{"id":79497,"date":"2022-01-05T12:05:35","date_gmt":"2022-01-05T11:05:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79497"},"modified":"2022-01-05T13:00:48","modified_gmt":"2022-01-05T12:00:48","slug":"leserbriefe-zu-sanktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79497","title":{"rendered":"Leserbriefe zu Sanktionen"},"content":{"rendered":"<p>Hier kommt eine Zusammenstellung der Leserbriefe zum Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79440\">&Uuml;ber die erstaunliche Karriere von Sanktionen als Instrument der internationalen Politik<\/a>. Diese Zusammenstellung habe ich mit gro&szlig;em Vergn&uuml;gen gemacht, weil in den Leserbriefen so viele neue Erkenntnisse und Anregungen stecken. Danke vielmals. Die Zusammenstellung enth&auml;lt alle Leserbriefe, die zum Beitrag vom 3. Januar bei uns eingegangen sind. Ganz am Ende ist ein Nachtrag angeh&auml;ngt. Dort gehe ich auf die auch in den Leserbriefen auftauchende Kritik ein, Sanktionen habe es schon fr&uuml;her gegeben, konkret wegen der Rassentrennung in S&uuml;dafrika und mit der Cocom-Liste gegen&uuml;ber den Staaten des Comecon. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,&nbsp;<\/p><p>danke f&uuml;r Ihren Artikel. Er zeigt ganz deutlich zwei Aspekte der Sanktionen auf, die genau dem eigentlich zuwiderlaufen, was man (angeblich) mit den Sanktionen bewirken will, und einen Aspekt, der eigentlich die Sanktionen ad absurdum f&uuml;hrt.<\/p><ol>\n<li>Aspekt: Sanktionen treffen nie diejenigen, die sie treffen sollen, sondern nur die jeweiligen V&ouml;lker. <\/li>\n<li>Aspekt: Sanktionen sind oft wirkungslos, weil sie ein Verhalten provozieren, dass dem Ziel der Sanktion entgegenl&auml;uft und teilweise sogar dem Sanktionierenden selber mehr schaden als dem Sanktionierten.<\/li>\n<li>Aspekt: Sanktionen werden von jemandem durchgef&uuml;hrt, der selber genug Dreck am Stecken hat, um sich nach den Kriterien der Sanktionen eigentlich selber sanktionieren zu m&uuml;ssen.<\/li>\n<\/ol><p>Die V&ouml;lker leiden unter Sanktionen, die oft wirtschaftlicher Natur sind, und in vielen F&auml;llen sogar Bereiche einschlie&szlig;en (Medikamentenlieferungen, siehe Syrien, Venezuela oder Irak), welche unter gar keinen Umst&auml;nden sanktioniert werden d&uuml;rften.<\/p><p>Sanktionen provozieren Abwehrreaktionen der jeweils Herrschenden der sanktionierten Staaten. Vielfach werden diese erst recht in eine Richtung gedr&auml;ngt, die noch &uuml;blere Konsequenzen haben, als vor der Sanktion herrschten. Ein gutes Beispiel ist die Sanktion Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg, die letztlich eine Mitschuld an dem Starkwerden von Hitler hatte und damit den 2. Weltkrieg &bdquo;mit&ldquo;produzierten. <\/p><p>Ich denke, das Bibelzitat: &bdquo;Was k&uuml;mmert Dich der Splitter im Auge Deines Bruders, entferne erst einmal den Balken vor Deinem Auge&ldquo; sagt alles. Die USA, Hauptsanktionierer dieser Welt, aber auch L&auml;nder wie Frankreich und GB, sowie Deutschland sanktionieren nach Belieben andere Staaten &ndash; zumeist solche der &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; &ndash; f&uuml;r Verhalten, die sie selber vielfach an den Tag gelegt haben: <\/p><ul>\n<li>Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten (Libyen, Irak, Syrien, Ukraine, &hellip;)<\/li>\n<li>Wahlbetrug (US-Wahlen, Abstimmung &uuml;ber Losl&ouml;sung Schottlands von GB)<\/li>\n<li>Kriegsvorbereitungen und Kriegsdurchf&uuml;hrung (Korea, Vietnam, Irak, Syrien, Jugoslawien, Afghanistan &hellip;)<\/li>\n<li>Folter und Ermordung von Menschen (Guantanamo und andere Gulags der USA z.B.)<\/li>\n<li>Menschenrechtsverletzungen&nbsp; (Coronadiktatur, Behandlung von Fl&uuml;chtlingen&hellip;)<\/li>\n<li>Verletzung der Integrit&auml;t anderer Staaten (Jugoslawien, Nikaragua, Chile, &hellip;)<\/li>\n<\/ul><p>&hellip;<\/p><p>Sie &ndash; die Sanktionierer &ndash; sollten sich daher erst einmal an ihre eigene Nase fassen, bevor sie in &uuml;berheblicher Weise andere verurteilen. Auch hier ist ein passendes Bibelzitat in das Stammbuch der zum Gro&szlig;teil christlichen Staaten geschrieben: &bdquo;Verurteile nicht, damit Du nicht verurteilt wirst.