{"id":80228,"date":"2022-01-29T11:45:36","date_gmt":"2022-01-29T10:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80228"},"modified":"2022-01-29T12:39:41","modified_gmt":"2022-01-29T11:39:41","slug":"suedostasiens-aeltester-konfliktherd-bald-nurmehr-geschichte-teil-ii-von-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80228","title":{"rendered":"S\u00fcdostasiens \u00e4ltester Konfliktherd: Bald nurmehr Geschichte? (Teil II von II)"},"content":{"rendered":"<p>Im S&uuml;den der Philippinen (vorrangig auf den Inseln Mindanao, Basilan und Jolo) widersetzte sich die vormals &uuml;berwiegend muslimische Bev&ouml;lkerung seit Mitte des 16. Jahrhunderts s&auml;mtlichen milit&auml;rischen Attacken und politischer Bevormundung seitens ausw&auml;rtiger (kolonialer) M&auml;chte &ndash; ob es sich nun um spanische Konquistadoren, US-amerikanische Imperialisten oder diverse philippinische Regierungen im fernen Manila handelte. Es war ein ebenso windungsreicher wie komplexer Kampf, der auch intern zu Spaltungen und Zerw&uuml;rfnissen f&uuml;hrte. Vor drei Jahren, am 21. Januar und 6. Februar 2019, fanden in der Region zwei Referenden statt, in denen sich die Bev&ouml;lkerung mehrheitlich f&uuml;r eine Teilautonomie entschied.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80228#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>] Ein historischer Abriss von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Den ersten Teil dieses Beitrags k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80030\">hier<\/a> noch einmal nachlesen.<\/em><\/p><p><strong>Milit&auml;rstrategische &amp; regionalpolitische Kalk&uuml;le im Kontext des Antiterrors<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Manila bedeuteten das Geiseldrama von 2000 und all die damit zusammenh&auml;ngenden Aspekte tats&auml;chlich oder vermeintlich bedrohter nationaler Sicherheit eine engere Anbindung an die alte Kolonialmacht USA. Dies zeigte sich auff&auml;llig in dem innigen Verh&auml;ltnis, das Estradas Nachfolgerin, Pr&auml;sidentin Gloria Macapagal-Arroyo [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], mit dem zeitgleich (Ende Januar 2001) ins Wei&szlig;e Haus eingezogenen US-Pr&auml;sidenten George W. Bush pflegte. Vor allem einte beide der Kampf gegen den Terror &ndash; erst recht nach den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 und der am 6. M&auml;rz 2007 erfolgten Unterzeichnung des Anti-Terror Bill, der in Manila besch&ouml;nigend <em>Human Security Act of 2007<\/em> genannt wurde. Bush lie&szlig; unmittelbar nach den Anschl&auml;gen in New York und Washington die Abu-Sayyaf-Gruppe (ASG) auf die erste Liste von 27 weltweit operierenden Terrororganisationen setzen. Und Frau Arroyos erster Staatsbesuch in den USA im November 2001 f&uuml;hrte &uuml;ber die sofortige Bereitstellung von Wirtschafts- und Finanzhilfen sowie milit&auml;rischer Soforthilfe in H&ouml;he von knapp 100 Millionen US-Dollar hinaus zur verst&auml;rkten Zusammenarbeit der Streitkr&auml;fte beider L&auml;nder.<\/p><p>Auf der Basis des bereits seit August 1951 existierenden <em>Gemeinsamen Verteidigungspakts (Mutual Defense Treaty), <\/em>des am 1. Juni 1999 in Kraft getretenen <em>Visiting Forces Agreement (VFA)<\/em> und des nach 9\/11 in Geheimverhandlungen ausgearbeiteten <em>Mutual Logistics Support Agreement<\/em> (MLSA) wurden seit Jahresbeginn 2002 zahlreiche US-amerikanisch-philippinische Milit&auml;roperationen auf Basilan, Jolo und in Zentralmindanao durchgef&uuml;hrt. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Stets wurde offiziell betont, diese Man&ouml;ver richteten sich gegen die ASG, doch implizit ging es um weiter gesteckte Ziele. Solange die MILF auf ihrer politischen Agenda beharrte, n&auml;mlich die Unabh&auml;ngigkeit eines islamischen Staates im S&uuml;den der Philippinen, und ihre (zumindest taktisch begr&uuml;ndete) Zusammenarbeit mit der kommunistischen Guerilla der Neuen Volksarmee (NPA) aufrechterhielt, stellten beide Organisationen mit offiziell jeweils gesch&auml;tzten 12.500 Kombattanten aus Sicht der Regierung eine formidable Bedrohung dar.