{"id":79084,"date":"2021-12-17T09:04:48","date_gmt":"2021-12-17T08:04:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79084"},"modified":"2021-12-17T15:25:52","modified_gmt":"2021-12-17T14:25:52","slug":"30-argumente-gegen-die-impfpflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79084","title":{"rendered":"30 Argumente gegen die Impfpflicht"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Januar soll im Bundestag die erste Debatte zur <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/corona-impfpflicht-bundestag-entwurf-fdp-kubicki-100.html\">Einf&uuml;hrung einer allgemeinen Impfpflicht<\/a> gegen Sars-CoV-2 starten und Februar oder M&auml;rz soll es dann soweit sein. Die Zustimmung von Medien und Politik ist gro&szlig;, ein Kurswechsel eher unwahrscheinlich. Gegenwind kommt daf&uuml;r aus der Wissenschaft. So nannte der Virologe Alexander Kekul&eacute; die Einf&uuml;hrung einer Impfpflicht gegen Corona j&uuml;ngst <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/focus-online-kolumne-von-alexander-kekule-warum-impfen-zum-ziel-fuehrt-aber-eine-pflicht-jetzt-das-falsche-mittel-ist_id_24479545.html\">&bdquo;Gift&ldquo;<\/a>. Doch Kekul&eacute; ist eine Ausnahme. Nur Wenige wagen es derzeit, bei der Corona-Thematik aus dem engen medial-politischen Meinungskorridor auszuscheren &ndash; zu gro&szlig; ist die Angst, &bdquo;in die falsche Ecke&ldquo; ger&uuml;ckt zu werden. Das ist tragisch, denn es gibt zahlreiche sehr gute Argumente gegen die Impfpflicht und das hat nichts mit &bdquo;Impfskepsis&ldquo; oder gar dem &bdquo;Leugnen von Corona&ldquo; zu tun. <strong>Jens Berger<\/strong> hat f&uuml;r die NachDenkSeiten 30 Argumente gegen die Impfpflicht zusammengestellt. Bleibt zu hoffen, dass derartiger Widerspruch in der aufgeheizten, fast nur noch emotional und nicht mehr rational gef&uuml;hrten Debatte nicht untergeht. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1965\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-79084-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=79084-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"211217_30_Argumente_gegen_die_Impfpflicht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>1. Die Impfquote in den Risikogruppen ist auch heute schon hoch<\/strong><\/p><p>Wenn es darum geht, Menschen bei Covid 19 vor schweren und t&ouml;dlichen Krankheitsverl&auml;ufen zu sch&uuml;tzen, geht es heute wie vor einem Jahr prim&auml;r darum, die sogenannten Risikogruppen zu sch&uuml;tzen. Das Medianalter der an oder mit Covid 19 Verstorbenen liegt immer noch bei <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Situationsberichte\/Wochenbericht\/Wochenbericht_2021-12-09.pdf?__blob=publicationFile\">83 Jahren<\/a>. Von den Sterbef&auml;llen der letzten drei Meldewochen waren 93 Prozent &auml;lter als 60 Jahre. Und auch bei den Hospitalisierungen steht diese Altersgruppe f&uuml;r mehr als zwei Drittel aller F&auml;lle. Leider erfasst das RKI keine spezifischen Impfquoten f&uuml;r die Hochrisikogruppe der &uuml;ber 80-J&auml;hrigen, aber bereits in der gro&szlig;en Gruppe der &uuml;ber 60-J&auml;hrigen ist die Impfquote mit rund <a href=\"https:\/\/impfdashboard.de\/\">87 Prozent<\/a> bereits heute extrem hoch. Gerade in dieser Altersgruppe gibt es zudem auch die allermeisten F&auml;lle, bei denen eine Impfung aus medizinischen Gr&uuml;nden problematisch ist. Auch eine Impfpflicht kann sich nicht &uuml;ber eine &auml;rztliche attestierte &bdquo;Impfunf&auml;higkeit&ldquo; wegsetzen. Daher d&uuml;rfte die Menge der heute nicht geimpften, aber impff&auml;higen Angeh&ouml;rigen der Risikogruppen ohnehin sehr &uuml;berschaubar und der gesellschaftliche Nutzen &ndash; ausgedr&uuml;ckt in weniger Sterbef&auml;llen &ndash; marginal sein. <\/p><p><strong>2. F&uuml;r die meisten Ungeimpften bringt die Impfung wenig<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend die Impfquote bei den &auml;lteren B&uuml;rgern sehr hoch ist, finden sich die meisten Ungeimpften spiegelbildlich in der Gruppe der J&uuml;ngeren. Laut offiziellen Zahlen ist zum Beispiel jeder zweite 12- bis 17-J&auml;hrige nicht geimpft. Doch gerade in den Altersgruppen derer, die oft nicht geimpft sind, ist die Morbidit&auml;ts- und Mortalit&auml;tslast der Krankheit ohnehin nur gering. So liegen dem RKI <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Situationsberichte\/Wochenbericht\/Wochenbericht_2021-12-09.pdf?