w&auml;re, weil die Einnahmen gerade mal 40 Prozent der veranschlagten Summe erreicht hatten. Damit klafft im Sparplan f&uuml;r 2010 auf der Einnahmenseite eine L&uuml;cke von fast 2 Mrd. Euro, w&auml;hrend zugleich auf der Ausgabenseite die K&uuml;rzungsvorgaben um 25 Prozent &uuml;bertroffen werden. Dieses Missverh&auml;ltnis zwischen &bdquo;erfolgreicher&ldquo; Beschneidung der Staatsausgaben  &ndash; die wie gezeigt zum Absturz der Konjunktur beitragen &ndash; und einem eklatanten Misserfolg bei den Einnahmen verweist auf ein &bdquo;systemisches&ldquo; Problem des griechischen Steuerstaats.<\/p><p><strong>M&uuml;hseliger Kampf gegen Steuerhinterziehung<\/strong><\/p><p>Der R&uuml;ckstand bei den Steuereinnahmen erkl&auml;rt sich zum Teil nat&uuml;rlich durch die Rezession, die das angestrebte Plus bei  direkten und indirekten Steuern (Mehrwertsteuer) reduziert hat. Aber der gr&ouml;&szlig;ere Teil des R&uuml;ckstands r&uuml;hrt von ausstehenden Steuerschulden und den mangelnden Erfolgen im Kampf gegen die Steuerhinterziehung. Die L&ouml;sung dieser Probleme ist in Griechenland eine Aufgabe von strategischer Bedeutung. Man muss sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass allein das Eintreiben der steuerlichen Au&szlig;enst&auml;nde (in H&ouml;he von ca. 23 Mrd. Euro) und eine Eind&auml;mmung des Steuerbetrugs (der den Fiskus j&auml;hrlich mindestens 30 Mrd. Euro kostet) eine m&ouml;gliche Zahlungsunf&auml;higkeit des Staates mit einem Schlag abwenden w&uuml;rde. Die Regierung Papandreou machte sich zwar nie Illusionen, dass der Kampf gegen Steuerhinterziehung schnelle Resultate bringen w&uuml;rde. Aber Finanzminister Papakonstantinou hoffte noch im Februar dieses Jahres, dass seine Steuerbeamten wenigstens 9 Mrd. Euro von s&auml;umigen Steuerzahlern hereinholen k&ouml;nnten. Diese Erwartung wurde bald auf 1,2 Mrd. Euro gesenkt, aber nicht einmal diese Summe konnte bislang eingetrieben werden.<\/p><p>Das liegt vor allem daran, dass die Steuerbeh&ouml;rden selbst anerkannten Steuerschuldnern nicht konsequent und systematisch nachsetzen und dass sie bei dieser Aufgabe von den Gerichten im Stich gelassen, wenn nicht gar behindert werden. <\/p><p>Das Ausma&szlig; des Problems wird in folgenden Zahlen deutlich: <\/p><ul>\n<li>die 23 Mrd. an ausstehenden Zahlungen verteilen sich auf 1,3 Mio. Steuerb&uuml;rger (20 Mrd. davon gehen allerdings auf das Konto von nur 8000 Gro&szlig;schuldnern);<\/li>\n<li>120 000 F&auml;lle landen jedes Jahr bei ordentlichen Gerichte, aber nur 85 000 Verfahren werden innerhalb von 12 Monaten er&ouml;ffnet; daraus resultiert ein R&uuml;ckstau von unerledigten F&auml;llen, deren Zahl derzeit bei einer halben Million liegt;<\/li>\n<li>bis zur letztinstanzlichen Entscheidung vergehen in den meisten F&auml;lle 7 bis 11 Jahre.