{"id":79872,"date":"2022-01-18T09:10:13","date_gmt":"2022-01-18T08:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79872"},"modified":"2022-01-18T12:35:32","modified_gmt":"2022-01-18T11:35:32","slug":"kasachstan-der-fehlende-part-die-stimme-der-arbeiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79872","title":{"rendered":"Kasachstan &#8211; Der fehlende Part: Die Stimme der Arbeiter"},"content":{"rendered":"<p>Die Unruhen in Kasachstan waren auf den NachDenkSeiten bereits mehrfach das Thema. Zweimal schilderte unser Autor Ulrich Heyden (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79512\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79600\">hier<\/a>) die Vorg&auml;nge und kl&auml;rte &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde auf und Irmtraud Gutschke analysierte <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79729\">die aktuelle Lage<\/a> im Hinblick auf die j&uuml;ngeren geschichtlichen Entwicklungen. F&uuml;r den NachDenkSeiten-Mitarbeiter <strong>Marco Wenzel<\/strong> fehlt dabei noch ein Baustein &ndash; die Perspektive der kasachischen Arbeiter. In seinem Beitrag f&uuml;r die NachDenkSeiten greift Wenzel diesen &bdquo;fehlenden Part&ldquo; auf, der als Erg&auml;nzung zu den Aktivit&auml;ten der westlichen Dienste und NGOs sicher hilfreich ist, um das gesamte Bild zu verstehen.<br>\n<!--more--><br>\nAls am 5. Januar in Kasachstan gewaltt&auml;tige Unruhen losbrachen, r&auml;tselte die ganze Welt dar&uuml;ber, wie es soweit kommen konnte. Erst am 2. Januar hatte die Regierung bekanntgegeben, die Subventionen auf Benzin und Gas aufzuheben und die Preisfindung dem &bdquo;Markt&ldquo; zu &uuml;berlassen. Das war der letzte Tropfen, der ein Fass zum &Uuml;berlaufen brachte. Die Arbeiter in Schanga&ouml;sen traten zuerst in den Streik. Pr&auml;sident Tokajew versuchte, die aufgebrachte Bev&ouml;lkerung zu beruhigen. Er k&uuml;ndigte an, mit seinem Kabinett zur&uuml;ckzutreten und das Parlament aufzul&ouml;sen, und nahm die Benzin- und Gaspreiserh&ouml;hung wieder teilweise zur&uuml;ck.  Das alles konnte die Bev&ouml;lkerung aber nicht mehr beruhigen, am 5. Januar brannten Geb&auml;ude und Fahrzeuge in allen Teilen des Landes, es kam zu Schie&szlig;ereien und Attentaten und noch am selben Tag, dem 5. Januar, rief Tokajew die &bdquo;russische Mini-Nato&ldquo; OVKS zur Unterst&uuml;tzung bei der Aufstandsbek&auml;mpfung, die ihm auch umgehend bewilligt wurde. <\/p><p>Am 11. Januar sagte Tokajew, dass die Unruhen das Resultat einer Verschw&ouml;rung von nicht n&auml;her bezeichneten internationalen terroristischen Gruppen gewesen seien. Dank der raschen Anti-Terror-Operation und der Landung von OVKS-Truppen in Kasachstan habe die Ordnung wiederhergestellt werden k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Was ist schiefgelaufen in Kasachstan?<\/strong><\/p><p>Zusammenfassend k&ouml;nnte man diese Frage in etwa so beantworten: F&uuml;r die Werkt&auml;tigen und ihre Familien so ziemlich alles. F&uuml;r die Oligarchen, die sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabh&auml;ngigkeit der fr&uuml;heren Sowjetrepublik Kasachstan Ende 1991 die Reicht&uuml;mer des Landes unter den Nagel gerissen hatten, waren die letzten 30 Jahre dagegen eine Goldgr&auml;berzeit.<\/p><p>Kasachstan ist reich an Bodensch&auml;tzen. Am Kaspischen Meer gibt es gro&szlig;e Vorkommen an Erd&ouml;l und Erdgas, in Mittelkasachstan gibt es gro&szlig;e Steinkohlevorkommen, im Norden Eisenerz und Gold. Weiter Chrom, Vanadium, Wismut, Kupfer, Cobalt, Zink, Molybd&auml;n und Uran, schlichtweg alles. Die Regierung besteht fast ausschlie&szlig;lich aus ehemaligen Mitgliedern der KPdSU, unter Pr&auml;sident Nursultan Nasarbajew &bdquo;erbten&ldquo; sie all diese Reicht&uuml;mer. Und sie tat das, was bereits Trunkenbold Jelzin in Russland getan hatte: Sie verscherbelten die Bodensch&auml;tze, als w&auml;re es ihr Eigentum und nicht das Eigentum der Nation. Entweder &uuml;ber Konzessionen zum Abbau oder &uuml;ber Joint-Ventures an ausl&auml;ndische Firmen und Investoren. Und sie kassierten daf&uuml;r Schmiergelder und\/oder bekamen f&uuml;rstlich bezahlte Posten entweder im Aufsichtsrat oder als &bdquo;Berater&ldquo; der Unternehmen. Im Prinzip ist die kasachische Regierung dasselbe wie die Kompradorenbourgeoisie in Lateinamerika, die die Reicht&uuml;mer des Landes billig an ausl&auml;ndische Kapitalisten verscherbelt und sich damit auf Kosten der einheimischen Bev&ouml;lkerung bereichert. Wie fast &uuml;berall im postsowjetischen Raum ist auch in Kasachstan ein oligarchisch gepr&auml;gtes kompradorisches System entstanden. Das Kapital sieht Kasachstan als Rohstoffquelle, die mit Hilfe billiger Arbeitskr&auml;fte gewinnbringend ausgebeutet werden kann. Und die einheimischen Oligarchen halten die Werkt&auml;tigen ruhig und unterdr&uuml;cken mit Hilfe eines gut ausger&uuml;steten Repressionsapparates jede Gegenwehr. So sieht die internationale Arbeitsteilung auf dem R&uuml;cken der Werkt&auml;tigen aus und Kasachstan ist in dieser Beziehung eines der schlimmsten L&auml;nder der Welt.