{"id":78780,"date":"2021-12-10T11:06:27","date_gmt":"2021-12-10T10:06:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78780"},"modified":"2021-12-21T11:04:33","modified_gmt":"2021-12-21T10:04:33","slug":"der-balkan-im-visier-geopolitischer-rivalitaeten-von-alexander-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78780","title":{"rendered":"Der Balkan im Visier geopolitischer Rivalit\u00e4ten. Von Alexander Neu"},"content":{"rendered":"<p>Die geo-politischen und -&ouml;konomischen Rivalit&auml;ten zwischen dem Westen einerseits und Russland sowie China andererseits dominieren zunehmend die internationale politische Agenda. Die Qualit&auml;t dieser Rivalit&auml;ten hat mit Blick auf das Verh&auml;ltnis des Westens zu Russland l&auml;ngst wieder die eines Kalten Krieges, Kalter Krieg 2.0, angenommen. Auch die Spannungen mit China gehen in diese Richtung:<br>\nDer Westen einerseits will die Realit&auml;ten der sich zunehmend herausbildenden multipolaren Weltordnung nicht akzeptieren und jegliche Entwicklungstendenzen unter Verwendung des gesamten &ndash; auch milit&auml;rischen &ndash; Instrumentenkastens zu unterbinden versuchen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7440\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-78780-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=78780-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211210-Der-Balkan-im-Visier-geopolitischer-Rivalitaeten-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Und die beiden eurasischen Gro&szlig;m&auml;chte andererseits, die die westliche Dominanz bis hin zur Einmischung in innere Angelegenheiten nicht mehr widerspruchsfrei hinzunehmen bereit sind und reziprok auf die westlichen Eind&auml;mmungsma&szlig;nahmen reagieren. <\/p><p>Der Kampf des Westens gegen seinen relativen Machtverlust findet auch in einem geopolitischen Dreh- und Angelpunkt Europas statt: Auf dem Balkan. W&auml;hrend die meisten Balkanstaaten (Slowenien, Kroatien, Montenegro, Makedonien <em>(Korrekt muss das hei&szlig;en: Nord-Makedonien, AM)<\/em>, Bulgarien, Rum&auml;nien, Moldawien, Ungarn, Albanien und Griechenland in den euroatlantischen Strukturen) integriert (NATO) oder zumindest assoziiert (EU) wurden, bilden die beiden ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken, die Republik Serbien und Bosnien-Herzegowina (noch) ein Loch in dem euroatlantischen Machtraum.<\/p><p>Trotz der massiven &ndash; auch milit&auml;rischen &ndash; Interventionen des Westens in Bosnien-Herzegowina und der Verdr&auml;ngung Russlands aus seinem historischen &bdquo;Einflussgebiet&rdquo; Balkan, insbesondere Serbien, in den 1990er und Nullerjahren, ist es dem Westen &ndash; zum Teil auch selbstverschuldet angesichts seiner Arroganz &ndash; nicht gelungen, die Region nachhaltig zu befrieden und in seinen Einflussbereich zweifelsfrei zu etablieren.<\/p><p>Die Wiederkehr Russlands und das Ausgreifen Chinas auf dem Balkan spitzt die geopolitische Rivalit&auml;t in der Balkanregion massiv zu.<\/p><p>Die Republik Serbien betreibt eine, nahezu in der Tradition Jugoslawiens stehende, geschickte Neutralit&auml;tspolitik. Bosnien-Herzegowina ist entlang der ethnischen Orientierung gespalten. W&auml;hrend die bosnischen Kroaten nach Zagreb, Berlin, Br&uuml;ssel und Washington schauen, versuchen die Bosniaken den Spagat zwischen dem Westen und der T&uuml;rkei. Die Serben aus BiH hingegen schauen nach Belgrad und Moskau. <\/p><p>Mit dem Friedensabkommen von Dayton im Jahre 1995, welches den Krieg in Bosnien-Herzegowina beendete, wurde ein staatliches Konstrukt geschaffen, das alle Widerspr&uuml;chlichkeiten westlicher Imperialpolitik reflektiert und nur aufgrund der damals