{"id":8025,"date":"2011-01-17T10:26:54","date_gmt":"2011-01-17T09:26:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8025"},"modified":"2019-07-25T11:27:52","modified_gmt":"2019-07-25T09:27:52","slug":"rezension-fritz-j-raddatz-tagebuecher-1982-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8025","title":{"rendered":"Rezension: Fritz J Raddatz: Tageb\u00fccher 1982-2001"},"content":{"rendered":"<p>Auf &uuml;ber 900 Seiten stellt Raddatz sich und sein Universum in einem Zeitrahmen von neunzehn Jahren vor: Seine Weggef&auml;hrten, Mitstreiter, Berufskollegen, Freunde und Nicht-Freunde; seine Aktivit&auml;ten, Reisen, Aufenthalte; seine Recherchen, Publikationen; sein Schaffen. Dabei sch&auml;len sich bestimmte Muster heraus: immer wiederkehrende Erfahrungen, Verhaltensdispositionen und Situationen, die f&uuml;r sein Leben typisch zu sein scheinen. Auf diese Muster m&ouml;chte ich mich beim Besprechen der Tageb&uuml;cher konzentrieren. Von Petra Frerichs<br>\n<!--more--><br>\n<strong><em>Immer unterwegs und immer t&auml;tig:<\/em><\/strong> Der Autor lebt in einem Hamburger Nobelviertel, und hat ein Haus auf Sylt; letzteres dient ihm als Refugium und Arbeitsst&auml;tte ineins. Das Pendeln zwischen der Gro&szlig;stadt und der Insel geh&ouml;rt eher zu seinem Alltag, als dass es unter Reisen zu verbuchen w&auml;re. Gleichwohl ist es ein erster Indikator f&uuml;r eine gewisse Ruhe- und Rastlosigkeit, die seinen Arbeits- und Lebensstil ausmachen. H&auml;lt er sich weder hier noch dort auf, ist er auf Reisen. Man hat den Eindruck, dass er das st&auml;ndig ist. Dadurch, dass er jeden Eintrag mit einer pr&auml;zisen Orts- und Hotelangabe versieht, kann man nachvollziehen, wo, wie oft und wie lange er gerade unterwegs ist: h&auml;ufig in Paris, Berlin, New York, London, Sydney &ndash; in den Metropolen der Welt, kann man sagen, aber auch in der deutschen Provinz, wenn auch ungern und unfreiwillig, nur, wenn dort etwa eine Lesung seiner Schriften, vor allem seiner literarischen Werke, stattfindet. Seine Aufenthalte sind fast immer arbeits- und zweckgebunden; er ist entweder auf Vortragsreise, f&uuml;hrt Interviews mit prominenten Kulturschaffenden, oder er recherchiert (etwa in S&uuml;damerika) Materialien f&uuml;r eine geplante Publikation (er schreibt stets und st&auml;ndig, entweder f&uuml;r die ZEIT, deren Redaktionsmitglied er nach seinem Rauswurf als Feuilletonchef noch ist, oder an einem sonst wie gearteten Essay, Buch\/Roman, Artikel, Script). Einmal nur ist von einer Urlaubsreise (nach S&uuml;dafrika) die Rede, und prompt erf&auml;hrt man, dass R. sich langweilt und unausgef&uuml;llt f&uuml;hlt. Wir haben es allem Anschein nach mit einem wahren Workaholic zu tun. <\/p><p><strong><em>Homosexualit&auml;t:<\/em><\/strong> Der Autor lebt relativ frei und offen, wenn auch dezent seine Homosexualit&auml;t aus. Er hat feste, langlebige Partnerschaften (erst mit Bernd, nach dessen Tod mit Gert), geht aber den Gelegenheiten von Zufallsliebschaften nicht aus dem Weg. Das &Auml;lterwerden f&auml;llt ihm schwer &ndash; schon mit Mitte F&uuml;nfzig beklagt er seinen vermeintlich einsetzenden k&ouml;rperlichen Verfall und spricht von Gedanken an Freitod. Um fit zu bleiben, geht er t&auml;glich (in erstklassigen Hotels) Schwimmen und macht Gymnastik. Er ist schwulentypisch eitel, legt h&ouml;chsten Wert auf seine k&ouml;rperliche Fitness und lebt sehr k&ouml;rperbetont.