{"id":78940,"date":"2021-12-14T10:00:25","date_gmt":"2021-12-14T09:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940"},"modified":"2022-02-14T11:49:23","modified_gmt":"2022-02-14T10:49:23","slug":"mrna-impfstoffe-sind-ein-sich-selbst-erhaltender-absatzmarkt-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940","title":{"rendered":"\u201emRNA-Impfstoffe sind ein sich selbst erhaltender Absatzmarkt.\u201c (2\/3)"},"content":{"rendered":"<p>S&auml;mtliche bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe sind eindimensional auf ein einziges Protein des Sars-Cov2-Virus ausgerichtet. Eine Impfstrategie, die die gesamte Bev&ouml;lkerung mit diesen Impfstoffen immunisiert, provoziert Mutationen, die dazu f&uuml;hren, dass die Impfung schon bald nicht mehr sch&uuml;tzt. &Uuml;ber diese und andere Fragen hat <strong>Jens Berger<\/strong> von den NachDenkSeiten mit dem Pharma-Forscher <strong>Dr. Stefan Tasler<\/strong> gesprochen. Tasler ist seit 20 Jahren in der Biotech-Branche t&auml;tig und war drei Jahre lang Leiter einer Tochterfirma von BioNTech. Im zweiten Teil des Gespr&auml;chs geht es um die Fehler der deutschen Impfstrategie und den kommenden Totimpfstoff von Valneva. Aufgrund des Umfangs ist das Interview in drei Teile unterteilt, die in den n&auml;chsten Tagen bei uns erscheinen. Wer ungeduldig ist oder das Interview ausdrucken und an Freunde und Bekannte weitergeben will, sollte sich gerne unsere <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/211213-Tasler-Interview-komplett-NDS-JB-1.pdf\">PDF-Version<\/a> des Gespr&auml;chs anschauen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3228\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-78940-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=78940-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211213_mRNA_Impfstoffe_sind_ein_sich_selbst_erhaltender_Absatzmarkt_Teil_II_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Die drei Teile des Interviews:<\/strong>\n<p>1\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">Wir haben mit der aktuellen Impfstrategie eine gem&auml;hte Wiese f&uuml;r die Etablierung von Mutationen geschaffen, die dem Impfprinzip entkommen<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>2\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">mRNA-Impfstoffe sind ein sich selbst erhaltender Absatzmarkt.<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>3\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">Hier liegen fahrl&auml;ssige und weitreichende Vers&auml;umnisse vor<\/a>&ldquo;\n<\/p><\/div><p><strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">Im ersten Teil<\/a> unseres Gespr&auml;chs ging es um Mutationen des SARS-CoV2-Virus. Eine Ihrer Kernaussagen war es, dass wir durch die Impfung mit Vektor- und mRNA-Impfstoffen, die das Immunsystem jeweils nur auf ein einziges Protein des Virus trainieren, die Etablierung von Mutationen an genau diesem Protein provozieren, die dann letztlich den Impfschutz aushebeln k&ouml;nnen. In der Wissenschaft spricht man da von Escape-Mutationen. Wird die Gefahr nicht auch in hohem Ma&szlig;e dadurch provoziert, dass man nicht nur die sogenannten Risikogruppen, sondern die gesamte Bev&ouml;lkerung bis hin zu den Kindern impft?