&ldquo;<\/p><p>Mit solidarischen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nGunther Troost<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, <\/p><p>kennst Du das Buch &ldquo;The Art of Sanctions&rdquo; von Richard Nephew? Ich glaube, den Tipp dazu von Euch (NDS) bekommen zu haben. <\/p><p>Der Autor (Chefstratege f&uuml;r Sanktionen unter Obama) bezeichnet Sanktionen als Ma&szlig;nahmen, um fremden Regierungen &lsquo;unseren Willen&rsquo; aufzuzwingen. Mit dem Selbstbewusstsein eines &ldquo;benevolenten Hegemons&rdquo; (Mausfeld) er&uuml;brigt sich die Frage nach irgend einer Art von Legitimation. <\/p><p>Nephew behandelt das Thema wie ein Handwerker: Was will man erreichen, was kann der Betroffene dagegen unternehmen, wie kann er ausweichen, wie widerstandsf&auml;hig ist er &ndash; das sind die Kriterien seiner Auswahl an Sanktionen. St&auml;ndige Evaluierung sei notwendig; wenn das Ziel nicht erreicht werden kann, sind sie zu beenden (!). Oder man &auml;ndert das Ziel und justiert die Sanktionen neu. <\/p><p>Zur &Ouml;ffentlichkeitsarbeit: Man muss immer so tun, als w&uuml;rden die Sanktionen nur die b&ouml;sen Eliten treffen. In Wirklichkeit ist es aber meistens so, dass man das Volk so stark leiden lassen will, dass es &ndash; komme, was da wolle &ndash; zu einem Druck auf die eigene Regierung kommt, die Situation irgendwie zu &auml;ndern: Demos, Aufst&auml;nde, B&uuml;rgerkrieg, Massenflucht &ndash; alles ist recht, wenn es zum Ziel f&uuml;hrt. <\/p><p>Der Untertitel des Buches lautet: &ldquo;A View from the Field&rdquo; <\/p><p>Ich kenne keine schonungslosere (Selbst-)Darstellung einer gewissenlosen nicht-milit&auml;rischen Kriegsf&uuml;hrung der westlichen Wertegemeinschaft unter F&uuml;hrung der USA. <\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nHans<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Gen. M&uuml;ller, sehr geehrte NDS-Redaktion,<\/p><p>bezugnehmend auf die diskussion zur rolle von sanktionen als mittel der politik habe ich eine einzige anmerkung:<\/p><p>Mir scheint es wurde &uuml;bersehen, warum die permanente drohung und implementierung von sanktionen f&uuml;r den &ldquo;wertewesten&rdquo; so eine herausragende bedeutung hat. Wer sanktionen verh&auml;ngen und durchsetzen kann, bezeugt, dass er die macht hat bzw. der m&auml;chtigere ist. Sanktionen sind folglich ausdruck der st&auml;rke bzw. der verf&uuml;gungsmacht. Und da sich viele wichtige institutionen der heutigen weltwirtschaft (SWIFT, internationaler zahlungsverkehr, internationeler luftverkehr etc.) unter kontrolle des westens, insbesondere der USA befinden, ist die drohung mit sanktionen bzw. deren umsetzung nicht nur ein politisches spiel; sie hat realwirtschaftlich einschneidende konsequenzen.<\/p><p>Trotzalledem, ein erfolgreiches neues jahr und alles gute.<br>\nah.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>als Sozialdemokrat&nbsp; (seit 53 Jahren ) frage ich mich auch immer wieder was der Unsinn\/ Unfug oder das Verbrechen gegen die Menschlichkeit, also die Sanktionen eigentlich bewirken sollen.<\/p><p>Ihr Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf, h&ouml;ren wir mit dem Unfug endlich auf, denn es erzeugt Hass und Misstrauen und die Situation der betroffenen Menschen wird sich durch Sanktionen eher verschlechtern als hilfreich zu sein.<\/p><p>Helmut Schmidt hatte recht, wenn er Sanktionen als &bdquo;Dummes Zeug&ldquo; bezeichnete ..<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDitmar Porth<br>\nGrasse, Frankreich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nsehr geehrtes NDS Team <\/p><p>zu Ihrem, wie immer lesenswerten, o.g. Artikel m&ouml;chte ich eine kleine Erg&auml;nzung machen: <\/p><p>es gibt einige L&auml;nder die nicht mit (schwachsinningen) Sanktionen &ldquo;bestraft&rdquo; werden, obwohl, wenn wir bei denen die gleichen Ma&szlig;st&auml;be ansetzen w&uuml;rden, ganz laut nach Sanktionen geschrien werden m&uuml;sste. <\/p><p>Spontan f&auml;llt mir das Saudi Arabien ein. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nNorbert Schurna<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe N-Redaktion,<\/p><p>Dem Statement von Helmut Schmidt m&ouml;chte ich ein weiteres hinzuf&uuml;gen.<\/p><p>Es stammt von H.