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus hatte die Arroyo-Administration in dem von Washington dominierten &raquo;antiterroristischen Feldzug&laquo; die ideale Chance gesehen, diesen auch und gerade gegen missliebige au&szlig;erparlamentarische Kritiker und Gegner zu f&uuml;hren. Seit Beginn ihrer Amtszeit im Januar 2001 bis zum Fr&uuml;hjahr 2010 wurden 1.188 Menschen Opfer au&szlig;ergerichtlicher Hinrichtungen, w&auml;hrend 205 Personen &raquo;verschwanden&laquo; und ihr Schicksal bis heute ungekl&auml;rt ist. Da die T&auml;ter stets im Umfeld milit&auml;rischer und polizeilicher Einrichtungen operierten und es weder zu Festnahmen, geschweige denn zu Gerichtsverfahren und rechtskr&auml;ftigen Verurteilungen kam, hatten nationale wie internationale Menschenrechtsorganisationen (z.B. <em>amnesty international, Human Rights Watch, Asian Human Rights Commission<\/em> sowie <em>UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r au&szlig;ergerichtliche Hinrichtungen und das Verschwindenlassen, Professor Philip Alston<\/em>) wiederholt und &ouml;ffentlich die von Manila tolerierte &raquo;Kultur der Straffreiheit&laquo; angeprangert. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Seit Januar 2002 gaben sich in Manila auch hochrangige US-amerikanische Politiker, Geheimdienststrategen und Milit&auml;rs buchst&auml;blich die Klinke in die Hand, um ein regionales Krisenmanagement zu koordinieren. F&uuml;r die Bush-Administration war S&uuml;dostasien &ndash; so w&ouml;rtlich &ndash; die &raquo;neue Zufluchtsst&auml;tte f&uuml;r Terroristen&laquo; (&raquo;new haven for terrorists&laquo;). Und dort sind und bleiben die Philippinen als ehemalige Kolonie auch in postkolonialen Zeiten der verl&auml;sslichste Br&uuml;ckenkopf. Aus Afghanistan, erl&auml;uterte CIA-Direktor George Tenet dem <em>U.S. Senate Armed Services<\/em> <em>Committee<\/em> Ende M&auml;rz 2002, h&auml;tten sich etliche al-Qaida-K&auml;mpfer und Gefolgsleute Osama bin Ladens in die Philippinen, nach Malaysia und Indonesien abgesetzt, deren K&uuml;stenstreifen nicht ausreichend kontrolliert w&uuml;rden. Um eben diese Kontrolle k&uuml;nftig zu erh&ouml;hen und den &raquo;Kampf gegen den internationalen Terror&laquo; &raquo;robust zu f&uuml;hren&laquo;, war kurz zuvor FBI-Direktor Robert Mueller in die Hauptst&auml;dte Manila, Kuala Lumpur und Jakarta gereist.<\/p><p>Konkret ging es um die Stationierung US-amerikanischer Truppenverb&auml;nde vor Ort, um sowohl an der &raquo;S&uuml;dflanke&laquo; Chinas (dem in der Sicht Washingtons, langfristig betrachtet, gr&ouml;&szlig;ten strategischen Rivalen) als auch nahe der Stra&szlig;e von Malakka (zwischen Malaysia, Singapur und Indonesien) pr&auml;sent zu sein. Hierbei handelte und handelt es sich um die strategisch bedeutsamste Seeroute in S&uuml;dostasien, &uuml;ber die nahezu die komplette &Ouml;l- und Gasversorgung aus dem Nahen und Mittleren Osten f&uuml;r die Boom-&Ouml;konomien Ostasiens erfolgt und &uuml;ber die in umgekehrter Richtung der L&ouml;wenanteil deren Exporte transportiert wird. Eine Sperrung der Stra&szlig;e von Malakka infolge terroristischer Angriffe auf mit Fl&uuml;ssiggas beladene Frachter oder das Sprengen von &Ouml;ltankern galt und gilt als Horrorvorstellung &ndash; mit desastr&ouml;sen Folgen f&uuml;r die globale &Ouml;konomie und &Ouml;kologie. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Am 21. August 2009 k&uuml;ndigte US-Verteidigungsminister Robert Gates an, insgesamt mindestens 600 Soldaten amerikanischer Spezialeinheiten permanent im S&uuml;den der Philippinen zu belassen.<\/p><p><strong>Erneut ein schwerer R&uuml;ckschlag f&uuml;r den Frieden<\/strong><\/p><p>Zwischenzeitlich war es auf Vermittlung und unter der &Auml;gide der malaysischen Regierung zu Friedensgespr&auml;chen zwischen der philippinischen Regierung und der MILF in Kuala Lumpur gekommen, nachdem man sich zuvor &uuml;ber ein Waffenstillstandsabkommen verst&auml;ndigt hatte. Um dieses zu &uuml;berwachen und als Mediator bei den Friedensverhandlungen zu wirken, hatte sich Malaysia zudem bereit erkl&auml;rt, in der s&uuml;dphilippinischen Stadt Cotabato den Vorsitz eines dort eingerichteten <em>International Monitoring Team<\/em> (IMT) zu &uuml;bernehmen. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Nach langwierigen Verhandlungsrunden schien man im Sommer 2008 endlich einen Durchbruch erzielt zu haben. Jedenfalls verk&uuml;ndete die philippinische Pr&auml;sidentin in ihrer Rede <em>Zur Lage der Nation<\/em> Ende Juli 2008, eine Friedensvereinbarung mit der MILF sei zum Greifen nahe und noch vor Ablauf ihrer Amtszeit Ende Juni 2010 realisierbar.