{"id":7938,"date":"2011-01-10T10:06:03","date_gmt":"2011-01-10T09:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7938"},"modified":"2011-01-10T10:11:27","modified_gmt":"2011-01-10T09:11:27","slug":"hinweise-des-tages-1303","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7938","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Anschlag auf US-Politikerin; die Lage ist nicht halb so gut wie die Stimmung; ist das Gesundheitssystem noch zu retten?; Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant; Personal f&uuml;r Kontrollen fehlt; was essen wir wirklich?; Hypo exklusiv: Der geheime Kaufvertrag mit der Bayerischen Landesbank; Gro&szlig;projekte sollen schneller genehmigt werden; CDU-Kampagne gegen die Gr&uuml;nen: &bdquo;Die Dagegen-Partei&ldquo;; Gr&uuml;ne werfen Merkel Manipulation vor; L&auml;nder drohen Bahn mit Sanktionen; Stuttgart: Und ewig bockt der Berg; weniger, &auml;lter, bunter: Vergessene Faktoren; f&uuml;r mehr Ferne im Fernsehrat; Thilo Sarrazin und seine Leser; Ypsilanti liest SPD die Leviten; die Verh&auml;ltnisse sind weniger neoliberal als neofeudal; Schulsozialarbeit bringt mehr als ein Bildungsgutschein f&uuml;r Nachhilfe; Blicke &uuml;ber den Zaun. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Anschlag auf US-Politikerin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die Lage ist nicht halb so gut wie die Stimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Erste Hilfe gesucht: Ist das Gesundheitssystem noch zu retten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Achtung Kostenfalle: Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Personal f&uuml;r Kontrollen fehlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Food, Inc. &ndash; Was essen wir wirklich? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Hypo exklusiv: Der geheime Kaufvertrag mit der Bayerischen Landesbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gro&szlig;projekte sollen schneller genehmigt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">CDU-Kampagne gegen die Gr&uuml;nen: &bdquo;Die Dagegen-Partei&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gr&uuml;ne werfen Merkel Manipulation vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">L&auml;nder drohen Bahn mit Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stuttgart: Und ewig bockt der Berg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Weniger, &auml;lter, bunter: Vergessene Faktoren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">F&uuml;r mehr Ferne im Fernsehrat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Thilo Sarrazin und seine Leser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Ypsilanti liest SPD die Leviten: Kein Gott, kein Kaiser noch Tribun<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Verh&auml;ltnisse sind weniger neoliberal als neofeudal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Schulsozialarbeit bringt mehr als ein Bildungsgutschein f&uuml;r Nachhilfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Blicke &uuml;ber den Zaun<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7938&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"01\"><\/a><strong>Anschlag auf US-Politikerin<\/strong><br>\nEin Mann hat in Arizona eine Kongressabgeordnete durch einen gezielten Kopfschuss schwer verletzt. Der 22-j&auml;hrige T&auml;ter erschoss bei einem B&uuml;rgertreff der Politikerin zudem sechs Menschen, darunter ein kleines M&auml;dchen. Die Motive des T&auml;ters, der &uuml;berw&auml;ltigt wurde und in Haft ist, sind unklar. Sheriff Dupnik verwies ausdr&uuml;cklich auf die aufgeheizte politische Stimmung in Arizona: Ein solches Klima k&ouml;nne psychisch labile Menschen beeinflussen. &bdquo;Wir sind zu einem Mekka des Hasses und der Vorurteile geworden&ldquo;, sagte Dupnik. Die politische Rhetorik in den USA ist in den vergangenen zwei Jahren immer aggressiver geworden. &ldquo;Gabby&rdquo; Giffords war selbst mehrfach verbal attackiert worden. Die ehemalige Vizepr&auml;sidentschafts-Kandidatin Sarah Palin, seit langem inoffizielles Sprachrohr der radikal gesinnten &ldquo;Tea Party&rdquo;, ver&ouml;ffentlichte im M&auml;rz 2010 eine Karte der USA mit Zielscheiben auf 20 Wahlkreisen, deren Abgeordnete f&uuml;r die Gesundheitsreform von Barack Obama gestimmt hatten. Eine der Zielscheiben markierte Giffords, dazu kam die Aufforderung &ldquo;Stellung zu beziehen&rdquo;. Palin hatte ihre Anh&auml;nger in der Vergangenheit bereits aufgefordert, gegen&uuml;ber dem politischen Gegner &ldquo;nicht nachzugeben, sondern nachzuladen&rdquo;. Nicht nur rhetorisch lud unterdessen Giffords Gegner im Rennen um den Abgeordnetensitz nach. Der republikanische Kandidat Jesse Kelly forderte seine Anh&auml;nger im Juni auf: &ldquo;Helft uns Gabrielle Giffords aus dem Amt zu werfen. Feuert eine vollautomatische M16 mit Jesse Kelly.&rdquo; Solche Aktionen im Wahlkampf kommen gut an in Arizona, einem Staat mit vielen Waffennarren, in dem zur Zeit unter anderem dar&uuml;ber diskutiert wird, Waffen in Schulen zu legalisieren. Bei Wahlkampfveranstaltungen der Demokratin waren im vergangenen Herbst regelm&auml;&szlig;ig politische Gegner mit Waffen erschienen. Im M&auml;rz wurde ihr Wahlkampfb&uuml;ro in Tucson verw&uuml;stet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/anschlag-auf-us-politikerin\/3693720.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allenthalben liest man jetzt, dass die USA unter Schock st&uuml;nden. Wer mag das glauben, wenn man z.B. die Hetzkampagne gegen die Gesundheitsreform seitens der Republikaner, unterst&uuml;tzt durch die betroffene Industrie, und der Tea-Party-Bewegung, personifiziert in Personen wie Beck oder Palin, verfolgt hat. Gabrielle Giffords selbst hatte nach einem Angriff auf ihr B&uuml;ro die Zielscheibenaktion von Palin wie folgt kommentiert: &ldquo;Wenn man so etwas tut, dann muss man auch wissen, dass es Konsequenzen haben kann&rdquo;. Jetzt r&auml;tseln alle &uuml;ber die Motive des T&auml;ters, richtig ist, dass viele normale Amerikaner inklusive k&uuml;hl kalkulierender Politiker und Gesch&auml;ftsleute zu dieser Atmosph&auml;re des Hasses beigetragen haben, in der dann einige verwirrte Geister durchdrehen. Unbegreiflich, warum es z.B. einem Fernsehsender Fox erlaubt ist, kaum fassbare L&uuml;genkampagnen gegen den politische Gegner zu starten. &ndash; Aber Vorsicht, zwar m&ouml;gen wir in Deutschland noch nicht an die US-amerikanische Dimension der Hetze heranreichen. Was aber Politiker und eine bestimmte Zeitung gegen Hartz-IV- Bezieher oder Migranten regelm&auml;&szlig;ig ablassen, dient auch nicht gerade der Befriedung des Gemeinwesens. Auch die pauschale Diffamierung von bestimmten Personen hat bei uns Tradition &ndash; siehe seinerzeit die Kampagne gegen Andrea Ypsilanti.