{"id":79951,"date":"2022-01-20T09:00:37","date_gmt":"2022-01-20T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79951"},"modified":"2022-01-24T15:49:59","modified_gmt":"2022-01-24T14:49:59","slug":"von-irrglauben-und-irrlichtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79951","title":{"rendered":"Von Irrglauben und Irrlichtern"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es in der &ouml;ffentlichen Debatte um das Thema Corona geht, haben sich viele Narrative gebildet, die einer ernsten wissenschaftlichen Pr&uuml;fung nicht standhalten. Dies betrifft zum Teil auch popul&auml;re Aussagen prominenter Experten wie Christian Drosten. Der promovierte Chemiker und Pharma-Forscher <strong>Stefan Tasler<\/strong> hat f&uuml;r die NachDenkSeiten herausgearbeitet, welcher Irrglauben insbesondere bei Fragen um die Immunit&auml;t und die richtigen Impfstrategien einer konstruktiven Antwort auf die Pandemie im Wege stehen. Eine &auml;u&szlig;erst spannende Lekt&uuml;re &ndash; vor allem f&uuml;r diejenigen, die vermeintliche &bdquo;Wahrheiten&ldquo; gerne hinterfragen und bereit sind, tiefer ins Thema einzusteigen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6182\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-79951-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=79951-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220124_Von_Irrglauben_und_Irrlichtern_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<em>Lesen Sie dazu bitte auch das dreiteilige Interview, das die NachDenkSeiten im letzten Dezember mit Stefan Tasler zu diesem Themenbereich gef&uuml;hrt haben:<\/em>\n<p><em>1\/3 &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">&bdquo;Wir haben mit der aktuellen Impfstrategie eine gem&auml;hte Wiese f&uuml;r die Etablierung von Mutationen geschaffen, die dem Impfprinzip entkommen&ldquo;<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>2\/3 &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78940\">&bdquo;mRNA-Impfstoffe sind ein sich selbst erhaltender Absatzmarkt.&ldquo;<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>3\/3 &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78989\">&bdquo;Hier liegen fahrl&auml;ssige und weitreichende Vers&auml;umnisse vor&ldquo;<\/a> <\/em>\n<\/p><\/div><p><strong>Von Irrglauben und Irrlichtern<\/strong><\/p><p>Zum Jahresende 2021 wurde ein Tweet von Herrn Drosten von zahlreichen Vertretern der Mainstream-Presse, wie z.B. der <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/corona-virologe-christian-drosten-immunsystem-infektion-steak-impfung-91208221.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>, gefeiert, weil Herr Drosten vermeintlich mit Corona-Irrglauben aufger&auml;umt h&auml;tte. Er stellte hierbei etwas irritierende Vergleiche zwischen Infektionen und Immunsystem mit Steak und Verdauungssystem und Gedichten und Intelligenz an &ndash; wieso f&auml;llt hier den entsprechenden Journalisten nicht auf, dass die gew&auml;hlten Vergleiche weder passend noch clever waren? Herr Drosten rechtfertigte kurz darauf seinen Steak-Vergleich mit dem Verweis auf ein <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/27-12-2021-ich-hab-andere-moeglichkeiten-mich-zu-schuetzen-dlf-6af2396d-100.html\">&bdquo;hervorragend gef&uuml;hrtes (und im Ergebnis ern&uuml;chterndes) Interview&ldquo; des Deutschlandfunks<\/a> &ndash; welches ich mir freilich im Anschluss anh&ouml;ren musste. Abgesehen davon, dass sich darin kaum ein Anhaltspunkt f&uuml;r Herrn Drostens haneb&uuml;chene Vergleiche bietet, w&auml;re die Aneinanderreihung von Halbwissen und nicht wissenschaftlich abgeleiteten Statements seitens des Interviewers eher Anlass f&uuml;r einen Kommentar gewesen &ndash; da diese Inhalte aber dem Narrativ entsprachen, muss man offensichtlich in der aktuellen Pandemie-Welt keine Rechenschaft f&uuml;r solche &bdquo;Fake-Fakten&ldquo; erbringen. Wieso wird hier mit so zweierlei Ma&szlig; gemessen?<\/p><p>Denn f&uuml;r jemanden, der die Mainstream-Meinung aus guten Gr&uuml;nden und pers&ouml;nlichen wissenschaftlichen Abw&auml;gungen nicht vertritt, w&auml;re jede nicht belegbare Aussage gegen das Narrativ sofort Angriffspunkt zur Diskreditierung des Standpunkts und &ndash; nicht selten dieser Tage &ndash; der Person.<\/p><p>Ein gutes Beispiel f&uuml;r zweierlei Ma&szlig; in der Berichterstattung sind die gef&uuml;hrten und nicht gef&uuml;hrten Debatten rund um die Corona-Infektionen der FC-Bayern-Spieler Kimmich und Davies. Herr Kimmich als damals bewusst Ungeimpfter erntete nach seiner Corona-Infektion und den davongetragenen Lungenproblemen teilweise Schadenfreude und H&auml;me (die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78865\">berichteten<\/a>), Herr Davies scheint nun mit einer Herzmuskelentz&uuml;ndung aus seiner aktuellen Corona-Infektion hervorgegangen zu sein &ndash; und man liest kein Wort &uuml;ber seinen Impfstatus. Wieso hier nicht? Wahrscheinlich weil er nicht ungeimpft ist &ndash; mag man hier unterstellen. Zudem gibt die BILD an, den Bayern-Trainer Nagelsmann zu zitieren, dass man sich bez&uuml;glich der Ursache der Herzmuskelentz&uuml;ndung nicht sicher sein kann und dass es solche Entz&uuml;ndungen auch <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/sport\/fussball\/fussball\/fc-bayern-nach-corona-infektion-herz-sorgen-um-alphonso-davies-78825296.bild.html\">schon vor Corona gab<\/a>. Zehn Tage nach seinem positiven Testergebnis. Merkt eigentlich noch jemand, wie einseitig und fehlgeleitet die Berichterstattung dieser Tage ist?<\/p><p>In den folgenden Unterpunkten gehe ich auf verschiedene Aspekte zu Impfungen und Genesung vor allem aus der aktuellen Literatur ein, um daraus am Ende einen m&ouml;glichen Weg aus der aktuellen Infektionslage zu diskutieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass viele der angesprochenen Themen nicht ganz ohne Exkurse in den wissenschaftlichen Jargon auskommen &ndash; ich habe versucht, einen sprachlichen Weg zu finden, der eine allgemeine Verst&auml;ndlichkeit mit Informationstiefe verbinden sollte, wohl wissend, dass das nicht immer gelungen sein wird. Ich bitte, dies zu verzeihen.