-D. Genscher. Bei einer Einladung meiner Sparkasse in 2014 mit Podiumsdiskussion mit Genscher antwortete dieser auf die Frage&rsquo; wie er die beabsichtigten Sanktionen beurteile:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Sanktionen sind wie eine Leiter. Bevor man die unterste Sprosse betritt, &lsquo;muss man sich &uuml;berlegen, was man tut wenn man die oberste Sprosse erreicht hat.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Sie stimmen mir sicher zu, dass&nbsp;es mit derlei Weitsicht heute nicht weit her ist.<\/p><p>Mit den besten Gruessen<br>\nBernd Fendt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>im gro&szlig;en Ganzen kann ich dem Artikel zu Sanktionen zustimmen. Es ist gut, da&szlig; damit ein wichtiges Thema auch aus gr&ouml;&szlig;erer Distanz beleuchtet wird.<\/p><p>Allerdings sehe ich die Aussage &ldquo;Sanktionen versch&auml;rfen das Leiden des bedauerten Volkes. Aber dieses Leiden interessiert offensichtlich die handelnden Personen in unserem hochgelobten Westen nicht&rdquo; ganz anders:<\/p><p>Es ist vielmehr Hauptziel von Sanktionen die breite Bev&ouml;lkerung unter Druck zu setzen, um sie zu demoralisieren, idealerweise gegen ihre Regierung aufzubringen, zumindest aber das Land zu destabilisieren und zu schw&auml;chen.<\/p><p>Attraktiv f&uuml;r die Sanktionierer ist hierbei vor allem, da&szlig; es sich nicht um unmittelbare Folgen wie bei einem Milit&auml;reinsatz oder direkter Unterst&uuml;tzung lokaler Gruppen handelt, so da&szlig; weder v&ouml;lkerrechliche Belange noch nationale Selbstbestimmung direkt verletzt werden.<\/p><p>Zudem entstehen kaum Kosten noch unerw&uuml;nschte Bilder die unmittelbar den Sanktionen angelastet werden k&ouml;nnen &ndash; beides schiebt man vielmehr den desolaten Zust&auml;nden vor Ort zu, ohne zu erw&auml;hnen da&szlig; man diese zu einem relevanten Teil mit verursacht hat.<\/p><p>Da&szlig; man damit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht wird ebenso in Kauf genommen wie die Tatsache da&szlig; man f&uuml;r kurzfristige Erfolge oftmals den Zusammenhalt der Gegenseite st&auml;rkt und Feindbilder bef&ouml;rdert anstatt schw&auml;cht.<\/p><p>Auch national haben Sanktionen mittlerweile Konjunktur: Anfangs vor allem rund um Hartz IV, derzeit vor allem rund um Covid-19, zuk&uuml;nftig wohl Ern&auml;hrung und Bewegungsfreiheit. Auch hier wird ein breiter Teil der Bev&ouml;lkerung mi&szlig;braucht, allerdings nicht als Hebel gegen ihre Regierung sondern um als Paria um von den Verfehlungen der Regierung abzulenken und konformes Verhalten zu bef&ouml;rdern.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nT. Sch&uuml;tz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich w&uuml;nsche Ihnen und Ihrem gesamten redaktionellem Umfeld ein gesundes, vor allem aber ein weiterhin erfolgreiches neues Jahr und Ihnen allen ein langes Wirken.<\/p><p>Sicher k&ouml;nnen Sie mir helfen, die nachfolgend aufgef&uuml;hrten Probleme zu verstehen:<\/p><p>Ich habe k&uuml;rzlich ein Foto gesehen, auf dem eine Bundeswehr-Marinemannschaft auf einem U-Boot zu sehen war.<\/p><p>Wenn ich mich recht erinnere, waren doch wohl im Potsdamer Abkommen U-Boote f&uuml;r Deutschland verboten &ndash; wie so manch anderes ja auch. Ist dieses Abkommen noch g&uuml;ltig oder wird es heute grob fahrl&auml;ssig oder gar vors&auml;tzlich au&szlig;en vor gelassen?<\/p><p>Zum Zweiten habe ich Probleme mit dem Begriff <em>Rechtsstaat\/Rechtsstaatlichkeit<\/em>. Er wird in allen unm&ouml;glichen Angelegenheiten verwendet. Schon vor l&auml;ngerem habe ich in einem TV-Beitrag einen Professor geh&ouml;rt, der da sagte: &bdquo;Es gibt keinen wissenschaftlich definierten Begriff des Rechtsstaates, somit auch keinen Unrechtsstaat&ldquo;. Das war im Zusammenhang der st&auml;ndigen, politischen Disqualifizierung der DDR zu einem Unrechtsstaat.<\/p><p>Interessieren w&uuml;rde mich aber auch Ihre Meinung, dass Deutschland noch immer keine Verfassung hat, sondern ein weit &uuml;ber 100-mal ge&auml;ndertes Grundgesetz. Die DDR hatte bekanntlich 1968 und 1974 ihre Verfassung neu gefasst, also den aktuellen Umst&auml;nden angepasst. Darum wohl war sie ein Unrechtsstaat? Ich denke nicht, bin Ende 78 und habe hier nicht zu Unrecht gelebt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nEckhard Vater<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moins Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Gru&szlig; an das Team!