__blob=publicationFile\">bis heute<\/a> nur 35 validierte Covid-19-Todesf&auml;lle bei unter 20-J&auml;hrigen vor, von denen nach offiziellen Angaben 25 an einer schweren Vorerkrankung litten. Bei rund zwei Millionen Infizierten in dieser Altersgruppe ist dies kaum mehr als ein Hundertstel Promille. In den letzten drei Meldewochen mussten insgesamt nur sechs minderj&auml;hrige Testpositive intensivmedizinisch behandelt werden, w&auml;hrend es fast 1.200 &uuml;ber 60-J&auml;hrige waren. Diejenigen, die man mit einer Impfpflicht wohl am ehesten erreichen w&uuml;rde, geh&ouml;ren also genau zu der Gruppe, deren individueller Nutzen durch die Impfung am geringsten ist, und gleichzeitig auch zu der Gruppe, deren individuelle Gef&auml;hrdung durch die Nebenwirkung der Impfung am h&ouml;chsten ist.<\/p><p><strong>3. Durch die Impfung kann man die Pandemie nicht stoppen<\/strong><\/p><p>Sp&auml;testens seit dem Siegeszug der Delta-Variante ist bekannt, dass die Impfung keine sterile Immunit&auml;t bietet, Geimpfte also immer noch ansteckend sind und zur Verbreitung des Virus beitragen. Die Impfung senkt zwar nachweislich das individuelle Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs, aber sie stoppt die Ausbreitung des Virus nicht. Daher ist hier auch ein Vergleich zur Pockenimpfung, f&uuml;r die es fr&uuml;her ja eine Impfpflicht gab, nicht zielf&uuml;hrend. Die Pocken konnte man durch die Impfpflicht ausrotten &ndash; aber auch nur, weil die Impfung daf&uuml;r sorgte, dass Geimpfte die Krankheit nicht weiterverbreiten. Dies leistet die Corona-Impfung nicht. Dabei ist Virologen und Epidemiologen eigentlich bekannt, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">dass man nicht gro&szlig;fl&auml;chig in eine laufende Epidemie hineinimpfen sollte<\/a>.<\/p><p><strong>4. Die nat&uuml;rliche Immunisierung ist f&uuml;r viele Menschen eine Alternative zur Impfung<\/strong><\/p><p>Die Impfung ist nicht die einzige Form, den menschlichen K&ouml;rper gegen das Sars-CoV-2-Virus zu immunisieren. W&auml;hrend die Impfung das Immunsystem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">eindimensional<\/a> auf ein einziges Protein des Sars-CoV-2-Virus vorbereitet, bietet die Infektion eine sehr viel weitreichendere Immunisierung. F&uuml;r &auml;ltere und vorerkrankte Menschen ist diese Form der nat&uuml;rlichen Immunisierung aufgrund der hohen Krankheitsrisiken freilich keine ernstzunehmende Alternative. Bei j&uuml;ngeren Menschen &ndash; und das ist das Gros der Ungeimpften &ndash; stellt sich diese Frage jedoch anders. Nun m&ouml;gen sich die Gelehrten dar&uuml;ber streiten, wie die Nutzen-Risiko-Abw&auml;gung hier ausf&auml;llt &ndash; dass der Nutzen der Impfung die Risiken einer Infektion f&uuml;r j&uuml;ngere Menschen so deutlich &uuml;bersteigt, dass dies eine Impfpflicht rechtfertigen k&ouml;nnte, ist jedoch ein unhaltbarer Standpunkt. Dies macht auch die STIKO in ihrer <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/EpidBull\/Archiv\/2021\/33\/Art_01.html\">Begr&uuml;ndung<\/a> f&uuml;r die Impfempfehlung f&uuml;r Minderj&auml;hrige klar, die nicht aus medizinischen, sondern expressis verbis aus politischen Gr&uuml;nden (&bdquo;um Einschr&auml;nkungen der sozialen und kulturellen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen abzumildern&ldquo;) ausgesprochen wurde. Junge Menschen werden also laut STIKO nicht geimpft, um sie vor der Krankheit, sondern vor den Coronama&szlig;nahmen der Regierung zu sch&uuml;tzen. <\/p><p><strong>5.Die Impfpflicht kommt zu sp&auml;t<\/strong><\/p><p>Die vierte Welle hat ihren Zenit vor drei Wochen &uuml;berschritten und eine m&ouml;gliche f&uuml;nfte Welle, die dann durch die neue Omikron-Variante sehr massiv ausfallen k&ouml;nnte, wird f&uuml;r Deutschland <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/corona-drosten-omikron-neues-jahr-100.html\">im Januar erwartet<\/a>. Die Impfpflicht wird aber erst fr&uuml;hestens im Februar, eher im M&auml;rz, verabschiedet werden und es wird Wochen, wenn nicht gar Monate, dauern, bis sie administrativ &uuml;berhaupt durchgesetzt werden kann. Sagte nicht Gesundheitsminister Lauterbach h&ouml;chstpers&ouml;nlich, dass