{"id":80068,"date":"2022-01-24T09:10:12","date_gmt":"2022-01-24T08:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80068"},"modified":"2022-01-24T15:49:57","modified_gmt":"2022-01-24T14:49:57","slug":"darum-fordert-russland-den-stopp-der-nato-osterweiterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80068","title":{"rendered":"Darum fordert Russland den Stopp der NATO-Osterweiterung"},"content":{"rendered":"<p><strong>&laquo;Jeder Staat hat das Recht auf eigene Sicherheit &ndash; aber nicht auf Kosten der Sicherheit eines anderen Staates&raquo;<\/strong> &ndash; OSZE-Istanbul 1999. Russland hat am 17. Dezember 2021 von den USA und von der NATO die klar formulierte und schriftlich festgehaltene Zusicherung verlangt, dass die NATO keine weiteren L&auml;nder an der Grenze Russlands mehr zu Mitgliedern macht und dass die zunehmende Aufr&uuml;stung der L&auml;nder an der Grenze Russlands durch NATO-L&auml;nder gestoppt wird. Dabei wurde eine schriftliche Antwort bis am 14. Januar 2022 erwartet. Doch sowohl die USA als auch die NATO haben bisher nicht schriftlich geantwortet und sowohl die USA als auch die NATO haben die von Russland geforderten Sicherheitsgarantien bis heute &ndash; m&uuml;ndlich &ndash; rundweg abgelehnt. Von <strong>Christian M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9812\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-80068-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=80068-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220124_Darum_fordert_Russland_den_Stopp_der_NATO_Osterweiterung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Text ist mit freundlicher Genehmigung <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/darum-fordert-russland-den-stop-der-nato-osterweiterung\/\">von Infosperber &uuml;bernommen<\/a>.<\/em><\/p><p>Die USA und die NATO berufen sich darauf, dass von westlicher Seite nie versprochen worden sei, nach dem Kollaps der Sowjetunion die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Aber auch wenn Michail Gorbatschow &ndash; aus heutiger Sicht leider &ndash; nicht darauf bestanden hat, das in einem Vertrag festzuhalten, es herrschte damals in diesem Punkt Konsens. Gerade wieder hat Andreas Zumach, der seit Jahrzehnten die Ost-West-Beziehungen als politischer Korrespondent genau beobachtet, auf diesen Punkt hingewiesen. Er selber sa&szlig; am 11. Februar 1990 im selben Flugzeug wie der damalige deutsche Au&szlig;enminister und Vize-Bundeskanzler Hans-Dietrich Genscher auf dem Flug nach Ottawa zur KSZE-Konferenz zum Thema &laquo;Open Skies&raquo; und hat es aus den Gespr&auml;chen mit den Politikern im Flugzeug auch selber geh&ouml;rt (siehe blaue Box unten). Geschrieben hat damals niemand dar&uuml;ber, weil es eben klar war. Und die USA wussten es bestens, dass Russland in diesem Punkt &auml;u&szlig;erst sensibel war, was auch immer der damalige russische Pr&auml;sident Boris Jelzin dem Geld von Bill Clinton f&uuml;r seine Wiederwahl zuliebe sp&auml;ter noch gesagt haben sollte. Im Mai 1995 hat das Jelzin <a href=\"https:\/\/nsarchive.gwu.edu\/briefing-book\/russia-programs\/2021-11-24\/nato-expansion-budapest-blow-1994\">an einem Treffen in Budapest<\/a> Bill Clinton in aller Deutlichkeit klar gemacht. Und auch dieser Satz von Boris Jelzin zu Bill Clinton ist im &laquo;National Security Archive&raquo; der USA jetzt <a href=\"https:\/\/nsarchive.gwu.edu\/briefing-book\/russia-programs\/2021-11-24\/nato-expansion-budapest-blow-1994\">einsehbar<\/a>: &laquo;<em>For me to agree to the borders of NATO expanding towards those of Russia &ndash; that would constitute a betrayal on my part of the Russian people.<\/em>&raquo; (&laquo;F&uuml;r mich w&auml;re eine Zustimmung zur Ausweitung der NATO n&auml;her an die Grenzen Russlands ein Verrat an der russischen Bev&ouml;lkerung.