<\/p><p>Es sind westliche Energiekonzerne (Total, ExxonMobil, ENI, Chevron&hellip;) und Bergbauunternehmen (Areva, Arcelor-Mittal und andere), die &Ouml;l und Gas f&ouml;rdern und Mineralien abbauen, es ist ein japanisch-kasachisches Joint-Venture, das den Uranabbau betreibt, aber auch in anderen Bereichen sind westliche Gro&szlig;konzerne in Kasachstan aktiv. Von General Electric im Eisenbahn- und Energiebereich bis hin zu Konsumg&uuml;terunternehmen wie PepsiCo, Procter &amp; Gamble und Danone. Sie alle m&uuml;ssen korrupte Regierungsmitglieder und Beamte bestechen, um ins Gesch&auml;ft zu kommen. Der ehemalige stalinistische B&uuml;rokrat Nasarbajew, der 1990 zum Pr&auml;sidenten der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan gew&auml;hlt worden war, regierte das Land nach dem Zusammenbruch der SU weiter als Pr&auml;sident von 1991 bis 2019. Er hat den Kapitalismus in Kasachstan wieder eingef&uuml;hrt und die Wirtschaft privatisiert. Er ist beispielhaft f&uuml;r die postsowjetische Oligarchie, die sich seit dem Ende Sowjetunion nicht nur in Kasachstan, sondern in allen postsowjetischen Republiken inklusive in Russland am Verkauf von &Ouml;l, Metallen und anderen nat&uuml;rlichen Rohstoffen bereichert hat. So hat allein Nasarbajew in seiner 30-j&auml;hrigen &bdquo;politischen Karriere&ldquo; ein Verm&ouml;gen von 7 Milliarden USD angeh&auml;uft, was einem Durchschnittseinkommen von rund zwanzig Millionen USD pro Monat entspricht. Nasarbajew, seine Familie und seine drei T&ouml;chter besitzen riesige Verm&ouml;gen und L&auml;ndereien im In- und Ausland, inklusive der Schweiz, Frankreich und England.<\/p><p>In den drei&szlig;ig Jahren ihrer Herrschaft baute die Oligarchie Stra&szlig;en und Prunkgeb&auml;ude und verlegte die Hauptstadt nach Nursultan (fr&uuml;her Astana). Von den Erl&ouml;sen aus &Ouml;l und Gas und anderen Bodensch&auml;tzen profitierte nur eine schmale Elite, das gemeine Volk bekam davon nichts.  Kasachstan ist zwar die gr&ouml;&szlig;te Wirtschaft und das reichste Land in Zentralasien, das BIP pro Kopf und Jahr betr&auml;gt 27.000 USD. Die Arbeiter aber m&uuml;ssen mit einem Monatsgehalt zwischen 500 und 1000 USD ihre Familie versorgen, der Mindestlohn liegt gar bei nur 97 USD. (1)<\/p><p>Aber nicht nur westliche, auch chinesische und russische Firmen sind in Kasachstan t&auml;tig und auch sie schmieren das System Nasarbajew. So sind vor allem in der &Ouml;l- und Gasf&ouml;rderung auch chinesische Unternehmen t&auml;tig. Eine &Ouml;lpipeline f&uuml;hrt vom Kaspischen Meer direkt nach Xinjiang in China und wird von der chinesischen CNPC gemeinsam mit der kasachischen Firma KazMunayGas betrieben. Eine Gaspipeline f&uuml;hrt von Turkmenistan &uuml;ber Kasachstan ebenfalls nach Xinjiang, an der wiederum die chinesische CNPC Anteilseigner ist. Und dann ist da noch der russische Weltraumbahnhof Baikonur, den Russland noch bis 2050 gepachtet hat und daf&uuml;r j&auml;hrlich etwa 100 Millionen &euro; bezahlt. F&uuml;r das Uran sind Russland und Frankreich die Hauptkunden, die das Uran f&uuml;r ihre Kernkraftwerke und wei&szlig; der Teufel f&uuml;r was sonst noch dringend ben&ouml;tigen.<\/p><p>Der listige Nasarbajew hat seit jeher gewusst, die Interessenten der verschiedenen L&auml;nder an Kasachstans Bodensch&auml;tzen gegeneinander auszuspielen. Das nennt man im allgemeinen Sprachgebrauch, er habe einen Balanceakt zu vollziehen gewusst, indem er gute Beziehungen zu China, Russland, den USA und Europa unterh&auml;lt. Konkurrenz belebt halt das Gesch&auml;ft und sie ist immer dann besonders eintr&auml;glich, wenn es die Kunden sind, die miteinander konkurrieren, um kaufen zu d&uuml;rfen. Der &bdquo;Balanceakt&ldquo; ging vornehmlich auf Kosten Russlands. Waren noch 1991 etwa 38% der Einwohner Kasachstans Russen, so sind es inzwischen nur noch die H&auml;lfte davon. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Nasarbajew eine eher antirussische Politik betrieben hat und die ans&auml;ssigen ethnischen Russen unterdr&uuml;ckte und vertrieb, so dass sie desillusioniert nach Russland zur&uuml;ckkehrten. Das geht soweit, dass die Regierung beabsichtigt, bis 2025 die kyrillische Schrift, die in Kasachstan weit verbreitet ist, ganz durch die lateinische Schrift zu ersetzen. Und so schnell, wie die ethnischen Russen nach Russland zur&uuml;ckkehrten, so schnell verbreiteten sich im Land westliche NGO&rsquo;s, viele davon &uuml;ber das notorische NED, direkt von den USA finanziert. <\/p><p><strong>Geostrategische Bedeutung<\/strong><\/p><p>Kasachstan, ein Land mit einer Fl&auml;che von 2,7 Millionen km2, gelegen in Zentralasien, gr&ouml;&szlig;er als Skandinavien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, ist ein Schl&uuml;sselland in der Auseinandersetzung um die Vorherrschaft in Eurasien, um die die USA und ihre Verb&uuml;ndeten auf der einen Seite und Russland und China auf der anderen Seite ringen. Das Land ist eine Br&uuml;cke zwischen Ostasien, dem Nahen Osten und Europa. Schon immer f&uuml;hrten die Handelsrouten von China nach Europa durch Kasachstan, das Land war schon damals ein Knotenpunkt f&uuml;r die alte Seidenstra&szlig;e. Hauptknotenpunkt der Neuen Seidenstra&szlig;e ist die Eisenbahnverbindung von Korgos an der Grenze zwischen Kasachstan und China.