alle(!) Ungeimpften bis zum M&auml;rz entweder <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Ungeimpfte-bis-Maerz-geimpft-genesen-oder-leider-verstorben-article22893169.html\">&bdquo;geimpft, genesen oder verstorben&ldquo;<\/a> seien? Was will man danach noch mit einer Impfpflicht erreichen? <\/p><p><strong>6. Die Impfpflicht f&uuml;hrt dazu, dass Ungeimpfte Booster-Willigen den Impfstoff wegnehmen<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend die Erstimpfung junger Menschen keinen klar erkennbaren individuellen medizinischen Nutzen bringt, kann die Booster-Impfung f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Risikogruppen durchaus auf individueller Ebene <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78416\">medizinisch sinnvoll sein<\/a>. Nun sind aber die Ressourcen beschr&auml;nkt. Das gilt f&uuml;r den Impfstoff selbst, aber mehr noch f&uuml;r die Termine in Arztpraxen und bei mobilen Impfteams. Schon heute ist es ein gesellschaftliches &Auml;rgernis, dass so viele junge Menschen, bei denen die Booster-Impfung keinen epidemiologisch erkennbaren Nutzen hat, &auml;lteren Menschen die Termine wegnehmen. W&uuml;rden sich zus&auml;tzlich noch die bislang Impfunwilligen um diese Termine bewerben, drohen diejenigen herunterzufallen, die als einzige in diesem &bdquo;Spiel&ldquo; &uuml;berhaupt einen erkennbaren Nutzen durch eine Impfung oder Boosterung haben. <\/p><p><strong>7. Genesene brauchen keine Impfung<\/strong><\/p><p>Von einer Impfpflicht w&auml;ren nicht nur Ungeimpfte, sondern auch Genesene betroffen, wenn ihre Infektion l&auml;nger als sechs Monate zur&uuml;ckliegt. Genesene haben aber <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wissenschaft\/natuerliche-immunitaet-schuetzt-vor-dem-coronavirus-besser-als-impfung\/\">zahlreichen Studien zufolge<\/a> auch lange nach diesem Zeitraum noch eine umfassende Immunisierung, die sogar besser vor neuen Infektionen sch&uuml;tzt als die Impfung. Dies wird auch daran liegen, dass ihr Immunsystem nicht nur das eine Protein, das mit der Impfung &bdquo;simuliert&ldquo; wird, kennt, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">sondern das gesamte Virus<\/a>. Dadurch sind Genesene auch besser vor kommenden Varianten gesch&uuml;tzt als Geimpfte. Hier macht eine Impfung &ndash; vor allem f&uuml;r j&uuml;ngere Menschen ohne Vorerkrankungen &ndash; weder medizinisch noch epidemiologisch Sinn. <\/p><p><strong>8. Die zugelassenen Impfstoffe sind nicht sonderlich wirksam gegen die aktuellen Varianten<\/strong><\/p><p>S&auml;mtliche zugelassenen Impfstoffe wurden auf Basis des &bdquo;Urtyps&ldquo; oder dessen ab Fr&uuml;hjahr 2020 in Norditalien entstandener Variante entwickelt und validiert. Diese Variante(n) wurden jedoch zun&auml;chst vom Alpha-Typ (ehemals &bdquo;britische Variante) und sp&auml;ter vom Delta-Typ (ehemals &bdquo;indische Variante&ldquo;) komplett verdr&auml;ngt. Die Impfpflicht w&uuml;rde also bedeuten, dass die B&uuml;rger verpflichtet w&auml;ren, sich mit einem Impfstoff impfen zu lassen, der &uuml;berhaupt nicht f&uuml;r die zurzeit kursierenden Viren entwickelt wurde und bei ihnen ohnehin nur eingeschr&auml;nkt wirksam ist. <\/p><p><strong>9. Die jetzigen Impfstoffe helfen kaum gegen die kommende Omikron-Variante<\/strong><\/p><p>Durch die nun offenbar Oberhand gewinnende Omikron-Variante verlieren die Impfstoffe <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/130078\/COVID-19-Laborstudie-bestaetigt-geringe-Schutzwirkung-der-Impfung-gegen-Omikron\">nach j&uuml;ngsten Laborstudien<\/a> ihre Schutzwirkung sogar nahezu komplett. Karl Lauterbach beziffert die Schutzwirkung einer Doppelimpfung gegen Omikron mit <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/id_91311568\/talkshow-minister-karl-lauterbach-widerspricht-bei-anne-will-vehement.html\">35 Prozent<\/a>. Daher kann es durchaus dazu kommen, dass im M&auml;rz eine Impfpflicht gegen ein Virus verabschiedet wird, gegen das es &ndash; zumindest zu diesem Zeitpunkt &ndash; gar keinen wirksamen Impfstoff gibt.