absoluten Globaldominanz durchgesetzt werden konnte: Der Westen hat die Zerschlagung Jugoslawiens aktiv begleitet bzw. sogar forciert. Die territoriale Integrit&auml;t und staatliche Souver&auml;nit&auml;t, Grundlagen des modernen V&ouml;lkerrechts, wurden seitens des Westens aus geopolitischen Machtinteressen in den 1990er Jahren mit den F&uuml;&szlig;en getreten und damit Pr&auml;zedenzf&auml;lle geschaffen. Das externe Selbstbestimmungsrecht erschien den westlichen Imperialisten als vorteilhaft, um seine Einflusssph&auml;re zu expandieren. Teile und herrsche bestimmt die westliche Balkanpolitik. <\/p><p>Bosnien-Herzegowina hingegen sollte, wie alle Nachfolgestaaten Jugoslawiens &ndash; au&szlig;er Serbien &ndash; in seiner territorialen Integrit&auml;t bestehen bleiben. Von Souver&auml;nit&auml;t Bosniens sollte man lieber nicht sprechen. Serbiens Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t wurde hingegen genauso mit den F&uuml;&szlig;en getreten wie die Jugoslawiens. Das Kosovo wurde aus Serbien mit milit&auml;rischer Gewalt der NATO 1999 herausgeschnitten. Die vom Westen selbstherrlich gezogenen neuen Staatsgrenzen gelten als unantastbar &ndash; selbst, wenn sich zwei Nachfolgesubjekte Jugoslawiens (wie im Falle Serbien und der abtr&uuml;nnigen serbischen Provinz Kosovo) &uuml;ber einen Territorialaustausch einvernehmlich verst&auml;ndigen wollten, verhindern das Washington, Br&uuml;ssel und insbesondere Berlin mit Argumenten, die an Verlogenheit und Heuchelei nicht zu &uuml;bertreffen sind. Externes Selbstbestimmungsrecht und territoriale Integrit&auml;t werden missbraucht, so wie es gerade machtpolitisch opportun erscheint:<\/p><p>Als in Georgien (S&uuml;dossetien und Abchasien) und in der Ukraine (Krim und Teile der Ostukraine) &bdquo;Minderheiten&ldquo; sich abspalteten, auch unter Verweis westlicher Praxis im ehemaligen Jugoslawien (externes Selbstbestimmungsrecht sticht territoriale Integrit&auml;t und Souver&auml;nit&auml;t), war und ist die Emp&ouml;rung des Westens &uuml;ber den von diesen &bdquo;Minderheiten&ldquo; formulierten Anspruch auf externes Selbstbestimmungsrecht so laut, dass die NATO erst einmal Sanktionen gegen diese und die Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben ihrer Mitgliedsstaaten auf 2% des BIP beschloss. Offensichtlich waren es die falschen &bdquo;Minderheiten&ldquo;, weil russland-nah.<\/p><p><strong>Bosnien-Herzegowina und das Dayton-Abkommen<\/strong><\/p><p>Mit Blick auf Bosnien-Herzegowina hat das Dayton-Abkommen zun&auml;chst einmal den Realit&auml;ten vor Ort Rechnung getragen. &Uuml;ber die K&ouml;pfe Serbiens und der bosnischen Serben hinweg konnte seinerzeit selbst der Westen nicht in G&auml;nze entscheiden. Dayton ist somit ein Kompromiss, wenn auch ein Kompromiss, der der Staatlichkeit Bosniens aufgrund der spezifischen, die ethnischen Interessen ber&uuml;cksichtigenden Strukturen eine gewisse Fragilit&auml;t verlieh. Aber diese Strukturen sind eben der konkrete Ausdruck des ethnischen Konfliktes, der Anfang der 1990er Jahre auch vom Westen massiv durch Unterst&uuml;tzung der Sezessionisten in Jugoslawien gesch&uuml;rt wurde.<\/p><p>Zwar wurde formal-juristisch (UN-Sicherheitsratsresolutionen, Dayton-Abkommen) mehr oder minder auf Ausgleich zwischen den Volksgruppen gesetzt.