{"id":7828,"date":"2010-12-22T11:41:05","date_gmt":"2010-12-22T10:41:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7828"},"modified":"2014-02-17T09:49:33","modified_gmt":"2014-02-17T08:49:33","slug":"die-manipulateure-des-jahres-spiegel-und-bild-zu-innereien-der-linken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7828","title":{"rendered":"Die Manipulateure des Jahres: Spiegel und Bild zu Innereien der Linken"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben uns daran gew&ouml;hnen m&uuml;ssen, dass sich der Spiegel mit Bild gemein macht und gemeinsam Kampagnen tr&auml;gt. Ein immer wiederkehrendes Aktionsfeld ist der Versuch, jede politische Alternative links von der Union unm&ouml;glich zu machen. Dazu geh&ouml;rt insbesondere die Dauerkampagne gegen die Linkspartei und dort insbesondere gegen jenen Teil, den man in dieser Kampagne die Fundamentalisten nennt. Mit dem Spiegel dieser Woche begann das Spiel aufs neue &ndash; mit der Meldung &uuml;ber einen angeblichen Aufstand gegen den Vorsitzenden Klaus Ernst. Der Spiegel begann in seiner gedruckten Ausgabe. Schon am Sonntag, den 19. Dezember, verbreitete Bild die &ldquo;Nachricht&rdquo; weiter und dann folgte der &uuml;bliche Rattenschwanz in anderen Medien. Die Frankfurter Rundschau setzt heute den Reigen mit einem Interview mit dem ber&uuml;hmten Politiker der Linken Dietmar Bartsch fort. Eine Auswahl der &ldquo;Medienereignisse&rdquo; zum Thema h&auml;ngt als Anlage an. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Das &uuml;bliche Spiel &ndash; Angebliche Realos gegen angebliche Fundis. Mit neuer Besetzung: Ernst statt Lafontaine in der Schusslinie<\/strong><\/p><p>Immer wenn der Spiegel sich mit der Partei DIE LINKE befasst, geht es nach folgendem Muster: Im Osten arbeiten die guten Realos, im Westen gibt es fundamentalistische Spinner. Als Lichtgestalt feierte der Spiegel regelm&auml;&szlig;ig den ehemaligen Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Dietmar Bartsch. Als B&ouml;sewicht funktionierte lange Jahr der Parteivorsitzende Oskar Lafontaine. <\/p><p>Im j&uuml;ngsten Heft meldet der Spiegel: &bdquo;In der Linken droht der Aufstand gegen den Vorsitzenden Klaus Ernst. Die Realos in der Partei denken &uuml;ber einen Austritt oder eine Spaltung nach.&ldquo; In fr&uuml;heren Zeiten hatte der Spiegel in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden Aufst&auml;nde gegen Oskar Lafontaine gemeldet. Das Personal hat jetzt gewechselt. Die Rolle des B&ouml;sewichts hat die Spiegel-Redaktion Klaus Ernst zugewiesen. Die Lichtgestalt Dietmar Bartsch blieb dem Spiegel erhalten. &bdquo;Der 11. Januar dieses Jahres ist vielen Linken noch in schmerzhafter Erinnerung. Es war der Tag, an dem Fraktionschef Gregor Gysi seinen fr&uuml;heren Mitstreiter Dietmar Bartsch &ouml;ffentlich dem&uuml;tigte, in dem er dem damaligen Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Illoyalit&auml;t vorwarf und ihn zum R&uuml;ckzug zwang.&ldquo; Man sp&uuml;rt regelrecht den mitf&uuml;hlenden Schmerz der Spiegel Redaktion und erf&auml;hrt, &bdquo;am 11. Januar 2011 sinnen nun die Realos, die vor allem im Osten der Republik stark sind, auf Rache. In der Einladung zu einem Treffen an dem symboltr&auml;chtigen Datum hei&szlig;t es neutral, man wolle die Gr&uuml;ndung einer Landesgruppe Ost diskutieren&hellip; Die Landesgruppe Ost soll ein Bollwerk gegen die fundamentalistische Ausrichtung der Partei werden und einen Gegenpol zum gl&uuml;cklosen Vorsitzenden Ernst bilden.