{"id":80129,"date":"2022-01-25T15:25:49","date_gmt":"2022-01-25T14:25:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80129"},"modified":"2022-01-28T14:17:09","modified_gmt":"2022-01-28T13:17:09","slug":"28-januar-2022-50-jahre-radikalenerlass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80129","title":{"rendered":"28. Januar 2022: 50 Jahre Radikalenerlass"},"content":{"rendered":"<p>Demn&auml;chst j&auml;hrt sich zum 50. Mal der Beschluss zur sogenannten &Uuml;berpr&uuml;fungspraxis von Bewerbern f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst, gemeinhin Radikalenerlass genannt. Aus diesem Anlass hat Reinhold Lang einen einschl&auml;gigen Text geschickt. Er war als Juso-Vorsitzender im SPD-Kreisverband Karlsruhe und aktiver politischer Studierendenvertreter der Universit&auml;t Karlsruhe selbst betroffen von einem &bdquo;Berufsverbotsverfahren&ldquo;. &ndash; Zum &bdquo;Jubil&auml;um&ldquo; sendete die ARD eine Doku des Filmemachers Herrmann G. Abmayr, auf die wir <a href=\"http:\/\/ftp.sr-online.de\/JAGD-AUF-VERFASSUNGSFEINDE-GESCHICHTE-IM_20211223_001_19166733_19221888_00.mp4\">hier<\/a> verlinken. Das ist insgesamt ein interessantes Dokument der Zeitgeschichte. &ndash; Was am 28. Januar 1972 beschlossen wurde, ist schlimm. Der Beschluss hat aber nicht eine ganze Generation betroffen, wie es auch in dem Film von Abmayr hei&szlig;t. Er hat sehr selektiv zugeschlagen. Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_920\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-80129-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=80129-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220128-28-Januar-2022-50-Jahre-Radikalenerlass-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es habe sich damals eine ganze Generation von der Politik abgewandt. Das ist nicht richtig. Ich erinnere daran, dass alleine im Bundesland Baden-W&uuml;rttemberg, das in der Doku des Filmemachers Abmayr eine zentrale Rolle spielt, genau in jener Zeit eine ganze Riege von progressiven Menschen politisch aktiv geworden ist: Peter Conradi, Harald B. Sch&auml;fer, Hermann Scheer, Gunter Huonker und eine Reihe mehr. Ich selbst bin ab dem 15.2.1973 im Bundeskanzleramt als Abteilungsleiter im &ouml;ffentlichen Dienst besch&auml;ftigt gewesen. Mein radikaler und von Marx gepr&auml;gter Freund und gelegentlicher Autor der NachDenkSeiten Hans Bleibinhaus wurde damals Mitarbeiter der Stadt M&uuml;nchen. Ein anderer Vertreter der damals jungen Generation, Henning Scherf, wurde genau in dieser Zeit politisch aktiv. Ab 1971 war er Mitglied der bremischen B&uuml;rgerschaft. Usw. und sofort. Es stimmt nicht, dass sich eine<strong> ganze<\/strong> Generation wegen des Radikalenerlasses von der Politik abgewandt hat.<\/p><p>Mit diesen Hinweisen will ich den Schaden, den der Radikalenerlass angerichtet hat, nicht kleinschreiben. Allerdings sollte der Vorgang differenzierter betrachtet werden. So ist zum Beispiel auch die in der ARD-Doku auftauchende Behauptung &bdquo;von Brandt initiiert&ldquo; schlichtweg falsch. Brandt hat sich der rechten SPD aus Hamburg und dem Druck der CDU\/CSU-Ministerpr&auml;sidenten gebeugt. Das ist schlimm genug. Die Folgen waren schlimm, auch wenn sie junge Menschen unterschiedlich trafen.<\/p><p><strong>Es folgt der Beitrag von Reinhold Lang.