<\/li>\n<\/ul><p>Der Abteilung f&uuml;r Steuereinnahmen im Finanzministerium ist es trotz intensiven Bem&uuml;hens (und der Hilfe von IWF-Experten) nicht gelungen, diese Bilanz wesentlich zu verbessern. Zur Illustration ein Beispiel: Per Datenabgleich erstellte das Finanzministerium im Sommer eine Liste von knapp 1000 Steuerschuldnern, die dem Fiskus insgesamt mehrere hundert Millionen Euro an Steuern vorenthalten, zugleich aber auf Mykonos und Santorini  luxuri&ouml;se Immobilien besitzen, die ein Vielfaches der geschuldeten Summe wert sind. Selbst diese &bdquo;Mykonos-Klasse&ldquo;, die durch systematischen Steuerbetrug reich geworden ist, konnte bislang nicht zur Kasse gebeten werden. <\/p><p><strong>Steuerhinterziehung ein &bdquo;Volkssport&ldquo; unter Anleitung der Finanzbeamten<\/strong><\/p><p>&Auml;hnliche Probleme gibt es im Bereich anderer staatlicher Einnahmen, etwa bei Strafgeldern f&uuml;r Verst&ouml;&szlig;e gegen Baurichtlinien, aber auch bei den gesetzlichen Beitr&auml;gen von Arbeitergebern zu den Sozialkassen, die viele Unternehmen einfach nicht abf&uuml;hren. Auch hier zeigen die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden keinerlei Eifer, die angemahnten Summen einzutreiben. Das gilt besonders f&uuml;r die Bau&auml;mter, deren Leiter und Mitarbeiter betr&auml;chtliche Nebenverdienste erzielen k&ouml;nnen, indem sie bei Regelverst&ouml;&szlig;en die Augen zudr&uuml;cken oder Strafgelder schlicht nicht abkassieren.<\/p><p>Diese fatale Mentalit&auml;t von Staatsdienern, die ihren Posten als Pfr&uuml;nde bekommen haben und als Pfr&uuml;nde nutzen, ist in den Finanz&auml;mtern besonders weit verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass Griechenland bislang im Grunde gar keine steuerliche Erfassung stattfand. Vielmehr wurde zwischen dem Finanzbeamten und seinem Klienten eine mehr oder wenige plausiblen Steuersumme ausgehandelt, was dem Staatsdiener die &bdquo;systemische M&ouml;glichkeit&ldquo; gibt, in die eigene Tasche zu arbeiten. Steuerhinterziehung ist unter diesen Bedingungen nicht nur &bdquo;Volkssport&ldquo;, sondern ein &bdquo;Volkssport&ldquo; unter Anleitung des Personals, das in einem funktionierenden Staat gerade die Aufgabe h&auml;tte, Betr&uuml;gereien auf Kosten der Allgemeinheit zu verhindern.<\/p><p>Dass sich die meisten Finanzbeamten gegen die Einf&uuml;hrung eines drakonischen Steuerregimes wehren, ist leicht zu verstehen, zumal sie zugleich &ndash; wie der gesamte &ouml;ffentliche Dienst &ndash; eine drastische K&uuml;rzung ihrer Bez&uuml;ge hinnehmen m&uuml;ssen. &bdquo;Ein ehrlicher Beamter ist in einem griechischen Finanzamt eine einsame Figur und muss sich h&auml;ufig als n&auml;rrischer Au&szlig;enseiter vorkommen&ldquo;, schrieb ein Kommentator in einer Athener Zeitung. Finanzminister Papakonstantinou ist um die Aufgabe, mit einer solchen Truppe die Staatseinnahmen zu erh&ouml;hen, nicht zu beneiden. In seinem Ministerium herrscht mittlerweile der Eindruck vor, dass das Personal der lokalen Finanz&auml;mter in einen &bdquo;verkappten Streik&ldquo; getreten ist.<\/p><p>Zur Illustration der Lage sei hier ein Bericht zitiert, der im August in der Zeitung To Vima erschienen ist. Ein Reporter begleitete den Chef der Steuerabteilung im Finanzministerium, Dimitris Georgakopoulos, zu einer Inspektion des Finanzamts im Steuerbezirk Korinth. Der Chef aus Athen fragt den Amtsleiter, wie viele seiner Leute mit Betriebspr&uuml;fungen besch&auml;ftigt sind. Die Antwort lautet: &bdquo;Ungef&auml;hr zehn, denk ich mal.