&ldquo; <\/p><p>Als Kronzeugen f&uuml;hrt der Spiegel diesmal den s&auml;chsischen Bundestagsabgeordneten Michael Leutert an, der in der Bundestagsfraktion nicht gerade als intellektueller &Uuml;berflieger gilt. Die Spaltungsfantasien des Spiegels kollidieren allerdings mit der Realit&auml;t der ostdeutschen Linkspartei. Als die Gruppe um Bartsch versuchte, die von Gregor Gysi ausgehandelte neue F&uuml;hrungsstruktur der Partei, die satzungsm&auml;&szlig;ig abgesichert werden musste, zu blockieren, fiel sie nicht nur im Westen sondern auch im Osten auf die Nase. Mit gro&szlig;er Mehrheit billigten die Mitglieder die neue Satzungs&auml;nderung und lie&szlig;en die von der Presse so oft geh&auml;tschelte Reformergruppe auflaufen. Sollte in dieser Gruppe tats&auml;chlich der eine oder andere Realo Spaltungsfantasien haben, so w&uuml;rde er vermutlich von der ostdeutschen Mitgliedschaft auf den Boden der Realit&auml;t zur&uuml;ckgeholt. <\/p><p>Um die Putschgedanken der Realos in kr&auml;ftigen Farben zu schildern, schreibt der Spiegel: &bdquo;Die Landtagswahlen Anfang n&auml;chsten Jahres werden so zum gro&szlig;en Test f&uuml;r die F&uuml;hrung, die bislang keine eigenen Erfolge vorweisen kann. Ob es gelingt, in die Landtage von Baden-W&uuml;rttemberg und Rheinland-Pfalz einzuziehen, ist offen. Klappt es nicht, steht die F&uuml;hrungsfrage sofort auf der Tagesordnung.&ldquo; <\/p><p><strong>Sind die ostdeutschen Realos wirklich so erfolgreich, wie sie und ihre publizistischen Handlanger suggerieren<\/strong><\/p><p>Der Spiegel &uuml;bersieht, dass in der Linkspartei nicht nur dar&uuml;ber diskutiert werden m&uuml;sste, ob die Linke in Rheinland-Pfalz und Baden-W&uuml;rttemberg in den Landtag kommt. Vielmehr m&uuml;sste es schon lange ein parteiinternes und &ouml;ffentliches Thema sein, warum die Wahlergebnisse der ostdeutschen Landesverb&auml;nde, die sich bei den Strategiediskussion besonders h&auml;ufig zu Wort melden, bei den Landtagswahl deutlich unter dem Ergebnis der Bundestagswahlen liegen: <\/p><ul>\n<li>Berlin: Bundestagswahl 20,2 Prozent, Landtagswahl 13,4 Prozent,<\/li>\n<li>Sachsen-Anhalt: Bundestagswahl 32,4 Prozent, Landtagswahl 24,1 Prozent,<\/li>\n<li>Mecklenburg-Vorpommern: Bundestagswahl 29 Prozent und Landtagswahl 16,8 Prozent.<\/li>\n<\/ul><p>Die &uuml;ber den Spiegel verbreitete Drohung, nach den Landtagswahlen k&auml;me die F&uuml;hrungsfrage auf den Tisch, k&ouml;nnte zum Bumerang werden. Unterbieten die ostdeutschen Landesverb&auml;nde bei der jeweiligen Landtagswahlen das Bundestagswahlergebnis deutlich, so w&uuml;rde man in der Partei eher diskutieren m&uuml;ssen, ob nicht der Realo-Kurs, der in den genannten Landesverb&auml;nden z.B. den weiteren Besch&auml;ftigungsabbau im &ouml;ffentlichen Dienst ank&uuml;ndigt, die Ursache f&uuml;r dieses schlechte Abschneiden ist.<\/p><p><strong>Eine stellvertretende Parteivorsitzende, die die Illusion eines Grundeinkommens vertritt &ndash; dass sich eine Partei einen solchen Wahnsinn leistet, ist beachtlich. Das gab&rsquo;s bisher nur bei der CDU mit dem ber&uuml;hmten Politiker Althaus.<\/strong><\/p><p>Als n&auml;chste Kronzeugin des Ost-West Konfliktes dient der Spiegel-Redaktion die Vize-Vorsitzende Katja Kipping. Als Markenzeichen tr&auml;gt sie seit Jahren die Forderung nach dem bedingungslosen Grundeinkommen vor sich her. Zwar wird die Idee, jedem Deutschen ohne jede Vorbedingung monatlich 1000 Euro aufs Konto zu &uuml;berweisen, auch in der Linkspartei als Spinnerei abgetan. Aber selbst der Hinweis darauf, dass von vornherein Tausend Milliarden aufgebracht werden m&uuml;ssten, um das bedingungslose Grundeinkommen zu verwirklichen, hindert Katja Kipping nicht daran, an ihrem Mantra festzuhalten.