{"id":8048,"date":"2011-01-19T09:01:28","date_gmt":"2011-01-19T08:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8048"},"modified":"2011-01-19T13:37:53","modified_gmt":"2011-01-19T12:37:53","slug":"hinweise-des-tages-1289","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8048","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der politische H&uuml;hnerstall in NRW; Br&uuml;derle macht Hardliner zum Wirtschaftsweisen; faule S&uuml;dl&auml;nder, flei&szlig;ige Deutsche und konsumgeile Amerikaner; illegale Geldtransfers kosten L&auml;nder des S&uuml;dens Billionen; hohe Verbindlichkeiten &ndash; US-Pensionsfonds verbergen riesiges Finanzierungsloch; Top-Investor misstraut Obamas Schuldenpolitik; Bundesbank warnt Anleger vor Banken; Kampf gegen Spekulation mit dem Hunger; Linke l&auml;sst Hartz-IV-Satz errechnen; Jobcenter m&uuml;ssen auch PKV-Beitr&auml;ge voll zahlen; Leiharbeit; Leipziger Wasserwerke-Skandal; die etwas andere Karriere der Doris Schr&ouml;der-K&ouml;pf; Bundesbank liefert Argumente f&uuml;r Euroanleihen; Revolution in Tunesien; verschm&auml;hte Eier an die Armen; ausgerechnet Peter M&uuml;ller; geschlossene Gesellschaft; Blind und geschichtslos &ndash; Das Dilemma der Wirtschaftswissenschaften; Kommunen im Schlagloch &ndash; wo die Gesellschaft br&ouml;ckelt; zu guter Letzt: Die Unwort-Nutzerin des Jahres (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Der politische H&uuml;hnerstall in NRW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Br&uuml;derle macht Hardliner zum Wirtschaftsweisen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Fabian Fritzsche &ndash; Faule S&uuml;dl&auml;nder, fleissige Deutsche und konsumgeile Amerikaner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Illegale Geldtransfers kosten L&auml;nder des S&uuml;dens Billionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Hohe Verbindlichkeiten &ndash; US-Pensionsfonds verbergen riesiges Finanzierungsloch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Finanzkrise in Amerika &ndash; Top-Investor misstraut Obamas Schuldenpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Bundesbank warnt Anleger vor Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Kampf gegen Spekulation mit dem Hunger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Linke l&auml;sst eigenen Hartz-IV-Satz errechnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Jobcenter m&uuml;ssen auch PKV-Beitr&auml;ge voll zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung zum Thema Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Leipziger Wasserwerke-Skandal &ndash; Staatsanw&auml;lte fordern sieben Jahre Haft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die etwas andere Karriere der Doris Schr&ouml;der-K&ouml;pf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Bundesbank liefert Argumente f&uuml;r Euroanleihen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">L&auml;nger schuften f&uuml;r den Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Revolution in Tunesien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Ausgerechnet Peter M&uuml;ller<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Geschlossene Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Blind und geschichtslos &ndash; Das Dilemma der Wirtschaftswissenschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">hr2 &ldquo;Der Tag&rdquo;: Kommunen im Schlagloch &ndash; wo die Gesellschaft br&ouml;ckelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">zu guter Letzt: Die Unwort-Nutzerin des Jahres<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=8048&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der politische H&uuml;hnerstall in NRW<\/strong><br>\nOffiziell jubeln die Landtagsfraktionen von CDU und FDP: Sie haben den Nachtragshaushalt in NRW juristisch gestoppt &ndash; eine schwere Schlappe f&uuml;r SPD-Ministerpr&auml;sidentin Hannelore Kraft. Aber was, wenn es zu Neuwahlen kommt? [&hellip;]<br>\nDieses hat Konsequenzen. Die rot-gr&uuml;ne Minderheitsregierung unter Hannelore Kraft muss sich mit dem Geldausgeben zur&uuml;ckhalten, bis endg&uuml;ltig gekl&auml;rt ist, ob der Nachtragshaushalt 2010 in G&auml;nze oder in Teilen verfassungswidrig ist. Das will das Landesverfassungsgericht innerhalb der kommenden drei Monate entscheiden, ein erster Verhandlungstermin ist f&uuml;r den 15. Februar angesetzt. Handlungsunf&auml;hig ist die Minderheitsregierung deswegen nicht. Sie kann auf R&uuml;cklagen zugreifen, um ihre Gesch&auml;fte zu betreiben.