{"id":7807,"date":"2010-12-20T09:22:31","date_gmt":"2010-12-20T08:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7807"},"modified":"2010-12-20T09:22:31","modified_gmt":"2010-12-20T08:22:31","slug":"hinweise-des-tages-1295","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7807","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Merkel in Afghanistan: Wie im Krieg; Merkels Eurostrategie: Dumm stellen und irref&uuml;hren; Schrecken ohne Euro; Krise ohne Ende?; &bdquo;Wallstreet Whitewash&ldquo;; &ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; regieren wieder; die Schulden der Anderen; lukrative Steuer-CDs; wir brauchen einen aktiveren Staat!; Gregor Gysi zum Gesetzentwurf zur Leiharbeit; Christliche Gewerkschaften Billig im Namen Jesu; Bremer Rechtswissenschaftlerin fordert &Uuml;berpr&uuml;fung der Bedarfsgemeinschaft; Gro&szlig;projekte in Deutschland: Wenn der B&uuml;rger nur st&ouml;rt; Startschuss f&uuml;r die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz; die wei&szlig;e Front &ndash; unser fehlendes Gesp&uuml;r f&uuml;r Schnee; verbeamtete Lehrkr&auml;fte d&uuml;rfen straflos streiken; Bund und L&auml;nder wollen die zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger finanzieren; britische Studierende: Wirtschaftsbosse im Visier; &Uuml;berraschung im Wissenstest; die Guttenbergs zwischen G&ouml;nnertum und Imagepflege; Billigl&ouml;hne sorgen f&uuml;r Karriere-Ende; schwere K&auml;mpfe in Abidjan; Ungleiche Sicherheit und sichere Ungleichheit in Zentralamerika; Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarit&auml;t 2011; zu guter Letzt: Dresstest f&uuml;r Banker. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Merkel in Afghanistan: Wie im Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Merkels Eurostrategie: Dumm stellen und irref&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Thomas Fricke &ndash; Schrecken ohne Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Krise ohne Ende?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">&bdquo;Wallstreet Whitewash&ldquo; von Paul Krugman in der NYT vom 16.12.2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">&ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; regieren wieder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Schulden der Anderen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Lukrative Steuer-CDs: Staat kassiert 1,8 Milliarden Euro von Steuers&uuml;ndern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Wir brauchen einen aktiveren Staat!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gregor Gysi zum Gesetzentwurf zur Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Christliche Gewerkschaften Billig im Namen Jesu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Hartz IV: Bremer Rechtswissenschaftlerin fordert &Uuml;berpr&uuml;fung der Bedarfsgemeinschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gro&szlig;projekte in Deutschland: Wenn der B&uuml;rger nur st&ouml;rt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Startschuss f&uuml;r die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Die wei&szlig;e Front &ndash; unser fehlendes Gesp&uuml;r f&uuml;r Schnee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Verbeamtete Lehrkr&auml;fte d&uuml;rfen straflos streiken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Aussetzung von Wehr- und Zivildienst: Bund und L&auml;nder wollen die zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger &uuml;ber das System des Hochschulpakts finanzieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Wirtschaftsbosse im Visier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">&Uuml;berraschung im Wissenstest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Die Guttenbergs zwischen G&ouml;nnertum und Imagepflege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Niedersachsens Agrarministerin: Billigl&ouml;hne sorgen f&uuml;r Karriere-Ende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Elfenbeink&uuml;ste: Schwere K&auml;mpfe in Abidjan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Politik der harten Hand: Ungleiche Sicherheit und sichere Ungleichheit in Zentralamerika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarit&auml;t 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Zu guter Letzt: Dresstest f&uuml;r Banker<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7807&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Merkel in Afghanistan: Wie im Krieg<\/strong><br>\nDie CDU-Politikerin will den Soldaten sagen, dass sie versteht, was sie tun, was sie erleben. Die Soldaten k&auml;mpfen wie in einem Krieg. Aber sie will auf keinen Fall sagen, Deutschland sei im Krieg. Das h&auml;tte weitreichende Konsequenzen. Also f&uuml;gt Angela Merkel hinzu, es sei ein Krieg innerhalb des Landes. Mag sein, dass die Soldaten zufrieden sind, dass die Regierungschefin endlich das K-Wort ausgesprochen hat. Ein &bdquo;beim Namen nennen&ldquo; aber war das nicht.<br>\nF&uuml;r die Familien von Soldaten mag es etwas weltfremd klingen, wenn Merkel sagt, das, was die Soldaten erleben, h&auml;tten sich die Deutschen bisher nur von ihren Eltern und Gro&szlig;eltern erz&auml;hlen lassen oder aus Geschichtsb&uuml;chern gekannt. Wer seinen Bruder, Freund, Ehemann, seine Tochter, Freundin, Ehefrau in den Einsatz verabschiedet, kennt schon seit geraumer Zeit die brutalen Realit&auml;ten dieses Krieges. Hat es wirklich so lange gedauert, bis an der Spitze der Regierung angekommen ist, was die M&auml;nner und Frauen in Afghanistan durchstehen? Oder wei&szlig; die Kanzlerin nur nicht, wie sie diese Dinge beim Namen nennen soll?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/wie-im-krieg\/3636580.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Wut &uuml;berkommt einen beim Nachdenken dar&uuml;ber, wie wir unsere jungen Leute in Afghanistan verheizen. Es geht &uuml;berhaupt nicht darum, ob unsere Regierung begriffen hat, was die M&auml;nner und Frauen in Afghanistan durchstehen, oder ob unsere Kanzlerin das Grauen des Krieges benennen kann. Es geht darum, dass nie eine begr&uuml;ndete Notwendigkeit bestand, unsere Soldaten und Soldatinnen nach Afghanistan zu schicken, nie die Notwendigkeit bestand, diese Menschen in den Tod zu schicken und ihnen diese schreckliche Deformation der Seele anzutun, die den barbarischen Kern des Krieges ausmacht. Sie ihrer letzten Unschuld zu berauben: Zu erleben, dass des Menschen Wolf der Mensch ist; zu leben in einer Welt, in der man t&ouml;tet und get&ouml;tet wird, verst&uuml;mmelt und verst&uuml;mmelt wird, und dazwischen wird Zeit totgeschlagen. &ndash; In den ersten elf Monaten dieses Jahres wurden 655 Soldaten aus Afghanistan wegen PTBS behandelt. PTBS hei&szlig;t posttraumatische Belastungsst&ouml;rungen; W&ouml;rter, die Distanz schaffen sollen.