{"id":80328,"date":"2022-02-01T12:13:27","date_gmt":"2022-02-01T11:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80328"},"modified":"2022-02-01T20:18:01","modified_gmt":"2022-02-01T19:18:01","slug":"einen-drohenden-atom-krieg-in-europa-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80328","title":{"rendered":"Einen drohenden (Atom-)Krieg in Europa verhindern!"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;<strong>Gemeinsame Sicherheit&ldquo; als Strategie f&uuml;r eine Deeskalation des Konflikts mit Russland: Diplomatie als Grundlage der Konfliktl&ouml;sung. <\/strong>Es besteht die akute Gefahr eines konventionellen Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Es ist von einem l&auml;ngeren Kriegsszenario auszugehen, das tausende Menschenleben vor allem unter der Zivilbev&ouml;lkerung kosten w&uuml;rde und unvorstellbares menschliches Leid zur Folge h&auml;tte. Es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass der konventionelle Krieg einen Fl&auml;chenbrand ausl&ouml;sen k&ouml;nnte: Hochger&uuml;stete Atomwaffenstaaten w&auml;ren in den Konflikt eingebunden &ndash; mit dem unkalkulierbaren Risiko eines Atomkrieges! Von <strong>Rolf Bader<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7041\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-80328-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=80328-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220201-Einen-drohenden-Atomkrieg-in-Europa-verhindern-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die bedrohliche Konfrontation und unmittelbare Gefahr eines Krieges in Europa k&ouml;nnen nur &uuml;ber eine Diplomatie, die auf Empathie setzt, entsch&auml;rft werden. Wir sehen auch die NATO und die USA in der Verantwortung, ihre teils kompromisslose Position gegen&uuml;ber Russland grundlegend zu &uuml;berdenken und auf eine Diplomatie der &bdquo;Gemeinsamen Sicherheit&ldquo; zu setzen. Diese besteht aus vier elementaren Bausteinen:<\/p><ul>\n<li><strong>der diplomatischen Empathie: Sie umfasst die F&auml;higkeit, sich in die Situation des Gegen&uuml;bers hineinversetzen zu k&ouml;nnen, um dessen Erwartungshaltung und Position verstehen zu lernen,<\/strong><\/li>\n<li><strong>der Kompromissf&auml;higkeit und Bereitschaft, eine Win-Win-Situation zwischen den Konfliktparteien anzustreben,<\/strong><\/li>\n<li><strong>dem Respekt und der Wertsch&auml;tzung als diplomatische Grundhaltung gegen&uuml;ber dem Konfliktpartner,<\/strong><\/li>\n<li><strong>der Definition und Festlegung eigener Interessen und der Verhandlungsziele.<\/strong><\/li>\n<\/ul><p>Wenn man die vier Bausteine auf die aktuelle konfrontative Situation zwischen Westeuropa und den USA auf der einen und Russland auf der anderen Seite projiziert, so ist Folgendes zu konstatieren: Weder ist seitens des Westens eine klar definierte Verhandlungsposition mit Zielperspektiven erkennbar, geschweige denn eine diplomatische Empathie <strong>oder Bereitschaft, eine Win-Win-Situation anzustreben,<\/strong> auszumachen. Hier sind fundamentale Defizite zu konstatieren, die ein f&uuml;r beide Seiten tragf&auml;higes Verhandlungsergebnis so gut wie ausschlie&szlig;en.<\/p><p>Deshalb gilt es, folgende Schritte der Deeskalation zu ber&uuml;cksichtigen:<\/p><ol>\n<li><strong>Diplomatische Empathie<\/strong>\n<p>Sich in die geostrategische Lage Russlands hineinversetzen zu k&ouml;nnen, ist unabdingbar f&uuml;r die Festlegung der eigenen Verhandlungsposition. Die Aufl&ouml;sung des Warschauer Paktes 1991 und der damit verbundene Abzug der russischen Truppen aus Osteuropa unter Gorbatschows Regentschaft markiert einen historischen Wendepunkt, der die geostrategische Lage Russlands erheblich schw&auml;chte. Der Verlust hegemonialer Machtpositionen in Europa wird in Russland, besonders von Russlands Pr&auml;sident Wladimir Putin, als schwere politische Fehlentscheidung Gorbatschows beurteilt. Die Aufnahme von 14 ehemaligen Staaten des Ostblocks in die NATO (1999: Polen, Ungarn, Tschechien; 2004: Litauen, Lettland, Estland, Bulgarien, Rum&auml;nien, Slowakei, Slowenien; 2009: Albanien, Kroatien; 2017 Montenegro; 2020: Nord-Mazedonien), die so ihren strategischen Einflussbereich bis an die Grenze Russlands ausdehnen