<br>\nAber: Schon die einstweilige Anordnung ist politisch eine Ohrfeige f&uuml;r Rot-Gr&uuml;n. Sie wollte die Neuverschuldung Nordrhein-Westfalens auf Rekordh&ouml;hen treiben: 8,4 Milliarden Euro zus&auml;tzlich in 2010, 7,8 Milliarden in 2011. In beiden F&auml;llen liegt die Neuverschuldung deutlich &uuml;ber der vorgesehenen Investitionsquote, und das ist verfassungswidrig. Juristisch begr&uuml;nden lie&szlig;e sich eine solche Finanzpolitik nur, wenn eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche St&ouml;rung der Volkswirtschaft vorliegen w&uuml;rde, aber davon kann mitten im Aufschwung keine Rede sein. [&hellip;]<br>\nWof&uuml;r Rot-Gr&uuml;n das viele Geld braucht, wurde vielfach beschrieben: f&uuml;r das Sozialticket, f&uuml;r die Abschaffung der Studiengeb&uuml;hren, f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung der Kommunen, f&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst, f&uuml;r die Risikoabsicherung bei der Landesbank WestLB und so weiter. Anders formuliert: Kraft stellt Haushalte auf, die der Linkspartei im Landtag keinen Gesichtsverlust zumuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/gericht-stoppt-rot-gruenen-nachtragshaushalt-der-politische-huehnerstall-in-nrw-1644664.html\">Stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Im Stern schl&auml;gt der Spin munter Purzelbaum. Wir haben also Aufschwung und mitten im Aufschwung kann die Volkswirtschaft auch nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich gest&ouml;rt sein? Nachdenkseiten-Leser wissen, dass der permanent kolportierte Aufschwung ein raffinierter PR-Schachzug ist. Stern-Journalisten m&ouml;gen zwar ganz fest an das M&auml;rchen vom wundersamen Aufschwung glauben. Zu denken, die L&ouml;cher in den Kassen der L&auml;nder und Kommunen mit PR-Legenden zu stopfen, ist dann aber doch ein wenig abwegig. Dem eifrigen Stern-Journalisten ist es dies aber egal, hat er den eigentlichen Schuldigen doch schon parat: Die Linke &hellip; wer auch sonst? Kein Wort dar&uuml;ber, dass die zitierten Kostenfaktoren entweder (Sozialticket, Abschaffung der Studiengeb&uuml;hren) Wahlversprechen von Rot-Gr&uuml;n oder unabwendbare Mehrbelastungen (West\/LB, Kommunen) sind. Die implizite Botschaft dieses Spins kann dann ja eigentlich nur lauten, dass es &ldquo;links&rdquo; ist, Wahlversprechen ernst zu nehmen und SPD und Gr&uuml;ne nur dann ihre Wahlversprechen umsetzen, wenn sie zumindest von links toleriert werden. Da kann man als SPD- oder Gr&uuml;nen-W&auml;hler ja nur hoffen, dass dies noch m&ouml;glichst h&auml;ufig der Fall sein wird.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Der stern-Autor scheint zudem keine Ahnung zu haben um was es eigentlich geht. Im Nachtragshaushalt des vergangenen Jahres, den die M&uuml;nsteraner Richter am Dienstag vorl&auml;ufig gestoppt haben, liegt die Kreditaufnahme vor allem deshalb so hoch, weil er milliardenschwere R&uuml;ckstellungen f&uuml;r die marode WestLB enth&auml;lt. Sie haben ihre Ursache in einer der f&uuml;r NRW schwerwiegendsten Fehlentscheidungen des fr&uuml;heren Regierungschefs R&uuml;ttgers. H&auml;tte R&uuml;ttgers den damals noch m&ouml;glich erscheinenden Zusammenschluss der WestLB mit der Landesbank Baden-W&uuml;rttemberg nicht pers&ouml;nlich blockiert, w&auml;ren die Risiken f&uuml;r Nordrhein-<a href=\"\/?p=5408\">Westfalen erheblich geringer<\/a>.<br>\nSollte das Landesverfassungsgericht im &uuml;brigen den Nachtragshaushalt endg&uuml;ltig kippen, dann w&auml;re Politik in NRW wegen einer Pleitebank unm&ouml;glich geworden und ein Politik die auf Zukunftsinvestitionen setzt geradezu abgew&uuml;rgt.<br>\nIm &Uuml;brigen stellt sich die Frage, warum die EU auf der einen Seite zum Schutz der Banken riesige Rettungsschirme aufspannt, bei einer relativ kleinen Bank, wie der WestLB aber die Eigent&uuml;mer (Land und Sparkassen) weitgehend haften l&auml;sst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Br&uuml;derle macht Hardliner zum Wirtschaftsweisen<\/strong><br>\nMit Spannung war die Entscheidung erwartet worden, wer Wolfgang Wiegard in dem angesehenen Gremium nachfolgt. Der Wirtschaftsminister entschied sich mit dem Finanz&ouml;konom Lars Feld f&uuml;r einen scharfen Gegner ausufernder Schuldenpolitik. [&hellip;]<br>\nDamit entscheidet sich Br&uuml;derle nach Einsch&auml;tzung von Experten f&uuml;r einen Hardliner, der auch eher den wirtschaftspolitischen Weg der Regierung mittragen d&uuml;rfte als so mancher Wettbewerber um den vakanten Posten im Sachverst&auml;ndigenrat. Bereits seit 2003 ist Feld Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, seit Jahresbeginn fungiert er dort als stellvertretender Vorsitzender. Erst im September 2010 wurde der Experte f&uuml;r Steuerwettbewerb Leiter des Freiburger Walter Eucken Instituts. [&hellip;]<br>\n&Ouml;konomen beschreiben Feld als scharfen Gegner staatlicher Verschuldung und expansiver Fiskalpolitik. &ldquo;Die Konsolidierung kann auch vor den Sozialausgaben nicht haltmachen&rdquo;, sagte er erst im Dezember. Der &Ouml;konom war an der Ausarbeitung der Schuldenbremse beteiligt, deren Mechanismus seiner Ansicht nach noch &ldquo;h&auml;rter&rdquo; h&auml;tte ausfallen k&ouml;nnen. Die entsprechende Expertise bringt er aus der Schweiz mit, wo er in St. Gallen unterrichtete. [&hellip;]<br>\nDaneben ist der aus dem Saarland stammende Feld Mitglied im liberalen Kronberger Kreis, der sich die Devise &ldquo;Mehr Mut zum Markt&rdquo; auf die Fahnen geschrieben hat. Felds Kritiker bezeichnen ihn als &Ouml;konomen, der die g&auml;ngige Lehre des Mainstreams aus der Zeit vor der Finanzkrise vertritt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/management\/:neubesetzung-im-sachverstaendigenrat-bruederle-macht-hardliner-zum-wirtschaftsweisen\/50216369.