{"id":79354,"date":"2022-01-02T09:00:35","date_gmt":"2022-01-02T08:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79354"},"modified":"2022-01-02T12:57:46","modified_gmt":"2022-01-02T11:57:46","slug":"kakophonie-der-schamlosigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79354","title":{"rendered":"Kakophonie der Schamlosigkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Der Sohn des fr&uuml;heren philippinischen Diktators Ferdinand E. Marcos hat reale Chancen, im Mai kommenden Jahres Pr&auml;sident des s&uuml;dostasiatischen Inselstaates zu werden &ndash; ausgerechnet f&uuml;nf Jahrzehnte nach der Verh&auml;ngung des Kriegsrechts &uuml;ber das Land durch seinen Vater. Da f&uuml;r das Amt des Vizepr&auml;sidenten Sara Duterte-Carpio kandidiert, die Tochter des noch amtierenden Pr&auml;sidenten, bietet dieses Polit-Tandem f&uuml;r die reaktion&auml;rsten politischen Kr&auml;fte im Land die Gew&auml;hr daf&uuml;r, die Staatsapparate ungeniert zu schr&ouml;pfen. Die philippinischen Medien sprechen bereits von einer Schicksalswahl: Driftet das Land vollends ab in Massenarmut, Elend und Terror oder gelingt eine l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige politische, wirtschaftliche und soziale Kehrtwende zugunsten der Interessen des Gros der Bev&ouml;lkerung? Ein Bericht von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Katastrophenkataster zum Jahresende<\/strong><\/p><p>Auch in der diesj&auml;hrigen Weihnachtszeit gibt es reichlich Anl&auml;sse, die zahlreichen Filipinos die Lust an Festtagsstimmung und fr&ouml;hlicher Ausgelassenheit geh&ouml;rig vermiesen. Etwa 20 Taifune sorgen allj&auml;hrlich f&uuml;r schwere Verw&uuml;stungen, Tote, Vermisste sowie gewaltige Sch&auml;den der Infrastruktur und in der Landwirtschaft. Als sei dieses Jahr nicht schon in vielfacher Hinsicht turbulent genug verlaufen, traf diesmal zehn Tage vor Weihnachten der in den Philippinen genannte Taifun &bdquo;Odette&ldquo; (internationaler Name: &bdquo;Rai&ldquo;) mit voller Wucht auf die Visayas, die zentrale Inselgruppe des Landes. Ann&auml;hernd 400 Tote sind bislang zu beklagen und zig Menschen werden noch vermisst.<\/p><p>&bdquo;Odette&ldquo; war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 und B&ouml;en von bis zu 240 Kilometern pro Stunde von Osten gen Westen gezogen. Die meisten Toten gab es den lokalen Beh&ouml;rden zufolge mit knapp 100 Opfern in der Provinz Bohol. Zirka eine halbe Million Menschen mussten sich vor dem Taifun in Sicherheit bringen, teilte die nationale Katastrophenschutzbeh&ouml;rde mit. Der Sturm legte Strom- und Kommunikationsleitungen lahm, isolierte einige Inseln und St&auml;dte und lie&szlig; &uuml;ber f&uuml;nf Millionen Menschen ohne Elektrizit&auml;t zur&uuml;ck. Vielerorts hagelte es Proteste &uuml;ber ein fehlendes Krisenmanagement oder nur sehr z&ouml;gerliche und ineffektive Hilfe seitens der Regierungsstellen.<\/p><p>Laut der letzten Bloomberg-Covid-Resilienz-Rangliste von Ende Oktober sind die Philippinen trotz des R&uuml;ckgangs der F&auml;lle &uuml;berdies immer noch der weltweit &bdquo;schlimmste Ort&rdquo;, wenn es um die COVID-19-Pandemie geht. Mit einer Punktzahl von 40,5 belegten die Philippinen zwei Monate hintereinander den letzten Platz in einer Liste von 53 L&auml;ndern. Die Rangliste basiert auf 12 Indikatoren, die sich auf die Eind&auml;mmung des Virus, die Qualit&auml;t der Gesundheitsversorgung, den Impfschutz, die Gesamtsterblichkeit und die Fortschritte bei der &Ouml;ffnung der Grenzen beziehen. Der im Inselstaat &ndash; vielfach mit brachialer Gewalt &ndash; durchgesetzte l&auml;ngste und h&auml;rteste Lockdown hat zu einem Wirtschaftseinbruch von ann&auml;hernd zehn Prozent allein im vergangenen Jahr und zu einem Anschwellen des Arbeitslosenheeres um weitere &uuml;ber vier Millionen Menschen gef&uuml;hrt.