<\/p><p>Kasachstan ist nicht nur f&uuml;r China, sondern auch f&uuml;r Russland von gro&szlig;er Bedeutung. Im Juni 2014 gr&uuml;ndete Kasachstan zusammen mit Russland und Wei&szlig;russland die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU), der sp&auml;ter auch Armenien und Kirgisistan beitraten. Im Oktober 2002 wurde die Organisation des Vertrages f&uuml;r kollektive Sicherheit (OVKS) mit Sitz in Moskau gegr&uuml;ndet. Mitglieder sind neben Russland noch Kasachstan, Wei&szlig;russland, Tadschikistan, Kirgisistan und Armenien. Das B&uuml;ndnis soll die Sicherheit, Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t der Mitgliedsstaaten gew&auml;hrleisten. Die Union soll auf die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken ausgedehnt werden, was den USA weniger gef&auml;llt.<\/p><p><strong>Der Aufstand<\/strong><\/p><p>Die Unruhen begannen am Sonntag, 2. Januar. Ausgangspunkt der Proteste war die Industriestadt Schanga&ouml;sen im Westen des Landes, nachdem die Regierung die Subventionen f&uuml;r Fl&uuml;ssiggas gestrichen hatte, das fast alle Kasachen tanken. Angeblich sollten damit ausl&auml;ndische Investitionen angelockt werden. Von Schanga&ouml;sen aus breiteten sich die Proteste schnell auf das ganze Land aus. An den Demonstrationen, die von den Arbeitern auf den &Ouml;lfeldern ausgegangen waren, beteiligten sich fast alle Schichten der Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Der Unmut richtet sich gegen die 30 Jahre anhaltende Diktatur im Land und stellt die Herrschaft von Pr&auml;sident Tokajew und Ex-Pr&auml;sident Nasarbajew infrage, der als Vorsitzender des Sicherheitsrates immer noch die Strippen im Hintergrund zieht und als &bdquo;F&uuml;hrer des Volkes&ldquo; lebenslange Immunit&auml;t vor Strafverfolgung genie&szlig;t. (2) Die am meisten gerufene Parole war, &bdquo;Alter Mann, hau ab!&ldquo;, womit der 81-j&auml;hrige Nursultan Nasarbajew gemeint ist. Die Bewegung ist Ausdruck der Wut der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Missst&auml;nde in der Gesellschaft, die sich in den letzten drei Jahrzehnten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion angestaut hat. Sie richtet sich gegen miserable Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und hohe Preise. Und sie richtet sich gegen Korruption, Vetternwirtschaft und obsz&ouml;ne Bereicherung der Elite, die eng mit dem Staatsapparat und der Regierung verwoben ist. <\/p><p>Die Oligarchie eint die Angst davor, dass die Proteste sich zu einer breiten Arbeiterbewegung entwickeln und ihre Herrschaft &uuml;ber das Land beenden. Die ausl&auml;ndischen Regierungen, inklusive der russischen und der chinesischen, sprechen lieber von einer Gefahr der &bdquo;Instabilit&auml;t&ldquo;, womit sie meinen, dass ihre Gesch&auml;fte mit der Oligarchie gest&ouml;rt werden k&ouml;nnten, die f&uuml;r beide Seiten doch sehr eintr&auml;glich ist. Das korrupte System soll weiter aufrechterhalten bleiben, sein Sturz k&ouml;nnte das Gesch&auml;ft st&ouml;ren, und wer wei&szlig;, was dann kommt, wenn es einmal irgendwie &bdquo;sauber&ldquo; laufen sollte in Kasachstan, transparent und fair, Glasnost, meinetwegen auch laut &bdquo;b&uuml;rgerlichem Gesetzbuch&ldquo;. Mit Rechtssicherheit und einem fairen Anteil am geschaffenen BIP f&uuml;r die Arbeiter und ihre Familien. Schlecht, sehr schlecht f&uuml;r das Gesch&auml;ft und f&uuml;r die &bdquo;Stabilit&auml;t in der Region&ldquo;.<\/p><p>Am Montag, 3. Januar, gab es kleinere Kundgebungen, die sich bereits am darauffolgenden Tag zu riesigen Protesten entwickelt hatten.  Ein Generalstreik in den Regionen Mangistau und Atyrau am Kaspischen Meer hatte die dortige Erd&ouml;lf&ouml;rderung lahmgelegt. Die Streiks weiteten sich schnell auf die Bergwerke in anderen Regionen des Landes aus. Hunderttausende gingen &uuml;berall im Land auf die Stra&szlig;e, die Situation eskalierte schnell und entwickelte sich zu einer offenen Revolte. Am Dienstag, 4. Januar, wurde ein landesweiter Ausnahmezustand verh&auml;ngt und alle Streiks verboten. Tokajew erteilte den Repressionskr&auml;ften Schie&szlig;befehl ohne Vorwarnung. Im Klartext also: Erschie&szlig;t sie einfach! Um die Proteste zu beruhigen, entfernte Tokajew am Mittwoch, 5. Januar, Nasarbajew aus dem Staatssicherheitskomitee, was f&uuml;r die Intensit&auml;t der Proteste jedoch erfolglos blieb. Gleichzeitig wurde der ehemalige Ministerpr&auml;sident Karim Massimow, der von Nasarbajew 2016 zum Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitskomitees (Geheimdienst) ernannt worden war, seines Amtes enthoben und zwei Tage sp&auml;ter wegen Hochverrates verhaftet. <\/p><p>Um die Kommunikation und Koordination zwischen den Aufst&auml;ndischen zu st&ouml;ren und wohl auch um die Berichterstattung aus dem Land zu unterbinden, schaltete die Regierung das Internet ab. Im Fernsehen sprach Tokajew von ausl&auml;ndischen Kr&auml;ften, die die Aufst&auml;nde angezettelt h&auml;tten, und rief die OVKS zur Unterdr&uuml;ckung der Proteste zu Hilfe, die dann auch am Donnerstag, 6. Januar, bereits eintraf. Die etwa 2.000 Soldaten sind inzwischen nach &bdquo;erfolgreicher Mission&ldquo; wieder nach Hause zur&uuml;ckgekehrt.<\/p><p>Es gibt immer wieder Berichte, dass organisierte Verbrechergruppen angeheuert wurden, um die streikenden &Ouml;larbeiter und andere Demonstranten zu diskreditieren. Erstaunlich ist jedenfalls das Ausma&szlig; der Gewalt und wie schnell die an den ersten beiden Tagen noch relativ friedlichen Demonstrationen umschlugen. Berichten zufolge wurde die &Uuml;bernahme der Kontrolle &uuml;ber den Flughafen von Almaty durch Regierungsgegner hochprofessionell durchgef&uuml;hrt, was auf die Arbeit von Spezialisten hindeutet. <\/p><p>Nationalistische Str&ouml;mungen wurden von Nasarbajew regelrecht gef&ouml;rdert, um ausl&auml;ndische Mitb&uuml;rger, besonders die ans&auml;ssigen Russen, f&uuml;r die Misere im Land verantwortlich zu machen und die jetzt mitmischen wollten. Und zu guter Letzt gibt es auch noch eine radikale islamische Str&ouml;mung im Land, Afghanistan ist nicht weit entfernt, &uuml;ber Kirgistan bis ins afghanische Fergana-Tal sind es kaum 1.000 km.  