&ldquo; Auf die Frage, ob er wenigstens die genaue Zahl seiner Mitarbeiter kenne, erf&auml;hrt Georgakopoulos immerhin: Es sind siebzig. Erz&uuml;rnt ordnet der Inspekteur aus Athen eine Betriebsversammlung der 70 Mitarbeiter an, um sie &uuml;ber das Ethos und die Pflichten des &bdquo;neuen Finanzbeamten&ldquo; aufzukl&auml;ren. Nach einer Stunde sitzt er vor 40 Mitarbeitern. Wo die &uuml;brigen 30 sind, will er von dem Amtsleiter wissen. &bdquo;Die sind gerade weg&ldquo;, bekommt er zur Antwort, als sei unentschuldigtes Fernbleiben v&ouml;llig normal. Was auch so ist.<br>\nDer Bericht endet mit der Information, dass das Finanzamt Korinth im ersten Halbjahr 2010 um ein Viertel weniger Steuern eingetrieben hat als im Jahr davor &ndash; trotz erh&ouml;hter Steuers&auml;tze.<\/p><p><strong>IWF als treibende Kraft im Kampf gegen &bdquo;Steuers&uuml;nder&ldquo;<\/strong><\/p><p>Seit Sommer dieses Jahres hat das Finanzministerium die meisten Leiter der 25 Steuerbezirke abberufen oder in andere Bezirke versetzt, um die &uuml;ber viele Jahre gekn&uuml;pften Seilschaften zu entflechten. Mit positiven Ergebnissen dieser personellen &bdquo;S&auml;uberungen&ldquo; wird fr&uuml;hestens 2011 gerechnet. Das gilt auch f&uuml;r die anderen Ma&szlig;nahmen zur Verbesserung der Einnahmen, die im Finanzministerium eingeleitet worden sind:<\/p><ul>\n<li>Aufbau einer &bdquo;schnellen Eingreiftruppe&ldquo; f&uuml;r Blitz-Betriebspr&uuml;fungen bei verd&auml;chtigen Unternehmen;<\/li>\n<li>systematische Kontrolle der Einkommensverh&auml;ltnisse von Steuerbeamten, um der Korruption auf die Spur zu kommen, und harte Sanktionen (bis hin zu Gef&auml;ngnisstrafen) f&uuml;r die erwischten S&uuml;nder;<\/li>\n<li>l&uuml;ckenlose Erfassung der Umsatzsteuer noch der kleinsten Unternehmen und Gesch&auml;fte durch  &bdquo;Quittungszwang&ldquo;;<\/li>\n<li>Aufbau einer speziellen Beh&ouml;rde f&uuml;r das Sammeln von Daten &uuml;ber gr&ouml;&szlig;ere Unternehmen und Steuerpflichtige mit erkennbar hohem Einkommen;<\/li>\n<li>Beschleunigung der juristischen Verfahren durch Einrichtung spezieller &bdquo;Steuerkammern&ldquo; bei den Gerichten, die daf&uuml;r sorgen sollen, dass Steuerbescheide sp&auml;testens nach 90 Tagen vollstreckt werden k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ul><p>Bei diesen Bem&uuml;hungen im Kampf gegen &bdquo;Steuers&uuml;nder&ldquo; im weitesten Sinne ist die treibende Kraft der IWF. Das entspricht ganz und gar nicht dem Image einer &bdquo;neoliberalen&ldquo; Kampftruppe, das viele linke Kritiker des Weltw&auml;hrungsfonds im Kopf haben. In Griechenland stammen alle intelligenten und produktiven Vorschl&auml;ge, wie man den Reichen in die Tasche greifen kann, von den Experten des IWF: Das reicht von computergest&uuml;tzten Programmen, die den Abgleich der deklarierten Einkommen eines Steuerb&uuml;rgers mit relevanten Daten &uuml;ber seine Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse (Immobilienbesitz, Mieteinnahmen, Autos, Yachten usw.)  erm&ouml;glichen, &uuml;ber ein juristisches fast-track-Verfahren zum beschleunigten Eintreiben von Steuerschulden, bis hin zur Forderung nach h&ouml;heren Spitzens&auml;tzen bei der Einkommenssteuer.