{"id":79653,"date":"2022-01-12T10:54:21","date_gmt":"2022-01-12T09:54:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79653"},"modified":"2022-02-11T13:39:26","modified_gmt":"2022-02-11T12:39:26","slug":"interview-mit-einem-der-auszog-den-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-zu-reformieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79653","title":{"rendered":"Interview mit einem, der auszog, den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jimmy_C._Gerum\"><strong>Jimmy C. Gerum<\/strong>, ein Filmproduzent aus Bayern<\/a>, verantwortlich f&uuml;r das Kino-Abenteuer-Drama SO WEIT DIE F&Uuml;SSE TRAGEN (2001), bei seiner Erstausstrahlung in der ARD einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 2003, legt sich aus dieser Perspektive in gewisser Weise mit seinem fr&uuml;heren Arbeitgeber an. Er m&ouml;chte ARD und ZDF an ihre Pflicht zu einer ausgewogenen Berichterstattung erinnern. Es folgt ein Interview mit Herrn Gerum. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Gerum, dass die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen versagen, ist unser t&auml;glich Brot, sauer aufsto&szlig;endes Brot.  Wie und warum hat es bei Ihnen geklickt, wie kommen Sie auf die Idee, dass ARD und ZDF ihre Pflichten gegen&uuml;ber den Geb&uuml;hrenzahlern verletzen?<\/strong><\/p><p>Ich k&ouml;nnte darauf antworten, dass die NACHDENKSEITEN die Schuld daf&uuml;r tragen. <\/p><p>Denn die NACHDENKSEITEN sind eines der Portale, das aus mir einen m&uuml;ndigen und politisch aufgekl&auml;rten B&uuml;rger gemacht haben. Hannah Arendt meinte einst, was n&uuml;tzt uns die Meinungsfreiheit, wenn uns der Zugang zu dem n&ouml;tigen Wissen fehlt, eine fundierte Meinung zu einem Thema zu bilden. Ganz konkret haben mich die NACHDENKSEITEN <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34928\">mit dem Autor David Talbot bekannt gemacht<\/a>, dessen Werk &ldquo;Das Schachbrett des Teufels&rdquo; die Hintergr&uuml;nde des Mordes an J.F. Kennedy sehr plausibel behandelt. <\/p><p>Am meisten geteilt wurde von mir Ihr Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40074\">&uuml;ber den Council on Foreign Relations<\/a>, &uuml;ber dessen undemokratische Gepflogenheiten DER SPIEGEL von 1975 noch ungestraft berichten durfte.<\/p><p>Ein besonderer Augen&ouml;ffner f&uuml;r mich war auch Ihr Bericht &uuml;ber das Buch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40531\">&ldquo;Im Spinnennetz der Geheimdienste&rdquo; von Patrick Baab<\/a>, das die Hintergr&uuml;nde der Morde an Olof Palme und Uwe Barschel faktenreich untersucht.<\/p><p>Ich begann mich damals zu fragen, warum ich als 50-j&auml;hriger B&uuml;rger noch nie von diesen Zusammenh&auml;ngen geh&ouml;rt hatte.<\/p><p>Mein Leben als Filmproduzent in der Unterhaltungsindustrie war gepr&auml;gt von einer konsumorientierten Wohlstandsbet&auml;ubung, unter der viele B&uuml;rger leiden.<\/p><p>Trotzdem saugte ich seit den 80er Jahren jede ARD\/ZDF-Doku zum Thema Kennedy ein, das mich schon immer interessierte. Meine Eltern kauften sich am 22. November 1963 ihren ersten Fernseher und freuten sich auf den ersten Fernsehabend ihres Lebens in den eigenen vier W&auml;nden. Doch aus den bekannten Gr&uuml;nden lief den ganzen Abend keine einzige Sendung au&szlig;er der US-Berichterstattung. Das war immer wieder Gespr&auml;chsthema in unserer Familie.<\/p><p>Durch die NACHDENKSEITEN erkannte ich, dass ich mein Leben lang durch den &ouml;ffentlichen Rundfunk auf die falsche F&auml;hrte gelockt worden war. Nicht einmal zum 50. Todestag 2013 gab es eine Aufkl&auml;rung in unseren Leitmedien, dass L.H. Oswald als T&auml;ter ausgeschlossen werden kann. Das war mein erster Schock.