{"id":78580,"date":"2021-12-05T11:45:22","date_gmt":"2021-12-05T10:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78580"},"modified":"2021-12-05T12:00:42","modified_gmt":"2021-12-05T11:00:42","slug":"die-jakarta-methode-oder-ein-land-im-antikommunistischen-blutrausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78580","title":{"rendered":"Die Jakarta-Methode oder Ein Land im antikommunistischen Blutrausch"},"content":{"rendered":"<p>Indonesien: 1965\/66 bedeutete in der Geschichte des bev&ouml;lkerungsreichsten und gr&ouml;&szlig;ten Landes S&uuml;dostasiens eine scharfe Z&auml;sur. Vor genau 55 Jahren, im Herbst 1966, hatte dort General Suharto seine Machtposition auf dem H&ouml;hepunkt des in enger Abstimmung mit Washington entfesselten Feldzugs gegen die damals weltweit drittst&auml;rkste Kommunistische Partei gefestigt. Pikanterweise gingen die Kalk&uuml;le US-amerikanischer Milit&auml;rstrategen und Geheimdienstexperten mit Blick auf Indonesien auf, w&auml;hrend sich zur gleichen Zeit &ndash; auf dem H&ouml;hepunkt der US-Aggression gegen die V&ouml;lker Vietnams, Kambodschas und Laos&lsquo; &ndash; bereits das sp&auml;tere milit&auml;rische Debakel Washingtons abzeichnete und der Vietnamkrieg in einem Fiasko endete. Von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p>&bdquo;<em>Die Jakarta-Methode: Washingtons antikommunistischer Kreuzzug und das Massenmordprogramm, das unsere Welt pr&auml;gte&ldquo;<\/em> lautet der Titel eines Sachbuchs, das der US-amerikanische Journalist und Autor Vincent Bevins im vergangenen Jahr vorlegte. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Es handelt von der Unterst&uuml;tzung und Mitschuld der US-Regierung an den Massenmorden 1965-66, bei denen sch&auml;tzungsweise eine Million Menschen get&ouml;tet wurden (die Opferzahlen variieren zwischen 500.000 bis zu drei Millionen Toten), um die politische Linke und die Reformbewegungen im Lande zu vernichten. Das Buch beschreibt sp&auml;tere Wiederholungen der Strategie des Massenmords gegen Regierungsreformen in Lateinamerika und anderswo. Die Morde in Indonesien durch die von den USA unterst&uuml;tzten indonesischen Streitkr&auml;fte waren bei der Ausmerzung des Kommunismus so erfolgreich, dass der Begriff &bdquo;Jakarta&ldquo; sp&auml;ter eigens verwendet wurde, um auf die v&ouml;lkerm&ouml;rderischen Aspekte &auml;hnlicher, sp&auml;terer Pl&auml;ne hinzuweisen, die von anderen autorit&auml;ren kapitalistischen Regimen mit Unterst&uuml;tzung der Vereinigten Staaten umgesetzt wurden.<\/p><p><strong>1965 &ndash; ein bedeutsames Jahr<\/strong><\/p><p>1965 war ein in vielfacher Hinsicht bedeutsames Jahr. In Vietnam befand sich die unangefochtene F&uuml;hrungsmacht des &bdquo;freien Westens&ldquo;, die USA, auf dem H&ouml;hepunkt eines Krieges, den sie trotz des Einsatzes einer gewaltigen Kriegsmaschinerie und B-52-Fl&auml;chenbombardements nicht gewinnen konnte. Ein Krieg allerdings, der dennoch ein weiteres Jahrzehnt gef&uuml;hrt wurde, weil man in Washington noch immer ernsthaft an die 1954 von Pr&auml;sident Dwight D. Eisenhower verk&uuml;ndete Dominotheorie glaubte. Eine im Kern dumpfbackige Theorie, wonach andere Staaten in S&uuml;dost- und Ostasien wie Thailand, Malaysia, Indonesien und S&uuml;dkorea der Reihe nach &ndash; eben wie Dominosteine &ndash; umkippen und so in den Machtbereich des Kommunismus geraten k&ouml;nnten, w&uuml;rde der Krieg in Vietnam nicht von einem Sieg gekr&ouml;nt.<\/p><p>Im Herbst 1965 erfolgten in Indonesien Weichenstellungen f&uuml;r einen schockartigen Wandel in der ganzen Gesellschaft, in Politik, Wirtschaft und Kultur, unter deren f&uuml;rchterlichen Konsequenzen ein Gro&szlig;teil seiner Bev&ouml;lkerung bis heute leidet. Geschmiedet wurden Pl&auml;ne dazu bereits Jahre zuvor, als sich im Rahmen hitzig diskutierter Modernisierungstheorien auch indonesische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler vermehrt anschickten, an renommierten Universit&auml;ten in den USA sowie in Europa zu studieren, um sich anschlie&szlig;end in den Dienst ihres Landes zu stellen und als dessen kompetente B&uuml;rokratie den Weg &bdquo;in die Moderne&ldquo; zu weisen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Indonesien ist das Beste, was Uncle Sam nach dem Kriegsende passierte&ldquo; &ndash; Ein hochrangiger Weltbank-Mitarbeiter [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/strong><\/p><p>Im erlauchten Zirkel der damaligen politischen Elite Washingtons wirkte mit Walt W. Rostow auch ein Wirtschaftshistoriker, der mit seiner 1960 ver&ouml;ffentlichten Studie <em>&bdquo;The Stages of Economic Growth. A Non-Communist Manifesto&ldquo; (Titel der deutschen Ausgabe: &bdquo;Stadien wirtschaftlichen Wachstums. Eine Alternative zur marxistischen Entwicklungstheorie&ldquo;)<\/em> wissenschaftlich belegen wollte, dass die wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung von Staaten im Kapitalismus zu ihrem endg&uuml;ltigen Ziel gelange, der Kommunismus hingegen nichts anderes sei als &bdquo;eine Krankheit im &Uuml;bergangsprozess von einer traditionellen zu einer modernen Gesellschaft&ldquo;. Zugleich vertrat er entschieden die Auffassung, die USA m&uuml;ssten eine aktive Entwicklungspolitik betreiben, um ehemalige Kolonialstaaten bei deren Modernisierungsprozess gegen eben jene kommunistische &bdquo;Krankheit&ldquo; zu immunisieren.