<\/p><p><strong>&bdquo;Abgeltung&ldquo; der Steuerschulden<\/strong><\/p><p>F&uuml;r den Haushalt 2010 kamen alle diese Ideen zu sp&auml;t. Wenn die n&ouml;tigen gesetzlichen und institutionellen Voraussetzungen schnell geschaffen werden, k&ouml;nnten sie gegen Ende 2011 erste Wirkungen entfalten. In diesem Jahr konnte nicht einmal die Umsatzsteuer l&uuml;ckenlos erfasst werden: das Ministerium rechnet mit entgangenen MWS-Einnahmen in H&ouml;he von 30 Prozent. Um den R&uuml;ckstand bei den Steuereinnahmen aber wenigstens zu begrenzen, will die Regierung bis Jahresende noch einen  Teil der Steuerschulden eintreiben, das Finanzministerium rechnet dabei mit  700 Mio. Euro.<\/p><p>Um diese Summe von weit &uuml;ber einer Million steuers&auml;umigen Unternehmern und Freiberuflern abzukassieren, hat sich die Regierung zu einem folgenreichen Schritt entschlossen. Am 30. September brachte sie ein Gesetz &uuml;ber die &bdquo;Abgeltung&ldquo; (peraiosi) der Steuerschulden durchs Parlament. Dieses Gesetz sieht im Einzelnen vor:<\/p><ul>\n<li>die Abgeltung aller Steuerschulden aus dem Zeitraum 2000 bis 2009 durch Zahlung einer Steuer in H&ouml;he von zwei Prozent der aufsummierten Jahresums&auml;tze;<\/li>\n<li>wenn diese Abgeltungssteuer 500 Euro &uuml;bersteigt, kann sie in Raten abbezahlt werden; die Gesamtsumme (also auch sp&auml;tere Einnahmen des Fiskus) wird jedoch dem Haushalt 2010 als Einnahme zugeschlagen;<\/li>\n<li>wer die Steuer bezahlt hat, darf s&auml;mtliche Betriebsunterlagen des Zeitraums 2000 bis 2005 vernichten, f&uuml;r diesen Zeitraum drohen ihm auch nachtr&auml;glich keine Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung;<\/li>\n<li>sogar erfasste &bdquo;Steuers&uuml;nder&ldquo; k&ouml;nnen sich mittels dieser peraiosi freikaufen; das Abgeltungsgesetz bietet ihnen also die M&ouml;glichkeit einer &bdquo;Auto-Amnestie&ldquo; selbst dann, wenn sie bereits ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals haben (falls dieses noch nicht bei der Berufungsinstanz gelandet ist, was bekanntlich lange dauert);<\/li>\n<li>ausgenommen von dieser Regelung sind nur gr&ouml;&szlig;ere Firmen (ab 20 Mio. Jahresumsatz) und b&ouml;rsennotierte Unternehmen, sowie F&auml;lle von Steuerbetrug, die auf gef&auml;lschten Unterlangen und Verschweigen von gr&ouml;&szlig;eren Verm&ouml;genswerten wie Immobilien und Yachten beruhen.<\/li>\n<\/ul><p>Dieses Gesetz ist nichts anderes als eine weitgehende Steuer-Amnestie. In nackten Zahlen ausgedr&uuml;ckt bedeutet dies: Von den ca. 23 Mrd. Euro Steuerschulden, auf die der Fiskus einen rechtsverbindlichen Anspruch hat, kann er im besten Fall etwas mehr als eine Milliarde eintreiben. Das entspricht einer &bdquo;Erfolgsquote&ldquo; von maximal f&uuml;nf Prozent. Umgekehrt formuliert: der Staat hat 95 Prozent der ihm zustehenden Einnahmen abgeschrieben. Und warum? Weil die Erreichung der Sparvorgaben f&uuml;r 2010 absolute Priorit&auml;t genie&szlig;t. Damit hat der im Memorandum kodifizierte Sparzwang die Regierung dazu gebracht, eines ihrer zentralen Ziele zu suspendieren: den entschiedenen Kampf gegen die &bdquo;Steuers&uuml;nder&ldquo;.