<\/p><ul>\n<li><em><strong>Vom Verst&auml;ndnis eines Totimpfstoffs<\/strong><\/em><\/li>\n<li><em><strong>Vom seltsamen Verst&auml;ndnis von Immunged&auml;chtnis <\/strong><\/em><\/li>\n<li><em><strong>Vom Boostern und von zu kurzsichtigen Schlussfolgerungen<\/strong><\/em><\/li>\n<li><em><strong>Von Super-Immunity und einem falschen Schutzverst&auml;ndnis<\/strong><\/em><\/li>\n<li><em><strong>Schlussgedanken<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ul><p><strong>Vom Verst&auml;ndnis eines Totimpfstoffs<\/strong><\/p><p>Auch die Besch&auml;ftigung mit einer Materie macht einen nicht unfehlbar (das sollten sich einige andere Hauptakteure des Pandemietreibens auch vergegenw&auml;rtigen): Ich selber hatte mich auf so viele Facetten der COVID19-Situation konzentriert, dass ich mein zu schlichtes, aus der Vergangenheit manifestiertes Grundverst&auml;ndnis f&uuml;r die Definition von Totimpfstoffen nicht weiter hinterfragt und daher diesen Begriff im Interview vom 13.-15.12.21 auf den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=78885\">NachDenkSeiten<\/a> nicht gem&auml;&szlig; aktueller Definitionsbreite (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Totimpfstoff\">Wikipedia<\/a>) eindeutig verwendet hatte. Deshalb auch zur Klarstellung meiner damaligen Aussagen hier ein kurzer Exkurs in die Begrifflichkeit:<\/p><p>Am Anfang der Definition von Totimpfstoffen war ein Totimpfstoff ein inaktiviertes Virion (nicht vermehrungsf&auml;hig) &ndash; und f&uuml;r mich pers&ouml;nlich ergibt nach wie vor auch nur diese Definition wirklich Sinn. Ein gespritztes Protein als Totimpfstoff zu definieren, kam erst sp&auml;ter auf, mit der Etablierung von Impfstoffen, bei denen nur ein struktureller kleiner Teil eines Virions verwendet wird (sogenannte Peptidimpfstoffe oder auch Untereinheitenimpfstoffe wie z.B. die aktuellen Influenza-Impfungen). Die Verwendung des Begriffs in diesem Zusammenhang erscheint mir aber inhaltlich nicht zielf&uuml;hrend. Wenn wir Insulin spritzen, ist das einfach ein Protein und nicht irgendein Totwirkstoff. Auch im aktuellen Jahrhundert verwenden daher einzelne Autoren von Fachpublikationen noch eine saubere Trennung der verschiedenen Impfstoffstrategien, ohne diese funktionell extrem unterschiedlichen Impfstoffprinzipien unter einem eher unpassenden Sammelbegriff zu subsummieren &ndash; und dabei wird der klassische Totimpfstoff (inactivated vaccines) nur als inaktivierte Mikrobe gef&uuml;hrt (also inaktivierter Ganz-Partikel; z.B. in [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]).<\/p><p>Ein gespritztes Spike-Protein (z.B. <em>Nuvaxovid<\/em> von Novavax) als Impfung ausgetragen, &uuml;bt denselben eindimensionalen Selektionsdruck aus wie ein &uuml;ber verimpfte DNA- oder RNA-Blaupause produziertes Protein und ist daher strategisch genauso bedenklich in Bezug auf die mittelfristige Virusentwicklung (Mutationen).<\/p><p><strong>Vom seltsamen Verst&auml;ndnis von Immunged&auml;chtnis <\/strong><\/p><p>Beim &bdquo;St&ouml;bern&ldquo; durch die Fachliteratur verwundert es einen schon, dass offensichtlich auch von denen, die es wissen sollten, davon ausgegangen wird, dass f&uuml;r einen nachhaltigen Immunschutz gegen ein Virus anscheinend zu jeder Zeit und immer spezifische Antik&ouml;rper in hoher Zahl und auch eben solche T-Zellen im Blut zu finden sein m&uuml;ssen. Und aus der zeitlichen Abnahme nur der Antik&ouml;rper, sowohl bei Genesenen als auch bei Geimpften, wird abgeleitet, dass wir alle kurzfristig unseren erworbenen Schutz weitgehend einb&uuml;&szlig;en und dass deshalb permanent nachgeimpft werden muss, auch bei Genesenen. Aber so funktioniert das meinem Verst&auml;ndnis nach nicht wirklich.<\/p><p>Wir alle haben mit zunehmendem Lebensalter schon eine Vielzahl an unterschiedlichen Viren und anderen Pathogenen in unseren K&ouml;rper aufgenommen &ndash; und unser Immunsystem scheint diese alle gut in den Griff bekommen zu haben, sonst w&uuml;rden wir jetzt nicht dar&uuml;ber philosophieren k&ouml;nnen. Nun stellen Sie sich einmal vor, von <u>jeder<\/u> Infektion, die unser Immunsystem bek&auml;mpft hat, m&uuml;ssten spezifische Antik&ouml;rper und auch T-Zellen in hoher Zahl im Blut verbleiben &ndash; irgendwann w&uuml;rde unser Blut wohl dickfl&uuml;ssig werden und w&auml;re v&ouml;llig &uuml;bers&auml;ttigt mit diesen Proteinen und Zellen.<\/p><p>Damit so etwas gar nicht erst n&ouml;tig erscheint, m&uuml;ssen wir die Natur unseres Immunged&auml;chtnisses verstehen. Entscheidende Facetten desselben wurden aber in den einschl&auml;gigen Untersuchungen der letzten zwei Jahre zu SARS-CoV2-Impfungen und Infektions-Verl&auml;ufen, zu Wirksamkeit, Effekten und Sinn und Unsinn von weiteren Impfungen meiner Meinung nach nicht ad&auml;quat ber&uuml;cksichtigt.<\/p><p>Antik&ouml;rper sind generell mal Proteine (wenngleich auch funktional sehr spezielle), und alle Proteine haben eine gewisse Halbwertszeit in unserem K&ouml;rper, welche bei Antik&ouml;rpern im Bereich von einigen Wochen liegen kann. Wenn der K&ouml;rper ein Protein nicht mehr ben&ouml;tigt, wird die Nachproduktion heruntergefahren und der aktuelle Bestand wird sich gem&auml;&szlig; der Halbwertszeit sukzessive abbauen. Sollte eine ad&auml;quate Immunisierung (z.B. durch Infektion) stattgefunden haben, so verbleiben einige wenige langlebige Plasmazellen, die eine gewisse kleine Zahl von diesen Antigen-spezifischen Antik&ouml;rpern danach noch immer weiter produzieren &ndash; aber die Hauptmasse der akut im Blut vorhandenen Antik&ouml;rper nimmt z&uuml;gig ab. Nichts anderes sieht man auch, wenn man sich in den Monaten nach einer durchlebten Infektion oder nach einer Impfung die Antik&ouml;rpertiter anschaut. Alles ganz nat&uuml;rlich und keine Frage, dass unser Immunsystem ausgerechnet bei SARS-CoV2 nicht mehr klark&auml;me. Was aber in den meisten Studien nicht ad&auml;quat beleuchtet wird, ist, ob sich ein antigen-spezifisches Ged&auml;chtnis bei den Zellen ausbildet, die f&uuml;r eine nachhaltige Antik&ouml;rper-Produktion verantwortlich sind: Plasmazellen und B-Zellen. Und die sich durch eine passende Stimulation bildenden Ged&auml;chtniszellen dieses Typs lagern in der Regel zum &uuml;berwiegenden Gro&szlig;teil im Knochenmark und in den lymphoiden Organen &ndash; nur eine Subpopulation der B-Zellen auch im Blut bzw. im Gewebe. Und es sind im Vergleich zur Anzahl der entsprechenden Zellen, die bei einer akuten Infektionsbek&auml;mpfung mitwirken, nur ein sehr kleiner Prozentsatz dieser Zellen, die sich am Ende zu solchen Ged&auml;chtniszellen umwandeln.<\/p><p>Gleiches gilt f&uuml;r die T-Zellen: W&auml;hrend einer akuten Infektion vermehren sich die Zellen, deren Rezeptor zu einem Antigen des Eindringlings passt, sehr stark. Nach erfolgreichem Kampf gegen das Pathogen gehen die meisten dieser Zellen in den kontrollierten Zelltod, nur einige wenige entwickeln sich auch hier weiter in Ged&auml;chtnis-Zellen. Und auch hier verweilen diese Zellen danach nur zum Teil im Blut, sie wandern in Gewebe und wieder das lymphatische System ein.