<\/p><p>In akademischen Kreisen dies- wie jenseits des Atlantiks galt Rostows Buch als eine Art Heilslekt&uuml;re. Wie einst christliche Missionare schickten sich nunmehr &Ouml;konomen und Sozialwissenschaftler im Dienst der &bdquo;gro&szlig;en Politik&ldquo; an, &bdquo;westliche&ldquo; Wertevorstellungen &bdquo;traditionellen Gesellschaften&ldquo; &uuml;berzust&uuml;lpen und diesen einen &bdquo;Entwicklungsweg&ldquo; von freiem Markt und ungebremster Kapitalakkumulation vorzuschreiben. In diesem Zusammenhang verwundert es nicht, dass erstmals unter der kurzen Pr&auml;sidentschaft John F. Kennedys das Thema <em>&bdquo;Counterinsurgency&ldquo;<\/em>, also &bdquo;Aufruhr-&ldquo; oder &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo;, Priorit&auml;t genoss. Und ausgerechnet mit Rostow, in der Kennedy-Administration stellvertretender und in der nachfolgenden Regierung unter Lyndon B. Johnson oberster Sicherheitsberater des Pr&auml;sidenten, agierte ein Zivilist als erbittertster &bdquo;Falke&ldquo;.<\/p><p><strong>US-amerikanisches Mandarinat<\/strong><\/p><p>Indonesien war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in S&uuml;dostasien das erste Land, das am 17. August 1945 seine Unabh&auml;ngigkeit vom mehr als drei Jahrhunderte w&auml;hrenden Kolonialjoch der Niederlande erkl&auml;rte. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Wenngleich Washington keine politische Vorliebe f&uuml;r die Gr&uuml;nderv&auml;ter eines unabh&auml;ngigen Indonesien, Sukarno und Mohammad Hatta, hegte, hatte es in den darauffolgenden Jahren zumindest M&ouml;glichkeiten, seinen Einfluss im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich geltend zu machen.<\/p><p>Vor allem die beiden gro&szlig;en Stiftungen in den USA, die <em>Ford Foundation<\/em> und die <em>Rockefeller Foundation<\/em>, votierten bereits vor Eisenhowers Verk&uuml;ndung der Dominotheorie daf&uuml;r, gegen die &bdquo;kommunistische Aggression&ldquo; k&uuml;nftige Kader aus befreundeten L&auml;ndern jenseits des Pazifiks an den eigenen Universit&auml;ten und anderen Lehreinrichtungen &ndash; inklusive Milit&auml;rakademien &ndash; im Geiste des &bdquo;freien Westens und Unternehmertums&ldquo; auszubilden. Zu diesen geschulten Eliten z&auml;hlten als notwendige Fachkr&auml;fte im Prozess des &bdquo;State-&bdquo; bzw. &bdquo;Nation-building&ldquo; keineswegs ausschlie&szlig;lich Zivilisten. Milit&auml;rs wurden gleicherma&szlig;en gesch&auml;tzt, sofern auch sie sich dem Aufbau eines &bdquo;modernen Landes&ldquo; verpflichtet f&uuml;hlten.<\/p><p>Was seinerzeit unter den &bdquo;Eliteuniversit&auml;ten&ldquo; in den USA Rang und Namen hatte &ndash; vornehmlich das <em>Massachusetts Institute of Technology (MIT), Harvard, <\/em>die <em>University of California in Berkeley <\/em>und<em> Cornell<\/em> &ndash; verschrieb sich der Schaffung von L&auml;nderprogrammen und dem Austausch von (angehenden) Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern der entsprechenden Fakult&auml;ten. Fungierten dabei die Ford- und die Rockefeller-Stiftung als gro&szlig;z&uuml;gige M&auml;zene, so waren es zudem das Au&szlig;enministerium, das Verteidigungsministerium, das von der CIA ma&szlig;geblich gesponserte <em>Center for International Studies<\/em> (in dem auch Rostow wirkte) und die vorrangig der U. S. Air Force zuarbeitende <em>Rand Corporation<\/em> im kalifornischen Santa Monica, die je nach Interessenlage Geld f&uuml;r die Ausbildung von Experten in Asien, Afrika und Lateinamerika zuschossen.<\/p><p>Nur folgerichtig entwickelten sich so neben intensiven US-amerikanisch-indonesischen Beziehungen im akademischen Bereich enge Kontakte und rege Austauschprogramme auf h&ouml;chsten milit&auml;rischen Ebenen. Hauptansprechpartner auf indonesischer Seite war das <em>Seskoad,<\/em> das indonesische Armeekommando- und Generalstabskolleg, an dem der oberste Generalstab &uuml;ber alle wesentlichen organisatorischen wie politischen Angelegenheiten entschied. Gleichzeitig erhielten hier h&ouml;here Offiziere eine Zusatzausbildung und wurden mit neuen Methoden und Handb&uuml;chern zur <em>Counterinsurgency<\/em>-Strategie ausgestattet, die unter anderem an der US-Milit&auml;rakademie in <em>West Point<\/em> entwickelt worden waren. Ransom beziffert die Zahl des bis 1965 in diesen US-Milit&auml;reinrichtungen geschulten indonesischen Personals auf 4.000 Offiziere. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>&bdquo;<strong>St&ouml;r- und Bedrohungsfaktor&ldquo; PKI<\/strong><\/p><p>Als &uuml;beraus kritisch sch&auml;tzte die US-Regierung unter Lyndon B. Johnson die politische Situation in Indonesien Anfang 1965 ein, das die Vereinten Nationen verlassen hatte, nachdem die britische Exkolonie Malaysia als nichtst&auml;ndiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat aufger&uuml;ckt war. Im Juni 1964 hatte die Zeitung der Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI), <em>Harian Rakyat<\/em> (Volkszeitung), die Zahl der Parteimitglieder mit mehr als drei Millionen angegeben &ndash; ein nachgerade ph&auml;nomenales Wachstum gegen&uuml;ber den 8.000 Mitgliedern zur Zeit der Ausrufung der Unabh&auml;ngigkeit. Insgesamt gab es der Parteizeitung zufolge Mitte der 1960er Jahre 18 Millionen Mitglieder und Sympathisanten von der PKI nahestehenden Organisationen &ndash; darunter die Gewerkschaft <em>Sobsi<\/em>, die <em>Volksjugend<\/em>, die Frauenbewegung <em>Gerwani<\/em> sowie die Bauernfront <em>BTI<\/em>.<\/p><p>Damit war die PKI nach der KP Chinas und der KPdSU die weltweit drittgr&ouml;&szlig;te kommunistische Partei &ndash; aus der Sicht einflussreicher konservativer Kr&auml;fte im Lande und in Washington eine veritable Herausforderung und Bedrohung. Zumindest in der Au&szlig;enpolitik herrschte zwischen der PKI und Sukarno, damals noch Staatspr&auml;sident Indonesiens, Einigkeit &uuml;ber einen antiimperialistischen Kurs, was Letzterer bereits 1955 als Gastgeber der <em>Bandung-Konferenz<\/em> signalisiert hatte, auf der der Startschuss zur Gr&uuml;ndung der Bewegung der blockfreien Staaten erfolgt war. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>&Uuml;berdies waren f&uuml;hrende PKI-Kader wie Generalsekret&auml;r Dipa Nusantara Aidit und Njoto (2. Vizepr&auml;sident der PKI und Herausgeber von Harian Rakyat) immerhin bis August 1964 Mitglieder der Sukarno-Regierung. Anfang 1965 forderten PKI-Minister den Pr&auml;sidenten auf, unter den Arbeitern und Bauern die Schaffung bewaffneter Volksmilizen zuzulassen. Diese Forderung war g&auml;nzlich abwegig, weil zu diesem Zeitpunkt das Milit&auml;r l&auml;ngst die eigentliche Macht im Staate war und im Gegensatz zu Sukarno oder der PKI die Kontrolle &uuml;ber die Waffen innehatte. Bereits 1959 waren der ehemalige Verteidigungsminister und Stabschef der Streitkr&auml;fte, General Abdul Haris Nasution, und Sukarno als Wortf&uuml;hrer der &bdquo;gelenkten Demokratie&ldquo; aufgetreten, die letztlich der Zentralisierung und Konzentration der Staatsapparate &ndash; freilich unter milit&auml;rischer &Auml;gide &ndash; diente.<\/p><p>Konsultationen zwischen hochrangigen indonesischen und US-amerikanischen Milit&auml;rs lie&szlig;en in einem Teil des j&uuml;ngeren Offizierskorps und in der PKI-Spitze die Bef&uuml;rchtung keimen, ein Washington zugeneigter und wohlgesonnener &bdquo;Rat der Gener&auml;le&ldquo; plane Schritte, um Sukarno zu entmachten, linke Nationalisten, Gewerkschafter und Kommunisten auszuschalten, eine au&szlig;enpolitische Kehrtwende (in Richtung Westen) vorzunehmen, zwischenzeitlich verstaatlichten Besitz an die fr&uuml;heren ausl&auml;ndischen (niederl&auml;ndischen, britischen und US-amerikanischen) Eigent&uuml;mer zur&uuml;ckzugeben und das Land gezielt f&uuml;r ausl&auml;ndische Investitionen zu &ouml;ffnen. Dieser Plan, so bef&uuml;rchtete man weiter, werde aller Voraussicht nach am 5. Oktober ausgef&uuml;hrt, da dies der Jahrestag der indonesischen Streitkr&auml;fte ist und deshalb die Konzentration gr&ouml;&szlig;erer Truppenverb&auml;nde in der Hauptstadt wenig Verdacht sch&ouml;pfen w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Ein Putsch, der keiner war<\/strong><\/p><p>Diesem Plan, so er tats&auml;chlich bestand, kam der in der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober 1965 von Oberstleutnant Untung, dem Chef der Leibgarde Sukarnos, inszenierte &bdquo;Gegenputsch&ldquo; zuvor. Seinen Truppen gelang es, sechs ranghoher Gener&auml;le &ndash; darunter des Chefs des Heeres, Generalleutnant Ahmad Yani &ndash; habhaft zu werden. Die gefangengenommenen Gener&auml;le und einer ihrer Adjutanten wurden get&ouml;tet, ihre Leichen anschlie&szlig;end in einen Brunnen in der N&auml;he des Flughafens und Luftwaffenst&uuml;tzpunkts Halim geworfen, wo sich Untung und seine Leute verschanzt hielten.<\/p><p>&Uuml;ber <em>Radio Jakarta<\/em> wurde am Morgen des 1. Oktober die Konstituierung eines &bdquo;Revolutionsrates&ldquo; bekanntgegeben. Auff&auml;llig war, dass sich dieser &bdquo;Rat&ldquo; aus zahlreichen Milit&auml;rs und zig Personen zusammensetzen sollte, die dar&uuml;ber nicht einmal informiert waren oder offen der anderen Seite zuarbeiteten. So nebul&ouml;s und dilettantisch der Plan, so diffus die politische Plattform der Gefolgsleute Untungs waren, die sich selbst den Namen <em>&bdquo;Gerakan September Tiga Puluh&ldquo;, &bdquo;Bewegung 30. September&ldquo; (kurz: Gestapu)<\/em> gegeben hatten, so rasch st&uuml;rzten sie auch in sich zusammen. Sukarno bewahrte Stillschweigen, und seitens der PKI-Spitze war nur die verh&auml;ngnisvolle Parole zu vernehmen: Ruhe bewahren, alles sei unter Kontrolle und das Wohlergehen Sukarnos gesichert. Tats&auml;chlich hatte aber der Chef der strategischen Heeresreserve (der Eliteeinheit <em>Kostrad<\/em>) unter dem Befehl von Generalmajor Suharto binnen weniger Stunden alles unter seiner Kontrolle. Nicht zuletzt deshalb, weil einige der Gestapu-Leute zu seinen Vertrauten z&auml;hlten. Bereits am sp&auml;ten Abend des 1. Oktober war der &bdquo;Putsch&ldquo; gescheitert. Was umgehend folgte, war die gnadenlose Rache der Sieger.<\/p><p>&bdquo;<strong>Heile Welt &ndash; freie Welt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Erkl&auml;rtes Ziel seitens des Westens war fortan, nicht nur Indonesien in das Gef&uuml;ge der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo; und in den globalen antikommunistischen Block zu integrieren, sondern auch in dem gr&ouml;&szlig;ten, bev&ouml;lkerungsreichsten und lukrativsten Markt S&uuml;dostasiens Fu&szlig; zu fassen und sich dort dauerhaft fest zu etablieren. Auf diese Weise sollte auch ein neues Gesch&auml;ftsklima geschaffen werden, Privatunternehmen und &bdquo;Entwicklungsl&auml;nder&ldquo; f&uuml;r ihre gegenseitigen Interessen, ihren Profit und f&uuml;r den noch gr&ouml;&szlig;eren der freien Welt zusammenarbeiten.<\/p><p>Bereits vom 2. bis zum 4. November 1967 traf sich zu diesem Zweck eine hochrangige indonesische Delegation, darunter Au&szlig;enminister Adam Malik, in Genf mit einer erlesenen Auswahl US-amerikanischer und europ&auml;ischer Gesch&auml;ftsleute zu einer <em>Indonesian Investment Conference<\/em>, die eigens auf Kosten des US-Verlags <em>Time Life<\/em> eingeflogen worden waren. Die indonesische Seite bot bei der Gelegenheit &bdquo;politische Stabilit&auml;t, ein schier unersch&ouml;pfliches Reservoir an billigen Arbeitskr&auml;ften, einen riesigen Markt, eine Schatzkammer voller nat&uuml;rlicher Ressourcen sowie an nationalen und internationalen Universit&auml;ten bestausgebildete Fachkr&auml;fte, die jederzeit hilfreich zur Seite stehen, um neuen Wirtschaftsunternehmungen zum Erfolg zu verhelfen&ldquo;. David Rockefeller, Vorsitzender der Chase Manhattan Bank, dankte <em>Time Life<\/em> anschlie&szlig;end f&uuml;r die Gelegenheit, sich mit &bdquo;Indonesiens Topwirtschaftsteams&ldquo; getroffen und sich von deren &bdquo;hoher Bildungsqualit&auml;t&ldquo; &uuml;berzeugt haben zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Im Juni 1968 