Viele radikale Islamisten sind ins Land gestr&ouml;mt. Die angebliche Enthauptung von drei Polizisten tr&auml;gt eindeutig die Handschrift des Islamischen Staates. <\/p><p><strong>Farbrevolution und Palastrevolution<\/strong><\/p><p>Nicht nur die kasachische Regierung, auch Russland und China verorteten die Ursache der Protestbewegung hinter nicht n&auml;her bezeichneten &bdquo;ausl&auml;ndischen Kr&auml;ften&ldquo;, die mit Hilfe einer &bdquo;farbigen Revolution&ldquo; die Regierung st&uuml;rzen und das Land dem Westen zuf&uuml;hren wollten. Ross und Reiter wurden nicht n&auml;her benannt. Tokajew machte &bdquo;Terroristenbanden&ldquo;, die im Ausland ausgebildet worden seien, f&uuml;r die Zusammenst&ouml;&szlig;e verantwortlich. Der Kreml-Sprecher stellte sich am Mittwoch, 5. Januar, hinter die Ma&szlig;nahmen der kasachischen Regierung zur Unterdr&uuml;ckung der Proteste. &bdquo;Wir betrachten die j&uuml;ngsten Ereignisse in einem befreundeten Land als einen von au&szlig;en inspirierten Versuch, die Sicherheit und Integrit&auml;t des Staates auf gewaltsame Weise durch den Einsatz ausgebildeter und organisierter bewaffneter Formation zu untergraben&ldquo;, lie&szlig; der Kreml verlauten. Der belarussische Pr&auml;sident Lukaschenko rief die Demonstranten in Kasachstan gar auf, &bdquo;auf die Knie zu gehen und sich beim Milit&auml;r zu entschuldigen&ldquo;. <\/p><p>China sieht die Unruhen in Kasachstan als eine interne Angelegenheit Kasachstans an, wobei es vermutlich auch recht hat, verteidigt aber das Vorgehen von Tokajew und damit auch das Einschreiten der OVKS: &bdquo;Sie haben in kritischen Momenten starke Ma&szlig;nahmen ergriffen und die Situation schnell beruhigt&ldquo;, lobte Xinhua Tokajew und weiter: &bdquo;Damit haben Sie Ihr Verantwortungsbewusstsein und Ihr Pflichtgef&uuml;hl als Politiker unter Beweis gestellt&ldquo;. (Ach ja?) China unterst&uuml;tzt die Niederschlagung der Unruhen, um &bdquo;Farbenrevolutionen&ldquo; zu verhindern. Kasachstan ist f&uuml;r China einer der wichtigsten Verb&uuml;ndeten in der Region im Rahmen der Neuen Seidenstra&szlig;e. Zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur wurden mit chinesischem Geld auf den Weg gebracht. Kasachstan ist zudem Mitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit\">Shanghaier Organisation f&uuml;r Zusammenarbeit (SOZ)<\/a>, der neben China auch Indien, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan angeh&ouml;ren.<\/p><p>Als Reaktion auf die Unruhen in Kasachstan hat China bereits die f&uuml;hrenden Nationen der Golfstaaten nach Peking eingeladen, um vom 10. bis 14. Januar Wege zu finden, wie die Versorgung Chinas mit Energie aus dem Mittleren Osten <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/news\/china\/diplomacy\/article\/3162740\/china-host-ministers-oil-rich-gulf-states-kazakhstan-unrest?module=lead_hero_story&amp;pgtype=homepage\">sichergestellt werden kann<\/a>.<\/p><p>Die Ereignisse in Kasachstan weisen durch ihre Radikalit&auml;t und ihren Ausbruch zeitgleich im ganzen Land zweifellos &Auml;hnlichkeiten mit der &ldquo;orangenen Revolution&rdquo; in der Ukraine auf. Ziel ist zweifellos auch in Kasachstan der Sturz der Regierung, nur ist noch nicht klar, zu wessen Gunsten. Wenn es den USA gel&auml;nge, die Regierung in Nursultan zu st&uuml;rzen und durch ein pro-amerikanisches Regime zu ersetzen, ein Regime, das Russland und China feindlich gesinnt ist, dann w&auml;re die Nato ihrem Ziel der Einkreisung Russlands ein gutes St&uuml;ck n&auml;hergekommen und Russland w&uuml;rde buchst&auml;blich mit dem R&uuml;cken zur Wand stehen. Und auch Chinas Projekt der Neuen Seidenstra&szlig;e, das den USA ein Dorn im Auge ist, w&uuml;rde dann einen herben R&uuml;ckschlag erleiden, wenn es gel&auml;nge, Kasachstan aus dem Verbund zu l&ouml;sen und die Verbindungswege durch das Land zu unterbrechen. Da Kasachstan an China grenzt, k&ouml;nnte die Nato direkt vor Chinas Haust&uuml;r stehen. <\/p><p>Inwieweit die Unruhen tats&auml;chlich aus dem Ausland gesteuert wurden, wie Pr&auml;sident Tokajew behauptet, ist nicht gekl&auml;rt.  Die Behauptung des im franz&ouml;sischen Exil lebenden kasachischen Oligarchen Muchtar Abljasow, er stehe hinter den Unruhen, ist jedoch nicht glaubhaft. Es ist auch nach Ansicht des Autors dieser Zeilen abenteuerlich zu glauben, dass die USA die M&ouml;glichkeit h&auml;tten, quasi von heute auf morgen einen strategischen Fehler der Regierung, wie die Anhebung der Gaspreise, in dem Ma&szlig;e auszunutzen, dass sie &uuml;ber Facebook und &auml;hnliche Netzwerke einen koordinierten Generalaufstand im ganzen Land inszenieren k&ouml;nnten. Es ist aber klar, dass die USA sich ins F&auml;ustchen lachen und jede Gelegenheit nutzen werden, weiter &Ouml;l ins Feuer zu gie&szlig;en, um die Situation auszunutzen. Die Nato wird sich keine Chance entgehen lassen, wenn es darum geht, Russland oder China Schaden zuzuf&uuml;gen. <\/p><p>Dass der