<\/strong><\/p><p><strong>28. Januar 2022: 50 Jahre Radikalenerlass und die Folgen<\/strong><\/p><p>Am 28. Januar 2022 j&auml;hrt sich zum 50. Mal der unselige &bdquo;Radikalenerlass&ldquo; von 1972, der auch sehr viele damalige Mitglieder des Sozialdemokratischen Hochschulbundes\/Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SHB\/SDS), der Jusos und sogar des LSD (Liberaler Studentenbund Deutschlands) mit aller Wucht, genauer mit Berufsverboten traf. Im Jahr 1969 versprach Bundeskanzler Willy Brandt: &bdquo;Mehr Demokratie wagen&ldquo;. Die politisch wachgewordene Studentenschaft war begeistert. Doch im Widerspruch dazu verabschiedeten die Ministerpr&auml;sidenten der L&auml;nder unter Vorsitz des Bundeskanzlers den &bdquo;Extremistenbeschluss&ldquo;, was der Kanzler selbst Jahre sp&auml;ter als eine seiner gr&ouml;&szlig;ten innenpolitischen Fehlentscheidungen eingestand.<\/p><p>Nach dem 28. Januar 1972 wurden dann ca. 3,5 Millionen Bewerber*innen f&uuml;r Berufe im &ouml;ffentlichen Dienst auf ihre Verfassungstreue in der BRD &bdquo;&uuml;berpr&uuml;ft&ldquo;. Der von alten Nazis, Rechtsradikalen und Rechtskonservativen durchsetzte Verfassungsschutz (siehe hierzu die grundlegenden Werke &bdquo;&Uuml;berwachtes Deutschland&ldquo; (2012) von Prof. Dr. Josef Foschepoth, Historiker und Publizist, sowie des Berliner Staatsrechtlers Prof. Dr. Martin Kutscha &bdquo;Was hei&szlig;t hier eigentlich Verfassungsschutz?&ldquo; (Hg. , mit C. Kerth, K&ouml;ln 2020)) erhielt den Auftrag zu entscheiden, wer als &bdquo;Radikaler&ldquo;, als &bdquo;Extremist&ldquo;  oder als &bdquo;Verfassungsfeind&ldquo; zu gelten hatte. Personen, die &bdquo;nicht die Gew&auml;hr bieten, jederzeit f&uuml;r die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten&ldquo;, von Willy Brandt gerade auch gegen den damaligen Rechtsradikalismus der NPD (deren 10%- Wahlerfolg bei der Landtagswahl 1968 in Baden-W&uuml;rttemberg alle Demokraten alarmierte) intendiert, sollten aus dem &ouml;ffentlichen Dienst entfernt oder erst gar nicht eingestellt werden.<\/p><p>Die Praxis aber zeigte: Der Radikalenerlass richtete sich zu 99% gegen Linke: Betroffen waren nicht nur die oben genannten linken Studentenverb&auml;nde, sondern vor allem auch Mitglieder der DKP, des MSB Spartakus, maoistischer und trotzkistischer Organisationen, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN-BdA und Gewerkschaften (insbesondere der GEW), in Bayern auch Sozialdemokraten und Engagierte in der Friedensbewegung (u.a. Teilnehmer an den Osterm&auml;rschen gegen Atombewaffnung und Aufr&uuml;stung).<\/p><p>Die massenhafte &bdquo;Gesinnungs&uuml;berpr&uuml;fung&ldquo; bewirkte eine nachhaltige Besch&auml;digung der Demokratie und Gef&auml;hrdung der Rechtsstaatlichkeit. Damals wurden zigtausende Menschen vor amtlichen &Uuml;berpr&uuml;fungsaussch&uuml;ssen verh&ouml;rt, oft auf Basis anonymer und gerichtlich nur selten &uuml;berpr&uuml;fbarer Berichte von Spitzeln des Verfassungsschutzes. Sehr vielen wurde ihre berufliche Zukunft durch ein nachfolgendes Berufsverbot zerst&ouml;rt oder verbaut. Die Demokratie wurde also nicht gesch&uuml;tzt, sondern nachhaltig besch&auml;digt und ein Klima der Einsch&uuml;chterung und des Duckm&auml;usertums erzeugt.  Die &Uuml;berpr&uuml;fungen f&uuml;hrten zu ca. 11.000 Berufsverbotsverfahren, 2.200 Disziplinarverfahren, &uuml;ber 1.250 Ablehnungen und 265 Entlassungen. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Dringend notwendig ist  eine Aufarbeitung dieses negativen Kapitels westdeutscher Nachkriegsgeschichte und eine Rehabilitierung und Entsch&auml;digung der betroffenen Opfer. Eine entsprechende Auftragsstudie an Historiker der Universit&auml;t Heidelberg sei in Arbeit, aber noch nicht abgeschlossen. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Aber nicht einmal zu einer Entschuldigung konnten sich bisher die politisch heute Verantwortlichen durchringen, nicht einmal der nach Abschluss seines Lehrerstudiums selbst vom Berufsverbot bedrohte heutige Ministerpr&auml;sident Kretschmann.<\/p><p>Aber das ist ein eigenes Kapitel. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Mitglieder und Sympathisanten rechter Parteien, Gruppierungen und Burschenschaften wurden dagegen im &ouml;ffentlichen Dienst geduldet und bei Bewerbungen so gut wie nie abgelehnt.<strong> <\/strong>In der Justiz konnten die &bdquo;alten Kameraden&ldquo; aus der NS-Zeit weiter als Richter und Staatsanw&auml;lte bis zu ihrer Pensionierung unbehelligt arbeiten, in der Politik sogar bis in h&ouml;chste Staats&auml;mter aufsteigen.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Erinnert sei an den<strong> Fall Filbinger (CDU)<\/strong>, dem langj&auml;hrigen Ministerpr&auml;sidenten in Baden-W&uuml;rttemberg (1966-1978), der als NSDAP-Mitglied (ab 1937) und dann 1943 als Hitlers Marinerichter im besetzten Norwegen noch nach der Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945  &bdquo;fahnenfl&uuml;chtige&ldquo; Matrosen (u.a. Walter Gr&ouml;ger) zum Tode verurteilte. Diese Urteile, die der Schriftsteller Rolf Hochhuth bekannt machte, versuchte er mit der Aussage zu bem&auml;nteln: &bdquo;Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein!&ldquo; Erst diese ungeheuerliche, die NS-Justizmorde rechtfertigende Behauptung, entfachte einen Sturm der Emp&ouml;rung, der dann auch die CDU zwang, Filbinger zum R&uuml;cktritt zu bewegen. Er blieb aber bis zu seinem Tod 2007 Ehrenvorsitzender der CDU Baden-W&uuml;rttembergs. Bei seiner Beisetzung in Freiburg versuchte dann der amtierende CDU-Ministerpr&auml;sident Oettinger (und fr&uuml;here Burschenschaftler), Filbinger mit der verlogenen Behauptung freizusprechen: Filbinger sei ein Gegner des NS-Regimes gewesen!<\/p><p>Die Fakten sind eindeutig:<\/p><p>Filbinger war bereits 1933-1935 als Jura-Student in Heidelberg Mitglied des Nationalsozialistischen Studentenbundes und ab 1934 Mitglied der SA geworden. Nach einer f&uuml;r ihn folgenlosen &bdquo;Entnazifizierung&ldquo; trat er 1951 der CDU bei und betrieb als Ministerpr&auml;sident  einen scharfen Rechtskurs, u.a. gegen die Entspannungspolitik Willy Brandts, gegen die Ostvertr&auml;ge, war ein entschiedener Bef&uuml;rworter des Baus von weiteren 5 Atomkraftwerken im Rheintal, hasste die  68er-Studentenbewegung, war radikaler Gegner einer Entsch&auml;rfung des Abtreibungsparagraphen &sect;218 und lie&szlig; in Baden-W&uuml;rttemberg eine versch&auml;rfte Variante des Radikalenerlasses anwenden, wobei j&auml;hrlich mehr als 10.000 Bewerber f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst &uuml;berpr&uuml;ft wurden. Auch nach seinem R&uuml;cktritt 1978 blieb er politisch aktiv und versuchte mit dem &bdquo;Studienzentrum Weikersheim&ldquo; bis zu seinem Tod die CDU auf eine nationalkonservative Linie auszurichten. Er war Herausgeber einer geschichtsrevisionistischen Zeitschrift und verantwortlich f&uuml;r Einladungen an Rechtsextremisten zu Vortr&auml;gen. Es liegt auf der Hand, dass er in seiner Zeit als Ministerpr&auml;sident auch den baden-w&uuml;rttembergischen Verfassungsschutz mit entsprechendem Personal und Auftrag ausstattete.