organisierte Suharto im Gegenzug ein Wiedertreffen der in Jakarta als &bdquo;Berkeley-Mafia&ldquo; bezeichneten Technokraten und Wirtschaftsfachleute. Etliche bedachte er mit Ministerposten. Um was es bei alledem wirklich ging, zeigte sich ein Jahr sp&auml;ter, als 23 Firmen, unter ihnen 19 aus den USA, Konzessionen f&uuml;r &Ouml;lbohrungen in der Javasee und anderen K&uuml;stengew&auml;ssern Indonesiens erhielten. &Uuml;berhaupt: Wer ab 1965\/66 in Indonesien unternehmerisch Fu&szlig; fassen wollte, musste &uuml;ber Suharto-Getreue bzw. ein engmaschiges Netz von Loyalisten als &bdquo;Berater&ldquo; verf&uuml;gen. Zu diesen z&auml;hlte Suhartos engster Wirtschaftspartner Mohammad (&bdquo;Bob&ldquo;) Hasan. Beide hatten bereits vor 1965 eine Reihe lukrativer Gesch&auml;fte betrieben, was Suharto erm&ouml;glichte, daraus erzielte Gewinne f&uuml;r sich als fr&uuml;herer Kommandeur der Diponegoro Division und ihm treu ergebene Offiziere einzustreichen.<\/p><p><strong>US-Logistik f&uuml;r Suhartos Staatsterror<\/strong><\/p><p>Eine F&uuml;lle von Beweismaterial staatsterroristischer Schurkereien liefert das vom State Department erstellte Geschichtsbuch <em>&bdquo;Die ausw&auml;rtigen Beziehungen der Vereinigten Staaten, 1964-68 &ndash; Band XXVI: Indonesien; Malaysia-Singapur; Philippinen&ldquo; <\/em>&uuml;ber die Rolle der USA im Indonesien der 1960er Jahre, von dem ein Exemplar durch ein &bdquo;peinliches Missgeschick&ldquo;, so Mark Mansfield, ein Sprecher der CIA, Ende Juli 2001 gegen&uuml;ber der <em>New York Times<\/em>, an Mitarbeiter des <em>National Security Archive<\/em> der George-Washington-Universit&auml;t in Washington gelangte. Deren Mitarbeiter platzierten dieses Dokument am 27. Juli 2001 auf ihrer Homepage im Internet.<\/p><p>So leitete beispielsweise die US-Botschaft in Jakarta am 13. November 1965 Informationen der indonesischen Polizei weiter, wonach &bdquo;jede Nacht zwischen 50 und 100 PKI-Mitglieder in Ost- und Zentraljava get&ouml;tet&ldquo; wurden. Dieselbe Beh&ouml;rde kabelte am 15. April 1966 die Notiz nach Washington: &bdquo;Wir wissen &ndash; ehrlich gesagt &ndash; nicht genau, ob die tats&auml;chliche Zahl (get&ouml;teter Kommunisten &ndash; <em>RW<\/em>) n&auml;her bei 100.000 oder bei 1.000.000 liegt, doch wir halten es f&uuml;r kl&uuml;ger, vor allem im Falle von Nachfragen seitens der Presse, von der niedrigeren Sch&auml;tzung auszugehen.&ldquo; Auf Seite 339 hei&szlig;t es, man habe sich auf Initiative des Au&szlig;enamtsmitarbeiters Richard Cabot Howland schlie&szlig;lich 1970 auf die Zahl von 105.000 get&ouml;teten Personen verst&auml;ndigt. Der damalige US-Botschafter in Jakarta, Marshall Green, funkte am 10. August 1966 nach Washington, die Botschaft habe eine von ihr erstellte Liste mit den Namen f&uuml;hrender PKI-Kader den indonesischen Sicherheitskr&auml;ften &uuml;bermittelt, denen es offensichtlich an solchen Informationen gemangelt habe.<\/p><p>Allem Anschein nach hatte die CIA bereits vor 1965 Zugang zu Geheimakten &uuml;ber die PKI, die in der G-2-Sektion, der Abteilung f&uuml;r nachrichtendienstliche Aktionen und Aufkl&auml;rung der indonesischen Armee, gelagert waren. Doch die indonesischen Akten wurden von US-Analysten unisono als unzureichend betrachtet, da sie PKI-Funktion&auml;re lediglich auf &bdquo;nationaler&ldquo; Ebene identifizierten, nicht aber auch die Tausenden ihrer Kader auf regionaler und kommunaler Ebene aufgelistet hatten, die verd&auml;chtigt worden waren, in Geheimoperationen oder in Kurier- oder Finanzierungsgesch&auml;fte verstrickt gewesen zu sein.<\/p><p>Die Zustimmung zur Herausgabe der Namenslisten kam von der Spitze der US-Botschaft. Der damalige Botschafter Marshall Green best&auml;tigte sp&auml;ter in einem Interview: &bdquo;Wir hatten viel mehr Informationen &uuml;ber die PKI als die Indonesier selbst&ldquo;. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Robert J. Martens, Analyst der indonesischen Linken an der US-Botschaft in Jakarta, &bdquo;sagte mir bei mehreren Gelegenheiten, dass die Regierung &uuml;ber keine sehr guten Informationen &uuml;ber die kommunistischen Pl&auml;ne verf&uuml;gte, und er vermittelte mir den Eindruck, dass unsere Informationen weitaus besser waren als all das, wor&uuml;ber die indonesische Regierung verf&uuml;gte&ldquo;. Informationen &uuml;ber die Gefangenen und Get&ouml;teten kamen unmittelbar von Suhartos Einsatzzentralen, so Joseph Lazarsky, der 1965 stellvertretender Stationschef der CIA in Jakarta war. &bdquo;Wir erhielten in Jakarta eine umfassende Zusammenstellung, wer aufgegriffen wurde. Die Armee verf&uuml;gte &uuml;ber eine &rsaquo;Abschussliste&lsaquo; von etwa 4.000 bis 5.000 Leuten.&ldquo; [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Howard Federspiel, 1965 als Indonesien-Experte im B&uuml;ro f&uuml;r nachrichtendienstliche Aufkl&auml;rung und Forschung im State Department t&auml;tig, konstatierte nach einer Ende Januar 1966 vorgenommenen Abgleichung US-amerikanischer mit indonesischen Todes- und Verhaftungslisten, dass die Armeef&uuml;hrung unter Suharto die PKI zerst&ouml;rt habe. &bdquo;Keinen k&uuml;mmerte das&ldquo;, erkl&auml;rte Federspiel in einem Interview mit der Journalistin Kathy Kadane, &bdquo;solange es sich um Kommunisten handelte, die abgeschlachtet wurden.