{"id":80395,"date":"2022-02-03T09:32:13","date_gmt":"2022-02-03T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80395"},"modified":"2022-02-03T17:17:16","modified_gmt":"2022-02-03T16:17:16","slug":"spotify-und-co-die-streaming-oekonomie-forciert-das-elend-der-kleinen-kuenstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80395","title":{"rendered":"Spotify und Co. &#8211; die Streaming-\u00d6konomie forciert das Elend der kleinen K\u00fcnstler"},"content":{"rendered":"<p>Drohte der Musikbranche noch vor zwanzig Jahren durch CD-Brenner und MP3s der Ruin, feiert man heute Jahr f&uuml;r Jahr Rekordums&auml;tze. Zwei Drittel der Ums&auml;tze werden dabei durch kommerzielle Audio-Streaming-Dienste erzielt. Doch nur weil sich mit Musik mehr Geld machen l&auml;sst als je zuvor, hei&szlig;t das nicht, dass dieses Geld auch bei den K&uuml;nstlern ankommt. Wenn Sie einen Song bei Spotify abspielen, bekommt der Rechteinhaber daf&uuml;r l&auml;cherliche 0,003 Euro, wovon die K&uuml;nstler selbst nur einen kleinen Teil bekommen. In Zeiten von Corona ist dies f&uuml;r viele Musiker der Todessto&szlig;. Das Oligopol der Plattformen sorgt nicht nur f&uuml;r Umverteilung von den kleinen (armen) zu den gro&szlig;en (reichen) K&uuml;nstlern, sondern setzt auch k&uuml;nstlerisch fragw&uuml;rdige Anreize. Von <strong>Jens Berger<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6252\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-80395-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=80395-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220203_Spotify_und_Co_die_Streaming_Oekonomie_forciert_das_Elend_der_kleinen_Kuenstler_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Noch nie wurde mit Musik so viel umgesetzt. Der Branchenprimus Spotify konnte zum Ende des letzten Quartals 172 Millionen zahlende Abonnenten und 381 Millionen nicht-zahlende Nutzer vermelden, mit denen der Streaming-Dienst &uuml;ber Werbejingles einen kleineren Teil seiner Einnahmen generiert. Im letzten Quartal nahm Spotify insgesamt stolze 2,5 Milliarden Euro ein, hochgerechnet auf ein Jahr entspricht dies der Summe von 10 Milliarden Euro. Das ist sehr viel Geld. Doch wer bekommt eigentlich die Einnahmen? <\/p><p>Dazu ein Rechenbeispiel. Ich bin Abonnent und zahle jeden Monat 10 Euro f&uuml;r den Dienst. Von diesen 10 Euro gehen erst einmal Steuern und Transaktionskosten (z.B. an die Bezahlplattform PayPal) ab. Grob gesch&auml;tzt kommen bei Spotify also 7,50 Euro an. Davon kassiert der Dienst ein Drittel f&uuml;r sich selbst und sch&uuml;ttet zwei Drittel an die Rechteinhaber aus. Diese Aussch&uuml;ttung erfolgt nach einem ganz einfachen Motto &ndash; s&auml;mtliche Gelder zur Aussch&uuml;ttung werden in einen Topf geworfen und der Summe aller Streams im gleichen Zeitraum gegen&uuml;bergestellt. Ein Song, der 1% der Streams ausmacht, bekommt also 1% der Summe aus dem Topf. Klingt gerecht? Ist es aber nicht. Dazu weiter im Rechenbeispiel.<\/p><p>Wenn ich als etwas &auml;lterer Mann, der voll f&uuml;r den Dienst zahlt, hin und wieder mal einen Song h&ouml;re, komme ich auf vielleicht 100 Abrufe pro Monat. Spitzen wir es mal zu und unterstellen, ich h&auml;tte im letzten Monat 100 Songs von einer kleinen Alternative-Band geh&ouml;rt, deren Fan ich bin. Eigentlich sollte diese Band doch dann f&uuml;nf Euro (zwei Drittel von 7,50 Euro, die von meinem Abo im Topf landen) bekommen. Doch das verhindert &ndash; rein hypothetisch versteht sich &ndash; mein Sohn. Der ist jung, braucht jeden Euro, und h&ouml;rt Spotify als nicht zahlender Kunde mit Werbeunterbrechungen. Er h&ouml;rt jedoch auch viel mehr Musik als ich. Sagen wir mal, er kommt am Tag auf 50 Songs, also 1.500 pro Monat. Und &ndash; abermals rein hypothetisch[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] &ndash; er