Einmarsch des Milit&auml;rb&uuml;ndnisses OVKS binnen Stunden zustande kam, l&auml;sst aufhorchen und legt den Verdacht nahe, dass daf&uuml;r bereits Vorbereitungen im Vorfeld gelaufen sind. Ein Hilferuf von Tokajew, eine Videokonferenz der Mitgliedsstaaten und die Landung der Truppen zur Aufstandsbek&auml;mpfung in Kasachstan, alles innerhalb von 24 Stunden, das kann kaum unvorbereitet und muss bereits vorher abgesprochen gewesen sein. Es l&auml;sst vermuten, dass ein Teil der Oligarchie, denn eine andere nennenswerte Opposition gibt es im Hochsicherheitsstaat Kasachstan nicht, sich unter F&uuml;hrung von Tokajew und nach Absprache wenigstens mit Russland entschlossen hat, Nasarbajew zu entmachten und selber die F&uuml;hrung zu &uuml;bernehmen. Die Verhaftung des Sicherheitschefs Massimow, der von Nasarbajew pers&ouml;nlich eingesetzt worden war, sowie das Verschwinden von Nasarbajew aus der &Ouml;ffentlichkeit nach dem Einmarsch lassen auf eine &bdquo;Palastrevolution&ldquo; schlie&szlig;en. Immerhin war Nasarbajew bisher der bedeutendste Mann im Land, um ihn wurde ein stalinistischer Personenkult gef&uuml;hrt, Denkm&auml;ler vom &bdquo;F&uuml;hrer des Volkes&ldquo; verunstalten das ganze Land, die neue Hauptstadt des Landes wurde nach ihm benannt. <\/p><p>Und dann meldet sich ausgerechnet Nasarbajew jetzt nicht zu Wort? Ein nicht von der Hand zu weisender Grund: Nasarbajew ist nicht nur bei der eigenen Bev&ouml;lkerung, sondern auch in Moskau in Ungnade gefallen, und man hat in Absprache mit Tokajew beschlossen, ihn bei der n&auml;chsten Gelegenheit loszuwerden. Nasarbajew und Putin waren nicht die besten Freunde, Nasarbajew ist Russland in den R&uuml;cken gefallen und der Einmarsch der OVKS l&auml;sst auf einen wieder gr&ouml;&szlig;er werdenden Einfluss Russlands in Kasachstan schlie&szlig;en. Wobei Tokajew wahrscheinlich in Zukunft &bdquo;Russlands Mann&ldquo; vor Ort sein wird. Und um die Arbeiter zu beruhigen, werden wahrscheinlich ein paar kleine Reformen eingef&uuml;hrt, Tokajew hat bereits die Schaffung eines nationalen Fonds zur L&ouml;sung sozialer Probleme angeordnet, den die gro&szlig;en Unternehmen und Milliard&auml;re <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/der-kasachische-praesident-will-die-milliardaere-des-landes-zur-kasse-bitten\/\">auf freiwilliger (!) Basis f&uuml;llen sollen<\/a>.<\/p><p>Aufgrund der Nachrichtensperre und des Fehlens einer freien Presse in Kasachstan ist jedoch all das oben Gesagte zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel mehr als Spekulation. Es steht jedenfalls f&uuml;r viele Akteure eine Menge auf dem Spiel.<\/p><p><strong>Der fehlende Part und der Aufstand in Schanga&ouml;sen im Jahre 2011<\/strong><\/p><p>Schanga&ouml;sen ist eine Stadt mit fast 90.000 Einwohnern in der Provinz Mangystau unweit vom Kaspischen Meer. In dieser Gegend liegt ein gro&szlig;er Teil der Roh&ouml;lvorkommen des Landes. Die Proteste im Jahr 2011 in Schanga&ouml;sen &auml;hneln den Ereignissen von 2022. Mitte Mai 2011 begannen die &Ouml;larbeiter von Karazhanbasmunai, einem Joint Venture zwischen der staatlichen kasachischen &Ouml;lgesellschaft und einem chinesischen Unternehmen, zu protestieren. Sie forderten Lohnerh&ouml;hungen. Dem Streik war ein monatelanger Streit zwischen Arbeitern und Unternehmensf&uuml;hrung um einen regionalen und einen branchenspezifischen Faktor bei der Festsetzung der L&ouml;hne vorausgegangen.<\/p><p>Innerhalb von zwei Wochen streikten alle &Ouml;larbeiter in Schanga&ouml;sen, die meisten von ihnen waren bei UzenMunaiGas, einer Tochtergesellschaft des kasachischen Staatsunternehmens KazMunayGas, besch&auml;ftigt, und forderten neben einer Lohnerh&ouml;hung auch h&ouml;here Zulagen f&uuml;r harte Arbeitsbedingungen, die Beendigung der Behinderung der Gewerkschaften und der Schikanierung von Gewerkschaftern. Am 24. Mai erkl&auml;rte ein Gericht den Streik f&uuml;r illegal, gegen Ende des Sommers 2011 wurde der Druck auf die Streikenden und ihre Unterst&uuml;tzer immer st&auml;rker. W&auml;hrend des gesamten Ausstandes waren die Streikenden Repressionen ausgesetzt. Bei den Streiks wurden Betriebsr&auml;te unterwandert und ihre Mitglieder bedroht. Bezahlte kriminelle Banden terrorisierten Arbeiter und Gewerkschafter. Streikf&uuml;hrer wurden ohne begr&uuml;ndeten Verdacht festgenommen. Die Geheimdienste hatten Gruppen des organisierten Verbrechens eingeladen, um Unruhe zu stiften und die Streikenden zu diskreditieren. Insgesamt wurden bei den Unruhen mehrere Geb&auml;ude gepl&uuml;ndert und einige in Brand gesetzt.<\/p><p>Am 16. Dezember 2011 er&ouml;ffneten spezielle &ouml;rtliche Polizeieinheiten ohne Vorwarnung das Feuer auf unbewaffnete Einwohner von Schanga&ouml;sen. Am 17. Dezember verh&auml;ngte Nasarbajew den Ausnahmezustand und Schanga&ouml;sen wurde von der Polizei isoliert, die alle Zufahrts- und Abfahrtsstra&szlig;en blockierte. Die Rechtsanw&auml;ltin Natalya Sokolova, die die Arbeiter von Karazhanbasmunai unterst&uuml;tzt hatte, wurde im August 2011 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Berichten zufolge wurden Aktivisten von Angreifern zu Tode gepr&uuml;gelt, ihre Familienangeh&ouml;rigen vergewaltigt und get&ouml;tet. Die Polizei nahm Dutzende von Demonstranten fest, um sie vor Gericht zu stellen.