konnte, tangiert den russischen Nationalstolz. F&uuml;r den Machtpolitiker Putin ist das ein geostrategischer Verlust, der das Verh&auml;ltnis zum Westen dauerhaft belastet. &bdquo;Die Erweiterung der NATO ersch&uuml;tterte die Grundlagen der europ&auml;ischen Ordnung, die mit der Schlussakte von Helsinki 1975 festgelegt worden waren. Es war eine Wende um 180 Grad, weg von der Strategie, die die europ&auml;ischen Staaten zur Beendigung des Kalten Krieges ausgearbeitet hatten&ldquo;, so Michail Gorbatschow (aus: &bdquo;Das neue Russland&ldquo;, Seite 372, Quadriga 2015). &bdquo;Diese Verlagerung des sowjetischen und russischen Einflussbereichs um rund 2000 Kilometer nach Osten stellt zusammen mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten die gr&ouml;&szlig;te Machtverschiebung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dar&ldquo;, so Prof. Wemer. Herwig Roggemann vom Osteuropa-Institut der Freien Universit&auml;t Berlin (aus: &bdquo;Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen&ldquo;, Seite 147, Westend Verlag 2018).<\/p>\n<p>Die &Ouml;ffnung der Ukraine Richtung Westen verbunden mit einer bef&uuml;rchteten Aufnahme in die NATO wird Putin mit aller Macht zu verhindern suchen. Die Destabilisierung der Ostukraine, die Annexion der Krim und der Aufmarsch mit &uuml;ber 100 000 Soldaten in Grenzn&auml;he belegen Putins geostrategische Zielrichtung. Der Erhalt des Marinest&uuml;tzpunkts Sewastopol muss aus russischer Sicht f&uuml;r die maritime Kontrolle der ganzen Region gew&auml;hrleistet bleiben.<\/p>\n<p>Schon allein diese kurze empathische Darstellung russischer Sicherheitsinteressen verdeutlicht, warum Wladimir Putin aus der Sicht des Westens kompromisslos agiert.<\/p><\/li>\n<li><strong>Respektvoller und wertsch&auml;tzender Umgang<\/strong>\n<p>Jede Form der Blo&szlig;stellung oder Isolation des Verhandlungspartners ist f&uuml;r den Fortgang eines diplomatischen Prozesses kontraproduktiv. Hartn&auml;ckiges Verhandeln ist zul&auml;ssig, ja sogar geboten, muss aber getragen sein von gegenseitigem Respekt und der Achtung der Person.<\/p><\/li>\n<li><strong>Kompromissf&auml;higkeit und Bereitschaft zu einem Win-Win-Ergebnis<\/strong>\n<p>Die Bereitschaft des Westens, mit Russland eine W<strong>in-Win-Situation <\/strong>anzustreben, ist der Schl&uuml;ssel f&uuml;r eine L&ouml;sung des Ukraine-Konflikts. Wie k&ouml;nnte ein solches Ergebnis zwischen beiden Konfliktparteien aussehen:<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Annexion der Krim<\/strong><\/li>\n<p>Die westliche Auffassung bez&uuml;glich des V&ouml;lkerrechtsversto&szlig;es bleibt bestehen, aber Russland wird deutlich gemacht, dass der eingetretene Zustand als derzeit unab&auml;nderlich toleriert wird.<\/p><\/ol><\/li>\n<li><strong>Keine Aufnahme der Ukraine in die NATO &ndash; keine Stationierung von Raketenabwehrsystemen in ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes<\/strong>\n<p>Der Westen erkl&auml;rt gegen&uuml;ber Russland einseitige Sicherheitsgarantien: Weder die Ukraine noch andere Staaten in der Gro&szlig;region werden in die NATO aufgenommen. Dar&uuml;ber hinaus versichert die NATO vertraglich, keine ballistischen Abwehrsysteme in grenznahen Staaten zu Russland zu stationieren. Russlands elementares Sicherheitsbed&uuml;rfnis wird dadurch gew&auml;hrleistet und einer Destabilisierung des globalen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses entgegengewirkt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Status der Ukraine<\/strong>\n<p>Nat&uuml;rlich ist die Ukraine ein eigenst&auml;ndiger souver&auml;ner Staat, der aber in seiner fragilen innenpolitischen Situation und der machtpolitischen West-Ost-Konfrontation zerrieben zu werden droht. Deshalb muss der Westen bereit sein, auf einen friedensf&ouml;rdernden Entwicklungsprozess einzuschwenken. Die Ukraine ist nur &uuml;berlebensf&auml;hig, wenn sie sich innerstaatlich zu einer bundesstaatlichen F&ouml;deration mit autonomen Regionen entwickeln kann. Zwischenstaatlich muss ein neutraler und blockfreier Status erhalten bleiben, der der Ukraine Assoziierungen sowohl mit Russland als auch der EU erm&ouml;glichen k&ouml;nnte. Der Westen muss seine Position auf einen neutralen Status der Ukraine festschreiben, um dem verst&auml;ndlichen russischen Sicherheitsbed&uuml;rfnis angemessen Rechnung tragen zu k&ouml;nnen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Verzicht auf Sanktionen<\/strong>\n<p>Die Sanktionen der EU und der USA destabilisieren Russland. Sie tragen dazu bei, dass die Position Wladimir Putins innenpolitisch noch gest&auml;rkt wird. Deshalb sollte der Westen auf die Androhung von Sanktionen verzichten.