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Lage ist nicht halb so gut wie die Stimmung<\/strong><br>\nIn Deutschland steigen die Industriebestellungen um gut f&uuml;nf Prozent zum Vormonat &ndash; und stagnieren dennoch nahezu. Das klingt paradox, ist aber nichts im Vergleich zu den Stimmungsumfragen, die sich von der Realit&auml;t abgekoppelt zu haben scheinen. (&hellip;) Rechnen wir ab jetzt immer mit dem gleitenden Drei-Monats-Durchschnitt, um die schon wegen der unterschiedlichen H&auml;ufigkeit von Gro&szlig;auftr&auml;gen schwankungsanf&auml;lligen Daten zu gl&auml;tten. Und sofort f&auml;llt auf, dass die Auslandsbestellungen im November kaum mehr h&ouml;her waren als im August &ndash; trotz des riesigen Sprungs der Nicht-EWU-Auftr&auml;ge im November, der nach einer Korrektur schreit. (&hellip;) Vor allem die Konsumg&uuml;terbestellungen sind bis heute so schwach geblieben, dass man sich fragt, f&uuml;r wen die umfragegem&auml;&szlig; jubilierenden Firmen &uuml;berhaupt herumwurschteln. Der rekordhohe j&uuml;ngste EU-Konjunkturklimaindex f&uuml;r den Einzelhandel etwa mutet angesichts der erb&auml;rmlichen tats&auml;chlichen November-Ums&auml;tze auf dem alten Kontinent wie ein schlechter Witz an.<br>\nSelbst in der vergleichsweise erfolgreichen deutschen Industrie ist die Lage nicht halb so gut wie die Stimmung. Letztere reflektiert eher die Gewinnmargen der Firmen, welche sich dem ungeheuerlich hohen Vorkrisenniveau n&auml;hern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-die-lage-ist-nicht-halb-so-gut-wie-die-stimmung\/50212126.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Erste Hilfe gesucht: Ist das Gesundheitssystem noch zu retten?<\/strong><br>\nEs scheint jedes Jahr schlechter zu werden: Die Krankenkassenbeitr&auml;ge steigen und steigen, und die Strukturen &auml;ndern sich &uuml;berhaupt nicht. Die Medikamente in Deutschland sind viel zu teuer, aber die Politik scheint der Pharmalobby gegen&uuml;ber machtlos zu sein, die &Auml;rzte m&uuml;hen sich mit b&uuml;rokratischem Kleinkram ab, und die Patienten f&uuml;hlen sich schlecht behandelt. Was kann und muss man tun? Wie kann man die Misere &uuml;berwinden, mit mehr Staat, mehr Regelungen? Antworten gibt der Medizinhistoriker von der Universit&auml;t Heidelberg, Prof. Wolfgang U. Eckart.<br>\nQuelle 1: SWR2 Audio [Mp3 &ndash; 28:23min)<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/-\/id=7118224\/property=download\/nid=660374\/1bc4ifi\/swr2-wissen-20110109.pdf\">SWR2 Manuskript [ PDF &ndash; 123,7 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR: <\/strong>Lesenswert. Hier ein Zitat: &bdquo;Die Privatisierungswelle in der Krankenhausversorgung, die dramatisch auch auf die Universit&auml;tsklinika &uuml;bergreift, hat erheblich zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen beigetragen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Achtung Kostenfalle: Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant<\/strong><br>\nAb 1. Januar gelten beim Arzt, und in der Apotheke andere Regeln: Statt Sachleistung kann jetzt beim Arzt direkt auf Rechnung bezahlt und in der Apotheke kann ein wirkstoffgleiches Medikament gegen Zahlung der Mehrkosten gew&auml;hlt werden. Doch Vorsicht: Die vermeintliche Wahlfreiheit, kann schnell zur riskanten Kostenfalle werden. &Uuml;ber 600.- EUR kann dann der Besuch beim Radiologen kosten. Immerhin noch rund 250.- EUR sind es dann im Schnitt beim Internisten. Und wie im Spielcasino geht&rsquo;s in der Apotheke zu. Auf bis zu 90 Prozent des Arzneimittelpreises bleiben die Patient\/innen sitzen. Was die Krankenkasse wirklich beim gew&auml;hlten Medikament erstattet, wei&szlig; nicht einmal der Apotheker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/nachrichten\/newsArchive?channel=nachrichten&amp;id=achtung-kostenfalle-vorkasse-beim-arzt-und-in-der-apotheke-sind-riskant\">ver.di<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines NDS-lesenden Hausarztes:<\/strong> Das Sachleistungsprinzip ist undurchsichtig, vormundschaftlich und letztlich teuer (beschaffen Sie z.B. eine Toilettensitzerh&ouml;hung selbst, kostet das 45 EUR, die Kasse bezahlt daf&uuml;r um die 90 EUR). Es ist auch nicht einzusehen, warum diese Form staatlicher F&uuml;rsorge f&uuml;r Alle gelten soll, wenn nur 20 % HARTZ IV bekommen und dieses Ausgleiches bed&uuml;rfen.<br>\nDas Sachleistungsprinzip stammt aus Zeiten, zu denen ein Arztbesuch tats&auml;chlich ein Privileg war und man der breiten Masse diesen auch erm&ouml;glichen wollte. Damals gab es sozialen Ausgleich wie z.B. HARTZ IV nicht, andererseits gab es auch noch keine medizinischen. Gro&szlig;ger&auml;te und andere kostentr&auml;chtige Untersuchungsverfahren&hellip;<br>\nFrage WL: Wenn dem so w&auml;re, dass die Selbstbeschaffung und Vorfinanzierung von medizinisch indizierten Hilfsmittel &uuml;ber die Kasse teurer w&auml;re, warum &uuml;ben die Kassen dann mir ihrer viel gr&ouml;&szlig;eren Nachfragemacht, als sie ein einzelner Patient hat, nicht entsprechenden Druck aus.<br>\n<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Personal f&uuml;r Kontrollen fehlt<\/strong><br>\nVerbrauchersch&uuml;tzer und Lebensmittelindustrie fordern als Konsequenz aus dem Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter deutlich strengere und h&auml;ufigere Kontrollen. &ldquo;Die amtliche &Uuml;berwachung von Futtermitteln scheint nicht ausreichend zu sein&rdquo;, sagt Matthias Horst, der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Bundesvereinigung der Deutschen Ern&auml;hrungsindustrie (BVE), gegen&uuml;ber &ldquo;Welt kompakt&rdquo;. Offensichtlich h&auml;tten die Bundesl&auml;nder in den vergangenen Jahren an dieser Stelle zu viel gespart. Unterst&uuml;tzt wird Horst von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). &ldquo;F&uuml;r effiziente Kontrollen fehlt bei den L&auml;ndern ausreichend Personal&rdquo;, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen. Dem sogenannten Verbraucherschutzindex seines Verbandes zufolge gibt es knapp 6750 Lebensmittelkontrolleure in Deutschland. Damit entfallen im Durchschnitt 6,27 Pr&uuml;fer auf 1000 Betriebe. &ldquo;Diese Zahl reicht bei weitem nicht aus&rdquo;, hei&szlig;t es beim vzbv. Besonders gro&szlig; ist der Nachholbedarf laut Untersuchung in Baden-W&uuml;rttemberg und Rheinland-Pfalz, in Berlin und Brandenburg sowie in Schleswig-Holstein, Th&uuml;ringen und Hamburg. Dort gibt es zum Teil nur einen oder zwei Kontrolleure f&uuml;r 1000 Betriebe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/welt_kompakt\/print_wirtschaft\/article11997835\/Personal-fuer-Kontrollen-fehlt.html?print=true#reqdrucken\">Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Food, Inc. &ndash; Was essen wir wirklich? <\/strong><br>\n47.000 Produkte f&uuml;hrt ein durchschnittlicher amerikanischer Supermarkt. Das Angebot scheint grenzenlos. Doch betrachtet man die augenscheinliche Vielfalt genauer, zeichnen daf&uuml;r nur eine Handvoll Firmen verantwortlich. Das stellen Produzent und Regisseur Robert Kenner und die Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan bei ihren Recherchen &uuml;ber den amerikanischen Lebensmittelmarkt fest.