{"id":7824,"date":"2010-12-22T09:23:58","date_gmt":"2010-12-22T08:23:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7824"},"modified":"2010-12-22T09:23:58","modified_gmt":"2010-12-22T08:23:58","slug":"hinweise-des-tages-1297","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7824","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Euro-Bonds entlasten Eurostaaten; Deutsche Bank kauft sich mit 550 Mio. Dollar frei; Chaos im Schnee; Lidls prima 10-Euro-Idee; 26,9 Milliarden Euro f&uuml;r Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2009; Waffen als Exportfaktor; Banken f&ouml;rdern Atomexport; warum Westerwelle nicht zur&uuml;cktreten darf; das Kreuz mit der Klausel (f&uuml;r zivile Forschung); Selbstst&auml;ndig integriert; Schafft die Botschaften ab!; Wikileaks als Chance f&uuml;r den Journalismus; Medieninszenierung: R&uuml;ckschlag am Hindukusch; USA: Weniger Hinrichtungen wegen Geldmangels; US-Milit&auml;rs wollen Razzien in Pakistan ausweiten; Analyse zu Italien: Nach oder vor dem Brand; scharfes Mediengesetz in Ungarn; D&auml;nemark: Ausl&auml;ndische Obdachlose d&uuml;rfen erfrieren; Kriegseinsatz im Klassenzimmer; Kongress &ldquo;Arme Kinder &ndash; Reiches Land&rdquo; in Karlsruhe. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Euro-Bonds entlasten Eurostaaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Deutsche Bank kauft sich mit 550 Mio. Dollar frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Chaos im Schnee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Lidls prima 10-Euro-Idee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">26,9 Milliarden Euro f&uuml;r Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Waffen als Exportfaktor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Banken f&ouml;rdern Atomexport<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Warum Westerwelle nicht zur&uuml;cktreten darf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Das Kreuz mit der Klausel (f&uuml;r zivile Forschung)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Kriegseinsatz im Klassenzimmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Schafft die Botschaften ab!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Wikileaks und seine Nachahmer als Chance f&uuml;r den Journalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Medieninszenierung: R&uuml;ckschlag am Hindukusch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">USA: Weniger Hinrichtungen wegen Geldmangels<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">US-Milit&auml;rs wollen Razzien in Pakistan ausweiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Analyse zu Italien: Nach oder vor dem Brand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Scharfes Mediengesetz in Ungarn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">D&auml;nemark: Ausl&auml;ndische Obdachlose d&uuml;rfen erfrieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Selbstst&auml;ndig integriert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Kongress &ldquo;Arme Kinder &ndash; Reiches Land&rdquo; in Karlsruhe<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7824&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Euro-Bonds entlasten Eurostaaten<\/strong><br>\nDie Eurozone ist l&auml;ngst zur leichten Beute f&uuml;r Spekulanten geworden. Das muss sich &auml;ndern. Der einheitliche Euroraum braucht dringend zwei Korrekturen: Zum einen braucht ein einheitlicher W&auml;hrungsraum dringend eine Staatsanleihe, damit die Spekulationen gegen einzelne Eurostaaten aufh&ouml;ren. Dann h&auml;tten alle Eurol&auml;nder gleiche Finanzierungsbedingungen an den internationalen Finanz- und Kapitalm&auml;rkten &ndash; und die gleiche Zinsbelastung. Damit k&ouml;nnten die L&auml;nder ihre Haushalte unter gleichen Bedingungen konsolidieren.<br>\nDieses Ziel verfolgt der Vorschlag gemeinsamer Euro-Bonds. Die finanziellen Sorgen der Krisenstaaten k&ouml;nnten somit erheblich gemindert werden. Denn aktuell werden diese von ihren Verbindlichkeiten nahezu erdr&uuml;ckt. Allein die Zinsbelastung, die sich f&uuml;r den Refinanzierungsbedarf 2011 zu den aktuellen Konditionen anh&auml;ufen wird, bel&auml;uft sich in Griechenland und Portugal auf mehr als 1 % des BIP. Zusammen werden die PIIGS-Staaten 14,5 Milliarden Euro an Zinskosten f&uuml;r ihre n&auml;chstj&auml;hrigen F&auml;lligkeiten aufbringen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/101222_Euro-Bonds_entlasten_Eurostaaten_DGB-Klartext.pdf\">DGB Klartext [PDF &ndash; 135 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutsche Bank kauft sich mit 550 Mio. Dollar frei<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank zieht mit einer Strafzahlung von einer halben Milliarde Dollar einen Schlussstrich unter jahrelange US-Steuerermittlungen. Mit dem US-Justizministerium sei eine Nichtverfolgungsvereinbarung (Non-Prosecution Agreement) getroffen worden, teilte der deutsche Branchenprimus am Dienstagabend mit. Das Institut habe kriminelles Fehlverhalten eingestanden, hie&szlig; es in der gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und der Steuerbeh&ouml;rde IRS. Die illegalen Steuersparmodelle f&uuml;r Kunden, in die das Kreditinstitut verwickelt gewesen sei, h&auml;tten zu milliardenschweren Ausf&auml;llen f&uuml;r den Staat beigetragen. Die Bank hat ihre Richtlinien und Verfahren nach eigenen Angaben seitdem wesentlich versch&auml;rft. Im Rahmen der sogenannten Vereinbarung muss sie ihre internen Mechanismen weiter verfeinern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:beigelegte-ermittlungen-deutsche-bank-kauft-sich-mit-550-mio-dollar-frei\/50208107.