<br>\nSolche Fundis h&auml;lt die Linke aus? Das ist beachtlich. Denn einen gr&ouml;&szlig;eren Bl&ouml;dsinn kann man sich kaum vorstellen.<\/p><p><strong>Nebenkriegsschauplatz Saarlandlinke-Satzung<\/strong><\/p><p>Als weiteres Problem der Linken erw&auml;hnt der Spiegel die Satzung des saarl&auml;ndischen Landesverbandes, in der die &bdquo;Diffamierung&ldquo; der Partei und ihrer Mitglieder als parteisch&auml;digendes Verhalten qualifiziert wird. Angeblich sympathisiert der Parteivorsitzende Klaus Ernst mit dieser Satzungsbestimmung. Hier sehen insbesondere die stellvertretende Bundesvorsitzende Halina Wawzyniak und Bundesschatzmeister Raju Sharma alte &uuml;berwunden geglaubte SED-Methoden. Wenn so etwas in die Bundessatzung aufgenommen werde, &bdquo;ist das nicht mehr meine Partei&ldquo;, wird Halina Wawzyniak zitiert. Dies w&auml;re nun wirklich ein Verlust, von dem sich die Linke so schnell nicht mehr erholen w&uuml;rde, verbinden doch die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler die Partei die Linke in erster Linie mit dem Namen Halina Wawzyniak. <\/p><p><strong>Spiegel, Bild und im Gefolge andere Medien wollen die Linke auf einen erfolglosen Kurs  dr&auml;ngen &ndash; so einfach ist das. W&auml;re ich der Stratege der Rechten, w&uuml;rde ich das auch so machen.<\/strong><\/p><p>Die Strategie dieser Medien und ihrer Hinterm&auml;nner ist deutlich erkennbar eine Doppelstrategie: Sie nagen am positiven Image der Linkspartei und sie versuchen, die innerparteiliche Willensbildung zu beeinflussen.<br>\nDer Partei Die Linke ist zu raten, an dem Kurs festzuhalten, der ihr bisher Erfolge beschert hat und der im Wesentlichen auf das vom Spiegel stets getadelte &bdquo;Fundi-Lager&ldquo; um Oskar Lafontaine zur&uuml;ckgeht. Nur so erkl&auml;rt sich der Einzug der Partei die Linke in sieben westdeutsche Landtage und das hervorragende Bundestagswahlergebnis von 11,9 Prozent. Der in dem Spiegel Artikel an die Wand gemalte Zerfall der Linken in ihre Ursprungsbestandteile PDS und WASG m&uuml;sste auch daran scheitern, dass sich die ostdeutsche Linke an den letzten Bundestagswahlkampf der PDS unter der Regie Dietmar Bartschs erinnert. Die PDS landete bei vier Prozent. Und dahin will im Osten, auch wenn der Spiegel das gerne s&auml;he, wirklich niemand mehr zur&uuml;ck.<br>\nEs gibt innerhalb der Linken die beruhigende Vorstellung, trotz der immer wiederkehrenden h&auml;mischen Angriffe des Spiegel auf Klaus Ernst wachse in der Partei die Zustimmung zu dem IG-Metaller und WASG-Gr&uuml;nder. Das scheint mir ziemlich optimistisch zu sein. Jedenfalls wird es der aufkl&auml;renden Gegenkampagne zum Spiegel und seiner Gefolgsleute in den Medien und innerhalb der Linkspartei bed&uuml;rfen. Man tut gut daran, die Kampagne des Spiegel und seiner Kombattanten ernst zu nehmen.<br>\nMir scheint innerhalb der Linken n&auml;mlich jetzt eine Konstellation vorzuliegen, die ich als Sozialdemokrat und als Wahlkampfplaner der SPD mehrmals erlebt habe: Den Rechten innerhalb dieser Parteien, heute nennt man sie Realos bei der Linken, sind die Wahlergebnisse schnurzegal, solange sie innerparteilich nicht die totale Macht haben. Das war so bei der SPD zu Willy Brandts Zeiten. Man hat ihn innerparteilich ohne R&uuml;cksicht auf Verluste beim W&auml;hleransehen und bei Wahlen attackiert. Heute haben die Seeheimer und die Netzwerker dort das Sagen, aber die Macht ist weg und auch keine Perspektive da.<\/p><p><strong>Anlage<br>\nAuswahl von Medien zum Thema:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>News-Ticker Bild<\/strong><br>\nSonntag, 19. Dezember 2010, 19:58 Uhr<br>\n<strong>Linke: B&uuml;ndnis gegen Ernst geplant?