&raquo;)<\/p><p>Die Realit&auml;t ist, so oder so, dass Russland den Warschau-Pakt, der urspr&uuml;nglich als Reaktion auf den Beitritt Deutschlands zur NATO am 14. Mai 1955 gegr&uuml;ndet wurde, aufgel&ouml;st hat &ndash; im Gegensatz zur NATO, die sich trotz Ausfall des urspr&uuml;nglichen Feindes Sowjetunion nicht aufzul&ouml;sen bereit war. Russland hat nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands zugelassen, es hat sich auch milit&auml;risch aus der ehemaligen DDR vollst&auml;ndig zur&uuml;ckgezogen, w&auml;hrend die USA im Westen Deutschlands sogar Atombomben neuster Technologie eingelagert hat. Und w&auml;hrend die USA auf der ganzen Welt <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/List_of_United_States_military_bases\">gegen tausend Milit&auml;rbasen<\/a> betreibt, hat Russland au&szlig;erhalb der ehemaligen Sowjetunion gerade mal eine Milit&auml;rbasis &ndash; in Syrien, um sich den Zugang zum Mittelmehr offen zu halten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220124-NATO-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/220124-NATO-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><em>Die US-Milit&auml;rpr&auml;senz in Europa &ndash; Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer L&auml;nder.<\/em><\/p><p><strong>Woran Russland erinnert und was die westlichen Medien kaum erw&auml;hnen<\/strong><\/p><p>Wer sich nicht nur aus den westlichen Medien informiert, sondern auch die russischen Medien konsultiert und zum Beispiel auch die Medien-Konferenzen auf russischer Seite mit anh&ouml;rt, der weiss, worauf sich Russland immer wieder beruft und die USA auffordert, dazu Stellung zu nehmen. Es ist das <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/OSZE_Istanbul_1999.pdf\">OSZE-Gipfeltreffen 1999 in Istanbul<\/a>, dessen Schlussbericht auch die USA unterschrieben haben. In jenem 275-seitigen Dokument (deutsche Ausgabe) steht bereits auf Seite 9 unter Punkt 8:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Jeder Teilnehmerstaat hat dasselbe Recht auf Sicherheit. Wir bekr&auml;ftigen das jedem Teilnehmerstaat innewohnende Recht, seine Sicherheitsvereinbarungen einschliesslich von B&uuml;ndnisvertr&auml;gen frei zu w&auml;hlen oder diese im Laufe ihrer Entwicklung zu ver&auml;ndern. Jeder Staat hat auch das Recht auf Neutralit&auml;t. Jeder Teilnehmerstaat wird diesbez&uuml;glich die Rechte aller anderen achten. Sie werden ihre Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen.&raquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und damit nicht genug. Auch am <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/OSZE_Astana_2010.pdf\">OSZE-Gipfeltreffen im Dezember 2010 in Astana<\/a> in Kasachstan wurde von allen Teilnehmern ein Abschlussdokument unterschrieben, das genau diese Passage auch enth&auml;lt:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Jeder Staat wird diesbez&uuml;glich die Rechte aller anderen respektieren. Sie werden ihre Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen.&raquo; (Seite 1 des 14seitigen Dokuments, deutsche Version, Punkt 3.)\n<\/p><\/blockquote><p>Russlands Au&szlig;enminister Lawrow macht seit Wochen immer wieder auf diesen Punkt der internationalen Absprachen aufmerksam. Und er fordert die USA und die NATO auf, sich auch an diesen Punkt zu halten. Die USA und die NATO aber &laquo;&uuml;berh&ouml;ren&raquo; ihn geflissentlich und geben Russland darauf &ndash; bisher &ndash; keine Antwort.<\/p><p>Russland hat, dieses Recht kann ihm kein anderer Staat absprechen, <strong>im eigenen Land<\/strong> und auch in Grenzn&auml;he einige milit&auml;rische Basen. Die USA aber haben jede Menge Milit&auml;rbasen <strong>in anderen L&auml;ndern<\/strong>, nicht zuletzt und vor allem rund um Russland herum: in Polen, in den baltischen Staaten, in gro&szlig;em Ausma&szlig; in Deutschland und in Italien, in Bulgarien, im Kosovo &ndash; siehe oben. Und die USA, teilweise allein, teilweise zusammen mit den NATO-Alliierten, liefern Waffen zu Kosten in Milliardenh&ouml;he inklusive milit&auml;rische &laquo;Berater&raquo; auch an L&auml;nder an der russischen Grenze, die &ndash; noch &ndash; nicht Mitglied der NATO sind. Und die USA f&uuml;hren NATO-Man&ouml;ver an der russischen Grenze durch &ndash; in den baltischen L&auml;ndern zum Beispiel ebenso wie im Schwarzen Meer &ndash; mit Hunderten von extra dazu eingeflogenen Panzern und anderem Kriegsmaterial aus den USA.