<br>\nWenige gro&szlig;e Konzerne beherrschen den Markt. Beispiel Fleisch: Gab es 1970 noch Tausende von Schlachth&ouml;fen in den USA, gibt es heute gerade noch 13. H&uuml;hner werden heute in der H&auml;lfte der Zeit wie vor 50 Jahren doppelt so schwer. Dabei nehmen sie so schnell zu, dass die Knochen die Fleischmassen nicht tragen k&ouml;nnen und die Tiere alle paar Schritte umkippen. H&uuml;hnerhalter werden durch hohe Kredite abh&auml;ngig von den gro&szlig;en Fleischkonzernen. Wer die Tiere nicht nach deren Vorgaben h&auml;lt, n&auml;mlich in riesigen Hallen ohne Tageslicht oder wer Filmteams auf seine Anlage l&auml;sst, dem wird der Vertrag gek&uuml;ndigt. Die gleichen Zust&auml;nde herrschen auf dem Saatgutmarkt. 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA enthalten Gene, auf die Monsanto ein Patent hat. Ehemalige Monsanto-Mitarbeiter, die in die Politik gewechselt sind, waren federf&uuml;hrend an der Entscheidung beteiligt, gentechnisch ver&auml;nderte Produkte nicht zu kennzeichnen. Mit dem Ergebnis, dass heute 70 Prozent aller verarbeiteten Produkte in einem amerikanischen Supermarkt gentechnisch ver&auml;nderte Zutaten enthalten.<br>\n&lsquo;Es geht nicht nur darum, was wir essen oder um unsere Gesundheit, sondern darum, was wir wissen d&uuml;rfen.&rsquo; Dieses Zitat stellen die Filmemacher an den Anfang des Filmes. Und ziehen am Ende den Schluss: &lsquo;Einer der wichtigsten K&auml;mpfe der Verbraucher ist der Kampf um das Wissen, was in unserem Essen ist und wie es hergestellt wurde.&rsquo; Mit aller Macht verhindern gro&szlig;e Konzerne in Amerika, dass Verbraucher erfahren, wie ihr Essen hergestellt wird. Kritiker werden mit Prozessen &uuml;berzogen und so mundtot gemacht. Auch wenn manche der geschilderten Zust&auml;nde zun&auml;chst &lsquo;typisch amerikanisch&rsquo; scheinen, gibt es doch viele der gezeigten Entwicklungen auch in Europa. Auch hier erfahren Verbraucher oft nicht, was hinter dem sch&ouml;nen Schein der bunten Etiketten steckt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.einsfestival.de\/dokumentation_reportage\/highlights\/2011\/kw_01\/ernaehrung.jsp\">einsfestival<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hypo exklusiv: Der geheime Kaufvertrag mit der Bayerischen Landesbank<\/strong><br>\nVor einem Jahr musste die Hypo Alpe-Adria notverstaatlicht werden. profil ver&ouml;ffentlicht den geheimen Kaufvertrag mit der Bayerischen Landesbank: Wie die Bayern die eigene Tochter gezielt an den Rand der Pleite dr&auml;ngten &ndash; und sich von der Republik &Ouml;sterreich auch noch Investments in Milliardenh&ouml;he absichern lie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.profil.at\/articles\/1101\/560\/285854\/hypo-der-kaufvertrag-bayerischen-landesbank\">profil<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gro&szlig;projekte sollen schneller genehmigt werden<\/strong><br>\nTrotz der Erfahrung mit dem Bahnprojekt &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; will die Bundesregierung Beteiligungsrechte der B&uuml;rger bei Gro&szlig;projekten einschr&auml;nken. Dies geht aus einem Entwurf des Innenministeriums hervor. So soll eine &ouml;ffentliche Er&ouml;rterung in der Planungsphase nicht mehr zwingend sein.<br>\nDas ergibt sich aus einem Entwurf von Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) f&uuml;r ein &ldquo;Gesetz zur Vereinheitlichung und Beschleunigung von Planfeststellungsverfahren&rdquo;, der der F.A.Z. vorliegt. Der wohl heikelste Punkt ist die darin vorgesehene Regelung, dass die jeweils zust&auml;ndigen Verwaltungsbeh&ouml;rden k&uuml;nftig von einem &ouml;ffentlichen Er&ouml;rterungstermin absehen k&ouml;nnen. Beim Gro&szlig;projekt der Deutschen Bahn, Stuttgart 21, f&uuml;hrte der Vorwurf der mangelnden B&uuml;rgerbeteiligung zu einer Versch&auml;rfung der Proteste.<br>\n&ldquo;Die Beh&ouml;rden werden diese M&ouml;glichkeit verantwortungsvoll nutzen und den Verzicht nicht zum Regelfall machen&rdquo;, hei&szlig;t es in der Begr&uuml;ndung zwar. Doch bei Gro&szlig;vorhaben &ldquo;mit einer gro&szlig;en Zahl von Einwendern&rdquo; sei eine solche Veranstaltung oft kaum noch handhabbar. In vielen F&auml;llen habe sie auch kaum befriedende Wirkung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0F6C1ACA6E6643119477C00AAEDD6BD6\/Doc~EA070FD3E61AF49809B021F5378688CED~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da wird auf der einen Seite das Schlichtungsverfahren bei Stuttgart 21 als vorbildlich ger&uuml;hmt und der Schlichter Heiner Gei&szlig;ler gar zum Politiker des Jahres hochgejubelt &ndash; und was macht die Politik? Sie schr&auml;nkt die Beteiligung der &Ouml;ffentlichkeit bei solchen Gro&szlig;projekten per Gesetz ein. <\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Pressestelle der CDU Deutschlands teilt mit:<\/strong><br>\nAm Vortag der Klausur des Bundesvorstandes von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen hat die CDU Deutschlands die Internetseite http:\/\/www.die-dagegen-partei.de gestartet. Eine virtuelle Landkarte zeigt auf einen Blick, dass die Gr&uuml;nen in ganz Deutschland eine Vielzahl wichtiger Infrastruktur-Vorhaben blockieren oder behindern: vom Pumpspeicherwerk im Schwarzwald &uuml;ber die Hochspannungs&uuml;berlandleitung in Brandenburg bis zum Bau der Schnellbahnstrecke zwischen Hannover, Hamburg und Bremen.<br>\n&ldquo;Neue Bahnh&ouml;fe, neue Stra&szlig;en, neue Schienen, neue saubere Kraftwerke &ndash; die Gr&uuml;nen sind gegen alles&rdquo;, kritisierte CDU-Generalsekret&auml;r Hermann Gr&ouml;he gegen&uuml;ber CDU.TV, dem Internet-Fernsehen der CDU Deutschlands.<br>\nDarunter seien auch viele Projekte, die die Gr&uuml;nen im Bund selbst mitbeschlossen h&auml;tten. Sie stellten sich gegen Vorhaben, &ldquo;die unser Land wirtschaftlich weiter voranbringen, die noch mehr Arbeitspl&auml;tze schaffen und unsere Umwelt sch&uuml;tzen. Das ist verantwortungslos von der &lsquo;Dagegen-Partei&rsquo;!&rdquo;, so Gr&ouml;he.<br>\nDie Internetseite finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.die-dagegen-partei.de\">http:\/\/www.die-dagegen-partei.de<\/a>.<br>\nDas Video von Generalsekret&auml;r Gr&ouml;he unter <a href=\"http:\/\/www.cdu.tv\">http:\/\/www.cdu.tv<\/a>.