<\/p><p>In Ihrem Artikel beschreiben Sie richtig die unmenschliche Seite dieser Sanktionspolitik. Aber woher kommt die Annahme dadurch wirksam sein zu k&ouml;nnen? Von Ihnen unaufgef&uuml;hrt ist der dann breitgesellschaftlich getragene Boykott (is ja auch ne Sanktion) von s&uuml;dafrikanischen Produkten, die in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts begann. Ich selbst kann mich noch an den Faux Pas meinerseits erinnern, als ich erst nach Erwerb einer FEIN Bohrmaschine vom Produktionsstandort dort erfuhr. Asche auf mein Haupt. <\/p><p>Aber ich kann mich auch erinnern das die &Auml;pfel von dort irgendwann anfingen liegen zu bleiben. Die Menschen haben das Produkt mit dieser Provinienz nicht mehr gekauft. Das wurde zum Schlu&szlig; (Ende des Apartheitregimes) immer mehr Konsumenten deutlich, was zu weiteren Recherchen der Menschen f&uuml;hrte, die sich dann auch anschlossen. Und so konnte Nelson Mandela freikommen und der erste Pr&auml;sident werden, nat&uuml;rlich erst nachdem er zusagte die von Israel gelieferten Atomwaffen wieder herzugeben.<\/p><p>Der Unterschied war halt das es die Menschen auf der Stra&szlig;e waren die diese Sanktion trugen und nicht, wie derzeit die politischen Eliten.<\/p><p>Aber es war die Erfahrung das es durchaus m&ouml;glich ist einen Regime Change herbei zu f&uuml;hren.<\/p><p>Das dies derzeit mit israelischen Produkten schwieriger ist hat da allerdings auch noch andere Ursachen.<\/p><p>Als auf der Stra&szlig;e gearbeitet Habender kenne ich auch die Reaktionen auf Beleidigungen und Dem&uuml;tigungen oder auch nur nicht aktzeptierten Verhaltensweisen, die dann mit nem Schlag ins Gesicht (M&auml;nner) oder mit dann doch elaboriteren Methoden (weiblich) beantwortet werden.<\/p><p>Wie war der Spruch:<\/p><p>Und kannst du nicht h&ouml;ren, so brauch ich Gewalt.<\/p><p>Dieses mi&szlig;geleitete P&auml;dagogikverst&auml;ndnis ist denk ich der Kern dieser Sanktionspolitik. Es wird gestraft. Zuckerbrot und Peitsche!<\/p><p>Inwieweit da innere psychische Pr&auml;konditionen zum tragen kommen m&ouml;gen die Fachleute besprechen.<\/p><p>Nichtsdestotrotz haben Sie nat&uuml;rlich vollkommen Recht, da diese Sanktionen w&uuml;rdelos sind. Frau Albright fand ja den Preis von ner halben Million toter Kinder im Irak durchaus akzeptabel. (Naja, die geh&ouml;rt in die Anstalt, zu Urban Priol und Georg Schramm.)<\/p><p>Schwarze P&auml;dagogik wird halt gern verwendet, wenn es nicht gelingt sich empathisch zu begegnen.<\/p><p>Das Interessen das Ma&szlig; f&uuml;r Aussenpolitik sind ist mir immer schon ein Gr&auml;uel gewesen, mir ist ein Wollen so wie Willy Brandt es formulierte unentbehrlicher Bestandteil mindestens der deutschen Aussenpolitik. <\/p><p>Zu dem denke ich das Deutschland nach &gt;Nie wieder Krieg!&lt; zus&auml;tzlich die Aufgabe hat Frieden in die Welt zu bringen.\n\nBeim Tr&auml;umen dar&uuml;ber stell' ich mir vor das Streith&auml;hne es f&uuml;rchten sollten, wenn eine Riege deutscher Diplomaten in diesem Sinne zu Hilfe gerufen wird - dies nach dem Paradigme von Samuel Hahnemann, das es immer erst so weit sein kann, wenn nach Hilfe daf&uuml;r gefragt wird.\n\nDerzeit sind allerdings keine Anzeichen einer Umkehr zu erkennen.\n\nViele sehr herzliche Gr&uuml;&szlig;e aus Berlin in die Pfalz\nJoachim Sch&auml;fer\n\n\n\n<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Albrecht,<\/p><p>auch ich sehe mit Befremden die Inflation&auml;re Anwendung von Sanktionen. Und nicht nur auf politischer Ebene &mdash; auch in Erziehungsfragen, welche im &ouml;ffentlichen Raum der Jugendhilfetr&auml;ger nicht beantwortet werden k&ouml;nnen, folgend gerne Sanktionen, welche weder Zielf&uuml;hrend noch f&uuml;r die Jugendlichen Verst&auml;ndlich sind, da selbige oftmals mit den Tats&auml;chlichen Regelverst&ouml;&szlig;en der Jugendlichen nichts &nbsp;zu tun haben. Dies als kleiner Exkurs.<\/p><p>Das Fehlen von kooperativen Stilen des Miteinander ist allgegenw&auml;rtig.<\/p><p>Grund f&uuml;r meine Mail ist jedoch ein anderer.<\/p><p>An folgender Stelle ihres Textes&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ein Blick in die FAZ im Dezember 2021 zeigt die Gefechtslage: &bdquo;Biden warnt Putin vor harten Sanktionen&ldquo;. Unsere neue Verteidigungsministerin wollte da nicht beiseite stehen: &sbquo;Lambrecht will &bdquo;pers&ouml;nliche Konsequenzen&ldquo; f&uuml;r Putin&lsquo;. Und sie bleckt die Z&auml;hne&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>und<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Was hier in Ton und Bild sichtbar wird, zeigt, wie aktuell und wie notwendig es ist, &uuml;ber den Charakter und Sinn von Sanktionen nachzudenken, bevor es zu sp&auml;t ist.