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was haben wir doch f&uuml;r eine tolle Steuerfahndung in Deutschland, dass die Deutsche Bank es nicht gewagt hat, hierzulande illegale Steuersparmodelle anzubieten!?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Chaos im Schnee<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bahn kapituliert vor dem Wetter<\/strong><br>\nWarum schaffte es die Bahn fr&uuml;her, auch im Winter p&uuml;nktlich zu kommen? Weil damals das Geld da war, um das System Schiene auch f&uuml;r jene wenige Tage im Jahr zu r&uuml;sten, die etwas k&auml;lter oder etwas hei&szlig;er sind als normal. Der gr&uuml;ne Bahnexperte Anton Hofreiter formuliert es so: &ldquo;Das Verkehrsministerium ist schuld, weil es dem Staatsunternehmen Bahn die falschen Vorgaben macht.&rdquo; Kundenn&auml;he w&auml;re die richtige Vorgabe, statt dessen gehe es vor allem darum, Geld zu sparen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.winter-in-deutschland-bahn-kapituliert-vor-dem-wetter.4c6b2f3f-c5e0-40be-8cc1-f6d197cf15a1.html\">Stuttgarter Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><strong>Spardiktat verst&auml;rkt Schneechaos<\/strong><br>\nDer Effizienzdruck im Transportsektor hat das Chaos im Bahn-, Luft- und Stra&szlig;enverkehr drastisch versch&auml;rft: Viele Unternehmen sind auf extremes Wetter kaum vorbereitet, weil das teuer ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/extremes-winterwetter-spardiktat-verstaerkt-schneechaos-1636292-print.html\">Stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Und auch der Stern macht immer noch bei der Katastrophen-Rethorik mit, weil damit offensichtlich Auflage zu machen ist oder vielleicht mehr Geld mit Werbung verdient werden kann. Zum angeblichen Schneechaos s. nochmal Jens Berger auf dem Spiegelfechter: <a href=\"?p=7746#h08\">&bdquo;Unser umwintertes Ged&auml;chtnis&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Winterdienste haben Schnee im Getriebe<\/strong><br>\nDen Berliner Winterdiensten schneit es zu viel &ndash; man sollte sie in die W&uuml;ste schicken. Dass sie ihren Job miserabel oder gar nicht erledigen, wird immer mehr zur Regel. Offensichtlich haben die Unternehmen gezockt, was das Zeug h&auml;lt, haben zu knapp geplant und Wetten darauf abgeschlossen, dass ihnen die Sonne scheint; sie haben auf die Erderw&auml;rmung gesetzt, frei nach dem Motto: Cash from Klimakatastrophe. In den warmen Wintern, die es ja auch gab, konnten sie sich eine goldene Schneeschaufel verdienen, denn kassiert haben sie auch dann, wenn es nichts zu r&auml;umen gab. Aber jetzt, wenn ein paar Zentimeter Schnee &uuml;berfrieren, fangen sie an zu zittern und laufen davon.<br>\nKeine &ouml;ffentlichen Auftr&auml;ge mehr f&uuml;r solche vermeintlichen &bdquo;Dienstleister&ldquo;, das w&auml;re eine angemessene Reaktion. Mag auch der eine oder andere bisweilen zu Recht auf den &ouml;ffentlichen Dienst schimpfen: Ob die Privaten alles besser k&ouml;nnen, wie im Zug der hemmungslosen Privatisierung oft behauptet wurde, ist irrelevant, wenn sie gar nicht erst wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/winterdienste-haben-schnee-im-getriebe\/v_print,3677388.html?p=\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider deutet Lorenz Maroldt den entscheidenden Punkt nur an. Das entscheidende Wort, auf der Stra&szlig;e wie auf der Schiene und in vielen anderen Bereichen, hei&szlig;t Privatisierung bzw. Outsourcing an private Dienstleister, die &Uuml;berlassung der Grundversorgung an profitorientierte Private. Was allgemeine Grundversorgung mit einzelwirtschaftlichem Profit zu tun hat, erschlie&szlig;t sich allerdings nur unserer politischen Klasse.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Flughafen Stockholm bietet Frankfurt Praktikum an<\/strong><br>\nIn acht Minuten ist die Rollbahn frei. Am Flughafen von Stockholm ist Schneer&auml;umen Alltag. Hinfliegen und gucken, wie&rsquo;s funktioniert, r&auml;t man den europ&auml;ischen Kollegen.<br>\nGrunds&auml;tzlich verwende Stockholm aber einfach nur mehr Ressourcen f&uuml;r die Schneebek&auml;mpfung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/reisen\/2010-12\/flughafen-schnee-stockholm-frankfurt\">ZEIT<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Lidls prima 10-Euro-Idee<\/strong><br>\nLidl w&uuml;nscht sich was: einen Mindestlohn von 10 Euro f&uuml;r alle Branchen in Deutschland. Zwar kommt die Idee kurz vor dem Fest &ndash; als Weihnachtsm&auml;rchen abtun sollte man sie aber nicht. Egal, welche Hintergedanken der Manager haben mag &ndash; seine Forderungen sind richtig. In Deutschland arbeiten viel zu viele Menschen f&uuml;r zu wenig Geld, viele m&uuml;ssen &ldquo;aufstocken&rdquo;, um auf ein Existenzminimum zu kommen. Gleichzeitig gibt es hierzulande keinen gesetzlichen Mindestlohn &ndash; im Gegensatz zu den meisten EU-L&auml;ndern.