<\/p><p><strong>10. Totimpfstoffe sind (noch) nicht verf&uuml;gbar<\/strong><\/p><p>Ein gro&szlig;er Teil der Impfverweigerer spricht sich nicht generell gegen eine Impfung aus, hat aber &ndash; und dies <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">keineswegs immer zu Unrecht<\/a>  &ndash; Bedenken, sich mit den mRNA-Impfstoffen impfen zu lassen, die zurzeit die einzige zugelassene und angewandte Impfstoffgruppe darstellen. Der kurz vor der Zulassung stehende Totimpfstoff des Herstellers Valneva w&auml;re f&uuml;r diese Menschen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">eine Alternative<\/a>, die viele auch ernsthaft in Betracht ziehen. Ob dieser Impfstoff zum Beginn der Impfpflicht &uuml;berhaupt zugelassen ist und auch in ausreichender Menge zur Verf&uuml;gung steht, ist jedoch ungewiss. Und wer wei&szlig;? Vielleicht w&uuml;rde die Impfquote nach der Zulassung dieses Impfstoffs auch ganz ohne Impfpflicht die Werte erreichen, die das RKI f&uuml;r ausreichend h&auml;lt? <\/p><p><strong>11. Die Situation in den Krankenh&auml;usern ist eine Folge politischer Entscheidungen<\/strong><\/p><p>Als Argument f&uuml;r die Impfung, aber auch f&uuml;r die Impfpflicht, wird stets die Situation in den Krankenh&auml;usern angef&uuml;hrt. Die ist jedoch eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78143\">Folge der Privatisierung und des hausgemachten Personalmangels<\/a> und ist nicht den Ungeimpften anzulasten. Hier h&auml;tte die Politik &ndash; wenn sie es denn wollte &ndash; ganz andere Hebel, um Abhilfe zu schaffen. Ein hausgemachtes Defizit, f&uuml;r das man selbst die Verantwortung tr&auml;gt, auf eine Minderheit zu schieben, ist unlauter und sch&auml;big und zudem geschichtsvergessen. <\/p><p><strong>12. Es gibt kein Impfregister<\/strong><\/p><p>Woher soll der Staat bei der Umsetzung einer Impfpflicht &uuml;berhaupt wissen, wer geimpft und wer ungeimpft ist? Wie soll die Impfpflicht umgesetzt werden? Eine denkbare Methode w&auml;re es, jeden B&uuml;rger anzuschreiben, der ungeimpft ist, und aufzufordern, bis zu einem Stichtag einen Impfbescheid einzureichen. Doch der Staat wei&szlig; nicht, wer geimpft und wer ungeimpft ist. Also bleiben zwei Alternativen: Ungeimpfte werden &uuml;ber Kontrollen ermittelt. Das verst&ouml;&szlig;t aber gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung. Ein derart massiver Eingriff in die Grundrechte darf sich in der Umsetzung nicht auf Willk&uuml;r oder Zufall st&uuml;tzen. Bliebe die Alternative, alle B&uuml;rger anzuschreiben und ihren Impfstatus abzufragen. Wer soll das machen? Wie lange soll das dauern? Dies w&auml;re eine b&uuml;rokratische Sisyphusarbeit, die massenhaft Ressourcen und Personal bindet.<\/p><p><strong>13. Die Datenerhebungen sind unvollst&auml;ndig<\/strong><\/p><p>In einem Land, in dem es einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volksz%C3%A4hlung_in_der_Europ%C3%A4ischen_Union_2011#Deutschland\">Zensus<\/a> braucht, um mit jahrelanger Vorbereitung und monatelanger Auswertung festzustellen, dass etwa eineinhalb Millionen Menschen, die in den Melderegistern stehen, gar nicht mehr leben, d&uuml;rfte es ein Ding der Unm&ouml;glichkeit sein, eine umfassende Impfpflicht &uuml;berhaupt zu kontrollieren. Hinzu kommt, dass der Staat auch jetzt &uuml;berhaupt nicht wei&szlig;, wie viele Menschen &uuml;berhaupt geimpft oder ungeimpft sind und die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=75116\">Daten des RKI hierzu grob unvollst&auml;ndig sind<\/a>. <\/p><p><strong>14. Die Umsetzung der Impfpflicht w&auml;re ein extrem teures Unterfangen<\/strong><\/p><p>Alleine die Kosten, die zur Kontrolle und Nachverfolgung zur Durchsetzung der Impfpflicht anfallen w&uuml;rden, werden in die Milliarden gehen. Die Kosten f&uuml;r die zu erwartenden Rechtsstreitigkeiten sind un&uuml;berschaubar. Nicht nur das fehlende Personal, sondern auch das fehlende Geld sollten rationale Gr&uuml;nde sein, auf ein derartiges B&uuml;rokratiemonster zu verzichten. Diese Ressourcen w&auml;ren f&uuml;r andere Dinge wirklich sinnvoller zu verplanen. <\/p><p><strong>15. Es ist nicht gen&uuml;gend Impfstoff da<\/strong><\/p><p>Glaubt man <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/coronavirus-karl-lauterbach-besorgt-ueber-impfstoffmangel-a-5372a76d-b75a-40be-9621-1ad08fc52572\">Gesundheitsminister Lauterbach<\/a>, hat sein Vorg&auml;nger &bdquo;f&uuml;r das gesamte erste Quartal [2022] viel zu wenig Impfstoff gekauft&ldquo;. &bdquo;Die Mengen reichen&ldquo;, so