h&ouml;rt nicht wie ich Musik einer kleinen Alternative-Band, sondern nur die Gassenhauer des deutschen Rappers und Megastars Capital Bra. Im Topf sind immer noch nur meine 7,50 Euro, die verteilen sich jetzt aber auf 1.600 Abrufe, von denen meine geliebte kleine Band mit 100 Abrufen nur 6,25% bekommt. Die Alternative-Band &ndash; bzw. deren Musikverlag &ndash; bekommen am Ende also nur 47 Cent und der Rapper Capital Bra bekommt stolze 7,03 Euro. Und das, obwohl ich als zahlender Kunde seine Musik weder mag noch &uuml;berhaupt geh&ouml;rt habe.<\/p><p>Dieses Rechenbeispiel mag recht konstruiert wirken, ist es aber nicht. Der Rapper Capital Bra kommt in Summe auf <a href=\"https:\/\/www.offiziellecharts.de\/news\/item\/640-1-4-milliarden-streams-capital-bra-landet-neuen-allzeit-rekord\">1,4 Milliarden (ja, das ist kein Schreibfehler) Streams pro Jahr<\/a>. Das sind selbst bei der l&auml;cherlich klingenden Aussch&uuml;ttungsquote von 0,003 Euro pro Stream stolze 4,2 Millionen Euro. Meine kleine Band kommt hingegen auf beispielsweise rund 100.000 Streams. Das sind gerade mal 300 Euro. Davon l&auml;sst sich nicht nur nicht leben &ndash; das reicht noch nicht einmal, um ein Lied &uuml;berhaupt erst einmal zu produzieren. <\/p><p>Ja, auch in den Zeiten vor Spotify herrschte im Musikgesch&auml;ft nicht gerade der Sozialismus. Wer mehr Platten oder CDs verkaufte, verdiente nat&uuml;rlich auch mehr Geld. Doch damals lief die Verteilung auch &uuml;ber die Brieftaschen der zahlungswilligen H&ouml;rer. Und wenn ich mir eine CD von &bdquo;meiner&ldquo; Band gekauft habe, wusste ich, dass davon rund drei Euro auch an diese Band gehen und ich nicht den Gro&szlig;teil meines Geldes irgendwelchen Teenie-Stars in den Rachen stopfe, die sich daf&uuml;r Sportwagen, Villen oder sonstwas kaufen. <\/p><p>Sp&auml;testens seit Musik vornehmlich in digitaler Form geh&ouml;rt wird, hat sich das Einnahmenmodell der Musiker ja ohnehin ge&auml;ndert. Gab es fr&uuml;her kostenlose Gigs, auf denen dann die CDs verkauft wurden, ist heute die digitale Musik im Grunde kostenlos, daf&uuml;r bezahlt man gutes Geld, wenn man seine Bands live sehen will. Das ist ja auch in Ordnung, nur dass dieses Gesch&auml;ftsmodell nat&uuml;rlich durch die Corona-Ma&szlig;nahmen massiv in Unwucht geraten ist. Wenn es keine Konzerte und keine Live-Musik mehr gibt, dann bleiben vor allem die K&uuml;nstler auf der Strecke, deren Musik nicht von Teenies auf Spotify rauf und runter geh&ouml;rt wird. Ein Capital Bra kann mit seinen Spotify-Einnahmen indes ohne Probleme mal ein oder zwei Jahre Konzertpause einlegen. <\/p><p>Nun sind auch Musikverlage keine wohlt&auml;tigen Einrichtungen und haben dementsprechend auch ihr k&uuml;nstlerisches Programm umgestrickt. Geld bringt, was kurz ist und von Teenies pausenlos geh&ouml;rt wird. L&auml;ngere, konzeptionelle St&uuml;cke, die fr&uuml;her in Albenform ihre Anh&auml;nger fanden, bringen bei dem Spotify-Modell kaum Einnahmen. Wen wundert es da, dass z.B. die H&auml;lfte der zehn meistgeklickten Songs des Rappers Capital Bra noch nicht einmal drei Minuten lang sind? Das sechs Minuten lange Queen-Meisterwerk Bohemian Rhapsody w&auml;re heute aus kommerziellen Gr&uuml;nden wohl in einer Kurzversion produziert worden und die Elektro-Musik-Pioniere von Kraftwerk w&auml;ren bankrott gegangen, erzielt ihr 23-Minuten-Epos &bdquo;Autobahn&ldquo; doch rein statistisch bei einem Stream-Abruf nur ein Zehntel der Einnahmen, die der Rapper Capital Bra mit seinen kurzen St&uuml;cken generiert. <\/p><p>1974 war Kraftwerks Album &bdquo;Autobahn&ldquo; ein gro&szlig;er kommerzieller Erfolg und stand sowohl in Deutschland wie in Gro&szlig;britannien und den USA in den Albumcharts. Gesch&auml;tzte 140.000 Mal ging die Platte