<\/p><p>In diesem Zusammenhang darf an die aktuelle Causa <strong>Hans-Georg Maa&szlig;en (CDU)<\/strong> erinnert werden, der erst im November 2018 seinen Hut als Pr&auml;sident des Verfassungsschutzes nehmen musste, nachdem er sich rechtsradikaler Verschw&ouml;rungstheorien bediente. Sp&auml;testens mit der Selbstenttarnung des Terrornetzwerks Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ist deutlich geworden: der Verfassungsschutz hat als Demokratieschutz versagt. Tats&auml;chliche Bedrohungen f&uuml;r die Demokratie, etwa durch militante Neonazis, verfolgte und verfolgt diese Beh&ouml;rde nur ungen&uuml;gend. Man ist eben auf dem &bdquo;rechten Auge&ldquo; blind!<\/p><p>Der Verfassungsschutz ist im Kern ein Geheimdienst, der sich einer wirksamen demokratischen Kontrolle entzieht. Viele sind &uuml;berzeugt: Er schadet der Demokratie mehr, als er ihr n&uuml;tzt. Eigentlich Zeit, ihn abzuschaffen. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Das Gegenteil aber geschieht: Trotz seiner h&auml;ufig rechtswidrigen Aktionen und seines Versagens in der Abwehr rechtsterroristischer Anschl&auml;ge wird er mit immer mehr Mitteln, Personal und erweiterten Befugnissen (z.B. Einsatz von Staatstrojanern bei der digitalisierten &Uuml;berwachung) ausgestattet.<\/p><p>Wie stark die ideologisch rechtslastige Ausrichtung des Verfassungsschutzes bis hinauf in die F&uuml;hrung reicht, belegt das j&uuml;ngst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 16.01.2022 ver&ouml;ffentlichte Interview des jetzigen Vefassungsschutzchefs Thomas Haldenwang, der &ndash; gegen die Corona-Politik der Exekutive und die Einschr&auml;nkung von Grundrechten &ndash; demonstrierende B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen pauschal als &bdquo;Staatsfeinde&ldquo; etikettierte. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Der Begriff &bdquo;Staatsfeinde&ldquo; war ein Nazi-Kampfbegriff zur Ausschaltung und Vernichtung ihrer politischen Gegner! Die Geschichtsvergessenheit aber ist allgemein geworden! [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Zur strafrechtlichen Verfolgung politischer Gesinnung  Prof. Dr. Foschepoth: &bdquo;Bereits 1947\/48 waren 90% aller Richter und Staatsanw&auml;lte in den drei Westzonen solche, die schon im NS-Staat Dienst getan hatten und einen &bdquo;besonderen Korpsgeist&ldquo; entwickelten. Dieser wurde durch die gemeinsame Sozialisation und Karriere w&auml;hrend der NS-Zeit zus&auml;tzlich gef&ouml;rdert, wobei sie die nationalsozialistische Diktatur v&ouml;llig unbeschadet &uuml;berstanden haben.&ldquo; In:  Josef Foschepoth, Verfassungswidrig!, G&ouml;ttingen 2017 (ISBN 978-3-525-30181-4), S.95 und Bernhard Diestelkamp, Die Justiz nach 1945 und ihr Umgang mit der eigenen Vergangenheit, in: Diestelkamp\/Stolleis, Justizalltag im Dritten Reich, Frankfurt a.M. 1988, S.131-149.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Siehe hierzu Andreas Eichm&uuml;ller, Die SS in der Bundesrepublik, Schriftenreihe der Vierteljahreshefte f&uuml;r Zeitgeschichte, Band 117, Berlin\/Boston 2018 (ISBN 978-3-11-0507012-0), insbesondere seine detaillierten Ausf&uuml;hrungen im Kapitel &bdquo;Die SS in den bundesdeutschen Sicherheitsbeh&ouml;rden&ldquo;, S. 220-279.