<\/p><p>Sinn und Zweck eines Immunged&auml;chtnisses ist es, dass, wenn diese wenigen Ged&auml;chtniszellen, die haupts&auml;chlich in Knochenmark, Gewebe und lymphatischem System angesiedelt sind, bei erneutem Zusammentreffen mit demselben Antigen (oder auch fast identischem Antigen, denn nicht jede Mutation f&uuml;hrt gleich zum Erkennungsverlust) sofort eine rasche und fulminante Immunantwort lostreten k&ouml;nnen &ndash; und zwar wesentlich schneller, als bei der ersten Immunantwort zu beobachten war, als sich das Antigen das erste Mal in unserem System befand; wesentlich effektiver und auch von der Gr&ouml;&szlig;enordnung her in einer anderen Liga. Somit hilft das Immunged&auml;chtnis, eine voll aufgeblasene Immunantwort statt in ca. 4 bis 7 Tagen, wie bei der Erstinfektion, nun in ca. 2 bis 3 Tagen auf die Beine zu stellen.<\/p><p>Durch die fr&uuml;hzeitigere und gr&ouml;&szlig;er angelegte Immunantwort kann sich dann das Virus nicht so breitfl&auml;chig in unserem System einnisten und erreicht durch den deutlich k&uuml;rzeren Zeitraum bis zur etablierten vollen Immunabwehr auch nie nur ann&auml;hernd die Replikationszahlen in unserem K&ouml;rper wie bei der Erstinfektion. Somit kann das Virus entweder gar nicht Fu&szlig; fassen (unser Immunsystem h&auml;tte das Virus vor dem Auftreten von Symptomen im Griff gehabt) oder aber der virale Prozess wird soweit eingebremst, dass wir mildere Verl&auml;ufe davontragen.<\/p><p><strong>Warum erz&auml;hle ich das?<\/strong><\/p><p>Nun, Wissenschaftler meinen, uns in einer Vielzahl von Publikationen in Fachzeitschriften aufzeigen zu wollen, welchen Effekt Impfungen und Genesung auf unseren Immunstatus in Bezug auf SARS-CoV2 haben und ob sich daraus nachhaltig ein Schutz ableiten lie&szlig;e &ndash; und das machen sie in der Regel durch Momentaufnahmen, in denen einfach Blut von entsprechenden Probanden-Gruppen an einem bestimmten Tag nach Impfung oder Genesung abgenommen wird. Nur die Bestandteile dieser Blutprobe werden direkt auf eine m&ouml;gliche Schutzwirkung bei Kontakt mit Antigen untersucht: Mit dem Serum wird in der Regel ein Neutralisationstest durchgef&uuml;hrt, bei dem im Labor eine k&uuml;nstliche Zellschicht dem Virus ausgesetzt wird, welches in die Zelle gelangen und was dann &uuml;ber verschiedene Auslesemethoden nachgewiesen werden kann; in einem parallelen Ansatz wird das Virus vor der Zugabe zur Zellschicht mit Serum eines Probanden behandelt, und befinden sich darin ausreichend spezifische Antik&ouml;rper, dann binden diese an die Virionen im Testsystem und verhindern deren Eindringen in die Zellen &ndash; die Antik&ouml;rper neutralisieren das Virus.<\/p><p>In Bezug auf das Vorhandensein von antigen-spezifischen T-Zellen reinigt man aus der Blutprobe eine entsprechende Zellfraktion heraus und schaut dann, ob diese Zellmischung durch ein entsprechendes Antigen dazu gebracht werden kann, wichtige Signalstoffe f&uuml;r eine Immunantwort zu produzieren. Es wird dann ausgez&auml;hlt, wie viele produzierende Einheiten in einer Menge von einer Million Zellen gefunden werden, was dann in der Regel gleichgesetzt wird mit gut oder schlecht vorhandenem Abwehrpotenzial in dieser Probe &ndash; allerdings wird nicht geschaut, wieviel Botenstoff von einer Einheit produziert wird, was laut Literatur aber auch entscheidend bei der Beurteilung der Situation w&auml;re.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Unser Immunged&auml;chtnis funktioniert abstrahiert ganz einfach so, dass sehr wenige aus der ersten Immunantwort verbleibende antigen-spezifische Ged&auml;chtniszellen dasselbe Antigen sp&auml;ter sofort wiedererkennen, umgehend massiv das Immunsystem triggernde Botenstoffe aussenden und mit einer rasanten Immunzellvermehrung beginnen. Und hier kommt nun noch ein weiterer sehr wichtiger Aspekt unserer nat&uuml;rlich erworbenen Immunit&auml;t dazu: Es spielt freilich eine Rolle, an welchen Orten des K&ouml;rpers die Infektion erfolgt und wo sich ein gebildetes Immunged&auml;chtnis danach ansiedelt. Es sollte einleuchten, dass bei Atemwegsinfektionen der Erstkontakt mit &uuml;ber die Nasenschleimh&auml;ute erfolgt. Und hatten wir auf diesem Weg Ber&uuml;hrung mit SARS-CoV2 oder Influenza, so siedeln sich in der Nasenschleimhaut nach Genesung spezielle antigen-spezifische und gewebe-spezifische Ged&auml;chtnis-T-Zellen an, die sich nach einer Impfung &uuml;ber muskul&auml;re Injektion nicht wirklich dort bilden.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Weiterhin bilden sich in der Schleimhaut bei Infektion &uuml;ber diesen Aufnahmeweg spezielle Antik&ouml;rper, die auch in der Schleimhaut verbleiben. Im Falle einer SARS-CoV2-RNA-Impfung, so wurde nun gezeigt, bleibt diese Bildung von Antik&ouml;rpern weitgehend aus.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Die oben angef&uuml;hrten Datenerhebungen aus entnommenen Blutproben der Probanden haben meiner Meinung nach nicht das Potenzial, weder den Hauptarm der Immunantwort basierend auf Ged&auml;chtnis noch den lokal gebildeten Erstschutz gegen Re-Infektion abzubilden. Diese Akut-Momentaufnahmen geben dem Memory-System keine ad&auml;quate Zeit, ihr Proliferationsprogramm zu starten und sind deshalb in meinen Augen keinerlei Ma&szlig; f&uuml;r das Leistungsverm&ouml;gen des Immunsystems oder f&uuml;r die Bewertung eines ausgebildeten nachhaltigen Immunschutzes durch Ged&auml;chtniszellen. Sogar die Wissenschaftler, die diese Assays in den klinischen Protokollen etabliert haben, erkennen an, dass es z.B. f&uuml;r die T-Zell-Analyse keine Korrelation f&uuml;r die erhobenen Daten mit Schutzwirkung gegen SARS-CoV2-Infektion gibt! [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>],[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Und in Bezug auf das Neutralisations-Assay-Konzept ist aus dem Bereich der Influenza-Vakzinierungen ebenfalls Kenntnisstand, dass solche Titer-Bestimmungen aus dem Blut unzureichend sind, die Gesamtheit der Immunit&auml;t gegen ein Virus zu erfassen, und dass diese Zahlen auch keine gute Vorhersagekraft der Immunit&auml;t in der breiten Bev&ouml;lkerung haben.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Dennoch werden genau solche Zahlen von der Fachwelt als Rechtfertigung f&uuml;r Nachimpfungen und Impfungen von Genesenen angef&uuml;hrt.