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>nehmen Sie ausser zu dem von Lambrecht gesagten auch zu Ihrer Mimik Bezug in Form von &ldquo;<em>gebleckten Z&auml;hnen<\/em>&ldquo; und &ldquo;<em>Was hier in Ton und Bild sichtbar wird<\/em>&ldquo;.<\/p><p>Ich empfinge dieses Zusammenspiel als sehr plakativ, und auch in Art und Weise Teil der sonst so von Ihnen hervorgehobene &bdquo;Meinungsmache&ldquo;. Lambrecht Gesichtsausdruck im Sprechen zeigt nun das ein oder andere mal Z&auml;hne, was nichts mit gesagtem Inhalt zu tun hat. K&ouml;nnen sie &uuml;ber verschiedene ausgestrahlte Interviews nachvollziehen.<\/p><p>Hinzu kommt ihr Ausdruck der &bdquo;gebleckten Z&auml;hne&ldquo;, welcher im normal Fall, k&ouml;rpersprachlich das Gesagte in aggressiver Weise untermauern soll.&nbsp;<\/p><p>Sie ziehen nun k&ouml;rperliche Eigenheiten, in diesem Fall das Zeigen von Z&auml;hnen w&auml;hrend des Sprechens zu einer Argumentationsgrundlage herbei und machen sich dies zu Nutze.<\/p><p>Das find ich unzul&auml;ssig und manipulativ.<\/p><p>Wie oben schon erw&auml;hnt, stelle ich nicht den Inhalt ihres Textes zur Debatte, auch nicht die Kritik an inhaltlichen Aussagen von Lambrecht, sondern diese, wenn auch nur Fragmentarische, einseitige Beleuchtung.&nbsp;<\/p><p>Ich sch&auml;tze guten, investigativen, kritischen Journalismus sehr. Jedoch muss dieser in heutigen Zeiten um so mehr aufpassen nicht, um geh&ouml;rt zu werden, sich Elemente bedient, welcher mittlerweile zum &ldquo;guten Ton&rdquo; der Mainstream Berichterstattung geh&ouml;rt.<\/p><p>Es gr&uuml;&szlig;t sehr freundlich<br>\nH. Lubig<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> F&uuml;r die kritischen Anmerkungen im 10. Leserbrief m&ouml;chte ich mich ausdr&uuml;cklich bedanken. Vielleicht habe ich den Gesichtsausdruck der Verteilungsministerin zu kritisch gesehen und interpretiert. Das tut mir leid. Vielleicht habe ich mich vertan, weil ich von Frau Lambrecht etwas v&ouml;llig anderes erwartet hatte, als bisher seit Amtsantritt von ihr zu h&ouml;ren war. Ich hatte ein offensichtlich durch nichts begr&uuml;ndetes positives Vorurteil und habe deshalb m&ouml;glicherweise unbedacht reagiert. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>zun&auml;chst einmal Ihnen und Ihrem Team den allergr&ouml;&szlig;ten Dank f&uuml;r die unerm&uuml;dlich stattfindende Aufkl&auml;rungsarbeit auf Ihrem Blog. Ich w&uuml;nsche Ihnen allen bei der manchmal sicher frustrierenden Arbeit im Neuen Jahr&nbsp;2022 Kraft und Energie. Ihnen pers&ouml;nlich w&uuml;nsche ich gute Gesundheit und noch viele weitere Jahre, in denen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung in den Dienst der Aufkl&auml;rung stellen k&ouml;nnen.<\/p><p>Gleichwohl m&ouml;chte ich mir erlauben, einige Bemerkungen zu Ihrem im Betreff erw&auml;hnten Beitrag zu machen. Beginnen m&ouml;chte ich am Ende Ihrer Ausf&uuml;hrungen, denen ich inhaltlich uneingeschr&auml;nkt zustimme. Ihrem Res&uuml;mee kann ich allerdings nicht unkommentiert folgen, insbesondere bin ich &uuml;ber die Motivation dieser Sanktionspolitik anderer Meinung.&nbsp;<\/p><p>Sie schreiben am Ende, da&szlig; die Sanktionspolitik ein primitiver, aber wirksamer Vorgang sei, wor&uuml;ber ich mit Ihnen ebenfalls vollkommen einer Meinung bin. Ihr n&auml;chster Satz allerdings,&nbsp;&ldquo;Auch deshalb sind Sanktionen so beliebt und werden gedankenlos eingesetzt.