{"id":78353,"date":"2021-11-26T08:48:13","date_gmt":"2021-11-26T07:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78353"},"modified":"2021-11-26T10:24:51","modified_gmt":"2021-11-26T09:24:51","slug":"hendrik-streecks-immunabwehr-buch-ist-mutig-aber-nur-fuer-einen-virologen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78353","title":{"rendered":"Hendrik Streecks \u201eImmunabwehr-Buch\u201c ist mutig (aber nur f\u00fcr einen Virologen)"},"content":{"rendered":"<p>2020 hatte der Chef des Bonner Instituts f&uuml;r Virologie, Prof. Streeck, mit der Heinsberg-Studie und seiner (f&uuml;r einen Virologen ganz sch&ouml;n mutigen) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MVcCRDQJOmE\">&bdquo;Domrede&ldquo;<\/a> einst Lauterbach genervt, Spahn widersprochen und mancher Panikmache die Spitze abgeschliffen. Daf&uuml;r wurde er &ndash; meist in Abwesenheit &ndash; in Talk- und Comedy-Shows zum Hetzobjekt. Zum Beispiel f&uuml;r Staatskomiker Jan B&ouml;hmermann (dessen einstige Talentiertheit nun, wie die von Ehring, Welke und Kr&ouml;mer, unter kapitalen Jagdvorgaben dahinschrumpelt). Als Markus Lanz j&uuml;ngst Hendrik Streeck zu Wort hatte kommen lassen, wurde der von B&ouml;hmermann &ouml;ffentlich gar als &bdquo;Menschenfeind&ldquo; angegriffen. Wer wollte nun Streeck verdenken, da&szlig; er sich nach all dem Spie&szlig;rutenlaufen mit einem <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/index.php?cl=details&amp;libriid=A42255638&amp;listtype=search&amp;searchparam=Hendrik%20Streeck%20Unser%20Immunsystem\">SPIEGEL-Bestseller<\/a> etwas materielle Wiedergutmachung verschafft? Auch wenn sein Print stellenweise zu einem trivialkindlich simplifizierenden Schnellschuss geriet (so ohne Literatur-, Stichwort- und Namens-Verzeichnisse). Von <strong>Diether Dehm<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDie Mundtotmacher in (a)sozialen Medien haben Streeck zwar Reputation, aber auch Wunden beigebracht. Eingesch&uuml;chtert bleibt er oft nur andeutend, ohne zu bohren. Warum liegen zum Beispiel bis zu 40 Prozent der Durchgeimpften auf Intensivstationen (was immerhin erst mit Sahra Wagenknechts Anfrage an Spahn &ouml;ffentlich wurde)? Warum bezeichnet das aufgeh&uuml;bschte PR-Wort &bdquo;Boostern&ldquo; gar keine &bdquo;Auffrischung&ldquo; (weil es ein eigentlich neues Vakzin gegen ein eigentlich neues Virus meint, welches in armen L&auml;ndern als Erstimpfstoff verwendet wird)? Warum lenkt the invisible hand von Pharma-Markt &amp; Stamokap-Agitprop alle Impfdiktate &ndash; an Sputnik und China-Vakzinen vorbei &ndash; nur in Richtung Biontech(-Aktien)? Warum ist im eigentlich impfgelernten Osten so ein Impfmissmut verbreitet? Vielleicht, weil dort so manch westlich-nettikette Gesch&auml;fts-PR so b&ouml;se Folgen hatte? Ist gesundes Misstrauen der Unteren gegen die Oberen da immer gleich &bdquo;Verschw&ouml;rungsmystik&ldquo;? Weil der Junge, der dem Kaiser keine neuen Kleider nachruft, ein &bdquo;Schwurbler&ldquo; ist?<\/p><p>Dass 2G ein Fehlkonstrukt ist, solange Delta &amp; Co auch von Genesenen und Geimpften weiterverbreitet werden kann, klingt im Buch nur an. So auch die Profitlogik, mit der Intensivheilpotenziale immer noch aus Kliniken herausgespart werden &ndash; was dann den Inzidenz-Alarmismus befeuert (nebst Krokodils-Applaus und -tr&auml;nen f&uuml;r die miesbezahlten Heilberufe). Mit Kritik am Fakenews-Chaos der Regierungsbeh&ouml;rden spart Streeck auch: Warum verbreitet das RKI jetzt erst Zweifel an Tests, die nur die Antik&ouml;rper bemessen, w&auml;hrend die Z&auml;hlung von T- oder B-Zellen zu teuer sei? Ausgerechnet jetzt, wo die 2-G+-Peitschen knallen? (Dann w&auml;re ja strenggenommen die ganze bisherige Testerei Humbug gewesen?! Und was sonst das RKI in den letzten 20 Monaten mit den drei &bdquo;G&ldquo;s propagiert hatte.)