<\/p><p>Und mit dieser Information zum Immunged&auml;chtnis sollte es dann auch weiterhin sehr einleuchtend sein, dass es f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Kontrolle eines Virus und seiner immer weiter auftretenden Mutanten wesentlich sinnvoller ist, das Immunged&auml;chtnis nicht nur auf eine Angriffsstelle (= Spike-Protein) des Virus zu justieren, sondern im Idealfall gegen mehrere &ndash; denn wenn das eine Antigen aus unserem Immunschutzged&auml;chtnis &bdquo;herausmutiert&ldquo; ist, so h&auml;tte unser System immer noch andere Ansatzpunkte, die Infektion zu kontrollieren.<\/p><p>Somit ist es f&uuml;r einen nachhaltigen Schutz bei Infektionen mit einem schnell mutierenden Virus, dessen Vermehrung und Weitergabe nicht komplett unterbunden werden kann, absolut essentiell, so schnell wie m&ouml;glich bei den Impfungen auf Ganzpartikel-Impfstoffe (inaktivierte Virionen) zu wechseln (z.B. VLA2001) oder aber f&uuml;r eine Kontrolle der schweren Verl&auml;ufe durch die Entwicklung anderer Wirkstoffe zur Therapie einer Infektion f&uuml;r Optionen zu sorgen, um dann normale Infektionen verst&auml;rkt zulassen zu k&ouml;nnen &ndash; denn kein Impfschutz kann an Vielf&auml;ltigkeit die erworbene Immunit&auml;t nach durchlebter Infektion erreichen. Leider wurden gerade bei letzterem Ansatz in den letzten zwei Jahren nicht ann&auml;hernd vergleichbare F&ouml;rdersummen f&uuml;r Forschung und Entwicklung zur Verf&uuml;gung gestellt. Es wurde viel zu schnell und einseitig auf nur ein Pferd gesetzt, welches gute Sprint-Eigenschaften zu haben schien, aber leider keine Puste f&uuml;r ein Langstrecken-Rennen, in das wir die Corona-Situation aber durch unsere massiven politischen und gesellschaftlichen Vorgaben und die Impfintervention mit aktuell bedingt zugelassenen Impfprinzipien verwandelt haben.<\/p><p><strong>Vom Boostern und von zu kurzsichtigen Schlussfolgerungen<\/strong><\/p><p>Kann eine Booster-Impfstrategie in naher Zukunft mit anderen Impfprinzipien die Geimpften aus der schwierigen Zukunftsperspektive f&uuml;hren?<\/p><p>Hier m&ouml;chte ich kurz auf die Ergebnisse der Booster-Studie COV-BOOST aus UK [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] eingehen, in der Grundimmunisierte auf 2 Mal AstraZeneca (ChAd) oder 2 Mal Comirnaty (Pfizer-BioNTech; BNT) mit sieben unterschiedlichen, bedingt zugelassenen oder in der klinischen Pr&uuml;fung befindlichen Impfstoffen mit einem zeitlichen Abstand von ca. 11 (ChAd) und 15 (BNT) Wochen nach der zweiten Grundimpfung geboostert wurden. Die Studie umfasste fast 3.000 Probanden, bei denen in Bezug auf die Wirksamkeit der Impfung wieder Antik&ouml;rpertiter an Tag 28 nach Booster mittels Neutralisations-Assay und auch T-Zell-Aktivit&auml;t in Blutproben gem&auml;&szlig; oben beschriebenem Verfahren angeschaut wurden. Somit wurden hier EXAKT die Fehler in der Betrachtung der Immunantwort weitergef&uuml;hrt, die oben bereits beschrieben wurden: Diese Tests liefern NUR eine Abbildung der genau zum Zeitpunkt der Blutabnahme im Blut befindlichen Proteine und Zellen f&uuml;r eine akute Virusbek&auml;mpfung und ignorieren das eigentlich relevante und mit der Impfung urspr&uuml;nglich versprochene Immunged&auml;chtnis, denn die Memory-Zellen w&uuml;rden nach Aktivierung erst etwas Zeit ben&ouml;tigen, um ihr Proliferationspotenzial in die Waagschale werfen zu k&ouml;nnen. Ergo: Diese Studie sagt uns leider wieder herzlich wenig &uuml;ber das Potenzial eines nachhaltig aufgebauten Immunschutzes, sondern unterst&uuml;tzt nur die in den Medien und bei den derzeit geh&ouml;rten Experten verbreitete Grundidee, nur der Antik&ouml;rpertiter zeige den wirklichen aktuellen Schutz. Und vor allem wurde NUR auf das Immunschutzpotenzial gegen das Spike-Protein untersucht. Das w&auml;re in Anbetracht von RNA- und Vektor-Impfstoffen und auch des gerade frisch bedingt zugelassenen Protein-Impfstoffs von Novavax ausreichend. Dies gilt aber nicht mehr, wenn die Studie dann auch eine Booster-Kohorte mit einem inaktivierten Virion, also einem inaktivierten Virus-Ganzpartikel (und daher richtigen Totimpfstoff, siehe oben) wie VLA2001 vergleicht, welches, wie im Interview vom 13.12. auf den NachDenkSeiten ausgef&uuml;hrt, das weiterreichende Potenzial hat, auch eine breiter aufgestellte Immunantwort gegen die anderen Strukturproteine des Virus zu etablieren.<\/p><p>Mit diesen inhaltlichen Unzul&auml;nglichkeiten versehen konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass Boostern mit RNA-Wirkstoffen die hohen Antik&ouml;rpertiter (nur) gegen das Spike-Protein wieder (tempor&auml;r) etabliert (Tag 28 nach Booster-shot), dass mit dem Protein-Impfstoff Nuvaxovid dies ebenfalls sehr gut funktioniert hat, dass aber ein Boostern der Vektor\/RNA-Grundimmunisierten mit VLA2001 dies in dieser Studie nicht vermochte.<\/p><p>Wie gesagt, dies ist eine extrem einseitige und in meinen Augen absolut nicht faire und wissenschaftlich fundierte, da v&ouml;llig eindimensional auf das Spike-Protein fokussierte Herangehensweise &ndash; und enth&auml;lt keine wirkliche Absage an weitere Booster-Impfoptionen mit inaktivierten Ganzpartikel-Impfstoffen, die wahrscheinlich auch ein anderes Zeit-Regime f&uuml;r den Booster ben&ouml;tigen w&uuml;rden, als das in dieser Studie untersuchte, mit 3 bis 4 Monaten auch unter dem derzeit empfohlenen Booster-Intervall liegende (Pressemitteilung Valneva, 03.12.2021). Nur hat man halt auch in dieser Studie wieder einmal vers&auml;umt, durch eine fundierte Planung der auszulesenden Parameter noch mehr relevante und essentielle Daten aus diesem klinischen Experiment an knapp 3.000 gesunden Probanden herauszuholen &ndash; und man hat Ergebnisse generiert, die von den meisten wahrscheinlich unreflektiert in Bezug auf die M&auml;ngel der Studie wieder halbseiden zur St&uuml;tzung einer eigentlich nicht haltbaren Handlungsvorgabe herangezogen werden.<\/p><p><strong>Von Super-Immunity und einem falschen Schutzverst&auml;ndnis<\/strong><\/p><p>In der Zwischenzeit sind einige sehr interessante Ver&ouml;ffentlichungen zug&auml;nglich (sowohl vor als auch nach Peer-Review), die sich entweder mit einer Daten-Analyse zu gro&szlig;en Populationsgruppen (z.B. israelische Einwohnergruppen; [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>],[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>],[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]) oder auch spezialisierten Gruppen (z.B. Mitarbeiter des Gesundheitssystems; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]) besch&auml;ftigen oder neue Studien beschreiben, in denen gezielt bestimmte Konstellationen der untersuchten Individuen in Bezug auf Re-Infektionsrisiko oder auf erworbenen Immunstatus hin untersucht wurden.