<\/p><p>2022 steht in allen Berichten &uuml;ber die Ereignisse in Kasachstan eine Frage an erster Stelle: N&uuml;tzt oder schadet es Putin? Aber niemand fragt, warum die Menschen in Kasachstan &uuml;berhaupt protestieren. Die Unruhen in Kasachstan sind soziale Unruhen, die ihre Ursache in der Armut der Bev&ouml;lkerung und der politischen Unterdr&uuml;ckung haben. Die Werkt&auml;tigen sind zu Verarmung und Rechtlosigkeit verdammt. Im Land herrscht eine emp&ouml;rende Ungleichheit. Die Proteste gingen auch heuer wieder von den Arbeitern in der &Ouml;lindustrie am Kaspischen Meer aus, die soziale Forderungen stellten, sie wurden mitnichten von ausl&auml;ndischen Kr&auml;ften von einem Tag auf den anderen, wie aus heiterem Himmel, in Szene gesetzt.  Bessere L&ouml;hne, eine Herabsetzung des Rentenalters, Erh&ouml;hung der Mindestrente und des Kindergeldes, das Recht auf freie Gewerkschaftsbildung und das Streikrecht standen im Mittelpunkt der Forderungen der Arbeiter. Aber auch der R&uuml;cktritt von Tokajew und Nasarbajew sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen wurde gefordert. Die Proteste sind mehr als gerechtfertigt.<\/p><p>Laut DGB geh&ouml;rt Kasachstan f&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++fd6a406e-6d55-11e8-ad8a-52540088cada\">zu den zehn schlimmsten L&auml;ndern der Welt<\/a>. Zu dem gleichen Schluss kommen auch <a href=\"https:\/\/igbau.de\/Internationaler-Gewerkschaftsbund-enthuellt-die-10-schlimmsten-Laender-fuer-Arbeitnehmer-innen-2020.html\">die IG Bau<\/a> und die <a href=\"https:\/\/igmetall-ennepe-ruhr-wupper.de\/die-10-schlimmsten-laender-fuer-arbeitnehmer\/\">IG Metall<\/a>.<\/p><p>Amnesty International schreibt: &bdquo;Die Leitung bzw. Mitgliedschaft in einer nicht zugelassenen Organisation galt nach wie vor als Straftat. Die Aktivit&auml;ten von Gewerkschaften und NGOs wurden in unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;iger Weise eingeschr&auml;nkt. In Haftanstalten wurden weiterhin Folter und andere Misshandlungen angewandt. Journalisten waren politisch motivierter Strafverfolgung sowie Angriffen ausgesetzt. Frauen und Menschen mit Behinderungen wurden nach wie vor diskriminiert [&hellip;] Unabh&auml;ngige Gewerkschaften waren mit restriktiven Gesetzen konfrontiert und mussten bei Zuwiderhandlungen mit der Schlie&szlig;ung ihrer Organisation rechnen. Gewerkschafter wurden mit konstruierten Anklagen &uuml;berzogen, beispielsweise wegen <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/jahresbericht\/2018\/kasachstan\">Anstiftung zu illegalen Streiks oder wegen Veruntreuung.<\/a>&ldquo; Ob Arbeitnehmerrechte, Frauenrechte, Behindertenrechte, das Recht auf Versammlungsfreiheit oder freie Meinungs&auml;u&szlig;erung, &uuml;berall ist es in Kasachstan schlecht bestellt.  Eine linke Opposition ist so gut wie nicht existent. <\/p><p>Die gewerkschaftsfeindlichen Praktiken in Kasachstan, die Streiks erschweren, widersprechen dem &Uuml;bereinkommen Nr. 87 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO): &bdquo;Die Organisationen der Arbeitnehmer &hellip; haben das Recht &hellip;, ihre Vertreter frei zu w&auml;hlen, ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und T&auml;tigkeit zu regeln und ihr Programm aufzustellen. Die Beh&ouml;rden haben sich jedes Eingriffs zu enthalten, der geeignet w&auml;re, <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---ed_norm\/---normes\/documents\/normativeinstrument\/wcms_c087_de.htm\">dieses Recht zu beschr&auml;nken oder dessen rechtm&auml;&szlig;ige Aus&uuml;bung zu behindern<\/a>.&ldquo;<\/p><p>Laut <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/kasachstan\">Reporter ohne Grenzen<\/a> liegt Kasachstan in Bezug auf die Pressefreiheit auf Platz 155 von 180: &bdquo;Die Regierung Kasachstans hat in den vergangenen Jahren fast alle Oppositionsmedien mit Schadensersatzklagen und gezielten Angriffen auf Journalisten zum Schweigen gebracht. Kritische Fernsehsender gibt es nicht mehr, im Radio laufen kaum Informationsbeitr&auml;ge, sondern vor allem Musik und staatlich vorgeschriebene Nachrichten. Verleumdung ist eine Straftat und wird bei Kritik an der Regierung geahndet. Viele Journalisten zensieren sich selbst.&ldquo;<\/p><p>Trotz der Stimmen, die sich &uuml;ber die Gewalt in Kasachstan emp&ouml;ren, trotz der Provokateure und Gangsterbanden, die in den letzten Tagen, ob von der Regierung bezahlt oder nicht, in Kasachstan ihr Unwesen trieben, trotz USA und Nato, die die Stimmung anheizen, muss die Stimme der Werkt&auml;tigen, die die eigentlich Leidtragenden und die mit Sicherheit nicht die ins Feld gef&uuml;hrten Terroristen sind, geh&ouml;rt werden. Es ist eine seit langem aufgestaute Unzufriedenheit, die sich in den letzten Tagen Bahn gebrochen hat. Es ist die drei&szlig;ig Jahre andauernde Unterdr&uuml;ckung der Werkt&auml;tigen und die damit verbundene soziale Misere, die sich Anfang des Monats entladen hat. &bdquo;Der primitive Kapitalismus, in den die postsowjetischen Republiken hineingest&uuml;rzt wurden, verdammte die Werkt&auml;tigen unweigerlich zu Verarmung und Rechtlosigkeit und schuf eine emp&ouml;rende Ungleichheit&ldquo;, so eine Erkl&auml;rung des ZK der Kommunistischen Partei Russlands. <\/p><p>In Zeiten der Pandemie hat sich die Lage der Arbeiter nochmals verschlechtert. Die Inflation  f&uuml;r Lebensmittel ist drastisch gestiegen. Die verarmte Bev&ouml;lkerung kann sich au&szlig;erhalb der Grundbed&uuml;rfnisse nichts mehr leisten, wenn &uuml;berhaupt. Die Arbeitslosigkeit ist infolge von Betriebsschlie&szlig;ungen gestiegen. Derweil lebt die Oberschicht mit ihrem Geld auf einem anderen Planeten. Die Zahl der Milliard&auml;re ist gestiegen, das Verm&ouml;gen der Oberschicht hat sich in den letzten Jahren verdoppelt.