<\/p><p>Wieviel Wellen und Biontech-Produkte kommen denn noch auf uns zu? Das sagt uns Streeck auch nicht, wenn er schreibt: &bdquo;Eines ist sicher: die SARS-CoV-2-Pandemie wird nicht die letzte sein&ldquo; (S.108). Aber immerhin: Dem effizientesten Infektionsschutz, den die herrschenden Einpeitscher v&ouml;llig aus den Sendern schweigen, widmet Streeck ein ganzes Buch: unserer Immunabwehr und wie sie gest&auml;rkt wird. Denn es ist ja diese k&ouml;rper- und gesellschaftseigene Kraft, die mit &uuml;ber 90 Prozent mehr als jedes Vakzin schafft: n&auml;mlich &uuml;ber 90 Prozent weniger gef&auml;hrliche oder gar keine Virus-Erkrankungen.<\/p><p>Hendrik Streeck ist ein Menschenfreund. Allerdings reicht das f&uuml;r einen dialektisch materialistischen Humanismus nicht aus. Denn Virologen bleiben in der Regel in Teilchen-Logik ge- und befangen. W&auml;hrend Shakespeare die Sprache im Wort wie die Sonne im Wassertropfen widergespiegelt sah und bereits Materialist Feuerbach vor der Zerst&ouml;rung des Forschungszusammenhangs beim Sezieren &bdquo;unter dem Bild des Todes&ldquo; gewarnt hatte, rechnen Virologen unterm Mikroskop herausgetrennte Winzlinge aus, die sie allenfalls mit anderen addieren, ohne sie in der lebendigen Bewegung des Makrokosmos zu erfassen.<\/p><p>So findet sich bei Streeck etwa zur <u>Wirkweise<\/u> erholsamen Schlafs als psychosomatischer Basis f&uuml;r Immunabwehr garnix. Denn sonst w&auml;re der Virologe ja auch flugs in der &bdquo;artfremden&ldquo; Umgebung von sozialen Schlaf- und Wohnbedingungen gelandet. Aber wenigstens: Prof. Hendrik Streeck blockt Sozialit&auml;t nicht rundweg ab. Sein Nachnamensvetter Prof. Wolfgang Streeck (ehemals Chef vom Max-Planck-Institut) nahm ihn auch lobend aus, als er in der FAZ vom 10.1.21 beklagte, wie verstockt die Bundesregierung, das RKI und deren besoldete Virologen sich gegen sozialwissenschaftliche Eingrenzung von Infektionsketten abgeschottet hatten: &bdquo;Soziologen &hellip; sind am pandemischen vaterl&auml;ndischen Hilfsdienst nicht beteiligt. Ihre Fakten und Modelle sind nicht gefragt, und vornehm, wie wir sind, dr&auml;ngen wir uns auch nicht auf.&ldquo;<\/p><p>So haben die meisten Virologen, wenn sie Datenmaterial aus Kliniken, Hotspots, &uuml;berf&uuml;llten &Ouml;ffis, Fahrst&uuml;hlen und Wohnsilos unters Mikroskop bekamen, lieber in die Z&uuml;chtigungs-Chor&auml;le der 2G+-Flagellanten eingestimmt, als, allein schon aus <u>medizinischen<\/u> Gr&uuml;nden, mehr sozialen Wohnungsbau, Pflegereserven und &ouml;ffentliche Verkehrsmittel zu fordern.<\/p><p>Dass isolierende Quarant&auml;ne, soziale Entfremdung und mediale Impf-Erpressung die Immunabwehr auch sch&auml;digen k&ouml;nnen, klingt im Buch durchaus an, wenn Streeck z.B. mehr Lachen f&uuml;r die Beta-Endorphin-Steigerung (S. 205) fordert. Aber was verordnet der Virologe dem, der wenig zu lachen hat? Zwar beschreibt Streeck beeindruckend, wie ein Isolierter &bdquo;erst im Sterben&hellip; erkannte, was es alles auf der Welt gab&ldquo; (S.134) und ruft dazu auf, dass &bdquo;Isolationismus bek&auml;mpft&hellip; und Solidarit&auml;t gen&auml;hrt werden muss&ldquo; (S.220). Aber an gr&uuml;ndlichere Sozialanalyse und (durchaus auch therapief&ouml;rdernde) organisierte Widerstandsformen gegen die politisch verordnete Atomisierung traut er sich nicht.