<br>\nDieser Krieg war nie eine Notwendigkeit. Er war nichts anderes als der blinde Aktionismus einer &uuml;berforderten US-Regierung, der wir u. a in einer Art Nibelungentreue folgten. Offiziell hie&szlig; das: Die Bundesrepublik muss Verantwortung in der Welt &uuml;bernehmen. Nach viel Gedankenarbeit wurde das Ganze dann als Krieg gegen den Terror propagiert bzw. auf Deutsch: die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch. Zumindest Afghanistan hat in dieser Zeit mehr Terror erlebt als je zuvor. Dabei h&auml;tte eine Gespr&auml;chsrunde mit sowjetischen Gener&auml;len gereicht, um zu erfahren: Jede Kriegsf&uuml;hrung in Afghanistan ist sinnlos. Da gibt es nichts zu gewinnen, nur zu verlieren: Leib und Leben und die besch&auml;digten Seelen unserer Soldaten. Nun ist der schlimmstm&ouml;gliche Fall eingetreten: Der Zweck, der diese Mittel heiligte, erweist sich als Leerformel und im b&ouml;sesten Fall als Betrug. Gerade hie&szlig; es noch, Abziehen sei keine L&ouml;sung, jetzt ziehen wir ab, weil die US-Regierung realisieren muss: Bleiben ist auch keine L&ouml;sung. Kurzum wir alle erleben unser kleines Vietnam &ndash; wir alle, denn wir haben die verantwortlichen Politiker gew&auml;hlt.<br>\nAber die Wut bleibt. Wie wenig haben wir gelernt, wenn Helmut Schmidt beim Gel&ouml;bnis vor dem Reichstag den Soldaten zu sagen wagt: <a href=\"http:\/\/www.liberales-netzwerk.de\/main.aspx\/G\/111327\/L\/1031\/R\/-1\/LT\/116673\/A\/1\/ID\/119912\/P\/3\">&ldquo;Ihr k&ouml;nnt euch darauf verlassen &ndash; dieser Staat wird euch nicht missbrauchen.&rdquo;<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Harald Schumann: Merkels Eurostrategie: Dumm stellen und irref&uuml;hren<\/strong><br>\nAngela Merkel verweigert seit Monaten die Einsicht, dass es unm&ouml;glich ist, die &uuml;berschuldeten Eurostaaten allein mit Sparma&szlig;nahmen zu sanieren. Stattdessen stellt sie sich dumm und leitet B&uuml;rger und W&auml;hler mit sinnlosen Versprechen in die Irre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/merkels-eurostrategie-dumm-stellen-und-irrefuehren\/3629290.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Schrecken ohne Euro<\/strong><br>\nJe l&auml;nger die Krise, desto abenteuerlicher die Diagnosen. In Deutschland ist es gerade in, die Wiedereinf&uuml;hrung der D-Mark zu er&ouml;rtern. Der Euro scheint derzeit f&uuml;r alles verantwortlich zu sein &ndash; von platzenden Immobilienblasen in Spanien &uuml;ber gestiegene Staatsschulden in Irland bis hin zu n&ouml;tigen Hilfen aufrichtiger deutscher Steuerzahler f&uuml;r Griechen.<br>\nHier kommen gut ein Dutzend Krisenph&auml;nomene, die es auch ohne Euro g&auml;be. Nur damit sich nach Wiedereinf&uuml;hrung der D-Mark keiner wundert, warum die Probleme nicht weg sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-fricke-schrecken-ohne-euro\/50206318.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Krise ohne Ende?<\/strong><br>\nEs war gerade die durch Reallohnsenkungen bef&ouml;rderte, aggressive Exportstrategie der deutschen Industrie, die zu den anwachsenden Schuldenbergen im S&uuml;den der Eurozone f&uuml;hrte. Die &bdquo;Exportweltmeisterschaft&ldquo; der deutschen Konzerne ging zu Lasten der Lohnabh&auml;ngigen in Deutschland, wie auch der s&uuml;dlichen Eurol&auml;nder, die diese deutschen Export&uuml;bersch&uuml;sse mit ausartender Defizitbildung bezahlten&hellip;<br>\nSeit der Einf&uuml;hrung des Euro stiegen nun die Leistungsbilanzdefizite der s&uuml;deurop&auml;ischen Euro-L&auml;nder, w&auml;hrend Deutschland mitsamt einigen avancierten nordeurop&auml;ischen Volkswirtschaften immer h&ouml;here Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse erwirtschaftete. Dieses sukzessive Anschwellen der &ouml;konomischen Ungleichgewichte in der Eurozone erreichte bei Krisenausbruch in 2008 seinen Kulminationspunkt: Griechenland verzeichnete ein Leistungsbilanzdefizit von 14,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), bei Portugal waren es 12,1 Prozent und bei Spanien 9,5 Prozent. Irland wies in 2008 ein Leistungsbilanzdefizit von 5,4 Prozent des BIP auf. Diese enormen Defizite in der Leistungsbilanz, die ja einem Verm&ouml;gensabfluss der betreffenden Volkswirtschaften entsprechen, m&uuml;ssen durch Schuldenaufnahme beglichen werden. Die wirtschaftlich fortgeschrittenen L&auml;nder im n&ouml;rdlichen Zentrum der Eurozone &ndash; wie die Niederlande, &Ouml;sterreich und Deutschland &ndash; konnten hingegen allein in 2008 Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse zwischen 3,2 und 6,7 Prozent des BIP erringen. Nat&uuml;rlich spielt Deutschland &ndash; das 2008 einen &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz von stolzen 6,7 Prozent erreichte &ndash; aufgrund seines &ouml;konomischen Gewichts bei diesen Ungleichgewichten in der Leistungsbilanz eine zentrale Rolle.\n<p><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++31223120-06be-11e0-7d48-001ec9b03e44\/scaled\/size\/400\" alt=\"Grafik: Ungleichgewicht in Europa\" title=\"Grafik: Ungleichgewicht in Europa\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++be7240a6-06be-11e0-6579-001ec9b03e44\/scaled\/size\/550\" alt=\"Grafik: Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte in Europa\" title=\"Grafik: Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte in Europa\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"470\" src=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++3f551c3e-06bf-11e0-6579-001ec9b03e44\/scaled\/size\/550\" alt=\"Grafik: Konsumausgaben der privaten Haushalte und Exportvolumen\" title=\"Grafik: Konsumausgaben der privaten Haushalte und Exportvolumen\"><\/p>\n<p>Deutsche Waren sind auf den Weltmarkt deshalb so konkurrenzf&auml;hig, weil sie mit hoher Produktivit&auml;t von &ndash; in Relation zu anderen Industriestaaten &ndash; gering bezahlten Arbeitskr&auml;ften produziert werden. Mit anderen Worten wurde die &bdquo;Exportweltmeisterschaft&ldquo; Deutschlands durch eine fallende Lohnquote, durch einen expandierenden Niedriglohnsektor, durch Mehrarbeit und den Druck der Hartz IV-Gesetze erkauft. Bei Deutschland handelt es sich sozusagen um einen magers&uuml;chtigen Vize-Exportweltmeister. Die Lohnabh&auml;ngigen in der Bundesrepublik mussten sich die Exportweltmeisterschaft der deutschen Konzerne durch best&auml;ndiges &bdquo;G&uuml;rtel-enger-Schnallen&ldquo; vom Munde absparen, wie anhand der folgenden Grafik ersichtlich wird. Diese stellt die prozentuale Ver&auml;nderung des Exportvolumens der deutschen Industrie und der Konsumausgaben der deutschen Privathaushalte bis zum zweiten Quartal 2010 dar:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++f4c6e1d0-06bd-11e0-6579-001ec9b03e44\">Gegenblende<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Wallstreet Whitewash&ldquo; von Paul Krugman in der NYT vom 16.12.2010<\/strong><br>\nEs stellte sich heraus, dass Wall Street ein Netz von Verflechtungen geschaffen hatte, das niemand verstand, sodass der Zusammenbruch von Lehman Brothers, einer mittelgro&szlig;en Investment-Bank, zu einem drohenden Zusammenbruch des Weltfinanzsystems f&uuml;hren konnte.