{"id":80429,"date":"2022-02-04T09:46:21","date_gmt":"2022-02-04T08:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80429"},"modified":"2022-02-04T17:00:09","modified_gmt":"2022-02-04T16:00:09","slug":"tunnel-schummel-brandschutz-wird-beim-bahnprojekt-stuttgart-21-nur-simuliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80429","title":{"rendered":"Tunnel-Schummel. Brandschutz wird beim Bahnprojekt Stuttgart 21 nur simuliert."},"content":{"rendered":"<p>Deutsche-Bahn-Manager Olaf Drescher muss nicht ins Gef&auml;ngnis &ndash; vorerst. S21-Kritiker hatten vor Gericht Zwangshaft gegen ihn beantragt, damit er endlich die Simulation eines Schweizer Planungsb&uuml;ros herausr&uuml;ckt, die eine schnelle Evakuierung des Fildertunnels im Katastrophenfall beweisen soll. Seit sieben Jahren verweigert der Staatskonzern die Offenlegung des Materials und scheut dabei kein noch so fadenscheiniges Argument. &bdquo;Rechtsfeindlicher&ldquo; geht&rsquo;s kaum, findet nicht nur <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6188\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-80429-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=80429-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"220204_Tunnel_Schummel_Brandschutz_wird_beim_Bahnprojekt_Stuttgart_21_nur_simuliert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wetten, dass die Deutsche Bahn (DB) &uuml;ber ein verl&auml;ssliches Evakuierungskonzept verf&uuml;gt, sollte es irgendwann einmal zu einer Brandkatastrophe in einem der zum Bahnprojekt Stuttgart 21 (S21) geh&ouml;renden Tunnel kommen? Gar nicht auszudenken, w&auml;re dem nicht so. Schlie&szlig;lich gilt es, f&uuml;r den Notfall ger&uuml;stet zu sein, mithin entscheidet dies am Ende &uuml;ber Leben und Tod. Deshalb: Klar hat die Bahn einen Plan. Und wenn ein noch so unwahrscheinliches Ungl&uuml;ck eintritt &ndash; f&uuml;r die Sicherheit der Reisenden wird gesorgt sein. <\/p><p>Oder doch nicht? Tats&auml;chlich soll es ja Leute geben, die daran ernsthaft zweifeln. So kam etwa eine vom Aktionsb&uuml;ndnis gegen S21 beauftragte und 2018 vorgelegte <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/wp-content\/uploads\/S21-Brandschutzgutachten-2.-Auflage-Webaufl%C3%B6sung.pdf\">Analyse<\/a> der Ingenieure Hans Heydemann und Christoph Engelhardt zu dem Schluss, dass die f&uuml;r einen Brandfall vorgesehenen Ma&szlig;nahmen &bdquo;nicht im entferntesten die besonders hohen Anforderungen eines geschlossenen, 60 Kilometer langen Tunnelsystems mit seinem viel zu engen unterirdischen Bahnhof in der Mitte&ldquo; erf&uuml;llten. <\/p><p><strong>Todesfalle Tiefbahnhof<\/strong><\/p><p>Als hochgef&auml;hrlich sch&auml;tzten Heydemann und Engelhardt insbesondere die &bdquo;nicht funktionierende Rauchabdr&auml;ngung&ldquo; in der Bahnhofshalle ein. Dabei soll im Notfall Luft aus den Tunneln geblasen werden, um den Rauch &uuml;ber die Lichtaugen ins Freie zu bef&ouml;rdern. Weil die Verrauchung aber viel schneller erfolge, als die Menschen fliehen k&ouml;nnten, drohten Hunderte Passagiere zu ersticken. Erhebliche Richtlinienverst&ouml;&szlig;e ermittelten die Autoren ebenso bei den im Rahmen von S21 zu realisierenden Tunneln. Auch hier seien die <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/neues-gutachten-risiken-und-auswirkungen-eines-brandes-bei-stuttgart-21\/\">Fluchtwege vielfach verengt<\/a> und die Abst&auml;nde der Rettungsstollen &bdquo;unzureichend&ldquo;. Verglichen mit 25 &auml;hnlichen Tunnelbauten in Europa weise das deutsche Mammutprojekt die bei weitem gr&ouml;&szlig;ten Sicherheitsdefizite auf.  <\/p><p>Der renommierte Brandschutzexperte Hans-Joachim Keim, der Gutachter bei der Tunnelkatastrophe von Kaprun mit 155 Toten war, hatte seinerzeit die Ergebnisse der Studie vor Pressevertretern pr&auml;sentiert. Wie er damals sagte, geht die Chance von k&ouml;rperlich beeintr&auml;chtigten Personen, eine Feuerkatastrophe im k&uuml;nftigen Tiefbahnhof zu &uuml;berleben, <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/342648.verkehrssystem-todesfalle-tiefbahnhof.html?sstr=todesfalle%7Cs\">&bdquo;nicht gegen null, sie ist gleich null&ldquo;<\/a>. Schon im Juni 2018 hatte Keim sich gegen&uuml;ber dem &bdquo;Stern&ldquo; &uuml;ber ein <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/gesellschaft\/stuttgart-21--experten-zum-brandschutz-beim-umstrittenen-grossprojekt-8116488.html\">&bdquo;Staatsverbrechen&ldquo;<\/a> ereifert, wobei das wohl nicht seine exklusive Meinung ist. Dutzende Fachleute teilten seine Sorgen, erkl&auml;rte er, und einhellig urteilten sie: &bdquo;Es ist Wahnsinn, was die da machen.&ldquo;<\/p><p><strong>Sieben Jahre Rechtsstreit <\/strong><\/p><p>Jetzt aber mal halblang. Ganz bestimmt wird die Bahn solchen Vorw&uuml;rfen mit eigener Expertise begegnen k&ouml;nnen. Und richtig: Schon 2014 hatte die f&uuml;r S21 zust&auml;ndige DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) eine Simulation f&uuml;r einen Ungl&uuml;cksfall im Fildertunnel &ndash; dem mit neun Kilometern l&auml;ngsten Zulauf zum k&uuml;nftigen Stuttgarter Tiefbahnhof &ndash; durch das Schweizer Planungsb&uuml;ro Gruner AG anfertigen lassen. Diese liefere den Beweis, so hie&szlig; es, dass sich bei einem sogenannten Hei&szlig;ereignis alle 1.757 Passagiere eines vollbesetzten Doppelstockzuges unbeschadet und &uuml;ber Querstollen innerhalb von elf Minuten in die Nachbarr&ouml;hre in Sicherheit retten k&ouml;nnten. Das Resultat fiel damit sogar noch besser aus als von der Stuttgarter Branddirektion gefordert. Die hatte f&uuml;r die Entfluchtung ein Zeitfenster von maximal 15 Minuten verlangt. <\/p><p>Na also, geht doch! Wobei, ein paar Fragen bleiben doch noch. Irgendwie ziert sich n&auml;mlich die PSU, die fragliche Simulation &ouml;ffentlich zu machen, und zwar so hartn&auml;ckig, dass ein inzwischen mehr als f&uuml;nfj&auml;hriger Rechtsstreit sie nicht zum Einlenken hat bringen k&ouml;nnen. Tats&auml;chlich begehrten die dem Aktionsb&uuml;ndnis gegen S21 nahestehenden Ingenieure22 &ndash; eine Gruppe projektkritischer Bau-, Elektro- und Maschinenbau-Ingenieure, Lokf&uuml;hrer, Signal- und Umwelttechniker, Tunnelbauer, Mineralogen, Geologen, Physiker und Biologen &ndash; schon 2014 Einsicht in das Material. Anfangs blockte die Bahn das Ansinnen mit Verweis auf eine Terrorgefahr ab, sollte der Stoff in die falschen H&auml;nde geraten. Nach wiederholter Weigerung der Verantwortlichen landete der Fall im Herbst 2016 erstmals vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht (VG). Danach flipperte die Streitsache wie beim Pingpong zwischen den Instanzen hin und her. W&auml;hrend auf VG-Ebene stets f&uuml;r die beklagte PSU entschieden wurde, urteilte der Verwaltungsgerichtshof (OVG) Mannheim in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit f&uuml;r die Kl&auml;ger. <\/p><p><strong>&bdquo;Fakefolie 11&ldquo;<\/strong><\/p><p>Im Laufe der Auseinandersetzung musste die PSU so manche Peinlichkeit aushalten. So stellte sich heraus, dass das Computermodell der Gruner AG kein Brandungl&uuml;ck, also ein &bdquo;Hei&szlig;ereignis&ldquo;, zum Gegenstand hat, sondern ein &bdquo;Kaltereignis&ldquo;. Die vermeintlich elfmin&uuml;tige Evakuierung w&auml;re demnach bestenfalls dann zu schaffen, sofern ein Zug etwa wegen eines technischen Defekts liegenbleibt, nicht aber, wenn er Feuer gefangen hat. Die 2014 vom damaligen DB-Brandschutzbeauftragten Klaus-J&uuml;rgen Bieger als quasi Sicherheitsgarantie f&uuml;r den Fildertunnel  pr&auml;sentierte &bdquo;Folie 11&ldquo; (seither bekannt als &bdquo;Fakefolie 11&ldquo;) war somit nichts als Augenwischerei mit manipulierten Best-Case-Szenarien. Die Wochenzeitung <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/565\/die-verschwundene-simulation-7978.html\">&bdquo;Kontext&ldquo;<\/a> fasste dies vor zehn Tagen so zusammen: &bdquo;Rauch- und Hitzeentwicklung? Mobilit&auml;tseingeschr&auml;nkte Personen? Panikverhalten der Fl&uuml;chtenden? Fehlanzeige, dies kommt in der Simulation nicht vor.