{"id":78989,"date":"2021-12-15T10:30:40","date_gmt":"2021-12-15T09:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989"},"modified":"2022-02-14T11:47:08","modified_gmt":"2022-02-14T10:47:08","slug":"hier-liegen-fahrlaessige-und-weitreichende-versaeumnisse-vor-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989","title":{"rendered":"\u201eHier liegen fahrl\u00e4ssige und weitreichende Vers\u00e4umnisse vor\u201c (3\/3)"},"content":{"rendered":"<p>S&auml;mtliche bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe sind eindimensional auf ein einziges Protein des Sars-Cov2-Virus ausgerichtet. Eine Impfstrategie, die die gesamte Bev&ouml;lkerung mit diesen Impfstoffen immunisiert, provoziert Mutationen, die dazu f&uuml;hren, dass die Impfung schon bald nicht mehr sch&uuml;tzt. &Uuml;ber diese und andere Fragen hat <strong>Jens Berger<\/strong> von den NachDenkSeiten mit dem Pharma-Forscher <strong>Dr. Stefan Tasler<\/strong> gesprochen. Tasler ist seit 20 Jahren in der Biotech-Branche t&auml;tig und war drei Jahre lang Leiter einer Tochterfirma von BioNTech. Im dritten Teil des Gespr&auml;chs geht es um die Vers&auml;umnisse und Fahrl&auml;ssigkeiten bei der Zulassung der Impfstoffe und der Erfassung der Nebenwirkungen.  Aufgrund des Umfangs ist das Interview in drei Teile unterteilt. Wer das Interview ausdrucken und an Freunde und Bekannte weitergeben will, sollte sich gerne unsere <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/211213-Tasler-Interview-komplett-NDS-JB-1.pdf\">PDF-Version<\/a> des Gespr&auml;chs anschauen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7101\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-78989-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=78989-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211214_Hier_liegen_fahrlaessige_und_weitreichende_Versaeumnisse_vor_3_3_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Die drei Teile des Interviews:<\/strong>\n<p>1\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">Wir haben mit der aktuellen Impfstrategie eine gem&auml;hte Wiese f&uuml;r die Etablierung von Mutationen geschaffen, die dem Impfprinzip entkommen<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>2\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">mRNA-Impfstoffe sind ein sich selbst erhaltender Absatzmarkt.<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>3\/3 &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">Hier liegen fahrl&auml;ssige und weitreichende Vers&auml;umnisse vor<\/a>&ldquo;\n<\/p><\/div><p><em>Lesen Sie dazu auch den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">ersten<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">zweiten<\/a> Teil des Interviews auf den NachDenkSeiten.<\/em><\/p><p><strong>Die heute millionenfach verimpften Vektor- und mRNA-Impfstoffe von Herstellern wie AstraZeneca, BioNTech oder Moderna wurden in einem teleskopierten Verfahren zugelassen. F&uuml;r Au&szlig;enstehende sehen die Zulassungsstudien eher wie eine Ausschreibung aus. Man hatte ein klar definiertes Ziel und hat das gesamte Zulassungsverfahren so angepasst, dass die Impfstoffkandidaten dieses Ziel auch erf&uuml;llen. Sie kommen ja aus der Branche und haben Erfahrung mit derartigen Zulassungsstudien. T&auml;uscht dieser Eindruck?