<\/p><p>Der 5. August 2008 h&auml;tte in dieser Hinsicht ein historischer Tag sein k&ouml;nnen. Bereits am 27. Juli war unter der Schirmherrschaft Malaysias von Vertretern Manilas und der MILF endlich das sogenannte MoA-AD (<em>s.u.: Exkurs<\/em>) ausgehandelt worden. An jenem 5. August, so sah es die Etikette vor, sollte es in einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet werden. Die Vertragspartner und hohe geladene ausl&auml;ndische G&auml;ste, unter ihnen die in Manila akkreditierten Botschafter der USA, Australiens und Japans sowie der Sonderemiss&auml;r der Organisation der Islamischen Konferenz, weilten bereits in der malaysischen Metropole Kuala Lumpur, als der Oberste Gerichtshof der Philippinen im letzten Moment qua einstweiliger Verf&uuml;gung die offizielle Vertragsunterzeichnung vereitelte. Ein h&ouml;chst ungew&ouml;hnlicher Vorgang in der Geschichte internationaler Diplomatie. Das Gericht in Manila begr&uuml;ndete seinen Schritt damit, es m&uuml;sse pr&uuml;fen, ob kurzfristig eingereichten Petitionen philippinischer Regionalpolitiker und Gesch&auml;ftsleute, das MoA-AD versto&szlig;e gegen geltendes Recht und sei nicht verfassungskonform, stattzugeben sei. Eine Auffassung, die das Gericht letztlich in seinem abschlie&szlig;enden, mit acht zu sieben Stimmen denkbar knappen Urteil vom 14. Oktober 2008 best&auml;tigte.<\/p><p>Die neu-alte Pattsituation lenkte rasch Wasser auf die M&uuml;hlen jener Kr&auml;fte, denen Verhandlungen eh suspekt waren und die sich bitter entt&auml;uscht dar&uuml;ber zeigten, dass trotzdem keine greifbaren Ergebnisse erzielt wurden. Bereits Mitte August 2008 lieferten sich Einheiten der AFP und der <em>Bangsamoro Islamic Armed Forces (BIAF)<\/em>, der bewaffneten Verb&auml;nde der MILF, zun&auml;chst Scharm&uuml;tzel, dann offene Gefechte. W&auml;hrend in Manila die Nationalpolizei in h&ouml;chste Alarmbereitschaft versetzt wurde, da man Anschl&auml;ge der MILF gegen &ouml;ffentliche Einrichtungen bef&uuml;rchtete, weiteten sich die Kampfhandlungen in Mindanao weiter aus. Am 21. August sprach das Weltern&auml;hrungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen bereits von &uuml;ber 220.000 Menschen, die angesichts der Kampfhandlungen auf der Flucht waren. Bis zur Jahreswende 2008\/09 wurden die Zahlen st&auml;ndig nach oben &ndash; bis ann&auml;hernd 600.000 Personen &ndash; korrigiert, w&auml;hrend die Sicherheitsvorkehrungen f&uuml;r in- wie ausl&auml;ndisches Hilfspersonal laut Stephen Anderson, dem WFP-Repr&auml;sentanten im Lande, drastisch erh&ouml;ht werden mussten.<\/p><p>Wut und tiefe Entt&auml;uschung machten sich unter den Bef&uuml;rwortern des MoA-AD breit. Vor allem die zahlreichen um Ausgleich und Frieden bem&uuml;hten Nichtregierungsorganisationen auf Mindanao hatten im MoA-AD endlich einen Silberstreif am Horizont ausgemacht, um wenigstens die jahrelangen milit&auml;rischen Auseinandersetzungen im Interesse der Zivilbev&ouml;lkerung zu deeskalieren. Der stets um Contenance bem&uuml;hte Chefunterh&auml;ndler der MILF, Mohagher Iqbal, hatte gro&szlig;e M&uuml;he, nicht aus der Haut zu fahren. Iqbals erster Kommentar gegen&uuml;ber Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die philippinische Regierung muss sich sch&auml;men, sich vor Vertretern der internationalen Gemeinschaft derma&szlig;en blamiert zu haben. Selbst der Gastgeber, die Regierung Malaysias, hat dem MoA-AD vollumf&auml;nglich zugestimmt.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dieses sei schlie&szlig;lich einvernehmlich ausgehandelt und vereinbart worden und deshalb auch bindend. F&uuml;r Nachbesserungen s&auml;he die MILF-F&uuml;hrung keinen Handlungsbedarf.<\/p><p><strong>Exkurs: <\/strong><strong>Streitpunkt MoA-AD<\/strong><\/p><p>1997 begannen erste Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Vertretern der philippinischen Regierung und der MILF, die ab 2001 im Sinne bilateraler Friedensverhandlungen aufgewertet wurden. Erst nach m&uuml;hsamer Verst&auml;ndigung &uuml;ber Sicherheitsaspekte und Fragen von Hilfs- und Rehabilitationsma&szlig;nahmen kam als dritter &raquo;Korb&laquo; das von beiden Seiten ausgehandelte Memorandum &uuml;ber die Vereinbarung des Landes der Ahnen <em>(Memorandum of Agreement-Ancestral Domain &ndash; kurz: MoA-AD) <\/em>als letzte Vorstufe einer umfassenden friedensvertraglichen Regelung zustande.