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Wenn man denkt, es ginge nicht mehr schlimmer&hellip; wird ein Hardliner durch einen noch h&auml;rteren Hardliner, einen ganz harten Ideologen ersetzt. Steuerwettbewerb, Schuldenbremse, weitere Zerst&ouml;rung des Sozialstaats, und aus der Krise nichts gelernt &ndash; im<br>\n&ldquo;Wirtschaftswaisenrat&rdquo; sitzen echte Alptraumgestalten.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es war ja von vornherein klar, dass Rainer Br&uuml;derle von seinem Nominierungsrecht nicht in der Form Gebrauch machen w&uuml;rde, die den Nachdenkseiten-Lesern und &ndash;Machern vorschwebt. Die Nominierung Felds ist jedoch selbst nach Br&uuml;derle-Ma&szlig;st&auml;ben eine negative &Uuml;berraschung. Feld ist nicht nur Hardliner &ndash; man k&ouml;nnte ihn auch mit Fug und Recht als Extremisten bezeichnen. Er ist ein waschechter Marktfundamentalist und Neoliberaler, der sich in der Tradition Hayeks sieht. Da d&uuml;rfen wir uns ja schon auf &auml;u&szlig;erst &ldquo;geistreiche&rdquo; Kommentare von diesem Wirtschaftsweisen freuen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fabian Fritzsche &ndash; Faule S&uuml;dl&auml;nder, flei&szlig;ige Deutsche und konsumgeile Amerikaner<\/strong><br>\nBereits vor der Krise waren volkswirtschaftliche Diskussionen oft gepr&auml;gt von nationalen  Klischees. Es wurde der konsumgeile (oder in seri&ouml;sen Medien der konsumfreudige) Amerikaner bem&uuml;ht, um die niedrige Sparquote in den USA zu erkl&auml;ren und der sparsame Deutsche f&uuml;r die hierzulande relativ hohe Sparquote. Seit Ausbruch der europ&auml;ischen Schuldenkrise findet kaum eine Diskussion ohne derartige Erkl&auml;rungen von &ouml;konomischen Zusammenh&auml;ngen oder Fakten &uuml;ber Mentalit&auml;tsunterschiede statt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2569&amp;blogId=16\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Illegale Geldtransfers kosten L&auml;nder des S&uuml;dens Billionen <\/strong><br>\nDurch illegale Finanztransaktionen haben die Entwicklungsl&auml;nder in den Jahren 2000 bis 2009 rund 6,5 Billionen US-Dollar verloren. Das berichtet &ldquo;Global Financial Integrity&rdquo; (GFI), eine Initiative f&uuml;r mehr Transparenz im Finanzsektor, in einem am Dienstag in Washington ver&ouml;ffentlichten Bericht. Verbotene Preismanipulationen im grenz&uuml;berschreitenden Handel, Kapitalflucht und Korruption waren die treibenden Kr&auml;fte, hei&szlig;t es in dem Report mit dem Titel &ldquo;Illicit Financial Flows from Developing Countries 2000-2009&rdquo;.<br>\nDie L&auml;nder mit den meisten illegalen Geldabfl&uuml;ssen waren dem Bericht zufolge China, Russland, Mexiko, Saudi-Arabien und Malaysia. Global Financial Integrity sch&auml;tzt, dass f&uuml;r jeden Dollar, der in Form staatlicher Entwicklungshilfe in die L&auml;nder des S&uuml;dens flie&szlig;t, zehn Dollar in Form illegaler Geldfl&uuml;sse verloren gehen. GFI fordert vor allem mehr Transparenz im globalen Finanzsystem, damit diese Praktiken abgestellt werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.epo.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6869:illegale-geldtransfers-kosten-laender-des-suedens-billionen-dollar&amp;catid=99:topnews_1295367702\">entwiklungspolitik online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Hohe Verbindlichkeiten &ndash; US-Pensionsfonds verbergen riesiges Finanzierungsloch<\/strong><br>\nDass Bundestaaten wie Kalifornien mit hohen Schulden k&auml;mpfen, ist bekannt. Hinzu kommen aber noch gewaltige ungedeckte Pensionsverpflichtungen &ndash; sie liegen laut dem ehemaligen Chef des Pensionsfonds von New Jersey bei 2500 Mrd. Dollar.<br>\nUS-Pensionsfonds der &ouml;ffentlichen Hand haben eine Finanzierungsl&uuml;cke von 2500 Mrd. Dollar, die sie zu enormen K&uuml;rzungen bei Dienstleistungen und dem Verkauf von Verm&ouml;genswerten zwingen wird. Davor warnt Orin Kramer, der fr&uuml;here Chairman des Pensionsfonds von New Jersey, im Interview mit der Financial Times.<br>\n&ldquo;Die Bundesstaaten sehen sich mit Kostendruck konfrontiert&rdquo;, sagte Kramer. &ldquo;Eine Folge ist, dass Ver&auml;u&szlig;erungen von Verm&ouml;genswerten und Privatisierungen zunehmen werden. Das wird leider dazu f&uuml;hren, dass die Sicherheitsnetze f&uuml;r die schw&auml;chsten B&uuml;rger ausged&uuml;nnt werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:hohe-verbindlichkeiten-us-pensionsfonds-verbergen-riesiges-finanzierungsloch\/50216323.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> &ldquo;Kapitalgedeckte&rdquo; Altersvorsorge funktioniert ja gro&szlig;artig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Finanzkrise in Amerika &ndash; Top-Investor misstraut Obamas Schuldenpolitik<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise erfasst die USA, Anleger verlieren das Vertrauen in die Finanzpolitik Washingtons. Jetzt hat Pimco, der gr&ouml;&szlig;te private Anleiheninvestor der Welt, im gro&szlig;en Stil US-Schuldenpapiere verkauft. Zuvor hatten Rating-Agenturen bereits die US-Regierung ermahnt.