<\/strong> <\/p><p>Ich selbst arbeite seit 2 Jahrzehnten in der Biotech-Branche, war aber meist nur bis zur Phase I der klinischen Pr&uuml;fung in unsere Projekte involviert. Bei meiner derzeitigen Firma haben wir zwei Phase-II-Studien laufen. Ich kriege da zwar einiges mit, bin aber kein ausgewiesener Experte. Was man aber sieht, ist Folgendes: Wenn man Menschen mit einem neuen Wirkstoff behandeln will, muss man ein umfassendes Dossier erstellen und ein durchdachtes Studienprotokoll aufsetzen. Dabei gibt es einen klaren Fokus und explizit daf&uuml;r ausgelegte Guidelines, die weltweit anerkannt und vereinheitlicht und klar definiert sind: Das gesamte Konzept muss auf die Sicherheit des Patienten und sein Wohlergehen ausgelegt und gleichzeitig auch auf die maximale herausholbare Datenqualit&auml;t ausgerichtet sein. F&uuml;r den Probanden oder Patienten darf nur so wenig Risiko wie irgend m&ouml;glich in Kauf genommen werden, und es muss sichergestellt werden, dass &uuml;ber das Aussetzen eines Menschen gegen&uuml;ber einem gewissen Risiko dann auch die bestm&ouml;glichen Daten erhoben werden, um die anvisierte Aussage einer Studie zu st&uuml;tzen. Daf&uuml;r haben wir Ethik-Kommissionen, die sich dieses Protokoll anschauen und die Punkte der Patientensicherheit sehr genau evaluieren. Und wir haben eine zulassende Beh&ouml;rde, die in der Regel den Unternehmen auch weitergehende Auflagen bei einer Zulassung mit an die Hand geben kann und dies ggf. auch muss, um eventuelle Datenl&uuml;cken zu f&uuml;llen, wenn z.B. die Datenlage eine aktuelle dezidierte Risikoabsch&auml;tzung noch nicht voll unterst&uuml;tzt. Das sind genau die beiden Kontrollorgane, die daf&uuml;r sorgen m&uuml;ssen, dass so etwas, wie wir es jetzt gerade erleben m&uuml;ssen, eigentlich nicht passieren darf. <\/p><p>Es ist f&uuml;r mich ein R&auml;tsel, wie f&uuml;r einen so exploratorischen Impfstoff wie eine RNA offensichtlich derartige Ausnahmen geschaffen werden konnten. Diese mRNA-Technik wurde in der Art bislang keinem mir bekannten Zulassungsprozess unterzogen. BioNTech arbeitet seit Jahren mit der RNA-Technologie auf dem Gebiet der Krebsbehandlung &ndash; f&uuml;r eine solche Anwendung ein hochgradig intelligentes Konzept. Dort sind jedoch auch ganz andere Patientengruppen im Fokus, von denen einige oft wenig Alternativen haben, um noch ein l&auml;ngerfristiges &Uuml;berleben erm&ouml;glicht zu bekommen. Da kann ich die Risiken der RNA-Technik in einem ganz anderen Nutzen-Risiko-Verh&auml;ltnis betrachten, als wenn ich eine weitgehend gesunde Bev&ouml;lkerung durchimpfen will. Hier h&auml;tten beim Studiendesign ganz andere Anforderungen definiert werden m&uuml;ssen. Es kann eigentlich nicht sein, dass bei der Phase-III-Studie von z.B. Comirnaty nur die primary efficay als Wirksamkeitsdaten erhoben wurden, bei denen nur auftretende symptomatische Verl&auml;ufe gez&auml;hlt und am Ende dann der jeweiligen Placebo- bzw. Verumgruppe zugeordnet wurden. Diese Zahlen erfassen ja gar nicht echte Infektionszahlen, sondern wirklich nur die symptomatischen Verl&auml;ufe &ndash; nur wer beim Arzt diesbez&uuml;glich mit Symptomen vorstellig wurde, wurde auch gez&auml;hlt. Man h&auml;tte doch sicherlich ohne Probleme &ndash; von mir aus auch repr&auml;sentativ stichprobenartig &ndash; die Probanden in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden zum PCR-Test bitten und so &uuml;ber einen gr&ouml;&szlig;eren Zeitraum eine generelle Infizierbarkeit verfolgen k&ouml;nnen. Bei den get&auml;tigten Aussagen und Versprechen vor einem Jahr d&uuml;rfen solche tiefgreifenden Vers&auml;umnisse in meinen Augen ganz einfach nicht sein. Letztes Jahr wurden im August Tausende, die aus einem Flieger ausstiegen, mit Zwang PCR-getestet, also kann es nicht an mangelnder Umsetzbarkeit gescheitert sein. Weder von den Beh&ouml;rden noch den Kommissionen wurden augenscheinlich Protokoll oder die Datenlage zur Zulassung so weit hinterfragt, dass man ganz klare Auflagen zur Erhebung solcher Daten bekommen h&auml;tte. Eine Impfkampagne sp&auml;ter haben wir daher immer noch nicht verl&auml;ssliches Material an die Hand bekommen, mit dem wir das Risiko-Nutzen-Verh&auml;ltnis richtig absch&auml;tzen k&ouml;nnten. Auf welcher Datenlage kann denn da eine finale Zulassung vern&uuml;nftig diskutiert werden? Da wurde in meinen Augen maximal fahrl&auml;ssig gehandelt. <\/p><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie sich diese Vers&auml;umnisse?