\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Jede Partei, die die Politik der schwarz-gelben Koalition ablehnt, ist also &bdquo;Dagegen-Partei&ldquo;. Wieder einmal ein schlagendes Beispiel &uuml;ber das Demokratieverst&auml;ndnis von Union und FDP.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne werfen Merkel Manipulation vor<\/strong><br>\nDie damalige Umweltministerin soll in den 90er Jahren das atomare Entsorgungskonzept f&uuml;r den nieders&auml;chsischen Salzstock in Gorleben so ver&auml;ndert haben, dass damit unn&ouml;tige Gefahren in Kauf genommen wurden.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in einem Zwischenbericht zum Gorleben-Untersuchungsausschuss des Bundestages heftig von den Gr&uuml;nen attackiert. Diese werfen ihr vor, als Umweltministerin der Kohl-Regierung in den 90er Jahren das atomare Entsorgungskonzept f&uuml;r den nieders&auml;chsischen Salzstock so ver&auml;ndert zu haben, dass damit unn&ouml;tige Gefahren in Kauf genommen wurden. Von der &bdquo;kostenoptimierten Erkundung&ldquo; des Endlager-Standorts h&auml;tten Bundesregierung und Stromkonzerne sich damals Einsparungen &uuml;ber 300 Millionen D-Mark (gut 150 Millionen Euro) versprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/gruene-werfen-merkel-manipulation-vor\/-\/1472596\/5104412\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>L&auml;nder drohen Bahn mit Sanktionen<\/strong><br>\nMit dem Winterchaos im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn sowie bei der Berliner S-Bahn besch&auml;ftigt sich jetzt auch die Verkehrsministerkonferenz (VMK) der L&auml;nder. Die &bdquo;erheblichen Qualit&auml;tsm&auml;ngel&ldquo; im Bahnverkehr aufgrund des Winters sollen am kommenden Montag (10. Januar) auf einer Sondersitzung der VMK besprochen werden, k&uuml;ndigte der Vorsitzende, Brandenburgs Verkehrsminister J&ouml;rg Vogels&auml;nger (SPD), am Mittwoch in Potsdam an. Zudem werde es bei der au&szlig;erordentlichen Tagung um die k&uuml;nftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur gehen. Vogels&auml;nger sprach angesichts der Einschr&auml;nkungen im Bahnverkehr von unhaltbaren Zust&auml;nden. Winter gebe es in jedem Jahr. Dass so viele Z&uuml;ge ausfielen, sei &bdquo;v&ouml;llig unbefriedigend&ldquo;. Er begr&uuml;&szlig;e deshalb, dass sich auch der Verkehrsausschuss des Bundestages mit den &bdquo;gravierenden Problemen&ldquo; befassen werde. Zur Sondersitzung der VMK sei auch Bahnchef R&uuml;diger Grube geladen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/laender-drohen--bahn-mit-sanktionen\/-\/1472780\/5064330\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Sensationell. Es wird tats&auml;chlich damit gedroht, nicht erbrachte Leistungen nicht zu bezahlen. Wir sind so stolz auf Sie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stuttgart: Und ewig bockt der Berg<\/strong><br>\nEngelbergtunnel: Dem Bund d&uuml;rfte es noch weniger gefallen. Noch bis 2014 zahlt er den Tunnel ab, der einst privat vorfinanziert worden ist. 300 Millionen Euro waren veranschlagt f&uuml;r den Betongiganten, f&uuml;r zwei getrennte R&ouml;hren mit jeweils drei Fahrstreifen auf einer L&auml;nge von 2530 Metern. &ldquo;Hinter der Hacke ist es dunkel&rdquo;, sagt der Bergmann. Es wurden am Ende 100 Millionen mehr.<br>\nSchuld war seinerzeit die Geologie, genauer gesagt ein St&uuml;ck von 400 Metern. Der Tunnel f&uuml;hrt durch eine Gesteinsschicht, die eigentlich kein Problem darstellt, es sei denn, sie kommt mit Wasser in Ber&uuml;hrung. Die Rede ist von Anhydrit, einem Mineral, das sich wie Gips verh&auml;lt, wenn es feucht wird. Nasser Anhydrit bl&auml;ht sich auf und entwickelt sprengende Kr&auml;fte&hellip;Die gemessenen Hebungen lagen bei zwanzig Zentimetern innerhalb von 48 Stunden.<br>\nDies war der Beginn einer unterirdischen Geschichte, welche Millionen kostete &ndash; und noch kosten wird. Bei anderen Tunnelprojekten in quellendem Gebirge ist es gutgegangen, beim Heslacher Tunnel in Stuttgart, auch beim Hasenbergtunnel. In Leonberg lief es weniger gut, was manchen Kritiker des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 in der Ansicht best&auml;rkt, dass die Risiken nicht zu beherrschen seien. Schlie&szlig;lich f&uuml;hren die geplanten R&ouml;hren unter der Stadt ebenfalls durch Anhydritstrecken (&hellip;)<br>\nZahlen muss sie der Bund, der nicht nur den neuen Tunnel noch drei Jahre abstottern, sondern auch die Gew&auml;hrleistung f&uuml;r das kr&auml;nkelnde Bauwerk &uuml;bernehmen muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2769066_0_4875_-engelbergtunnel-und-ewig-bockt-der-berg.html?_skip=0\">Stuttgarter Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese gut geschriebene Geschichte ist deswegen interessant, weil sie zeigt, wie bei privat vorfinanzierten Projekten letztlich der Steuerzahler auf den Mehr- und Gew&auml;hrleistungskosen sitzen bleibt. und weil sie die Kostenrisiken aufzeigt, die auch beim Tunnelbau f&uuml;r den geplanten Tiefbahnhof bestehen.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Weniger, &auml;lter, bunter: Vergessene Faktoren<\/strong><br>\n&ldquo;Schlimmer als der Drei&szlig;igj&auml;hrige Krieg&rdquo; wirkten niedrige Geburtenraten und hohe Kinderlosigkeit auf die Bev&ouml;lkerung, polterte der Bev&ouml;lkerungsforscher Herwig Birg im Jahr 2005. Die Medien h&ouml;rten es und scheuen sich bis heute nicht, seinen kruden Prognosen zu folgen: Demnach st&uuml;rben die Deutschen an Nachwuchsmangel irgendwann aus.<br>\nWas f&uuml;r ein Unsinn. Im Diskurs &uuml;ber das Geb&auml;rgebaren zeigt sich der Standardfehler demografischer Diskussionen am deutlichsten: Die falsche Annahme, dass alles so bleibt, wie es ist &ndash; in diesem Fall die Geburtenrate. Es ist zwar richtig, dass diese Zahl in Westdeutschland seit inzwischen fast 40 Jahren bei 1,4 Kindern pro Frau liegt &ndash; und damit unter dem &ldquo;Bestandserhaltungsniveau&rdquo; von 2,1 Kindern pro Frau, f&uuml;r das jede Nachkommen-Generation die ihrer Eltern vollst&auml;ndig ersetzt. Sehr unwahrscheinlich ist aber, dass dies so bleiben wird.<br>\nDenn w&auml;hrend die Ziffer um 1,4 verharrt, ver&auml;ndert sich das Geburtenverhalten, das dahinter steckt, geradezu revolution&auml;r: Frauen bekommen immer sp&auml;ter Kinder und immer h&auml;ufiger au&szlig;erhalb der Ehe; M&uuml;tter fordern immer st&auml;rker Ihr Recht ein, zu arbeiten, und erfinden zusammen mit ihren Partnern die Beziehungswelt neu.<br>\nEin Werte- und Verhaltenswandel ist im Gang, der l&auml;ngst die Familienpolitik auf den Plan gerufen hat, die nie so viel getan hat, um Nachwuchs m&ouml;glich zu machen.