<\/p><p><strong><em>Extravaganter Lebensstil versus Kleinb&uuml;rgerlichkeit:<\/em><\/strong> Sofern er sein Domizil in einer der bereisten Metropolen selbst w&auml;hlen kann, sucht er sich stets die feinsten Hotels aus. Und umgekehrt: Wenn ihm vom Veranstalter ein Mittelklassehotel zugewiesen wird, ist er angewidert und beleidigt. Die Wahl von ersten Adressen ist kein Zufall: R. ist ein Dandy und lebt auf gro&szlig;em Fu&szlig;. Er f&auml;hrt einen 12 Zylinder Jaguar und einen Porsche Cabriolet; besitzt eine 7-Zimmer-Eigentumswohnung im vornehmsten Viertel Hamburgs und ein Haus in Kampen\/Sylt; trinkt gerne und oft erlesene Tropfen (Champagner, Rotweine etc.) und erfreut sich am Genuss von Austern, wie er &uuml;berhaupt gerne vorz&uuml;glich und fein isst; so bewirtet er auch seine G&auml;ste, wenn er ein Fest ausrichtet oder Besuch bekommt; er ist h&ouml;chst kultiviert auch in Fragen der Kleidung und der Einrichtung; sammelt Kostbarkeiten (Gem&auml;lde, Vasen, Porzellan etc.) und erfreut sich daran; findet alles Rustikale und Schlichte wie auch alles Falsche, Unechte und Vorget&auml;uschte entsetzlich. Sein Lebensstil ist also von Extravaganz und Noblesse auf der ganzen Linie durchdrungen. <\/p><p>Dennoch scheint sein Habitus im Kleinb&uuml;rgertum seine Wurzeln zu haben, und diese Klassen-&bdquo;Verhaftung&ldquo; ist ihm auch schmerzlich bewusst. Er schreibt von latenten Geldsorgen, seinem Hang zur Pfennigfuchserei, sozialen Abstiegs&auml;ngsten oder auch sp&auml;t erkannten Stilbr&uuml;chen etwa in der Einrichtung des Kampener Hauses, die ihn bedenklich stimmen: &bdquo;&hellip; finde ich alles &uuml;berladen und peinlich-kleinb&uuml;rgerlich&ldquo;. Und weiter hei&szlig;t es: &bdquo;Peinlich-kleinb&uuml;rgerlich finde ich vor allem mich selber und meine &sbquo;Kunst&rsquo;-Produktion. Da ist dann doch &ndash; selbst wenn&rsquo;s wie mit den Sonetten schiefgeht &ndash; Grass ne andere Kategorie;  und typischerweise ist er auch kraftvoller, weniger skrupul&ouml;s sich selbst gegen&uuml;ber (anderen sowieso) und von keinem Selbstzweifel geplagt.&ldquo; (501f.). R. verf&uuml;gt &uuml;ber kein stabiles Selbstbewusstsein; er ist &ndash; ganz im Unterschied zu Grass, mit dem er befreundet ist, und mit dem er sich hier in literarischen Produktionen vergleicht &ndash; von Selbstzweifeln geplagt. So ist es nicht verwunderlich, dass er immer wieder ein recht kritisches Selbstbild zeichnet. &bdquo;Entdecke mehr und mehr eine (neben VIELEN anderen) unangenehme Eigenschaft bei mir; wie aus lauter kleinen Kaleidoskop-Spiegelchen setze ich mir aus Lese-Bildern mein eigenes Portr&auml;t zurecht: Ich streiche, ob bei Cocteau oder Kleist, Stellen an, in denen ich MICH charakterisiert finde. Bei Cocteau seinen Seufzer, wie bekannt ER und wie unbekannt sein Werk ist. Bei Kleist, dass er sich nie an dem erfreuen k&ouml;nne, was IST, sondern nur an dem, was NICHT ist. Letzteres wirklich sehr charakteristisch f&uuml;r mich.