<br>\nEs ist eine einfache Geschichte, aber eine Geschichte, die die Republikanischen Mitglieder der Kommission buchst&auml;blich nicht erz&auml;hlt sehen wollen. Letzte Woche berichtete Shahien Nasiripour von der Huffington Post, dass alle vier Republikaner der Kommission daf&uuml;r stimmten, die folgenden Begriffe aus dem Bericht zu entfernen: &ldquo;Deregulierung&rdquo;, &ldquo;Schattenbanking&rdquo;, &ldquo;Verflechtungen&rdquo;, und, ja! &ndash; sogar &ldquo;Wall Street&rdquo;.<br>\nAls die Demokratischen Mitglieder dem Ansinnen nicht folgten &ndash; die Geschichte Hamlets ohne die des Prinzen selbst zu erz&auml;hlen &ndash; machten die Republikaner weiter und gaben ihren eigenen Bericht heraus &ndash; der es tats&auml;chlich vermied, irgendeinen der ausgeschlossenen Begriffe zu verwenden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/12\/17\/opinion\/17krugman.html?_r=2&amp;emc=eta1\">New York Times<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/101220_Wallstreet_Whitewash.pdf\">Eine &Uuml;bertragung des Beitrags ins Deutsche von W.C. und RS [PDF &ndash; 90 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung W.C.:<\/strong> Geneigte Leser der NachDenkSeiten wissen schon lange, dass das von der neoliberalen Ideologie gepr&auml;gte Weltbild unserer Eliten geradezu wimmelt vor grotesk verdrehten Fakten, um von ihr desinformierend verwurstet werden zu k&ouml;nnen. So wurde schon seit langer Zeit wiederholt darauf hingewiesen, dass deren Propaganda-Akrobaten die Realit&auml;ten, die ihren von keinerlei wissenschaftlichem Erkenntnishauch ber&uuml;hrten Dogmen zuwiderlaufen, ganz einfach entweder verschwiegen, per Umdeutung &bdquo;passend gemacht&ldquo;, oder dass &ouml;konomische und politische Begriffe in Orwell&rsquo;scher &bdquo;Neusprech&ldquo;&ndash;Manier ins Gegenteil ihrer urspr&uuml;nglichen Bedeutung umgekehrt werden.<br>\n&bdquo;Wallstreet Whitewash&ldquo; von Paul Krugman beschreibt derartige Vorg&auml;nge plastisch im Falle des Finanz- und Wirtschaftskrisen-Untersuchungsausschusses des Repr&auml;sentantenhauses des Kongresses der Vereinigten Staaten. Und kommt ebenfalls zu dem Schluss: Die Realit&auml;t verliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; regieren wieder<\/strong><br>\nDer Umgang der deutschen Regierung mit der Krise in der Eurozone zeigt, neben einem fehlenden Verst&auml;ndnis f&uuml;r makro&ouml;konomische Zusammenh&auml;nge, politisch vor allem eines: die im Verlauf der Finanzkrise ausgesprochene, aber nie verwirklichte Forderung nach einer st&auml;rkeren Regulierung der&nbsp;von Banken, Hedgefonds und anderen Finanzinstituten ausge&uuml;bten Spekulation&nbsp;hat sich f&uuml;r die Regierenden erledigt.<br>\n&ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; regieren wieder die Politik. &ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; m&uuml;ssen wieder &ldquo;&uuml;berzeugt&rdquo;, &ldquo;beruhigt&rdquo;, &ldquo;ihr Vertrauen zur&uuml;ckgewonnen&rdquo; werden, hei&szlig;t es allenthalben. Die handfesten Interessen von Finanzinvestoren, Hedgefonds und Banken &ndash; verharmlosend &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo; genannt &ndash; haben l&auml;ngst wieder die Oberhand &uuml;ber die Politik gewonnen.<br>\nDer Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, spricht es aus: &ldquo;Den Staats-und Regierungschefs geht es trotz Streitereien mit ihren Stabilisierungsbem&uuml;hungen ja vor allem darum, Vertrauen bei den internationalen Anlegern auf den Finanzm&auml;rkten zu schaffen.&rdquo;<br>\nAuch der Journalismus hat die Brille &ldquo;der M&auml;rkte&rdquo; l&auml;ngst wieder aufgesetzt &ndash; wenn er sie denn je wirklich abgesetzt hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.com\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=93&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Schulden der Anderen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Werner R&uuml;gemer: Dead end der EU<\/strong><br>\nJosef Ackermann ist Schweizer und Chef der Deutschen Bank. Die geh&ouml;rt angels&auml;chsischen Investoren und der United Bank of Switzerland (UBS) und macht ihre Hauptgesch&auml;fte in London, New York und auf den Cayman Islands. Ackermann spielt jetzt den gl&uuml;henden Europ&auml;er. &raquo;Europa mu&szlig; als Einheit bewahrt werden und darf nicht kurzfristigen &ouml;konomischen Erw&auml;gungen zum Opfer fallen, &laquo; lie&szlig; er verlauten, nachdem er Ende November durch Br&uuml;ssel tourte und den EU-Kommissionspr&auml;sidenten, den EU-Ratspr&auml;sidenten und den EU-Binnenmarktkommissar heimgesucht hatte. Lutz Raettig, Aufsichtsratschef der deutschen Niederlassung der US-Investmentbank Morgan Stanley, sagt es so: &raquo;Die Forderungen der deutschen Banken an Irland sind wichtig genug, um dem Land zu helfen.&laquo; Irland retten &ndash; das h&ouml;rt sich f&uuml;r das W&auml;hlervolk besser an als &raquo;deutsche&laquo; Banken retten.<br>\nDie EU hat Irland zum Modellstaat gemacht. Sie hat den Aufbau einer Finanzoase in Dublin gef&ouml;rdert &ndash; eine Finanzoase aus der Retorte. Hier mu&szlig;te nicht erst die Bankenaufsicht dereguliert werden, es gab und es gibt keine. Hier wickelten europ&auml;ische Banken, Auto- und Pharmafirmen ihre zudem steuerbeg&uuml;nstigen Transaktionen ab. Hier versteckten diese in ihren &raquo;Zweckgesellschaften&laquo; die riskantesten Spekulationen, die zur Finanzkrise beitrugen.. Dortzulande betrieb die deutsche Depfa ihre Schneeball-Syteme, wurde 2008 von der Hypo Real Estate aufgekauft und verursachte damit den gr&ouml;&szlig;ten Bankenbankrott und die teuerste Bankenrettung in der BRD-Geschichte. In welchem Ma&szlig;e die behauptete 130-Milliarden-Euro-Verschuldung des Staates Irland gef&auml;lscht ist, spricht sogar ein neoliberaler Prediger wie Hans-Werner Sinn offen aus: &ldquo;Diese Aussage ist falsch, weil hinter dieser Zahl etwa 100 Milliarden Euro Anspr&uuml;che gegen&uuml;ber eigenen Zweckgesellschaften der deutschen Banken stehen, deren Risiken mit der Bonit&auml;t des irischen Staats und der irischen Banken nichts zu tun haben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/12-15\/023.