<\/p><p><strong>Das Problem der &bdquo;gerechten&ldquo; Verteilung der Sanierungslasten<\/strong><\/p><p>Dieses Ziel war f&uuml;r die Politik der Regierung auch deshalb von zentraler Bedeutung, weil es das Bem&uuml;hen um eine &bdquo;gerechte&ldquo; Verteilung der Sanierungslasten demonstrieren sollte. Die Pasok-Regierung machte nie einen Hehl daraus, dass sie das Sparprogramm f&uuml;r unfair h&auml;lt. &bdquo;Ungerecht, aber unvermeidlich&ldquo; lautet bis heute ihre Legitimationsformel f&uuml;r die Erf&uuml;llung des Memorandums. Umso gr&ouml;&szlig;eren Wert legte sie darauf, die wenigen Akzente der &bdquo;Gerechtigkeit&ldquo; zu betonen &ndash; und der wichtigste Akzent war das Versprechen, die Steuers&uuml;nder bluten zu lassen, die f&uuml;r einen Gro&szlig;teil der &ouml;ffentlichen Defizite verantwortlich sind. Dieses Versprechen wurde mit dem Gesetz vom 30. September gebrochen, oder zumindest suspendiert (der Entwurf eines Gesetzes, nach dem ab 2011 alle Steuervergehen strenger und schneller verfolgt und in schweren F&auml;llen sogar mit Gef&auml;ngnisstrafen belegt werden sollen, steht bislang nur auf dem Papier). Damit hat die Regierung ihr &bdquo;Gerechtigkeitsproblem&ldquo; noch einmal erheblich versch&auml;rft. Vor allem deshalb haben Pasok-Abgeordnete sehr offen erhebliche Zweifel an diesem Gesetz artikuliert. <\/p><p><strong>Die Kleinen m&uuml;ssen bluten, die Gro&szlig;en l&auml;sst man laufen<\/strong><\/p><p>Die extrem knappen Fristen, die das Memorandum f&uuml;r die Reduzierung der Staatsschulden gesetzt hat, sind also nicht nur &ouml;konomisch kontraproduktiv, weil sie die Rezession vertiefen. Sie sind auch die Hauptursache f&uuml;r die ungerechte Verteilung der Lasten. Bei den Gruppen, deren Einkommen besonders stark beschnitten werden, verst&auml;rkt sich das Gef&uuml;hl: Wir m&uuml;ssen bluten, damit der Staat seine Schulden innerhalb k&uuml;rzester Fristen reduzieren kann, aber die gro&szlig;en Steuers&uuml;nder, die f&uuml;r diese Schulden verantwortlich sind, kommen wieder einmal ungestraft davon. Mit dieser Amnestie, die dem proklamierten Bem&uuml;hen um eine faire Verteilung der Lasten Hohn spricht, d&uuml;rfte die Regierung die Akzeptanz ihrer Politik st&auml;rker beeintr&auml;chtigt haben als mit den Einkommensverlusten, die ihr Sparprogramm fast alle sozialen Gruppen zumutet.<\/p><p><strong>Tiefgreifende Reform des &ouml;ffentlichen Sektors <\/strong><\/p><p>Damit gef&auml;hrdet die Regierung Papandreou auch die Akzeptanz der Teile des Sparprogramms, die sie der breiten &Ouml;ffentlichkeit nicht als &bdquo;notwendiges &Uuml;bel&ldquo; verkaufen, sondern als &bdquo;Zukunftschance&ldquo; ans Herz legen will. Das versucht sie vor allem im Hinblick auf die Reform des &ouml;ffentlichen Dienstes &ndash; und zwar mit einigem Erfolg. In der Bev&ouml;lkerung wie in den Medien wird &uuml;ber die Einsparungen im &ouml;ffentlichen Sektor seit einigen Monaten merklich anders diskutiert als unter dem Schock im Fr&uuml;hjahr dieses Jahres. Die Bereitschaft zur n&uuml;chternen Bilanzierung von Schaden und Nutzen des aufgebl&auml;hten Verwaltungsapparats entspringt dabei nicht etwa neuen Einsichten. Jeder griechische B&uuml;rger kennt nicht nur, sondern beklagt seit langem den &bdquo;parasit&auml;ren&ldquo; Klientelstaat und die Pfr&uuml;ndenwirtschaft der Parteien. Aber so lange Aussicht bestand, eine der Pfr&uuml;nden f&uuml;r sich selbst oder ein Familienmitglied zu erobern, wurde die Kalamit&auml;t namens &bdquo;&ouml;ffentlicher Dienst&ldquo; hingenommen. Damit ist jetzt Schluss, weil sich der Staat auf einen Quasi-Einstellungsstopp verpflichten musste. Seitdem