<br>\nDas wird Wirkung zeigen &ndash; zumal sich junge Paare immer noch zwei &ndash; und nicht 1,4 &ndash; Kinder w&uuml;nschen. Und tats&auml;chlich: Fast unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit beginnen die in den meisten Industriestaaten niedrigen Geburtenraten inzwischen wieder zu klettern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kulturheute\/1360728\/\">DLF<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/aodflash\/player.php?station=1&amp;broadcast=57942&amp;datum=20110108&amp;playtime=1294505183&amp;fileid=3f7db398&amp;sendung=57942&amp;beitrag=1360728&amp;\/%20\">DLF Podcast<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2011\/01\/08\/dlf_20110108_1750_1fd308d7.mp3\">DLF Interview mit Gerd Bosbach [Mp3 &ndash; 06:10 min]<\/a>\n<p><em>Dazu passt ein Buchtipp:<\/em><\/p>\n<p>GERD BOSBACH, JENS J&Uuml;RGEN KORFF<br>\nL&uuml;gen mit Zahlen &ndash; Wie wir mit Statistiken manipuliert werden<\/p>\n<p>Klappentext:<\/p>\n<p>Wie kommen die glatten Trends in den Wahlprognosen zustande? Gibt es wirklich eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen und was ist von den blumigen Versprechen der privaten Altersvorsorge zu halten? &ndash; Statistiken und Grafiken erwecken den Eindruck von Objektivit&auml;t und Exaktheit, dabei l&auml;sst sich mit ihnen alles und das Gegenteil davon beweisen. Die Autoren decken auf, wie wir t&auml;glich belogen und manipuliert werden, wie repr&auml;sentativ Umfragen tats&auml;chlich sind, was eine gef&uuml;hlte Inflation ist und wie Medikamenten-Studien gesch&ouml;nt werden. Spannend, unterhaltsam und voller Aha-Erlebnisse!<br>\nZahlen l&uuml;gen nicht &ndash; oder etwa doch? Laut Statistik hat ausgerechnet die Vatikanstadt die h&ouml;chste Kriminalit&auml;tsrate der Welt. Statistisch gesehen steigt Ihr durchschnittliches Einkommen, sobald ein Million&auml;r in Ihre Nachbarschaft zieht. Und der Anstieg der Krankenkassenbeitr&auml;ge von 14 auf 15 Prozent betr&auml;gt tats&auml;chlich nicht ein Prozent, sondern sieben! Statistiken begleiten uns den ganzen Tag, denn st&auml;ndig wird etwas in Zahlenreihen erfasst, ausgewertet und verglichen. Das Problem: Mit kleinen Tricks l&auml;sst sich fast jede Statistik so frisieren, dass sie nahezu jede Aussage best&auml;tigt &ndash; oder widerlegt. Gerd Bosbach und Jens J&uuml;rgen Korff tauchen mit uns ein in die Welt der Zahlen und Statistiken und erkl&auml;ren, wie leicht man mit ihnen l&uuml;gen und belogen werden kann &ndash; und wie wir die verzerrte Wirklichkeit durchschauen und unser Bewusstsein f&uuml;r Zahlen und deren Interpretation sch&auml;rfen. Ein verst&auml;ndliches und witziges Buch f&uuml;r alle, die Zeitung lesen, die Nachrichten und Wetterprognosen verfolgen und w&auml;hlen gehen.<br>\n&nbsp;F&uuml;r alle, die sich nichts mehr vormachen lassen wollen: Statistiken richtig lesen<br>\nIm Wahlmarathon 2011 werden wir mit Prozenten, Prognosen und Statistiken &uuml;bersch&uuml;ttet<br>\nProf. Dr. Gerd Bosbach lehrt Statistik an der FH Koblenz und war mehrere Jahre im Statistischen Bundesamt t&auml;tig<br>\n<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/book\/edition.jsp?edi=351192\">&raquo;Es gibt drei Arten von L&uuml;gen: L&uuml;gen, infame L&uuml;gen und Statistiken.&laquo; Benjamin Disraeli<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>F&uuml;r mehr Ferne im Fernsehrat<\/strong><br>\nVer.di unterst&uuml;tzt die Verfassungsklage der rheinland-pf&auml;lzischen Regierung. Doch das geht der Gewerkschaft nicht weit genug. Sie will die Gremien ganz neu ordnen.<br>\n&ldquo;Die Vorstellung, Vertreter von Interessenverb&auml;nden k&ouml;nnten allein die Pluralit&auml;t der Gesellschaft abbilden, entspricht st&auml;ndestaatlichem Denken und ist einer demokratischen Gesellschaft nicht mehr angemessen&rdquo;, hei&szlig;t es in einem jetzt ver&ouml;ffentlichten Appell an die Verfassungsrichter.<br>\nDar&uuml;ber hinaus fordert Ver.di eine Debatte &uuml;ber die Vertreter im Fernseh- und Verwaltungsrat, deren Verb&auml;nde oder Organisationen mit dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk im Knirsch liegen. Solche &ldquo;Interessenkollisionen&rdquo; w&uuml;rden aber bislang &ldquo;kaum &ouml;ffentlich diskutiert&rdquo;, schreibt Uli R&ouml;hm, Sprecher von Ver.di im ZDF: &ldquo;Was haben beispielsweise zwei Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV) im ZDF-Fernsehrat zu suchen, die in Fragen neuer Medien in Konkurrenz mit dem ZDF stehen&rdquo; &ndash; und deren Branche st&auml;ndig drohe, auch juristisch gegen die Onlineaktivit&auml;ten der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender vorzugehen, fragt R&ouml;hm.<br>\nNeben den Verleger-Vertretern sieht Ver.di auch die Vertreter der Filmindustrie und der Sportverb&auml;nde im ZDF-Fernsehrat in einem Interessenkonflikt: &ldquo;Sportverb&auml;nde treten selbst als Veranstalter auf und verdienen sehr viel Geld durch den Verkauf von Sportrechten an den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Schreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/fuer-mehr-ferne-im-fernsehrat\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Thilo Sarrazin und seine Leser &ndash; Wer hat Angst vorm fremden Mann?<\/strong><br>\nFest steht, dass Thilo Sarrazins &ldquo;Deutschland schafft sich ab&rdquo; derzeit in der 16. Auflage gedruckt wird, dass bisher laut Verlag 1,2 Millionen Exemplare an den Buchhandel ausgeliefert wurden &ndash; und dass keine nationale Debatte im vergangenen Jahr h&ouml;here emotionale Wellen geschlagen hat. Wer aber waren die Menschen, die dieses Buch gekauft und &ndash; wenigstens zum Teil &ndash; gelesen haben? Um das zu erfahren, reicht es nicht, das Publikum diverser Sarrazin-Auftritte in Augenschein zu nehmen. Die Mischung aus b&uuml;rgerlichem Habitus und geistiger Aggressivit&auml;t, die bei diesen Anl&auml;ssen zu beobachten war, kann bei einem solchen Breitenph&auml;nomen nicht als repr&auml;sentativ betrachtet werden. Bleibt die Methodik, auf die sich ja auch Sarrazin selbst vor allem st&uuml;tzt, die Interpretation gesellschaftlicher Entwicklungen und Zusammenh&auml;nge anhand repr&auml;sentativ erhobener Daten (dass er anscheinend viele dieser Daten falsch oder tendenzi&ouml;s ausgewertet oder interpretiert hat, wie die Soziologin Naika Foroutan in einer aktuellen Untersuchung seiner Zahlen behauptet, kann hier nicht vertieft werden, es sei aber verwiesen auf ihre Studie: www.heymat.hu-berlin.de\/dossier-sarrazin-2010). \n<p>Die erste zentrale Erkenntnis, die in dieser Klarheit doch &uuml;berrascht, liefert der Blick auf das Geschlecht der K&auml;ufer: Die Angst vor dem Niedergang Deutschlands ist offenbar ein &uuml;berw&auml;ltigend m&auml;nnliches Ph&auml;nomen. Bekannterma&szlig;en sind Frauen als Buchk&auml;ufer und Leser im Normalfall wesentlich aktiver als M&auml;nner, viele Bestseller verdanken sich dem Zuspruch eines explizit weiblichen Publikums. Bei Sarrazin kehrt sich das Verh&auml;ltnis