<\/p><p>Der Westen w&auml;re aber nicht der Westen, w&uuml;rde er sich nur mit einem halben Sieg zufriedengeben &ndash; Bosnien ist nicht Teil der euroatlantischen Strukturen. Daher wurden im tagespolitischen Gesch&auml;ft fragw&uuml;rdige Interpretationen und unilaterale Erg&auml;nzungen bisweilen mit erheblichem Druck (strukturelle Gewalt) durch die westlichen Akteure formuliert, die den interethnischen Ausgleich torpedieren. <\/p><p>Mit Blick auf BiH sind hier einmal die sogenannten &bdquo;Bonn Powers&ldquo; zu nennen, die dem &bdquo;Hohen Repr&auml;sentanten&ldquo; nachtr&auml;glich eine Machtf&uuml;lle verleihen, die man durchaus als monarchistische Exekutivbefugnisse bezeichnen k&ouml;nnte. Die &bdquo;Bonn Powers&ldquo; wurden 1997 eingef&uuml;hrt &ndash; also zwei Jahre nach Abschluss der Dayton-Verhandlungen. Sie waren mithin also kein Gegenstand der Dayton-Verhandlungen zwischen den drei Ethnien, sondern wurden nachtr&auml;glich und unilateral vom sogenannten Friedensimplementierungsrat &ndash; einer internationalen, vorwiegend von westlichen Staaten plus NATO und EU geschaffenen Steuerungsgruppe, jedoch unter Beteiligung Russlands &ndash; aufgedr&uuml;ckt.<\/p><p>Zu den Kompetenzen des Hohen Repr&auml;sentanten geh&ouml;ren die M&ouml;glichkeiten, demokratisch gew&auml;hlte Politiker abzusetzen, Gesetze au&szlig;er Kraft zu setzen oder gar zu erlassen. Damit wird BiH faktisch immer noch 26 Jahre nach dem Ende des Krieges auf die Stufe einer Kolonie reduziert, obschon die Wahlen frei und fair verlaufen.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Der &bdquo;Hohe Repr&auml;sentant&ldquo; nutzt und missbraucht sein Amt, um strukturell-administrative Machtverschiebungen im westlichen Sinne herbeizuf&uuml;hren.<\/p><p>Die bosnischen Muslime forcieren ihrerseits in enger Abstimmung mit den westlichen Akteuren (bilateral wie auch &uuml;ber Br&uuml;ssel) den Unitarisierungsprozess in Bosnien-Herzegowina, der auf eine massive Machteinbu&szlig;e der bosnischen Serben hinausliefe, so dass einem NATO-Beitritt Bosnien-Herzegowinas nichts mehr im Wege st&uuml;nde. Damit untergraben die bosnischen Muslime und der Westen in enger Kooperation sukzessive das Dayton-Abkommen. Aus diesem Grunde wollen Russland und China die Funktion des &bdquo;Hohen Repr&auml;sentanten&ldquo; beenden. Russland hat in der Konsequenz der Ernennung des neuen &bdquo;Hohen Repr&auml;sentanten&ldquo;, des Deutschen Christian Schmidt, dementsprechend widersprochen. Die russische Ablehnung wurde seitens des Westens ignoriert und der neue &bdquo;Hohe Repr&auml;sentant&ldquo; erstmals nicht im Konsens eingesetzt. <\/p><p>Russland, Serbien und die Republika Srpska verweigern folgerichtig die Kooperation mit dem neuen &bdquo;Hohen Repr&auml;sentanten&ldquo;, so beispielsweise, als der &bdquo;Hohe Repr&auml;sentant&ldquo; seinen Bericht vor dem UN-Sicherheitsrat vorstellen wollte. Sein Auftritt wurde durch Russland blockiert.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p><strong>Bosnien-Herzegowina im Fadenkreuz der Geopolitik<\/strong><\/p><p>Die zunehmenden Spannungen in BiH sind eben nicht nur auf der innerstaatlichen Ebene zu rezipieren, sondern m&uuml;ssen im gr&ouml;&szlig;eren geopolitischen Kontext betrachtet werden.<\/p><p>Westliche Zielsetzung ist hierbei, den postjugoslawischen Raum so zu gestalten, dass er sich ausnahmslos und unumkehrbar in die euro-atlantischen Strukturen (EU und NATO) integrieren l&auml;sst, womit nahezu ganz Osteuropa mit Ausnahme Wei&szlig;russlands und Russlands unter Kontrolle Br&uuml;ssels und Washingtons st&uuml;nde.