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Unw&uuml;rdige Iren<\/strong><br>\nIrland ist nun so kreditw&uuml;rdig wie Libyen oder S&uuml;dafrika, nachdem die Ratingagentur Moody&rsquo;s die Bonit&auml;tsnote der Gr&uuml;nen Insel gestern gleich um f&uuml;nf Stufen auf BAA1 herabsenkte. Damit werden Kredite f&uuml;r Irland nicht nur teurer, sondern auch schwieriger zu bekommen, und der Tiefpunkt ist l&auml;ngst nicht erreicht. Moody&rsquo;s erkl&auml;rte, die Aussichten f&uuml;r Irland seien wegen der hohen Kosten f&uuml;r die Bankenrettung negativ, was auf eine weitere Herabsenkung hindeutet. Noch drei Stufen, und die irischen Staatsanleihen gelten als Ramsch, woraufhin sie von Investoren abgesto&szlig;en w&uuml;rden.<br>\nAm Donnerstag gew&auml;hrte der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) Irland einen Kredit von 22,5 Milliarden Euro &ndash; die erste Tranche des Kredits von 85 Milliarden Euro aus dem &ldquo;Rettungsschirm&rdquo; von EU und IWF, den Irland Ende November beantragt hatte. Der Kredit soll &ldquo;die wirtschaftliche Anpassung und die finanzielle Stabilisierung&rdquo; der Insel unterst&uuml;tzen, sagte ein Sprecher des IWF. Bei 5,83 Prozent Zinsen wird Irland das Geld trotz eines Sparpakets von 15 Milliarden Euro in den n&auml;chsten vier Jahren kaum zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,5 Prozent gestiegen, aber aufgrund des schwachen ersten Halbjahrs wird Irland das bescheidene Ziel von 0,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr verfehlen, zumal die Ausgaben der Konsumenten stetig zur&uuml;ckgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F12%2F18%2Fa0152&amp;cHash=fc6d261a37\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lukrative Steuer-CDs: Staat kassiert 1,8 Milliarden Euro von Steuers&uuml;ndern<\/strong><br>\nDie Steuer-CDs haben den Staat nur ein paar Millionen Euro gekostet. Doch sie bringen ihm nach SPIEGEL-Informationen 1,8 Milliarden Euro ein. Hinzu kommt ein langfristiger Effekt: Experten rechnen mit einer besseren Zahlungsmoral.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,735443,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wir brauchen einen aktiveren Staat!<\/strong><br>\nKalifornien steht vor dem Bankrott. In Colorado werden Stra&szlig;en abgerissen und Beleuchtungen nachts ausgeschaltet, weil Geld f&uuml;r die Wartung fehlt. In Detroit k&ouml;nnen M&uuml;llabfuhr und Lehrer nicht mehr bezahlt werden. In einer amerikanischen Kleinstadt in Tennessee brennen H&auml;user nieder, weil die Bewohner den Selbstbehalt der Feuerwehr nicht bezahlen k&ouml;nnen. Dem amerikanischen Sozialsystem, l&ouml;chrig wie es ist, fehlen Milliarden. Die Gef&auml;ngnisse laufen &uuml;ber. Und dabei sind die USA nur ein besonders plakatives Beispiel f&uuml;r eine Entwicklung, die alle Industriestaaten ergriffen hat. Der Staat ist immer weniger in der Lage, selbst elementaren hoheitlichen Aufgaben nachzukommen. In Deutschland ist die Entwicklung &ndash; noch &ndash; subtiler sp&uuml;rbar, etwa in der schlechten Winterr&auml;umung, in der Teuerung von Energie und Wasser, der langsam erodierenden Gesundheitsversicherung, den Rentenk&uuml;rzungen und der zunehmenden Zahl an Obdachlosen. Diese Entwicklung ist eine Konsequenz des R&uuml;ckzugs des Staates aus dem Alltagsleben, Konsequenz einer starken Beschneidung von Etats und Kompetenzbereichen unter dem Verdikt, dass die B&uuml;rger ihre Steuergelder am besten selbst verwalten und die Wirtschaft ohne staatliche Einmischung am st&auml;rksten boomt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4719\/wir-brauchen-einen-aktiveren-staat?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+DerSpiegelfechter+%28Der+Spiegelfechter%29\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gregor Gysi zum Gesetzentwurf zur Leiharbeit<\/strong><br>\nLeser A.G. schrieb uns: &bdquo;Vielleicht wollen die NDS auf das Video zur heutigen Bundestagsrede des LINKE-Fraktionsvorsitzenden Gysi zum Gesetzentwurf zur Leiharbeit von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hinweisen (Datum: 17.12.2010 um 11:19 Uhr (82. Sitzung, TOP 37)).<br>\nDie Rede Gysis zur Leiharbeit ist in jeder Hinsicht vorbildlich:\n<ul>\n<li>Er argumentiert historisch, indem er die schweren Fehler der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung bei&nbsp;deren Leiharbeit-&ldquo;Reform&rdquo;gesetzgebung 2004&nbsp;(Aufgabe des Synchronisationsverbots,&nbsp;Aussetzung einer H&ouml;chst&uuml;berlassungsdauer&hellip;)&nbsp;b&uuml;ndig zusammenfasst.<\/li>\n<li>Er legt sachlich, aber zugleich mit viel Engagement dar, weshalb eine blo&szlig;e &ldquo;Lex Schlecker&rdquo; zum Ausschluss von Missbrauchsf&auml;llen (&ldquo;Dreht&uuml;r&rdquo;) ungen&uuml;gend ist.<\/li>\n<li>Er richtet schlie&szlig;lich ab ca. Min. 10 der Rede den Blick nach vorne und stellt sieben klar und verst&auml;ndlich formulierte&nbsp;Forderungen f&uuml;r eine&nbsp;interessengerechte gesetzliche Neuregelung der Leiharbeit auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Rede ragt&nbsp;inmitten oft schlecht strukturierter und&nbsp;entweder von der Leugnung&nbsp;der Fakten (CDU\/FDP), der eigenen Fehler (SPD\/Gr&uuml;ne) oder Halbherzigkeit in der Analyse gepr&auml;gter Redebeitr&auml;ge klar heraus. Gysi f&uuml;hrt uns zugleich schmerzlich vor Augen, wie wenig selbstverst&auml;ndlich analytische Sch&auml;rfe und eine ungetr&uuml;bte Lust auf&nbsp;das Erkennen des Notwendigen inzwischen im deutschen Bundestag geworden sind!