&rdquo; ist insoweit m.E. unzutreffend, wie Sanktionen eben nicht gedankenlos, sondern genau gezielt eingesetzt werden. Diese haben doch gerade die Aufgabe, die aktuelle Expansionspolitik, wie sie von den US-Denkern sogar lauthals verk&uuml;ndet wird, wirksam zu unterst&uuml;tzen. Und Wirkung entfaltet diese Sanktionspolitik mehr oder weniger jedenfalls und ist insoweit f&uuml;r die US-Strategie unverzichtbar. Sie werden mir sicher darin zustimmen, da&szlig; diese Politik auch zum Scheitern des kommunistischen Versuchs beigetragen hat und bis heute auf der bisher un&uuml;berwindlichen &ouml;konomischen Macht der Vereinigten Staaten beruht. Und solange diese St&auml;rke existiert, die u.a. auch darauf beruht, da&szlig; die Vasallenstaaten treu zur Fahne stehen, solange wird sie praktiziert werden. Denn ein (starkes) Europa der guten Nachbarn, wie das weiland Willy Brandt sicher wegen seiner Erfahrungen&nbsp;mit dem 3. Reich zum Ziel hatte, das ist nicht das Ziel der USA. Leider gelingt es diesem Land bisher aber noch immer, die europ&auml;ischen V&ouml;lker &uuml;ber deren wirkliche Interessen zu t&auml;uschen und zu verschleiern, da&szlig; ein starkes Europa eben nicht mit den globalen Absichten der USA &uuml;bereinstimmt. Ich mu&szlig; Quellen dazu sicher nicht anf&uuml;hren. Ich stelle leider sehr oft&nbsp;die&nbsp;anscheinend noch weitverbreitete&nbsp;Gewohnheit fest, das Ziel internationaler Politik, wie es die sog. westliche Wertegemeinschaft verfolgt, in einer Weise zu verbr&auml;men, die die tats&auml;chlichen&nbsp;US-amerikanische Weltherrschaftsintentionen, mit denen &uuml;brigens keine R&uuml;cksichten auf die europ&auml;ischen Partner genommen wird,&nbsp;vollkommen ausblendet.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&uuml;rgen Keller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>der Artikel ist wirklich ein Highlight des neuen Jahres. Ich kann Ihre Wut absolut nachvollziehen. Danke f&uuml;r die klare Sprache!<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIhr G&uuml;nter Grzega<br>\n&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber die erstaunliche Karriere von Sanktionen als Instrument der internationalen Politik<\/p><p>(besonders akut zum &ldquo;Verh&auml;ltniss&rdquo; GEGEN Russland und seinem BESONNENEN Putin)<\/p><p>Werter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>an Ihrem Beitrag ist wahrlich nicht viel auszusetzen! Au&szlig;er vielleicht Ihre gar nicht m&ouml;gliche Verkn&uuml;pfung von (echter) Demokratie und Kapitalismus im allgemeinen und meinetwegen auch speziell im (ru) Riesenreich.&nbsp;<\/p><p>Tun Sie mir und sicherlich vielen Anderen den Gefallen nicht (mehr) von &ldquo;WIR und UNS&rdquo; zu reden, auch nicht vom (deutschem) Volk.<\/p><p>So etwas gibt es nicht, siehe oben und das letzt genannte, bedauernd oder nicht, nicht mehr.<\/p><p>Bei den IDIOTEN, auch viel zu nichts sagend, haben Sie ja die Kurve noch hingekriegt, ja, aber, es waren immer nur nur Mord(s)- Gesellen die &ldquo;demokratisch&rdquo; aufgestellt zu w&auml;hlen waren!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e. Benkwell.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>zu Ihrem Artikel &uuml;ber Sanktionen noch ein Zusatz: <\/p><p>Letzten Juli habe ich einen Vortrag von Karin Leukefeld geh&ouml;rt, Titel:<\/p><p>Sanktionen als Mittel der Au&szlig;enpolitik am Beispiel Syrien. Sie sagte, im Jahr 2013 h&auml;tte die Uno-Vollversammlung beschlossen, keine Sanktionen mehr zu verh&auml;ngen, da die Folgen, z. B. Kindersterblichkeit, allgemein f&uuml;r Gesundheits- und Bildungswesen u. a. zu schwerwiegend w&auml;ren. Das bedeutet, nur die westlichen H&uuml;ter und Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten nehmen derartige Wirkungen ohne Skrupel in Kauf. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nB. Kremer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ja, lieber Herr M&uuml;ller, Sie schreiben: <\/p><p>Warum haben wir uns im Westen entschlossen, anderen L&auml;ndern und V&ouml;lkern Sanktionen aufzubrummen? Diese Taten werden damit gerechtfertigt, dass man die V&ouml;lker in diesen L&auml;ndern befreien wolle von Regierungen, Pr&auml;sidenten, Parteien, K&ouml;nigen, die dem eigenen Volk B&ouml;ses antun.<\/p><p>Das klingt auf den ersten Blick so lieb &amp; logisch: wir tun was gegen die b&ouml;sen Assads, das ist doch gut!<\/p><p>Auf den zweiten Blick kann es aber nur zweierlei bedeuten:<\/p><p>(1) Die Syrer finden den Assad gar nicht so schlecht &ndash; aber wir von au&szlig;en wissen es besser und wollen dieses Volk mit Gewalt zwingen, einen Pr&auml;sidenten nach unserem Geschmack auszusuchen.