<\/p><p>Kernpunkte des MoA-AD waren: Der muslimischen Bev&ouml;lkerung in Mindanao, Sulu und Palawan wurde das Recht zugestanden, als <em>&raquo;Bangsa Moro&laquo; (Moro-Nation)<\/em> ihre eigene Identit&auml;t zu wahren und ihre eigenen Rechte auszu&uuml;ben, indem sie eine ihren Vorstellungen entsprechende Selbstregierung schafft, die innerhalb ihres Gebietes die dort vorhandenen Ressourcen sch&uuml;tzt und nutzt. Diese Selbstregierung sollte den vorl&auml;ufigen Namen <em>&raquo;Bangsa-Moro-Rechtseinheit&laquo;<\/em> <em>(Bangsa Moro Juridical Entity &ndash; kurz: BJE) <\/em>tragen<em> <\/em>und mit gr&ouml;&szlig;erer Autonomie und mehr Befugnissen ausgestattet sein und &uuml;ber ein gr&ouml;&szlig;eres Territorium verf&uuml;gen als die bislang lediglich aus f&uuml;nf Provinzen und einer Stadt bestehende <em>Autonome Region in Muslim Mindanao (ARMM). <\/em>Diese entstand Ende der 1980er Jahre und war wesentlich eine Dom&auml;ne der MNLF, von der sich die MILF 1977 abgespalten hatte und der sie vorwarf, mit ihrem am 2. September 1996 unterzeichneten Endg&uuml;ltigen Friedensvertrag mit Manila das Selbstbestimmungsrecht der Moros g&auml;nzlich preisgegeben zu haben.<\/p><p>Das MoA-AD enthielt in zwei zus&auml;tzlichen Anh&auml;ngen Listen derjenigen D&ouml;rfer, die Bestandteil der BJE werden sollen. Au&szlig;erdem benannte es insgesamt 151 Gemeinden, die au&szlig;erhalb des avisierten BJE-Territoriums als &raquo;Besondere Interventionsgebiete&laquo; klassifiziert wurden. Gemeint waren damit konflikttr&auml;chtige Gebiete, um deren Anliegen sich die Zentralregierung k&uuml;nftig k&uuml;mmern sollte. Detaillierte exekutive, legislative und judikative Befugnisse der BJE sowie die Nutzung deren territorialer und maritimer Ressourcen sollten erst nach Unterzeichnung des MoA-AD im Rahmen sich daran unmittelbar anschlie&szlig;ender Verhandlungen festgelegt werden. Ein Prozess, an dessen Ende ein (urspr&uuml;nglich f&uuml;r November 2009 vorgesehener) rechts-verbindlicher <em>Friedensvertrag (Comprehensive Compact)<\/em> gestanden h&auml;tte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Hochzeit der Hardliner<\/strong><\/p><p>Anders sah das die Regierung in Manila. Hatte Pr&auml;sidentin Arroyo noch Ende Juli 2008 ihrem Verhandlungsteam in Malaysia gr&uuml;nes Licht gegeben, das MoA-AD zu unterzeichnen, schlug sie nach dem Fiasko in Kuala Lumpur wieder harsche T&ouml;ne an. Nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates k&uuml;ndigte sie in ihrer gleichzeitigen Eigenschaft als AFP-Oberkommandierende an, &raquo;jeden Zoll philippinischen Territoriums entschlossen zu verteidigen&laquo;. Auf einmal agierte man in Manila gem&auml;&szlig; der Maxime, mit bewaffneten Gruppierungen lediglich im Kontext ihrer <em>&raquo;Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration&laquo; (DDR &ndash; <\/em>so das gel&auml;ufige englische K&uuml;rzel) zu verhandeln. Weitere Gespr&auml;che mit der MILF f&auml;nden nur statt, wenn man das MoA-AD grundlegend &uuml;berdenke und dar&uuml;ber in neue Verhandlungen tr&auml;te. Eine Position, die kritische Medienvertreter, Menschenrechtsanw&auml;lte und Nichtregierungsorganisationen als inakzeptabel werteten und darauf verwiesen, dass <em>DDR<\/em> den Schlussakkord eines Friedensprozesses bilden, nicht aber zu dessen Vorbedingung gemacht werden k&ouml;nnten.<\/p><p>So kritisierte beispielsweise der Kolumnist Neal Cruz in der landesweit auflagenst&auml;rksten Tageszeitung <em>Philippine Daily Inquirer<\/em> am 6. August 2008, einen Tag nach der gescheiterten Unterzeichnung des MoA-AD, Manilas Motive als &raquo;hinterh&auml;ltig und niedertr&auml;chtig&laquo;:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wenn das MoA-AD nicht implementiert wird, kann die MILF mit gutem Recht sagen, dass die Regierung in schlechter Absicht handelte, und sie kann notfalls sogar die Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;ren, da sie &uuml;ber s&auml;mtliche Elemente verf&uuml;gt, die einen Staat auszeichnen: Regierung, Volk, Territorium und internationale Anerkennung.&ldquo;<\/p><\/blockquote><blockquote><p>&bdquo;Was soll denn das, erst nach einem ausgehandelten Abkommen wolle man Konsultationen abhalten? Solche werden normalerweise vor einem Abkommen durchgef&uuml;hrt. (&hellip;) Nach so m&uuml;hseligen und z&auml;hen Verhandlungen konnte es der Arroyo-Administration auf einmal nicht schnell genug gehen, obgleich der Text des MoA-AD bis zum Schluss geheim blieb und nur wenige Eingeweihte ihn kannten.&ldquo; (&Uuml;bersetzung von RW)<\/p><\/blockquote><p><strong>&raquo;Zur&uuml;ck auf Los!