<\/p><p>Diese westlichen unilateralen Ma&szlig;nahmen in Bosnien-Herzegowina stie&szlig;en in den 1990er und Nullerjahren nur auf verbale Kritik seitens Russlands und Chinas &ndash; die Republika Srpska &ndash; eine von 2 Entit&auml;ten &ndash; konnte den unilateralen Ma&szlig;nahmen des Westens aufgrund ihrer Schw&auml;che nichts entgegensetzen. Seitdem beide Gro&szlig;m&auml;chte auf der Weltb&uuml;hne jedoch einen Mitgestaltungsanspruch auch auf operativer Ebene einfordern und praktizieren, w&auml;chst der Widerstand in der Republika Srpska gegen die westliche Selbstherrlichkeit in Bosnien-Herzegowina. <\/p><p>Die Republika Srpska verweigert sich zunehmend der forcierten Erosion der im Dayton-Abkommen und in der Verfassung Bosnien-Herzegowinas festgelegten Kompetenzverteilung in der Machtvertikalen zwischen dem Gesamtstaat BiH und den beiden Entit&auml;ten (Republika Srpska und F&ouml;deration von Bosnien und Herzegowina). Die Serben in Bosnien fordern sogar f&uuml;r sich eine R&uuml;ck&uuml;bertragung der Kompetenzen, so wie es im Dayton-Abkommen und der Verfassung Bosnien-Herzegowinas formuliert wurde. Sollten die Serben der Republika Srpska dies tats&auml;chlich durchsetzen, w&auml;ren zwei Jahrzehnte westlicher Anstrengungen, Bosnien-Herzegowina auf westliche Linie zu bringen, umsonst gewesen. Und genau das ist der Kern der gegenw&auml;rtigen Krise und der wachsenden Aufregung in Berlin und Br&uuml;ssel. Hierdurch erkl&auml;rt sich auch die Heftigkeit der verbalen Angriffe auf die Serben Bosnien-Herzegowinas.<\/p><p>So konstruiert die Bundesregierung, wohlwollend begleitet durch deutsche &bdquo;Leit&ldquo;medien, das Narrativ, die Republika Srpska und ihr prominentester Politiker Milorad Dodik strebten eine Sezession an.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Die ehemalige Merkel-Regierung schickte k&uuml;rzlich noch ihren Staatsminister Michael Roth aus dem Ausw&auml;rtigen Amt nach Bosnien-Herzegowina, um dort den prowestlichen Kurs als alternativlos zu verteidigen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<i>Die aktuelle Situation in Bosnien und Herzegowina ist frustrierend und gef&auml;hrlich f&uuml;r Frieden und Stabilit&auml;t in ganz Europa. Rufe nach Abspaltung sowie die Schw&auml;chung des Gesamtstaats durch R&uuml;ckzug aus gesamtstaatlichen Institutionen sind verantwortungslos und inakzeptabel. Sie lenken von den eigentlichen Aufgaben der politisch Verantwortlichen ab, n&auml;mlich von der &uuml;berf&auml;lligen Umsetzung der f&uuml;r die EU-Ann&auml;herung n&ouml;tigen Reformen. Hier sind Fortschritte im Interesse der Menschen im Land und der wirtschaftlichen Entwicklung dringend erforderlich.<\/i><\/p>\n<p><i>Deutschland steht fest an der Seite derjenigen Menschen in Bosnien und Herzegowina, die sich f&uuml;r eine demokratische, rechtsstaatliche und europ&auml;ische Zukunft des Landes einsetzen. Diesen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern m&ouml;chte ich Mut machen und den R&uuml;cken st&auml;rken.&ldquo;<\/i>[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Im Umkehrschluss bedeutet diese Aussage, dass die Menschen, die sich nicht im glorreichen Westen w&auml;hnen m&ouml;chten, nicht demokratisch, nicht rechtsstaatlich und nicht europ&auml;isch gesinnt seien und auch noch den Frieden und die Stabilit&auml;t gef&auml;hrdeten.<\/p><p>Solchen Menschen kann man dann auch nicht demokratische und rechtsstaatliche Instrumente anvertrauen &ndash; &bdquo;missbrauchen&ldquo; sie diese doch f&uuml;r ihre eigenen Zwecke. Wie gut, dass es das Amt des &bdquo;Hohen Repr&auml;sentanten&ldquo; noch gibt.<\/p><p>Eine besondere Perle deutscher medialer Propaganda gegen die bosnischen Serben ist sicherlich jener Beitrag der Zeit-Online unter dem Titel: <i>&bdquo;<\/i><i>Barack Obama, &uuml;bernehmen Sie&ldquo;<\/i>. Nicht nur, dass der deutsche &bdquo;Hohe Repr&auml;sentant&ldquo; als politisches Leichtgewicht, was er tats&auml;chlich auch ist, abgemeiert wird und DIE ZEIT angesichts der brenzligen Lage auf dem Balkan den ehemaligen US-Pr&auml;sidenten B. Obama als neuen Statthalter des Westens in Bosnien-Herzegowina einfordert. <\/p><p>Nein, ganz in kolonialistischer Tradition wird auch noch mal klargestellt, wer auf dem Balkan mitmischen darf bzw. das Sagen haben muss und wer nicht: <\/p><p>&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bosnien-und-herzegowina\"><i>Bosnien<\/i><\/a><i> steht am Rande von Aufl&ouml;sung und B&uuml;rgerkrieg. &Auml;u&szlig;ere M&auml;chte mischen sich ein: Russland und China, Ungarn und Serbien.