<\/p><p>ODER<\/p><p>(2) Die Syrer m&ouml;chten Assad wirklich loswerden, trauen sich aber aus Angst vor dem Polizeiapparat nicht. Und wir von au&szlig;en, die nichts zu bef&uuml;rchten haben, qu&auml;len sie jetzt durch zus&auml;tzlichen Druck so lange, bis sie verzweifelt genug sind, den Umsturz zu wagen? So sieht also echte Menschenliebe aus? <\/p><p>(Syrien war hier nur mein Beispiel f&uuml;r die vielen anderen so von uns &ldquo;begl&uuml;ckten&rdquo; L&auml;nder)<\/p><p>Martin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich sende Ihnen wiederholt beste Gr&uuml;&szlig;e von der Elbe und w&uuml;nsche Ihnen ein ganz ausgezeichnetes Jahr 2022. Zu Ihrem Artikel &bdquo;&uuml;ber die erstaunliche Karriere von Sanktionen als Instrument der internationalen Politik&ldquo; m&ouml;chte ich einige Anmerkungen machen.<\/p><p>Die UN-Charta verbietet nicht jede Anwendung oder Androhung von von Gewalt, sondern nur die chartawidrige. Sie verbietet den Aggressionskrieg, l&auml;sst doch den Verteidigungskrieg zu, ebenso wie andere z.B. kollektive milit&auml;rische Ma&szlig;nahmen des Sicherheitsrates. Die individuelle und kollektive Selbstverteidigung gegen eine Aggression sind vor allem Sanktionen gegen den Aggressor. Sie haben die Funktion, das Gewaltverbot durchzusetzen.<\/p><p>Angewendet auf die als &bdquo;Wippschaukeleffekt&ldquo; bezeichnete Methoden Manipulation bedeutet das, wie verteidigen uns lediglich. Die Aggressoren (z.B.) China, Russland, Belarus, Syrien und Afghanistan bedrohen uns. Im Rahmen einer kollektiven Selbstverteidigung gegen die Aggressoren und ihren Aggressionen bedienen wir uns der Sanktionen gegen diese Aggressoren. Sie haben die Funktion, das Gewaltverbot durchzusetzen, stehen also im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht. Kurz: Wir die die Guten!<\/p><p>In Ausnahmef&auml;llen k&ouml;nnen einem Staat zeitweise Sanktionen oder Beschr&auml;nkungen in der Aus&uuml;bung bestimmter Souver&auml;nit&auml;tsrechte auferlegt werden. Dies trifft gegen&uuml;ber Aggressorstaaten zu. Beispiel sind die ehemals verh&auml;ngten wirtschaftlichen Sanktionen gegen S&uuml;dafrika zur Zeit der Apartheid.<\/p><p>Angewendet auf die als &bdquo;Wippschaukeleffekt&ldquo; bezeichnete Methoden Manipulation bedeutet das, wir verteidigen lediglich die universellen Werte. Wer kann schon etwas gegen wirtschaftlichen Sanktionen gegen&uuml;ber einem Rassistenregime haben?! Unterdr&uuml;ckt nicht China die Uiguren aus rassistischen Motiven? Oder sollte die Unterdr&uuml;ckung doch an den Kontakten des Uigurischen Weltkongresses zu mehreren Geheimdiensten liegen?<\/p><p>Eine einheitliche Antwort auf die Frage nach der Effektivit&auml;t von Wirtschaftssanktionen l&auml;sst sich nicht geben, weil die Wirksamkeit wesentlich von der eingesetzten Sanktion und der &ouml;konomischen &bdquo;Empfindlichkeit&ldquo; des betroffenen Staates abh&auml;ngt. Zweifel bestehen vor allem bei Embargom&szlig;nahmen, und zwar auch solchen kollektiver Art. Nach aller Erfahrung k&ouml;nnen sie, vor allem infolge mangelnder Solidarit&auml;t in der Staatengemeinschaft, leicht unterlaufen werden.<\/p><p>Angewendet auf die als &bdquo;Wippschaukeleffekt&ldquo; bezeichnete Methoden Manipulation bedeutet das, die Erfolglosigkeit unserer Sanktionen ist lediglich Folge mangelnder Solidarit&auml;t in der Staatengemeinschaft. Wir befinden uns nicht auf dem Holzweg. Andere folgen uns nur nicht. Wir sind die Guten!<\/p><p>Aus Hamburg,<br>\nLutz Lehnhard<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Nachtrag Albrecht M&uuml;ller:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Mit dem Leserbrief Nummer 9 weist Joachim Sch&auml;fer aus Berlin auf den Boykott von Waren aus S&uuml;dafrika hin. Dieser Boykott galt der Rassentrennung in S&uuml;dafrika. Man k&ouml;nnte ihn vergleichen mit den jetzigen Sanktionen. Meines Erachtens ist der Unterschied erkennbar.<\/li>\n<li>In Facebook-Kommentaren zum Artikel &uuml;ber die Sanktionen wird darauf verwiesen, dass es ja schon zu Zeiten fr&uuml;herer Regierungen, auch mit SPD-Beteiligung, Sanktionen gegeben habe. Als solches wird die sogenannte Cocom-Liste betrachtet. Das war eine Liste mit R&uuml;stungsg&uuml;tern und solchen, die f&uuml;r die R&uuml;stung gebraucht werden konnten, und anderen als strategisch betrachteten G&uuml;tern. Diese G&uuml;ter durften nicht an Wirtschaftssubjekte im Bereich des sogenannten Ostblocks geliefert werden.