<br>\nNeue Daten zu Zweitjobbern illustrierten diese Woche die Misere: Laut einer repr&auml;sentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa erg&auml;nzen 15 Prozent der Erwerbst&auml;tigen ihren Hauptberuf durch eine weitere T&auml;tigkeit, um am Monatsende finanziell besser dazustehen. Vor zwei Jahren hatte der Anteil der Erwerbst&auml;tigen mit Zweitjob lediglich 3,7 Prozent betragen. Dass der Einzelhandelsverband HDE Kisseberths Forderung &ldquo;unrealistisch&rdquo; findet, war zu erwarten. Arbeitgeber sind ja nie freiwillig allzu spendabel, wenn es um die L&ouml;hne ihrer Besch&auml;ftigten geht. Die geforderten 10 Euro liegen nur knapp unter dem h&ouml;chsten Mindestlohn-Niveau, das es in der EU gibt, dem Luxemburgs. Noch ein Indiz, dass die Forderung des Lidl-Managers durchaus realistisch ist. Oder sollte sich Deutschland an Rum&auml;nien oder der Ukraine orientieren?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:ruf-nach-mindestlohn-lidls-prima-10-euro-idee\/50208015.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>26,9 Milliarden Euro f&uuml;r Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2009<\/strong><br>\nNach Abzug der Einnahmen in H&ouml;he von etwa 2,6 Milliarden Euro &ndash; unter anderem aus Geb&uuml;hren und Teilnahmebeitr&auml;gen &ndash; wendete die &ouml;ffentliche Hand netto rund 24,3 Milliarden Euro f&uuml;r Kinder- und Jugendhilfe auf. Gegen&uuml;ber 2008 entspricht das einer Steigerung um 9,2%. Nach Abzug der Einnahmen in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in H&ouml;he von 1,6 Milliarden Euro gab die &ouml;ffentliche Hand netto 14,6 Milliarden Euro f&uuml;r Kindertagesbetreuung aus. Gegen&uuml;ber dem Vorjahr haben sich die Nettoausgaben um knapp 12% erh&ouml;ht.<br>\nGut ein Viertel der Bruttoausgaben (26%) &ndash; insgesamt mehr als 7,1 Milliarden Euro &ndash; wendeten die &ouml;ffentlichen Tr&auml;ger der Kinder- und Jugendhilfe 2009 f&uuml;r Hilfen zur Erziehung auf. Davon entfielen etwa 3,9 Milliarden Euro auf die Unterbringung junger Menschen au&szlig;erhalb des Elternhauses in Vollzeitpflege, Heimerziehung oder in anderer betreuter Wohnform. Die Ausgaben f&uuml;r sozialp&auml;dagogische Familienhilfe erh&ouml;hten sich um 25,4% auf rund 679 Millionen Euro. F&uuml;r Ma&szlig;nahmen und Einrichtungen der Jugendarbeit, zum Beispiel au&szlig;erschulische Jugendbildung, Kinder- und Jugenderholung oder Jugendzentren, gaben Bund, L&auml;nder und Gemeinden rund 1,6 Milliarden Euro aus &ndash; dies entspricht 5,8% der Gesamtausgaben. Die Aufwendungen f&uuml;r vorl&auml;ufige Schutzma&szlig;nahmen, zu denen insbesondere die Inobhutnahme bei Gef&auml;hrdung des Kindeswohls geh&ouml;rt, stiegen bundesweit von etwa 118 Millionen Euro im Jahr 2008 auf rund 142 Millionen Euro 2009 (+ 20,6%).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/12\/PD10__477__225,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Anstieg der Ausgaben f&uuml;r Kindertagesbetreuung ist politisch gewollt, so werden inzwischen Betreuungspl&auml;tze f&uuml;r knapp ein Viertel aller Kinder unter drei Jahren angeboten. Aber der Anstieg der Hilfe f&uuml;r Kinder in schwierigen Lebenslagen wirft doch einige generelle Fragen auf. Gewiss ist auch die Sensibilit&auml;t f&uuml;r Gef&auml;hrdungen der Kinder gewachsen, aber der Anstieg der Hilfen zur Erziehung um 50 Prozent gegen&uuml;ber dem Jahr 2000 l&auml;sst sich nicht allein dadurch erkl&auml;ren. Die Stichworte f&uuml;r die Zunahme prek&auml;rer Lebensverh&auml;ltnisse, unter denen vor allem die Kinder leiden m&uuml;ssen, w&auml;ren: Erosion des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses, Hartz-Gesetzgebung, Niedriglohnsektor usw. &ndash; Vor allem geht es den Kindern in schwierigen Lebenslagen durch diese Hilfen lange noch nicht Gold. Vielleicht sollte das saturierte B&uuml;rgertum, das zu Weihnachten seinen allj&auml;hrlichen Pflichtbesuch in der Kirche absolviert, nicht nur die Geburt des einen Kindes bedenken, sondern was es Kindern konkret antut, wenn es f&uuml;r Parteien votiert, die z.B. im Dienste des Kapitals den Mindestlohn verweigern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Waffen als Exportfaktor<\/strong><br>\nDeutschland ist und bleibt auch weiterhin einer der gr&ouml;&szlig;ten Waffenexporteure<br>\nDass Deutschland eines der f&uuml;hrenden L&auml;nder im Waffenexport ist, best&auml;tigt der vom Bundeswirtschaftsministerium nun vorgelegte R&uuml;stungsexportbericht 2009. Doch seit Deutschland sich mit seiner Armee an mehr oder weniger v&ouml;lkerrechtswidrigen Kriegen beteiligt, regt sich &uuml;ber den Export von Waffen und R&uuml;stung kaum noch jemand auf. Dabei g&auml;be es nach wie vor allen Grund, diesen Teil der deutschen Au&szlig;enwirtschaftspolitik zu kritisieren. Material daf&uuml;r liefert vor allem die allj&auml;hrlich erstelle Analyse der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), einer Einrichtung der Katholischen und Evangelischen Kirche Deutschlands.