&ldquo;<\/i>[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Wie gut doch, so muss man ironisch anmerken, dass Deutschland, die EU, die USA und die NATO keine &bdquo;&auml;u&szlig;eren M&auml;chte&ldquo; sind und sich auch nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen, sondern ausschlie&szlig;lich die UN-Charta als einzige Quelle ihrer au&szlig;enpolitischen Entscheidungen zu Grunde legen.<\/p><p>Titelbild: PredragLasica \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Siehe auch FAZ: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/aufsichtsbehoerde-in-bosnien-ohne-demokratische-kontrolle-17451828.html#void\">faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/aufsichtsbehoerde-in-bosnien-ohne-demokratische-kontrolle-17451828.html#void<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/413827.christian-schmidt-statthalter-auf-dem-abstellgleis.html\">jungewelt.de\/artikel\/413827.christian-schmidt-statthalter-auf-dem-abstellgleis.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] &bdquo;Au&szlig;enminister Heiko Maas im Interview mit dem Internet-Portal Klix.ba&ldquo;, 11.11.2021 &ndash; Interview, <a href=\"https:\/\/sarajewo.diplo.de\/ba-de\/aktuelles\/heiko-maas-klix\/2495484\">sarajewo.diplo.de\/ba-de\/aktuelles\/heiko-maas-klix\/2495484<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] &bdquo;Europa-Staatsminister Roth reist zu politischen Gespr&auml;chen nach Bosnien und Herzegowina&ldquo; &ndash; 30.11.2021 &ndash; Pressemitteilung <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/roth-bih\/2498450\">auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/roth-bih\/2498450<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] &bdquo;Barack Obama, &uuml;bernehmen Sie&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-11\/bosnien-buergerkrieg-eu-balkan-voelkermord-republik-srpska-serbien\">zeit.de\/politik\/ausland\/2021-11\/bosnien-buergerkrieg-eu-balkan-voelkermord-republik-srpska-serbien<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geo-politischen und -&ouml;konomischen Rivalit&auml;ten zwischen dem Westen einerseits und Russland sowie China andererseits dominieren zunehmend die internationale politische Agenda. Die Qualit&auml;t dieser Rivalit&auml;ten hat mit Blick auf das Verh&auml;ltnis des Westens zu Russland l&auml;ngst wieder die eines Kalten Krieges, Kalter Krieg 2.0, angenommen. Auch die Spannungen mit China gehen in diese Richtung:<br \/> Der Westen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78780\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":78781,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107],"tags":[3169,2230,379,3024,2102,1268,466,259,1203,2203],"class_list":["post-78780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","tag-balkan","tag-bosnien","tag-china","tag-ethnische-minderheiten","tag-geostrategie","tag-kalter-krieg","tag-nato","tag-russland","tag-separatismus","tag-serbien"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/shutterstock_2052921740.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78780"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79195,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78780\/revisions\/79195"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/78781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}