<\/strong><\/p><p>Ich kann hier nur spekulieren. Aber es gab gro&szlig;en politischen und gesellschaftlichen Druck, unter dem offensichtlich gewisse Notwendigkeiten etwas lockerer ausgelegt wurden.<\/p><p><strong>Man suchte anscheinend ein Licht am Ende des Tunnels und sei es auch ein Irrlicht. Vor allem sollte ja nicht die Nicht-Infektiosit&auml;t der Geimpften infrage gestellt werden. Sonst h&auml;tte man ja das eigene Narrativ des &bdquo;Sich frei Impfens&ldquo; lange vor Delta selbst ad absurdum gef&uuml;hrt.<\/strong> <\/p><p>Wenn wir damals schon mitbekommen h&auml;tten, was wir jetzt erwarten k&ouml;nnen, h&auml;tte das gesamte Narrativ keinen Halt mehr gehabt. Das hei&szlig;t nat&uuml;rlich nicht, dass die Impfung nicht gegen schwere Verl&auml;ufe sch&uuml;tzt &ndash; gerade in einem infekti&ouml;sen Winter, keine Frage. Aber ja, die kommunizierte Grundidee w&auml;re damit wohl relativ einfach widerlegt gewesen. <\/p><p><strong>Da das Zulassungsverfahren ja verk&uuml;rzt war, bezeichnet man die jetzige fl&auml;chendeckende Massenimpfung ja auch als Phase-IV-Studie. Da sollte man doch eigentlich annehmen, dass gerade so sensible Punkte wie potenzielle schwere Nebenwirkungen, aber auch Nebenwirkungen generell besonders aufmerksam beobachtet und protokolliert werden. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass ich bei meiner Impfung beispielsweise ein Merkblatt bekommen h&auml;tte, mit Hinweisen, wie ich unb&uuml;rokratisch Nebenwirkungen h&auml;tte melden k&ouml;nnen. Erst viel sp&auml;ter habe ich &uuml;berhaupt erfahren, dass es vom Bund eine <a href=\"https:\/\/nebenwirkungen.bund.de\/nw\/DE\/home\/home_node.html\">Internetplattform<\/a> gibt, &uuml;ber die man Nebenwirkungen melden kann. Ich glaube kaum, dass sonderlich viele Menschen diese Adresse kennen. Wurde da nicht auch von der Politik eine Chance vertan, die politisch ja gewollte Akzeptanz der Impfstoffe zu erh&ouml;hen? Oder wollte man lieber gar nicht so genau wissen, was man wahrscheinlich schon geahnt hat?<\/strong><\/p><p>Wenn man das von vornherein transparent aufgezogen h&auml;tte, w&auml;re sicher das Startgrundvertrauen in der breiten Masse h&ouml;her gewesen. Aber wenn man es sauber erfasst h&auml;tte, w&auml;ren wir wohl auch l&auml;ngst in einer Situation, in der man das Experiment h&auml;tte beenden m&uuml;ssen. F&uuml;r mich ist das ein breit angelegter Feldversuch. Ich denke, am Ende will sich keiner der Verantwortlichen daf&uuml;r interessieren. Es gab eine politische Story und man hat sich Ende letzten und Anfang diesen Jahres so weit aus dem Fenster gelehnt, dass es kein Zur&uuml;ck mehr gab. Ich glaube daher wirklich, dass es so ist, wie Sie es angesprochen haben: Es wollte gar keiner wissen, was passieren kann. Jeder, der in der Branche t&auml;tig ist, musste aber wissen, dass das Wirkprinzip derart neu ist, dass man das sehr genau h&auml;tte verfolgen m&uuml;ssen. <\/p><p>Wenn wir in der Branche eine klinische Studie durchf&uuml;hren, m&uuml;ssen alle potenziellen Risiken eines Wirkstoffes, den wir verabreichen, so genau protokolliert werden, dass wir sie am Ende bestm&ouml;glich absch&auml;tzen k&ouml;nnen. Da geh&ouml;rt dann beispielsweise auch dazu, wenn ein Teilnehmer der Studie beim Verlassen des Krankenhauses die Treppe herunterst&uuml;rzt. Das m&uuml;ssen wir melden, denn wenn wir am Ende zehn