&ldquo; (451) <\/p><p><strong><em>Kultiviertheit, Bildung, Bekanntheit versus mangelnde Anerkennung:<\/em><\/strong> R. ist ein kulturell hochgebildeter Mann. Er ist enorm belesen und verf&uuml;gt &uuml;ber ein solides kulturelles Wissen. Man kann ihn mit Fug und Recht einen Kenner nennen, der mit gro&szlig;er Sicherheit Stile und Stilrichtungen unterscheiden kann, dem die Weltliteratur vertraut ist und der &uuml;ber eine stattliche Bibliothek verf&uuml;gt. F&uuml;r den es fast zum Alltag geh&ouml;rt, ins Theater oder Konzert zu gehen, und der f&uuml;r bestimmte Auff&uuml;hrungen auch Flugreisen nicht scheut, sofern sie sich mit anderen Zwecken beruflicher Art verbinden lassen. Als Autor hat er &uuml;ber f&uuml;nfzig B&uuml;cher verfasst, abgesehen von zahllosen anderen Publikationsformen. Als ehemaliger Lektor des Rowohlt-Verlages (in seiner DDR-Zeit zuvor als Betreiber und Lektor des Verlags Volk und Welt) sowie als langj&auml;hriger Feuilleton-Chef der ZEIT und danach als deren freier Kulturredakteur hat er sich einen Namen gemacht und ist nicht nur im geistig-kulturellen Milieu und nicht nur in Deutschland bekannt wie ein bunter Hund. Als intimer Kenner des Verlagswesens, als Journalist, Feuilletonist, Essayist erf&auml;hrt er hinreichend Anerkennung, die er in seiner schwierigen Selbstwahrnehmung auch registriert. Hingegen als Romanschriftsteller &ndash; R. hat in den achtziger und neunziger Jahren eine Romantrilogie geschrieben &ndash; f&uuml;hlt er sich verkannt, nicht anerkannt, ignoriert, missachtet. Seiner kritischen Selbsteinsch&auml;tzung (&bdquo;Peinlich-kleinb&uuml;rgerlich finde ich vor allem mich selber und meine &sbquo;Kunst&rsquo;-Produktion.&ldquo;, s.o.) steht die Tragik seines Lebens und Schaffens zur Seite, speziell unter Schriftstellern <em>als Schriftsteller<\/em> nicht wahrgenommen zu werden. Es kommt ihm vor, als w&uuml;rde er nicht zugelassen im Club, als ignoriere man seine (schlie&szlig;lich bewiesene) Bef&auml;higung, auch literarisch anspruchsvoll schreiben zu k&ouml;nnen. <\/p><p><strong><em>Die Egomanie der Schriftsteller:<\/em><\/strong> Im Umkehrschluss zu seiner eigenen Bekanntheit kennt R. buchst&auml;blich Gott und die Welt. Er hat einen sehr gro&szlig;en Bekanntenkreis in der geistig-k&uuml;nstlerischen Elite, in Hamburg auch in der politischen Klasse, auch international, aber enge Freunde nur sehr wenige; dazu z&auml;hlen der Maler Paul Wunderlich, die Schriftsteller G&uuml;nter Grass, Peter R&uuml;hmkorf und vielleicht noch Rolf Hochhuth. Mit seinen vielen Personencharakterisierungen, Portraitierungen, Schilderungen von Begegnungen zeichnet er ein wahres Sittengem&auml;lde bundesdeutscher (und sp&auml;ter gesamtdeutscher) Verh&auml;ltnisse in Schriftsteller- und K&uuml;nstlerkreisen und in der kulturell sich ausdr&uuml;ckenden Oberklasse. Eine St&auml;rke seiner oft skurril anmutenden Portraits ist die szenische Darstellung: Er f&auml;ngt Situationen, Begegnungen, Telefonate, Treffen etc. dadurch besonders lebendig ein, dass er die beteiligten Akteure w&ouml;rtlich zitiert; es hat oft den Hauch von Vorf&uuml;hren, aber die Szenen sind auch, wenn es so war, wie er sie schildert, der Vorf&uuml;hrung wert, meist wegen ihrer L&auml;cherlichkeit oder Absurdit&auml;t, oft genug aber auch wegen der Entt&auml;uschung, die sie bei R. ausl&ouml;sen, und wegen der Verletzungen, die sie ihm zuf&uuml;gen. F&uuml;hrt man sich die zahllosen Portraits vor Augen, so sch&auml;len sich einige dominante Muster heraus: Jeder Schriftsteller grenzt sich von jedem anderen ab; jeder f&uuml;hlt sich missverstanden, verkannt, unterbewertet; jeder redet Dritten