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vgl. Albrecht M&uuml;ller in: Nachdenkseiten vom 16.01.2022:  <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=79816\">Verfassungsschutzpr&auml;sident nennt Demonstranten &bdquo;Staatsfeinde&ldquo; &ndash; eine gezielte Provokation (nachdenkseiten.de)<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Allerdings wird es im Januar einige Informationen und Veranstaltungen geben, die das Thema &bdquo;50. Jahrestag des Radikalenerlasses&ldquo; aufgreifen:<\/p>\n<ul>\n<li>Am 17.01.2022, 23:15 Uhr gab es eine 45-min&uuml;tige ARD-Dokumentation &bdquo;Jagd auf Verfassungsfeinde &ndash; Der Radikalenerlass und seine Opfer&ldquo; des Filmemachers Hermann Abmayr, worin auch Klaus Lipps (80), Sprecher der Initiativen gegen die Berufsverbote als ein typisch Betroffener, und Hinrich Enderlein (80), von 1990-1994 FDP-Minister f&uuml;r Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und mutiger politischer Kritiker der Berufsverbotspraxis, interviewt wurden. Noch abrufbar in der ARD-Mediathek: Sendungen am 17.01.2022<\/li>\n<li>Am 28.01.2022 soll es einige Veranstaltungen (unter Corona-Bedingungen) in Berlin geben, u.a. eine Ausstellung &bdquo;50 Jahre Radikalenerlass&ldquo; der AG Berufsverbote in der GEW Berlin.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Informationen sind unter <a href=\"http:\/\/www.berufsverbote.de\">berufsverbote.de<\/a> zu finden, u.a. dort der Aufruf &bdquo;50 Jahre Berufsverbote- Demokratische Grundrechte verteidigen&ldquo; sowie Dokumentationen betroffener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, auch eine kritische Stellungnahme vom 26.11.2021 zu Passagen der AMPEL- Koalitionsvereinbarungen, die eine &bdquo;Wiederbelebung der Berufsverbotepolitik&ldquo; unter &bdquo;gr&uuml;nem&ldquo; Einfluss bef&uuml;rchten lassen.<\/p>\n<p>Neuere Ver&ouml;ffentlichungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Werner Siebler, Mit Gesinnungsschn&uuml;ffelei zum Berufsverbot, in: NaturfreundIn, Dez. 2021, BUNDESMAGAZIN DER NATURFREUNDe e.V.<\/li>\n<li>Kathrin Hedtke, Lebenslange Abstrafung, in: Erziehung und Wissenschaft, 12-2021, Zeitschrift der GEW<\/li>\n<\/ul>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Meldung im Dritten Fernsehprogramm des SWR, 17.01.2022<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demn&auml;chst j&auml;hrt sich zum 50. Mal der Beschluss zur sogenannten &Uuml;berpr&uuml;fungspraxis von Bewerbern f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst, gemeinhin Radikalenerlass genannt. Aus diesem Anlass hat Reinhold Lang einen einschl&auml;gigen Text geschickt. Er war als Juso-Vorsitzender im SPD-Kreisverband Karlsruhe und aktiver politischer Studierendenvertreter der Universit&auml;t Karlsruhe selbst betroffen von einem &bdquo;Berufsverbotsverfahren&ldquo;. &ndash; Zum &bdquo;Jubil&auml;um&ldquo; sendete die ARD<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80129\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":80132,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,212,165],"tags":[3059,329,856,901,3185,2438,2757],"class_list":["post-80129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-gedenktagejahrestage","category-innen-und-gesellschaftspolitik","tag-berufsverbot","tag-brandt-willy","tag-filbinger-hans","tag-geheimdienste","tag-haldenwang-thomas","tag-maassen-hans-georg","tag-radikalenerlass"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/220125-Radikalenerlass.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80129"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80249,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80129\/revisions\/80249"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/80132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}