solcher Unf&auml;lle haben, kann es zwar sein, dass es an der Treppe liegt, es kann aber auch sein, dass der Wirkstoff die visuelle Wahrnehmung z.B. ver&auml;nderte. Es gibt also klare Auflagen, dass jeder denkbare Zwischenfall, der irgendwie beobachtet wird, protokolliert wird &ndash; und am Ende kann man dann zum Beispiel &uuml;ber den Vergleich der Anzahl solcher Zwischenf&auml;lle in der Placebo- und der Verum-Gruppe absch&auml;tzen, ob es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, dass der ein oder andere Zwischenfall mit der Wirkstoffbehandlung, dem Wirkprinzip oder einer m&ouml;glichen Nebenwirkung zusammenh&auml;ngen kann. <\/p><p>Und genau diese gr&uuml;ndliche Nachverfolgung scheint hier bei der Bedingten Zulassung der Corona-Impfstoffe &uuml;ber Bord geworfen worden zu sein. Die M&ouml;glichkeit, Nebenwirkungen zu melden, h&auml;tte beworben werden m&uuml;ssen &ndash; und zwar nicht durch Panikmache, sondern durch sachliche Spots im Fernsehen, durch Anzeigen, auf Litfa&szlig;s&auml;ulen, im Internet, so dass die Adresse <a href=\"https:\/\/nebenwirkungen.bund.de\/nw\/DE\/home\/home_node.html\">www.nebenwirkungen.bund.de<\/a> jedem fest ins Hirn eingebrannt w&auml;re. Und wenn ich die Treppe herunterfalle, dann schreibe ich das da rein. Da darf es keine H&uuml;rden geben. Wer dies meldet, ist niemand, der nun die Rettung der Welt verhindert. Wir sind in der Testphase eines bislang kaum erforschten Impfstoffs und wir brauchen alles an Infos, was wir nur bekommen k&ouml;nnen, um das Risiko und den Nutzen auswerten zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Hier liegt in meinen Augen ein maximales Versagen vor. Impfzentren und sp&auml;ter dann auch Haus&auml;rzte sollten in Flie&szlig;bandarbeit impfen. Mindestens schon aufgrund der allgemeinen Organisationsschw&auml;chen bei diesem Unterfangen ist sicherlich in ganz vielen F&auml;llen die Patienteninformation zeitlich hinten heruntergefallen. Einer ad&auml;quaten Aufkl&auml;rung der zu Impfenden wurde also allein schon zeitlich jede Grundlage entzogen, und der Nachverfolgung auch. Ich kann nicht beurteilen, wie viele &Auml;rzte und Apotheker, die ihnen gemeldete Nebenwirkungen eigentlich melden sollten, dies auch wirklich zeitlich umsetzen (k&ouml;nnen). Am Ende ist diese Meldung nicht einfach nur ein Klick. Ich habe selber die Nebenwirkungen gemeldet, die meine Tochter nach der Impfung hatte. Man kann es sich theoretisch auch leicht machen, dann ist man in f&uuml;nf Minuten mit der Meldung durch &ndash; oder man beschreibt etwas genauer, um was f&uuml;r Symptome es sich handelt, dann braucht man entsprechend l&auml;nger. Und in einem System, in dem es keinen Anreiz f&uuml;r die Investition dieser Zeit gibt, wage ich daher zu bezweifeln, dass weitergegebene Nebenwirkungen in signifikanter Menge auch ins Meldesystem eingetragen wurden. Und das ist das Problem &ndash; wenn ich das System so trimme, dass es der leichte Weg ist, die Nebenwirkungen nicht zu melden, dann habe ich eben auch ein System, das nicht widerspiegelt, welche Risiken es gibt.<\/p><p><strong>Zumal die Sammlung der Daten ja nur ein Teil und die Auswertung dieser Daten ein weiterer Teil ist. Man kennt das ja von den &Uuml;berwachungskameras. Mir w&auml;re nicht bekannt, dass es beim Paul-Ehrlich-Institut &uuml;berhaupt die Kapazit&auml;ten f&uuml;r eine gro&szlig; angelegte Auswertung solcher Datenmengen g&auml;be. Kennen Sie internationale Referenzbeispiele, bei denen das besser gel&ouml;st wurde? In Gro&szlig;britannien ist ja die Plattform zur Meldung von Nebenwirkungen viel bekannter und die Darstellung der gesammelten Daten zudem transparenter. In Staaten wie Norwegen oder D&auml;nemark gilt wiederum die Kontrolle durch die Zulassungsbeh&ouml;rden als wesentlich strenger als hierzulande. Es ist ja auch kein Zufall, dass die massiven Nebenwirkungen des Impfstoffs von AstraZeneca nicht etwa in Deutschland, sondern in Norwegen den Beh&ouml;rden aufgefallen sind. K&ouml;nnen wir von diesen L&auml;ndern etwas lernen?