&ldquo; <\/p><p>Ende 2020 r&auml;umte dies der PSU-Rechtsbeistand in einem anderen Prozess, der eine Brandschutzklage der Schutzgemeinschaft Filder e.V. und dreier Privatpersonen behandelte, sogar offen ein. Und wenn schon. Warum sollte sich auch ein Zug entz&uuml;nden? Das mit dem <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/476\/manipulierte-best-case-szenarien-6735.html\">ICE-Brand<\/a> im Oktober 2018 bei Montabaur, den 500 Fahrg&auml;ste wie durch ein Wunder k&ouml;rperlich unbeschadet &uuml;berstanden, war gewiss blo&szlig; ein Ausrutscher. Genau wie die Tatsache, dass die Evakuierung 45 Minuten dauerte &ndash; auf freier Strecke. Wozu sich Sorgen machen, wo doch bei einem &bdquo;Kaltereignis&ldquo; die Rettung dreimal so vieler Insassen in einem engen und stickigen Tunnel in einem Viertel der Zeit klappt? <\/p><p><strong>Misstrauensbildende Ma&szlig;nahmen<\/strong><\/p><p>Aber selbst das wollen die Ingenieure22 nicht wahrhaben und das Gebaren der Bahn wirkt auch nicht unbedingt vertrauensbildend. Sogar nachdem die kleine Schwindelei aufgeflogen war, mauerte die PSU eifrig weiter und hielt das Objekt der Begierde eisern unter Verschluss. Weil das dem VGH irgendwann zu bunt wurde, musste sich die PSU im Rahmen eines 2019 getroffenen Vergleichs dazu verpflichten, dem Kl&auml;ger Einblick in den Streitgegenstand zu geben. Aber auch daraus wurde nichts. Statt der Computersimulation r&uuml;ckte sie lediglich einen schriftlichen Bericht mit dem Titel &bdquo;Evakuierungsberechnungen Personenzug im Tunnelsystem&ldquo; heraus. Dieser beweist zwar scheinbar die Tauglichkeit des Sicherheitskonzepts, operiert aber aus Sicht der Kritiker mit &bdquo;unrealistischen&ldquo; Parametern. Sie reklamieren, auf Basis einer eigenen Simulation mit &bdquo;wissenschaftlich begr&uuml;ndeten&ldquo; Kennziffern &bdquo;zu weit l&auml;ngeren Evakuierungszeiten&ldquo; gekommen zu sein. Und um pr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, mit welchen Parametern die Bahn gerechnet habe, m&uuml;sse man die Simulation selbst sehen. <\/p><p>Der VG wehrte den folgenden Antrag zun&auml;chst ab &ndash; mit der merkw&uuml;rdigen Begr&uuml;ndung, f&uuml;r eine Simulation &bdquo;in Form einer Filmvorf&uuml;hrung&ldquo; k&ouml;nne keine Akteneinsicht gew&auml;hrt werden. Der VGH sah das abermals anders und gab der Beschwerde der Kl&auml;ger im Juni 2021 statt, weil auch elektronische Dokumente im Rechtssinn existierten. Wenn n&ouml;tig, m&uuml;sse die Bahn die Simulation bei der Gruner AG anfordern, um den Ingenieuren22 Einsicht zu erm&ouml;glichen. Nichts schwerer als das: Zuletzt verstieg sich die PSU zu der Behauptung, die Simulationsdateien w&auml;ren bereits 2016 gel&ouml;scht worden. Komisch: Noch vor zwei Jahren hatte das Schweizer Planungsb&uuml;ro angeboten, das Material durch die Kl&auml;ger sichten zu lassen, was aber die PSU prompt unterband.   <\/p><p><strong>Vorerst kein Knast f&uuml;r Projektchef<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es steht zu vermuten, dass die Einsicht deshalb mit allen Mitteln verhindert werden soll, weil sich sonst herausstellen w&uuml;rde, dass die Bahn die Evakuierung nicht beherrscht und zwar nicht einmal bei einem Kaltereignis&ldquo;, zitierte &bdquo;Kontext&ldquo; den pensionierten Richter Dieter Reicherter, der die Ingenieure22 ber&auml;t. Gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten meinte er: &bdquo;Rechtsfeindlicher kann sich ein Staatsunternehmen nicht zeigen.