<\/p><p>Mehrfach r&auml;tselt Streeck, wie &bdquo;geschw&auml;chte Immunabwehr&ldquo; (Seite 98, 128, 215) zustande kommt. Aber weil er diese nur in winzigen K&ouml;rperchen, nicht aber am ganzen Menschenk&ouml;rper und schon garnicht im corpo sociale evaluiert, kann er mangels &uuml;bergreifender Idee nur traurig konstatieren, dass wir zwar t&auml;glich Neues &uuml;ber das Immunsystem lernen, aber gerade merken, &bdquo;wie wenig wir bisher wissen&ldquo; (Seite 68). Klar: Alkohol, Rauchen und Stress (S. 213-215) schw&auml;chen die Immunabwehr; Sport, Ingwer, Knoblauch und &bdquo;Omas H&uuml;hnersuppe&ldquo; helfen (S. 201\/202). Aber das alles bleibt (typisch Virologe!) borniert im Radius des Einzelkonsums. Auf eine &uuml;bergreifende Spur, wie Berufsstress, auspowernde Arbeitszeiten, Burnout-Verh&auml;ltnisse und andere soziale Entfremdung an der Immunabwehr nagen, kommt Streeck bestenfalls punktuell.<\/p><p>Er zitiert nicht einmal korrelative Untersuchungen, wie die der Universit&auml;t Konstanz von 2005: &bdquo;Wie psychischer Stress das Immunsystem schw&auml;cht&ldquo; (Annette Sommershof). Dort wird nachgewiesen, wie z.B. Traumatisierungen die Zahl der T-Zellen im peripheren Blut um bis zu 50 Prozent herabsetzen k&ouml;nnen. Womit berufliche Belastungen Infektionsgefahren vergr&ouml;&szlig;ern.<\/p><p>Einerseits betont Streeck, wie sehr die Immunabwehr &bdquo;&Uuml;60&ldquo; abnimmt, andererseits kommt er nat&uuml;rlich nicht auf die Idee, das Renteneintrittsalter &ndash; zumindest f&uuml;r bestimmte Berufsst&auml;nde &ndash; auf unter 60 zu fordern. Um dann, wie Lafontaine, die wahren &bdquo;Covidioten&ldquo; zu benennen: die, wie Friedrich Merz, das Rentenalter &bdquo;&Uuml;70&ldquo; anheben wollen. Der Autor hinkt, wie die meisten Virologen, mit seinem R&auml;tseln um Herk&uuml;nfte von Immunschw&auml;chen den turbokapitalistischen Arbeitszusammenh&auml;ngen hinterher.<\/p><p>Wie viele Schulmediziner verketzert leider auch Streeck die Hom&ouml;opathie in toto, wenn er sie auf Placebo-Globuli einengt (S.199) &ndash; oder auf Scharlatane (als ob die Schulmedizin nicht auch voller gesch&auml;ftemacherischer Blender w&auml;re). Aber immerhin hat er eine Nase f&uuml;r das Umkehrprinzip (die Dialektik Samuel Hahnemanns (1755) und Friedrich Wolfs, des hom&ouml;opathischen Arzts (&bdquo;Die Natur als Heiler&ldquo;) und marxistischen Dramatikers, wenn er zum Beispiel sinniert, warum nur der eigene Speichel heilt, aber nicht der fremde (S. 17\/18; so auch: Eigenurin, Eigenblut). Oder: Wie immunisiert der per Variolation eingeatmete Staub aus Pocken (S. 191\/192)? Oder: Wie sch&uuml;tzt willk&uuml;rlich herbeigef&uuml;hrter Wurmbefall (laut einer japanischen Studie von 2001) gegen Allergien (S. 149)? Oder: Warum kann zuviel Hygiene (also zuwenig Kontakt mit Erregern) das Immunsystem trainingsfrei stellen (S. 148\/150)? Selbst Impfungen haben ja Umkehreffekte. So dogmatisch Hom&ouml;opathie und heilendende Verd&uuml;nnung von Giften abzutun, hat Streeck echt nicht n&ouml;tig. &Uuml;brigens: Die bew&auml;hrtesten Heilwasser sind nicht wegen <u>vieler<\/u> Stoffe wirkkr&auml;ftig, sondern wegen der wenigen. So wie Teebl&auml;tter, kurz aufgebr&uuml;ht.