<\/strong><\/p><p>Da bin ich jetzt nicht der Experte. Was man aus der Literatur jedoch immer wieder mitbekommt, ist das Fallbeispiel USA. Dort hat das Meldesystem f&uuml;r Vakzinierungs-Nebenwirkungen VAERS zumindest eine breitere Bekanntheit. Aber am Ende geht man auch dort davon aus, dass nur rund drei bis f&uuml;nf Prozent der Nebenwirkungen gemeldet werden. Man muss ja nun nicht alles negativ sehen, aber bei den Nebenwirkungen einfach mal den Faktor 20 sp&auml;ter einzurechnen, w&auml;re schon grob fahrl&auml;ssig. Mir pers&ouml;nlich ist kein System bekannt, das man als optimal bezeichnen k&ouml;nnte. Am Ende darf man nur nicht so arrogant sein, zu sagen, man k&ouml;nne nichts mehr lernen. Vor allem dann, wenn man selbst ein System hat, das offensichtlich nicht funktioniert. Dann w&auml;re es dringend geraten, sich mal im Ausland umzuschauen, um herauszufinden, was man besser machen k&ouml;nnte. Das w&auml;ren auch Arbeitspl&auml;tze, die man gut unterst&uuml;tzen k&ouml;nnte &ndash; ein Gremium zusammenzustellen, das sich zusammensetzt und z&uuml;gig ein Konzept entwickelt, wie man dieses System verbessern kann. <\/p><p><a href=\"https:\/\/schrappe.com\/ms2\/\">Professor Matthias Schrappe<\/a> erstellt in der Pandemiezeit mit einigen Kollegen ja immer wieder Thesenpapiere. Interessierten kann ich die Lekt&uuml;re empfehlen. Dort geht man sehr pragmatisch an verschiedenste Aspekte der Pandemie und der Impfkampagne heran. Die Autoren unterbreiten unter anderem auch Vorschl&auml;ge zur effektiven und sinnvollen Datenerhebung, so dass man z.B. die ganzen hospitalisierten F&auml;lle viel tiefgreifender auswerten k&ouml;nnte. Es gibt also auch bei uns in Deutschland schon sehr konkrete Verbesserungsvorschl&auml;ge. Diese umzusetzen w&auml;re allerh&ouml;chste Eisenbahn, eigentlich ist das schon ein Jahr &uuml;berf&auml;llig. Wenn man einen solchen Feldversuch startet, m&uuml;sste eine der Auflagen der Beh&ouml;rden klar die sein, dass ein solches System zur bedeutungsvollen Datensammlung etabliert ist. Da sind wir wieder bei Fahrl&auml;ssigkeiten. Es musste offenbar alles zu schnell gehen. Wir sind weit, weit von einem brauchbaren System entfernt.<\/p><p><strong>Ist die Pandemie denn erst vorbei, wenn wir alle nat&uuml;rlich immunisiert sind?<\/strong><\/p><p>Provokante Gegenfrage: Wie definieren wir dieser Tage eine Pandemie? <\/p><p><strong>Zumindest haben wir seit Ende November offiziell keine epidemische Notlage nationaler Tragweite mehr.<\/strong><\/p><p>Viren gab es schon immer, und es wird sie auch immer geben. Wir werden auch den SARS-CoV2-Virus in den n&auml;chsten Jahrzehnten als Begleiter haben, genauso wie Grippe-Viren uns schon alle ein Leben lang begleiten. Die Frage ist, ob das jetzt durch das massive Eingreifen des Menschen gest&ouml;rte Virus-Wirt-System wieder zu einem Gleichgewicht finden wird. Sicher werden wir am Ende auch weiterhin Todesf&auml;lle zu beklagen haben, die dann positiv auf SARS-CoV2 getestet wurden. <\/p><p>Wann ist eine Pandemie zu Ende? Zumindest kann man davon ausgehen, dass wir es mit dem aktuellen Impfprinzip und -konzept sicherlich nicht schaffen, die Infektionswellen mit SARS-CoV2 zu beenden, da wir immer wieder neue Virengenerationen sehen werden, die diesem Impfprinzip durch Mutation entkommen. Wichtig f&uuml;r uns als Gesellschaft ist aber, dass diese neuen Varianten nicht automatisch