&laquo; unter der Pr&auml;sidentschaft Aquinos (2010-16)<\/strong><\/p><p>Erst unter der Regierung von Pr&auml;sident Benigno Aquino III. erfolgten Ma&szlig;nahmen, aus der festgefahrenen Situation herauszukommen. W&auml;hrend Aquinos Amtszeit wurden zwei Abkommen zwischen der nationalen Regierung und der MILF geschlossen: das <em>Rahmenabkommen &uuml;ber die Bangsamoro (FAB)<\/em>, das am 15. Oktober 2012 unterzeichnet wurde, und das <em>Umfassende Abkommen &uuml;ber die Bangsamoro (CAB) <\/em>vom 27. M&auml;rz 2014, das Pl&auml;ne zur Gr&uuml;ndung einer neuen autonomen Region enthielt. Im Jahr 2012 n&auml;mlich unterbreitete Aquino den Plan, eine neue autonome politische Einheit unter dem Namen <em>&raquo;Bangsamoro&laquo;<\/em> zu schaffen, welche die seiner Meinung nach als &raquo;gescheitertes Experiment&laquo; bezeichnete <em>Autonome Region in Muslim Mindanao (ARMM) <\/em>ersetzen sollte. Fortan wurde deshalb an dem Entwurf eines <em>Bangsamoro Basic Law (BBL)<\/em> gefeilt, der als Grundgesetz der neuen &raquo;Bangsamoro&laquo; dienen sollte.<\/p><p>Doch wie so h&auml;ufig in der Vergangenheit kam es auch diesmal zu der paradoxen Situation, dass die Zivilbev&ouml;lkerung buchst&auml;blich immer dann tiefer in Deckung gehen musste, je n&auml;her man einem euphorisch gefeierten Friedenschluss kam. Bevor das BBL beide Kammern des philippinischen Kongresses, des Repr&auml;sentantenhauses und des Senats, passieren konnte, sorgte eine fatale, letztlich fehlgeschlagene &raquo;Antiterror&laquo;-Aktion von Eliteeinheiten der Nationalpolizei (PNP), der Special Action Force (SAF), gegen bewaffnete MILF-Verb&auml;nde Ende Januar 2015 in dem Ort Mamasapano in Zentralmindanao f&uuml;r einen Eklat. Eigentlich h&auml;tte eine solche Aktion einer Vorabinformation beziehungsweise Absprache mit der MILF bedurft, wie das in vorausgegangenen Abkommen gegenseitig vereinbart worden war.<\/p><p>Doch unter dem Vorwand, den mit internationalem Haftbefehl gesuchten malaysischen &raquo;Terroristen&laquo; Zulkifli Abdhir, bekannt unter dem Decknamen &raquo;Marwan&laquo;, zu ergreifen, er&ouml;ffneten SAF-Mitglieder ohne Vorwarnung das Feuer auf gegnerische Stellungen. Im Zuge dieser Kampfhandlungen fanden 44 Elitepolizisten, &uuml;ber ein Dutzend MILF-K&auml;mpfer und Zivilisten den Tod. Politisch und diplomatisch hinterlie&szlig; diese Aktion einen Scherbenhaufen. Es mehrten sich Berichte, wonach Pr&auml;sident Aquino selbst f&uuml;r die gescheiterte SAF-Operation verantwortlich gemacht wurde. Demnach sollten er und ein kleiner Kreis ihm loyal ergebener Polizeioffiziere darauf spekuliert haben, durch die spektakul&auml;re &raquo;Ausschaltung Marwans&laquo; ihr internationales Ansehen im weltweiten &raquo;Kampf gegen den Terror(ismus)&laquo; aufzupolieren.<\/p><p>Stattdessen kochte medial gesch&uuml;rte Islamophobie erneut hoch und die bis dahin gemeinsam zwischen der MILF und Zentralregierung ausgehandelten Abkommen mit dem BBL als Kernst&uuml;ck wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Erst nach &raquo;Nachbesserungen&laquo; dieser Abkommen und neuerlichen Verhandlungen im Kongress setzte mit dem Aquino-Nachfolger, dem seit Sommer 2016 amtierenden Pr&auml;sidenten Rodrigo R. Duterte, Manilas neuer starker Mann am 26. Juli 2018 seine Unterschrift unter das zwischenzeitlich in <em>Bangsamoro Organic Law (BOL) [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/em> umbenannte Grundgesetz. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Schlie&szlig;lich stimmten in einem am 21. Januar und 6. Februar 2019 durchgef&uuml;hrten Plebiszit ann&auml;hernd drei Millionen registrierte Wahlberechtigte mehrheitlich f&uuml;r die Annahme des BOL und damit gleichzeitig auch f&uuml;r die neue <em>Bangsamoro Autonome Region in Muslim Mindanao (BARMM)<\/em>. Deren Territorium umfasst nunmehr die Provinzen Lanao del Sur, Maguindanao, Basilan, Sulu und Tawi-Tawi sowie die St&auml;dte Marawi, Lamitan und Cotabato und weitere 63 D&ouml;rfer in der Provinz Nordcotabato. Beide Seiten zeigten sich zufrieden &uuml;ber diese Entwicklung, wenngleich eine &uuml;berschw&auml;ngliche Stimmung eingedenk zahlreicher R&uuml;ckschl&auml;ge im Friedensprozess in der Region nicht aufkommen mochte.<\/p><p><strong>Finaler Aufbruch zu dauerhaftem Frieden?