{"id":7785,"date":"2010-12-17T08:47:22","date_gmt":"2010-12-17T07:47:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7785"},"modified":"2014-02-17T09:59:24","modified_gmt":"2014-02-17T08:59:24","slug":"eine-andere-sicht-auf-den-angeblichen-rentenklau-in-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7785","title":{"rendered":"Eine andere Sicht auf den angeblichen Rentenklau in Ungarn"},"content":{"rendered":"<p>Eine langj&auml;hrige Freundin der NachDenkSeiten und Ungarin hat sich &uuml;ber die Kampagne gegen die Rentenreform des jetzigen Ministerpr&auml;sidenten von Ungarn ge&auml;rgert. Sie h&auml;lt das f&uuml;r Propaganda zu Gunsten der Privatvorsorge und Kapitaldeckung und sieht in Ungarn den Einstieg in den Ausstieg aus der Privatisierung der Altersvorsorge, die in Mittel- und Osteuropa in den neunziger Jahren in gro&szlig;em Stil betrieben worden ist. Damals oft beraten vom ehemaligen Arbeitsminister des chilenischen Diktators Pinochet, Jose Pi&ntilde;era. <a href=\"?p=2853\">Siehe hier.<\/a> Die beiden hatten in Chile schon in den achtziger Jahren die Arbeitnehmer gezwungen, in die Privatvorsorge zu gehen, mit bitteren Erfahrungen f&uuml;r die betroffenen Arbeitnehmer. Die Mail der ungarischen NachDenkSeiten-Freundin folgt.  Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nVorweg noch eine Anmerkung zu den Vorg&auml;ngen in den neunziger Jahren: Damals ist die Privatisierung der Altersvorsorge in den L&auml;ndern des ehemaligen Comecon von westlichen Einrichtungen wie Weltbank, IMF und EU massiv und, mit viel Geld unterst&uuml;tzt beziehungsweise betrieben worden. Interessant dabei die Rolle des Weltbank-&bdquo;Experten&ldquo; Dr. Robert Holzmann. Aus meiner Sicht war dabei wie auch bei der Privatisierung von &ouml;ffentlichen Unternehmen viel politische Korruption im Spiel &ndash; geistige sowieso. Das liegt nahezu alles noch im Dunkeln und ist ein ausgezeichnetes Bet&auml;tigungsfeld f&uuml;r Enth&uuml;llungsjournalisten. Auch f&uuml;r die Durchleuchtung dieser Vorg&auml;nge, zum Beispiel der so genannten Demokratisierungsprogramme &ldquo;Phare&rdquo; und &ldquo;Tacis&rdquo;, br&auml;uchten wir eine intakte Organisation wie WikiLeak.<\/p><p><strong>Nun also zur Mail zu den Vorg&auml;ngen in Ungarn mit  einer wirklich anderen als heute in den westlichen Medien &uuml;blichen Sicht:<\/strong><\/p><blockquote><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p>\n<p>der Qualit&auml;tsjournalismus scheint auch bei solch gro&szlig;en Namen wie der schweizerischen NZZ auf den Hund gekommen zu sein. Nach dem manipulativen, rei&szlig;erischen Bericht &uuml;ber &bdquo;die Enteignung&ldquo; der ungarischen Pensionskassen-Sparer, den Sie kurz aber sehr treffend <a href=\"?p=7746#h11\">kommentiert<\/a> haben, legt das Blatt einen Tag sp&auml;ter mit einem <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/magazin\/unterhaltung\/spielrezensionen\/diebstahl_an_der_naechsten_generation_1.8680735.html\">Kommentar<\/a> nach, der nur so strotzt von den bekannten neoliberalen Weisheiten &uuml;ber den demografischen Wandel und &bdquo;den Rentenklau&ldquo; in Ungarn hart verurteilt. <em>(<strong>Anmerkung AM:<\/strong> In der Tat ist schon der ersten Absatz klassisch formuliert ein Beispiel f&uuml;r den g&auml;ngigen Irrglauben zur demographischen Entwicklung.)<\/em><\/p>\n<p>Eine Zwischenbemerkung: beim RENTENKLAU f&auml;llt mir die vom Freiburger Versicherungsvertreter Raffelh&uuml;schen <a href=\"?p=6468\">bejubelte<\/a> Schr&ouml;dersche &bdquo;gr&ouml;&szlig;te Rentenk&uuml;rzung, die es jemals in Deutschland gegeben hat&ldquo; ein, die in der Tat zu Recht so bezeichnet werden m&uuml;sste.