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/webtv.bundestag.de\/player\/macros\/_v_f_514_de\/od_player.html?singleton=true&amp;content=910186\">Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Wirklich beeindruckend: Das ganze Elend der Hartz-IV-Politik in 13 kurzweiligen Minuten. <a href=\"http:\/\/webtv.bundestag.de\/iptv\/player\/macros\/bttv\/list.html?pageOffset=0&amp;pageLength=20&amp;sort=2&amp;lastName=&amp;firstName=&amp;fraction=&amp;meetingNumber=&amp;period=&amp;startDay=17.12.2010&amp;endDay=&amp;topic=Arbeitnehmer%C3%BCberlassung&amp;submit=Suchen\">Hier<\/a> k&ouml;nnen Sie vergleichen, was andere Politiker zum Thema vorzutragen hatten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Christliche Gewerkschaften Billig im Namen Jesu<\/strong><br>\nEs klingt nach Ausbeutung: Wer einen Monat lang ganztags arbeitet, verdient nur 869 Euro brutto. Ausgerechnet christliche Gewerkschaften schlie&szlig;en Tarifvertr&auml;ge ab, die das erm&ouml;glichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/christliche-gewerkschaften-billig-im-namen-jesu-1.1037615\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Hartz IV: Bremer Rechtswissenschaftlerin fordert &Uuml;berpr&uuml;fung der Bedarfsgemeinschaft<\/strong><br>\nNachdem die vom Bundesverfassungsgericht angemahnten Verbesserungen in der Sozialgesetzgebung (&bdquo;Hartz IV&ldquo;) den Bundesrat am 17. Dezember 2010 nicht passiert haben, bestehe im Vermittlungsausschuss die Chance, ein zentrales, aber verfehltes Konzept zu &uuml;berpr&uuml;fen, n&auml;mlich die Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Darauf weist Ursula Rust hin, Professorin am rechtswissenschaftlichen Fachbereich der Universit&auml;t Bremen.<br>\n&bdquo;&Uuml;brigens hat 2009 der UN-Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW-Ausschuss) die Bundesrepublik aufgefordert, das Konzept der Bedarfsgemeinschaft zu &uuml;berpr&uuml;fen, weil es die Abh&auml;ngigkeit arbeitsloser Frauen von ihren Ehem&auml;nnern oder Partnern verst&auml;rke&ldquo;, erinnert Rust.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news402290\">idw<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gro&szlig;projekte in Deutschland: Wenn der B&uuml;rger nur st&ouml;rt<\/strong><br>\nDie Isental-Autobahn wird gebaut, Stuttgart 21 auch und Castoren werden weiter rollen: Die Planung von Gro&szlig;projekten hat weniger mit dem Abw&auml;gen von Argumenten zu tun, umso mehr aber mit der Durchsetzung von Macht &hellip;<br>\nKaum ein anderer kennt die Genehmigungsverfahren so gut wie der M&uuml;nchner Fachanwalt f&uuml;r Verwaltungsrecht Siebeck. Und er kennt auch die Pausengespr&auml;che auf den Fluren der Gerichte: Etwa wenn Richter scherzen, es m&uuml;sse nur ein bisschen mehr &ldquo;Planungslyrik&rdquo; her, dann werde die Sache schon zugunsten der Projekttr&auml;ger&nbsp;ausgehen.<br>\nEs geht immer zugunsten der Projekttr&auml;ger aus. Siebeck fl&uuml;chtet sich in Sarkasmus, wenn er &uuml;ber seine Erfolgsbilanz spricht. Gelegentlich befasse er sich mit Zivilrecht, sagt er, da k&ouml;nne man auch mal gewinnen. Oder anders formuliert: Juristisch sind Gro&szlig;projekte in Deutschland so gut wie nicht zu stoppen, selbst wenn gewichtige Argumente gegen sie sprechen. &ldquo;Hier k&ouml;nnen Sie praktisch nur&nbsp;verlieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sueddeutsche.de\/politik\/buergerproteste-gegen-grossprojekte-hier-koennen-sie-praktisch-nur-verlieren-1.1037416\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Startschuss f&uuml;r die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz<\/strong><br>\nDer Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat heute die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz &ouml;ffentlich vorgestellt. Mit der Zusage eines Stiftungskapitals in H&ouml;he von zehn Millionen Euro f&uuml;r 2011 hatte der Bundestag im November ein solides Fundament geschaffen. Als erster Zustifter aus der Wirtschaft unterst&uuml;tzt die ING-DiBa die Stiftung mit einem Betrag von 500.000 Euro. Ziel der Stiftung ist es, zus&auml;tzliche Finanzquellen zur F&ouml;rderung der Verbraucherarbeit zu erschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/go\/presse\/1429\/index.html?ref_presseinfo=true\">Verbraucherzentrale Bundesverband<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Eine Organisation, die sich um den Schutz der Verbraucher\/innen vor fragw&uuml;rdigen bis betr&uuml;gerischen Praktiken der Wirtschaft sch&uuml;tzen soll, wird mit Stiftungen aus der Wirtschaft finanziert. Das ist ja wirklich eine revolution&auml;re Idee, die den Verbraucherschutz in nie gekannte Sph&auml;ren tragen wird. Auf die Arbeit speziell im Bereich Anlegerschutz und kommerzielle Altersversorgung d&uuml;rfen wir wirklich gespannt sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die wei&szlig;e Front &ndash; unser fehlendes Gesp&uuml;r f&uuml;r Schnee<\/strong><br>\nIn hunderten Liedern besungen, in tausend Gedichten begr&uuml;&szlig;t, von Kindern sehns&uuml;chtig erwartet &ndash; und von allen anderen gef&uuml;rchtet: die wei&szlig;e Weihnacht! So sch&ouml;n der Schnee uns erscheint, wenn wir Urlaub haben oder die wei&szlig;e Pracht im Fernsehen bestaunen &ndash; im Alltag ger&auml;t uns jeder Schneefall zum Chaos. Die Wetterdienste verbreiten Warnungen, die Medien berichten von der Schneefront, Fl&uuml;ge werden gestrichen, Z&uuml;ge fallen aus. Nichts geht mehr. Dabei ist eigentlich nur Winter. Wie alle Jahre wieder. Und dennoch wirkt jeder Winter schlimmer, bringt jeder Winter mehr Chaos mit sich, scheint es uns immer schwerer zu fallen, uns auf das Erwartbare einzustellen. Nur in den Liedern darf der Winter noch Winter und der Schnee noch unschuldig wei&szlig; sein &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/forcedownload.jsp?file=http%3A%2F%2Fmp3.podcast.hr-online.de%2Fmp3%2Fpodcast%2FderTag%2FderTag_20101217.mp3\">hr2-Kultur &bdquo;Der Tag&ldquo; (Audio-Podcast, mp3, ca. 52 Minuten, ca. 49 MB)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Hoch interessant sind die Ausf&uuml;hrungen des Verkehrsexperten Professor Heiner Mohnheim (ab Minute 3:30), der u.a. daran erinnert, dass bei der Deutschen Bahn nicht nur ca. eine viertel Million Mitarbeiter\/innen, sondern auch zahlreiche Schienenschneepfl&uuml;ge und anders Spezialger&auml;t abgebaut bzw. abgeschafft wurden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Verbeamtete Lehrkr&auml;fte d&uuml;rfen straflos streiken<\/strong><br>\nDas Verwaltungsgericht (VG) D&uuml;sseldorf hat einer verbeamteten Lehrerin das Recht auf Streik zugestanden und eine von der Bezirksregierung gegen sie verh&auml;ngte Disziplinarma&szlig;nahme wieder aufgehoben. F&uuml;r die GEW ist das Urteil ein richtungsweisender Schritt auf dem Weg zum Streikrecht f&uuml;r Beamte.