<\/strong><br>\nBerlin &ndash; In der Bundestagsfraktion der Linken formiert sich offenbar Widerstand gegen Parteichef Klaus Ernst. Mehrere Abgeordnete &uuml;berwiegend aus dem Osten wollen sich zusammenschlie&szlig;en, um k&uuml;nftig gegen den fundamentalistischen Teil der Partei besser aufgestellt zu sein. Das berichtet der &bdquo;Tagesspiegel&rdquo;. In Fraktionskreisen wurde dem Blatt best&auml;tigt, dass f&uuml;r den 11. Januar die Gr&uuml;ndungsversammlung f&uuml;r ein B&uuml;ndnis geplant ist, das als &bdquo;Landesgruppe Ost&rdquo; oder &bdquo;Gruppe Vernunft&rdquo; auftreten wolle. Linken-Schatzmeister Raju Sharma, Abgeordneter aus Schleswig-Holstein, klagte, eine gro&szlig;e Gruppe des linken Parteifl&uuml;gels w&uuml;rde in der Fraktion oft &bdquo;gnadenlos&rdquo; Entscheidungen durchziehen. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/telegramm\/news-ticker,rendertext=15135304.html\">BILD.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Welt.Online 21.12.2010<br>\nDie Linke steht vor harten Zeiten<\/strong><br>\nBerlin &ndash; Der Linken droht eine Zerrei&szlig;probe. Die Kritik an dem Vorsitzenden Klaus Ernst wird immer lauter. Vielen Mitgliedern ist er zu selbstherrlich. Es hei&szlig;t sogar, er mache die Debatte &uuml;ber das zuk&uuml;nftige Parteiprogramm zu einer Farce. Ostdeutsche Mitglieder wollen deshalb schon Anfang Januar eine Landesgruppe Ost gr&uuml;nden, hatte der &ldquo;Spiegel&rdquo; berichtet. Das w&uuml;rde in dieser angespannten Situation praktisch zu einer Spaltung der Partei f&uuml;hren. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/politik\/article11756648\/Die-Linke-steht-vor-harten-Zeiten.html?print=true#reqdrucken\">WELT Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Stern 21.12.2010<br>\n&ldquo;Landesgruppe Ost&rdquo;: Gysi: Bildung einer Anti-Ernst-Gruppe ist &ldquo;Bl&ouml;dsinn&rdquo;<\/strong><br>\nNicht nur bei den Liberalen h&auml;ufen sich die Abl&ouml;seger&uuml;chte um ihren Parteichef, auch die Linke f&uuml;hrt derzeit eine heftige Personaldebatte. Fraktionschef Gregor Gysi tat die Gr&uuml;ndungsger&uuml;chte &uuml;ber eine neue Gruppe von Ernst-Gegnern derweil als &ldquo;Bl&ouml;dsinn&rdquo; ab.<br>\nDer Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, rechnet nicht mit der Gr&uuml;ndung einer gegen Parteichef Klaus Ernst gerichteten neuen Gruppe von Bundestagsabgeordneten. In einem dapd-Interview nannte er entsprechende Meldungen am Montag &ldquo;Bl&ouml;dsinn&rdquo;. &ldquo;Weder glaube ich daran, dass eine solche Gruppe gebildet wird, noch, dass sie n&ouml;tig w&auml;re&rdquo;. Die Co-Parteichefin Gesine L&ouml;tzsch reagierte gelassen: Es gebe es bereits &ldquo;so allerlei Gruppen&rdquo;. Es sei f&uuml;r sie eher eine &Uuml;berraschung, dass es eine &ldquo;Landesgruppe Ost&rdquo; noch nicht gebe. Sie sehe das nicht als Spaltung. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/news2\/aktuell\/landesgruppe-ost-gysi-bildung-einer-anti-ernst-gruppe-ist-bloedsinn-1635849-print.html\">STERN<\/a><\/li>\n<li><strong>Frankfurter Rundschau &ndash; Politik&nbsp;&ndash; 20 | 12 | 2010<br>\nDie Linke<br>\nErnst unter Beschuss<\/strong><br>\nVon Holger Schmale<br>\nKurz vor Weihnachten droht es noch einmal recht unfriedlich zu werden in der Partei Die Linke. Der Grund ist die wachsende Unzufriedenheit mit der Arbeit der Vorsitzenden Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernst, wobei vor allem der aus dem Westen stammende Ernst den Unmut vieler aktiver Genossen im Osten auf sich zieht. Der Generalvorwurf lautet, dass die Vorsitzenden zu wenig tun, um die Linke ins &ouml;ffentliche Gespr&auml;ch zu bringen. Sinkende Mitglieder- und Umfragezahlen tun ein &Uuml;briges.