gegen&uuml;ber schlecht vom anderen, nur von Angesicht zu Angesicht wird sch&ouml;ngeredet und gew&uuml;rdigt &ndash; man k&ouml;nnte vom Reden mit mindestens zwei Zungen sprechen; Egomanie scheint der Wesenszug von Schriftstellern schlechthin zu sein, Mitgef&uuml;hl, Einf&uuml;hlung, wirkliches Interesse am anderen, auch nur Zuh&ouml;renk&ouml;nnen Fehlanzeige; alles dient der Selbstdarstellung und Selbstinszenierung; Geltungssucht, intellektuelle Eitelkeit, die Sucht nach Ruhm und Lobpreisung sind an der Tagesordnung. Die wenigen Freunde, die R. hat, bilden hier eher die Ausnahme, obwohl eigentlich nur Wunderlich ganz frei ist von diesen Attit&uuml;den, All&uuml;ren und Verhaltensmustern. Man m&ouml;chte vermuten, es handele sich bei der Egomanie um eine Art Schriftstellerkrankheit. <\/p><p><strong><em>Instrumentalisierung:<\/em><\/strong> Wenn dem so ist, wie R. es beschreibt, dann ist es kaum verwunderlich, dass auch R. selbst ein empfindliches Anerkennungsproblem hat. Wie schon gesagt, f&uuml;hlt er sich als Schriftsteller nicht (hinreichend) anerkannt, und damit nicht genug: Er f&uuml;hlt sich von den allermeisten seiner Bekannten auch instrumentalisiert, ausgenutzt, benutzt &ndash; ob (fr&uuml;her) als Feuilletonchef oder als ZEIT-Redakteur mit weitverzweigten Beziehungen zu allen m&ouml;glichen Kultureinrichtungen und namhaften Pers&ouml;nlichkeiten im kulturellen Feld oder als Insider in Verlagsdingen. Sein kulturelles und soziales Kapital (Bourdieu) wird gerne angezapft oder beliehen, er ist f&uuml;r die anderen der T&uuml;r&ouml;ffner &ndash; doch was bekommt er zur&uuml;ck? Wie er schreibt, noch nicht einmal ein offenes Ohr f&uuml;r seine Befindlichkeiten und Probleme, geschweige denn Anerkennung als Schriftsteller oder Anerkennung seiner Leistungen, seines Einsatzes f&uuml;r andere. Dies scheint die Grundproblematik von R. zu sein, ein Widerspruch, ein Dilemma, aus dem er keinen Ausweg wei&szlig;: Er ist auf die anderen angewiesen, kann ihnen aber nicht trauen, da er stets und st&auml;ndig egoistische Interessen walten sehen muss. Er steht nicht &uuml;ber den Dingen, hat ein zu geringes Selbstbewusstsein und Selbstwertgef&uuml;hl, um sich von der ausbleibenden Anerkennung der anderen frei zu machen, und verf&auml;llt so von einer Entt&auml;uschung und die andere. <\/p><p><strong><em>Reflexionen &uuml;bers Tagebuchschreiben:<\/em><\/strong> R. beginnt sein Buch mit einer kritischen Bewertung aus dem Jahr 1982. &bdquo;Es schien mir immer eine indiskrete, voyeurhafte Angelegenheit, eine monologische auch&hellip;&ldquo; (9) Damit erkl&auml;rt er seine jahrelange Distanz zum Tagebuchschreiben. Und wenn er es von da an doch wieder tut (er nennt zwei Veranlassungen, n&auml;mlich den Tod Peter Weiss&rsquo; und eine Einladung von Adolf Muschg zur Lesung aus seiner Romantrilogie), so kann man annehmen, dass er sich nach Kr&auml;ften darum bem&uuml;ht, nicht &bdquo;indiskret&ldquo;, nicht &bdquo;voyeurhaft&ldquo; und auch nicht &bdquo;monologisch&ldquo; zu verfahren. Vom Ende des Buchs her gesehen ist ihm besagtes Sittengem&auml;lde (s.o.) gelungen, das einen tiefen Einblick in die Kulturszene der achtziger und neunziger Jahre, in die Mechanismen der kulturellen Reproduktion unserer Gesellschaft und in ihre Protagonisten gew&auml;hrt, auch wenn es nicht ganz ohne Voyeurismus und Indiskretion