<\/p><p><strong>Politpossen im Klima vorgezogenen Wahlkampffiebers<\/strong><\/p><p>Erst seit dem 15. November steht definitiv fest, welche Politiker bei den n&auml;chsten Pr&auml;sidentschafts-, Kongress- und Gouverneurswahlen in den Philippinen am 9. Mai 2022 antreten. Zwar konnten sich potentielle Aspiranten f&uuml;r die unterschiedlichen Posten bereits in der ersten Oktoberwoche registrieren lassen. Doch laut philippinischer Gesetzeslage wurde allen Anw&auml;rtern eine Frist bis just zum 15. November einger&auml;umt, um definitiv ihre Kandidatur f&uuml;r ein bestimmtes politisches Amt anzumelden. So dauerte es wieder einmal reichlich einen Monat, bis sogenannte Platzhalter buchst&auml;blich im letzten Augenblick ihre Kandidatur zugunsten eines aussichtsreicheren Bewerbers zur&uuml;ckzogen. Zeit also, Politpossen zu veranstalten und politische Gegner hinzuhalten, was diesmal &ndash; ausgerechnet in Zeiten der Pandemie &ndash; im Lande gar nicht gut ankam.<\/p><p>Wer gedacht hatte, in dieser f&uuml;r den Inselstaat wirtschaftlich schwierigsten Situation seit seiner von den USA gew&auml;hrten Unabh&auml;ngigkeit im Sommer 1946 unternehme die Regierung alles, um das Leben f&uuml;r die Masse der Bev&ouml;lkerung ertr&auml;glicher zu gestalten, sah sich bitter entt&auml;uscht. In den Medien der Hauptstadt Manila war immer h&auml;ufiger von &bdquo;politischem Zirkus&ldquo; die Rede. Gemeint war das Pokern zahlreicher Politiker um Macht und Pfr&uuml;nde im Vorwahlkampf, dessen offizieller Beginn eigentlich im Februar diesen Jahres sein soll. Das betraf zuv&ouml;rderst die politischen Clans dreier (ehemaliger) Pr&auml;sidentenfamilien &ndash; die des regierenden Pr&auml;sidenten Rodrigo R. Duterte, jene von Expr&auml;sidentin Gloria Macapagal-Arroyo (2001-2010) und last but not least die Marcoses. Deren Big Boss, Ferdinand E. Marcos, war Pr&auml;sident des Landes von 1965 bis zu seinem Sturz im Februar 1986. Von 1972 bis 1981 regierte er qua Kriegsrecht und hinterlie&szlig; nach seinem erzwungenen Abgang ein zerr&uuml;ttetes und finanziell ausgeblutetes Land.<\/p><p>Bei den letzten Pr&auml;sidentschaftswahlen 2016 war Marcos&lsquo; Sohn, Ferdinand Junior oder besser unter seinem Spitznamen &bdquo;Bongbong&ldquo; bekannt, im Rennen um das Amt des Vizepr&auml;sidenten der nunmehrigen Pr&auml;sidentschaftskandidatin Leni Robredo unterlegen. Eine Niederlage, die er bis vor Kurzem &ndash; letztlich erfolglos &ndash; gerichtlich anfocht. Als Mittsechziger sieht Marcos in den kommenden Wahlen seine letzte Chance gekommen, noch den Sprung in den Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang in Manila zu schaffen. Eine ebenso bizarre wie grauenhafte Vorstellung f&uuml;r alle, die auf unterschiedliche Weise unter der Marcos-Diktatur gelitten haben, die &bdquo;Bongbong&ldquo; mit allen Mitteln nicht m&uuml;de wird, im Nachhinein als &bdquo;goldene &Auml;ra&ldquo; der Philippinen zu verkl&auml;ren.<\/p><p>Als &bdquo;Bongbongs&ldquo; Kandidatin f&uuml;r das Amt des Vizepr&auml;sidenten ist &uuml;ber Nacht Sara Duterte-Carpio eingesprungen, die noch amtierende B&uuml;rgermeisterin von Davao City im S&uuml;den des Landes und Tochter von Pr&auml;sident Rodrigo R. Duterte. Letzterer kann laut Verfassung nicht wiedergew&auml;hlt werden und lavierte, was das Zeug hielt. Erst erwog er, im n&auml;chsten Jahr f&uuml;r das Amt des Vizepr&auml;sidenten zu amtieren, um sodann seinen kompletten R&uuml;ckzug aus der Politik zu erkl&auml;ren. Er wolle, so Duterte, die Zeit nutzen, um sich auf eine eventuelle Strafverfolgung seitens