<\/p>\n<p>Wie bereits  auf den NDS <a href=\"?p=6455\">erw&auml;hnt<\/a>, wurden die privaten Rentenkassen (und die Pflichtversicherung hierin) in den 90-er Jahren von der EU und dem IMF Ungarn (und Polen, wohl auch anderen) regelrecht aufgezwungen. Dadurch entstand in der ungarischen gesetzlichen Rentenversicherung ein Fehlbetrag von j&auml;hrlich 3-4-500 Milliarden Forint (HUF 400 Mrd. sind z.Zt. etwa EUR 1,5 Mrd.), der aus der Staatskasse, aus Steuergeldern ersetzt werden musste. Der ungarische Staat  hat also in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren wegen dieser &bdquo;zweiten S&auml;ule&ldquo; insgesamt wohl (schon ohne Zinsen) mehr zuschie&szlig;en und sich verschulden ! m&uuml;ssen, wie er jetzt in der Form &bdquo;zur&uuml;ckholt&ldquo;, dass er die Einlagen (Staatsanleihen, Aktien) der obligatorischen privaten Rentenkassen in H&ouml;he von umgerechnet 10 Mrd. Euro in einen &bdquo;Fonds f&uuml;r die Rentenreform und den Staatsschuldenabbau&ldquo; &uuml;berf&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Wie aus der ungarischen Presse zu erfahren ist, haben Ungarn, Polen und andere ehemalige Ostblock-Staaten den ganzen Sommer &uuml;ber in Br&uuml;ssel durch &bdquo;Lobbying&ldquo; alles versucht, um zu erreichen, dass die durch die aufgezwungenen obligatorischen privaten Rentenkassen entstandenen Staatsdefizite bei der Berechnung der heiligen 3-Prozent Grenze und generell der Staatsverschuldung &bdquo;herausgerechnet&ldquo; werden k&ouml;nnen.(Dies wird auch in dem NZZ-Kommentar best&auml;tigt.) Ohne Erfolg. In dieser Situation sah die Orb&aacute;n-Regierung nun keine andere L&ouml;sung, als die bisherige zweite S&auml;ule aufzul&ouml;sen, um die ebenfalls von der EU und dem IWF vorgeschriebenen Verschuldungskriterien einhalten (und wie man so sch&ouml;n sagt, damit &bdquo;die Investoren beruhigen&ldquo;) zu k&ouml;nnen. In der ungarischen Presse wird auch gemunkelt, dass urspr&uuml;nglich dem gr&ouml;&szlig;eren und st&auml;rkeren Polen die Rolle des Rammbocks zugedacht gewesen sei.<\/p>\n<p>Von einer &bdquo;Enteignung&ldquo; der Sparer kann dabei keine Rede sein.  Denjenigen, die in die gesetzliche Rente zur&uuml;cktreten, werden ihre Ersparnisse namentlich gutgeschrieben, als ob sie diese immer schon in die gesetzliche Rente eingezahlt h&auml;tten.  Diejenigen, die in der privaten Rentenversicherung bleiben wollen, behalten dort nat&uuml;rlich ihre bisherigen Konten. Sie fallen jedoch ab diesem Zeitpunkt aus der gesetzlichen Rente heraus, obwohl sie nur ihren AN-Anteil in die private Kasse einzahlen d&uuml;rfen, der AG-Anteil geht auch f&uuml;r sie in die gesetzliche Rente. (Ihren Anspruch aus fr&uuml;heren Jahren in der gesetzlichen RV verlieren sie nat&uuml;rlich nicht, wie es die NZZ suggeriert.) <\/p>\n<p>Schon Anfang des Jahrtausends wurden umfangreiche Studien, u. a. von der ILO &uuml;ber den Rentenreformen in den damals noch &bdquo;Beitrittskandidaten&ldquo; angefertigt, die die bestehenden und zu erwartenden Probleme klar aufgezeigt hatten. Katharina M&uuml;ller, vom Deutschen Institut f&uuml;r Entwicklungspolitik (DIE), Bonn schrieb beispielsweise schon 2003 in <a href=\"http:\/\/www.atypon-link.com\/DH\/doi\/abs\/10.3790\/vjh.72.4.551\">Die Rentenreformen in den mittel- und osteurop&auml;ischen EU-Beitrittsl&auml;ndern<\/a> folgendes:<\/p>\n<p><em>&ldquo;Der radikale Reformkurs schloss vielerorts auch den Teil&uuml;bergang zur Kapitaldeckung ein. Auch wenn jede der betreffenden Reformen im Detail unterschiedlich ausgestaltet ist, so ist <strong>der Modelltransfer aus Lateinamerika doch &uuml;berdeutlich<\/strong>. Er wurde durch die &bdquo;neue Rentenorthodoxie&ldquo; ma&szlig;geblich unterst&uuml;tzt, die sich Mitte der 90er Jahre unter Weltbank &Auml;gide als dominante epistemische Gemeinschaft konstituierte.