gef&auml;hrlicher oder t&ouml;dlicher sein m&uuml;ssen. Sie verbreiten sich nur, weil sie bildlich gesprochen die gem&auml;hte Wiese zur Ausbreitung vorfinden und andere, vorher etablierte Varianten im Konkurrenzkampf durch ihr urspr&uuml;ngliches Spike-Protein keine Chance mehr haben. Mit dem aktuellen Impfprinzip werden wir so eine Welle nach der anderen &bdquo;z&uuml;chten&ldquo;. Und dieser Kreislauf k&ouml;nnte dann eigentlich nur durch m&ouml;glichst viele &bdquo;Impfdurchbr&uuml;che&ldquo; und die damit verbundene umfassendere Immunisierung der Betroffenen durchbrochen werden.<\/p><p>Andere planen, jedes Jahr ein- oder zweimal draufzuimpfen. Laut ARD plante der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn, f&uuml;r das n&auml;chste Jahr mehr als 200 Millionen Impfdosen zu ordern. Das w&auml;ren fast drei Impfdosen f&uuml;r jeden Einwohner. Ich habe keine Ahnung, was er oder sein Nachfolger damit genau vorhaben. Mit diesem Impfprinzip werden wir jedenfalls auf kurz oder lang nicht weiterkommen.<\/p><p>Dann w&auml;ren da noch die Totimpfung und die nat&uuml;rliche Infektion. Beides hilft meines Erachtens, um breiter gegen die weitere Verbreitung des Virus voranzukommen. Je mehr wir so die Verbreitung eind&auml;mmen k&ouml;nnen, weil wir wahrscheinlich effektivere Immunantworten sehen werden, desto weniger gut k&ouml;nnen sich neue Mutationen ausbreiten. Damit w&uuml;rden wir den Kreislauf verlangsamen, und vielleicht kommen wir so wieder in ein System, das sich st&uuml;ckweise selber reguliert. Das ist nat&uuml;rlich zum jetzigen Zeitpunkt nur reine Spekulation &ndash; und ein bisschen Hoffnung.<\/p><p>Die einzige Chance, vern&uuml;nftig mit dem Virus leben zu k&ouml;nnen, ist jedoch in der Tat nur, einen breiteren Immunschutz zu erwirken. Das geht meiner Meinung nach nur &uuml;ber eine Infektion oder eben eine Ganz-Virus-Partikel-Impfung. <\/p><p><strong>Die meisten unserer Leser w&uuml;rden die Frage nach dem Ende der Pandemie sicher weniger epidemiologisch, sondern eher damit beantworten, dass die Pandemie dann vorbei ist, wenn es keine Ma&szlig;nahmen mehr gibt, die mehr oder weniger tief in unser aller Leben eingreifen.<\/strong> <\/p><p>Aber das ist ja nicht zwingend proportional zum echten Krankheitsgeschehen. Man kann nat&uuml;rlich durch politische Ma&szlig;nahmen oder deren Aufhebung die Pandemie f&uuml;r beendet erkl&auml;ren, hat aber doch inhaltlich am Ende gar nichts ver&auml;ndert. Das ist nat&uuml;rlich eine Frage der Definition. Ja, f&uuml;r die meisten Menschen ist die Pandemie nat&uuml;rlich vor allem &uuml;ber die getroffenen Ma&szlig;nahmen definiert. Und nebenbei wirkt auch noch das Narrativ, dass die Krankheit schwerwiegend und t&ouml;dlich verlaufen kann und das Pflegepersonal in der Tat aktuell &uuml;berlastet ist. Am Ende sollte man jedoch auch das alles im richtigen Kontext sehen und darf nicht aus einer Angst heraus das Leben v&ouml;llig zum Erliegen bringen. So gesehen ist die aktuelle Pandemie wohl eher ein gesellschaftliches als ein virologisches Ph&auml;nomen. <\/p><p><strong>Noch eine Abschlussfrage, deren Beantwortung nat&uuml;rlich vollkommen freiwillig ist: Sind Sie eigentlich geimpft?