<\/p><p><strong>Eine explosive Mischung<\/strong><\/p><p>Die beteiligten Akteure am Aufstand vom 5. Januar waren vielf&auml;ltig. Aufgebrachte Arbeiter, Provokateure, radikale Nationalisten, islamische Terroristen, Gangsterbanden, bewaffnete Repressionskr&auml;fte mit Schie&szlig;befehl und wahrscheinlich ein  interner Kampf zwischen verschiedenen Fraktionen der Oligarchie ergeben eine brisante Mischung. &bdquo;Die Ereignisse in Kasachstan umfassten soziale Unzufriedenheit, die Aktivit&auml;t einer &bdquo;f&uuml;nfte Kolonne&rdquo; und Aktionen terroristischer Gruppen. Dabei schlie&szlig;t die &bdquo;f&uuml;nfte Kolonne&ldquo; hier Extremisten ein, die sich dem radikalen Islamismus verschrieben haben, sowie  zahlreiche vom Westen gro&szlig;gezogene NGOs, einzelne Angeh&ouml;rige der bewaffneten Organe, die in dem tr&uuml;ben Wasser der Instabilit&auml;t, den unruhigen Gew&auml;ssern der Instabilit&auml;t Profite suchen und oligarchische Clans, die bereit sind, Massenproteste im Kampf um eine Umverteilung der Macht zu nutzen&ldquo;, hei&szlig;t es treffend in einer Erkl&auml;rung der Kommunistischen Partei Russlands (6). Und weiter: &bdquo;Es ist v&ouml;llig klar, dass die destruktiven Aktionen von denen begangen wurden, die nichts mit dem Gro&szlig;teil der Demonstranten zu tun haben. Kriminelle Gruppen nutzen die Volksaufst&auml;nde in Kasachstan f&uuml;r ihre eigenen Zwecke.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Es w&auml;re schon viel gewonnen, wenn die politische Linke die geopolitische Brille ablegen und zun&auml;chst einmal versuchen w&uuml;rde, zu verstehen, was hinter den Konflikten im jeweiligen Land steckt, was die Menschen motiviert, zu rebellieren &ndash; und nicht gleich zu fragen: N&uuml;tzt oder schadet es Putin? Zudem ist es auch fatal, sofort zu fragen, ob hier eine neue &ldquo;Farben-Revolution&rdquo; inszeniert wird, ohne sich daf&uuml;r zu interessieren, warum die Menschen auf die Stra&szlig;e gehen &ndash; und ob sie nicht viele gute Gr&uuml;nde haben.&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Was-ist-los-in-Kasachstan-6323233.html\">schreibt treffend Peter Nowak<\/a>.<\/p><p>Und in der Tat: Man kann sich doch nicht vor eine unterdr&uuml;ckte und ausgebeutete Bev&ouml;lkerung stellen und ihnen sagen: Bleibt ruhig und erduldet euer Schicksal weiterhin klaglos. Denn Unruhen im Land w&uuml;rden nur den Amis nutzen. Zudem ist es ja nicht automatisch so, dass der Abfall der kasachischen Bev&ouml;lkerung von Nasarbajew, Tokajew und Konsorten automatisch eine Hinwendung zu den USA und der Nato bedeuten w&uuml;rde. Das hie&szlig;e, die Arbeiterbewegung zu untersch&auml;tzen. Die kasachischen Arbeiter haben gen&uuml;gend langj&auml;hrige Erfahrung mit westlichen Firmen und ihren neoliberalen Praktiken, als dass sie sich noch Illusionen machen w&uuml;rden. Wenn sich Russland und China auf die Seite der Werkt&auml;tigen gegen die Kompradorenoligarchie in Kasachstan stellen und die Bildung einer sozialen und demokratischen Regierung unter F&uuml;hrung der Arbeiterklasse in Kasachstan unterst&uuml;tzen w&uuml;rden, h&auml;tten sie die Bev&ouml;lkerung auf ihrer Seite und die Gefahr einer &bdquo;farbigen Revolution&ldquo; w&auml;re damit automatisch gebannt. Stattdessen verhalten sie sich konservativ und wollen die &bdquo;Stabilit&auml;t&ldquo; in Kasachstan und in der Region aufrechterhalten, was nichts anderes bedeutet, als dass der Status Quo und damit die Unterdr&uuml;ckung und Ausbeutung der Bev&ouml;lkerung im Austausch f&uuml;r Gesch&auml;ftsinteressen wie bisher weitergef&uuml;hrt werden soll. <\/p><p>Diese Bemerkung trifft &uuml;brigens auch auf Myanmar zu, wo sowohl China als auch Russland eine &auml;hnlich fragw&uuml;rdige Politik betreiben, indem sie eine m&ouml;rderische Milit&auml;rdiktatur unterst&uuml;tzen, die das Volk terrorisiert und die so verhasst ist wie sonst wohl kaum eine andere Regierung auf der Welt. Und auch das wieder im Namen der &bdquo;Stabilit&auml;t&ldquo; in Myanmar und in der Region.  Es geht um schn&ouml;de Gesch&auml;ftsinteressen und um Machtpolitik auf dem &bdquo;gro&szlig;en Schachbrett&ldquo;, das Volk bleibt auf der Strecke.<\/p><p>Ein Gro&szlig;teil der Linken scheint leider vergessen zu haben, dass &bdquo;links Sein&ldquo; in aller erster Linie bedeutet, sich f&uuml;r die Rechte der Arbeitnehmer, ihrer Familien und f&uuml;r die Rechte unterdr&uuml;ckter Nationen auf Selbstbestimmung einzusetzen statt f&uuml;r die Interessen von nationalen Regierungen, die dem Sozialismus schon lange abgeschworen haben. Russland und China sind schon lange keine sozialistischen Staaten mehr, sie verfolgen eigene wirtschaftliche und geostrategische nationale Interessen, ihr Ziel ist es schon lange nicht mehr, die &bdquo;Proletarier aller L&auml;nder&ldquo; zu vereinigen. <\/p><p>Tokajew, Mitglied von Nasarbajews Partei Bur-Otan, fr&uuml;herer Au&szlig;enminister und Ministerpr&auml;sident, ist ein Z&ouml;gling von Nasarbajew. Er ist ein Verteidiger des korrupten Systems und keinesfalls ein Verb&uuml;ndeter der Arbeiterklasse. Von