\n<p>Dieses Thema hatte ich bewusst nicht in den Text &uuml;ber Sanktionen aufgenommen, weil nach meiner Kenntnis und pers&ouml;nlicher Erfahrung die Cocom-Liste nicht wie heute im aktuellen Geschehen eingesetzt worden ist. In den Jahren meiner T&auml;tigkeit als Abteilungsleiter Planung im Bundeskanzleramt zwischen Februar 1973 und September 1982 ist mir insbesondere in den morgendlichen Lagebesprechungen kein Fall begegnet, den man in die Kategorie Einsatz von Sanktionen im Umgang mit der Sowjetunion, der DDR oder anderen L&auml;ndern des Warschauer Paktes und des Comecon einordnen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Gelegenheiten f&uuml;r Sanktionen h&auml;tte es im Sinne des Geistes von heute immer mal wieder gegeben. Auch nach Abschluss des Moskauer Vertrages und anderen Vertr&auml;gen in den Jahren 1970-73 einschlie&szlig;lich des Grundlagenvertrages mit der DDR gab es immer wieder St&ouml;rungen des Zusammenlebens, zum Beispiel Schie&szlig;ereien an der Grenze der DDR. Ich erinnere mich noch gut an morgendliche Lagebesprechungen zum Thema unter Vorsitz des damaligen Chefs des Bundeskanzleramtes, Horst Grabert, und im Beisein von Egon Bahr, damals Bundesminister f&uuml;r besondere Aufgaben, und des designierten St&auml;ndigen Vertreters in der DDR, G&uuml;nter Gaus. Niemand hat damals Sanktionen gegen&uuml;ber der DDR vorgeschlagen, um damit die aufgetretenen Schwierigkeiten zu &uuml;berwinden. Oder als Bestrafung der DDR-Oberen.<\/p>\n<p>Dass der &bdquo;Geist&ldquo; ein ganz anderer war, dass wir auf Zusammenarbeit und nicht auf Konfrontation aus waren, wird an einem einschl&auml;gigen Ereignis erkennbar, das sich in der Zeit meiner Arbeit (August 1968 bis November 1969 als Redenschreiber f&uuml;r den Bundeswirtschaftsminister Professor Dr. Karl Schiller ereignete. Da es einschl&auml;gig ist, will ich davon berichten: Damals gab es im Bundeswirtschaftsministerium einen Parlamentarischen Staatssekret&auml;r mit dem Namen Klaus-Dieter Arndt. Eine imposante Pers&ouml;nlichkeit. Er war jenseits seiner genuinen Aufgabe als PSt sozusagen in der Linie des Arbeitsbereichs des BMWi auch f&uuml;r den Ausbau des innerdeutschen Handels zust&auml;ndig. Ich kannte ihn relativ gut, weil ich ihn im Namen des Wirtschaftspolitischen Clubs, den wir in M&uuml;nchen gegr&uuml;ndet hatten, zu einer Podiumsdiskussion im Juni 1968 in die LMU eingeladen hatte, und Klaus-Dieter Arndt daraufhin seinem Minister vorschlug, mich und einen anderen Kollegen und Freund als Redenschreiber anzuheuern. Am 3. August 1968 begann unsere Arbeit in Bonn. Am 21. August suchte ich zur Besprechung einer Ministerrede Klaus-Dieter Arndt auf. W&auml;hrend dieser Besprechung reichte ihm seine Sekret&auml;rin eine Tickermeldung (die damalige Alternative einer Meldung auf dem Smartphone). Klaus-Dieter Arndt las mir die Meldung vor: Sowjetische Truppen und andere Truppen des Warschauer Paktes einschlie&szlig;lich der DDR waren gerade in Prag und anderen Orten der Tschechoslowakei gelandet und hatten den Prager Fr&uuml;hling mit dem Hoffnungstr&auml;ger Dubcek beendet. <\/p>\n<p>Heute w&uuml;rde ein solcher Vorgang sofort das Nachdenken und Planen von Sanktionen ausl&ouml;sen. Damals reagierte ein f&uuml;r den Ausbau des Handels mit dem Osten zust&auml;ndiger Politiker zwar mit ernster Miene, aber einem klaren &bdquo;wir machen weiter&ldquo; &ndash; auch mit der Entspannungspolitik. Ein gutes Jahr sp&auml;ter war mit der Wahl des neuen Bundeskanzlers Brandt der entspannungspolitische Durchbruch erreicht, nur ein weiteres Jahr sp&auml;ter gab es 1970 den Moskauer Vertrag und den Warschauer Vertrag, 1973 dann auch den Vertrag mit Prag und wenige Jahre sp&auml;ter, 1975, die KSZE, die Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. &ndash; Mit Sanktionen im August 1968 w&auml;re das nicht erreicht worden. <\/p><\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt eine Zusammenstellung der Leserbriefe zum Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79440\">&Uuml;ber die erstaunliche Karriere von Sanktionen als Instrument der internationalen Politik<\/a>. Diese Zusammenstellung habe ich mit gro&szlig;em Vergn&uuml;gen gemacht, weil in den Leserbriefen so viele neue Erkenntnisse und Anregungen stecken. Danke vielmals. Die Zusammenstellung enth&auml;lt alle Leserbriefe, die zum Beitrag vom 3. 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