<\/em><\/p>\n<p>Die Bef&uuml;rworter einer Rentenprivatisierung erwarten, dass der &Uuml;bergang zu einem kapitalgedeckten System die langfristige Ersparnis und die Investitionen erh&ouml;hen wird, so dass die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven verbessert werden. Vom engen Beitrags-Leistungs-Bezug erhofft man sich eine Beseitigung negativer Arbeits- und Ersparnisanreize. Zudem soll dieser Paradigmenwechsel <strong>die Rolle des Staates in der Alterssicherung begrenzen<\/strong>, wovon man sich eine deutliche Senkung der &ouml;ffentlichen Ausgaben verspricht (<strong>World Bank1994<\/strong>). Auch werden Ertragsdifferentiale zwischen privaten und &ouml;ffentlichen Alterssicherungssystemen angef&uuml;hrt, um eine Rentenprivatisierung zu rechtfertigen (Disney 1999). Die Versicherten sehen sich allerdings erheblichen Ertragsrisiken bei der kapitalgedeckten Alterssicherung ausgesetzt, da die Kapitalm&auml;rkte in den meisten Staaten der Region fragil sind und die postsozialistischen Finanzsysteme vielfach von schweren Krisen ersch&uuml;ttert wurden. Indes gestattet der Gesetzgeber den Pensionsfonds Auslandsinvestitionen nur in engen Grenzen (z. B. 5% in Polen, 15 % in Lettland). <strong>Schlie&szlig;lich d&uuml;rfte die aus dem &Uuml;bergang zum Kapitaldeckungsverfahren resultierende fiskalische Zusatzbelastung gerade in ehemals sozialistischen L&auml;ndern nicht gering ausfallen, da in der Vergangenheit fast alle Erwerbst&auml;tigen sozialversichert waren und umfangreiche Rentenanwartschaften erwarben.<\/strong>&ldquo;<\/p>\n<p>Es ist meine feste &Uuml;berzeugung, dass Orb&aacute;n und seine Regierung versucht, das Beste F&Uuml;R DAS VOLK rauszuholen, was unter den gegebenen Umst&auml;nden m&ouml;glich ist. Urspr&uuml;nglich war ich skeptisch, ich hielt es f&uuml;r unm&ouml;glich, dass eine europ&auml;ische Regierung gegen den Strom schwimmen, Weltbank und IWF den Stirn bieten, sich mit Br&uuml;ssel anlegen f&auml;hig sein k&ouml;nnte. Die letzten Monate geben aber Hoffnung.<\/p>\n<p>H.S.<\/p><\/blockquote><p>Hier noch der NZZ-Beitrag mit erkl&auml;renden Anmerkungen:<\/p><p><strong>Ungarn enteignet Pensionskassen-Sparer<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/ungarn_rentenklau_rentenversicherung_verstaatlichung_1.8667486.html\">NZZ<\/a><\/p><p><em><strong>Kommentar H.S.:<\/strong> Die Sparer werden nicht enteignet, das Guthaben wird ihnen auf einem pers&ouml;nlichen Konto in der gesetzlichen Rentenversicherung gutgeschrieben. Sollten sie eine positive Rendite erwirtschaftet haben, k&ouml;nnen sie diese bar und steuerfrei abheben oder ebenfalls einzahlen . Sollten sie eine negative Rendite haben, so wird der Staat den Differenz ihnen erstatten.<\/em><\/p><p><strong>Private Rentenversicherung wird verstaatlicht &ndash; Geld fliesst in Staatshaushalt<\/strong><\/p><p>Ungarn greift f&uuml;r den Abbau der hohen Schulden zu radikalen Methoden. Das Land verstaatlicht einen Teil des Geldes, das die arbeitende Bev&ouml;lkerung f&uuml;r ihre Pensionierung zur&uuml;ckgelegt hat. Es geht um 14 Milliarden Franken der seit 1998 existierenden privaten S&auml;ule des Versicherungssystems.