<\/p><p><strong>Das tut uns leid, wir entschuldigen uns, dass wir Sie aufgeweckt haben.<\/strong><\/p><p>Sehr witzig. Als Freiberufler hatte ich das Privileg, immer wieder Zeit f&uuml;r umfangreiche Recherchen aufbringen zu k&ouml;nnen, in den neuen unabh&auml;ngigen Internet-Medien, national wie international, deren journalistische Qualit&auml;ten mich immer wieder &uuml;berrascht haben.<\/p><p>Es &auml;rgerte mich von Jahr zu Jahr mehr, dass weder meine Freunde noch der Durchschnittsb&uuml;rger sich mit diesen politischen Zusammenh&auml;ngen befassen wollten.<\/p><p>Schuld daran tr&auml;gt die Deutungshoheit des &ouml;ffentlichen Rundfunks, der bestimmen kann, welche gesteuerte Kampagne gerade durch das Dorf getrieben wird.<\/p><p>Besonders &auml;rgerlich wird das, wenn sich die Leitmedien dadurch an politischen Fehlentwicklungen mitschuldig machen. Denn die mangelnde historische Aufarbeitung tr&auml;gt zu falschen Entscheidungen der B&uuml;rger an der Wahlurne bei, ebenso wie sie zu falschen Entscheidungen bei der j&uuml;ngeren Politiker-Generation f&uuml;hrt.<\/p><p><strong>Warum glauben Sie, dass Sie an diesen Verh&auml;ltnissen etwas &auml;ndern k&ouml;nnen?<\/strong><\/p><p>Ich wei&szlig;, dass wir es mit verkrusteten Institutionen zu tun haben, die teils &uuml;berheblich, teils betriebsblind diese Strukturen &uuml;ber Jahrzehnte nicht infrage gestellt haben. Die gesteuerte Verengung des Diskurses hat Methode, egal ob es um Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr geht oder um internationale Handelsabkommen oder aktuell um die Bevormundung der B&uuml;rger in der Corona-Krise.<\/p><p>Ich denke, dass die Corona-Krise das Bewusstsein in der Bev&ouml;lkerung gesch&auml;rft hat, dass die Diskursverengung unserer Demokratie schadet. Es gibt sachliche Gr&uuml;nde daf&uuml;r, die Risikogruppen zu sch&uuml;tzen, aber es reicht nur ein wenig Recherche aus, um zu erkennen, dass ein Gro&szlig;teil der Ma&szlig;nahmendiskussion in den Leitmedien nicht gesundheitliche Interessen, sondern politische Interessen im Fokus hat.<\/p><p><strong>Wie wollen Sie sich Geh&ouml;r verschaffen f&uuml;r Ihre fundamentale Kritik am &ouml;ffentlichen Rundfunk?<\/strong><\/p><p>Ich habe eine Website gegr&uuml;ndet, die die wesentlichen Verfehlungen des &ouml;ffentlichen Rundfunks dokumentiert, vor allem die drei gesetzlich verankerten S&auml;ulen Pluralismus, Ausgewogenheit und Staatsferne werden kontinuierlich schwer verletzt.<\/p><p>Daher gr&uuml;ndete ich das Aktionsb&uuml;ndnis Leuchtturm ARD, das die B&uuml;rger dar&uuml;ber aufkl&auml;rt, dass wir unsere Rundfunkgeb&uuml;hren so lange zur&uuml;ckhalten d&uuml;rfen, bis der &ouml;ffentliche Rundfunk einlenkt und seinem gesetzlichen Auftrag endlich Folge leistet.<\/p><p>Unsere Welt funktioniert leider vielfach &uuml;ber Geld. Und dieses Geld entziehen wir dem &Ouml;RR in unserem Protestjahr 2022. Damit wollen wir die Verantwortlichen f&uuml;r diese untragbaren Zust&auml;nde unter Druck setzen.<\/p><p><strong>Herr Gerum, wir w&uuml;nschen Ihnen einen fruchtbaren Dialog mit den Rundfunkanstalten. Vielen Dank f&uuml;r dieses Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p><em>Mehr Informationen: <a href=\"http:\/\/www.leuchtturmard.de\">LeuchtturmARD.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jimmy_C._Gerum\"><strong>Jimmy C. Gerum<\/strong>, ein Filmproduzent aus Bayern<\/a>, verantwortlich f&uuml;r das Kino-Abenteuer-Drama SO WEIT DIE F&Uuml;SSE TRAGEN (2001), bei seiner Erstausstrahlung in der ARD einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 2003, legt sich aus dieser Perspektive in gewisser Weise mit seinem fr&uuml;heren Arbeitgeber an. 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