<br>\nStein des Ansto&szlig;es war nun eine von Ernst m&ouml;glicherweise scherzhaft gemeinte, von anderen aber als sehr schwerwiegend verstandene &Auml;u&szlig;erung des Vorsitzenden &uuml;ber eine Satzungs&auml;nderung der Saar-Linken. Dort k&ouml;nnen Genossen wegen parteisch&auml;digenden Verhaltens belangt werden, die &bdquo;vertrauliche Parteivorg&auml;nge&ldquo; an die &Ouml;ffentlichkeit bringen, ein in der Linken durchaus weit verbreitetes Verhalten. Ernst soll nun gesagt haben, das k&ouml;nne er sich auch f&uuml;r die Bundespartei vorstellen.<br>\nDer Vorsitzende wies das gestern scharf zur&uuml;ck. &bdquo;Das ist Unfug&ldquo;, sagte er der Frankfurter Rundschau. &bdquo;Ich empfehle den Parteifreunden lieber Wahlkampf zu machen, als sich in den Medien mit innerparteilichen Debatten zu profilieren.&ldquo;<br>\nFl&uuml;gel&uuml;bergreifend war gestern Widerstand gegen angebliche Pl&auml;ne zu vernehmen, in der Bundestagsfraktion eine &bdquo;Landesgruppe Ost&ldquo; nach dem Vorbild der CSU einzurichten. Nach Zeitungsberichten vom Wochenende war die Gr&uuml;ndungsversammlung f&uuml;r den 11. Januar geplant. Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, nannte das Vorhaben &bdquo;Bl&ouml;dsinn&ldquo;. &bdquo;Weder glaube ich daran, dass eine solche Gruppe gebildet wird, noch, dass sie n&ouml;tig w&auml;re&ldquo;. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/ernst-unter-beschuss\/-\/1472596\/5031186\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>FR 22.12.2010<\/strong>\n<p><em><strong>AM vorweg:<\/strong> Interessant, wie sich die FR als Stichwortgeber mit einspannen l&auml;sst. Den Journalisten Holger Schmale muss man sich merken. Der Typus von PR-Journalist. Gleich mit dem &bdquo;richtigen&ldquo; Stichwort: &bdquo;Stalinistische&ldquo; Linke<\/em><\/p>\n<p><strong>Dietmar Bartsch im Interview<\/strong><br>\n&bdquo;Wir haben kulturelle Probleme&ldquo;<br>\nWill keine stalinistische Linke: Dietmar Bartsch.<\/p>\n<p><em>Herr Bartsch, was meinen Sie: War dieses Jahr f&uuml;r die Linke ein gutes oder ein bitteres Jahr, wie der Vorsitzende Klaus Ernst es genannt hat?<\/em><\/p>\n<p>Es war mit Sicherheit nicht so gut wie 2009, mit 11,9 Prozent bei der Bundestagswahl, einer weiteren Regierungsbeteiligung in Brandenburg und Riesenwahlerfolgen in Th&uuml;ringen und im Saarland. Da war 2010 schwieriger. Wir hatten den Erfolg bei der Landtagswahl in NRW, aber es war ein Jahr mit Schwierigkeiten.<\/p>\n<p><em>Wo denn?<\/em><\/p>\n<p>Da es nur diese eine Wahl gab, w&auml;re es n&ouml;tig gewesen, die inhaltliche Profilierung, die strategische Orientierung voranzubringen und den Aufbau der Partei zu st&auml;rken. Da h&auml;tten wir mehr leisten m&uuml;ssen. Die Partei ist auch nicht so aktionsf&auml;hig, wie sie sein m&uuml;sste. Aber: Die Linke ist erst drei Jahre alt, da gibt es noch manche Kinderkrankheit.<\/p>\n<p><em>Die innerparteilichen K&auml;mpfe nehmen gerade wieder zu &hellip;<\/em><\/p>\n<p>Es ist offensichtlich so, dass wir kulturelle Probleme haben. Man sieht das auch an solchen Dingen wie der Satzungs&auml;nderung im Saarland, wo ich klar sage: Das kann nicht in die Satzung der Bundespartei kommen. Das w&auml;re eine andere Partei als die, die wir in den letzten Jahren entwickelt haben. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-wir-haben-kulturelle-probleme-\/-\/1472596\/5034820\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben uns daran gew&ouml;hnen m&uuml;ssen, dass sich der Spiegel mit Bild gemein macht und gemeinsam Kampagnen tr&auml;gt. 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