<\/strong><\/p><p>Mit der Ratifizierung des BOL begann der Prozess der Abschaffung der ARMM und deren &Uuml;berf&uuml;hrung in die BARMM mittels eines &Uuml;bergangsgremiums in Gestalt einer 80-k&ouml;pfigen <em>Bangsamoro Transition Authority (BTA). <\/em>Die Einweihung der BARMM und die Er&ouml;ffnungssitzung des Bangsamoro-Parlaments fanden am 29. M&auml;rz 2019 statt, die von dem damals 70-j&auml;hrigen Al-Hajj Murad Ebrahim als interimistischem Chefminister feierlich geleitet wurde. Pr&auml;sident Duterte bekundete bei der Gelegenheit den Wunsch, dass &raquo;wir nun endlich unseren gemeinsamen Traum erf&uuml;llen, einen jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt beizulegen und in der Region f&uuml;r Wachstum und Entwicklung zu sorgen&laquo;. Murad Ebrahim und Mohagher Iqbal, langj&auml;hriger Chefunterh&auml;ndler der MILF bei den Friedensverhandlungen mit Manila, zeigten sich ebenso zuversichtlich wie zur&uuml;ckhaltend. Beide bekr&auml;ftigten:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir k&ouml;nnen keinen Erfolg garantieren, doch wir werden uns daf&uuml;r in gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Art und Weise einsetzen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r Murad Ebrahim bedeutete das neue Amt eines Chefministers den H&ouml;hepunkt einer erstaunlichen Karriere. Als langj&auml;hriger BIAF-Kommandeur (der bewaffneten Einheiten der MILF) und schlie&szlig;lich MILF-Vorsitzender war er von einem landesweit einst bestgehassten und meistgesuchten Rebellen zum Chefpolitiker einer regionalen Autonomiebeh&ouml;rde mutiert, die sich nunmehr mit der vordringlichen Aufgabe konfrontiert sieht, Kombattanten in den eigenen Reihen vollst&auml;ndig zu demobilisieren und ihnen einen geschmeidigen &Uuml;bergang ins zivile Leben zu erm&ouml;glichen. Ein schwieriges Unterfangen, was dazu f&uuml;hrte, dass der urspr&uuml;nglich daf&uuml;r vorgesehene Zeitrahmen gesprengt wurde.<\/p><p>Eigentlich sollten die ersten ordentlichen Wahlen zur BARMM-Regierung zeitgleich mit den n&auml;chsten allgemeinen Pr&auml;sidentschafts-, Kongress- und Gouverneurswahlen am 9. Mai dieses Jahres zusammenfallen. Doch zwischenzeitlich bekundete die BTA, diesen Zeitplan nicht einhalten zu k&ouml;nnen, und pl&auml;dierte deshalb f&uuml;r einen Aufschub solcher Wahlen um weitere drei Jahre. Pr&auml;sident Duterte kam diesem Ansinnen seinerseits entgegen und unterzeichnete am 28. Oktober 2021 das Republikgesetz Nr. 11593, mit dem die ersten regul&auml;ren Parlamentswahlen in BARMM nunmehr auf 2025 verschoben wurden. BARMM-Chefminister Ebrahim, der bei seiner Ernennung durch den Pr&auml;sidenten gleichzeitig auch das Portfolio f&uuml;r &ouml;ffentliche Arbeiten und Schnellstra&szlig;en (DPWH) &uuml;bernommen hatte, gab diesen Posten zwischenzeitlich auf und avancierte im eigenen Kabinett stattdessen zum Ressortchef f&uuml;r Finanzen.<\/p><p><em>Im g&uuml;nstigsten Fall<\/em> er&ouml;ffnet das neue Zeitfenster die Chancen, &uuml;berhaupt erst so etwas wie ein sympathisierendes Milieu einer &raquo;Kultur des Friedens&laquo; zu schaffen. Dazu bedarf es eines m&ouml;glichst interdisziplin&auml;r zusammengesetzten Gremiums, das sich vorrangig der Aufgabe widmet, entsprechend aufbereitete neue Curricula auszuarbeiten und gezielt im Bildungs- und Ausbildungssektor einzusetzen. Wer beispielsweise noch heute (ob als Filipino oder ausl&auml;ndischer Besucher) aus Mindanao &ndash; schlimmer noch: aus Jolo &ndash; nach Manila kommt, wird dort mit manifesten Ressentiments unterschiedlichster Couleur konfrontiert, die seit Jahrzehnten systematisch in Medien, Schulb&uuml;chern sowie in Bereichen von Kunst und Kultur gesch&uuml;rt worden sind. &raquo;Moros&laquo; werden da als bemitleidenswert &raquo;hinterw&auml;ldlerisch&laquo; karikiert &ndash; von islamophoben Ausw&uuml;chsen ganz zu schweigen.<\/p><p>Da BARMM im Gegensatz zu ARMM eine gr&ouml;&szlig;ere Ressourcenallokation und Akquirierung eigener Finanzmittel garantiert, w&auml;ren diese Gelder vorrangig f&uuml;r solche Investitionen zu verwenden, welche die allgemeinen Lebens- und Arbeitsbedingungen in dieser langj&auml;hrig von bitterer Armut gepr&auml;gten Region signifikant verbesserten. Tr&uuml;ge allein dies dazu bei, die langj&auml;hrigen (auch und gerade milit&auml;risch ausgetragenen) Konflikte zu entsch&auml;rfen und politisch zu l&ouml;sen, k&ouml;nnte zudem tatkr&auml;ftig der Aufbau einer vielversprechenden &ouml;konomischen Regionalkooperation forciert werden, die bereits Mitte der 1990er Jahre in Form des <em>BIMP-EAGA<\/em> (Brunei-Indonesia-Malaysia-Philippines\/East Asian Growth Area) konzipiert worden war.