&ldquo; [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Vor allem William Colby, damals Direktor der CIA-Fernostabteilung, und Edward E. Masters, Chef der politischen Abteilung der Botschaft, ging es zuv&ouml;rderst um &bdquo;umfassendere&ldquo;, &bdquo;verfeinerte&ldquo; Todeslisten. Wiederholt hatten sie bem&auml;ngelt, dass die indonesischen Beh&ouml;rden lediglich &uuml;ber nationale Auflistungen von PKI-Mitgliedern und -Sympathisanten verf&uuml;gten, nicht jedoch &uuml;ber entsprechende regionale und lokale Listen. Colby und sein Stab hatten deshalb fieberhaft an der Erstellung solcher Listen gearbeitet, was ihm nach eigenem Bekunden im Rahmen der Operation &bdquo;Ph&ouml;nix&ldquo; in Vietnam zugutekam. Bei dieser im Dezember 1967 auf Weisung der CIA initiierten gemeinsamen US-amerikanisch-s&uuml;dvietnamesischen Operation ging es darum, mit Hilfe identifizierter Strukturen des politischen Untergrunds so viele Mitglieder der Nationalen Befreiungsfront &ndash; der Verb&uuml;ndeten Nordvietnams &ndash; wie m&ouml;glich &bdquo;zu neutralisieren&ldquo;. Ohne solche Listen, erkl&auml;rte Colby, &bdquo;k&auml;mpfst du blind&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;<strong>Ein Lichtschimmer in Asien&ldquo;<\/strong><\/p><p>Bis Ende Januar 1966, so Joseph Lazarsky, waren so viele Namen auf den Todeslisten abgehakt, dass die CIA-Analysten in Washington zu dem Schluss gelangten, die PKI-F&uuml;hrung sei g&auml;nzlich ausgeschaltet. Auf Nachfragen erkl&auml;rte Colby: &bdquo;Wir kamen zu dem Schluss, dass mit dieser drakonischen Art, wie die Operationen durchgef&uuml;hrt wurden, die Kommunisten um viele Jahre zur&uuml;ckgeworfen wurden.&ldquo; Im Juni 1966, nachdem das &bdquo;gro&szlig;e Schlachten&ldquo; vorbei war, kommentierte die <em>New York Times<\/em> lakonisch mit der Schlagzeile &bdquo;Ein Lichtschimmer in Asien&ldquo;. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>James Reston, damals der angesehenste politische Berichterstatter und Kommentator der Zeitung, verglich die entmutigenden Nachrichten aus Vietnam mit &bdquo;den hoffnungsvolleren Entwicklungen in Asien&ldquo;, wo sich &bdquo;die schonungslose Transformation Indonesiens von einer prochinesischen Politik unter Sukarno hin zu einer herausfordernden antikommunistischen Politik unter Suharto&ldquo; vollzogen habe. In beiden L&auml;ndern, so f&uuml;gte er hinzu, sei es immerhin um eine synchronisierte und miteinander verwobene Planungspolitik Washingtons gegangen. &bdquo;Es ist zweifelhaft&ldquo;, so Reston in dem oben genannten Beitrag in der <em>New York Times<\/em>, &bdquo;ob der Coup jemals ohne die amerikanische &rsaquo;Show of strength&lsaquo; in Vietnam oder die klandestine Hilfe von hier aus gegl&uuml;ckt w&auml;re beziehungsweise h&auml;tte durchgef&uuml;hrt und aufrechterhalten werden k&ouml;nnen&ldquo;.<\/p><p>Neben der Offiziersausbildung und Bereitstellung sensibler nachrichtendienstlicher Erkenntnisse leisteten die USA auch handfeste logistische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Suhartos Truppen. Das betraf Waffen ebenso wie die Lieferung von Jeeps und modernsten Funkger&auml;ten. All das war in gro&szlig;en Vorr&auml;ten auf dem n&ouml;rdlich von Manila gelegenen US-Luftwaffenst&uuml;tzpunkt Clark Air Base in den Philippinen gelagert und konnte binnen weniger Stunden nach Jakarta gebracht werden. Vor allem dank modernsten Funkger&auml;ten konnten M&auml;ngel in der Armeekommunikation unverz&uuml;glich behoben werden. Zuvor n&auml;mlich hatte es keine M&ouml;glichkeiten gegeben, dass sich Truppen auf Java und den weiter abgelegenen Inseln direkt mit Jakarta absprechen konnten.<\/p><p>So hatte sich letztendlich jenes Szenario realisiert, das Greens Vorg&auml;nger, US-Botschafter Howard Jones, sehnlichst herbeigew&uuml;nscht hatte: &bdquo;Aus unserer Sicht w&auml;re nat&uuml;rlich ein erfolgloser Coupversuch seitens der PKI&ldquo;, hatte er bereits am 10. M&auml;rz 1965 anl&auml;sslich einer gemeinsamen Regionalkonferenz von US-Chefdiplomaten in der nordphilippinischen Stadt Baguio erkl&auml;rt, &bdquo;die mit Abstand beste Entwicklung, um die politischen Trends in Indonesien umzukehren&ldquo;. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Bis heute werden in Indonesien selbst und seitens mehrerer mit Jakarta eng verb&uuml;ndeter westlicher Regierungsstellen in den USA, Britannien, Australien sowie in der Bundesrepublik Deutschland die Ereignisse der Jahre 1965\/66 systematisch beschwiegen. Die w&auml;hrend dieser Zeit exekutierte &bdquo;Ausrottung und Vernichtung der Kommunisten&ldquo; beziehungsweise tats&auml;chlicher und\/oder vermeintlicher Mitglieder der PKI wurde als notwendige Wahrung von &bdquo;nationaler Sicherheit und staatlicher Ordnung&ldquo; gepriesen und legitimiert. Demnach, so die offizielle Lesart, h&auml;tte sich die PKI in jener Zeit angeschickt, Indonesiens damalige Regierung unter Pr&auml;sident Sukarno zu st&uuml;rzen und das Land in den politischen Einflussbereich der VR China zu man&ouml;vrieren. Eine andere Sicht der Dinge ist in Indonesien bis dato tabuisiert und wird mit mehr oder minder drakonischen Strafen sanktioniert.<\/p><p>Nur scheibchenweise konnten in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse &uuml;ber dieses finstere Kapitel der Nachkriegsgeschichte gewonnen werden. War es m&ouml;glich, aufgrund des <em>Freedom of Information Act<\/em> seit 2001 freigegebene Dokumente &uuml;ber die Haltung diverser US-amerikanischer Regierungsstellen gegen&uuml;ber der indonesischen Staatsf&uuml;hrung ab Mitte der 1960er Jahre einzusehen und auszuwerten, bleiben wichtige Archive in jenen L&auml;ndern fest verschlossen, die damals und sp&auml;ter, zusammengehalten von einem verbissenen Antikommunismus, dem auf die Regierung Sukarno folgenden Suharto-Regime bis zu dessen Ende im Fr&uuml;hjahr 1998 unverbr&uuml;chlich die Treue hielten &ndash; neben Britannien und Australien eben auch und gerade die Bundesrepublik.<\/p><p><strong>Sch&uuml;tzenhilfe aus der BRD<\/strong><\/p><p>Helfershelfer Suhartos waren seitens der Bundesrepublik nebst dem Bundesnachrichtendienst (BND) auch die Bundeswehr und der Bundesgrenzschutz. Letztere lieferten f&uuml;r die fernen Freunde Hilfestellung in Form von Ausbildungskursen f&uuml;r Offiziere an der Bundeswehr-Akademie in Hamburg-Blankenese sowie Spezialtrainings bei der Elitetruppe GSG&thinsp;9 in Hangelar bei Bonn.