<br>\nEuropa leidet seit Monaten unter den maroden Staatshaushalten mancher Euro-L&auml;nder &ndash; doch auch Amerika steuert auf eine Schuldenkrise zu. Das Vertrauen in die Bonit&auml;t der US-Regierung schwindet zusehends. Inzwischen verkauft sogar das Unternehmen Pimco im gro&szlig;en Stil<br>\nUS-Staatsanleihen. [&hellip;]<br>\nFinanzexperten mahnen ebenfalls strengere Sparma&szlig;nahmen an. &ldquo;Wenn der gr&ouml;&szlig;te Bondmanager seinen Bestand an US-Bonds abbaut, kann er damit auch Druck aus&uuml;ben auf die US-Regierung, endlich Reformen einzuleiten&rdquo;, sagte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo;. Neben Japan seien die USA das einzige bedeutende hochverschuldete Land, in dem es bislang keine Strukturreformen zur Bew&auml;ltigung der Staatsdefizite gegeben habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,740097,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Es wird so getan, als w&auml;re Obamas Politik (alleine, Stichwort &ldquo;Gesundheitsreform&rdquo;) f&uuml;r die hohen Schulden verantwortlich (was er auch teilweise ist); kein Wort von Bushs unverantwortlichen Steuersenkungen f&uuml;r Reiche, der Verl&auml;ngerung dieser Steuersenkungen ins n&auml;chste Jahrzehnt, der exorbitant teuren Kriege im Irak und in Afghanistan, kein Hinweis auf die niedrigen Einkommensteuern, die hohe Arbeitslosigkeit, die schlechten Bildungseinrichtungen und die verrottende Infrastruktur. Stattdessen werden (&ldquo;nat&uuml;rlich&rdquo;) &ldquo;Strukturreformen&rdquo; und &ldquo;Sparma&szlig;nahmen&rdquo; gefordert, also weiterer brutaler Sozialabbau, Rente mit 67 usw. Einseitig, schlimm, destruktiv.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bundesbank warnt Anleger vor Banken<\/strong><br>\nDie Notenbank h&auml;lt viele Anlageprodukte f&uuml;r zu teuer und r&auml;t Investoren davon ab, auf die Kauf- und Verkaufempfehlungen der Finanzinstitute zu h&ouml;ren. Die Vorstellung, Anleger k&ouml;nnten durch geschickte Aktienauswahl den Anlageerfolg verbessern, sei eine Illusion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/fondsnachrichten\/ueberteuerte-produkte-bundesbank-warnt-anleger-vor-banken;2733648\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Und da sage noch mal wer, aus dem Presseverteiler der Bundesbank k&auml;me ausschlie&szlig;lich PR-Material der Bankenlobby. Vor allem der Hinweis auf die &uuml;berh&ouml;hten Kauf- und Verkaufsprovisionen im Kleinkundengesch&auml;ft ist l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig und goldrichtig. Wenn die Bundesbank schon nichts von Makro&ouml;konomie versteht, so scheint sie wenigstens als Konkurrenz zu Finanz-Test ihre Rolle gefunden zu haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kampf gegen Spekulation mit dem Hunger<\/strong><br>\nErstmals wollen die USA und die EU die Regeln f&uuml;r Nahrungsmittelspekulanten deutlich versch&auml;rfen. Doch die Vorgehensweise st&ouml;&szlig;t auf Kritik [&hellip;]<br>\nIn den vergangenen Jahren haben Spekulationen mit Weizen, Mais und anderen Grundnahrungsmitteln zugenommen. Besondere Terminkontrakte, bei denen K&auml;ufer und Verk&auml;ufer im Voraus vereinbaren, Produkte zu einem bestimmten Preis zu kaufen, sind beliebt. [&hellip;] Diese Entwicklungen haben vor dem Hintergrund hoher Lebensmittelpreise den US-Kongress und die EU wachger&uuml;ttelt. Im Zuge der US-Finanzmarktreform 2010 hat der Kongress die CFTC, die den Handel mit Futures und Optionen auf Rohstoffe reguliert, beauftragt, ein Ma&szlig;nahmenpaket zu erarbeiten. Vergangene Woche wurde ein erster Vorschlag pr&auml;sentiert. Die CFTC will die Zahl der spekulativen Positionen, die gehalten werden k&ouml;nnen, begrenzen. Von der n&auml;chsten Sojalieferung soll ein H&auml;ndler etwa nicht mehr als 25 Prozent kaufen k&ouml;nnen. Zudem werden erstmals bisher nicht erfasste Gesch&auml;fte unter die Aufsicht der CFTC gestellt. [&hellip;]<br>\nTrotz der Bem&uuml;hungen geht die EU laut Uno zu zaghaft vor. &ldquo;Die EU ist zur&uuml;ckgeblieben. Es ist schade, dass die USA bereits weiter sind und konkrete Limits einf&uuml;hren, w&auml;hrend Europa erst noch sein Meldesystem erarbeitet&rdquo;, sagt Olivier de Schutter, Uno-Sonderbotschafter f&uuml;r das Recht auf Nahrung, dem Standard. Zwar sind die meisten Agrarfinanzinvestoren wie Goldman Sachs prim&auml;r in den USA t&auml;tig, doch auch in Europa gibt es wichtige Marktplayer wie die Deutsche Bank, sagt Schutter. Und London ist der zweitgr&ouml;&szlig;te Finanzplatz der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1293371000633\/Lebensmittelpreise-Kampf-gegen-Spekulation-mit-dem-Hunger\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Linke l&auml;sst eigenen Hartz-IV-Satz errechnen<\/strong><br>\nDas Statistische Bundesamt hat im Auftrag der Linken errechnet, wie hoch die Erh&ouml;hung des Hartz-IV-Regelsatzes wirklich ausfallen m&uuml;sste, damit sie verfassungsgem&auml;&szlig; sei. Die Zahlen unterscheiden sich erheblich von denen der Bundesregierung.