Lauterbach, &bdquo;nicht, um die Booster-Impfkampagne zu fahren&ldquo;. Und bei dieser Sch&auml;tzung sind die zus&auml;tzlichen Impfdosen, die f&uuml;r eine Umsetzung der Impfpflicht wohl ben&ouml;tigt w&uuml;rden, noch nicht einmal mit eingerechnet. <\/p><p><strong>16. Es gibt keinen Impfzwang<\/strong><\/p><p>Allenthalben wird <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Politik\/Impfpflicht-oder-Impfzwang-425242.html\">betont<\/a>, eine Impfpflicht sei kein Impfzwang. Der Staat k&ouml;nne also nicht Menschen gegen deren Willen mit Gewalt eine Spritze versetzen, es ginge vielmehr um die Verh&auml;ngung von Strafen gegen Menschen, die sich der Pflicht entziehen. Letztlich ist die Impfpflicht also mehr eine Fortsetzung der Drangsalierung Ungeimpfter mit anderen Mitteln. Das mag Geld aus den verh&auml;ngten Bu&szlig;geldern in die Staatskasse sp&uuml;len, hat jedoch keinen erkennbaren epidemiologischen Nutzen. Die Impfpflicht ist mehr ein Verwaltungsinstrument als ein Beitrag zur Seuchenabwehr. <\/p><p><strong>17. Wer unentschlossen ist, ist auch mit sanfteren Mitteln zu erreichen<\/strong><\/p><p>Nicht zuletzt die individuelle Ansprache von Menschen, die aufgrund von Sprachbarrieren oder Informationsdefiziten von der Impfkampagne nicht erreicht wurden, im Bundesland Bremen oder in unserem Nachbarstaat D&auml;nemark haben gezeigt, dass eine Steigerung der Impfquote auch ohne Zwangsmittel durchaus m&ouml;glich ist. Hat der Staat hier alle Mittel ausgesch&ouml;pft? Sicher nicht. <\/p><p><strong>18. Wer sich partout nicht impfen lassen will, wird auch durch die Impfpflicht seine Entscheidung nicht &auml;ndern<\/strong><\/p><p>Neben den &bdquo;Uninformierten&ldquo; und den &bdquo;Unentschlossenen&ldquo; gibt es auch die radikalen Impfgegner. Zu dieser Gruppe hatte der Virologe Alexander Kekul&eacute; j&uuml;ngst <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/focus-online-kolumne-von-alexander-kekule-warum-impfen-zum-ziel-fuehrt-aber-eine-pflicht-jetzt-das-falsche-mittel-ist_id_24479545.html\">treffend kommentiert<\/a>: &bdquo;Dass sie sich einer Impfpflicht unterwerfen w&uuml;rden, darf man getrost ausschlie&szlig;en. Eher w&uuml;rden sie sich von gleichgesinnten &Auml;rzten (auch diese gibt es!) eine Impfunf&auml;higkeit bescheinigen oder in Beugehaft nehmen lassen. Einige von ihnen haben so panische Angst vor dem vermeintlichen Teufelszeug, dass sie auch bei seri&ouml;ser psychiatrischer Beurteilung eine Befreiung von der Impfpflicht bekommen d&uuml;rften.&ldquo; Was hier vielleicht ein wenig sarkastisch klingt, trifft jedoch einen bislang kaum diskutierten Punkt. Wer panisch Angst vor der Impfung hat, wird sich selbstverst&auml;ndlich eine Befreiung ausstellen lassen k&ouml;nnen. Und wem ist damit geholfen, wenn andere &bdquo;Verweigerer&ldquo; sich notfalls sogar in Beugehaft nehmen lassen? Damit beendet man die Pandemie auch nicht.<\/p><p><strong>19. Es gibt keine Regelungen zum arbeitsrechtlichen Umgang mit der Impfpflicht<\/strong><\/p><p>Bereits bei der &bdquo;einrichtungsbezogenen Impfpflicht&ldquo; stellt sich die Frage nach den arbeits-und verwaltungsrechtlichen Implikationen. Diese Fragen betreffen auch die allgemeine Impfpflicht. Ist ein Versto&szlig; dagegen beispielsweise ein arbeitsrechtlich g&uuml;ltiger Grund f&uuml;r Abmahnungen, Aussperrungen oder &Auml;nderungsk&uuml;ndigungen? Wie sieht es mit dem Arbeitslosengeld und Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch aus? Diese Beispiele stehen f&uuml;r einen ganzen Rattenschwanz an juristischen Fragestellungen infolge der Impfpflicht, die das Zeug haben, die Gerichte &uuml;ber Jahre hinweg lahmzulegen. <\/p><p><strong>20. Unser Rechtssystem ist nicht auf eine Impfpflicht gegen Corona ausgelegt<\/strong><\/p><p>Ohnehin stellt sich die Frage, ob unser Rechtssystem &uuml;berhaupt auf die wohl anstehende Flutwelle an Eingaben, Beschwerden, Widerspr&uuml;chen und Prozessen ausgelegt ist. Eine Impfpflicht, die derart umstritten und fragw&uuml;rdig begr&uuml;ndet ist und gleichzeitig so viele Menschen betrifft, ist ein Pr&auml;zedenzfall von epischer Gr&ouml;&szlig;e. Zwar gab es in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und im Dritten Reich auch verpflichtende Impfungen, die viele Erwachsene betrafen, in der Bundesrepublik mit ihrem