<\/p><p>F&uuml;r die in- wie ausl&auml;ndische Imagepflege Suhartos als stets &bdquo;l&auml;chelnder General&ldquo; zeichnete ausgerechnet Rudolf Oebsger-R&ouml;der, ehedem gl&uuml;hender Nazi und SS-Obersturmbannf&uuml;hrer, verantwortlich. Nach dem Krieg war R&ouml;der unter anderem hauptberuflich f&uuml;r die Organisation Gehlen, dem Vorl&auml;ufer des BND, t&auml;tig. Sp&auml;ter arbeitete er in Jakarta unter dem Namen O.&thinsp;G. Roeder sowohl f&uuml;r den BND wie auch als Korrespondent f&uuml;r die <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em> und die <em>Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/em>. In der indonesischen Metropole gelang es ihm, Zugang zu Suharto zu finden und sich ihm als Berater und Biograph anzudienen.<\/p><p>Roeders Chef, der ehemalige Nazi und erste Pr&auml;sident des BND bis 1968, Reinhard Gehlen, hatte in seinen 1971 ver&ouml;ffentlichten Memoiren <em>&bdquo;Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971&ldquo;<\/em> zum Machtantritt Suhartos geschrieben: &bdquo;Der Erfolg der indonesischen Armee, die (&hellip;) die Ausschaltung der gesamten kommunistischen Partei mit Konsequenz und H&auml;rte verfolgte, kann nach meiner &Uuml;berzeugung in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug eingesch&auml;tzt werden.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Die r&auml;chende Armee hat nicht gez&ouml;gert&ldquo;, hatte Peter Christian Hauswedell bereits am 3. November 1967 in der <em>Zeit<\/em> geschrieben, &bdquo;die einmalige Chance zur Vernichtung ihres einzigen Rivalen wahrzunehmen. Mit offizieller Billigung, ausgef&uuml;hrt von der Armee, von militanten Jugendgruppen der Moslems und der PNI (Partai Nasional Indonesia), begann dann der wohl gr&ouml;&szlig;te Massenmord seit Hitlers Tagen. Er kam einem Pogrom der PKI-Anh&auml;nger gleich und wurde schlie&szlig;lich &ndash; au&szlig;er Kontrolle geraten &ndash; zu einem nationalen Amoklauf, wobei Privatfehden und allgemeine soziale Konflikte unter dem bequemen Deckmantel des Antikommunismus bereinigt wurden.&ldquo;<\/p><p>Erst knapp f&uuml;nf Dekaden nach den blutigen Ereignissen in dem s&uuml;dostasiatischen Inselstaat r&uuml;ckte Indonesien partiell und auch nur kurz ins Blickfeld der Berliner Politik. Dazu beigetragen hatte eine kleine Anfrage von Mitgliedern der Fraktion Die Linke im Bundestag. In der Antwort auf diese Anfrage [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] &auml;u&szlig;erte sich die Bundesregierung beispielsweise zum Themenkomplex der milit&auml;rischen Zusammenarbeit mit Indonesien wie folgt: &bdquo;Die Bundesregierung unterst&uuml;tzt im Rahmen der bilateralen Beziehungen den indonesischen Transformationsprozess hin zu einem demokratischen Rechtsstaat. Dazu geh&ouml;rt auch die milit&auml;rische Kooperation der Bundeswehr mit den indonesischen Streitkr&auml;ften. Sie ist ein Instrument pr&auml;ventiver Sicherheitspolitik.&ldquo; Laut Ausf&uuml;hrungen der Bundesregierung hielten sich zwischen 1960 und 1998 im Rahmen der Milit&auml;rischen Ausbildungshilfe (MAH) insgesamt 122 indonesische Soldaten als Lehrgangsteilnehmer an Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr in Deutschland auf.<\/p><p>Auf solche Fragen wie &bdquo;Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung &uuml;ber die direkte oder indirekte Unterst&uuml;tzung der Massaker durch ausl&auml;ndische Regierungen, Geheimdienste oder andere Organisationen?&ldquo; oder zur Rolle des BND w&auml;hrend dieser &bdquo;Geschehnisse&ldquo; fielen die Antworten stets schmallippig aus: &bdquo;Die Bundesregierung ist nach sorgf&auml;ltiger Abw&auml;gung zu der Auffassung gelangt, dass eine Beantwortung nicht offen erfolgen kann. Die erbetenen Ausk&uuml;nfte sind geheimhaltungsbed&uuml;rftig, da sie Hinweise zu nachrichtendienstlichen Quellen enthalten.&ldquo; Betrifft es Andere, geriert man sich indes rasch als Sendbote &bdquo;der westlichen Wertegemeinschaft&ldquo; und pocht lautstark im Sinne von <em>&bdquo;freedom and democracy&ldquo;<\/em> auf Transparenz.<\/p><p><strong>Neue Dokumente<\/strong><\/p><p>Letzte, im Sommer vergangenen Jahres ausgewertete Dokumente aus den Best&auml;nden des BND [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] belegen indes, dass die indonesischen Putschgener&auml;le unter dem neuen starken Mann Suharto nicht nur heimlich mit 1,2 Millionen D-Mark finanziert werden sollten, sondern der BND und das Ausw&auml;rtige Amt dar&uuml;ber hinaus &uuml;ber die antikommunistischen Massaker genau informiert waren. Ein auf den 3. November 1965 datierter BND-interner Bericht schilderte demnach &bdquo;ein regelrechtes Abschlachten von Kommunisten&ldquo;. Nur f&uuml;nf Tage sp&auml;ter, am 8. November, wurde in einem weiteren Dokument die an Deutschland gerichtete &bdquo;dringende Bitte&ldquo; indonesischer Gener&auml;le um finanzielle Hilfe er&ouml;rtert. Die Junta erhoffte sich, durch die Barzahlung der oben genannten Summe die &bdquo;antikommunistische S&auml;uberungsaktion&ldquo; fortsetzen zu k&ouml;nnen &ndash; konkret: das Geld einzusetzen &bdquo;f&uuml;r Sonderaktionen gegen PKI-Funktion&auml;re und zur Durchf&uuml;hrung von gesteuerten Demonstrationen&ldquo; sowie f&uuml;r die Herstellung &bdquo;antikommunistischen Propagandamaterials&ldquo;.<\/p><p>Wie das Rechercheteam von <em>t-online.de<\/em> hervorhob, war diese aktenkundige &Uuml;berlegung derma&szlig;en brisant, dass der Verfasser der Notiz bereits damals erhebliche Risiken ins Kalk&uuml;l gezogen hatte. &bdquo;Eine etwaige Hilfe in der vorgesehenen Art k&ouml;nnte jedoch &ndash; bei Bekanntwerden &ndash; sowohl f&uuml;r den Geldgeber wie auch f&uuml;r den Empf&auml;nger kaum &uuml;bersehbare Folgen haben. Eine derartige Unterst&uuml;tzung kann daher &uuml;berhaupt nur unter sch&auml;rfster Abschirmung der &Uuml;bermittlungswege gegeben werden.