<\/strong><\/p><p>Nein, ich bin nicht geimpft. Das aus tiefster &Uuml;berzeugung und obwohl ich absoluter Bef&uuml;rworter von funktionierenden Impfkonzepten bin. Ich geh&ouml;re aber nun auch nicht zu einer der bekannten Risikogruppen. Da ich die mRNA-Technik aus meiner Zeit bei BioNTech kenne, habe ich gro&szlig;e und massive Fragezeichen zu deren breitfl&auml;chiger Anwendung bei in der Regel gesunden Menschen, zu deren Beantwortung ich keine aufgezeigten Konzepte kenne. Daher war f&uuml;r mich pers&ouml;nlich die Risiko-Nutzen-Abw&auml;gung recht klar. Dann kamen die politischen und gesellschaftlichen Daumenschrauben und dies treibt einen erst recht in eine Lage, in der man sich sagt: &bdquo;Wenn man jetzt schon solche Mittel einsetzen muss, dann kann das dahinterstehende Narrativ ja nicht so sattelfest sein, wie sie einem Glauben machen wollen&ldquo;. <\/p><p>Und wenn jetzt der Totimpfstoff von Valneva kommt, w&uuml;rde ich mich ohne den gesellschaftlichen Druck auch nicht zwingend in die Schlange stellen, da ich eigentlich der &Uuml;berzeugung bin, dass eine gesunde eigene Immunantwort immer noch die beste Option f&uuml;r mich ist. Der gesellschaftliche Druck ist jedoch vorhanden. Die Gesellschaft ist durch die Politik und unsere Medien nun einmal in eine Richtung getrieben worden, in der mit dem Finger auf einen gezeigt wird. Daher sehe ich in der aktuellen Situation VLA2001 auch f&uuml;r mich pers&ouml;nlich als eine gangbare Alternative und w&uuml;rde da wohl auch nicht zu lange z&ouml;gern. <\/p><p>Generell m&ouml;chte ich zu all meinen Ausf&uuml;hrungen und Ableitungen klar betonen, dass ich selber nicht die Weisheit gepachtet habe, dass ich nur wieder gerne in einer Gesellschaft leben w&uuml;rde, in der unterschiedliche Standpunkte und Ansichten wieder &ndash; im Idealfall kontrovers &ndash; respektvoll diskutiert werden. Dies scheint mir die essentielle Grundlage, um gemeinsam als Gesellschaft aus dieser Krise zu kommen. <\/p><p><strong>Sch&ouml;nen Dank f&uuml;r das &auml;u&szlig;erst informative Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p><em>Dr. Stefan Tasler hat seine Promotion in Organischer Chemie absolviert und arbeitet seit 20 Jahren in der Biotech-Branche im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung und -entwicklung. In dieser Zeit hat er sich intensiv mit der Funktion des Immunsystems im Kontext von Autoimmunerkrankungen besch&auml;ftigt, wurde sp&auml;ter Forschungsleiter. Von 2016-2019 leitete er in einer Doppelspitze eine kleine Tochterfirma der BioNTech, bevor er als Vice President Drug Discovery &amp; Development in den Bereich der Alzheimer-Forschung wechselte.<\/em><\/p><p>Titelbild: creativeneko\/shutterstock.com<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/66d9ccd48a954a1a9a7f56ce1b1cb0e9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S&auml;mtliche bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe sind eindimensional auf ein einziges Protein des Sars-Cov2-Virus ausgerichtet. Eine Impfstrategie, die die gesamte Bev&ouml;lkerung mit diesen Impfstoffen immunisiert, provoziert Mutationen, die dazu f&uuml;hren, dass die Impfung schon bald nicht mehr sch&uuml;tzt. &Uuml;ber diese und andere Fragen hat <strong>Jens Berger<\/strong> von den NachDenkSeiten mit dem Pharma-Forscher <strong>Dr. Stefan<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":78897,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,54,149,209],"tags":[712,3018,3165,2880,2269,1222,3172,2834],"class_list":["post-78989","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gestaltete-pdf","category-gesundheitspolitik","category-interviews","tag-arzneimittel","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-immunitaet","tag-impfungen","tag-konformitaetsdruck","tag-pandemie","tag-tasler-stefan","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/211214_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78989"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78989\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79912,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78989\/revisions\/79912"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/78897"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}