wird die Kritik an der mangelnden Effizienz staatlicher Dienstleistungen nicht mehr durch pers&ouml;nliche Opportunit&auml;tserw&auml;gungen gebremst. <\/p><p>Deshalb hat mittlerweile auch die Aufkl&auml;rung durch Experten und glaubw&uuml;rdige Ex-Politikern eine sp&uuml;rbare Wirkung. Der allseits respektierte Ex-Politiker Alekos Papadopoulos stellte k&uuml;rzlich in einer Rede fest, dass 30 Prozent des &ouml;ffentlichen Dienstes &bdquo;&uuml;berfl&uuml;ssig&ldquo; seien. Der Mann wei&szlig; wovon er spricht. Da er sowohl Finanz- als auch Innenminister in der Pasok-Regierung von Kostas Simitis war, konnte nicht einmal die Gewerkschaft des &ouml;ffentlichen Dienstes seinem Urteil widersprechen. Auch die Gewerkschafter wissen, dass es f&uuml;r das Problem der &Uuml;berf&uuml;llung des &ouml;ffentlichen Dienstes nur eine &bdquo;gerechte&ldquo; L&ouml;sung geben w&uuml;rde: die Entlassung aller Staatsdiener, die ihren Posten mittels ihrer &bdquo;Beziehungen&ldquo; und nicht aufgrund ihrer Qualifikation erlangt haben. Da diese radikale L&ouml;sung erstens politisch nicht gew&uuml;nscht und zweitens rechtlich nicht m&ouml;glich ist, m&uuml;ssen die Spareffekte durch pauschale Gehaltsk&uuml;rzungen und einen Einstellungsstopp erzielt werden. Das ist nat&uuml;rlich unfair, weil es unterschiedslos auch die qualifizierten und motivierten Mitarbeiter wie die potentiellen qualifizierten Neubewerber trifft. <\/p><p>&Uuml;ber die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Reform des &ouml;ffentlichen Sektors gibt es mittlerweile einen nahezu umfassenden Konsens. Diese Reform darf aber nicht nur auf das quantitative Problem, also die Reduzierung von Personalausgaben zielen, sondern auch auf die Qualit&auml;t der &ouml;ffentlichen Dienstleistungen. Auf diesen Aspekt verweist Nikos Konstandaras in einem Kommentar in Kathimerini: &bdquo;Der Verweis auf die Gr&ouml;&szlig;e des &ouml;ffentlichen Sektors verdeckt das gr&ouml;&szlig;ere Problem: n&auml;mlich dass er nutzlos ist. W&auml;re er klein und nutzlos, h&auml;tten wir ein Problem. W&auml;re er gro&szlig; und n&uuml;tzlich, w&auml;re es auch ein Problem. Tats&auml;chlich aber ist unser &ouml;ffentlicher Sektor riesig und nutzlos zugleich. Damit wird das Problem zur Trag&ouml;die &ndash; und zum gr&ouml;&szlig;ten Hindernis f&uuml;r die &Uuml;berwindung der Krise. Die Dominanz der Mittelm&auml;&szlig;igkeit, die absolute Unf&auml;higkeit des Staatsapparats ist schlimmer als die d&uuml;rftige Qualit&auml;t unserer Politiker und t&ouml;dlicher als die Korruption, &uuml;ber die wir so viel reden.&ldquo;<\/p><p><strong>Schaden durch Inkompetenz gr&ouml;&szlig;er als Schaden durch Korruption<\/strong><\/p><p>Konstandaras benennt einen der fatalsten Aspekte dieses Versagens: &bdquo;In den letzten drei&szlig;ig Jahren haben wir zig Milliarden Euros an EU-Geldern verloren, die nicht absorbiert werden konnten oder f&uuml;r nutzlose und weit &uuml;berteuerte Projekte und Strategien vergeudet wurden, w&auml;hrend zugleich unser Bildungs- Gesundheits- und Rentensystem gro&szlig;e Summen verschlangen, ohne die entsprechende Qualit&auml;t zu produzieren.