&ldquo; Es ist unklar, vermerkte das Rechercheteam, wie der BND und die Bundesregierung mit dieser Bitte aus Indonesien konkret verfuhren: W&auml;hrend das vorliegende Dokument mit dem handschriftlichen Vermerk &bdquo;Abgelehnt Nichteinmischung&ldquo; gekennzeichnet ist, hielt der BND unter anderem die zugeh&ouml;rige &bdquo;Beschaffungsbitte&ldquo; aus Gr&uuml;nden des nachrichtendienstlichen Methodenschutzes zur&uuml;ck.<\/p><p>Das federf&uuml;hrende Mitglied des <em>t-online.de<\/em>-Rechercheteams, Jonas Mueller-T&ouml;we, verwies in diesem Zusammenhang auf gezahlte deutsche &bdquo;Sondermittel&ldquo;, die vom damaligen Staatssekret&auml;r im Ausw&auml;rtigen Amt und sp&auml;teren Bundespr&auml;sidenten Karl Carstens letztlich bewilligt wurden. Nach heutigem Stand war Carstens zu seiner Zeit im Ausw&auml;rtigen Amt Mitte der 1960er Jahre in mehrere verdeckte Waffenlieferungen unter Beteiligung des BND eingebunden. Die Aff&auml;re um die Waffenhandelsfirma <em>Merex AG<\/em> begleitete ihn mehrere Jahre.<\/p><p>Eine besondere Rolle im Rahmen dieses Deals spielte der indonesische Brigadegeneral Achmad Sukendro, der eigens am 26. November 1965 in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn von Carstens empfangen wurde. Das Memo des Treffens ist von Carstens selbst unterzeichnet. Darin hie&szlig; es, dass Au&szlig;enminister Gerhard Schr&ouml;der Sukendro empfangen habe. Ein au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Kontakt f&uuml;r einen Milit&auml;r ohne offizielle diplomatische Funktion.<\/p><p>Der ehemalige Geheimdienstler Sukendro agierte als wichtiges Scharnier zwischen der neuen Junta in Jakarta und der Au&szlig;enwelt. Neben Bonn z&auml;hlten zumindest die thail&auml;ndische Hauptstadt Bangkok sowie mehrere St&auml;dte in den USA zu Anlaufstationen des Generals, wo es im Kern um finanzielle, technische, medizinische und logistische Hilfen sowie Waffenlieferungen f&uuml;r sein Land ging. Zu Sukendro pflegten deutsche Diplomaten ein vertrauensvolles Verh&auml;ltnis, zumal der deutsche Botschafter in Jakarta den General als &bdquo;einen der f&auml;higsten und energischsten Antikommunisten&ldquo; gesch&auml;tzt hatte.<\/p><p>&bdquo;Die Dokumente scheinen eine Mitverantwortung Deutschlands f&uuml;r die vors&auml;tzliche und ungesetzliche T&ouml;tung von etwa einer halben Million Zivilisten zu zeigen sowie f&uuml;r die Masseninternierung von etwa einer Million weiterer&ldquo;, sagte der Historiker Geoffrey B. Robinson von der University of California in Los Angeles dem t-online.de-Rechercheteam. [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Und Robinson f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Das w&uuml;rden wir heute Verbrechen gegen die Menschlichkeit nennen.&ldquo;<\/p><p>Unwissenheit konnte bei den damaligen Entscheidungen der Bundesregierung keine Rolle gespielt haben: Am 11. Oktober 1965 erfuhr die Botschaft in Jakarta von den Putschpl&auml;nen des Milit&auml;rs, am 27. Oktober informierte sie Bonn &uuml;ber t&ouml;dliche Gewalt. Am 3. November schilderte der nun vorliegende BND-Bericht das &bdquo;Abschlachten von Kommunisten&ldquo;, am 14. Dezember berichtete der deutsche Botschafter dem Ausw&auml;rtigen Amt von mindestens 128.000 Toten und vermutlich mehreren hunderttausend Inhaftierten. Zeitgleich standen die Diplomaten in Kontakt mit den Milit&auml;rs und verhandelten &uuml;ber wirtschaftliche Hilfen.<\/p><p>&bdquo;Der Genozid in Indonesien&ldquo;, erkl&auml;rte der Regisseur Joshua Oppenheimer [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>], &bdquo;ist deshalb so besonders, weil er nicht im Rahmen eines Krieges stattgefunden hat. Und, weil die T&auml;ter gewonnen haben.&ldquo; W&auml;hrend die &Uuml;berlebenden und Angeh&ouml;rigen der Toten zum Schweigen gebracht wurden, so Oppenheimer, konnten &bdquo;die T&auml;ter gar nicht aufh&ouml;ren, zu prahlen&ldquo;. Etliche von ihnen bekleiden auch heute noch in Indonesien ungeniert hohe politische, wirtschaftliche und milit&auml;rische &Auml;mter.<\/p><p>Titelbild: Toto Santiko Budi\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Quellen &amp; weiterf&uuml;hrende Literatur<\/strong><\/p><ul>\n<li>Benedict R. O&rsquo;G. Anderson &amp; Ruth T. McVey (1971): A Preliminary Analysis of the October 1, 1965 Coup in Indonesia. Ithaca, NY (Cornell Modern Indonesia Project)<\/li>\n<li>Bryan Evans III (1988): The Influence of the United States Army on the Development of the Indonesian Army (1954&ndash;1964). Ithaca, NY<\/li>\n<li>Peter Hammerschmidt (2014): Deckname Adler: Klaus Barbie und die westlichen Geheimdienste. Frankfurt am Main<\/li>\n<li>Peter Christian Hauswedell (1967): Was geschah 1965 in Indonesien? Gr&ouml;&szlig;tes Massaker seit Hitlers Tagen &ndash; Die Vernichtung einer kommunistischen Partei, in: Die Zeit vom 3.11.1967<\/li>\n<li>Richard W. B. Hutton (2019): Jakarta knows best: US defense policies and security cooperation in 1950s Indonesia. Fort Leavenworth, Kan.: [A US Army Command and General Staff College Press Book]<\/li>\n<li>Gregory Jany (2020): Military Modernizers: US Military Aid and the Indonesian Civic Action Program, 1958&ndash;1965. New Haven, CT<\/li>\n<li>Kathy Kadane (1990a): Ex-agents say CIA compiled death lists for Indonesians: After 25 years, Americans speak of their role in exterminating Communist Party, in: San Francisco Examiner, May 20<\/li>\n<li>Kathy Kadane (1990b): U.S. Officials&rsquo; Lists Aided Indonesian Bloodbath in &lsquo;60s, in: The Washington Post, May 21<\/li>\n<li>Audrey R. Kahin &amp; George McTurnan Kahin (1995): Subversion as Foreign Policy: The Secret Eisenhower and Dulles Debacle in Indonesia. New York<\/li>\n<li>Anett Keller (Hg.