<\/p><p>Streeck konzediert indirekt den Nachteil virologischer Zell-Vernarrtheit (&bdquo;NK-Zellen sind das Lieblingskind der Immunforschung&ldquo;, S. 50), wodurch nicht nur soziale, sondern sogar physikalische Wechselwirkungen au&szlig;er Acht gelassen werden. Eine Grundahnung f&uuml;r die in der ganzheitlich k&ouml;rpereigenen Thermodynamik angelegte Dialektik hat Streeck durchaus, wenn er erw&auml;hnt, dass bestimmte Infekte andere Infekte verhindern k&ouml;nnen. Aber nichts schreibt er &uuml;ber die zahlreichen Untersuchungen, wie Erk&auml;ltungen mit Fieber und laufender Nase die Immunabwehr trainieren &ndash; auch mitunter gegen Krebs[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p>Leider aber hat sein Kapitel: &bdquo;Training f&uuml;r das Immunsystem&ldquo; nur <u>eine<\/u> Antwort: &bdquo;Impfung&ldquo; (Seite 180). Es ist Streeck sicher zugute zu halten, dass er im Unterschied zu den Massen-Z&uuml;chtigern um Drosten und Lauterbach nicht vatikanische Allwissenheit vort&auml;uscht, sondern (auch sich selbst) infrage stellt, z.B: &bdquo;haben wir die Impfungen vielleicht, dank dem Schutz durch die angeborene Immunantwort, &uuml;bersch&auml;tzt? Und welche Variantenbildung k&ouml;nnte den Impf-Effekt zunichte machen?&hellip; Meine Forschungsarbeit ist noch lange nicht zu Ende.&ldquo; (Seite 108). Oder: &bdquo;&hellip; mit vielen Fragezeichen &hellip;, um wirklich zu erkennen, was im Immunsystem vor sich geht, braucht es noch viele Studien, die sicher auch einiges &uuml;ber das Altern erkennen lassen werden&ldquo; (Seite 170).<\/p><p>Dem Weltgeist sei&rsquo;s geklagt: Auf dem Weg in die Zusammenh&auml;nge kommt keine Einzelwissenschaft letztendlich aus: ohne Philosophie. Und nicht mal die Medizin: ohne Thermodynamik. Dass &bdquo;von Viren befallene Zellen Interferone bilden&ldquo; und generell &bdquo;eine antipathogene Antwort stimulieren&ldquo;, wei&szlig; Streeck (S. 24-27). Aber sein Buch f&uuml;r Immunabwehr erw&auml;hnt &bdquo;Sauna&ldquo; nicht mal. Was f&uuml;r das Dilemma der Virologie symptomatisch ist. Streeck wei&szlig; zwar, dass Forscher herausfanden, dass das Wort &bdquo;Erk&auml;ltung&ldquo; nicht zuf&auml;lliger Folklore entsprungen war, weil K&auml;lte halt Immunzellen herunterdimmt. Aber Gro&szlig;mutters Rat, &bdquo;Geh nicht nassgeschwitzt in die eisige K&auml;lte!&ldquo;, wird mittels Sauna &bdquo;umgekehrt re-inszeniert&ldquo;, sodass besonders mit der rapiden Abk&uuml;hlung eben diese Interferonhormone produziert werden, die sogar gegen Krebs wirken. (Und: &Uuml;ber 65&deg;C macht auch der SARS-Virus die Biege.)<\/p><p>Als ich den Physiker Manfred von Ardenne vor der Wende in Dresden besucht hatte, sprach dieser von Strategien, wie bei bestimmten Krebsarten ein geschw&auml;chter Patient ein 60-min&uuml;tiges &Uuml;berw&auml;rmungsbad durchsteht. Aber mit Hyperthermie fremdelte die Schulmedizin in beiden deutschen Staaten. Und so taucht &bdquo;Fieber&ldquo; bei Streeck vorwiegend nur als eine Begleiterscheinung bei der eigentlichen Heilung auf. Zwar schreibt er, Fieber w&uuml;rde &bdquo;die Vermehrung der Blutzellen und die Abwehrreaktion des Immunsystems verbessern&ldquo; (S. 203) und &bdquo;das Wachstum von Bakterien behindern&ldquo; (S. 207). Zwar warnt er vor mancher Fiebersenkung, schreibt er ausgiebig &uuml;ber Herpes. Aber <em><u>wie<\/u><\/em> therapiestrategisch solche Erreger durch An- und Abstieg der K&ouml;rpertemperatur zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden, ist in seiner Forschung nicht angelegt.<\/p><p>Sozialkritik spart Streeck zwar nicht dogmatisch aus, aber es bleibt nur sympathisches Beiwerk, wenn er &ndash; nicht so radikal wie Biologe Robert Wallace (<em>Der Freitag<\/em> 43\/20) &ndash; Massentierhaltung und Urwaldrodungen f&uuml;r die Verbreitung neuer Virusst&auml;mme verantwortlich macht.