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>],[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>],[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>],[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>],[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Einige spannende Ergebnisse zeichnen sich darin ab.<\/p><p>Absolute Vorsicht ist aber bei der Diskussion der angebotenen Schlussfolgerungen geboten, denn ich kann nicht vergleichen, was ich nicht wirklich untersucht habe. In meinen Augen sind hier beim Studien-Design bewusst oder unbewusst Fehler gemacht worden, die klare Aussagen nicht immer in dem Ma&szlig; erm&ouml;glichen, wie sie gerne get&auml;tigt werden:<\/p><ul>\n<li>In Bezug auf Infektionszahlen bleibt es nach wie vor extrem kritisch, dass Infektionen nur &uuml;ber Symptome oder zuf&auml;llige Treffer bei Schnelltests und jeweils anschlie&szlig;ende positiv ausfallende PCR-Tests erfasst werden.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>],[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Ohne eine breitfl&auml;chige und allgemeine Stichproben-Testung werden solche Zahlen nie repr&auml;sentativ ausfallen k&ouml;nnen, da unser gesellschaftlich-politisches System einzelne Untergruppen zu h&auml;ufigeren Testungen n&ouml;tigt (alleine schon durch so haltlose politische Alltags-Zulassungskriterien wie 3G+), andere aber ohne echtes Rational von Testpflichten befreit oder sie in einer falschen Sicherheit w&auml;hnt (Geboosterte), so dass oft eine freiwillige Testung nicht einmal in Erw&auml;gung gezogen w&uuml;rde.<\/li>\n<li>In Bezug auf die Untersuchung des Immunstatus wird mit den oben beschriebenen, meiner Meinung nach nicht zielf&uuml;hrenden Methoden gearbeitet &ndash; und dabei wird f&uuml;r diese Momentaufnahmen noch nicht einmal immer sichergestellt, dass die zeitlichen Abst&auml;nde f&uuml;r die zu vergleichenden Individuen-Gruppen (z.B. Genesene versus Geimpfte) zwischen Immunreaktion auf das Antigen und Blutentnahme vergleichbar sind, was aber in Bezug auf die H&ouml;he von Antik&ouml;rper-Titern der entscheidende Faktor ist. Diese Untersuchungsmethoden in den beschriebenen Zeitspannen angewandt sind wahrscheinlich gezielt so ausgew&auml;hlt worden, da sie die tempor&auml;r gebildeten Antik&ouml;rpermengen nach Vektor\/RNA-Impfung abbilden k&ouml;nnen. Sie haben aber mit der Evaluierung des Immunstatus gegen SARS-CoV2 nur wenig zu tun und decken somit die intrinsischen Schwachstellen dieser Impfkonzepte nicht gleich auf.<\/li>\n<li>Und letztendlich kann ich eine Strategie NICHT als die vielversprechendste k&uuml;ren, wenn ich keine Vergleichsdaten zu anderen wahrscheinlichen Konstellationen anbiete: wenn z.B. der Immunstatus zwischen Genesenen, zweifach Geimpften und genesenen Nachgeimpften und geimpften Genesenen (&bdquo;Impfdurchbruch&ldquo;) verglichen wird, dann fehlt unumst&ouml;&szlig;lich die Gruppe der doppelt Genesenen nach Re-Infektion.<\/li>\n<\/ul><p>Hier einige Ergebnisse dieser Studien:<\/p><ul>\n<li>Mehrfach wurde gezeigt: Genesene haben einen nachhaltigeren und breiteren Schutz gegen Re-Infektion als doppelt Geimpfte (Daten wurden zur Zeit der Delta-Varianten-Vorherrschaft erhoben). Dies basierte u.a. darauf, dass Genesene deutlich l&auml;nger entsprechende antigen-spezifische Antik&ouml;rper produzieren als doppelt Geimpfte. Generell sehr positiv: In beiden Gruppen dieser Studien gab es auch nach Re-Infektion keine Todesf&auml;lle. <strong>Aber generell widerlegt dies massiv das urspr&uuml;ngliche Narrativ und verbietet die Aberkennung von Freiheiten und Grundrechten f&uuml;r Genesene<\/strong>.<\/li>\n<li>Auch regelm&auml;&szlig;ig in klinischen &bdquo;Momentaufnahmen&ldquo; (Blutprobenanalyse, siehe oben) gezeigt: Eine Nachimpfung f&uuml;r einen Genesenen oder Geimpften (= Booster; [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]) f&uuml;hrt tempor&auml;r und kurzfristig zu deutlich erh&ouml;hten antigen-spezifischen Antik&ouml;rper-Produktionen, welche aber wieder schnell sinken &ndash; und nach ca. 6 Monaten nach Impfung eines Genesenen war dessen Infektionsrisiko wieder auf vergleichbarem Level wie beim Genesenen ohne Nachimpfung. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den Risiken f&uuml;r symptomatische und hospitalisierte Re-Infektionen zwischen diesen beiden Gruppen &ndash; <strong>was einer Nachimpfung von Genesenen klar Sinn und Zweck abspricht<\/strong>.<\/li>\n<li>Die Qualit&auml;t der Antik&ouml;rper nach Genesung ist besser als nach Impfung, d.h. die vorhandenen Antik&ouml;rper zeigten bessere Bindungsst&auml;rke und waren breiter auch gegen Spike-Mutationen aufgestellt. Demnach scheint eine Zweifachimpfung zwar die Anzahl an tempor&auml;r und akut gebildeten antigen-spezifischen Antik&ouml;rpern massiv zu pushen, allerdings scheint entweder die Etablierung von Ged&auml;chtnis-B-Zellen nach Impfung bzw. Infektion oder deren inh&auml;rent verankertes Programm zur Weiterentwicklung der Bindest&auml;rke der antigen-spezifischen Antik&ouml;rper (Affinity Maturation) nicht vergleichbar abzulaufen &ndash; mit klarem Vorteil f&uuml;r den Genesungsprozess. In einer Arbeit wurde dargelegt, dass generell ein Problem bei der Reifung der Antik&ouml;rper-Qualit&auml;t nach Verimpfung der Spike-Blaupausen mittels RNA oder Vektor entsteht:[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Das von unseren Zellen nach Impfung als einzelnes Protein gebildete Spike-Protein kann einen sehr wichtigen Prozess innerhalb dieses Antik&ouml;rper-Reifungsprozesses inhibieren (hemmen) &ndash; und diese Spikes werden in einer derzeit nach meinem Kenntnisstand nicht sauber experimentell bestimmten, aber v&ouml;llig &uuml;berbordenden Menge produziert. Die Geister, die ich rief&hellip;.<\/li>\n<li>Zus&auml;tzlich f&uuml;hrt eine Genesung von Infektion auch zur breiteren Etablierung eines Immunged&auml;chtnisses (auf verschiedene Antigene, nicht nur das Spike-Protein) und vor allem auch an den entscheidenden Orten der Re-Infektion &ndash; in der Nasenschleimhaut.