des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag wegen der hohen Opferzahlen in seinem &bdquo;Antidrogenkrieg&ldquo; vorzubereiten. Dann ein neuerlicher Schwenk: Im n&auml;chsten Jahr bewerbe er sich, nicht zuletzt um Immunit&auml;t zu wahren, f&uuml;r einen Sitz im Senat. Auch das ward nicht das letzte Wort. Aktuell sieht es so aus, dass sich Duterte f&uuml;r kein politisches Amt bewirbt. Auch hat er sich bis dato bedeckt gehalten, was eine Wahlempfehlung betrifft. Erst hatte er seiner Tochter abgeraten, eines der h&ouml;chsten Staats&auml;mter anzustreben. Aber als diese in zahlreichen Prognosen von Wahlforschungsinstituten klar als favorisierte Pr&auml;sidentschaftskandidatin gehandelt wurde, r&uuml;ffelte er sie daf&uuml;r, freiwillig zugunsten von Marcos zur&uuml;ckzustecken.<\/p><p>Selbst die engsten Verb&uuml;ndeten Dutertes haben mittlerweile Schwierigkeiten, das erratische Verhalten ihres Idols zu dechiffrieren. Wenngleich Duterte seit jeher ein gl&uuml;hender Verehrer von Marcos Senior ist, scheute er sich nicht, Marcos Junior &ouml;ffentlich als &bdquo;schwachen F&uuml;hrer&ldquo; zu bezeichnen und dar&uuml;ber hinaus noch zu insinuieren, er sei &bdquo;kokainabh&auml;ngig&ldquo;.<\/p><p><strong>Aussichtsreichste Kandidaten &ndash; das Marcos-Duterte-Carpio-Tandem<\/strong><\/p><p>&Uuml;berhaupt haben j&uuml;ngste Ereignisse das Glaubw&uuml;rdigkeitsproblem Dutertes versch&auml;rft. Im Jahr 2016 gewann er die Wahl mit dem Versprechen auf Ver&auml;nderung. Er versprach eine solide Regierungsf&uuml;hrung, die Ausmerzung von Korruption in der B&uuml;rokratie, ein Ende des Drogenproblems und zig andere Reformen. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Da die meisten dieser vollmundigen Versprechen nicht umgesetzt wurden, schaltete der Pr&auml;sident einen Gang zur&uuml;ck und richtete nunmehr seine Giftpfeile auf Senatoren, die es gewagt hatten, eine Untersuchung des knapp neun Milliarden Peso (umgerechnet ca. 150 Mio. Euro) schweren Gesch&auml;fts zwischen der stark unterkapitalisierten Pharmally Pharmaceutical Corp. und dem Beschaffungsamt (Department of Budget and Management) anzustreben. Sein ehemaliger Wirtschaftsberater Michael Yang und Intimus, Senator Christopher Lawrence &bdquo;Bong&rdquo; Go, wurden in die fragw&uuml;rdigen Transaktionen verwickelt, bei denen es um die Lieferung von Schutzausr&uuml;stung gegen die Covid-19-Pandemie ging.<\/p><p>Tochter Sara hatte demgegen&uuml;ber lange geschworen, unbedingt B&uuml;rgermeisterin in Davao bleiben zu wollen und kein hohes Staatsamt anzustreben. Auch das ward Schall und Rauch: Sie zog sich aus dem Rennen um das B&uuml;rgermeisteramt zur&uuml;ck (ihr Bruder, der stellvertretende B&uuml;rgermeister, trat rasch an ihrer Stelle als Kandidat an), verlie&szlig; die von ihr einst mitgegr&uuml;ndete Regionalpartei Hugpong ng Pagbabago (HNP &ndash; Fraktion f&uuml;r einen Wandel) und legte auf Dr&auml;ngen der ehemaligen Pr&auml;sidentin Arroyo als Neumitglied ihren Eid auf die landesweit verankerte Partei Lakas-Christian Muslim Democrats (CMD) ab, Arroyos politischem Vehikel. Mittlerweile fungiert Frau Duterte-Carpio als Vorsitzende beider Parteien, nachdem sie zwischenzeitlich wieder in die Arme der HNP zur&uuml;ckkehrte.<\/p><p>Dann der denkw&uuml;rdige 25. November 2021. An jenem Tag erfolgte der Schulterschluss vier gro&szlig;er politischer Parteien, was zweifellos in die Geschichtsannalen des Landes eingehen wird. Ein Tag, an dem das nunmehr unter dem Namen <em>BBM-SARA UniTeam<\/em> firmierende Marcos-Duterte-Carpio-Tandem von zwei weiteren Parteien, der Partido Federal ng Pilipinas (PFP) und Pwersa ng Masang Pilipino (PMP &ndash; Kraft der philippinischen Massen) Unterst&uuml;tzung erfuhr. Weitere Parteien sind eingeladen, sich diesem B&uuml;ndnis anzuschlie&szlig;en.