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Das Gesamtergebnis dieser beschriebenen Verhandlungsstrategie bildet eine Win-Win-Situation ab, die auch Russland als gleichwertigen Konfliktpartner akzeptiert und Wladimir Putin die Chance der Gesichtswahrung erm&ouml;glicht.<\/strong><\/p><\/li>\n<\/ol><li><strong>Verhandlungsposition und Interessenlage des Westens<\/strong>\n<p>Aus den bisherigen Ausf&uuml;hrungen l&auml;sst sich die Interessenlage der westlichen Staaten weitgehend ableiten:<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verhinderung eines globalen (Atom-)Krieges<\/strong>\n<p><strong>Dieses Ziel ist von existentieller Bedeutung f&uuml;r Europa und weltweit. Alle Bem&uuml;hungen m&uuml;ssen darauf ausgerichtet sein, einen Krieg zwischen den Atomm&auml;chten zu verhindern. Lokale Brandherde d&uuml;rfen nicht eskalieren und zu Kurzschlussreaktionen f&uuml;hren. Die latente Gefahr eines Atomkrieges ist weit aus dem diplomatischen Blickwinkel verdr&auml;ngt worden. Das Bewusstsein dieser existentiellen Gefahr fordert diplomatische Verhandlungen vergleichbar mit einem Schlichtungsprozess: An einem neutralen Ort (z.B. in der Schweiz) m&uuml;sste so lange verhandelt werden, bis ein friedensf&ouml;rderndes Ergebnis im Sinne einer Win-Win-Situation erzielt wird.<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>R&uuml;ckzug der russischen Truppenkontingente<\/strong>\n<p>Ein wichtiges Verhandlungsergebnis in dem Schlichtungsprozess muss der R&uuml;ckzug der russischen Truppenkontingente in Grenzn&auml;he zur Ukraine sein. Diese als nachvollziehbare Bedrohung und latente Kriegsgefahr empfundene Massierung konventioneller milit&auml;rischer Kr&auml;fte muss durch eine r&uuml;ckw&auml;rtige Entflechtung wesentlich entsch&auml;rft werden. <\/p><\/li>\n<li><strong>Ressourcenabh&auml;ngigkeit des Westens<\/strong>\n<p>Die Abh&auml;ngigkeit des Westens von Rohstoffen und Energie fordert ein dauerhaft partnerschaftliches Verh&auml;ltnis zu Russland aufrecht zu erhalten. Allein dieses Faktum macht Russland zu einem wichtigen Handelspartner der EU. Stabilit&auml;t in den Au&szlig;enbeziehungen muss auch zuk&uuml;nftig gewahrt bleiben. Es muss das Ziel der EU sein, ein Abdriften Russlands in den ost- und s&uuml;dasiatischen Raum zu verhindern.<\/p>\n<\/li><li><strong>Entsch&auml;rfung des Ukraine-Konflikts<\/strong>\n<p>Wie geschildert, sollte Europa den neutralen und blockfreien Status der Ukraine wieder bef&ouml;rdern und die verantwortlichen Politiker in Kiew darin best&auml;rken, einen Bundesstaat anzustreben.<\/p><\/li>\n<li><strong>Klimaziele machen den Verzicht auf die Option eines Krieges und die Konversion der R&uuml;stungsindustrie erforderlich<\/strong>\n<p>Die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung der menschlichen Zukunft besteht neben den Zerst&ouml;rungen durch einen Atomkrieg in den unumkehrbaren Folgen des Klimawandels, wenn wir das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimavertrages nicht erreichen.<\/p>\n<p>Unverst&auml;ndlicherweise werden Kriege und die Folgen der milit&auml;rischen Aufr&uuml;stung weltweit als Herausforderungen f&uuml;r den politisch erforderlichen Wandel, der f&uuml;r die Erreichung der Klimaziele unabdingbar ist, gar nicht erw&auml;hnt und sind daher im globalen gesellschaftlichen Bewusstsein auch noch nicht verankert. Nach einer Studie der University of Boston errechnet die Autorin Neta C. Crawford einen j&auml;hrlichen Gesamtaussto&szlig; des US-Milit&auml;rs einschlie&szlig;lich der Produktionsg&uuml;ter von 340 Mio. Tonnen CO&sup2;. Das entspricht 15 % der gesamten industriellen Treibhausgasemissionen der USA &ndash; und die R&uuml;stungsindustrie schafft mit der Produktion und dem Verkauf ihrer Waffen erst die Voraussetzungen