<\/strong><\/p><p>Auf jeden Fall. Deshalb hatte ich auch im Juni die Gesundheitsexperten der Parteien des Bundestags und der Bayerischen Staatsregierung angeschrieben. Der Sommer stand vor der T&uuml;r und wir wissen ja von vergleichbaren Krankheiten, dass die Infektionszahlen in der Regel im Sommer zur&uuml;ckgehen. Daher h&auml;tte man die Sommerpause nutzen m&uuml;ssen, um die Impfstrategie vollkommen zu &auml;ndern und damit aufzuh&ouml;ren, die komplette Bev&ouml;lkerung durchzuimpfen. Dies erh&ouml;ht das Risiko f&uuml;r Escape-Mutationen um ein Vielfaches, da noch breitfl&auml;chiger derselbe Selektionsdruck aufgebaut wird. Jetzt auch noch die Kinder mit in das Impfprogramm aufzunehmen, ist nicht nur fahrl&auml;ssig, sondern aufgrund der Datenlage v&ouml;llig unhaltbar. Allerdings wird der Ansatz offenbar breitfl&auml;chig getragen und jetzt wird auch noch sozialer Druck auf die Kinder ausge&uuml;bt. <\/p><p>Ich habe selber zwei Kinder, die sind 13 und 16. Meine Tochter ist geimpft, da sie gesagt hat, ich m&ouml;chte mein Leben zur&uuml;ck. Das war im Sommer. Sie hatte dann auch eine recht heftige Entz&uuml;ndungsreaktion im K&ouml;rper. Meinem Sohn, der ist 13, wurde jetzt schon angedeutet, dass er ungeimpft ab Neujahr wohl nicht mehr zum Basketball gehen kann. Nat&uuml;rlich sagen die jetzt &bdquo;Papa, ich will geimpft werden.&ldquo; Da ist es dann ganz egal, welche Argumente ich anf&uuml;hre. Man beraubt sie ihrer Sozialkontakte und ihrer M&ouml;glichkeiten und sagt: &bdquo;Ach, was soll denn da schon passieren&ldquo;. Es ist in meinen Augen ein gro&szlig;es soziales Verbrechen, &uuml;ber psychologischen Druck ein Ziel zu erreichen, das von der Definition her von vorneherein schon falsch war. <\/p><p>Ich will aber noch mal ganz klar unterstreichen: Ich bin ein Impfbef&uuml;rworter. Impfungen haben sehr viel Gutes geschafft; aber fl&auml;chendeckend in der Regel halt nur in Situationen, in denen die Geimpften keine &Uuml;bertr&auml;ger mehr waren. Dadurch kann man tats&auml;chlich ein Virus an den Rand der Ausrottung bringen.  <\/p><p><strong>Haben Sie auf Ihr Schreiben an die Gesundheitsexperten der Parteien eigentlich eine Antwort bekommen?<\/strong><\/p><p>Das Schreiben stie&szlig;, wie ich leider auch erwartet hatte, nicht wirklich auf viel Resonanz. Einen Monat sp&auml;ter bekam ich genau eine Antwort, die war von der Servicestelle im Bayerischen Staatsministerium f&uuml;r Gesundheit und Pflege. Auch wenn ausf&uuml;hrlich geantwortet wurde, so hatte sich dort aber meiner Wahrnehmung nach niemand tiefgr&uuml;ndig mit meinen Ableitungen besch&auml;ftigt. Anfang November schrieb ich daher ein zweites Mal an dieselben Politiker, erweiterte aber auch meinen Kreis der Empf&auml;nger, was letztendlich zur Kontaktaufnahme durch und ein Gespr&auml;ch mit Frau Wagenknecht gef&uuml;hrt hatte, wof&uuml;r ich ihr sehr dankbar bin.<\/p><p><strong>Was h&auml;tte man im Fr&uuml;hsommer anders machen m&uuml;ssen?