<\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> W&uuml;rde die NZZ auch dann von &bdquo;radikalen&ldquo; Methoden sprechen, wenn die Orb&aacute;n-Regierung das Einheitsrezept der Neoliberalen befolgend Sparpakete, G&uuml;rtelengerschnallen, etc. pp beschlossen h&auml;tte?<\/em><\/p><p>chs.\/(sda\/ddp) Das ungarische Parlament hat mit den Stimmen der rechts-konservativen Regierungsmehrheit den umstrittenen Umbau des staatlichen Rentensystems beschlossen. <strong>Der private Teil der Altersvorsorge geht an den Staat &uuml;ber.<\/strong> Vertreter der linken und gr&uuml;nen Opposition sprachen im Parlament von &laquo;Rentenklau&raquo; und &laquo;Diebstahl&raquo;.<\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> Die Ma&szlig;nahme gilt nur f&uuml;r den obligatorischen Teil der privaten Altersvorsorge, die freiwillige wird gar nicht angetastet. Desweiteren k&ouml;nnen die Versicherten w&auml;hlen &mdash; wenn auch zugegeben sehr eingeschr&auml;nkt &mdash; ob sie in die staatliche Rente zur&uuml;ckkehren oder ganz in der privaten bleiben wollen. Desweiteren gehen zwar die vorhandenen Einlagen (Staatsanleihen, Aktien) in einen staatlichen Fonds &uuml;ber, aber die Einzahlungen bleiben auf dem Konto der Versicherten gutgeschrieben. &Uuml;ber das Geld h&auml;tten sie auch bei den privaten nicht verf&uuml;gen k&ouml;nnen, erst nach Renteneintritt w&auml;ren ihnen die Guthaben ausbezahlt &mdash; falls bis dahin nicht verzockt.<\/em><\/p><p>Rund drei Millionen B&uuml;rger haben in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren in der obligatorischen privaten Zusatzversicherung insgesamt knapp 3000 Mrd. Forint (knapp 14 Mrd. Franken) angespart. <strong>Sie werden nun faktisch enteignet.<\/strong> Ihr Geld soll dazu verwendet werden, das Defizit der staatlichen Rentenversicherung zu senken. Ausserdem sollen damit Staatsschulden zur&uuml;ckbezahlt werden.<\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> Das ist eine 100-prozentige L&uuml;ge, anders kann man es nicht nennen. Wie bereits oben erw&auml;hnt, eine Enteignung findet nicht statt! Das Defizit der staatlichen Rentenversicherung entstand dadurch, dass die Versicherten nicht etwa zus&auml;tzlich in die obligatorische private Vorsorge einbezahlt hatten, sondern ein Teil ihrer vorherigen Beitr&auml;ge wurde dorthin umgeleitet und dieses Geld fehlte nun in der gesetzlichen RV. Deren Zahlungsverpflichtungen werden sich aber erst nach ca. drei Jahrzehnten ! mindern, die Altrentnern und die &auml;lteren Jahrg&auml;nge, f&uuml;r die der Umstieg in die private schon sowieso nicht gelohnt h&auml;tte (1998 wurde diese ab 40 schon gar nicht empfohlen), m&uuml;ssen noch lange bedient werden.<\/em><\/p><p><strong>Wahlm&ouml;glichkeit als Farce<\/strong><\/p><p>Auf dem Papier k&ouml;nnen Ungarns B&uuml;rger zwar weiter in der obligatorischen privaten S&auml;ule versichert bleiben. <strong>In diesem Fall verlieren sie nach dem neuen Gesetz aber jeglichen Anspruch auf eine staatliche Rente.<\/strong> Die Wahlm&ouml;glichkeit wird allerdings auch dadurch zur Farce, dass die Besch&auml;ftigten auch beim Verlust der ersten S&auml;ule weiterhin den Grossteil ihrer Pflichtbeitr&auml;ge in den staatlichen Rentenfonds einzahlen m&uuml;ssen.