f&uuml;r diese dramatischen Folgen. <\/p>\n<p>Es muss daher im Interesse aller L&auml;nder, die &uuml;ber eine R&uuml;stungsindustrie verf&uuml;gen, liegen, die Produktion kriegstauglicher G&uuml;ter zu beenden und eine Strategie zur umfassenden Konversion dieses Industriezweiges zu entwickeln, um die so freiwerdenden enormen finanziellen Ressourcen in technologische Innovationen zur Beherrschung des Klimawandels umzuschichten und gleichzeitig dadurch die hoch spezialisierten Produktionsst&auml;tten und die daran gebundenen Arbeitspl&auml;tze zu erhalten. Es gibt weltweit schon viele Beispiele, die diesen Prozess erfolgreich und gewinnbringend gemeistert haben.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Fazit: So l&auml;sst sich ein zielf&uuml;hrendes Konzept beschreiben, das zu einer L&ouml;sung des NATO-Russland-Konflikts beitragen k&ouml;nnte und gleichzeitig den Interessen und Herausforderungen auch der westlichen L&auml;nder dienen w&uuml;rde.<\/strong>\n<\/p><\/li><p><strong>Eine neue Friedensordnung f&uuml;r Europa<\/strong><\/p><p>Auf dem Sondergipfel der Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) wurde am 21. November 1990 die <strong>Charta von Paris<\/strong> verabschiedet und unterzeichnet. Das Ziel des Dokuments war und ist die Schaffung einer neuen Friedensordnung in Europa nach dem Ende des Kalten Krieges und der Teilung Europas. Diese Charta gilt es, wiederzubeleben und mit diplomatischem Geschick zu unterf&uuml;ttern. Das Fundament und das Dach der neuen Friedensordnung f&uuml;r Europa bildet die <strong>Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE),<\/strong> die aus der ehemaligen KSZE hervorging. Sie ist leider seit 1995 wegen der Dominanz der NATO als ein im &bdquo;D&auml;mmerschlaf&ldquo; befindliches Gebilde weitgehend unwirksam geworden. Mit einer Wiederbelebung der OSZE lie&szlig;e sich eine dauerhafte Friedensordnung f&uuml;r Europa einrichten. Das Fundament bildet das Konzept der <strong>&bdquo;Gemeinsamen Sicherheit der Palme-Kommission von 1982<\/strong>, das der Ausgangspunkt f&uuml;r die erfolgreiche Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr war.<\/p><p><strong>OSZE anstelle der NATO<\/strong><\/p><p>Ein souver&auml;nes Europa unter enger partnerschaftlicher Einbindung Russlands lie&szlig;e sich nur mit einer schrittweisen Aufl&ouml;sung der NATO realisieren. Die Beziehung zu den USA bliebe zwar ein stabiler Faktor, w&uuml;rde aber vor allem in seiner milit&auml;rstrategischen Dominanz wesentlich zur&uuml;ckgefahren. Die NATO aufzul&ouml;sen, mag utopisch anmuten. In Anlehnung an das Ende des Warschauer Paktes erscheint ein solcher Schritt l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig und friedenspolitisch geboten. Dieser Prozess kann nur gelingen, wenn die Dominanz und Vormachtstellung der NATO kontinuierlich zur&uuml;ckgefahren wird. <\/p><p><strong>Das Ziel muss sein, unter Einbindung Russlands innerhalb der OSZE (oder einer zuk&uuml;nftigen, der OSZE vergleichbaren Organisation) eine Sicherheitspartnerschaft aufzubauen, aus der eine neue Friedensordnung in und f&uuml;r Europa &ndash; entsprechend der Charta von Paris &ndash; entstehen kann. <\/strong>Diese Vision ist aus der &Uuml;berzeugung herausgewachsen, dass ein Krieg die Lebensgrundlagen in Europa zerst&ouml;rt und ein Atomkrieg alles Leben auf der Erde ausl&ouml;schen wird. \n\n<\/p><p>Titelbild: Razvan Ionut Dragomirescu\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Rolf Bader<\/strong> ist ehem. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Internationalen &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges \/ &Auml;rzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;<strong>Gemeinsame Sicherheit&ldquo; als Strategie f&uuml;r eine Deeskalation des Konflikts mit Russland: Diplomatie als Grundlage der Konfliktl&ouml;sung. <\/strong>Es besteht die akute Gefahr eines konventionellen Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Es ist von einem l&auml;ngeren Kriegsszenario auszugehen, das tausende Menschenleben vor allem unter der Zivilbev&ouml;lkerung kosten w&uuml;rde und unvorstellbares menschliches Leid zur Folge h&auml;tte. 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