<\/p><p><em>Schlimmstenfalls<\/em> ger&auml;t die neue &Uuml;bergangsregierung unter Ebrahim, so denn ihre Performance weit hinter hochgesteckten Erwartungen zur&uuml;ckbleiben sollte, ins R&auml;derwerk von &raquo;spoilers&laquo; (Spielverderbern), die gezielt gegen sie Front machen k&ouml;nnten. Zu solchen &raquo;spoilers&laquo; w&uuml;rden nicht nur externe Akteure z&auml;hlen (auf Macht und Pfr&uuml;nde bedachte Interessengruppen christlicher Siedler, Grundbesitzer, Gesch&auml;ftsleute, m&auml;chtiger Regionalpolitiker, die m&ouml;glicherweise untereinander in Clanfehden, sogenannten &raquo;rido&laquo;, verstrickt bleiben), sondern auch interne Rivalen mit eigener Agenda geh&ouml;ren. Das sind Personen und Gruppierungen, die nach wie vor am Konzept eines eigenst&auml;ndigen Moro-Staates festhalten und sowohl die MNLF als auch die MILF des &raquo;Kapitulationismus&laquo; zeihen. Dazu z&auml;hlen u.a. die von der MILF abgespaltene <em>Bangsamoro Islamic Freedom Movement (BIFM)<\/em> samt ihren Kombattanten der <em>Bangsamoro Islamic Freedom Fighters (BIFF),<\/em> kleinere Verb&auml;nde, die den Treueeid auf den <em>Islamischen Staat (IS)<\/em> geschworen haben, oder radikalisierte muslimische Jugendliche, die vor allem w&auml;hrend der f&uuml;nfmonatigen Belagerung und Zerst&ouml;rung der Islamischen City von Marawi in Zentralmindanao (vom 23. Mai bis zum 23. Oktober 2017) von sich reden machten. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Da die Wunden dieser b&uuml;rgerkriegs&auml;hnlichen Zust&auml;nde bis heute nicht vernarbt sind und sich gar die Anzeichen mehren, dass in dieser einst bl&uuml;henden und toleranten Stadt gegenseitigen Lehrens und Lernens die Streitkr&auml;fte auf Kosten der Zivilbev&ouml;lkerung die Kontrolle &uuml;bernehmen, ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass Marawi auf Dauer ein Konfliktpotenzial mit explosiver Sprengkraft birgt.<\/p><p>Titelbild: Acrylik Vectors\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] Die Informationen in diesem Beitrug basieren neben den angegebenen Quellen auf zahlreichen pers&ouml;nlichen Gespr&auml;chen und Interviews mit s&auml;mtlichen Protagonisten des Konflikts in Mindanao, Basilan und im Sulu-Archipel seit Mitte der 1970er Jahre. Der Autor war u.a. der letzte ausl&auml;ndische Besucher, den die F&uuml;hrung der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF) Mitte M&auml;rz 2000 in ihr Hauptquartier in Camp Abubakar eingeladen hatte, bevor die philippinischen Streitkr&auml;fte ihren Belagerungsring um das Camp immer enger zogen und Anfang Juli 2000 schlie&szlig;lich zur milit&auml;rischen Gro&szlig;offensive &uuml;bergingen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Ihre Amtszeit endete am 30. Juni 2010, nachdem aus den Pr&auml;sidentschaftswahlen in den Philippinen am 10. Mai 2010 Benigno &raquo;Noynoy&laquo; Simeon Aquino III. als Sieger und ihr Nachfolger hervorging.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Tats&auml;chlich wurden &ndash; zumindest auf der Insel Jolo, wo es der Autor Mitte Juni 2007 pers&ouml;nlich miterlebte &ndash; US-Spezialeinheiten (<em>U.S. Joint Special Operations Task Force Philippines<\/em>, kurz: JSOTFP) unter dem Kommando eines US-Oberst (seinerzeit William Coultrup) im Zusammenwirken mit philippinischen Marinebrigaden, Sondereinsatzkommandos der Nationalpolizei und Rangerverb&auml;nden sporadisch direkt in Kampfhandlungen involviert. Das geschah mittels Aufstellung Mobiler Trainingteams (MTT), kleiner beweglicher Einheiten, die in Kooperation mit &ouml;rtlichen Kr&auml;ften beim Aufbau b&uuml;rgernaher Projekte (z.B. Brunnenbau), bei der Durchf&uuml;hrung (zahn-)medizinischer Reihenuntersuchungen und psychologischer Kriegf&uuml;hrung behilflich waren, um &raquo;Herzen und Hirne der Bev&ouml;lkerung zu gewinnen&laquo;. Flankiert wurde all das mit &raquo;nicht-traditionellen Elementen&laquo;, worunter das Einbinden entwicklungspolitischer Organisationen und konservativer <em>think tanks<\/em> verstanden wurde. Jolo und Mindanao waren in der Region Hochburgen des Einsatzes solcher Institutionen und Organisationen wie der <em>United States Agency for International Development <\/em>(USAID), dem <em>U.S. Institute for Peace <\/em>(USIP), der <em>National Endowment for Democracy<\/em> und des <em>Peace Corps<\/em>, die auf je unterschiedliche Weise daf&uuml;r sorgten, selbst die entlegensten Orte gegen das &raquo;Einsickern von Aufst&auml;ndischen und Terroristen&laquo; zu feien. &ndash; Siehe hierzu u.a.: Bacani, Atty. Benedicto R. (2005): <em>The Mindanao Peace Talks: Another Opportunity to Resolve the Moro Conflict in the Philippines.