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33878\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Banken f&ouml;rdern Atomexport<\/strong><br>\nEine Studie zeigt, dass viele deutsche Banken &ouml;kologisch fragw&uuml;rdige Investitionen t&auml;tigen. Als besonders der Atomwirtschaft verbunden weist die Erhebung die Deutsche Bank aus. Sie f&ouml;rderte im untersuchten Zeitraum internationale Projekte mit mehr als 7,8 Milliarden Euro. Ihre Hilfen in Form von Krediten oder Anleihen kamen unter anderem dem wegen der Gesundheitsgef&auml;hrdung f&uuml;r die Besch&auml;ftigten hoch umstrittenen Uranabbau in Afrika durch den franz&ouml;sischen Areva-Konzern zugute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/banken-foerdern-atomexport\/-\/1472596\/5031236\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Warum Westerwelle nicht zur&uuml;cktreten darf<\/strong><br>\nDennoch w&auml;re ein R&uuml;cktritt Westerwelles kaum begr&uuml;&szlig;enswert. Dies w&uuml;rde nur die Story bedienen, bei den Problemen der FDP handele es sich nur um ein Personalproblem. W&uuml;rde Westerwelle zur&uuml;cktreten, w&uuml;rde quasi der ganze Schmutz, der sich in nur etwas &uuml;ber einem Jahr Regierungszeit angesammelt hat, weggesp&uuml;lt, und die FDP k&ouml;nnte den Neuanfang wagen, so die Hoffnung vieler. Doch dies sind blo&szlig; Hirngespinste. Das Problem der FDP ist nicht Westerwelle, das Problem ist, dass sie eine Partei ist, die als einzige noch ohne jedes Anzeichen von Einsicht am Mantra der sich selbst regulierenden M&auml;rkte festh&auml;lt. Eine Partei, f&uuml;r die Steuersenkungen die L&ouml;sung f&uuml;r alles sind, f&uuml;r die K&auml;uflichkeit und Vetternwirtschaft keine Fehler, sondern elementarer Bestandteil politischer Umgangsformen sind. W&uuml;rde Westerwelle zur&uuml;cktreten, besteht jedoch die Gefahr, dass gerade die Mainstream-Medien den verlorenen Sohn FDP wieder in die Arme schlie&szlig;en. Mit einem Vorsitzenden, der, egal wer es ist, sympathischer w&auml;re als Westerwelle, k&ouml;nnte man wieder Zustimmung bei denen erwerben, die Westerwelle durch seine Forschheit abgeschreckt hat. Die Mehrwertsteuersenkungen f&uuml;r Hotels w&uuml;rde man dann wohl symbolisch zur&uuml;cknehmen als Zeichen des &ldquo;Neubeginns&rdquo; der FDP, die Journaille k&ouml;nnte sie endlich wieder feiern. Im Kern w&uuml;rde sich jedoch kaum etwas &auml;ndern. Die Kopfpauschale, die v&ouml;llig verantwortungslose Haltung bei EU-Wirtschaftsfragen, das Waltenlassen der Union bei der Sicherheitspolitik und den B&uuml;rgerrechten, und vor allem die v&ouml;llig unsinnige Forderung (die sich nun leider auch noch langsam durchzusetzen beginnt) nach Steuersenkungen w&uuml;rden freilich bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4723\/warum-westerwelle-nicht-zurucktreten-darf\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Kreuz mit der Klausel<\/strong><br>\nBestimmungen, die Universit&auml;ten auf eine ausschlie&szlig;lich zivilen Zwecken dienende Forschung verpflichten, sind h&auml;ufig blo&szlig;e Makulatur. Zusehends gelingt es dem Milit&auml;r, an bundesdeutschen Hochschulen Fu&szlig; zu fassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/12-21\/017.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kriegseinsatz im Klassenzimmer<\/strong><br>\n&ldquo;Was hat die Bundeswehr mit Piraten zu tun? Warum sind deutsche Soldaten in Afghanistan und wieso ist eine Pipeline Bestandteil internationaler Sicherheitspolitik?&rdquo;, fragt das S&auml;chsische Staatsministerium f&uuml;r Kultus und Sport in einer Pressemitteilung. Die Armee m&ouml;chte Sch&uuml;lern die aufgeworfenen Fragen erkl&auml;ren und sie nebenbei f&uuml;r sich rekrutieren. Der s&auml;chsische Kultusminister Roland W&ouml;ller (CDU) und Generalmajor Heinrich Geppert von der Bundeswehr werden am heutigen Dienstag im Kultusministerium in Dresden feierlich eine Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Institutionen unterzeichnen. Nicht die erste dieser Art.<br>\nLaut aktuellem &ldquo;Jahresbericht der Jugendoffiziere 2009&rdquo; erreichten die 94 hauptamtlichen und 300 nebenamtlichen Jugendoffiziere bei &uuml;ber 7.200 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet knapp &uuml;ber 182.000 Personen &ndash; davon waren rund 160.000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler. Bei den Veranstaltungen geht es offiziell nicht um Nachwuchswerbung, sondern um die Vermittlung milit&auml;rischer Sicherheitspolitik: Milit&auml;reins&auml;tze der Bundeswehr sollen den Sch&uuml;lern als ein normales Mittel der Politik erkl&auml;rt werden. So halten die Soldaten vor Sch&uuml;lern Vortr&auml;ge &uuml;ber Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr, internationalen Terrorismus und diskutierten mit den Schulklassen bis vor kurzem auch noch &uuml;ber den Sinn der Wehrpflicht. F&uuml;r die direkte Nachwuchswerbung sind Wehrdienstberater an Schulen aktiv und erreichten 2009 bei rund 12.600 Veranstaltungen mehr als 280.000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler. Wo genau die Trennlinie zwischen reinem Informieren und Werben liegt, ist bei den Schuleins&auml;tzen unklar. &ldquo;Die Schule ist der richtige Ort, an dem wir junge Menschen erreichen&rdquo;, meinte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Ende Oktober in einem Artikel in der Berliner Morgenpost.