Gesetzesrahmen trafen verpflichtende Impfungen jedoch traditionell vor allem Kinder und da ging es eher um Kindergartenpl&auml;tze und die Schulpflicht, aber nicht um die vielen rechtlichen Fragestellungen, die eine allgemeine Impfpflicht f&uuml;r Erwachsene mit sich bringt. <\/p><p><strong>21. Nebenwirkungen sind vorhanden, Langzeitsch&auml;den immer noch nicht ausreichend gekl&auml;rt<\/strong><\/p><p>Dass es bei der Impfung auch schwere, teils t&ouml;dliche Nebenwirkungen gibt, ist unumstritten. Unumstritten ist auch, dass die vom Paul-Ehrlich-Institut dokumentierten F&auml;lle nicht umfassend sind und es eine Dunkelziffer gibt. Doch selbst wenn man den konservativen Zahlen des PEI folgt, <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30-09-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=10\">treten<\/a> schwerwiegende Reaktionen bei 0,2 von 1.000 Impfungen auf. In immerhin 1.802 F&auml;llen erfolgte eine Verdachtsmeldung &uuml;ber den t&ouml;dlichen Ausgang der Impfung. Dies mag zwar f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Risikogruppen im Vergleich zu den Sterbezahlen bei der Erkrankung mit Covid 19 &uuml;berschaubar sein. F&uuml;r junge Menschen stellt sich die Abw&auml;gung jedoch anders dar. Von den bekannten schweren Nebenwirkungen wie Thrombosen oder Myokarditis sind vor allem junge Menschen betroffen. Hier ist es mehr als fraglich, ob der Staat &uuml;ber eine Impfpflicht diese sehr sensible individuelle Abw&auml;gung des Nutzens und der Risiken &uuml;bergehen darf. Hinzu kommt, dass das Risiko potenzieller Langzeitsch&auml;den wissenschaftlich noch nicht gekl&auml;rt ist; noch nicht gekl&auml;rt sein kann. Auch das ist ein Punkt, der vor allem junge Menschen betrifft. <\/p><p><strong>22. Der Staat darf seine B&uuml;rger nicht f&uuml;r ein h&ouml;heres Wohl verletzen oder gar t&ouml;ten<\/strong><\/p><p>Rein statistisch wurden bis zum 30. September 2021, dem Stichtag f&uuml;r den aktuellen <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30-09-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=10\">Sicherheitsbericht des PEI<\/a>, 53 Millionen Menschen in Deutschland geimpft. Davon sind laut PEI wohl 1.802 im Zusammenhang mit der Impfung verstorben. Laut Bundesregierung gibt es zurzeit 18 Millionen Ungeimpfte. W&uuml;rde man rein hypothetisch alle diese Menschen impfen, h&auml;tte dies bei gleicher Quote 600 Todesopfer im Zusammenhang mit den durch die Impfpflicht vorgeschriebenen Impfungen zur Folge. 600 Menschen w&uuml;rden also &ndash; zugespitzt formuliert &ndash; indirekt durch das Gesetz zum Tode verurteilt.  Insgesamt 7.200 Menschen w&uuml;rden &ndash; ebenfalls nach oben angef&uuml;hrter Quote &ndash; rein statistisch eine schwere Nebenwirkung erleiden. Darf der Staat seine B&uuml;rger f&uuml;r ein h&ouml;heres Wohl t&ouml;ten oder schwer verletzen? Nein, er darf dies nicht. Diese Abw&auml;gung machte das <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2006\/bvg06-011.html\">Bundesverfassungsgericht 2006 geltend<\/a>, als es das Luftsicherheitsgesetz f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rte. Dieses Gesetz sollte es dem Staat erlauben, in einem 9\/11-Szenario ein Flugzeug abzuschie&szlig;en, das ganz konkret viele Menschen mit dem Tod bedroht. Die W&uuml;rde des Menschen in unantastbar, so das Grundgesetz. Daher darf der Staat auch nicht ein Leben opfern, um mehrere Leben retten zu wollen. <\/p><p><strong>23. Die Impfpflicht vertieft die Spaltung der Gesellschaft<\/strong><\/p><p>So fraglich es ist, ob eine Impfpflicht &uuml;berhaupt einen medizinischen oder gar epidemiologischen Sinn hat, so sehr steht doch fest, dass eine Impfpflicht die ohnehin bereits durch die Corona-Debatte gespaltene Gesellschaft noch weiter spalten wird. Wem n&uuml;tzt es, wenn die Ungeimpften nun durch ein weiteres rechtliches Instrument drangsaliert werden? Sie k&ouml;nnen doch schon jetzt nicht mehr in Restaurants und Kneipen mit ihren Freunden zusammensitzen, Einkaufen gehen, sich die Haare schneiden lassen und oft noch nicht einmal mehr ihrem Beruf nachgehen. Ist das nicht schon Schikane genug? Es wird auch &ndash; auch wenn das jetzt keiner zu glauben scheint &ndash; eine Zeit nach Corona geben. Und dann m&uuml;ssen wir uns auch wieder gegenseitig in die Augen blicken k&ouml;nnen. Es