um: 62 Prozent der K&auml;ufer sind m&auml;nnlich. Wenn man jene Frauen hinzurechnet, die das Buch nur f&uuml;r ihren Mann gekauft haben, steigt die Zahl der m&auml;nnlichen &ldquo;Empf&auml;nger&rdquo; des Buches sogar auf 69 Prozent. Die Altersstruktur der K&auml;ufer weicht an drei Stellen deutlich von der Gesamtbev&ouml;lkerung ab: Das Alter bis 19 Jahre ist schw&auml;cher vertreten, die &uuml;ber Sechzigj&auml;hrigen dagegen &uuml;berproportional stark. Das &uuml;berrascht nicht. Interessant ist aber, dass das Buch auch bei der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre auf &uuml;berdurchschnittliches Interesse stie&szlig;. Wo die Gesellschaft f&uuml;r Konsumforschung ihr Panel in sogenannte Lebenswelten unterteilt, die generell dazu dienen, das Kaufverhalten bestimmter Gruppen und Schichten besser vorhersagbar zu machen, trifft man immer wieder auf dasselbe Bild: Im jungen und mittleren Alter f&uuml;hlten sich die Besserverdiener und Aufsteiger von Sarrazins Thesen &uuml;berdurchschnittlich angesprochen, bei den &Auml;lteren ist es die Mittelschicht. Was die generellen Lebenseinstellungen der K&auml;ufer betrifft, gruppiert sich ein interessanter Block recht kuschelig um eine geregelte H&auml;uslichkeit: &ldquo;Harmonisches Privatleben&rdquo; und &ldquo;Sauberkeit der Wohnung&rdquo; stehen hoch im Kurs, und auch der Klassiker-Satz &ldquo;Am wohlsten f&uuml;hle ich mich zu Hause&rdquo; findet Zuspruch. Fast genauso hoch rangiert ein anderer konservativer Allgemeinplatz (Grafik 1): &ldquo;In meiner Lebensf&uuml;hrung mag ich keine Ver&auml;nderungen, ich halte mich lieber an meine alten Gewohnheiten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/thilo-sarrazin-und-seine-leser-wer-hat-angst-vorm-fremden-mann-1.1043753\">SZ<\/a><\/p>\n<\/li><li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ypsilanti liest SPD die Leviten: Kein Gott, kein Kaiser noch Tribun<\/strong><br>\nEs steht kritisch um die Sozialdemokratie, nicht nur um die deutsche. In ganz Europa sind sozialdemokratische und sozialistische Parteien in der Krise. Es sagt einiges &uuml;ber das Unbehagen in der Partei, wenn dazu auch der Seeheimer Kreis ein Positionspapier vorlegt. Es w&auml;re falsch, seine Kritik abzutun. Immerhin versucht die Parteirechte, was der linke Fl&uuml;gel bisher nur fordert: eine Bestandsaufnahme und Aufarbeitung der rot-gr&uuml;nen Regierungsjahre, der Agenda-Reformen und der massiven Verluste nach der Gro&szlig;en Koalition. Offenkundig wird dabei das Scheitern der bizarren Inszenierung, in der die gr&ouml;&szlig;te Wahlniederlage der Nachkriegsgeschichte einfach weggeklatscht werden sollte. Zur Erneuerung in der Opposition reicht eine Umgruppierung des F&uuml;hrungspersonals nicht aus. Deutlich wird das daran, dass von den schlechten Werten von Schwarz-Gelb in erster Linie die Gr&uuml;nen profitieren. F&uuml;r die Seeheimer ist die Ursache klar: die Korrekturen an der Agenda 2010, das Abwenden von der Mitte, der Kontakt zur Linken. Sie fordern ein klares &bdquo;H&uuml;&ldquo; (Duin) statt eines sozialdemokratisch-donnernden &bdquo;Sowohl-als-auch&ldquo; (R. Stegner). Ihr Argument ist der nicht belegte, geschweige denn durchdachte Verweis, dass die SPD mehr Stimmen an CDU\/FDP als an die Linke verloren habe. Die wirklichen Ursachen der Krise der Sozialdemokratie erschlie&szlig;en sich jedoch nur im kritischen Blick zur&uuml;ck.<br>\nIn den vergangenen 30 Jahren hat sich die SPD gleich von zwei gesellschaftlichen Milieus getrennt, auf die sie existenziell angewiesen ist. In der Ignoranz der &bdquo;Schmidt-SPD&ldquo; in Bezug auf Natur und Energieressourcen, gegen&uuml;ber geschlechtergerechter Politik und der Friedensbewegung verlor sie das &bdquo;intellektuelle&ldquo; Milieu an die Gr&uuml;nen.<br>\nNach 1989 ignorierte sie den Reformfl&uuml;gel der Realsozialisten im Osten und wurde deshalb dort nie &bdquo;Volkspartei&ldquo;. Unter Schr&ouml;der folgte der Wandel zur &bdquo;Partei der Mitte&ldquo;. Mit Unternehmens-, Kapitalertrags- und Spitzensteuersatzk&uuml;rzungen, Agenda 2010, Hartz-Gesetzen und der Rente mit 67 verlor sie dann ihr eigenstes, an harten materiellen Fragen interessiertes Milieu. Sie kassierte reihenweise schwere Wahlniederlagen, Hunderttausende verlie&szlig;en die Partei &ndash; ein Aderlass. Da sie zun&auml;chst an der Regierung blieb, ignorierten Parteif&uuml;hrung und Regierungsmitglieder den Unmut, schlie&szlig;lich die Verzweiflung der Parteibasis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/kein-gott--kein-kaiser-noch-tribun\/-\/1472596\/5113850\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Verh&auml;ltnisse sind weniger neoliberal als neofeudal<\/strong><br>\nGespr&auml;ch mit Mark Terkessidis, deutscher Autor und Migrationsforscher. &Uuml;ber eine gescheiterte Integrationspolitik, Barrierefreiheit f&uuml;r Migranten und Paradoxien des Neoliberalismus:<br>\n&ldquo;Die Verh&auml;ltnisse in der Bundesrepublik sind teilweise weniger neoliberal als neofeudal. In Deutschland basiert unglaublich viel darauf, da&szlig; jeder an seinem eigenen Platz bleibt. Jobs und Privilegien werden &uuml;ber hergebrachte Netzwerke verteilt. Man kann bei zwei Punkten ansetzen. Das ist zum einen das Konzept von Eigenverantwortung, das einem ja permanent ins Gebetbuch geschrieben wird. Zum anderen gibt es die Forderung, da&szlig; sich Leistung lohnen mu&szlig;, wie es Guido Westerwelle sagen w&uuml;rde. Wenn aber Eigenverantwortung in Wirklichkeit nicht mehr bedeutet, als da&szlig; ausschlie&szlig;lich ich selbst f&uuml;r meine Lage verantwortlich gemacht werde und es gleichzeitig keine Mobilit&auml;t nach oben gibt, dann handelt es sich um eine einzige L&uuml;ge. Die Paradoxien des Neoliberalismus zu entfalten hei&szlig;t also, M&ouml;glichkeiten einzufordern, die der Neoliberalismus selbst verhei&szlig;t, aber in der deutschen Wirklichkeit nicht erm&ouml;glicht. Es geht also darum, das Freiheitsversprechen dieser Ideologie gegen das auszuspielen, was heute politisch umgesetzt wird.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/01-08\/001.php\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Schulsozialarbeit bringt mehr als ein Bildungsgutschein f&uuml;r Nachhilfe<\/strong><br>\nDer DGB fordert die Schulsozialarbeit auszubauen. Damit w&uuml;rde mehr f&uuml;r f&ouml;rderbed&uuml;rftige Kinder und Jugendliche getan als durch die von der Bundesregierung geplanten Bildungsgutscheine f&uuml;r Kinder aus Hartz IV-Familien.<br>\nSchulsozialarbeit ist ein Angebot, das allen Kindern und Jugendlichen zugute kommt. Sozialarbeiter\/innen tragen dazu bei, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen. Sie unterst&uuml;tzen Lehrkr&auml;fte und Eltern bei Alltagsproblemen und Erziehungsfragen. Ein Angebot also, das sich positiv auf die Lern- und Lebensbedingungen aller Beteiligten auswirkt. Mit mehr Schulsozialarbeit lie&szlig;e sich ein echtes Programm f&uuml;r Chancengleichheit auflegen.