\/2015): Indonesien 1965 ff.: Die Gegenwart eines Massenmordes. Ein politisches Lesebuch. Berlin<\/li>\n<li>David Ransom (1970): The Berkeley Mafia and the Indonesian Massacre, in: Ramparts (San Francisco, CA), Vol. 9, No. 4 (October), S. 26&ndash;49<\/li>\n<li>James Reston (1966): A Gleam of Light in Asia, in: The New York Times, June 19<\/li>\n<li>Matthias Ritzi und Erich Schmidt-Eenboom (2011): Im Schatten des Dritten Reiches: Der BND und sein Agent Richard Christmann. Berlin<\/li>\n<li>O. G. Roeder (1969): The Smiling General: President Soeharto of Indonesia. Djakarta\/Tokyo<\/li>\n<li>John Roosa (2020): Buried Histories: The Anti-Communist Massacres of 1965&ndash;1966 in Indonesia. Madison, WI<\/li>\n<li>Bradley R. Simpson (2008): Economists with guns: authoritarian development and U.S.-Indonesian relations, 1960&ndash;1968. Stanford, CA<\/li>\n<li>Sukendro, Adam Malik, and the Black Bags, in: Tempo vom 6.10.2015. Jakarta<\/li>\n<li>Till Florian T&ouml;mmel (2018): Bonn, Jakarta und der Kalte Krieg: Die Au&szlig;enpolitik der Bundesrepublik Deutschland gegen&uuml;ber Indonesien von 1952 bis 1973. Berlin\/Boston<\/li>\n<li>Rainer Werning (1985): Indonesien 1965-85 &ndash; Lange Schatten des Terrors. M&uuml;nster<\/li>\n<li>Rainer Werning (2008): Der Archipel Suharto, in: Osnabr&uuml;cker Jahrbuch f&uuml;r Frieden und Wissenschaft 15, S. 183&ndash;199<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Der Originaltitel lautet: The Jakarta Method: Washington&rsquo;s Anticommunist Crusade &amp; The Mass Murder Program that Shaped Our World. New York: PublicAffairs, May 2020, 320 S. &ndash; Das Buch ist bislang nicht in deutscher &Uuml;bersetzung erh&auml;ltlich.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Zit. in: D. Ransom, 1970, S. 26<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Rainer Werning (2020): &bdquo;Auch unser sp&auml;terer Pr&auml;sident Sukarno arbeitete als Freiwilliger f&uuml;r die Japaner&ldquo;. NDS am 31. Mai \/ <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61422\">nachdenkseiten.de\/?p=61422<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] D. Ransom, 1970, S. 26<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Rainer Werning (2020): Das Fanal von Bandung. NDS am 24. April \/ <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60434\">nachdenkseiten.de\/?p=60434<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Kadane, 1990b<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] ebd.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Kadane, 1990a<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Reston, 1966<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Kahin &amp; Kahin, 1995, S. 225<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Deutscher Bundestag Drucksache 18\/1554, 18. Wahlperiode 27.5.2014: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andrej Hunko, Jan van Aken, Sevim Dagdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke \/ <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/015\/1801554.pdf\">dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/015\/1801554.pdf<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Ausf&uuml;hrlich dazu: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/krisen\/id_86930860\/genozid-in-indonesien-deutschlands-heimliche-hilfe.html\">t-online.de\/nachrichten\/ausland\/krisen\/id_86930860\/genozid-in-indonesien-deutschlands-heimliche-hilfe.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Das <em>t-online.de<\/em>-Rechercheteam spricht in seinem Bericht von &bdquo;Hunderttausenden (ermordeter) Zivilisten&ldquo;. Nach neuestem Stand der Forschung kam dem Milit&auml;r bei den Massakern die zentrale Rolle zu.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Der Regisseur Joshua Oppenheimer wurde international bekannt durch seine beiden mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilme &bdquo;The Act of Killing&ldquo; (2012) und &bdquo;The Look at Silence&ldquo; (2014), die jeweils aus der Perspektive der T&auml;ter und der Opfer die Ereignisse in Indonesien Mitte der 1960er Jahre zum Thema haben.<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5124f9df844347bd989fbcb090c09a51\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indonesien: 1965\/66 bedeutete in der Geschichte des bev&ouml;lkerungsreichsten und gr&ouml;&szlig;ten Landes S&uuml;dostasiens eine scharfe Z&auml;sur. Vor genau 55 Jahren, im Herbst 1966, hatte dort General Suharto seine Machtposition auf dem H&ouml;hepunkt des in enger Abstimmung mit Washington entfesselten Feldzugs gegen die damals weltweit drittst&auml;rkste Kommunistische Partei gefestigt. Pikanterweise gingen die Kalk&uuml;le US-amerikanischer Milit&auml;rstrategen und Geheimdienstexperten<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78580\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":78581,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,20,171],"tags":[2871,901,1917,1620,2840,305,663,2490,2989,1556,2377,3166],"class_list":["post-78580","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-antikommunismus","tag-geheimdienste","tag-genozid","tag-indonesien","tag-massenmord","tag-menschenrechte","tag-putsch","tag-staatsterrorismus","tag-suharto-haji-mohamed","tag-usa","tag-waffenlieferungen","tag-wirtschaftshilfe"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/shutterstock_1823040548.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78580"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78580\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78583,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78580\/revisions\/78583"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/78581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}