<br>\n&ldquo;Ich halte solche Abkommen f&uuml;r fragw&uuml;rdig&rdquo;, sagt Siegfried Schiele, der &uuml;ber 28 Jahre Leiter der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung Baden-W&uuml;rttemberg war. Er entwarf 1976 die Minimalbedingungen f&uuml;r politische Bildung an deutschen Schulen, den sogenannten Beutelsbacher Konsens. Noch heute gelten die drei darin festgehaltenen Bestimmungen f&uuml;r den Politikunterricht als bindend: Sch&uuml;ler d&uuml;rfen nicht im Sinne einer gew&uuml;nschten Meinung &ldquo;&uuml;berw&auml;ltigt&rdquo; werden; was in der &Ouml;ffentlichkeit kontrovers diskutiert wird, muss auch im Schulunterricht kontrovers dargestellt werden; Sch&uuml;ler m&uuml;ssen politische Situationen analysieren und sie im eigenen Sinne beeinflussen k&ouml;nnen. Dies wird durch solch einseitige Abkommen infrage gestellt&rdquo;, so Schiele. Zwar sei es zu begr&uuml;&szlig;en wenn Experten wie beispielsweise Jugendoffiziere in Schulklassen k&auml;men, diese w&uuml;rden aber nur einseitig &uuml;ber die Bundeswehr informieren. Ein kontroverser Unterricht sei von den Milit&auml;rs nicht zu erwarten. Um den Beutelsbacher Konsens einzuhalten, m&uuml;sste auch ein Experte der Gegenseite &ndash; also jemand aus der Friedensbewegung &ndash; eingeladen werden. Dies geschieht kaum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F12%2F21%2Fa0097&amp;cHash=b8d104482a\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Schafft die Botschaften ab!<\/strong><br>\nUmberto Eco erkl&auml;rt, warum die Geheimdienste in ihren Dossiers nur das archivieren, was alle bereits wussten. Und weshalb Wikileaks vor allem die Banalit&auml;t des Diplomatenalltags enth&uuml;llt: Was die Inhalte von Wikileaks anbetrifft, haben wir es nur mit einem scheinbaren Skandal zu tun. Bei den Formen geht es jedoch um mehr. Ein Skandal tritt nur dann ans Tageslicht, wenn er Inhalte &ouml;ffentlich macht, die alle bereits wussten und in privater Form miteinander austauschten. Das Wissen dar&uuml;ber wurde zuvor nur im Fl&uuml;sterton weitergereicht aus Gr&uuml;nden der Heuchelei (so wie man in Italien auch nur hinter vorgehaltener Hand erz&auml;hlt, dass an bestimmten Fakult&auml;ten immer nur die S&ouml;hne von Professoren einen Lehrstuhl bekommen). Jedermann &ndash; und ich rede nicht von Diplomaten, sondern von Zuschauern eines Kinofilms &uuml;ber internationale Intrigen &ndash; wei&szlig; doch bestens, dass mindestens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Botschafter ihre diplomatische Funktion verloren haben. Das ist so, seit die Staatsoberh&auml;upter miteinander telefonieren oder ein Flugzeug nehmen k&ouml;nnen, um einander zum Abendessen zu treffen. Von kleinen repr&auml;sentativen Finger&uuml;bungen abgesehen, haben sich die Botschaften in pure Dokumentationszentren &uuml;ber das Gastland verwandelt. Und der Gesandte, wenn er denn ein geschickter ist, erledigt die Arbeit des Soziologen und Politologen. In den heikelsten F&auml;llen werden Botschaften zu veritablen St&uuml;tzpunkten der Spionage.<br>\nWarum sind die Opfer so wenig und &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; h&ouml;chstens oberfl&auml;chlich betroffen? Weil, wie wir alle bemerkt haben, diese ber&uuml;hmten Geheimnachrichten aus blo&szlig;em Presseecho bestanden und das enthielten, was in Europa jedermann l&auml;ngst wusste und sagte und sogar in Amerika bereits in &bdquo;Newsweek&ldquo; erschienen war. Diese Geheimrapporte waren nichts anderes als Dossiers, wie sie jedes Presseb&uuml;ro jedes Konzerns an ihren Vorstandsvorsitzenden schickt, der schlie&szlig;lich mit aller Arbeit, die er um die Ohren hat, nicht auch noch die Zeitungen lesen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E\/Doc~E4170819F8D994AC19596894AC4FC6C01~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wikileaks und seine Nachahmer als Chance f&uuml;r den Journalismus<\/strong><br>\nTats&auml;chlich bleibt im Zeitungsgesch&auml;ft immer weniger Raum f&uuml;r langwierige Recherchen. Es fehlt an Geld, Mitarbeitern und Zeit. Schuld an der viel beschworenen Krise des Journalismus ist das Internet, das mit seinen schnellen Nachrichten, den Blogs und kostenlosen Inhalten alteingesessene Zeitungen in die Knie und zum Abbau von Ressourcen zwingt. Es scheint paradox, aber gerade die M&ouml;glichkeiten des Internets k&ouml;nnen den klassischen Journalismus wiederbeleben. Leyendecker und Br&ouml;ckers &uuml;bersehen, dass Wikileaks weder Feind noch Ersatz des traditionellen Journalismus ist, sondern seine Chance in digitalen Zeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/186827.werkzeuge-der-kritik.