war noch nie eine gute Idee, eine Minderheit durch Gesetze zu schikanieren, zu drangsalieren und zu unterdr&uuml;cken. <\/p><p><strong>24. Es gibt auch ein Recht auf Unvernunft<\/strong><\/p><p>Folgt man dem Narrativ der Bef&uuml;rworter einer Impfpflicht, so geht es letzten Endes darum, per Zwang Menschen zu sanktionieren, die sich selbst durch ihre Unvernunft Schaden zuf&uuml;gen. Auch wenn weder die Bef&uuml;rworter der Impfpflicht noch die radikalen Gegner einer Impfung dies gerne h&ouml;ren werden: Es gibt auch ein verbrieftes Recht auf Unvernunft, sogar dann, wenn sie die eigene k&ouml;rperliche Unversehrtheit gef&auml;hrdet. Dies hat das Bundesverfassungsgericht vor zehn Jahren unterstrichen, als es ein Gesetz kassierte, das die medizinische Zwangsbehandlung im Ma&szlig;regelvollzug <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/verfassungsgericht-patientenrechte-101.html#:~:text=Das%20Bundesverfassungsgericht%20hat%20klare%20Grenzen,Form%20einer%20Patientenverf%C3%BCgung%20%2D%20gerechtfertigt%20werden\">regelte<\/a>. Der damalige Gerichtspr&auml;sident Vo&szlig;kuhle stellte dazu fest, der Staat d&uuml;rfe den entgegenstehenden Willen eines B&uuml;rgers nicht einfach ignorieren, nur weil dieser &bdquo;von durchschnittlichen Pr&auml;ferenzen abweicht oder aus der Au&szlig;ensicht unvern&uuml;nftig erscheint&ldquo;. <\/p><p><strong>25. Die Impfpflicht w&auml;re eine Zwei-Klassen-Impfpflicht<\/strong><\/p><p>Letztlich l&auml;uft die Impflicht f&uuml;r Ungeimpfte auf ein Zweiklassen-System hinaus. Da es ausgeschlossen ist, dass der Staat die Impfung mit physischer Gewalt erzwingt, wird die Impfpflicht de facto vor allem auf Bu&szlig;geld-Ebene ausgetragen. Der ungeimpfte Besserverdiener wird diese Bu&szlig;gelder aus der Portokasse bezahlen. Er ist es auch, der sich in vielen F&auml;llen durch privat abrechnende &Auml;rzte oder Psychologen eine Befreiung ausstellen lassen wird. Auf der anderen Seite wird der geringverdienende Ungeimpfte wirtschaftlich durch die Bu&szlig;gelder in seiner Existenz bedroht &ndash; vor allem dann, wenn er zu den Menschen geh&ouml;rt, die ohnehin bereits z.B. als Besch&auml;ftigte in der Gastronomie ganz ma&szlig;geblich wirtschaftlich unter den Coronama&szlig;nahmen zu leiden hat. <\/p><p><strong>26. Die Impfpflicht ist verfassungsrechtlich bedenklich<\/strong><\/p><p>Eine Impfpflicht, die sich auf ein Virus bezieht, gegen das es keinen sehr gut wirksamen Impfstoff gibt und bei dem die Impfung die Verbreitung nicht stoppt, gab es noch nie in Deutschland. Vergleiche zur Masern-Impfung und zur Pocken-Impfung sind daher auch nicht statthaft. Der Konflikt kollidierender Grundrechte und Ziele staatlichen Handelns prallen hier frontal aufeinander. Nicht umsonst hei&szlig;t es im Artikel 2 des Grundgesetzes: &bdquo;Jeder hat das Recht auf Leben und k&ouml;rperliche Unversehrtheit.&ldquo; Diese k&ouml;rperliche Unversehrtheit zu verletzen, ist nur m&ouml;glich, wenn es auf der anderen Seite ein sehr hohes Rechtsgut gibt, das mit milderen Mitteln nicht zu verteidigen ist &ndash; wie z.B. beim finalen Rettungsschuss. Das ist aber hier nicht der Fall und die Aufgabe des Grundgesetzes ist es bekanntlich, die B&uuml;rger vor dem Staat zu sch&uuml;tzen. Konkret sch&uuml;tzt Artikel 2 den B&uuml;rger vor unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Eingriffen des Staates in seine k&ouml;rperliche Unversehrtheit. Das muss hier als gegeben angesehen werden. <\/p><p><strong>27. Die Impfung ist eine sensible Gewissensentscheidung<\/strong><\/p><p>Eine Impfung ist ein medizinischer Eingriff, der &ndash; wenn auch in sehr wenigen F&auml;llen &ndash; schiefgehen und im allerschlimmsten Fall sogar t&ouml;dlich enden kann. Eine solch schwerwiegende hochsensible Abw&auml;gung darf nicht der Staat vornehmen. Hier liegt vielmehr ein Paradebeispiel eines Szenarios vor, in dem der B&uuml;rger diese Entscheidung nach gutem Wissen und Gewissen selbst treffen muss. Die Bedeutung ist auch den Parteien bekannt &ndash; nicht umsonst gilt die Impfpflicht im Abstimmverfahren des Bundestages als &bdquo;Gewissensentscheidung&ldquo;, bei der es wie bei der Sterbehilfe oder der Pr&auml;implantationsdiagnostik keinen Fraktionszwang gibt. Es ist bemerkenswert, dass der Bundestag hier den hohen ethischen Rang einer &bdquo;Gewissensentscheidung&ldquo; anerkennt, mit der er dann jedoch die &bdquo;Gewissensentscheidung&ldquo; der B&uuml;rger durch Zwangsma&szlig;nahmen au&szlig;er Kraft setzen will. Gilt das Gewissen eines Abgeordneten mehr als das Gewissen eines B&uuml;rgers? Das Grundgesetz sieht dies anders.