<br>\nF&uuml;r eine verfassungsgem&auml;&szlig;e Hartz-IV-Neuregelung ist nach Auffassung der Linksfraktion eine Erh&ouml;hung des Regelsatzes um mindestens 33 Euro erforderlich. Die Parlamentarische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Linken im Bundestag, Dagmar Enkelmann, verwies am Dienstag in Berlin auf eine entsprechende Berechnung des Statistischen Bundesamtes, die von ihrer Fraktion in Auftrag gegeben worden sei.<br>\nDie Wiesbadener Beh&ouml;rde errechnete demnach einen Regelsatz von 392 Euro, wenn die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rde, die sogenannten verdeckt Armen aus der Bezugsgruppe herauszurechnen. Dabei geht es um Haushalte, deren Einkommen unterhalb der Hartz-IV-Leistungen einschlie&szlig;lich Unterkunftskosten liegt, die aber dennoch nicht &uuml;ber die Mindestsicherung aufstocken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/linke-laesst-eigenen-hartz-iv-satz-errechnen\/-\/1472596\/5925736\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Selbstverst&auml;ndlich konnten die Statistiker nur die von der Bundesregierung herausgerechneten &bdquo;verdeckt Armen&ldquo; wieder hineinrechnen. Das sagt noch wenig &uuml;ber die sonstigen Berechnungen f&uuml;r die Regels&auml;tze.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Jobcenter m&uuml;ssen auch PKV-Beitr&auml;ge voll zahlen<\/strong><br>\nDie Jobcenter m&uuml;ssen f&uuml;r privat versicherte Langzeitarbeitslose die Krankenkassenbeitr&auml;ge in voller H&ouml;he &uuml;bernehmen. Dies hat das Bundessozialgericht entschieden. Ein hilfebed&uuml;rftiger selbstst&auml;ndiger Rechtsanwalt hatte geklagt, weil ein Saarbr&uuml;cker Jobcenter ihm von den 207,39 Euro an Beitr&auml;gen f&uuml;r seine private Versicherung lediglich 129,54 Euro erstattet hatte.<br>\nDer &ouml;ffentlichen Hand drohen damit zus&auml;tzliche Ausgaben in Millionenh&ouml;he. Nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherungen sind bundesweit rund 6000 privat versicherte Menschen betroffen. Diese seien &uuml;berwiegend ehemals Selbstst&auml;ndige.<br>\nBereits das zust&auml;ndige Sozialgericht hatte geurteilt, f&uuml;r den Mann m&uuml;ssten die Beitr&auml;ge komplett &uuml;bernommen werden. Die Bundesrichter schlossen sich dieser Auffassung nun an. Zur Begr&uuml;ndung betonten sie, das Existenzminimum privat versicherter Hartz-IV-Empf&auml;nger sei betroffen, wenn die Beitr&auml;ge nicht vom Tr&auml;ger der Grundsicherung finanziert w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/hartzvierprivatversicherung100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da kann man eigentlich nur Orlando Pascheit gratulieren, der vor zwei Wochen genau auf diesen <a href=\"\/wp-print.php?p=7935#h08\">Ausgang gewettet hatte<\/a>. Es w&auml;re ja auch noch sch&ouml;ner, wenn die PKV sich ihre Beitr&auml;ge im Falle eines Falles nicht aus Steuergeldern r&uuml;ckerstatten lassen k&ouml;nnten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hans-B&ouml;ckler-Stiftung zum Thema Leiharbeit<\/strong><br>\nDie aktuellen Berichte &uuml;ber Lohndumping beim Einsatz von Leiharbeit in Einrichtungen des Diakonischen Werkes unterstreichen das hohe Problempotenzial dieser Form von atypischer Besch&auml;ftigung. Der Lohndruck durch Leih- oder Zeitarbeit k&ouml;nnte weiter steigen, wenn bis zum Beginn der vollen Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit am 1. Mai 2011 notwendige Regulierungen unterbleiben. Zu diesem Ergebnis kommen verschiedene wissenschaftliche Expertisen, die die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung in letzter Zeit in ihrem Infodienst B&ouml;ckler Impuls vorgestellt hat. Im Folgenden finden Sie Links zu diesen Beitr&auml;gen und kurze Teaser zu weiteren Impuls-Artikeln, die neuere Untersuchungen zur Leiharbeit vorstellen:\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>1. Mai 2011: Neues Gesch&auml;ftsfeld f&uuml;r osteurop&auml;ische Leiharbeitsunternehmen <\/strong><br>\nAuf dem deutschen Arbeitsmarkt endet zum 30. April die &Uuml;bergangsfrist bei der so genannten Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass zahlreiche weitere Migranten hierzulande dauerhaft eine Besch&auml;ftigung aufnehmen werden, so die Expertise von Frank Lorenz im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Lorenz rechnet aber damit, dass die Entsendung nach Deutschland im Rahmen eines Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses im Herkunftsstaat zunehmen wird. Denn auch grenz&uuml;berschreitende Dienstleistungen werden ab Mai leichter m&ouml;glich. So w&uuml;rde eine neue Niedriglohnkonkurrenz importiert. Insbesondere f&uuml;r osteurop&auml;ische Leiharbeitsunternehmen tut sich damit ein neues Gesch&auml;ftsfeld auf<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_111315.html\">B&ouml;ckler Impuls 20\/2010<\/a><\/li>\n<li><strong>Leiharbeit: Wissenschaftler f&uuml;r mehrstufigen Mindestlohn<\/strong><br>\nMit einem Mindestlohn f&uuml;r