damals &uuml;ber den Ladentisch. Zu heutigen Preisen hatte die Band daf&uuml;r etwas mehr als eine halbe Million Euro an Verkaufseinnahmen erzielt. Unterstellen wir mal gro&szlig;z&uuml;gig, dass jeder K&auml;ufer den Song &bdquo;Autobahn&ldquo; f&uuml;nfzigmal h&ouml;rt, entspr&auml;che dies sieben Millionen Streams. Daf&uuml;r w&uuml;rde Spotify heute 21.000 Euro aussch&uuml;tten. Schwer vorstellbar, dass eine Band wie Kraftwerk heute so ein konzeptionelles, kulturell wertvolles Werk so produzieren k&ouml;nnte. <\/p><p>Und das Beispiel Kraftwerk ist noch nicht einmal repr&auml;sentativ f&uuml;r die Problemstellung, da Kraftwerk ja gemessen an Verk&auml;ufen und Abrufen selbst zu den Gro&szlig;en geh&ouml;rt. K&uuml;nstler mit kleiner oder mittlerer Reichweite kommen beim Aussch&uuml;ttungsmodell von Spotify bestenfalls auf ein kleines Trinkgeld. Andere K&uuml;nstler gehen ganz leer aus. Auch die NachDenkSeiten sind mit ihrem <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/3X557T0HBnq9J5vs7WeyAi?si=End-X2GzSvSe1DKW_oh3Xw\">Podcast<\/a> bei Spotify vertreten und die B&uuml;cher der NachDenkSeiten-Macher <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/artist\/4UvafaISf4QYvodK9yw4pn?si=xMplBDrNRQCfAToA0A2eaQ\">Albrecht M&uuml;ller<\/a> und <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/artist\/7piUADfpK9gOFHktbBpcY4?si=OjdDhaxfSVa2MEJLGTAewQ\">Jens Berger<\/a> sind in H&ouml;rbuchform dort ebenfalls pr&auml;sent. Selbstverst&auml;ndlich haben wir von der Plattform noch keinen einzigen Cent gesehen, was zumindest beim NachDenkSeiten-Podcast wie bei allen NachDenkSeiten-Formaten auch ja in Ordnung ist, da wir unsere Inhalte &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=7726\">die Spenden unserer Leser<\/a> finanzieren und &uuml;berhaupt nicht von gro&szlig;en Plattformunternehmen kommerziell vertreiben lassen wollen. <\/p><p>Ferner stellt sich hier die Frage, wof&uuml;r genau eigentlich die riesigen Plattformunternehmen wie Spotify, aber auch deren Konkurrenten Apple Music, Amazon Music und das zum Google-Konzern geh&ouml;rende YouTube-Music derart stolze Vertriebsgeb&uuml;hren kassieren. Wenn alleine Spotify 10 Milliarden Euro Umsatz macht, hei&szlig;t dies, dass ein Drittel dieser Summe direkt an den b&ouml;rsennotierten Konzern und nicht an K&uuml;nstler und Rechteinhaber geht. Die Kosten f&uuml;r die technische Infrastruktur dieser Konzerne ist sicher nicht gering, aber ganz sicher auch nicht ann&auml;hernd so hoch. <\/p><p>So kommt es dann, wie es kommen muss. Die Oligopolisten wachsen, indem sie kleinere, innovativere Konkurrenten aufkaufen und die mit Aktienanteilen ausstaffierten CEOs und Gr&uuml;nder wissen nicht wohin mit ihrem Geld. J&uuml;ngst machte ein Investment der besonderen Art von Spotify-Gr&uuml;nder Daniel Ek in den Fachmedien <a href=\"https:\/\/musictech.com\/news\/industry\/artists-boycott-spotify-as-ceo-invests-e100m-in-ai-defense-tech-its-a-complete-contradiction-of-our-music-philosophy\/\">Schlagzeilen<\/a>. Der benutzte n&auml;mlich die Einnahmen von Spotify daf&uuml;r, um sich mit 100 Millionen US-Dollar am deutsch-britischen R&uuml;stungsstartup <a href=\"https:\/\/helsing.ai\/\">Helsing<\/a> zu beteiligen. Helsing entwickelt k&uuml;nstliche Intelligenz f&uuml;r das Schlachtfeld der Zukunft. Mit jedem Song, den ein m&ouml;glicherweise ja sogar friedensbewegter K&uuml;nstler via Spotify streamen l&auml;sst, geht so ein klitzekleiner Anteil in die R&uuml;stung. Und wo bleibt der Aufschrei? Den gab es tats&auml;chlich, <a href=\"https:\/\/musictech.com\/news\/industry\/artists-boycott-spotify-as-ceo-invests-e100m-in-ai-defense-tech-its-a-complete-contradiction-of-our-music-philosophy\/\">einige wenige kleine K&uuml;nstler riefen<\/a> zum Boykott auf. Doch der Aufschrei verhallte. Ohne die ganz gro&szlig;en Namen der Branche l&auml;sst sich der Goliath nicht beeinflussen. Und da die ganz gro&szlig;en Namen ja f&uuml;rstlich an den horrenden Einnahmen beteiligt werden, ist deren Gewissen ruhiggestellt. Au&szlig;er es geht um Kritik am System, die &uuml;ber Spotify ge&auml;u&szlig;ert wird.