<\/em> Washington, D.C.: United States Institute of Peace. USIP-Special Report No. 131. February<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Siehe hierzu: Alston, Philip (2007): <em>Press Statement &ndash; Professor Philip Alston, Special Rapporteur of the United Nations Human Rights Council on extrajudicial, summary or arbitrary executions<\/em>, Manila, February 21; Hilao-Enriquez, Marie (2007): <em>Statement to the Hearing of the Subcommittee for East Asian and Pacific Affairs, Senate Foreign Relations Committee of the 110<\/em><sup><em>th<\/em><\/sup><em> US Congress (led by Senator Barbara Boxer). <\/em>Presented by Marie Hilao-Enriquez, Secretary-General, KARAPATAN &ndash; Alliance for the Advancement of People&rsquo;s Rights in the Philippines. Washington, D.C., March 14 <em>&amp;<\/em> The Criminal Justice System of the Philippines is rotten &ndash; Special Report (2007), in: <em>article 2 of the International Covenant on Civil and Political Rights <\/em>6.1: 196. Published &amp; edited by the Asian Legal Resource Centre (ALRC) in conjunction with Human Rights SOLIDARITY, Hong Kong, February<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Siehe hierzu: Richardson, Michael (2004): <em>A Time Bomb for Global Trade: Maritime Related Terrorism in an Age of Weapons of Mass Destruction<\/em>. Singapore: Institute of Southeast Asian Studies Publications (ISEAS); Johnson, Derek\/Valencia, Mark J. (eds.) (2005): <em>Piracy in Southeast Asia: Status, Issues, and Responses<\/em>. Singapore: ISEAS; Ong-Webb, Graham Gerard (ed.) (2006): <em>Piracy, Maritime Terrorism, and Securing the Malacca Straits<\/em>. Singapore: ISEAS <em>&amp;<\/em> Severino, Rodolfo C.\/Salazar, Lorraine Carlos (eds.) (2007): <em>Whither the Philippines in the 21st Century? <\/em>Singapore: ISEAS<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Neben Malaysia geh&ouml;rten dem IMT auch Personal aus Libyen, Brunei und Japan an.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Zu diesem Themenkomplex siehe: <a href=\"https:\/\/www.forumzfd.de\/system\/files\/document\/forumZFD_Endless%20Violence%20in%20the%20Philippines.pdf\">forumZFD_Endless Violence in the Philippines *<\/a>; <a href=\"https:\/\/ir.canterbury.ac.nz\/bitstream\/handle\/10092\/13644\/Jovanie%20Espesor-Peacebuilding%20Philippines.pdf?sequence=3&amp;isAllowed=y\">Jovanie Espesor-Peacebuilding Philippines *<\/a> <em>&amp;<\/em> Majul, Cesar Adib (1973): <em>Muslims in the Philippines.<\/em> Quezon City: University of the Philippines Press &ndash; Bangsa Moro oder Bangsamoro (Letzteres wird in j&uuml;ngster Zeit h&auml;ufiger benutzt) kann sowohl &raquo;Volk der Moros&laquo; als auch &raquo;Nation der Moros&laquo; bedeuten.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/cnnphilippines.com\/news\/2018\/07\/24\/bangsamoro-organic-law-primer-everything-you-need-to-know-bbl.html\"><em>The Bangsamoro Organic Law: Everything you need to know \/ CNN Philippines *<\/em><\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bangsamoro_Organic_Law\"><em>Bangsamoro Organic Law &ndash; Wikipedia<\/em> *<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.lawphil.net\/statutes\/repacts\/ra2018\/ra_11054_2018.html\"><em>Republic Act No. 11054 *<\/em><\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Rainer Werning: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77049\"><em>Terror, den sie meinen oder Die Zerst&ouml;rung der einst bl&uuml;henden islamischen City of Marawi *<\/em><\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/ec7626ba4eaf4e7ca41288d7714c2ae1\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im S&uuml;den der Philippinen (vorrangig auf den Inseln Mindanao, Basilan und Jolo) widersetzte sich die vormals &uuml;berwiegend muslimische Bev&ouml;lkerung seit Mitte des 16. Jahrhunderts s&auml;mtlichen milit&auml;rischen Attacken und politischer Bevormundung seitens ausw&auml;rtiger (kolonialer) M&auml;chte &ndash; ob es sich nun um spanische Konquistadoren, US-amerikanische Imperialisten oder diverse philippinische Regierungen im fernen Manila handelte. Es war ein<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80228\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":80032,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,171],"tags":[3192,912,2183,2161,1564,3151,1971,2991,1556],"class_list":["post-80228","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-autonomie","tag-buergerkrieg","tag-duterte-rodrigo","tag-friedensabkommen","tag-krieg-gegen-den-terror","tag-nationale-minderheiten","tag-philippinen","tag-unabhaengigkeitsbewegungen","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/shutterstock_1218999781.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80228"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80233,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80228\/revisions\/80233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/80032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}