<br>\nDas Gericht sieht laut Urteil vom 15. Dezember 2010 in der Disziplinarma&szlig;nahme u. a. einen Versto&szlig; gegen Art. 11 der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und gegen die j&uuml;ngere Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte (EGMR). (VG D&uuml;sseldorf, Az: 31 K 3904\/10.O)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Verbeamtete_Lehrkraefte_duerfen_straflos_streiken.html\">GEW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Aussetzung von Wehr- und Zivildienst: Bund und L&auml;nder wollen die zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger &uuml;ber das System des Hochschulpakts finanzieren<\/strong><br>\nDie Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat in einem Eilverfahren entschieden, die durch ein Aussetzen von Wehr- und Zivildienst zu erwartenden zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger im System des bestehenden Hochschulpaktes zu finanzieren.<br>\nBund und L&auml;nder gehen nach derzeitigem Kenntnisstand aufgrund des von der Bundesregierung geplanten Aussetzens von Wehr- und Zivildienst von 34.600 bis 59.000 weiteren zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;ngern in den Jahren 2011 bis 2015 aus, je nach Ausgestaltung und Inanspruchnahme der von der Bundesregierung vorgesehenen Freiwilligendienste. Bei 26.000 &euro; pro zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger w&uuml;rde hierdurch f&uuml;r die Finanzierung des Hochschulpaktes ein Mehrbedarf in H&ouml;he von rund 0,9 bis 1,5 Mrd. Euro in den Jahren 2011 bis 2018 entstehen.<br>\nDie GWK-Vorsitzende Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan betonte: &ldquo;Der Hochschulpakt ist eine verl&auml;ssliche Basis f&uuml;r ein bedarfsgerechtes Studienangebot. Die Bundesregierung wird daher &ndash; gemeinsam mit den L&auml;ndern &ndash; den Hochschulpakt weiterentwickeln, damit bereits ab dem kommenden Jahr die zus&auml;tzlichen Studienanf&auml;nger gute Studienbedingungen und Studienchancen erhalten. Daf&uuml;r stellt der Beschluss die Weichen&ldquo;.<br>\nDer stellvertretende Vorsitzende der GWK, Berlins Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. J&uuml;rgen Z&ouml;llner: &bdquo;Die L&auml;ndergemeinschaft geht davon aus, dass kurzfristig zus&auml;tzliche Mittel f&uuml;r den Hochschulpakt bereitgestellt werden. Nur so kann gew&auml;hrleistet werden, dass den jungen Menschen, die jetzt kurzfristig einen Studienplatz suchen, die M&ouml;glichkeit zur Aufnahme eines Studiums geboten wird. Wir sind bereit, unb&uuml;rokratisch mit den Hochschulen Absprachen zu treffen, wie dies mit einer so kurzen Planungszeit erm&ouml;glicht werden kann.&ldquo;<br>\nWie im System des Hochschulpakts mit den Auswirkungen einer Aussetzung umzugehen ist, wird Gegenstand weiterer Beratungen von Bund und L&auml;ndern sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news401726\">idw<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mal sehen, was aus diesen gro&szlig;artigen Ank&uuml;ndigungen wird, wenn es darum geht, &bdquo;Butter bei die Fische&ldquo; zu bringen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wirtschaftsbosse im Visier<\/strong><br>\nAuch an diesem Wochenende rechnen die britischen Beh&ouml;rden wieder mit Protesten der Studenten gegen die Erh&ouml;hung der Studiengeb&uuml;hren. Inzwischen organisieren sich die verschiedenen Gruppen unter dem Namen &ldquo;UK Uncut&rdquo; im Internet. Ihr letzter Coup galt den Topshop-Gesch&auml;ften in der Oxford Street.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/europaheute\/1344685\/\">Deutschlandradio<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>&Uuml;berraschung im Wissenstest<\/strong><br>\nJugendliche mit Migrationshintergrund wissen genauso viel &uuml;ber Demokratie wie deutsche. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universit&auml;ten W&uuml;rzburg, Hamburg und Mannheim. Das Ergebnis hat die Forscher &uuml;berrascht. Schlie&szlig;lich haben sie vor Kurzem in einer &auml;hnlichen Untersuchung an Grundsch&uuml;lern noch deutliche Wissensunterschiede zwischen diesen Gruppen festgestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de:80\/pages\/de\/news402165\">idw<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Keine &Uuml;berraschung f&uuml;r diejenigen, die wissen, dass der Mensch f&auml;hig ist, vorgegebene soziale und kulturelle Schranken zu &uuml;berwinden. Zur Erg&auml;nzung und Erinnerung an die, die immer noch meinen, dass Sarrazin irgendwie doch recht habe:<\/em><\/p>\n<p><strong>Deutschland schafft sich NICHT ab<\/strong><br>\nSeit dem Erscheinen des umstrittenen Buches von Thilo Sarrazin, &ldquo;Deutschland schafft sich ab&rdquo;, diskutiert die &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber die vermeintlich wenig gelungene Integration von Zuwanderern. Auch wenn zahlreiche Integrationsaufgaben noch nicht gel&ouml;st sind, erweisen sich viele der behaupteten Tatsachen lediglich als langlebige Vorurteile und Legenden &ndash; wie der folgende Faktencheck der Bertelsmann Stiftung beweist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news387715\">idw<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die Guttenbergs zwischen G&ouml;nnertum und Imagepflege<\/strong><br>\nKarl-Theodor und Stephanie zu Guttenberg werden heftig kritisiert, weil sie nach Kundus gereist sind. Doch man kann aus der Haltung des Paares auch etwas lernen. Ein Kommentar von Wenke Husmann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2010-12\/guttenberg-besuch-kundus\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist die beste Stelle: &bdquo;Und m&ouml;glicherweise hat Sueddeutsche.de Recht mit dem Hinweis auf die adelige Abstammung, denn das Karitative, das Umsorgen durch die eigene Pr&auml;senz hat im Adel einen hohen Stellenwert. Nicht nur kurz vor Weihnachten.&ldquo; Wie sich der Adel stets um seine Untertanen sorgte, zeigt uns ja die deutsche Geschichte zur Gen&uuml;ge!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung KR:<\/strong> F&uuml;r die berufliche Gesinnung solcher Journalisten fand der Blogger Feynsinn in einem &auml;hnlichen Fall harte, aber durchaus passende Worte: &bdquo;Er hat getan, was er kann, und gezeigt, dass er sich f&uuml;r H&ouml;heres eignet. Seinem kritischen Geist entspringt die Art spitzer Zunge, die selbst feinstes Stiefelprofil noch zu reinigen vermag, ohne dass die Majest&auml;t sich dazu vom Sitze erheben muss.&ldquo; (Siehe <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=1170\">&bdquo;Dimensionen der Anbiederung&ldquo;<\/a>.)<br>\nDas erscheint Ihnen zu heftig? Dann lesen Sie den ZEIT-Artikel jetzt bitte noch einmal.