<\/li>\n<li>Die Qualit&auml;t der Antik&ouml;rper nach Impfung eines Genesenen scheint besser zu sein als bei einem Genesenen ohne zus&auml;tzliche Impfung. Solche Ergebnisse f&uuml;hrten zur Definition des Erreichens einer &bdquo;Super-Immunity&ldquo; oder &bdquo;Hybridimmunit&auml;t&ldquo; &ndash; was aber ohne Vergleich mit der Qualit&auml;t der Antik&ouml;rperproduktion eines doppelt Genesenen (Durchleben einer Re-Infektion nach Genesung) wieder einmal v&ouml;llig ohne Vergleich haltlos in der Luft steht. Wenn wir nach dem bereits Gesagten davon ausgehen, dass sich durch eine Infektion unser Immunsystem breiter, st&auml;rker und reifer aufstellen kann, als nach einer Doppelimpfung mit RNA\/Vektor-Impfstoffen, dann sollte dieses System auch nach Re-Infektion die potenteren und breiter aufgestellten Antik&ouml;rper produzieren k&ouml;nnen. Dies muss nun umgehend mit ad&auml;quaten Experimenten weiterverfolgt werden. <strong>Denn am Ende stellt sich hier nachhaltig die Frage, was wir aufgrund in meinen Augen falscher Ableitungen den Genesenen mit der Nachimpfung inhaltlich mittelfristig angetan haben k&ouml;nnten &ndash; au&szlig;er, dass unsere nationalen Entscheidungstr&auml;ger ihnen haltlos nach 6 Monaten ihre Rechte eingeschr&auml;nkt haben.<\/strong><\/li>\n<li>Impfdurchbr&uuml;che mit der Delta-Variante f&uuml;hrten 28 Tage nach positivem PCR-Test zum identischen Neutralisationspotenzial gegen Delta, wie es urspr&uuml;nglich durch die Impfung gegen die Wuhan-Ursprungsvariante 28 Tage nach der Zweitimpfung erzielt wurde [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] &ndash; dies belegt ganz simpel einfach nur, dass das Immunsystem seinen Job gegen Delta getan hat &ndash; aber noch keine &bdquo;Super-Immunity&ldquo;. Allerdings zeigten diese Antik&ouml;rper an Tag 28 auch ein gesteigertes Neutralisationsverhalten gegen&uuml;ber den fr&uuml;heren Varianten Alpha, Beta und Gamma &ndash; was f&uuml;r eine breitere Aufstellung der Antik&ouml;rper nach Impfdurchbruch spricht. <strong>Insgesamt scheint eine durchlebte Infektion in jeder Konstellation f&uuml;r einen breiteren Schutz auch gegen Mutationen zu f&uuml;hren<\/strong> &ndash; was so auch zu erwarten war.<\/li>\n<\/ul><p>Es wurde von Anfang an das Impf-Narrativ darauf aufgebaut, dass die Impfung den Totalschutz verleiht, der Genesene aber nach 6 Monaten nachimpfen muss, weil unser Immunsystem ja schlechter sei als die Impfung, ohne dass daf&uuml;r belastbare Daten vorgelegt werden konnten. Nun zeigen aber die aktuellen Infektionsstudien, dass die Genesenen viel l&auml;nger und robuster gesch&uuml;tzt sind als die zweifach Geimpften.<\/p><p>Und genau in diese doch recht eindeutige Datenanalyse hinein kommt die Meldung vom RKI, dass die Vorgaben f&uuml;r den Genesenenstatus ge&auml;ndert werden: Demnach m&uuml;ssen nun Genesene, deren Infektion l&auml;nger als drei Monate zur&uuml;ckliegt (g&uuml;ltig wird dieser Status erst einen Monat NACH dem Infektions-Nachweis), bereits eine Impfung nachweisen, um den 2G-Status aufrechterhalten zu k&ouml;nnen. <strong>Ob dieser wirklich wissenschaftlich v&ouml;llig haltlosen Herangehensweise muss ich daher meine bislang auf Ausgleich bedachte Wortwahl kurz &uuml;ber Bord werfen und hier ganz deutlich zum inhaltlichen Widerstand aufrufen: Einer solchen v&ouml;lligen Willk&uuml;r ohne jegliche wissenschaftliche Rationale muss umgehend Einhalt geboten werden!<\/strong><\/p><p>Aus den Topline-Ergebnissen ergeben sich generell zwei unterschiedliche Schlussfolgerungsstrategien, wie man Schutz vor Infektion aufbauen k&ouml;nnte &ndash; entweder mit v&ouml;llig individuellem und kurzfristigem Fokus oder aber breiter, mittel- und langfristiger mit Fokus auf das gesellschaftliche Wohl als Summe aller Einzelwohle: Kurzfristig und auch nur mit kurzer Wirkungsdauer k&ouml;nnte eine Impfung als Booster nach Grundimpfung oder on-top auf eine Genesung das Infektionsrisiko f&uuml;r das Individuum eventuell noch weiter senken (allein die Daten hierzu sind nicht immer hieb- und stichfest erhoben, siehe oben). Hiermit w&uuml;rde dem Einzelnen tempor&auml;r ein Sicherheitsgef&uuml;hl vermittelt, das nur f&uuml;r den Moment &uuml;ber die Probleme dieser Strategie hinwegt&auml;uschen k&ouml;nnen wird.<\/p><p>Denn mit mittelfristigem Blick nach vorne und auf die evolution&auml;re Entwicklung des Virus unter immer breiter angelegtem, immer noch eindimensional aufgebautem Selektionsdruck muss man konstatieren: Da die Impfungen es nicht schaffen werden, Infektion von und &Uuml;bertragung durch Geimpfte(n) v&ouml;llig zu unterbinden, aber bei Genesenen (l&auml;ngerer Schutz) und Geimpften (k&uuml;rzerer Schutz) (Re-)Infektionen in der Regel milder verlaufen, <strong>scheint ein m&ouml;glicher Weg in die Zukunft f&uuml;r eine ganze Weltbev&ouml;lkerung der der immer wiederkehrenden Infektionen zu sein, bei denen es prim&auml;r wichtig ist, dass diese nicht schwer oder t&ouml;dlich f&uuml;r uns verlaufen<\/strong>. Wenn der Genesene deutlich seltener re-infiziert wird, als der Geimpfte Impfdurchbr&uuml;che hat, und die Hospitalisierungsrate nach Genesung niedriger ist als nach zweifacher Impfung, wieso sollten wir nicht auch einmal riskieren, die Gruppe der Genesenen (ausgenommen Risikogruppen!) nat&uuml;rlich durch seltene und in der Regel milde Re-Infektionen nachhaltig ihren Immunstatus auf nat&uuml;rlichem Wege auf die neuen Virus-Varianten einstellen zu lassen?<\/p><p>Daraus k&auml;me unser Immunsystem jeweils mit wieder nachjustiertem breiten Abwehrschutz gegen die n&auml;chsten Runden mutierter Virus-Varianten aus der Infektion heraus, bis dann mal wieder eine Variante nicht mehr ganz von unserem Immunsystem erwischt wird, wir wieder (mild) daran erkranken und sich unser Immunsystem wieder erneut justieren kann. Das w&auml;re der nat&uuml;rliche Prozess, wie wir ihn Jahrzehnte mit Influenza durchexerziert haben. Dies w&auml;re utilitaristisch betrachtet meiner Meinung nach der Weg, wie wir viele Jahrzehnte ohne regelm&auml;&szlig;ige Einschr&auml;nkung unserer Freiheiten und Grundrechte zusammen mit diesem Virus leben k&ouml;nnen &ndash; denn wir werden das Virus nicht ausrotten, also sollten wir lernen, damit zu leben.