<\/p><p>Handelt es sich bei der PFP um ein Marcos-Vehikel und bei der CMD um eine Arroyo-Gruppierung, fungieren jeweils die Duterte-Tochter und Ex-Pr&auml;sident Joseph &bdquo;Erap&ldquo; Estrada (1998-2001) und dessen Sohn Jose &bdquo;Jinggoy&rdquo; Estrada als Bosse der HNP beziehungsweise PMP. Estrada Senior wurde durch einen vom Milit&auml;r unterst&uuml;tzten Volksaufstand von der Macht verdr&auml;ngt, anschlie&szlig;end wegen Pl&uuml;nderung verurteilt und sp&auml;ter von seiner Nachfolgerin Macapagal-Arroyo begnadigt. Diese musste sich ihrerseits wegen des Vorwurfs der Pl&uuml;nderung einige Zeit lang in (wiewohl privilegierte) Krankenhaushaft begeben, bevor der Oberste Gerichtshof sie nach dem Amtsantritt von Duterte im Sommer 2016 freisprach. Seitdem f&uuml;hlt sich die Ex-Pr&auml;sidentin in besonderer Weise Duterte zu Dank verpflichtet. Jose &bdquo;Jinggoy&ldquo; Estrada &uuml;bte sich demgegen&uuml;ber in Familientreue: &bdquo;Wir drei sind Kinder von Pr&auml;sidenten. Dem Land zu dienen und es zu lieben, wird immer in unserem Gewissen, in unserem Blut und in unseren Herzen bleiben.&ldquo;<\/p><p><strong>Geballte Wucht der Reaktion<\/strong><\/p><p>Streng genommen handelt es sich bei all diesen und anderen Parteien um parteif&ouml;rmige Organisationen, die von dominanten F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten in Wahlzeiten als politische Vehikel f&uuml;r sich und ihre Klientel genutzt werden. Es sind dies beileibe keine nach unserem Verst&auml;ndnis politisch programmatisch ausgerichtete Parteien, sondern Dom&auml;nen sogenannter Trapos, traditioneller Politiker, die diese nach Belieben verkleinern und erweitern k&ouml;nnen, wie es gerade aus Gr&uuml;nden dynastischer Interessenwahrung opportun erscheint. Parteiprogramme sind de facto irrelevant, Parteiwechsel die Regel und derjenige ist der &bdquo;Boss&ldquo;, der die &bdquo;politische Handwerkskunst&ldquo; beherrscht, klientelistische Netzwerke aufzubauen beziehungsweise zu pflegen.<\/p><p>Sofern das Kalk&uuml;l des Marcos-Duterte-Carpio-Tandems aufgeht, w&auml;re es imstande, sich bis zum Jahr 2034 an der Macht zu halten. Denn nach sechsj&auml;hriger Amtszeit von Marcos Junior k&ouml;nnte ihn nahtlos die Duterte-Tochter politisch beerben. Kein Wunder, dass sich vor allem Ferdinand &bdquo;Bongbong&rdquo; Marcos Jr. in Siegerlaune zeigte. In seiner Rede am 25. November lobte er den Zusammenschluss der Parteien und wertete das als &bdquo;ein Zeichen der Einheit, was das Land, das lange durch schmutzige Politik polarisiert war, heilen und Frieden bringen werde&ldquo;. Duterte-Carpio, die nunmehr gleichzeitig als CMD- und HNP-Vorsitzende fungiert, hob in ihrer Dankesrede hervor: &bdquo;Dieses B&uuml;ndnis ist auch ein lautes Echo unseres Triumphes, uns friedlich zu vereinen und Seite an Seite zu stehen, um eine kontinuierliche Entwicklung und einen positiven Wandel f&uuml;r unsere philippinischen Mitb&uuml;rger und die Philippinen zu erreichen.&rdquo; <\/p><p><strong>&bdquo;Giftiges Erbe des Feudalismus&ldquo;<\/strong><\/p><p>Unerwartete Unterst&uuml;tzung erhielt der Superblock der Reaktion&auml;re durch das zwischenzeitlich unerwartete Ausscheiden von Christopher Lawrence &bdquo;Bong&ldquo; Go, eines Gesch&auml;ftsmanns und Busenfreunds des amtierenden Pr&auml;sidenten, aus dem Rennen um die Pr&auml;sidentschaft aufgrund famili&auml;rer Gr&uuml;nde. Go, dessen einzige Qualifikation darin besteht, sich der allgegenw&auml;rtigen N&auml;he zu Pr&auml;sident Duterte zu erfreuen, erkl&auml;rte gegen&uuml;ber der Presse am 30. November: &bdquo;Meine Familie ist der Meinung, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt f&uuml;r mich ist. Nur Gott wei&szlig;, wann dieser Zeitpunkt gekommen sein wird.