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Niedersachsens Agrarministerin: Billigl&ouml;hne sorgen f&uuml;r Karriere-Ende<\/strong><br>\nNiedersachsens Exministerpr&auml;sident Christian Wulff hatte Astrid Grotel&uuml;schen zur Agrarministerin ernannt, weil sie Putenunternehmerin ist &ndash; und genau deshalb musste sie nun zur&uuml;cktreten. Schon vor der Vereidigung der Ministerin hatten Tiersch&uuml;tzer darauf hingewiesen, dass die Gefl&uuml;gelmast mit ihren umweltrechtlichen Problemen, skandal&ouml;sen Haltungsbedingungen und sozialen H&auml;rten eine besonders problematische Branche ist. Begr&uuml;ndet hatten der damalige Ministerpr&auml;sident Christian Wulff und auch sein Nachfolger David McAllister (beide CDU) ihre Wahl aber gerade mit der Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit Grotel&uuml;schens: Sie sei &ldquo;eine Kennerin der Agrarpolitik, weil sie aus der Agrarbranche kommt&rdquo;, betonte McAllister noch im August. Die Lobby hatte den Amtsantritt ihrer Ministerin tats&auml;chlich bejubelt. Und diese legte ihren Gesch&auml;ftspartnern &ndash; die Putenbr&uuml;terei Ahlhorn h&auml;lt Beteiligungen an mehreren Mast- und Schlachtbetrieben und vermarktet &uuml;ber Branchenf&uuml;hrer Wiesenhof &ndash; keine Steine in den Weg. F&uuml;r die Branche nachteilige Forschungsergebnisse blieben unver&ouml;ffentlicht, bis sie in der taz standen.<br>\n&ldquo;Wir brauchen keine Tiersch&uuml;tzer wie Peta&rdquo;, versuchte sie die Vorw&auml;rtsverteidigung, als &ldquo;Report Mainz&rdquo; Peta-Videos ausstrahlte. Diese vermittelten eine klare Vorstellung von Tierqu&auml;lerei in Mastbetrieben der Grotel&uuml;schen-Firmenfamilie. Und als der NDR Anfang Dezember berichtete, die Staatsanwaltschaft ermittle wegen illegaler Arbeitnehmer&uuml;berlassung und Dumpingl&ouml;hnen gegen die Geestland Putenspezialit&auml;ten GmbH und Co KG, an der die Familie der nun Exministerin mit zwei Millionen Euro Kommanditisten-Einlage beteiligt ist, sagte Grotel&uuml;schen: F&uuml;nf Euro seien ein akzeptabler Stundenlohn. Im Vergleich zu den durchschnittlich 3,50 Euro, die die Neubrandenburger Fitkost-Schlachterei gezahlt haben soll, stimmt das. Politisch war diese Enth&uuml;llung Grotel&uuml;schens Karriere-Ende.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F12%2F18%2Fa0185&amp;cHash=8c326ff9d9\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Elfenbeink&uuml;ste: Schwere K&auml;mpfe in Abidjan<\/strong><br>\nDer Versuch des gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten der Elfenbeink&uuml;ste, Alassane Ouattara, nach zwei Wochen Abwarten seinen Wahlsieg per Volksaufstand durchzusetzen, hat gestern zu schweren K&auml;mpfen in der ivorischen Metropole Abidjan gef&uuml;hrt. Mit einem massiven Milit&auml;raufgebot und dem Einsatz schwerer Artillerie stoppten die Sicherheitskr&auml;fte des noch amtierenden Wahlverlierers Laurent Gbagbo den Versuch Ouattara-treuer Demonstranten, auf die Zentrale des Staatsfernsehens RTI in der ivorischen Metropole Abidjan zu marschieren und sie als erstes Regierungsgeb&auml;ude zu besetzen. Unterschiedlichen Berichten zufolge gab es zwischen 4 und 32 Tote, als Gendarmen und Soldaten auf Demonstranten schossen und sp&auml;ter mit Rebellen k&auml;mpften.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F12%2F17%2Fa0072&amp;cHash=00ce668f7e\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F12%2F18%2Fa0173&amp;cHash=a8c7789607\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Afrika, da war doch was? Ach ja, Fu&szlig;ballweltmeisterschaften. Und sonst? Senegal, Sierra Leone, Nigeria, Tschad, Elfenbeink&uuml;ste, Sudan, Somalia, Uganda, Burundi, Kongo waren und sind Opfer bewaffneter Konflikte bis hin zum Krieg mit Millionen von Toten. Aber wir verteidigen immer noch unsere Sicherheit und die Menschenrechte am Hindukusch. Wo ist da die politische und moralische Balance, warum m&uuml;ssen wir da rein &ndash; und wegen des &ldquo;Fortschritts&rdquo; wieder raus &ndash; und woanders nie hin? Wenn sich dann der internationale Terrorismus in den gescheiterten Staaten Afrikas einnistet, ist das Geschrei gro&szlig;, aber leider auch nur dann.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer seine Kenntnisse zur Situation in der Elfenbeink&uuml;ste vertiefen m&ouml;chte:<\/em><\/p>\n<p><strong>C&ocirc;te d&rsquo;Ivoire: kein Ausweg durch Machtteilung<\/strong><br>\nDie Lage ist zum Zerrei&szlig;en gespannt und die internationale Diplomatie sucht nach einem Ausweg aus einer Krise, die direkt in einen neuen B&uuml;rgerkrieg m&uuml;nden k&ouml;nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>Vieles spricht daf&uuml;r, dass Ouattara im zweiten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen gewonnen hat, trotz anzuzweifelnder Wahlergebnisse in seinen Hochburgen. Auf der Gegenseite haben auch Anh&auml;nger von Gbagbo potenzielle Sympathisanten Ouattaras im S&uuml;dwesten vom W&auml;hlen abgehalten.<\/li>\n<li>In den letzten dreieinhalb Jahren hatte ein Arrangement zum Zweck der Machtteilung zwischen Gbagbo und Ex-Rebellenf&uuml;hrer Guillaume Soro relative Ruhe, jedoch nicht die erhoffte gro&szlig;e L&ouml;sung gebracht. Diese Machtteilung war eindeutig f&uuml;r eine &Uuml;bergangsperiode angelegt. Allerdings stellte kaum jemand die Frage &Uuml;bergang fein, aber wohin?<\/li>\n<li>Gbagbo setzt jetzt auf seine beiden letzten Karten: ein fadenscheiniger Legalismus und das Milit&auml;r. Ob er &uuml;ber eine internationale Vermittlung wenigstens zeitweise an der Macht bleiben kann, ist aber unklar. Das Land ist ann&auml;hernd zu gleichen Teilen in die Anh&auml;nger zweier Lager gespalten. Deshalb werden weder Gbagbo noch Ouattara ohne umfangreiche Kompromisse das ganze Land regieren k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Machtteilung ist kein Allheilmittel, wie der ivorische Fall exemplarisch beweist. Dennoch ist dies m&ouml;glicherweise der einzige Ausweg aus der Krise, den internationale Vermittler gegenw&auml;rtig ins Auge fassen k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.giga-hamburg.de\/dl\/download.php?d=\/content\/publikationen\/pdf\/gf_afrika_1010.pdf\">GIGA [PDF &ndash; 850 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Politik der harten Hand: Ungleiche Sicherheit und sichere Ungleichheit in Zentralamerika<\/strong><br>\nGewalt und Kriminalit&auml;t etwa durch Jugendbanden treten als dr&auml;ngende Probleme f&uuml;r die Gesellschaften der zentralamerikanischen L&auml;nder immer mehr in den Vordergrund. Doch die dominanten repressiven Strategien tragen nicht zu ihrer Eind&auml;mmung bei. Statt an den Ursachen zu r&uuml;tteln, setzen die Eliten weiter auf sozialen Ausschluss benachteiligter Gruppen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iz3w.org\/zeitschrift\/ausgaben\/320\/politik-der-harten-hand\">iz3w<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarit&auml;t 2011<\/strong><br>\nDie da oben? Die da unten? Und wo bin ich? Mittendrin.