die Leiharbeitsbranche kann die Bundesregierung den von den Tarifparteien bereits vereinbarten Mindestlohn f&uuml;r alle Leiharbeiter verbindlich machen. Das bef&uuml;rworten viele Experten auch vor dem Hintergrund der vollst&auml;ndigen Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit in der EU. Doch reicht es aus, f&uuml;r Zeitarbeiter, die in den Zielunternehmen f&uuml;r ganz unterschiedliche T&auml;tigkeiten eingesetzt werden, lediglich eine allgemeine Lohnuntergrenze festzulegen? Udo Mayer, Professor f&uuml;r Arbeitsrecht an der Universit&auml;t Hamburg, empfiehlt in einem Gutachten f&uuml;r die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung aus europarechtlicher Sicht f&uuml;r ein allgemeinverbindliches t&auml;tigkeitsbezogenes Lohngitter, das unterschiedliche qualifikationsbezogene Anforderungen bei der Verg&uuml;tung widerspiegelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_111314.html\">B&ouml;ckler Impuls 20\/2010<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Jobwunder&rdquo;: Arbeitsmarktreformen leisteten kaum Beitrag<\/strong><br>\n3,1 Millionen Arbeitspl&auml;tze sind in Deutschland &uuml;ber die Finanz- und Wirtschaftskrise gerettet worden, weil die Arbeitszeiten reduziert wurden und Unternehmen in der Hoffnung auf eine relativ rasche wirtschaftliche Erholung Besch&auml;ftigte gehalten haben. Im internationalen und im historischen Vergleich hat sich der deutsche Arbeitsmarkt damit als au&szlig;erordentlich flexibel und erfolgreich bei der Krisenbew&auml;ltigung erwiesen. Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts haben zu diesem &ldquo;Besch&auml;ftigungswunder&rdquo; hingegen allenfalls einen geringen Beitrag geleistet. Auch die ausgepr&auml;gte Lohnmoderation seit der Jahrtausendwende hat Wirtschaftswachstum und Besch&auml;ftigungsentwicklung in Deutschland eher geschw&auml;cht als gest&auml;rkt. Zu diesem Ergebnis kommen Arbeitsmarktexperten des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_109773.html\">PM vom 2. November 2010<\/a><\/li>\n<li><strong>Atypische Besch&auml;ftigung: Auf Kosten der Sozialkassen <\/strong><br>\nEin Gro&szlig;teil der Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts hatte eine entscheidende Nebenwirkung &ndash; sei es die Einf&uuml;hrung von Minijobs oder die Erleichterung von Leiharbeit: Immer mehr Besch&auml;ftigte k&ouml;nnen von ihrer Arbeit nicht leben, ben&ouml;tigen also staatliche Hilfen. Das Sozialversicherungssystem stellt jedoch auf Arbeitsverh&auml;ltnisse ab, die ein ausk&ouml;mmliches Einkommen und eine ausreichende Rente erm&ouml;glichen. Versuche, die Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen, m&uuml;ssen sich in diesen Rechtsrahmen einf&uuml;gen, sonst drohen der Gesellschaft schwere Sch&auml;den. Zu diesem Ergebnis kommt Raimund Waltermann in einem Gutachten, das er kommende Woche auf dem Deutschen Juristentag vorstellt. Der Jura-Professor an der Universit&auml;t Bonn hat unter arbeits- und sozialrechtlicher Perspektive die Reformen am Arbeitsmarkt untersucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_108736.html\">B&ouml;ckler Impuls 13\/2010<\/a><\/li>\n<li><strong>Viele H&uuml;rden vor dem ersten sicheren Job<\/strong><br>\nEtliche hangeln sich von Praktikum zu Praktikum, andere finden nach der Ausbildung keine feste Stelle, viele kommen nur bei einer Zeitarbeitsfirma unter &ndash; junge Erwachsene m&uuml;ssen auf dem Weg ins Erwerbsleben gro&szlig;e Hindernisse &uuml;berwinden. Eine Bestandsaufnahme von Thomas Langhoff, Ina Krietsch und Christian Starke gibt einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Arbeitsmarkt-Probleme der Unter-25-J&auml;hrigen. Der Professor von der Hochschule Niederrhein und seine Ko-Autoren beobachten &ldquo;eine Zunahme erlebter Unsicherheit und Ungleichheit&rdquo;, die besorgniserregende Auswirkungen f&uuml;r die Zukunft der Betroffenen haben kann<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_108684.html\">B&ouml;ckler Impuls 12\/2010<\/a><\/li>\n<li><strong>Studie: Formen der Nutzung von Leiharbeit <\/strong><br>\nZun&auml;chst nutzten Betriebe Leiharbeit, um kurzfristige Personalausf&auml;lle auszugleichen. Dann kam Leiharbeit als &ldquo;Flexibilit&auml;tspuffer&rdquo; hinzu. Damit begegnen Betriebe Schwankungen im Auftragsvolumen. Die dritte und historisch j&uuml;ngste Form ist die &ldquo;strategische Nutzung der Leiharbeit&rdquo;, so eine Analyse des Industriesoziologen Hajo Holst von der Universit&auml;t Jena. Dabei geht es dem Wissenschaftler zufolge darum, das unternehmerische Risiko zu minimieren, indem die nicht ohne weiteres k&uuml;ndbare Stammbelegschaft m&ouml;glichst klein gehalten wird. Holst spricht von einer &ldquo;Personalpolitik der unteren Linie&rdquo;. Leiharbeiter werden nicht nur f&uuml;r Hilfst&auml;tigkeiten eingesetzt, sondern verrichten die gleiche Arbeit wie Angeh&ouml;rige der Stammbelegschaft. Ausgeliehene und fest angestellte Besch&auml;ftigte stehen so in einem direkten Konkurrenzverh&auml;ltnis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_94471.html\">B&ouml;ckler Impuls 05\/2009 <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Leipziger Wasserwerke-Skandal &ndash; Staatsanw&auml;lte fordern sieben Jahre Haft<\/strong><br>\nDer Prozess um das 285-Millionen-Desaster bei den Leipziger Wasserwerken neigt sich seinem Ende zu. Am Dienstag wurden die Pl&auml;doyers gehalten. Am Mittwoch folgt das Urteil.