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Medieninszenierung: R&uuml;ckschlag am Hindukusch<\/strong><br>\nWas wollten Kerner und Guttenberg letzte Woche in Afghanistan? Nach eigenen Angaben: Aufmerksamkeit erobern. In der Welt der Medien und in der Welt der Politik wird Aufmerksamkeit gemessen. Die Firma Media-Control ermittelt die Zuschauerzahlen von jeder Folge von &bdquo;Kerner&ldquo;. Mit &bdquo;Kerner spezial&ldquo; am 16. Dezember erreichte Johannes B. Kerner eine Einschaltquote von 7,2 Prozent. Von hundert Fernsehern in Deutschland, die um 23 Uhr 23 eingeschaltet waren, zeigten also sieben Guttenberg und Kerner in Masar-i-Sharif. Die absolute Zuschauerzahl betrug 1,01 Millionen. Bei Harald Schmidt sahen gleichzeitig 1,36 Millionen zu, bei Maybrit Illner 1,67 Millionen. Von den sieben Kerner-Sendungen seit dem 30. September hatte die Guttenberg-Show die zweitniedrigste Quote. Bei den absoluten Zahlen liegt sie im unteren Mittelfeld.<br>\nDas B&uuml;ndnis mit den Boulevardmedien sei legitim, ja, geboten, hatten Guttenbergs Leute verk&uuml;ndet: Es sprenge den Kordon der politischen Routineberichterstattung und erschlie&szlig;e der deutschen Mission in Afghanistan eine ganz neue &Ouml;ffentlichkeit. Ein k&uuml;hner Griff war diese strategische Operation; nach ihren eigenen Pr&auml;missen ist sie kl&auml;glich gescheitert. Warum ist das Interesse am Afghanistaneinsatz eher gering? Weil dieses Interesse &uuml;berhaupt nicht im Interesse der Politiker liegt. Sie haben es vermieden, den Einsatz zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung zu machen, weil sie wussten, dass sie einen Krieg ohne realistisches Kriegsziel, der nur aus B&uuml;ndnisr&auml;son gef&uuml;hrt wird, der &Ouml;ffentlichkeit nicht w&uuml;rden verkaufen k&ouml;nnen.<br>\nDie Soldaten mussten die Claqueure geben. Kritikern wie der fr&uuml;heren Bisch&ouml;fin Margot K&auml;&szlig;mann wird von Politikerseite infamerweise vorgeworfen, sie fielen den Soldaten in den R&uuml;cken. Diese neue Dolchsto&szlig;legende suggeriert, es gehe nicht um die Sache, sondern um die Menschen, obwohl die Sache es rechtfertigen muss, dass Menschen fallen. Aus Not hatte sich die Politik beim Thema Afghanistan lange vor Kerners Mission der Logik des Boulevards unterworfen.<br>\nGleichwohl markiert es einen Tiefpunkt, dass das Verteidigungsministerium an einem Propagandaunternehmen mitgewirkt hat, in dem, als die Begeisterung in der Heimat ausblieb, die Soldaten die Claqueure geben mussten. Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Wir finden die gutt!&ldquo; pr&auml;sentierte die &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung elf Jubler vom Stabsgefreiten bis zum Major. Wer l&auml;sst sich weismachen, dass der Soldat, der der Meinung ist, der Minister h&auml;tte seine Gattin lieber bei den Kindern lassen sollen, das dem &bdquo;Bild&ldquo;-Reporter erz&auml;hlt h&auml;tte?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911\/Doc~E54548E24D2F84141BE82A860D9871D8B~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &Uuml;ber Kerners Quoten-Pleite hatten wir zwar schon berichtet, aber eine solche Kritik in der FAZ finde ich bemerkenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>USA: Weniger Hinrichtungen wegen Geldmangels<\/strong><br>\nDie USA haben dieses Jahr weniger Menschen hingerichtet als 2009. Als einen der Gr&uuml;nde nannte das Death Penalty Information Center &ndash; eine Organisation, die f&uuml;r die Abschaffung von Hinrichtungen k&auml;mpft &ndash; auch die hohen Kosten im Zusammenhang mit Exekutionen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten &hellip;<br>\nIn den vergangenen Jahren gab es laut &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; (SZ) immer wieder Studien dar&uuml;ber, dass die Todesstrafe unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig teurer ist, als einen Menschen ein Leben lang einzusperren: Schon 2003 stellte eine staatliche Untersuchungskommission im Bundesstaat Kansas fest, dass ein Todesurteil im Vergleich zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bew&auml;hrung 70 Prozent mehr kostet. &Auml;hnliche Resultate erbrachten Studien in Tennessee, Indiana und New Jersey.<br>\nIm US-Bundesstaat Missouri k&ouml;nnen Richter, so berichtete es die SZ, inzwischen auf ein neues Computerprogramm zur&uuml;ckgreifen, das ausrechnet, wie viel ein Urteil kostet &ndash; und ob es eine &ldquo;billigere Alternative&rdquo; gibt. Es ist das erste Mal, dass Richter in den USA systematisch die m&ouml;glichen &ldquo;Kosten&rdquo; eines Urteils abrufen k&ouml;nnen, ehe sie es aussprechen. Und zwar nicht nur als grobe Sch&auml;tzung, sondern als individualisierte Prognose unter Ber&uuml;cksichtigung des Vorstrafenregisters des Delinquenten und der Wahrscheinlichkeit eines R&uuml;ckfalls.