<br>\nDie geplanten Bildungsgutscheine sind viel zu kurz gedacht. Sie sind mit einem enormen b&uuml;rokratischen Aufwand verbunden und erreichen l&auml;ngst nicht alle f&ouml;rderbed&uuml;rftigen Kinder. Au&szlig;erdem hat sich auf dem freien Nachhilfemarkt ein wahrer Dschungel entwickelt. Die Qualit&auml;t der Anbieter wird kaum kontrolliert, der Markt ist nicht nur f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger vollkommen un&uuml;bersichtlich. Statt kommerzielle Nachhilfe-Institute mit Gutscheinen zu subventionieren, sollte individuelle F&ouml;rderung vielmehr dort angeboten werden, wo Kinder sind: in den Schulen.<br>\nQuelle:<a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++406c631a-1a6b-11e0-708b-00188b4dc422\"> DGB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Blicke &uuml;ber den Zaun: <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Pierre Larrouturou: In Frankreich wird nicht weniger als anderswo gearbeitet<\/strong><br>\nWesentliche Inhalte eines in der Pariser Tageszeitung Le Monde am 7.1.2011 (S.17) erschienenen Debattenbeitrags. &Uuml;bertragen von Gerhard Kilper<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/idees\/article\/2011\/01\/06\/non-il-n-est-pas-vrai-qu-on-travaille-moins-en-france-qu-ailleurs_1461843_3232.html\">Le Monde<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/110110_in_frankreich_wird_nicht_weniger_%20gearbeitet.pdf\">&Uuml;bersetzung [PDF &ndash; 49.2 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Ein verr&uuml;ckter Rowdy<\/strong><br>\nSeit Crow der Gewerkschaft (National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT)) vorsteht, ist die Mitgliederzahl von 54.000 auf 80.000 angewachsen. Wer sich angeschlossen hat, ist in den Genuss von Lohnerh&ouml;hungen und sogar der Wiedereinf&uuml;hrung einer Altersversorgung auf Basis des letzten Gehalts gekommen. Crow: \n<blockquote><p>Der Evening Standard hat die Sache schon richtig erkannt, als er schrieb, ich sei &lsquo;besessen&rsquo; von der Idee, die Lebensbedingungen meiner Mitglieder zu verbessern. Das ist v&ouml;llig richtig, es bereitet mir in der Tat viel Freude, wenn ich sehe, dass eines unserer Mitglieder mehr Lohn bekommt. Das ist ein weiterer Sieg f&uuml;r uns, das gebe ich gerne zu.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Siege erringen sie, weil sie bereit sind, h&auml;ufig zu streiken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1051-ein-verrueckter-rowdy\">FREITAG<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>In den USA sterben erneut Banken<\/strong><br>\nIm vergangenen Jahr gingen nicht weniger als 157 US-Banken pleite. Der Trend scheint 2011 noch nicht vorbei: Die Einlagensicherung FDIC schloss am Freitag die Legacy Bank aus Arizona sowie die First Commercial Bank of Florida. Beide Kreditinstitute geh&ouml;ren zu den sp&auml;ten Opfern der Wirtschaftskrise.<br>\nDie Regionalbanken im Land leiden unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden: Viele Menschen k&ouml;nnen ihre Kredite f&uuml;rs Haus oder das Auto nicht abstottern, weil sie arbeitslos geworden sind. Erst langsam entspannt sich die Lage auf dem US-Jobmarkt. F&uuml;r die Kunden gingen die Pleiten auch in den neuen F&auml;llen glimpflich aus: Benachbarte Regionalbanken haben die insgesamt elf Filialen &uuml;bernommen. Damit kommen die Sparer weiter an ihr Geld.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:spaetfolgen-der-krise-in-den-usa-sterben-erneut-banken\/50212686.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Westliche Politiker k&ouml;nnten mehr Mut zeigen<\/strong><br>\nDer Bischof von Arabien, der Schweizer Paul Hinder, hat die Politik im Westen zu mehr Einsatz f&uuml;r die Religionsfreiheit in der Golfregion aufgefordert. Leider w&uuml;rden Menschenrechtsfragen oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Der Anschlag in Alexandria spiegele keinesfalls das Verh&auml;ltnis zwischen Christen und Muslimen wider:<br>\n&ldquo;Zumal solche Anschl&auml;ge vor allem auch im Irak und Pakistan ver&uuml;bt werden. Bei &Auml;gypten sollte man nicht vergessen, dass es dort schon seit langem fundamentalistische Zellen gibt. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Bluttat eine neue Dimension des Terrors bedeutet. &hellip;. Mubarak hat m&ouml;glicherweise nicht mehr die volle Macht, oder er versucht sie mit fragw&uuml;rdigen Mitteln zu zementieren. Die Christen halten wohl auch als S&uuml;ndenb&ouml;cke her, um vom Versagen der staatlichen Institutionen und von deren tiefgreifender Korruption abzulenken. Wenn man sich das ausgekl&uuml;gelte Spitzel- und &Uuml;berwachungssystem in &Auml;gypten vor Augen f&uuml;hrt, ist es kaum denkbar, dass ein solcher Anschlag ohne weiteres passieren kann. &hellip;. Die Unterdr&uuml;ckung von Christen ist an einzelnen Orten Realit&auml;t. Ich habe den Eindruck, dass man da im Westen lange Zeit weggeschaut hat. Viele konnten nicht zugeben, dass in manchen radikalen Gruppierungen des Islam der Wille zur Vertreibung oder gar zur Ausrottung der Christen durchaus vorhanden ist. Die Mehrheit der Muslime m&ouml;chte allerdings mit den Christen in Frieden zusammenleben. Meine Bef&uuml;rchtung ist, dass jetzt eine allgemeine D&auml;monisierung des Islam einsetzen k&ouml;nnte. Das w&auml;re sehr gef&auml;hrlich. &hellip;. Von westlichen Politikern w&uuml;rde ich mir manchmal mutigere Worte oder Aktionen w&uuml;nschen. Sie k&ouml;nnten dies eher tun als wir, die wir hier leben. Leider werden Menschenrechtsfragen oft den wirtschaftlichen Interessen nachgeordnet, gerade auch angesichts des &Ouml;lvorkommens in der Golfregion. &hellip; solange es keine befriedigende L&ouml;sung zwischen Israeli und Pal&auml;stinensern gibt, steckt f&uuml;r viele Muslime weiterhin ein Stachel im Fleisch. Der Nahost-Konflikt ist mittlerweile ein Thema in fast jedem Gespr&auml;ch mit Einheimischen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/christen_muslime_paul_hinder_interview_1.9009199.