<br>\nIm Prozess um einen der gr&ouml;&szlig;ten Finanzskandale bei einem Kommunalunternehmen hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag hohe Haftstrafen gefordert. Der Hauptangeklagte, der ehemalige Chef der Wasserwerke Leipzig, Klaus Heininger, soll wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung sieben Jahre hinter Gitter. F&uuml;r zwei mitangeklagte Finanzmanager forderte die Anklage vor dem Landgericht Leipzig viereinhalb beziehungsweise f&uuml;nf Jahre Haft. Das Urteil wird an diesem Mittwoch erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~ECF3B276F90B44FE9814B4131F7BD40FA~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die etwas andere Karriere der Doris Schr&ouml;der-K&ouml;pf<\/strong><br>\nVon der Kanzlergattin zur Aufsichtsr&auml;tin: Doris Schr&ouml;der-K&ouml;pf zieht in das Kontrollgremium von Karstadt ein. Doch was hat ihr Mann Gerhard damit zu tun?<br>\nDoris Schr&ouml;der-K&ouml;pf hat in ihrem Leben schon einige H&uuml;rden genommen. Sie war in ganz jungen Jahren Hauptstadt-Journalistin, damals noch in Bonn, dann alleinerziehende Mutter mit Job, dann Gattin eines Bundeskanzlers. Nun hat sie einen neuen Posten, sie zieht in den Aufsichtsrat von Karstadt ein. Das ist insofern &uuml;berraschend, als man der geb&uuml;rtigen Bayerin stets und zu Recht viel zutraute, nicht aber unbedingt die traditionellen Qualifikationen, die man braucht, um das Management eines sanierungsbed&uuml;rftigen Warenhaus-Konzerns zu kontrollieren. [&hellip;]<br>\nStimmt, Schr&ouml;der-K&ouml;pf hat keine kaufm&auml;nnische Ausbildung. Aber daheim in Hannover managt sie seit Jahren ein nicht so ganz kleines Familienunternehmen, in dessen Mittelpunkt der Staatsmann, Weltreisende, Wirtschaftsvertreter und Rechtsanwalt Gerhard Schr&ouml;der steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/karstadt-die-etwas-andere-karriere-der-doris-schroeder-koepf-1.1048012\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wunderbar! Das h&ouml;rt sich ja an wie die Staubsauger-Werbung, in der sich eine Hausfrau und Mutter als Leiterin eines mittelst&auml;ndischen Unternehmens vorstellt. Echte Journalisten w&uuml;rden sich hier die Frage stellen, was Karstadt-K&auml;ufer Berggruen mit dieser fragw&uuml;rdigen Personalentscheidung bezwecken will &ndash; die von der SZ pr&auml;ferierte Version, er halte Schr&ouml;der-K&ouml;pf tats&auml;chlich f&uuml;r eine ernstzunehmende Besetzung, kann man getrost in das Reich der Phantasien verbannen. Gas-Gerd und Grabbeltisch-Doris, da findet letztendlich dann doch zusammen, was zusammengeh&ouml;rt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bundesbank liefert Argumente f&uuml;r Euroanleihen<\/strong><br>\n&bdquo;Insgesamt d&uuml;rften die Zinskosten aufgrund der deutlich verbesserten Refinanzierungskonditionen in einer Gr&ouml;&szlig;enordnung von 3 Mrd &euro; pro Jahr gesunken<br>\nsein. In diesem Jahr w&uuml;rden sich bei  unver&auml;nderten Marktzinsen Refinanzierungsersparnisse<br>\nvor allem noch bei f&auml;lligen Anleihen, aber auch bei den Bundesobligationen ergeben&ldquo;, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem j&uuml;ngsten Monatsbericht.<br>\nW&auml;hrend das auch aus Sicht der Bundesregierung mit am meisten von der wirtschaftlichen Erholung profitierende Euroland Deutschland also zu niedrigsten Zinsen neues Geld leihen kann, darben die am schlechtesten gestellten Eurol&auml;nder unter hohen Zinsen, die sie zur Refinanzierung ihrer Staatsschulden aufbringen m&uuml;ssen. Unter diesen unterschiedlichen Refinanzierungsbedingungen muss sich die Kluft zwischen den L&auml;ndern der Eurozone weiter vergr&ouml;&szlig;ern, eine Entwicklung, die noch durch die den Krisenl&auml;ndern verordneten rigiden Sparauflagen und den damit verbundenen Wachstumseinbu&szlig;en beschleunigt werden wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=105&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>L&auml;nger schuften f&uuml;r den Euro<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise kommt Deutschland noch teurer? Das h&ouml;ren Unionsabgeordnete in Berlin gar nicht gern. Zur Beruhigung hat die Kanzlerin eine Idee: Ganz Europa soll erst mit 67 in Rente gehen.<br>\nMerkel hat eine neue Idee. Es ist der Montagnachmittag, an dem gerade die Finanzminister in Br&uuml;ssel auflaufen, da tr&auml;gt Fraktionschef Volker Kauder sie als Plan des Kanzleramts im F&uuml;hrungszirkel der Fraktion vor: &ldquo;Wir wollen gemeinsame Standards in Europa schaffen.&rdquo; Als erstes Beispiel nennt er die deutsche Schuldenbremse. Und als zweites die Rente mit 67, europaweit. Einige Abgeordnete horchen auf. Hier ist sie: die einfache Botschaft ohne Abk&uuml;rzungen und Milliardensummen. Ein Blut-Schwei&szlig;-und-Tr&auml;nen-Thema, zumindest f&uuml;r die anderen.