<\/p><p>Streecks Lobgesang auf Bill Gates, weil dieser bereits 2014 Millionen in neue Impfstoffe investiert hatte, wodurch &bdquo;erstmals 2016 eine Liste mit zehn Erregern aufgestellt&ldquo; wurde, auf welcher &bdquo;an sechster Stelle SARS (Corona-Virus)&ldquo; steht, klingt sp&auml;testens dann naiv, wenn er dazu notiert: &bdquo;Es d&uuml;rfte kaum eine &Uuml;berraschung sein, dass sich im M&auml;rz 2020 pl&ouml;tzlich ein Erreger nach ganz oben auf dieser Liste schob&ldquo;: Covid19 (S. 105). (Viermal so hoch war ja auch die Biontech\/Pfizer-Aktie gestiegen, nachdem wir Steuerzahler den Mainzern ihr privates Impfpatent finanziert hatten.)<\/p><p>Ich m&ouml;chte Streeck prinzipiell nicht widersprechen, wenn er mRNA-Impfstoffe preist: &bdquo;ein gro&szlig;er Schritt f&uuml;r die Menschheit&ldquo; (S. 187). Aber derart sorglos sollte er diese Werbetrommel nicht r&uuml;hren. Bei Langzeitfolgen, verdeckten Bestandteilen in Vakzinen und anderen Risiken nach Notzulassungen hatte sogar Spahns Impfbrosch&uuml;re im Mai &rsquo;21 eingestanden, dass da noch einiges Ungeahntes bl&uuml;ht. Selbst die WHO und &bdquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&ldquo; hatten Drittimpfungen in Industriel&auml;ndern zum jetzigen Zeitpunkt f&uuml;r &bdquo;unethisch und &Uuml;berschutz&ldquo; erkl&auml;rt, solange weltweit Millionen, darunter Vulnerable oder Gesundheitshelfer, noch auf ihre erste Impfung warten (NZZ, 5.8.21).<\/p><p>Trotz virologischer Scheuklappen hat Hendrik Streeck sehr viel Einzelwissen zusammengetragen. Hingegen bleibt&rsquo;s, mangels dialektisch komplexem Materialismus, bei Puzzleteilen. Aber immerhin: Es werden Fragen gestellt, Unsicherheiten zugegeben und popul&auml;r aufgekl&auml;rt. Und so k&ouml;nnte man das Buch zumindest so hochn&auml;sig loben wie Streeck die Hom&ouml;opathie: &bdquo;schaden tut es nicht&ldquo; (S. 199).<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Siehe: <a href=\"https:\/\/www.uni-ulm.de\/universitaet\/hochschulkommunikation\/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit\/aktuelles-thema\/mit-schnupfenviren-gegen-krebs\">hier<\/a> ; <a href=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/article\/id\/35155-the-common-cold-a-potential-ally-in-the-fight-against-cancer\/de\">hier<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/wissen\/toedliche-erkaeltung-krebs-11366493.html\">hier<\/a>; oder <a href=\"https:\/\/m.focus.de\/gesundheit\/ratgeber\/krebs\/mini-studie-zu-neuer-krebstherapie-forscher-zerstoeren-krebszellen-mit-erkaeltungsviren_id_10919685.html\">hier<\/a> .<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2020 hatte der Chef des Bonner Instituts f&uuml;r Virologie, Prof. Streeck, mit der Heinsberg-Studie und seiner (f&uuml;r einen Virologen ganz sch&ouml;n mutigen) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MVcCRDQJOmE\">&bdquo;Domrede&ldquo;<\/a> einst Lauterbach genervt, Spahn widersprochen und mancher Panikmache die Spitze abgeschliffen. Daf&uuml;r wurde er &ndash; meist in Abwesenheit &ndash; in Talk- und Comedy-Shows zum Hetzobjekt. Zum Beispiel f&uuml;r Staatskomiker Jan B&ouml;hmermann<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78353\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":78355,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,208],"tags":[712,3165,2880,2862,2604,2834],"class_list":["post-78353","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitspolitik","category-rezensionen","tag-arzneimittel","tag-immunitaet","tag-impfungen","tag-streeck-hendrik","tag-stress","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/211126_Buch.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78353"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78362,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78353\/revisions\/78362"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/78355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}