ihm haben die Werkt&auml;tigen und ihre Familien bestenfalls ein paar kosmetische &Auml;nderungen zur Verbesserung des Ansehens der Regierung, aber keinesfalls eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu erwarten. Bei dem in Kasachstan &uuml;blichen Ausma&szlig; an Unterdr&uuml;ckung ist es auch nicht verwunderlich, wenn sich manche Streikende schnell radikalisierten. Aber ist ein Schie&szlig;befehl ohne Vorwarnung etwa nicht radikal? <\/p><p>Titelbild: Alexey Rezvykh\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Quellen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/01\/08\/kaza-j08.html\">Dutzende Tote bei Milit&auml;reins&auml;tzen gegen Massenproteste in Kasachstan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nursultan_Nasarbajew\">Nursultan Nasarbajew<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!593554\">WILLK&Uuml;R, &Ouml;L UND KORRUPTION<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/thediplomat.com\/2021\/11\/kazakhstan-what-happened-in-zhanaozen\/\">Kazakhstan: What Happened in Zhanaozen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/die-stimme-der-werktaetigen-kasachstans-muss-trotz-der-provokateure-gehoert-werden-164607\/\">Erkl&auml;rung des Pr&auml;sidiums des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen F&ouml;deration zu den Ereignissen in Kasachstan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/konfliktwelt.com\/2022\/01\/05\/kasachstan-revolution-in-rekordgeschwindigkeit\/\">Kasachstan: Revolution in Rekordgeschwindigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/160-tote-bei-aufstaenden-in-kasachstan-eine-analyse\/\">160 Tote bei Aufst&auml;nden in Kasachstan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.autonomie-magazin.org\/2022\/01\/volksaufstand-und-klassenkampf-in-kasachstan\/\">Volksaufstand und Klassenkampf in Kasachstan, Erkl&auml;rung der Sozialistischen Bewegung Kasachstans zur Lage im Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Revolutionaere-Suppe-Ausnahmezustand-in-Kasachstan-6319117.html\">&ldquo;Revolution&auml;re Suppe&rdquo;: Ausnahmezustand in Kasachstan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/kasachstan\/kasachstan-politik\/flaechendeckende-heftige-proteste-oder-gar-revolution-gegen-das-autoritaere-regime-in-kasachstan-nicht-nur-gegen-hohe-gaspreise\/\">Dossier: Fl&auml;chendeckende heftige Proteste (oder gar Revolution?) gegen das autorit&auml;re Regime in Kasachstan &ndash; nicht nur gegen hohe Gaspreise<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220118_Part-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220118_Part-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Bild: &bdquo;Karte der politischen Gliederung von Kasachstan&bdquo; by TUBS is licensed under CC BY-SA 3.0<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/160-tote-bei-aufstaenden-in-kasachstan-eine-analyse\/\">klassegegenklasse.org\/160-tote-bei-aufstaenden-in-kasachstan-eine-analyse\/<\/a><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220118_Part-02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220118_Part-02.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.autonomie-magazin.org\/2022\/01\/volksaufstand-und-klassenkampf-in-kasachstan\/\">autonomie-magazin.org\/2022\/01\/volksaufstand-und-klassenkampf-in-kasachstan\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unruhen in Kasachstan waren auf den NachDenkSeiten bereits mehrfach das Thema. Zweimal schilderte unser Autor Ulrich Heyden (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79512\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79600\">hier<\/a>) die Vorg&auml;nge und kl&auml;rte &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde auf und Irmtraud Gutschke analysierte <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79729\">die aktuelle Lage<\/a> im Hinblick auf die j&uuml;ngeren geschichtlichen Entwicklungen. F&uuml;r den NachDenkSeiten-Mitarbeiter <strong>Marco Wenzel<\/strong> fehlt dabei noch ein<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79872\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":79873,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,20,127,146,132],"tags":[2116,881,2169,282,1112,2760,379,2102,3182,1337,3188,288,1415,1932,2931,259,2645,1176,687],"class_list":["post-79872","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-soziale-gerechtigkeit","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-agent-provocateur","tag-armut","tag-ausnahmezustand","tag-buergerproteste","tag-buergerrechte","tag-bodenschaetze","tag-china","tag-geostrategie","tag-kasachstan","tag-oligarchen","tag-ovks","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-pressefreiheit","tag-randale","tag-reichtum","tag-russland","tag-seidenstrasse","tag-streik","tag-ungleichheit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/shutterstock_1976966075.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=79872"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79899,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79872\/revisions\/79899"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/79873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=79872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=79872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=79872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}