<\/strong><\/p><p>Wenn man im Mai oder Juni gesagt h&auml;tte, wir haben nun die vulnerablen Personen mit einem Schutz versehen, dann h&auml;tte man bei anderen Gruppen wie den Kindern, den Jugendlichen, aber auch den jungen Erwachsenen meiner Meinung nach auch durchaus eine Infektion riskieren k&ouml;nnen. Die beste nachhaltige Abwehr gegen ein Virus ist immer noch die nat&uuml;rliche Infektion. Da kommen wir mit keinem Impfprinzip ran. <\/p><p>Die n&auml;chste Frage w&auml;re: Wie kam man auf die unhaltbare Idee, auf die Genesenen noch einmal draufimpfen zu m&uuml;ssen? Das hat mit Logik nichts mehr zu tun &ndash; und ich f&uuml;r mich konnte da nur zwei m&ouml;gliche Gr&uuml;nde ausmachen. Der eine ist ganz simpel der weitere Absatzmarkt. Der zweite Grund w&auml;re der viel b&ouml;swilligere und fatalere &ndash; nach den ganzen Versprechen, die man am Anfang get&auml;tigt hatte, durfte am Ende nicht vielleicht herauskommen, dass der Genesene besser gesch&uuml;tzt w&auml;re als der Geimpfte. Also mache ich mir im Grunde den Genesenenpool zunutze und gliedere ihn in den Geimpftenpool mit ein und schon habe ich bei der Auswertung nur noch ungeimpft und geimpft und die Genesenen fallen gar nicht mehr auf. Das ist sehr b&ouml;swillig und w&uuml;rde klaren Vorsatz voraussetzen. Aber die Entwicklung des Umgangs mit der Pandemie l&auml;sst einen schon mal auch in solche Richtungen spekulieren. Aber ich kann mir pers&ouml;nlich nicht erkl&auml;ren, wie man auch nur auf die Idee kommen kann, einem Genesenen nach sechs Monaten die Rechte abzuerkennen und ihnen zu sagen, ihr m&uuml;sst jetzt draufimpfen.<\/p><p><strong>Christian Drosten hatte mal die Infektion nach einer Impfung als &bdquo;nat&uuml;rlichen Booster&ldquo; bezeichnet, der &bdquo;vermutlich eine breite und weiterreichende Immunantwort ausl&ouml;sen k&ouml;nnte&ldquo;. Da stellt sich nat&uuml;rlich die Frage, warum dies nur f&uuml;r eine Infektion nach einer Impfung gelten sollte, wenn die Infektion die weitreichendste Immunantwort ausl&ouml;st.<\/strong><\/p><p>Richtig, aber es ist nat&uuml;rlich ein valider Ansatz, zumindest die schweren Verl&auml;ufe bei anf&auml;lligen Menschen durch die Impfung einzud&auml;mmen. Das machen wir bei der Influenza-Impfung ja auch so, in der auch nur gegen jeweils ein antigenes Protein der schwerwiegendsten Virus-Varianten der Vorsaison geimpft wird. Diese Impfung nehmen aber nur rund zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung an und werden in der Regel auch nur f&uuml;r vulnerable Bev&ouml;lkerungsgruppen empfohlen. Zu den Influenza-Impfungen ist ja aus der Fachliteratur durchaus zu entnehmen, dass diese die Etablierung von Mutationen beschleunigt &ndash; und hier sieht man diesen Effekt bereits bei einer Impfquote von nur zehn Prozent bezogen auf die gesamte Bev&ouml;lkerung. Gegen Influenza impft man in der Regel nur im Herbst kurz vor der n&auml;chsten Grippesaison, da man wei&szlig;, dass dieser auf Antik&ouml;rpern basierende Schutz nach drei bis sechs Monaten nachl&auml;sst und man keinen l&auml;ngeren Schutz garantieren kann. Die Fakten liegen also auf dem Tisch. Man hat jedoch nicht aus ihnen gelernt. Wie kann man da so vehement die ganze Bev&ouml;lkerung impfen wollen, wenn bereits bei zehn Prozent diese Effekte auftauchen? Ganz ehrlich, ich verstehe das nicht.