&ldquo; In einer Pressemitteilung des Aktionsb&uuml;ndnisses gegen S21 aus der Vorwoche ist von einer <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/pm-zwangshaft-fuer-s21-chef-beantragt\/\">&bdquo;Vertuschungsgeschichte&ldquo;<\/a> und &bdquo;jahrelanger Hinhaltetaktik&ldquo; die Rede, weshalb die Kl&auml;ger zu einem drastischen Mittel griffen. Ende Dezember beantragten sie beim VG Stuttgart, Einblick in die Simulation durch Androhung von Zwangshaft von bis zu sechs Monaten gegen den PSU-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Olaf Drescher durchzusetzen. <\/p><p>Wie zu erwarten, ging das Gericht da nicht mit, weshalb wohl abermals der VGH t&auml;tig werden muss. Reicherter, einst selbst Richter am Landgericht Stuttgart, h&auml;lt den in der Vorwoche ergangenen Beschluss indes f&uuml;r &bdquo;viel erfreulicher als vermutet&ldquo;. Das VG sage, &bdquo;alle Voraussetzungen f&uuml;r die Verh&auml;ngung eines Zwangsmittels seien erf&uuml;llt&ldquo;, &auml;u&szlig;erte er gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten. Nur eine Zwangsinhaftierung halte das Gericht f&uuml;r unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, wogegen es erkl&auml;rterma&szlig;en die Androhung und Vollstreckung eines Zwangsgeldes von bis 10.000 Euro f&uuml;r geboten erachtet. Die Ingenieure22 waren bisher der Ansicht, mit einer Geldstrafe nicht viel gewinnen zu k&ouml;nnen, weil die Bahn das finanziell locker wegsteckt. Nun hat ihr Anwalt Frank-Ulrich Mann den Hinweis des Gerichts aufgegriffen und in einer &bdquo;sofortigen Beschwerde&ldquo; gegen das Urteil beantragt, &bdquo;hilfsweise gegen die Vollstreckungschuldnerin ein Zwangsgeld festzusetzen&ldquo;. <\/p><p><strong>&bdquo;120 Risiken und eine Chance&ldquo;<\/strong><\/p><p>Erinnert f&uuml;hlt sich Rechtsanwalt Mann bei all dem an einen fr&uuml;heren Fall von Geheimnistuerei, seinerzeit durch die PSU-Vorg&auml;ngerin DB ProjektBau GmbH. 2011 unterbreitete der damalige S21-Oberbauleiter Hany Azer einem hochrangigen DB-Gremium eine &bdquo;Liste mit 120 Risiken und einer Chance&ldquo;. Das in Ausz&uuml;gen vom &bdquo;Stern&ldquo; ver&ouml;ffentlichte Papier dokumentierte drohende <a href=\"http:\/\/asset3.stern.de\/media\/pdf\/politik\/stuttgart_21.pdf\">Mehrausgaben in Milliardenh&ouml;he<\/a>. Schon lange davor hatten die Verantwortlichen die Gesamtkosten um 850 Millionen Euro kleiner gerechnet, um unter der Obergrenze von 4,526 Milliarden Euro zu bleiben und die H&uuml;rde der Unk&uuml;ndbarkeit der S21-Vertr&auml;ge bis 31. Dezember 2009 zu nehmen. <\/p><p>Wie sp&auml;ter beim Thema Gruner-Simulation bestritten die Macher jahrelang, im Besitz der fraglichen Liste zu sein. Erst im November 2015, nachdem das Berliner Verwaltungsgericht Azer und Volker Kefer, damals Bahn-Vorstand, unter Androhung von Ordnungshaft zur Vernehmung vorgeladen hatte, gab die Bahn klein bei und das Dokument frei. Das lie&szlig; sich verkraften. 2011 war die Fortf&uuml;hrung des Projekts per Volksabstimmung beschlossen worden und 2013 ein Anheben des Kostendeckels um zwei Milliarden Euro. <\/p><p>So ging es weiter: Mittlerweile bewegt sich der Kostenrahmen stramm auf die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70196\">Marke 20 Milliarden Euro<\/a> zu. Wobei f&uuml;r die Fertigstellung ziemlich wahrscheinlich vier weitere Tunnel mit einer Gesamtl&auml;nge von 47 Kilometern in die Erde gerammt werden m&uuml;ssen. Ob die dann eines Tages genauso sicher sein werden wie der Fildertunnel? Jede Wette!  <\/p><p>Titelbild: Markus Rausch\/shutterstock.com<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/17b496fba9d3441a9f124a68ef5893a3\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche-Bahn-Manager Olaf Drescher muss nicht ins Gef&auml;ngnis &ndash; vorerst. S21-Kritiker hatten vor Gericht Zwangshaft gegen ihn beantragt, damit er endlich die Simulation eines Schweizer Planungsb&uuml;ros herausr&uuml;ckt, die eine schnelle Evakuierung des Fildertunnels im Katastrophenfall beweisen soll. 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