<br>\nIn Kalifornien wurden nicht gewaltt&auml;tige H&auml;ftlinge vorzeitig nach Hause geschickt, um &ldquo;Kosten&rdquo; einzusparen. Der Bundesstaat Michigan hat ein Gef&auml;ngnis kurzerhand geschlossen, in Arizona wird &uuml;ber die Privatisierung der Gef&auml;ngnisse diskutiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/0,1518,735902,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung SvI:<\/strong> Endlich ein positives Resultat der Finanzkrise: Weil er seine Todeskandidaten nicht mehr &ldquo;f&uuml;r eine Handvoll Dollar&rdquo; ins Jenseits bef&ouml;rdern kann, sperrt der Staat die T&auml;ter auf Lebenszeit weg. Das gibt manchem immerhin die Chance, vielleicht doch noch seine Unschuld zu beweisen, wie es in den vergangenen Jahren immer h&auml;ufiger Todeszelleninsassen gelungen ist, die zum Teil Jahrzehnte unter dem Damoklesschwert ihrer drohenden Hinrichtung leben mussten. Es ist der Gipfel des Zynismus &ndash; weder die nahezu weltweite &Auml;chtung der Todesstrafe, noch die zahllosen erwiesenen Fehlurteile der US-Strafjustiz, noch der &uuml;berproportional h&auml;ufig sanktionierte Tod von Angeh&ouml;rigen der Minderheiten, sozial Schwachen und geistig Zur&uuml;ckgebliebenen sondern die klammen Kassen bewirken ein Sinken der Hinrichtungszahlen. M&ouml;ge der Aufschwung noch lang auf sich warten lassen in den USA.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>US-Milit&auml;rs wollen Razzien in Pakistan ausweiten<\/strong><br>\nIhr Einsatzgebiet endet an der Grenze &ndash; doch die Kommandeure des US-Milit&auml;rs in Afghanistan wollen in Zukunft h&auml;ufiger amerikanische Kommandotruppen im unruhigen pakistanischen Stammesgebiet einsetzen. Das schreibt die &ldquo;New York Times&rdquo;. Diese &ldquo;riskante Strategie&rdquo; sei ein Zeichen f&uuml;r die Unzufriedenheit mit den pakistanischen Bem&uuml;hungen, die Aufst&auml;ndischen dort zu bek&auml;mpfen, so das Blatt. &hellip;<br>\nPakistans Botschafter in den USA, Husain Haqqani, reagierte erbost auf den Bericht &hellip;&rdquo; Wir arbeiten mit unseren Verb&uuml;ndeten zusammen und sch&auml;tzen die materielle Unterst&uuml;tzung &ndash; aber wir werden keine fremden Truppen auf unserem Boden akzeptieren&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,735794,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung SvI:<\/strong> Sie lernen offenbar nichts, die Milit&auml;rs. Statt nach zehnj&auml;hrigem erfolglosen Krieg endlich einzugestehen, dass der eben nicht mehr die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sein kann, erweitern sie das Kriegsgebiet. Erfolg wird das auch nicht bringen &ndash; nur noch mehr unschuldige Opfer, Leid und Verw&uuml;stung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Analyse zu Italien: Nach oder vor dem Brand<\/strong><br>\nRom ist im Ausnahmezustand, nachdem das Misstrauensvotum gegen Silvio Berlusconi abgeschmettert wurde. Der Unmut hat sich mittlerweile in allen Bev&ouml;lkerungsschichten breit gemacht. Im Herbst wurden in ganz Italien Universit&auml;ten und Schulen besetzt, Innenst&auml;dte blockiert, Denkm&auml;ler erklettert, Dante-Statuen mit Protestplakaten beh&auml;ngt. Und pl&ouml;tzlich sah man Durchschnittsb&uuml;rger, die die protestierenden Jungen und M&auml;dchen beklatschten. Nach und nach haben sich Arbeitslose, prek&auml;r Besch&auml;ftigte, Gewerkschaftler und Immigranten den Studentenprotesten angeschlossen. Doch jetzt wird eine Kartierung der Protestierenden vorbereitet: &bdquo;Um Unruhen vorzubeugen&ldquo;, hei&szlig;t es, wolle man &bdquo;mutma&szlig;liche Gewaltt&auml;ter&ldquo; von Demonstrationen fernhalten. Berlusconis ehemaliger Kommunikationsminister fordert einen neuen 7. April 1978 (eigentlich 1979). Damals wurden Linksintellektuelle mit der Anschuldigung en bloc verhaftet, ideologische Anstifter oder gar Chefs der Roten Brigaden zu sein. F&uuml;r heute und morgen sind neuerlich Demonstrationen geplant. Und in Italien geht das Gespenst eines zweiten B&uuml;rgerkriegs um. In manchen Kreisen der Bev&ouml;lkerung hat sich aber der Glaube festgesetzt, Italiens Patron werde man auf dem &bdquo;normalen&ldquo; Weg nicht mehr los. Die repressiven Ma&szlig;nahmen, die gerade ergriffen wurden, k&ouml;nnen nur &Ouml;l ins Feuer gie&szlig;en. Was kommt nach dem 14. Dezember? Wir werden sehen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/nach-oder-vor-dem-brand\/-\/1473340\/5030806\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Scharfes Mediengesetz in Ungarn<\/strong><br>\nIm ungarischen Parlament ist am Montagabend mit grosser Mehrheit ein neues Mediengesetz beschlossen worden. Ministerpr&auml;sident Orban hat sich damit unmittelbar vor &Uuml;bernahme des EU-Rats-Vorsitzes einen Hebel geschaffen, um k&uuml;nftig durch die neu ins Leben gerufene Medien-Aufsichtsbeh&ouml;rde (NMHH) und einen ausschliesslich mit Angeh&ouml;rigen der Regierungspartei Fidesz (Jungdemokraten) besetzten Medienrat die &ouml;ffentlichrechtlichen Medien des Landes zu kontrollieren. Zugleich wurde eine &laquo;Medienverfassung&raquo; erlassen, welche private Medien &ndash; auch Printmedien und Internetforen &ndash; an die Kandare nimmt und sie zu &laquo;ausgewogener&raquo; Berichterstattung und &laquo;politischer Unparteilichkeit&raquo; verpflichtet. Im Falle von Verst&ouml;ssen kann die Medienbeh&ouml;rde Geldbussen in H&ouml;he von umgerechnet bis zu 90 000 Euro verh&auml;ngen oder Zeitungen und Sendestationen schliessen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/scharfes_mediengesetz_fuer_ungarn_1.8789269.