<\/p><p><strong>Kommen wir zur Impfstrategie zur&uuml;ck. Hier gibt es durchaus Unterschiede zwischen Deutschland und L&auml;ndern wie Gro&szlig;britannien oder Schweden. In Gro&szlig;britannien wurde hinter dem PR-Rummel um den &bdquo;Freedom-Day&ldquo; von den wissenschaftlichen Beratern der Johnson-Regierung ja sehr rational argumentiert. Man wolle im Sommer, wo der Infektionsdruck ohnehin gering ist, die Z&uuml;gel lockerer lassen, auch um m&ouml;glichst viele nat&uuml;rliche Infektionen zuzulassen. &bdquo;Wer sich im Sommer infiziert, kann im Winter keine Intensivstation blockieren&ldquo;, so der britische Gesundheitsminister. Die aktuellen Zahlen weisen darauf hin, dass dieses Experiment gegl&uuml;ckt ist. W&auml;hrend in Deutschland Krankenh&auml;user und Intensivstationen regional volllaufen, ist die Situation im britischen Gesundheitssystem entspannt. R&auml;cht sich in Deutschland jetzt die Strategie der Politikberater und Politiker, die ja in gro&szlig;er Zahl der &bdquo;Zero-Covid-Fraktion&ldquo; angeh&ouml;ren und die stets &ndash; auch im Sommer &ndash; nur darauf aus waren, die Inzidenzen so klein zu halten, wie es nur irgendwie geht?<\/strong> <\/p><p>Vornweg &ndash; ich bin dieser Tage froh, dass ich kein Politiker bin, sondern Wissenschaftler. Auf dem Rei&szlig;brett kann ich mir leicht verschiedene Szenarien auslegen, aber hier &bdquo;spielt&ldquo; man ja letztlich mit Bev&ouml;lkerungsgruppen oder gar der ganzen Bev&ouml;lkerung. In meinen Augen w&auml;re es zu leicht, nur auf die Krankenhauseinweisungen zu schauen und dann zu sagen &ndash; das System hat funktioniert. Andererseits bin ich aber ganz klar der Meinung, dass dies in Gro&szlig;britannien der intelligentere Ansatz gewesen sein d&uuml;rfte. In einer Jahreszeit, in der das Gesundheitssystem dies zul&auml;sst, w&uuml;rde auch ich die Schaffung Genesener erlauben &ndash; aus Nicht-Risikogruppen versteht sich. Allein schon, weil durch eine Infektion der breitere und auch nachhaltigere Immunschutz entsteht. Bei der nat&uuml;rlichen Immunisierung richtet sich das Immunsystem auf das gesamte Antigen-Ensemble eines Virus aus und nicht nur auf ein bestimmtes Protein wie bei der aktuellen Impfung. <\/p><p>Das hat jetzt &uuml;brigens auch der Totimpfstoff von Valneva gezeigt. In der klinischen Studie hat man sich die T-Zell-Reaktivit&auml;t in einer Teilgruppe der Probanden angeschaut. Das ist in meinen Augen der wesentlich zielf&uuml;hrendere Ansatz, als auf Antik&ouml;rper-Titer zu gehen. Es sind am Ende eher die T-Zellen, die uns den langfristigen Schutz bieten werden. Da hat man nun herausgefunden, dass nach der Impfung die T-Zellen auf alle drei Oberfl&auml;chen-Proteine vom Virus reagieren &ndash; nicht in gleichem Ma&szlig;e f&uuml;r jedes Protein, aber doch als Portfolio an Abwehrm&ouml;glichkeiten. Wenn nun also eine Mutation beispielsweise das Spike-Protein so ver&auml;ndert, dass mein Immunsystem es nicht mehr erkennt, gibt es immer noch zwei weitere Oberfl&auml;chenproteine, die vom Immunsystem erkannt werden k&ouml;nnen und eine Bek&auml;mpfung des Virus ausl&ouml;sen. Ich w&uuml;rde also dem eindimensionalen Selektionsdruck entkommen, weil sich diese Einfachmutation nicht durchsetzen kann, da mein K&ouml;rper ja immer noch andere Waffen gegen das Virus hat. Daher verstehe ich auch nicht, warum die klinischen Studien und die Review-Verfahren der Totimpfstoffe von Sinovac und Valneva im Vergleich zu denen der ersten Generation an Impfungen so lange brauchen &ndash; abgesehen davon nat&uuml;rlich, dass der Pool an ungeimpften Probanden drastisch geschrumpft ist, aus dem diese Studien bedient werden k&ouml;nnen. Au&szlig;er der Infektion sind die Totimpfstoffe meiner Meinung nach der einzige Weg, dem aktuellen Teufelskreis zu entkommen.