<\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> Hier kann man schon wirklich nicht nachvollziehen, wie die NZZ eine derartige L&uuml;ge verbreiten kann: Selbstverst&auml;ndlich verlieren sie nicht den Anspruch, den sie bereits erworben haben. Sie verlieren auch den Anspruch auf eine Basisrente nicht, sollte sich beispielsweise ihre Privatvorsorge durch Spekulationen in der Luft aufl&ouml;sen. Sie erwerben allerdings keine Anspr&uuml;che mehr ab dem Zeitpunkt des Entschlusses, sich ausschlie&szlig;lich privat weiter zu versichern.  Es stimmt allerdings, dass der AG-Anteil von 24 % (!) auch nach ihnen in die gesetzliche Versicherung einbezahlt werden muss, sie k&ouml;nnen nur ihren AN-Antel von 10 % in die private Versicherung einzahlen. (Interessant, dass auch in den anderen &bdquo;Ostblock&ldquo;-Staaten eine &auml;hnliche Diskrepanz, weit von der Parit&auml;t entfernt, vorhanden ist.)<\/em><\/p><p>Lohnen k&ouml;nnte sich der Verzicht auf die staatliche Versicherung laut Experten allenfalls f&uuml;r j&uuml;ngere Besch&auml;ftigte. Eine neue Regierung k&ouml;nnte n&auml;mlich den &laquo;strafweise&raquo; verh&auml;ngten Ausschluss von der staatlichen Rente wieder r&uuml;ckg&auml;ngig machen.<\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> Was f&uuml;r eine Spekulation! Man kann nat&uuml;rlich Gift darauf nehmen, dass bis dahin die Rentenversicherungen &uuml;berall zig Mal umgestalten werden. Hoffen wir, dass in eine andere Richtung, als in den letzten zwei Jahrzehnten.<\/em><\/p><p>(&hellip;)<\/p><p><strong>Orban braucht finanziellen Spielraum<\/strong><\/p><p>Ministerpr&auml;sident Viktor Orban will sich nach Ansicht von Kritikern durch die Enteignung der privaten Rentenverm&ouml;gen Spielraum f&uuml;r seine Wirtschaftspolitik schaffen. <strong>Diese sieht unter anderen Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmen und wohlhabende Familien mit Kindern vor.<\/strong><\/p><p><em><strong>H.S.:<\/strong> Das kann man wohl unterschreiben: Nachdem die so genannte sozialliberale Koalition das Land an die Wand gefahren hat und die Insolvenz nur durch EU-IMF-Kredite abgewendet werden konnte, braucht die mit Zweidrittel-Mehrheit gew&auml;hlte neue Regierung der Partei Fidesz sehr wohl finanziellen Spielraum.  Was die Steuersenkung f&uuml;r Unternehmen angeht, hat Orb&aacute;n ja gerade die Bankensteuer eingef&uuml;hrt &mdash; die Abwertung von Moody&rsquo;s fast auf Junk-Niveau trotz verbesserter Wirtschaftsdaten kommt ja nicht von ungef&auml;hr &mdash;, und bittet mit einer Krisensteuer auch Konzerne der TK-, der Energie-Branche sowie des Einzelhandels (Metro et al.) zur Kasse. Dass es in Ungarn eine relevante Gruppe von &bdquo;wohlhabenden Familien mit Kindern&ldquo; geben k&ouml;nnte, halte ich f&uuml;r einen Witz.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine langj&auml;hrige Freundin der NachDenkSeiten und Ungarin hat sich &uuml;ber die Kampagne gegen die Rentenreform des jetzigen Ministerpr&auml;sidenten von Ungarn ge&auml;rgert. Sie h&auml;lt das f&uuml;r Propaganda zu Gunsten der Privatvorsorge und Kapitaldeckung und sieht in Ungarn den Einstieg in den Ausstieg aus der Privatisierung der Altersvorsorge, die in Mittel- und Osteuropa in den neunziger Jahren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7785\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,127,40],"tags":[669,589,670,273,668,600],"class_list":["post-7785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","tag-chile","tag-iwf","tag-orban-viktor","tag-privatvorsorge","tag-ungarn","tag-weltbank"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7785"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7788,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7785\/revisions\/7788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}