&ldquo; In den Augen von Konstandaras ist dieser Schaden durch Inkompetenz noch gr&ouml;&szlig;er als der Schaden durch Korruption: &bdquo;Jeder von uns kennt Leute im &ouml;ffentlichen Sektor, die ehrlich und hart arbeiten und auch f&auml;hig sind, aber die institutionelle Ineffektivit&auml;t des Systems macht sogar die Besten von ihnen wertlos. Deshalb liegt die L&ouml;sung f&uuml;r die Probleme des &ouml;ffentlichen Sektors nicht einfach darin, das Personal zu reduzieren, sondern jeden und jede der Besch&auml;ftigten einzeln zu evaluieren und jede Beh&ouml;rde so umzubauen, dass sie funktional und produktiv arbeiten kann.&ldquo;<\/p><p><strong>Tiefgreifende Reformen ben&ouml;tigen Zeit<\/strong><\/p><p>Ein solcher Umbau des &ouml;ffentlichen Dienstes &ndash; und der entsprechende Mentalit&auml;tswandel des Personals &ndash; ist eine gigantische Aufgabe, die innerhalb der kurzen Fristen des Memorandums unm&ouml;glich zu bew&auml;ltigen ist. Das Land braucht deutlich mehr Zeit, um das umfassende Reformprogramm bis zu dem Punkt voranzutreiben, an dem sich die ersten Effektivit&auml;tsgewinne fiskalisch und &ouml;konomisch auszuzahlen beginnen. Dies ist ein weiteres gewichtiges Argument f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Laufzeiten des Kreditprogramms von IWF und Eurozone. Die zeitliche Verdichtung des Sparprogramms erzeugt also nicht nur die bereits analysierten fatalen &bdquo;Nebenwirkungen&ldquo;: die konjunkturelle Abw&auml;rtsspirale und die &bdquo;Gerechtigkeitsl&uuml;cke&ldquo;. Sie ist auch Gift f&uuml;r die dringend erforderlichen qualitativen Reformen, vor allem im &ouml;ffentlichen Dienst und bei den staatlichen und kommunalen Unternehmen.<\/p><p>Das l&auml;st sich exemplarisch an dem Gesetz &uuml;ber die Rationalisierung der staatlichen Unternehmen, das Ende der Woche im griechischen Parlament verabschiedet werden soll. Dieses Gesetz soll dazu beitragen, das auf inzwischen 18,2 Mrd. Euro akkumulierte Defizit dieser Unternehmen mittelfristig abzubauen. Wie das geschehen soll, und wie die Gewerkschaften darauf reagieren, soll in einem weiteren Beitrag dargestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ehe das grundlegende Dilemma der griechischen Staatseinnahmen beschrieben wird, soll hier die neueste Etappe in der Diskussion um die &bdquo;Streckung&ldquo; der Tilgungsfristen f&uuml;r die von Athen beanspruchten Kredite aus dem St&uuml;tzungsprogramm von IWF und EFSF (dem Hilfsfonds der Euro-Partner) nachgezeichnet werden. Das ist schon deshalb geboten, weil alle denkbaren Strategien f&uuml;r eine mittelfristige Sanierung der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7773\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[139,22,173,20,156],"tags":[673,672,671,589,674,654],"class_list":["post-7773","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-euro-und-eurokrise","category-europaische-union","category-griechenland","category-landerberichte","category-schulden-sparen","tag-barroso-jose-manuel","tag-esmefsf","tag-eurobonds","tag-iwf","tag-strauss-kahn-dominique","tag-troika"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7773"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7773\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53143,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7773\/revisions\/53143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}