<\/p><p>Aus diesem Grund f&uuml;hlt sich Russland bedroht. Und aus diesem Grund erinnert Russland die USA daran, dass sie 1999 in Istanbul die OSZE-Abmachungen unterschrieben haben, wonach die eigene Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer L&auml;nder ausgebaut werden darf. Warum wird im Westen andauernd auf die Truppenbewegungen Russlands im eigenen Land hingewiesen, durch die die Ukraine bedroht werde, aber von den US-St&uuml;tzpunkten und NATO-Man&ouml;vern in anderen L&auml;ndern, nicht zuletzt nahe der russischen Grenze, schreibt und redet niemand?<\/p><p><strong>Ukraine-Krise zwecks &laquo;Vergessen&raquo; des NATO-Desasters in Afghanistan?<\/strong><\/p><p>Selbst wenn in unserer schnelllebigen Zeit auch wichtige politische Ereignisse oft gar schnell vergessen gehen, an den &uuml;berst&uuml;rzten Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan Mitte August 2021 sollte man sich schon noch erinnern k&ouml;nnen. F&uuml;r die NATO war das eine <strong>doppelte<\/strong> Katastrophe: Tausende von Toten &ndash; nicht zuletzt auch von vielen unschuldigen Zivilpersonen &ndash; und immense sinnlos gewordene Kriegskosten auf der einen, das bittere Eingest&auml;ndnis milit&auml;rischer Ohnmacht und der daraus entstandene Image-Schaden der NATO auf der anderen Seite. In der Gesch&auml;ftswelt w&uuml;rde der verantwortliche Unternehmensleiter nach einem solchen Debakel zum sofortigen &laquo;freiwilligen&raquo; R&uuml;cktritt aufgefordert oder aber fristlos gefeuert. Die NATO-Spitze aber, insbesondere NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg, fand einen Weg, alles m&ouml;glichst schnell &laquo;vergessen&raquo; zu machen. Zur neuen Selbstlegitimierung der NATO wurde eine neue Bedrohung aus dem Boden gezaubert &ndash; im vorliegenden Fall die Bedrohung der Ukraine durch Russland. Das Hochspielen der Truppenbewegungen auf russischer Seite &ndash; siehe dazu die gelbe Box unten &ndash; war die willkommene L&ouml;sung. Wer redet heute noch von Afghanistan? Ziel erreicht!<\/p><p>Wichtig ist ja immer wieder vor allem etwas: Die westliche Welt muss &laquo;wissen&raquo;, dass Russland der &laquo;Aggressor&raquo; ist. Selbst wenn die Ukraine im Donbass neue milit&auml;rische Auseinandersetzungen bewusst provozieren w&uuml;rde &ndash; oder wird: Es war Russland, das angefangen hat, wird es hei&szlig;en. Man ist an Georgien 2008 erinnert: Obwohl es gr&uuml;ndlich untersucht wurde, <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Georgien_IIFFMCG_Volume_I_neu.pdf\">unter der Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini<\/a>, es war nicht Russland, es war Georgien, das damals zu schie&szlig;en anfing. Wenn allerdings US-Politiker auf Georgien zu sprechen kommen, war es immer Russland, das dort &laquo;angefangen&raquo; hat.<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Der international bekannte &laquo;taz&raquo;-Korrespondent Andreas Zumach <a href=\"https:\/\/extradienst.net\/2022\/01\/19\/nato-osterweiterung\/comment-page-1\/\">w&ouml;rtlich<\/a>:<\/strong> &laquo;Ich bin am 11. Februar 1990 alleine mit zwei weiteren Journalisten und Genscher unmittelbar nach seiner (und Kohls) R&uuml;ckkehr aus Moskau in seinem Regierungsflugzeug von K&ouml;ln\/Bonn zur KSZE-Au&szlig;enministerkonferenz &lsaquo;Open Skies&rsaquo; nach Ottawa geflogen. Genscher hat uns w&auml;hrend des Fluges im Detail und hochbegl&uuml;ckt &uuml;ber seine Gespr&auml;che in Moskau berichtet und dabei auch mehrfach ausdr&uuml;cklich seine und Kohls Zusage betont, dass das Territorium der DDR zwar als k&uuml;nftiger Teil des vereinten Deutschlands politisch zur NATO geh&ouml;ren solle, aber ohne Truppen und milit&auml;rische Strukturen der Allianz, und dass die NATO nicht um neue Mitglieder aus Osteuropa erweitert werden solle. Baker habe f&uuml;r die USA dieselbe Zusagen gemacht. Ich habe das damals f&uuml;r so selbstverst&auml;ndlich und auch richtig gehalten, dass ich diese Zusagen in meinem taz-Artikel &uuml;ber dieses Gespr&auml;ch mit Genscher gar nicht erw&auml;hnt habe.