&ldquo; Und devot f&uuml;gte er hinzu:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich m&ouml;chte auch Pr&auml;sident Rodrigo Duterte keine Kopfschmerzen bereiten, denn er ist f&uuml;r mich mehr als ein Vater. Er ist schon alt und hat schon so viel f&uuml;r das Land gegeben, ich m&ouml;chte ihm nicht noch mehr Probleme bereiten. Ich bin ihm gegen&uuml;ber loyal und habe ihm versprochen, dass ich ein Leben lang bei ihm bleiben werde. Das ist meine Verpflichtung ihm gegen&uuml;ber (&hellip;) Ich &uuml;berlasse mein Schicksal Gott und dem philippinischen Volk, w&auml;hrend ich mich verneige, um jeden Tag mein Bestes zu geben und selbstlos und unerm&uuml;dlich zu dienen. Ich bin bereit, das gr&ouml;&szlig;te Opfer f&uuml;r das Wohl unseres Landes und f&uuml;r die Einheit unter unseren Anh&auml;ngern zu bringen.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Eine Haltung, die Prof. Dr. Epifanio San Juan, Jr., einer der bedeutendsten philippinisch-US-amerikanischen Intellektuellen und Kulturanthropologen, j&uuml;ngst in einem Gespr&auml;ch mit diesem Autor als &bdquo;giftiges Erbe des Feudalismus&ldquo; bezeichnete, in dessen Dunstkreis der amtierende Pr&auml;sident als zentrale Figur agiert:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Duterte selbst ist ein M&ouml;chtegern-Marcos, aber ohne den vorget&auml;uschten Legalismus seines Idols &ndash; ein Gangster, ein pseudopopulistischer Provinzpate, der in der Gewalt der Warlords geschult wurde. In Ermangelung eines echten politischen Programms verl&auml;sst sich Duterte auf Selbstjustiz, Bestechung, Drohungen und die Manipulation von Milit&auml;rs und Polizisten.&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><\/blockquote><p>&Uuml;ber andere Parteienspektren, sozialpolitische Alternativen und Positionen der Linken im Lande ab dem im Februar offiziell er&ouml;ffneten Wahlkampf, der angesichts einer bis dato nicht dagewesenen schroffen gesellschaftlichen Polarisierung\/Antagonisierung von massiven Social-Media-Hypes, Cyberattacken, Gewalt und Wahlmanipulationen &uuml;berschattet werden d&uuml;rfte, wird es auf diesen Seiten noch einiges zu berichten, kommentieren und analysieren geben.  <\/p><p>Titelbild: Marlou Bon-ao\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Rainer Werning (9.10.2017): 15 Monate Dutertismo &ndash; Ann&auml;herungen an ein philippinisches Ph&auml;nomen * <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40495\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40495<\/a><\/p><p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Siehe: &raquo;Wir m&uuml;ssen das giftige Erbe des Feudalismus beseitigen&laquo; (Tageszeitung junge Welt) * <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/415909.befreiungskampf-in-den-philippinen-wir-m%C3%BCssen-das-giftige-erbe-des-feudalismus-beseitigen.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/415909.befreiungskampf-in-den-philippinen-wir-m%C3%BCssen-das-giftige-erbe-des-feudalismus-beseitigen.html<\/a> &amp; Neocolonialism And The New Cold War In Southeast Asia: A Diasporic View On The Philippine Crisis | Countercurrents * <a href=\"https:\/\/countercurrents.org\/2021\/12\/neocolonialism-and-the-new-cold-war-in-southeast-asia-a-diasporic-view-on-the-philippine-crisis\/\">https:\/\/countercurrents.org\/2021\/12\/neocolonialism-and-the-new-cold-war-in-southeast-asia-a-diasporic-view-on-the-philippine-crisis\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sohn des fr&uuml;heren philippinischen Diktators Ferdinand E. 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