<\/p><p><strong>Leider sind die Produktionskapazit&auml;ten von Valneva ja auch begrenzt und die von der EU bestellten Impfdosen reichen auch nicht aus, um aus diesem Impfstoff einen &bdquo;Game Changer&ldquo; zu machen.<\/strong> <\/p><p>Die Frage der breitfl&auml;chigen Anwendung hat sich ja bereits er&uuml;brigt. Wir m&uuml;ssen aktuell nicht allen B&uuml;rgern den Totimpfstoff anbieten, schlie&szlig;lich haben wir bereits 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung mit einem anderen Impfprinzip durchgeimpft. Die sind zwar in der Zukunft nicht mehr so gut gesch&uuml;tzt, aber man m&uuml;sste hier auch zun&auml;chst kl&auml;ren, was in dieser Population das Immunsystem anstellt, wenn sie jetzt den Totimpfstoff obendrauf bekommen. Der Totimpfstoff hat ja ein klassisches Spike-Protein, auf das das Immunsystem der mRNA-Geimpften programmiert ist. Unser Immunsystem w&uuml;rde also wahrscheinlich umgehend auf diesen Impfstoff reagieren, weil es das bekannte Spike-Protein erkennt, und w&uuml;rde durch den schnellen Angriff auf diese Partikel die nat&uuml;rliche und breitere Antrainierung unserer Immunabwehr auf die anderen Oberfl&auml;chenproteine dieses Impfstoffs drastisch reduzieren, da unser K&ouml;rper damit anf&auml;ngt, die Partikel des Totimpfstoffs zu eliminieren. Somit w&auml;re eine Ausbildung eines mehrdimensionalen Schutzes &uuml;ber verschiedene antigene Proteine eventuell zeitlich durch die rasche Erkennung des Spike-Proteins nicht mehr so effizient wie bei einem Ungeimpften &ndash; wenngleich sicherlich die Antwort auf das Spike-Protein auch mit dieser Impfvariante geboostert werden k&ouml;nnte. Man m&uuml;sste hier also noch wissenschaftlich zeigen, ob die breiter aufgestellte Immunantwort auch dann gebildet wird, wenn man VLA2001 einem Spike-Vorgeimpften spritzt. F&uuml;r mich ist der Totimpfstoff also prim&auml;r die Chance, den Nicht-Geimpften und Nicht-Genesenen eine Impfung anzubieten.  <\/p><p><strong>Also m&uuml;sste man eigentlich im n&auml;chsten Schritt eine Version 2.0 von Valneva entwickeln, bei der das Spike-Protein so ver&auml;ndert wurde, dass der K&ouml;rper der mRNA-Geimpften nicht den Impfstoff bek&auml;mpft.<\/strong><\/p><p>Das w&uuml;rde ja automatisch der Fall sein, wenn eine n&auml;chste Totimpfstoff-Entwicklung auf einer Escape-Mutation aufgesetzt wird, die sich ja bereits schon manifestieren.  Man hat der Entfaltung des vollen Potenzials der Totimpfstoffe durch die Vorimpfung durch mRNA-Impfstoffe aber sicher Steine in den Weg gelegt. <\/p><p><strong>Und was sagen Sie zum Problem &ndash; vielleicht es ja auch gar keines &ndash; der Adjuvantien, die den Totimpfstoffen beigemengt werden m&uuml;ssen? Bei Valneva kommt ja ein Adjuvans namens CpG 1018 zum Einsatz, das meines Wissens bislang auch nur in einem Hepatitis-Impfstoff eingesetzt wurde und ebenfalls als experimentell gelten kann. Gibt es da potenzielle Gefahren? Ich denke da zum Beispiel an die Schweinegrippe-Impfstoffe, bei denen die Adjuvantien ja eine sehr negative Rolle gespielt haben.