<\/p><p>Meine Aussage ist ganz eindeutig NICHT, den Pool der Genesenen durch unvorsichtiges Miteinander v&ouml;llig unkontrolliert expandieren zu lassen, daf&uuml;r gibt es zu viele nachhaltig schwierige Krankheitsverl&auml;ufe &ndash; <strong>aber man muss unbedingt davon Abstand nehmen, Genesene (wiederholt) nachzuimpfen, so lange diese keiner Risikogruppe angeh&ouml;ren<\/strong>. Denn diese mittlerweile nur noch kleinen Teile der Bev&ouml;lkerung sind voraussichtlich diejenigen, die in absehbarer Zeit in dem nat&uuml;rlichen Zyklus mit Re-Infektionen das Gleichgewicht zwischen Schutz vor schweren Verl&auml;ufen und Anpassung gegen immer auftretende Mutationen ad&auml;quat etablieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Bevor wir nun also aus den neueren, wieder nicht umfassend erhobenen Ergebnissen heraus wieder eine f&uuml;r unser Immunsystem k&uuml;nstliche Situation favorisieren (= Nachimpfung), sollten wir dieses Mal vielleicht vorab entsprechende Vergleichszahlen des nat&uuml;rlichen Systems an die Hand bekommen (doppelt Genesener, nach Re-Infektion) &ndash; denn h&auml;tte man gleich von Anfang an so sauber erforscht und publiziert und kommuniziert, dann h&auml;tte es die falschen Versprechen zur Impfung gar nicht erst geben k&ouml;nnen.<\/p><p>Bei allen derzeit Geimpften muss ein Weg gefunden werden, diese wieder in den nat&uuml;rlichen Zyklus der Immunsystemadaptierung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Booster-Impfungen alle paar Monate immer nur gegen ein Antigen geh&ouml;ren in meinen Augen absolut nicht zu den gangbaren Optionen, sie werden mittelfristig unsere Probleme mit dem Virus und seinen beschleunigten Etablierungen von Escape-Mutationen nur verst&auml;rken. Wenn man sich nicht auf das Umsatzpotenzial, sondern auf die Gesundheit der Bev&ouml;lkerung fokussiert, so kann dieser Weg nicht sonderlich vielversprechend erscheinen, vor allem, wenn wir auch &Uuml;berlegungen zu Sicherheit der Vektor\/RNA-Impfungen und zu Effektivit&auml;tsproblemen stetig wiederholter Single-Antigen-Impfungen in Analogie zu denen des Influenza-Impfkonzepts [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>],[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] mit einbeziehen.<\/p><p>Weiterhin muss nun DRINGEND die Erhebung ad&auml;quater Daten von vorneherein auch f&uuml;r Nuvaxovid und VLA2001 mit eingeplant und vorbereitet werden. F&uuml;r VLA2001 sollte die Datenerhebung allerdings in Bezug auf die verschiedenen m&ouml;glichen Antigene noch viel breiter erfolgen, denn jedes Testsystem muss auch die zu erwartenden Vorteile der breiter aufgestellten Immunantwort gegen weitere Strukturproteine der Virionen mit auf dem Schirm haben!<\/p><p><strong>Schlussgedanken<\/strong><\/p><p>Zum Abschluss bleibt f&uuml;r mich die Frage, wie in unserer Gesellschaft, in der viele Jahre und Jahrzehnte aus guten Gr&uuml;nden und basierend auf vielen (auch negativen) Erfahrungen klare Regeln und Vorgaben f&uuml;r die Zulassung neuer Wirkstoffe aufgestellt wurden, ausgerechnet in einem so schwerwiegenden Fall wie bei einer Impfidee f&uuml;r die Weltbev&ouml;lkerung die Beweislast umgekehrt werden konnte. Es ist eine ganz eindeutige Vorgabe f&uuml;r eine Zulassung, dass die beantragende Firma Dinge wie Sicherheit, Wirksamkeit und darauf basierend eine vorteilhafte Risiko-Nutzen-Bewertung im Kontext der anvisierten Adressatengruppe f&uuml;r einen Wirkstoff aufzeigen muss. Dies ist in meinen Augen nur l&uuml;ckenhaft und eher unsystematisch angegangen worden, womit eigentlich der beantragenden Seite f&uuml;r eine Zulassung und auch den diese Impfungen propagierenden Akteuren keine ausreichenden Daten f&uuml;r eine unterst&uuml;tzende Argumentation aktuell vorliegen. Aber &ndash; wie auch wieder das zum Eingang zitierte Interview im Deutschlandfunk zeigte &ndash; es reicht offensichtlich in der aktuellen Berichterstattung, mit leeren Worth&uuml;lsen wie &bdquo;aber das wei&szlig; man ja schon&ldquo;, &bdquo;das hat die Wissenschaft gezeigt&ldquo; die Mainstream-Meinung zu untermauern &ndash; daf&uuml;r wird allen kritisch Hinterfragenden vorgeworfen, sie h&auml;tten f&uuml;r ihre Meinung keine Daten, sollten doch erst einmal Beweise vorlegen.<\/p><p>Aufgrund der Nachl&auml;ssigkeiten bei der Aufsetzung der klinischen Studienprotokolle und der nachtr&auml;glich eingeforderten Daten haben BEIDE Seiten keine l&uuml;ckenlos brauchbaren Daten &ndash; aber die Beweislast f&uuml;r Wirksamkeit und Risiko-Nutzen liegt bei den Pharmafirmen. Hier kann eigentlich nur der Dialog zwischen denen, die eine finale Zulassung oder\/und sogar eine Impfpflicht in Erw&auml;gung ziehen, mit den kritischen Denkern aus der aktuellen Misere heraushelfen: Zusammen m&uuml;ssen Kataloge an zu erbringenden Daten und Experimenten verabschiedet und umgehend umgesetzt werden &ndash; auch wenn eine Umsetzung dieser Forderung derzeit v&ouml;llig utopisch erscheint. Vorher darf es in meinen Augen keine vorschnelle finale Zulassung geben, da daf&uuml;r einfach keine zuverl&auml;ssige und intelligent erhobene Datenlage existiert &ndash; <strong>und auf gar keinen Fall darf eine Einf&uuml;hrung einer allgemeinen Impfpflicht vorangetrieben werden, basierend auf einer v&ouml;llig unzureichenden Datenlage<\/strong>.<\/p><p>Fassen wir nochmals zusammen: die RNA-Impfung<\/p><ul>\n<li>ist in Bezug auf Re-Infektionszahlen und Nachhaltigkeit des Immunschutzes der Genesung unterlegen;<\/li>\n<li>baut nicht ad&auml;quat eine erste Immun-Bastion da auf, wo die Infektion erfolgt, n&auml;mlich in der Nasen-Schleimhaut;<\/li>\n<li>f&ouml;rdert nicht eine nachhaltige Reifung der gebildeten Antik&ouml;rper;<\/li>\n<li>ist durch das eindimensionale Impfprinzip auf nur das Spike-Protein Treiber schneller Escape-Mutations-Etablierung;<\/li>\n<li>und hat damit nur sehr kurzzeitig und nur &uuml;ber die schiere Unmenge an gebildeten Spike-Proteinen und dadurch dann entsprechend gebildeten Antik&ouml;rper-Leveln eine etwas erh&ouml;hte Chance, auch Virus-Mutationen zu neutralisieren.<\/li>\n<\/ul><p>Also warum genau wollen wir uns im Sechs-Monats-Abstand durch die kommenden Jahre boostern? Wo ist hier das Rational, was ist hier die Story?<\/p><p>F&uuml;r vulnerable Gruppen haben Impfungen einen positiven Effekt &ndash; aber auch bei diesen Gruppen m&uuml;ssen wir z&uuml;gig von den eindimensionalen Impfprinzipien wegkommen! Und ansonsten m&uuml;ssen wir dringend die politisch verschwendete Zeit wiedergutmachen, um weitere Wirkstoffe zur Eind&auml;mmung der Vermehrung des Virus im K&ouml;rper und zur symptomatischen Behandlung schwerer Verl&auml;ufe auf den Markt zu bringen &ndash; und dann sollten wir umgehend mit diesen kurzsichtigen Impfkampagnen aufh&ouml;ren. Den Rest macht dann unser Immunsystem.<\/p><p>Und wenn f&uuml;r einen Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung so Sorge getragen ist und Kinder und Jugendliche als die risiko&auml;rmste Gruppe au&szlig;en vor bleiben (<strong>eine Impfpflicht direkt oder &uuml;ber sozialen Druck auf diese Gruppe verbietet sich aufgrund der aktuellen Datenlage v&ouml;llig!