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>D&auml;nemark: Ausl&auml;ndische Obdachlose d&uuml;rfen erfrieren<\/strong><br>\n&ldquo;D&auml;nisch?&rdquo;, das ist die erste Frage, die einem Obdachlosen gestellt wird, wenn er in Kopenhagen in einer der 17 Herbergen Schutz vor der klirrenden K&auml;lte suchen will. Nein? Dann bleibt die T&uuml;r zu. Das ist Gesetz. 2007 hat die ob ihrer restriktiven Ausl&auml;nderpolitik europaweit ber&uuml;chtigte d&auml;nische Regierung das Sozialgesetz ge&auml;ndert. Seither wird Obdachlosenunterk&uuml;nften, die Ausl&auml;nderInnen aufnehmen, die &ouml;ffentliche Unterst&uuml;tzung gestrichen. Die Aussicht auf ein Bett oder eine warme Suppe k&ouml;nne ansonsten &ldquo;D&auml;nemark zur W&auml;rmestube der ganzen Welt machen&rdquo;, begr&uuml;ndete die damalige Sozialministerin Karen Jespersen das Gesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F12%2F21%2Fa0079&amp;cHash=ce9200351f\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Per Gesetz Menschen dem Erfrierungstod ausliefern, D&auml;nemark, wer bist Du? Und die Mitgliedsl&auml;nder der Europ&auml;ischen Union wissen das seit 2007, was bist Du Europa? Aber wir klagen, zumindest verbal, weltweit Menschenrechte ein &ndash; je weiter weg, desto flei&szlig;iger. Was sind wir doch f&uuml;r ein heuchlerischer Haufen! &ndash; Herz schl&auml;gst du noch, Sprache sprichst du noch?<br>\n&ldquo;Die Mauern stehn sprachlos und kalt, im Winde klirren die Fahnen&rdquo; (H&ouml;lderlin)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Selbstst&auml;ndig integriert<\/strong><br>\n&ldquo;Ich wollte einfach anders leben, in Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau&rdquo;, sagt Naime Dogan. Die 40-j&auml;hrige Deutscht&uuml;rkin ist mit einem Partner Inhaberin der K&ouml;lner Geb&auml;udereinigungsfirma Doma mit rund 600 Besch&auml;ftigten. Ihren unternehmerischen Erfolg musste sich Dogan hart erk&auml;mpfen: Mit 13 Jahren kommt sie aus S&uuml;danatolien nach Deutschland. Gegen den Willen ihres Vaters besucht sie eine Hauptschule, geht ohne Abschluss arbeiten, steigt in einer Geb&auml;udereinigungsfirma zur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin auf und gr&uuml;ndet 1998 ihren Betrieb. &ldquo;Man kann nur etwas erreichen, wenn man Stufen steigt&rdquo;, sagt sie. Dogan geh&ouml;rt zu den mehr als 600.000 Migranten &ndash; ein Drittel davon Frauen -, die in Deutschland eigene Unternehmen f&uuml;hren und insgesamt mehr als 2 Millionen Menschen besch&auml;ftigen. Tendenz steigend. Die 82.000 t&uuml;rkischst&auml;mmigen Unternehmer bilden die gr&ouml;&szlig;te Gruppe, Selbstst&auml;ndige mit polnischem Migrationsbezug f&uuml;hren rund 55.000 Betriebe.<br>\nGleichwohl werden die Unternehmer in den Integrationsdebatten kaum wahrgenommen. Und wenn, assoziiert man sie meist mit D&ouml;nerbuden und Kleinhandel. Dabei sind Migrantenunternehmer in vielen Branchen aktiv: Gastronomie, Handwerk, Medizin oder Hightech. Allerdings sind sie immer noch h&auml;ufiger in Wirtschaftsbereichen selbstst&auml;ndig, aus denen sich Unternehmen mit deutschen Inhabern vor allem aufgrund der geringen Rentabilit&auml;t zur&uuml;ckgezogen haben. Studien belegen, dass dies mit der vergleichsweise geringen Qualifizierung vieler Migranten zusammenh&auml;ngt. Doch gr&uuml;nden immer mehr Migranten, insbesondere solche mit deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit, auch in hoch qualifizierten und wissensintensiven Bereichen ihre eigene Firma.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F12%2F21%2Fa0088&amp;cHash=e8162fc82c\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Kongress &ldquo;Arme Kinder &ndash; Reiches Land&rdquo; in Karlsruhe<\/strong><br>\nStrategien gegen Armut und politische Alternativen &ndash; darum geht es bei dem Kongress &ldquo;Es reicht! F&uuml;r alle! Wege aus Armut und Ungerechtigkeit&rdquo; am Samstag, 15. Januar, in Karlsruhe. Der von Attac Karlsruhe organisierte Kongress ist bereits der f&uuml;nfte in der Reihe &ldquo;Arme Kinder &ndash; Reiches Land&rdquo;. Ziel der Veranstaltungsserie ist es, den Skandal zunehmender Kinder- und Familienarmut in einem immer reicher werdenden Land &ouml;ffentlich anzuprangern, Ursachen und Verantwortliche zu benennen und gesellschaftliche Kr&auml;fte zu sammeln, um gegen die wachsende Ungerechtigkeit anzugehen.<br>\nSamstag, 15. Januar, 14 bis 22 Uhr<br>\nTollhaus, Schlachthausstra&szlig;e 1, 76131 Karlsruhe<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/101221_Kongress_Kinderarmut.pdf\">ATTAC [PDF &ndash; 115 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Euro-Bonds entlasten Eurostaaten; Deutsche Bank kauft sich mit 550 Mio. 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