auskommt. Ein bisschen Klatsch muss schlie&szlig;lich sein. Aber es ist viel mehr als Klatsch dabei herausgekommen:<br>\n<em>&bdquo;Richtig interessant nur der &sbquo;Rabe&rsquo; (ein fr&uuml;herer Geliebter von R.) mit z.B. meinen und R&uuml;hmkorfs (ganz exzellenten) Tagebuch-Exzerpten. Obwohl: Dass wir uns nun immer alle noch n&auml;chtens oder sp&auml;testens am n&auml;chsten Morgen per Tagebuch aufspie&szlig;en wie Schmetterlinge und unter dem Glas-Sturz b&ouml;sartig-lauernder Eitelkeit fixieren &ndash; hat ja auch was Komisches. Wie verhalten sich Leute &ndash; etwa R&uuml;hmi und ich demn&auml;chst bei Grass&rsquo; 65. &ndash; zueinander, die wissen, sie werden sich gegenseitig bannen? Ich f&uuml;rchte, zum Schlu&szlig; leben wir nicht mehr wirklich (jedenfalls nicht &sbquo;normal&rsquo;), sondern als T&auml;ter und Spieler einer Rolle, die wir so oder anders fixiert sehen wollen.<br>\nIn gewisser Weise war meine jahrzehntelange Scheu, fast Keuschheit gegen&uuml;ber diesem Voyeurismus anst&auml;ndiger. Schade dennoch &ndash; weil Hunderte von skurrilen Portraits ungeschrieben blieben.&ldquo;<\/em> Und er erw&auml;hnt dann Namen wie Bachmann, Bernhard, Henze, Henry Miller, Genet, Johnson, Kaiser, Kuby, Koeppen, Hundertwasser &ndash; mit allen hatte er nicht nur zu tun, sondern die verr&uuml;cktesten Begegnungen, alle h&auml;tte er &ndash; wie hier im Tagebuch geschehen &ndash; szenisch portraitieren k&ouml;nnen. <em>&bdquo;H&auml;tte. Ich fand&rsquo;s damals unredlich. Und w&uuml;sste auf die Frage, warum ich das jetzt und seit Jahren nicht mehr finde, keine redlich Antwort. Es sei denn die der Monologisierung unserer Welt. Jeder spricht nur noch mit seinem Spiegel. Das ist der letzte Partner geworden.&ldquo;<\/em> (454f.) Ein ern&uuml;chterndes Res&uuml;mee eines Mannes, der noch Skrupel hat und dar&uuml;ber reflektiert, was er tut. Ein Weltb&uuml;rger mit kleinb&uuml;rgerlichen Eigenschaften, einer, der den Luxus liebt und die Sch&ouml;nheit, ein &Auml;sthet, ein Multitalent, ein Vielarbeiter, der um Anerkennung k&auml;mpft, ein Redlicher, ein Schwuler von Rang, ein Kulturschaffender mit unz&auml;hligen Bekannten und doch ein einsamer Wolf. <\/p><p>Fritz J. Raddatz, Tageb&uuml;cher 1982 &ndash; 2001,  Rowohlt Verlag, September 2010, 944 Seiten, 34,95 Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf &uuml;ber 900 Seiten stellt Raddatz sich und sein Universum in einem Zeitrahmen von neunzehn Jahren vor: Seine Weggef&auml;hrten, Mitstreiter, Berufskollegen, Freunde und Nicht-Freunde; seine Aktivit&auml;ten, Reisen, Aufenthalte; seine Recherchen, Publikationen; sein Schaffen. Dabei sch&auml;len sich bestimmte Muster heraus: immer wiederkehrende Erfahrungen, Verhaltensdispositionen und Situationen, die f&uuml;r sein Leben typisch zu sein scheinen. Auf diese<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8025\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[208],"tags":[447,932,457],"class_list":["post-8025","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rezensionen","tag-grass-guenter","tag-raddatz-fritz-j","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8025"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53678,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8025\/revisions\/53678"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}