&raquo;<\/p>\n<p>&laquo;Auf der Pariser KSZE-Gipfelkonferenz vom 19.-21. November 1990 hat mir Jiri Dienstbier,  der damalige Au&szlig;enminister der CSSR, ausf&uuml;hrlich berichtet, dass die Regierung Kohl\/Genscher die Regierung von Vaclav Havel von diesen Zusagen unterrichtet habe. Dienstbier (und nach seiner Darstellung  damals auch Havel, der sp&auml;ter seine Haltung &auml;nderte) setzte alle Hoffnung auf das von Gorbatschow vorgeschlagene &lsaquo;Gemeinsame Haus Europa&rsaquo; im institutionellen Rahmen der KSZE, deren politische, finanzielle und logistische St&auml;rkung in Paris in den Reden ausnahmslos aller 35 Staats- und Regierungschefs gefordert und versprochen wurde (Kohl: &lsaquo;Die KSZE muss das Herzst&uuml;ck der europ&auml;ischen Architektur werden&rsaquo;).&raquo;<\/p>\n<\/div><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Ralph Bossard aus Bern, ehemaliger Mitarbeiter der Hochrangigen Planungsgruppe der OSZE, schreibt zur aktuellen Situation:<\/strong><\/p>\n<p>US-Pr&auml;sident Joe Biden verbreitet derzeit die These, Russland bereite zusammen mit Belarus lokale Einf&auml;lle (&laquo;incursion&raquo;) auf ukrainisches Territorium vor und stelle zu diesem Zweck Truppen bereit. Hier findet eine Vermischung mit der Verlegung von Truppen f&uuml;r die angek&uuml;ndigte &Uuml;bung &laquo;&#1057;&#1086;&#1102;&#1079;&#1085;&#1072;&#1103; &#1088;&#1077;&#1096;&#1080;&#1084;&#1086;&#1089;&#1090;&#1100; 2022&raquo; statt: Allein der Name <a href=\"https:\/\/www.mil.by\/ru\/news\/143258\/\">&laquo;Soyuznaya Reshimost&raquo; (Verb&uuml;ndete Entschlossenheit) ist Programm<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Derzeit zeigen ukrainische Quellen folgendes:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Bilder von der Verlegung von gepanzerten Fahrzeugen nach Kalodzishchy bei Minsk. Dabei handelt es sich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MotolkoHelp\/status\/1484193896187969537\">um Artillerie<\/a>, ohne dass erkennbar w&auml;re, ob es russische oder belarussische Gesch&uuml;tze sind.<\/li>\n<li>Einen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/TadeuszGiczan\/status\/1484150876390445059\">Fernsehbericht von der Ankunft russischer Truppen<\/a> in Yelsk bei Mazyr in Belarus, 18 km von der ukrainischen Grenze entfernt. Motorisierte Sch&uuml;tzen und Nachschubfahrzeuge (Zisternen): Diese Verlegung sei im Zusammenhang mit der geplanten &Uuml;bung vom Februar zu sehen, berichtet die Presse: Wohl Logistik f&uuml;r die bald eintreffenden &Uuml;bungstruppen. Mit den frisch eingetroffenen Nachschub-Elementen ist vorerst noch kein Einfall in der Ukraine zu realisieren. Dazu ist das Gel&auml;nde am stark versumpften Pripjet-Fluss ung&uuml;nstig f&uuml;r weitreichende Angriffe mechanisierter Truppen. Derzeit d&uuml;rfte der Pripjet gefroren sein und ich w&uuml;rde darauf achten, die Truppen wieder abzuziehen, bevor Tauwetter beginnt, denn dann sind Verschiebungen kaum mehr m&ouml;glich.<\/li>\n<li>Ein <a href=\"https:\/\/twitter.com\/konrad_muzyka\/status\/1484114916663508993\">Satellitenbild<\/a> des kommerziellen Maxar-Satelliten von einem Zeltlager in Yelnia bei Smolensk, 250 km entfernt von der ukrainischen Staatsgrenze und 130 von der belarussischen: Hierbei k&ouml;nnte es sich um ein Lager handeln, aus welchem sich die Truppen zur erw&auml;hnten &Uuml;bung nach Belarus verschieben. Sowohl f&uuml;r eine Verlegung nach Belarus, als auch in die Ukraine w&auml;ren von hier aus noch Bahntransporte notwendig, sodass ich auch hier keine unmittelbare Vorbereitung f&uuml;r einen Angriff auf die Ukraine sehe.