<\/strong>), dann kann sich unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem sicherlich auch ein paar Ungeimpfte leisten, die ja dann auch absehbar in den Genesenen-Pool &uuml;berf&uuml;hrt werden w&uuml;rden (wenn sie es &uuml;berleben).<\/p><p>Titelbild: peterschreiber.media\/shutterstock.com<\/p><p><em>Dr. Stefan Tasler hat seine Promotion in Organischer Chemie absolviert und arbeitet seit 20 Jahren in der Biotech-Branche im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung und -entwicklung. In dieser Zeit hat er sich intensiv mit der Funktion des Immunsystems im Kontext von Autoimmunerkrankungen besch&auml;ftigt, wurde sp&auml;ter Forschungsleiter. Von 2016 bis 2019 leitete er in einer Doppelspitze eine kleine Tochterfirma der BioNTech, bevor er als Vice President Drug Discovery &amp; Development in den Bereich der Alzheimer-Forschung wechselte.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Hussein, I. H. <em>et al<\/em>., <em>Front. Public Health<\/em> <strong>2015<\/strong>, <em>3<\/em>, article 269; doi: 10.3389\/fpubh.2015.00269<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Sibley, L. S. <em>et al<\/em>., <em>Cells<\/em> <strong>2012<\/strong>, <em>1<\/em>, 5-14;<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/cells1010005\">doi.org\/10.3390\/cells1010005<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Schmidt, A. <em>et al<\/em>., <em>Viruses<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>13<\/em>, 199; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/v13020199\">doi.org\/10.3390\/v13020199<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Sano, K. <em>et al<\/em>., <em>medRxiv<\/em>, 11. Dec 2021;<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1101\/2021.12.06.21267352\">doi.org\/10.1101\/2021.12.06.21267352<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Angyal, A. <em>et al<\/em>., <em>Lancet Microbe<\/em> <strong>2022<\/strong>, <em>3<\/em>, e21;<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/S2666-5247(21)00275-5\">doi.org\/10.1016\/S2666-5247(21)00275-5<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Gazit, S. <em>et al<\/em>., <em>medRxiv<\/em>, 25. Aug. 2021; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1101\/2021.08.24.21262415\">doi.org\/10.1101\/2021.08.24.21262415<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Munro, A. P. S. <em>et al<\/em>., <em>Lancet<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>398<\/em>, 2258; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/S0140-6736(21)02717-3\">doi.org\/10.1016\/S0140-6736(21)02717-3<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Wadman, M., <em>Science<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>373<\/em>, 1067; DOI: 10.1126\/science.acx8993<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Goldberg, Y. <em>et al<\/em>., <em>medRxiv<\/em>, 05. Dec 2021; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1101\/2021.12.04.21267114\">doi.org\/10.1101\/2021.12.04.21267114<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Callaway, E., <em>Nature<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>598<\/em>, 393-394; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/d41586-021-02795-x\">doi.org\/10.1038\/d41586-021-02795-x<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Robbiani, D. F. <em>et a<\/em>l., <em>Nature<\/em> <strong>2020<\/strong>, <em>584<\/em>, 437; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-020-2456-9\">doi.org\/10.1038\/s41586-020-2456-9<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Wang, Z. <em>et al<\/em>, <em>Nature<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>595<\/em>, 426; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-021-03696-9\">doi.org\/10.1038\/s41586-021-03696-9<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Schmidt, F. <em>et al<\/em>, <em>Nature<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>600<\/em>, 512; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-021-04005-0\">doi.org\/10.1038\/s41586-021-04005-0<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Cho, A. <em>et al<\/em>.,<em>Nature<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>600<\/em>, 517; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-021-04060-7\">doi.org\/10.1038\/s41586-021-04060-7<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Jiang, H. <em>et al<\/em>., <em>Viruses<\/em> <strong>2021<\/strong>, <em>13<\/em>, 2056; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/v13102056\">doi.org\/10.3390\/v13102056<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Bates, T. A. <em>et al<\/em>., JAMA <strong>2022<\/strong>, 327, 179; doi:10.1001\/jama.2021.22898<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Khurana, S. <em>et al<\/em>., <em>Nature Commun<\/em>. <strong>2019<\/strong>, <em>10<\/em>, 3338; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-019-11296-5\">doi.org\/10.1038\/s41467-019-11296-5<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es in der &ouml;ffentlichen Debatte um das Thema Corona geht, haben sich viele Narrative gebildet, die einer ernsten wissenschaftlichen Pr&uuml;fung nicht standhalten. Dies betrifft zum Teil auch popul&auml;re Aussagen prominenter Experten wie Christian Drosten. Der promovierte Chemiker und Pharma-Forscher <strong>Stefan Tasler<\/strong> hat f&uuml;r die NachDenkSeiten herausgearbeitet, welcher Irrglauben insbesondere bei Fragen um die Immunit&auml;t<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79951\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":79952,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,11],"tags":[3131,712,3165,2880,2834],"class_list":["post-79951","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-2g-3g-regel","tag-arzneimittel","tag-immunitaet","tag-impfungen","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/shutterstock_1911089299.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=79951"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79951\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80096,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79951\/revisions\/80096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/79952"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=79951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=79951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=79951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}