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Bischof bem&uuml;ht sich, den Anschlag in Alexandria nicht als neue Dimension des Terrors zu deuten und verweist auf das reale Verh&auml;ltnis von Christen und Muslimen in &Auml;gypten. Nur sind seine eigenen Aussagen widerspr&uuml;chlich. Wenn er z.B. Beispiel die M&ouml;glichkeit in Betracht zieht, dass das Regime Mubarak weggeschaut habe, um mit fragw&uuml;rdigen Mitteln sein Regime zu zementieren, so ist dies sehr wohl eine neue Dimension. Das hei&szlig;t doch, dass die &auml;gyptische Regierung damit auf das Kalk&uuml;l setzt, dass die Bev&ouml;lkerung mehrheitlich das Feindbild des Andersgl&auml;ubigen akzeptiert. Die meisten Berichte sprechen denn auch von einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Kopten und Christen. Juden leben seit der Nasser-Kampagne sowieso nicht mehr im Land, also m&uuml;ssen heute die Christen als verl&auml;ngerter Arm des Westens herhalten. Vor zwei Monaten behauptete der Juraprofessor Selim al-Awwa, Vorsitzender der &auml;gyptischen Gesellschaft f&uuml;r Kultur und Dialog, gegen&uuml;ber dem Sender al-Dschasira, die Kopten versteckten in ihren Kirchen geschmuggelte Waffen. Solche &Auml;u&szlig;erungen haben eine eindeutige Botschaft. Nat&uuml;rlich hat der Bischof recht, wenn er auf tiefere Ursachen wie &ldquo;schwache und korrupte staatliche Strukturen, gro&szlig;e soziale Ungleichheiten, hohe Arbeitslosigkeit&rdquo; hinweist, aber erz&auml;hle das den Massen perspektivloser junger Arbeitsloser. Da bietet der radikale Prediger um die Ecke einfachere L&ouml;sungen, mit dem Kampf gegen den westlichen, christlichen Satan.<br>\nAuch ist dem Bischof zuzustimmen, dass die D&auml;monisierung des Islam gef&auml;hrlich ist. Wir d&uuml;rfen nicht in die Falle tappen, unsere Muslime mit radikalen muslimischen Gruppen im nahen Osten gleichzusetzen. Nat&uuml;rlich f&auml;llt das schwer, wenn wir sehen, wie unterschiedlich und uns v&ouml;llig fremd der Islam in manchen Regionen der Welt gelebt wird. Aber wenn wir z.B folgenden Artikel lesen, sollten wir &uuml;ber die 500 angeblich moderaten religi&ouml;sen Gelehrten und Kleriker, die den Mord am Gouverneur des Pandschab guthei&szlig;en, nicht vergessen, dass sich dieser gegen die r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Blasphemie-Gesetze ausgesprochen hat. Soll hei&szlig;en, es gibt auch Gegenkr&auml;fte, die die Uniformierung des Islam auf niedrigstem Niveau und die damit einhergehende geistige Verarmung dieser L&auml;nder nicht mitmachen wollen.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Geistliches Lob f&uuml;r Mord am Gouverneur des Pandschab<\/strong><br>\nTaseers M&ouml;rder, der 26-J&auml;hrige Mumtaz Hussain Qadri, hat kurz nach der Tat erkl&auml;rt, er habe den Politiker get&ouml;tet, weil dieser sich gegen die Blasphemie-Gesetze aus der Zeit des Diktators Zia ul-Haq ausgesprochen habe. Taseers Tod l&ouml;ste jedoch nicht nur Best&uuml;rzung aus. Eine Gruppe von mehr als 500 eigentlich moderaten religi&ouml;sen Gelehrten und Klerikern warnte davor, den Tod Taseers zu betrauern. &ldquo;Jene, die die Blasphemie des Propheten unterst&uuml;tzen, begehen selbst Blasphemie&rdquo;, hie&szlig; es in einer Erkl&auml;rung der Gruppe Jamaat-i-Ahl-i-Sunnat. Die f&uuml;hrende Urdu-sprachige Tageszeitung Jang griff die Erkl&auml;rung auf und schrieb auf ihrer Titelseite: &ldquo;Es sollte keine Beerdigung f&uuml;r Taseer geben und keine Verurteilung seines Todes. [&hellip;] Wer einen Gottesl&auml;sterer unterst&uuml;tzt, ist selbst ein Gottesl&auml;sterer.&rdquo;<br>\nAuch auf der Internetplattform Facebook begr&uuml;&szlig;ten tausende Nutzer die Ermordung des Politikers. Binnen k&uuml;rzester Zeit schlossen sich beinahe 2.000 Facebook-Nutzer einer Gruppe an, die den Attent&auml;ter Qadri f&uuml;r seine Tat w&uuml;rdigten. Diese &Auml;u&szlig;erungen im Internet, zu dem nur Mittelschicht und Elite Zugang haben, verdeutlichen in drastischer Weise, dass es den Militanten gelungen ist, ihr Gedankengut und die Bereitschaft, zu Gewalt zu greifen, in die pakistanische Gesellschaft zu tragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F01%2F06%2Fa0099&amp;cHash=2cdae81a48\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Spaltung des Landes: Wie sich das Referendum auf den Sudan auswirkt<\/strong><br>\nVon diesem Sonntag an bis zum 15. Januar stimmen rund vier Millionen registrierte W&auml;hler des S&uuml;dsudans dar&uuml;ber ab, ob ihr Land der erste neue Staat des 21. Jahrhunderts werden soll. Die Zustimmung dazu gilt als sicher. Nordsudan verliert etwa ein Drittel seines Staatsgebiets und zwei Drittel seiner &Ouml;lfelder. Der S&uuml;dsudan ist ein ernsthafter Anw&auml;rter auf den Platz des am wenigsten entwickelten Staates der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wie-sich-das-referendum-auf-den-sudan-auswirkt\/3693536.html\">Tagesspiegel<\/a> <\/li>\n<li><strong>Schwulst und Rank&uuml;ne<\/strong><br>\nIn Ungarn beschneidet Premier Victor Orb&aacute;n die Demokratie. Sein Land droht zum Vorbild f&uuml;r andere Staaten in Osteuropa zu werden. Vor zwei Jahrzehnten galt Ungarn als Musterland im postkommunistischen Osteuropa. Heute zeigt sich, dass der &Uuml;bergang in Ungarn (wie anderswo in Osteuropa) in vielerlei Hinsicht gescheitert ist. Die ungarische Gesellschaft ist m&uuml;de und zerm&uuml;rbt von den zwei Jahrzehnten eines permanenten &Uuml;bergangs. Die fr&uuml;here Elite hat sich nahezu nahtlos ins neue System gerettet. Es herrschen Korruption und Misswirtschaft. Die ohnehin nur schwache Mittelklasse ist in Aufl&ouml;sung begriffen, eine Zivilgesellschaft existiert kaum. Alle Ans&auml;tze der letzten f&uuml;nfzehn Jahre, Wirtschaft und Finanzen dauerhaft zu sanieren, waren erfolglos: vor knapp zwei Jahren stand Ungarn am Rand der Staatspleite.<br>\nEnthusiastische Politologen verwiesen Anfang der 1990er Jahre gern auf Ungarn, um zu zeigen, dass der Prozess der Demokratisierung in Osteuropa &ldquo;irreversibel&rdquo; sei. Welch ein Irrtum. Sicher, eine lupenreine Diktatur werden Viktor Orb&aacute;n und seine Partei vorerst nicht errichten. Doch sie f&uuml;hren ihren Nachbarn in der Region &ndash; oft fragile Demokratien mit Tendenzen zum Autoritarismus &ndash; vor, wie nuanciert man die Abkehr von rechtsstaatlichen Prinzipien und demokratischen Werten betreiben kann. Wieder einmal &ndash; und das auf ganz andere Art als fr&uuml;her &ndash; ist Ungarn heute ein Musterbeispiel f&uuml;r andere osteurop&auml;ische L&auml;nder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F01%2F08%2Fa0184&amp;cHash=4e834dec99\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Anschlag auf US-Politikerin; die Lage ist nicht halb so gut wie die Stimmung; ist das Gesundheitssystem noch zu retten?; Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant; Personal f&uuml;r Kontrollen fehlt; was essen wir wirklich?; Hypo exklusiv: Der geheime Kaufvertrag mit der Bayerischen Landesbank; Gro&szlig;projekte sollen schneller genehmigt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7938\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7938","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7938"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7946,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7938\/revisions\/7946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}