<\/strong><\/p><p>Ja, es gibt immer potenzielle Gefahren durch Stoffe, die dem K&ouml;rper zugef&uuml;hrt werden, die nicht langj&auml;hrig erprobt sind. In unserer Branche m&uuml;ssen die Firmen immer etwas Innovatives in einer Medikation vorweisen, so dass sie einen Patentschutz auf die Impfstoffe bekommen k&ouml;nnen. Und so haben auch Firmen eine Technologie-Plattform um Adjuvantien aufgebaut, was dazu f&uuml;hrt, dass eben auch neuere Adjuvantien in Impfdosen verarbeitet werden &ndash; was aber auf keinen Fall per se schlecht ist. Jetzt kommen bei diesem Impfstoff ja auch Aluminiumsalze als Adjuvans zum Einsatz und dann wird sicher wieder argumentiert, dass Aluminiumsalze in Deo-Stiften nicht enthalten sein sollen und nun kommen sie in die Spritze. So was muss man aber immer im Kontext sehen. Das eine ist eine topische Daueranwendung ohne echte medizinische Notwendigkeit, das andere kommt ein- oder zweimal, je nachdem, wie oft geimpft wird, intramuskul&auml;r in den K&ouml;rper. Das sind kleinste Mengen, die unser Immunsystem strukturell herausfordern und ja, so was kann Nebenwirkungen haben. Andererseits sind diese Aluminiumsalze aber auch seit Jahrzehnten im Einsatz. Daher w&uuml;rde ich das zun&auml;chst einmal nicht so kritisch sehen. <\/p><p>Das CpG als Adjuvans in Valnevas VLA2001 ist jedoch was anderes. In einem seiner Beitr&auml;ge hat Herr Dr. Wodarg wieder betont, das sei gef&auml;hrlich, weil gentechnisch &ndash; das wird ja heute f&uuml;r alles genommen, was b&ouml;se sein soll. Aber bitte, therapeutische humanisierte Antik&ouml;rper, die heute klinisch eingesetzt werden, werden gentechnisch hergestellt &ndash; soll ich die deshalb verteufeln? Da muss man wirklich vom Vokabular her aufpassen. Das CpG ist eine Nukleotid-Sequenz aus DNA-Bausteinen &ndash; das ist per se aber nichts Schlimmes, wenn man wei&szlig;, was damit bezweckt werden soll. Die CpG-Einheiten sind im menschlichen Genom sehr selten, und dann meist auch noch modifiziert &ndash; aber in viralen Genomen kommen diese Einheiten deutlich h&auml;ufiger und unmodifiziert vor. Und f&uuml;r genau solche viralen Nucleotidsequenzen hat der menschliche K&ouml;rper Rezeptoren, die darauf mit einer Art &bdquo;Hallo-Wach-Signal&ldquo; f&uuml;r das Immunsystem reagieren. Dieses CpG ist nun ein Stoff, der die Struktureinheit eines viralen Genoms imitieren soll und so das Immunsystem aktiviert. Das ist ja generell auch die Idee eines Adjuvans, so wird die Immunantwort auf den gleichzeitig gegebenen Impfstoff verst&auml;rkt. <\/p><p>Daher finde ich das Konzept wissenschaftlich sehr gut nachzuvollziehen. Doch so charmant ich den Ansatz finde &ndash; das hei&szlig;t nicht, dass es keine Nebenwirkungen geben k&ouml;nnte. Genau deshalb muss man sich auch solche Impfstoffe immer ganz genau anschauen. Ich habe auch keine Ahnung, wie ein Aluminiumsalz-Adjuvans zusammen mit einem CpG1018 gegeben wirkt. Das ist auch bei dem Hepatitis-B-Impfstoff, den Sie genannt haben, Heplisav-B, so nicht in Kombination enthalten, wenn ich das richtig im Kopf habe. Dort haben Sie nur CpG als Adjuvans verwendet. Dieser Impfstoff wurde jedoch in einer Vergleichsstudie mit dem Konkurrenz-Impfstoff Engerix-B, der ein Aluminiumsalz als Adjuvans enth&auml;lt, bez&uuml;glich der Nebenwirkungen verglichen und es wurden vergleichbare Nebenwirkungsprofile festgestellt. Man kann also zumindest sagen, dass das CpG allein kein Todbringer ist. Ob es jetzt der Heilbringer ist, wage ich aufgrund der Datenlage jedoch auch nicht zu sagen. <\/p><p>Ich pers&ouml;nlich sehe jedoch die Fragezeichen und die Risiken bei den mRNA-Impfstoffen drastisch h&ouml;her als bei diesem Adjuvans. <\/p><p><strong>Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang eigentlich die Proteinimpfstoffe? Mit Novavax ist da ja auch ein Kandidat in der Zulassung, der in den Medien h&auml;ufig mit Totimpfstoffen wie dem von Valneva in einem Atemzug genannt wird.