<br>\nNah genug, um den einen auf die F&uuml;&szlig;e zu treten und den andern auf die F&uuml;&szlig;e zu helfen.<br>\nDiese Worte zum Thema Zivilcourage und Hilfe zur Selbsthilfe aus einem Vortrag Regine Hildebrandts aus dem Jahr 1993 stellt die Stiftung Solidarit&auml;t als Motto &uuml;ber die Ausschreibung des Regine-Hildebrandt-Preises 2011. Im Jahr des 70. Geburtstages (26. April) sowie des 10. Todestages (26. November) Regine Hildebrandts sucht die Stiftung Preistr&auml;ger, die sich getreu dieser Handlungsmaxime unbeirrt und beispielhaft f&uuml;r gerechte gesellschaftliche Teilhabe der Benachteiligten einsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/solidaritaet.net\/index.php?content=pressemitteilung_openturn&amp;submenu=rhp\">Stiftung Solidarit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Dresstest f&uuml;r Banker<\/strong><br>\nDie Schweizer Bank UBS bastelt seit der Finanzkrise flei&szlig;ig an einem besseren Image. Dazu m&uuml;ssen sich die Angestellten im Heimatland nun rigorosen Kleidungsvorschriften beugen. Ab sofort gilt f&uuml;r Schalterangestellte in f&uuml;nf Schweizer Pilotfilialen ein 44-seitiger Dresscode. Kommt er bei der Kundschaft gut an, werden bald 1500 UBS-Mitarbeiter in den 300 dortigen Gesch&auml;ftsstellen den Stresstest vor dem Spiegel bestehen m&uuml;ssen. Das Ziel: neues Renommee durch einwandfreie Pr&auml;sentation. Dunkler Anzug, wei&szlig;es Hemd und schwarze Schuhe werden vorgeschrieben. Akzente setzen Damen mit rotem Tuch, Herren mit roter Krawatte. Das sei verbindlich, der Rest seien Empfehlungen, hei&szlig;t es bei der UBS. Dringend geraten wird der R&uuml;ckzug aus riskanten Couturepositionen: Netzstr&uuml;mpfe, Dreitageb&auml;rte, enge R&ouml;cke, durchscheinende Unterw&auml;sche oder Tattoos entsprechen nicht den Baseler Erscheinungsstandards. Der UBS-Angestellte stinkt nat&uuml;rlich so wenig wie sein Geld. Knoblauch, Zwiebeln und kalter Zigarettenrauch seien zu vermeiden. Und Vorsicht bei parf&uuml;mierten Lotionen: Sie k&ouml;nnten sich mit Aftershave zu einem toxischen Gemisch verbinden. Auch Notfallpl&auml;ne f&uuml;r die Schieflage eines Zwirns, eine Unterdeckung intimer K&ouml;rperteile oder ein klaffendes Loch im Strumpf werden gefordert &ndash; eine Ersatzkollektion als Sicherheitspuffer.<br>\nRigoroses Selbstmonitoring geh&ouml;rt ebenfalls dazu. So solle man sich ehrlich fragen: &ldquo;Passt die Frisur zu meinem Alter?&rdquo;, &ldquo;Welche Gesichtsform habe ich?&rdquo; oder &ldquo;Wie viel Zeit brauche ich, um mich zu frisieren?&rdquo;. Der Benchmark: &ldquo;Wenn Sie l&auml;nger als 30 Minuten jeden Morgen ben&ouml;tigen, ist das ein Zeichen daf&uuml;r, dass etwas nicht stimmt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:einwandfreie-praesentation-dresstest-fuer-banker\/50206003.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine echte Fundgrube, um w&auml;hrend des weihnachtlichen Familientreffs beim Aufkommen von Spannungen f&uuml;r Entspannung zu sorgen. Man k&ouml;nnte nat&uuml;rlich auch wie die &bdquo;Humanit&eacute;&ldquo; die &bdquo;soziale Kontrolle der K&ouml;rper&ldquo; durch den auferstandenen Klassenfeind diskutieren.<br>\nEin ganzes Kapitel ist den Haaren von UBS-Mitarbeitern gewidmet. Im Vier-Wochen-Abstand sollte die Meisterhand eines Coiffeurs sich darum k&uuml;mmern. Ein kurz geschnittener Bart geht gerade noch so. Keine gef&auml;rbten Haare. Haare in den Nasenl&ouml;chern sind nat&uuml;rlich t&ouml;dlich. Auch den M&auml;nnern wird die regelm&auml;&szlig;ige Verwendung von Hautcreme und Deodorant vorgeschrieben, w&auml;hrend den Damen Parf&uuml;m am Nachmittag verboten ist. Der Rock muss knielang sein und nat&uuml;rlich nicht spannend, wei&szlig; die Bluse. Die Unterw&auml;sche darf sich nicht abzeichnen. Bunte Slips sind deshalb verboten.<br>\nF&uuml;r die Herren ist der klassische Businessanzug vorgeschrieben, vorzugsweise in den Farben anthrazit, schwarz oder dunkelblau. Die Socken m&uuml;ssen schwarz sein und so lang, dass der Blick auf das Bein verwehrt bleibt. F&uuml;r beide Geschlechter empfiehlt sich das t&auml;gliche Wechseln der Schuhe. Schiefe Schuhsohlen und mehr als ein Ring am Finger sind tabu.<br>\nLeider hat die UBS ihren Dresscode von der Website genommen. Man findet immerhin noch einen Knigge (21 Seiten) f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/www.ubs.com\/1\/ShowMedia\/career_candidates\/apprentices\/bewerbungstipps?contentId=167965&amp;name=Knigge.pdf\">&bdquo;lieben Allround-Praktikanten&ldquo; [PDF &ndash; 400 KB]<\/a>.<br>\nSchon fast lyrisch verweist dieser Knigge auf knieumspielende R&ouml;cke und f&uuml;r Dummies wird ausf&uuml;hrlich erkl&auml;rt und mit Skizzen vorgef&uuml;hrt, wie man eine Krawatte bindet. Drei Versionen werden angeboten: der &bdquo;Four-in-Hand&ldquo;, der &bdquo;doppelte Windsor&ldquo; und der &bdquo;Prattknoten&ldquo;. Welcher es sein soll, d&uuml;rfen sie selbst entscheiden.<br>\nAngesichts der systematischen Einladung zur Steuerhinterziehung hat die UBS eigentlich ein ganz anderes Problem, n&auml;mlich das Image &ldquo;Au&szlig;en Hui, innen Pfui&rdquo;. Da wirkt es geradezu kontraproduktiv, wenn sie ihre Kleiderordnung damit begr&uuml;ndet, dass ein tadelloses Verhalten mit einer einwandfreien Pr&auml;sentation einhergehe. Die Reputation von UBS sei f&uuml;r die Bank das h&ouml;chste Gut. In der Tat. Allerdings hilft es nur wenig, dicke Brieftaschen im Jackett-Innenfutter zu verbieten, wenn die Gesamtstrategie der Bank auf &ldquo;dicke Brieftaschen&rdquo; der Angestellten, Manager und Vorst&auml;nde hinausl&auml;uft.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Merkel in Afghanistan: Wie im Krieg; Merkels Eurostrategie: Dumm stellen und irref&uuml;hren; Schrecken ohne Euro; Krise ohne Ende?; &bdquo;Wallstreet Whitewash&ldquo;; &ldquo;Die M&auml;rkte&rdquo; regieren wieder; die Schulden der Anderen; lukrative Steuer-CDs; wir<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7807\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7807","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7807","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7807"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7807\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7810,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7807\/revisions\/7810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}