<\/p><p>So hat es der US-Comedian Joe Rogan doch tats&auml;chlich gewagt, in seinem <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/4rOoJ6Egrf8K2IrywzwOMk?si=roK1-oqwRjK9M5fbRyH4Nw\">Podcast<\/a> den durchaus kontroversen US-Wissenschaftler Robert W. Malone zu Wort kommen zu lassen. Schnell war die Rede von Desinformation und die Aufregung gro&szlig;. Der Altrocker Neil Young nahm aus Protest seine Songs von der Plattform, andere Altstars, die es nicht so mit der Meinungsfreiheit halten, folgten ihm. Auch in Deutschland wurde dar&uuml;ber &auml;u&szlig;erst einseitig berichtet. So bezeichnet die S&uuml;ddeutsche Joe Rogan, der bei der Pr&auml;sidentschaftswahl zun&auml;chst der linken Pazifistin Tulsi Gabbard und dann dem linken Bernie Sanders sein Endorsement gegeben hat, faktenwidrig als <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/neil-young-corona-leugner-impf-gegner-rockmusik-spotify-streamingdienst-joe-rogan-1.5516422\">&bdquo;Rechtspopulisten&ldquo;<\/a>. Seltsamerweise hatte diese Art von Kritik sogar Erfolg. Nun will Spotify &bdquo;coronakritische Inhalte&ldquo; wie schon Facebook oder YouTube mit einem redaktionellen Warnhinweis versehen. <\/p><p>Systemimmanente Kritik hat also durchaus Chancen auf Erfolg. Nur dass man mit systemimmanenter Kritik an den eigentlichen Problemen der Streaming-&Ouml;konomie nichts &auml;ndern kann. Was n&ouml;tig w&auml;re, w&auml;re ein Aufstand der K&uuml;nstler &ndash; idealerweise in einem Boot mit den Musikverlagen. Doch die Major Labels leben ja sehr gut von einer Umverteilung von unten nach oben. Bleiben die Kleinen. K&ouml;nnen die Davids den Goliath besiegen? So paradox es klingt: Ja, das k&ouml;nnen sie. Wenn die &ndash; meist finanzst&auml;rkeren und zahlungswilligen &ndash; Anh&auml;nger anspruchsvoller Musik ihre Lieblingsk&uuml;nstler nicht mehr bei Spotify finden und den Dienst k&uuml;ndigen, hat dies wie eingangs ausgef&uuml;hrt gro&szlig;e Auswirkungen auf das Gesch&auml;ftsmodell. Die jungen &ndash; meist finanzschwachen und nicht zahlungswilligen &ndash; Fans der ganzen Rap-, Hip-Hop- und Plastikpop-Musik liefern zwar viele Klicks, aber kein Geld. Und das ist die einzige W&auml;hrung in der Streaming-&Ouml;konomie. Ein Aufstand h&auml;tte also durchaus Aussicht auf Erfolg. Aber er muss auch kommen. Auf ges&auml;ttigte Altstars kann man da nicht z&auml;hlen. Nun m&uuml;ssen die jungen, innovativen K&uuml;nstler, von denen Spotify lebt, auf die Barrikaden gehen. <\/p><p>Titelbild: r.classen\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Mein Sohn m&ouml;ge mir, wenn er dies liest, verzeihen, dass ich ihn f&uuml;r dieses Beispiel als Billig-Rap-Fan missbraucht habe. Er macht selbst Musik, hat einen guten Musikgeschmack fernab von Capital Bra und Co. Aber irgendwie musste ich ja ein Rechenbeispiel konstruieren, das repr&auml;sentativ ist, wenn wir es schon nicht sind ;-)<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/38dcd411d95e41c3aa1cebbc4ca9a2a0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drohte der Musikbranche noch vor zwanzig Jahren durch CD-Brenner und MP3s der Ruin, feiert man heute Jahr f&uuml;r Jahr Rekordums&auml;tze. Zwei Drittel der Ums&auml;tze werden dabei durch kommerzielle Audio-Streaming-Dienste erzielt. Doch nur weil sich mit Musik mehr Geld machen l&auml;sst als je zuvor, hei&szlig;t das nicht, dass dieses Geld auch bei den K&uuml;nstlern ankommt. 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