<\/strong><\/p><p>Ja, das ist ganz falsch und es ist tats&auml;chlich immer wieder zu lesen, dass dies ein Totimpfstoff w&auml;re. Die Proteinimpfstoffe sind im Grunde bez&uuml;glich der Antigen-Pr&auml;sentation SARS-CoV2-adaptierte Versionen der Influenza-Impfstoffe. In beiden F&auml;llen wird wieder nur ein antigenes Protein pro Virustyp mit der Impfung gespritzt &ndash; was, wie vorher schon beschrieben, mit dem Problem der raschen Etablierung von Escape-Mutation versehen ist, diese generieren also den gleichen einseitigen Selektionsdruck wie die Vektor- und mRNA-Impfstoffe. Diese Impfstoff-Klasse wurde f&uuml;r Influenza ausgew&auml;hlt, da die Produktion schneller und leichter ist. Man kann so jedes Jahr neue Versionen des Impfstoffes anbieten. Aber wie schon fr&uuml;her erw&auml;hnt: Bei der Grippeimpfung geht es nur um einen kleinen Teil der Bev&ouml;lkerung und nicht um die gesamte Population und man sieht die strategischen intrinsischen Probleme dieses Ansatzes ja bereits bei der Impfung dieses kleinen Bev&ouml;lkerungsteils. Proteinimpfstoffe haben jedoch den Vorteil, dass es sich hier um ein bekanntes Impfprinzip handelt, das nicht &ndash; um es vorsichtig zu formulieren &ndash; die gro&szlig;e Batterie an Fragezeichen der mRNA-Impfstoffe mit sich bringt. Wenn wir also keine Totimpfstoff-Alternative h&auml;tten, w&uuml;rde ich den Proteinimpfstoff dem mRNA-Impfstoff aktuell immer vorziehen. Wenn ich aber die Alternative der Totimpfstoffe habe, w&uuml;rde ich auf gar keinen Fall mit einem Proteinimpfstoff, der wieder nur eindimensional ein antigenes Protein abdeckt, in die gleiche Selektionsdruck-Falle hineinlaufen, in der wir jetzt schon mit den Vektor- und mRNA-Impfstoffen stecken. <\/p><p><strong>Womit wir auch einen Blick auf die betriebswirtschaftliche Seite werfen sollten. Das Konzept sich st&auml;ndig wiederholender Booster-Impfung bei den mRNA-Impfstoffen scheint hier doch zumindest in diesem Punkt durchaus durchdacht zu sein.<\/strong><\/p><p>Ob durchdacht sei dahingestellt, aber derzeit etablieren sich die mRNA-Impfstoffe als ein selbsterhaltender Absatzmarkt. Das sind auch die Worte, die ich exakt so im Juni an die Gesundheitsexperten im Bundestag geschrieben habe. Der Impfschutz h&auml;lt &auml;hnlich wie beim Grippe-Impfstoff wohl f&uuml;nf bis sechs Monate. Und dann stellt sich halt die Frage nach dem Rest-Konzept, wie Sie es vorhin beschrieben haben. Man kann sich sagen, im Sommer passiert in der Regel in Bezug auf virale Infektionen in unseren Breiten ohnehin nicht viel, da erlaube ich dann auch eine gewisse Grundimmunisierung der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber Infektion. Und dann w&uuml;rde ich im Herbst &auml;hnlich wie bei der Grippe-Impfung die Menschen mit einem Impfstoff boostern, dessen Protein angepasst ist an die Mutationen des Vorjahrs. <\/p><p>Da kommt dann aber ein Punkt hinzu, der in der Fachliteratur zu den Grippe-Impfungen beschrieben ist: Wenn regelm&auml;&szlig;ig diese Art von