<\/li>\n<li>Einen <a href=\"https:\/\/russia.liveuamap.com\/en\/2022\/20-january-military-equipment-at-maslovka-railway-station\">Videoclip<\/a> von russischen Panzern (in Kompaniest&auml;rke) in Maslovka bei Woronesch, ca. 180 km von der ukrainischen Grenze entfernt: Auch das ist zu weit f&uuml;r einen Angriff.\n<p>Ausser im Fall von Yelsk (Punkt 3.) w&uuml;rde ich nicht von einem grenznahen Aufmarsch sprechen. Und was Yelsk betrifft: F&uuml;r eine Bereitstellung zum Angriff l&auml;dt man in der Regel keine Fernseh-Journalisten ein. <\/p>\n<p>Der Sekret&auml;r des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Oleksiy Danilov, sprach vorgestern von 127&rsquo;000 russischen &laquo;service menbers&raquo; an der ukrainischen Grenze, davon 106&rsquo;000 Heerestruppen. Das reiche <a href=\"https:\/\/www.ukrinform.net\/rubric-defense\/3388287-danilov-127000-russian-troops-amassed-on-ukraines-border.html\">nicht f&uuml;r eine Invasion<\/a>.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Wenn ich auch einen Bedarf von 1 Mio. Mann f&uuml;r eine Invasion in der Ukraine, die Danilov erw&auml;hnte, f&uuml;r &uuml;bertrieben halte, so bin ich mit ihm einverstanden, dass die derzeit versammelten Truppen keineswegs f&uuml;r eine Invasion ausreichen. Derzeit halte ich nicht einmal die von US-Pr&auml;sident Biden erw&auml;hnten lokalen Einbr&uuml;che f&uuml;r realistisch.<\/li>\n<li>M&ouml;glicherweise versucht Russland Verhandlungsmasse zu schaffen, denn die friedensm&auml;ssige permanente Stationierung der drei Motorisierten Sch&uuml;tzendivisionen bei Smolensk, Woronesch und Rostow-am-Don steht bestimmt nicht zur Diskussion. Alle &uuml;brigen Truppen, inklusive jene der &Uuml;bung &laquo;Soyuznaya Reshimost 2022&raquo;, kann man dann wieder abziehen, wenn man f&uuml;r so einen Schritt ein Gegengesch&auml;ft abschliessen kann.<\/li>\n<li>Wohl noch im Februar findet in Belarus die Abstimmung &uuml;ber die Verfassungsreform statt. Das zeitliche Zusammenfallen mit der &Uuml;bung &laquo;Soyuznaya Reshimost&raquo; ist bestimmt nicht zuf&auml;llig. Die Republik Belarus zeigt damit vorbeugend, dass sie milit&auml;rischen Druckversuchen Gegendruck entgegensetzen wird und ihren Verb&uuml;ndeten Russland hinter sich weiss. Der Umfang der beteiligten Truppen wird wohl so gew&auml;hlt werden, dass keine Einladung von Beobachtern nach dem Wiener Dokument erforderlich ist. Proteste aus dem Baltikum und aus der Ukraine nimmt man in Kauf.<\/li>\n<li>An der Frontlinie im Donbass ist es weiterhin recht ruhig. Es geht beim aktuellen Poker offenbar nur am Rande um die Ukraine.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div><p>Titelbild: &copy; SRF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>&laquo;Jeder Staat hat das Recht auf eigene Sicherheit &ndash; aber nicht auf Kosten der Sicherheit eines anderen Staates&raquo;<\/strong> &ndash; OSZE-Istanbul 1999. Russland hat am 17. Dezember 2021 von den USA und von der NATO die klar formulierte und schriftlich festgehaltene Zusicherung verlangt, dass die NATO keine weiteren L&auml;nder an der Grenze Russlands mehr zu Mitgliedern<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80068\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":80069,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107],"tags":[400,2407,1937,2069,466,1456,259,2868,260,1556,2377,2940,2587],"class_list":["post-80068","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","tag-genscher-hans-dietrich","tag-jelzin-boris","tag-militaermanoever","tag-militaerstuetzpunkte","tag-nato","tag-osze","tag-russland","tag-truppenverlegung","tag-ukraine","tag-usa","tag-waffenlieferungen","tag-weissrussland","tag-zumach-andreas"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/220124-NATO-titel.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80068"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80095,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80068\/revisions\/80095"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/80069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}