<\/p><p><strong>28. Die Impfpflicht verst&ouml;&szlig;t gegen den N&uuml;rnberger Kodex<\/strong><\/p><p>Als Reaktion auf die medizinischen Zwangseingriffe an KZ-H&auml;ftlingen w&auml;hrend der NS-Zeit bildete sich 1947 in Folge der N&uuml;rnberger &Auml;rzteprozesse der sogenannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N%C3%BCrnberger_Kodex\">N&uuml;rnberger Kodex<\/a> &ndash; eine bis heute geltende ethische Richtlinie f&uuml;r Heil- und Pflegeberufe f&uuml;r medizinische Versuche an Menschen. Gleich im ersten Punkt dieses Kodex hei&szlig;t es, dass &bdquo;die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson (&hellip;) unbedingt erforderlich&ldquo; sei. Nun ist die Impfung zwar im strengen Sinne kein medizinischer Versuch, auch wenn man dies in Anbetracht der irregul&auml;ren Zulassung der Impfstoffe durchaus anders sehen kann. Vom Geist her besagt der N&uuml;rnberger Kodex jedoch auch, dass ein Arzt keinen medizinischen Eingriff an einem Patienten gegen dessen Willen vornehmen darf. Wenn ein Patient durch ein Gesetz direkt oder indirekt (z.B. durch Drohung des Arbeitsplatzverlusts oder durch soziale &Auml;chtung) zu einem medizinischen Eingriff gezwungen wird, ist dies mit den ethischen Richtlinien der &Auml;rzteschaft nicht in Einklang zu bringen. <\/p><p><strong>29. Die Impfpflicht ist nicht verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig<\/strong><\/p><p>Selbst wenn man die potenzielle Gef&auml;hrdung durch Corona in Betracht zieht, ist die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Impfpflicht nicht gegeben. Die allermeisten Ungeimpften sind nicht infiziert und demnach nicht ansteckend. Hinzu kommt, dass auch die allermeisten Infektionen nicht etwa t&ouml;dlich, sondern mild oder gar symptomfrei verlaufen. Der Staatsrechtler Rupert Scholz <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/vermischtes\/article234033519\/corona-impfen-impfpflicht-verfassung-verfassungsgemaess.html\">sieht<\/a> daher eine Gefahrenlage mit t&auml;glichen Neuinfektionen zwischen 30.000 und 70.000 nicht gro&szlig; genug, um 80 Millionen Menschen zu einer Impfung zu zwingen. Der ehemalige Pr&auml;sident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-J&uuml;rgen Papier, &auml;u&szlig;erte sich <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/hans-juergen-papier-im-interview-ausdruck-von-hilflosigkeit-und-kopflosigkeit-ex-verfassungsgerichtschef-kritisiert-impfpflicht-debatte\/27812170.html?ticket=ST-2137061-fLDXrnegswThsWrxtBMG-cas01.example.org\">gegen&uuml;ber dem Handelsblatt<\/a> dementsprechend. <\/p><p><strong>30. Die Impfpflicht ist weder geeignet noch angemessen<\/strong><\/p><p>Im Rechtssystem gilt der Grundsatz, dass bei einem Gesetz, das in die Freiheiten und Rechte der B&uuml;rger eingreift, die Mittel geeignet und angemessen sein m&uuml;ssen. Wie dargelegt, ist die Impfpflicht gegen Corona nicht geeignet, um die Pandemie zu beenden, und sie ist auch nicht geeignet, um Dritte zu sch&uuml;tzen. Schlie&szlig;lich kann ein Geimpfter einen Ungeimpften oder Geimpften ebenfalls infizieren. Und angemessen ist die Impfpflicht ohnehin nicht, stellt sie doch einen sehr schweren Eingriff in die Freiheits- und Grundrechte der B&uuml;rger dar. Wie sagte schon Montesquieu: &bdquo;Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen&ldquo;. Damit ist eigentlich alles gesagt. <\/p><p>Titelbild: Aerial Mike\/shutterstock.com<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/fc787d1d8ebb459881127b1eb1369aed\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Januar soll im Bundestag die erste Debatte zur <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/corona-impfpflicht-bundestag-entwurf-fdp-kubicki-100.html\">Einf&uuml;hrung einer allgemeinen Impfpflicht<\/a> gegen Sars-CoV-2 starten und Februar oder M&auml;rz soll es dann soweit sein. Die Zustimmung von Medien und Politik ist gro&szlig;, ein Kurswechsel eher unwahrscheinlich. 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