Impfungen vorgenommen wird, scheint das Immunsystem von Mal zu Mal weniger auf die Impfung zu reagieren. Man hat also vielleicht nicht die M&ouml;glichkeit, den Menschen permanent und wiederholt einen RNA-Booster zu verabreichen. Es ist also fraglich, ob hier mit Sinn und Verstand eine Strategie aufgesetzt wurde, die wirklich der Menschheit nachhaltig gegen ein Virus helfen soll. Im Moment hat man vielmehr einen selbsterhaltenden Absatzmarkt geschaffen. Mit den gleichen &ndash; nicht angepassten &ndash; Impfstoffen jetzt obendrauf zu gehen, entbehrt in meinen Augen jeder Vernunft. Ja, wir werden sehr wahrscheinlich immer noch einen tempor&auml;ren teilweisen Schutz vor schweren Krankheitsverl&auml;ufen sehen, aber wir verschieben die Entscheidung &uuml;ber eine &Auml;nderung der Impfstrategie nur um ein weiteres halbes Jahr, denn dann wird es durch die Anpassung des Virus wieder zu &bdquo;Impfdurchbr&uuml;chen&ldquo; kommen. Diese sind auch eigentlich keine Impfdurchbr&uuml;che, sondern die ganz normale Weiterentwicklung des Systems. <\/p><p><em>Lesen Sie hier auch den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">dritten Teil<\/a> des Interviews.<\/em><\/p><p><em>Dr. Stefan Tasler hat seine Promotion in Organischer Chemie absolviert und arbeitet seit 20 Jahren in der Biotech-Branche im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung und -entwicklung. In dieser Zeit hat er sich intensiv mit der Funktion des Immunsystems im Kontext von Autoimmunerkrankungen besch&auml;ftigt, wurde sp&auml;ter Forschungsleiter. Von 2016-2019 leitete er in einer Doppelspitze eine kleine Tochterfirma der BioNTech, bevor er als Vice President Drug Discovery &amp; Development in den Bereich der Alzheimer-Forschung wechselte.<\/em><\/p><p>Titelbild: creativeneko\/shutterstock.com<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/a4e0306052474d778acf251b06433430\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S&auml;mtliche bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe sind eindimensional auf ein einziges Protein des Sars-Cov2-Virus ausgerichtet. Eine Impfstrategie, die die gesamte Bev&ouml;lkerung mit diesen Impfstoffen immunisiert, provoziert Mutationen, die dazu f&uuml;hren, dass die Impfung schon bald nicht mehr sch&uuml;tzt. &Uuml;ber diese und andere Fragen hat <strong>Jens Berger<\/strong> von den NachDenkSeiten mit dem Pharma-Forscher <strong>Dr. Stefan<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":78897,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,54,149,209],"tags":[712,3018,469,3165,2880,2269,3172,2834],"class_list":["post-78940","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gestaltete-pdf","category-gesundheitspolitik","category-interviews","tag-arzneimittel","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-grossbritannien","tag-immunitaet","tag-impfungen","tag-konformitaetsdruck","tag-tasler-stefan","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/211214_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78940"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78940\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79911,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78940\/revisions\/79911"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/78897"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}