<br>\nFragt sich nur, was etwa die Franzosen dazu sagen werden. Die tobten j&uuml;ngst, weil die Regierung das minimale Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre anheben wollte. Aber vielleicht kommt Merkel ihrem Freund Sarkozy ja gerade recht &ndash; als S&uuml;ndenbock.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:schuldenkrise-laenger-schuften-fuer-den-euro\/50216256.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist also die Vorstellung der Bundesregierung f&uuml;r die bisherige Leerstelle eines &bdquo;sozialen Europas&ldquo;. Deutschland ger&auml;t immer mehr in die Rolle des Pr&auml;zeptors f&uuml;r den Sozialabbau in Europa. Auf Dauer werden wir bei unseren Nachbarn wieder in die Rolle eines &bdquo;Erbfeindes&ldquo;. Wir fallen in die Zust&auml;nde des ausgehenden 19. Jahrhunderts zur&uuml;ck.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Revolution in Tunesien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ben Alis falsches Wirtschaftswunder<\/strong><br>\nDas Regime in Tunis galt als &ouml;konomisch vorbildlich, doch dieses Bild war verzerrt. Um den Neuanfang zu schaffen, muss das Land vor allem seine mafi&ouml;se G&uuml;nstlingspolitik beenden. [&hellip;]<br>\nWie ist es zu erkl&auml;ren, dass Organisationen wie der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF), Weltbank und EU jahrelang die wirtschaftspolitischen Erfolge des Landes priesen, w&auml;hrend die Entwicklungen der letzten Wochen das Bild eines ganz anderen Landes zeichnen? Was ist dran an den mittlerweile in allen Medien erscheinenden Berichten &uuml;ber fehlende Zukunftsperspektiven einer ganzen Generation junger, gut ausgebildeter Tunesier? Haben sich Experten und die Politik in ihrer vor wenigen Wochen noch so &uuml;berschw&auml;nglichen Beurteilung der wirtschaftlichen Lage gar get&auml;uscht?<br>\nUnbestritten hat der neoliberale Autoritarismus Ben Alis beachtliche Entwicklungserfolge vorzuweisen. [&hellip;] Im j&auml;hrlich erscheinenden &ldquo;Global Competitiveness Report&rdquo; wurde Tunesien vom Weltwirtschaftsforum bereits zum dritten Mal in Folge als wettbewerbsf&auml;higste Volkswirtschaft Afrikas ausgezeichnet.<br>\nDiese Indikatoren zeichnen jedoch ein verzerrtes Bild, da sie die tats&auml;chliche Einkommens- und Ressourcenverteilung nicht ber&uuml;cksichtigen und nichts &uuml;ber die wirtschaftlichen Partizipationsrechte des Einzelnen sagen. Ein Blick auf genau diese Faktoren l&auml;sst ein anderes Tunesien erkennen und tr&auml;gt zum besseren Verst&auml;ndnis der sozio&ouml;konomischen Motive der revoltierenden Bev&ouml;lkerung bei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:tunesiens-diktatur-ben-alis-falsches-wirtschaftswunder\/50216288.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wunderbar. Wann kommt eigentlich der Artikel &ldquo;Merkels falsches Wirtschaftswunder&rdquo;, in dem die FTD uns erkl&auml;rt, warum die kritisierten Indikatoren auch in Deutschland nicht viel &uuml;ber die &ldquo;wirtschaftlichen Partizipationsrechte des Einzelnen&rdquo; sagen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein ausgezeichneter Partner<\/strong><br>\nMit einer grotesken Volte reagiert Berlin auf den Sturz seines langj&auml;hrigen tunesischen Verb&uuml;ndeten Zine el-Abidine Ben Ali. Es sei zuk&uuml;nftig &ldquo;unabdingbar, die Menschenrechte zu respektieren&rdquo;, verk&uuml;ndet die Bundeskanzlerin in v&ouml;lligem Einklang mit ihrem Au&szlig;enminister. Jahrzehntelang hatten Menschenrechtsorganisationen sich im Kanzleramt sowie im Ausw&auml;rtigen Amt &uuml;ber gravierende Menschenrechtsverbrechen des tunesischen Regimes beschwert &ndash; vergeblich. Tats&auml;chlich geh&ouml;rte die &auml;u&szlig;erst repressive Regierung unter Staatspr&auml;sident Ben Ali zu den Verb&uuml;ndeten der Bundesrepublik in Nordafrika; sie war nicht nur politisch kooperationswillig, sondern schuf auch f&uuml;r deutsche Unternehmen lukrative Rahmenbedingungen &ndash; mit Niedrigl&ouml;hnen, die Tunesien zum beliebtesten Produktionsort deutscher Manager in Nordafrika machten. Ben Ali, den Berlin heute verteufelt, um nach seinem Sturz in Tunis Einfluss behaupten zu k&ouml;nnen, wurde von der deutschen Wirtschaftspresse vor nicht allzu langer Zeit als &ldquo;milder Diktator&rdquo; gelobt. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung nannte sein Regime noch vor wenigen Wochen einen &ldquo;ausgezeichneten Partner&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57986\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Exportschlager Demokratie: Nordafrika<\/strong><br>\nW&auml;hrend der Talkshowjournalismus sich in Entsetzen &uuml;ber die &lsquo;Blutspur des Kommunismus&rsquo; ergeht, fliegen dem freien Westen mit seiner &lsquo;sozialen Marktwirtschaft&rsquo; die selbst eingerichteten Diktaturen um die Ohren. Das fing schon 1979 an, als sich Iran vom Schah befreite, und aktuell ist Tunesien an der Reihe. Wie die Bilder sich gleichen: Korrupte Diktatoren und ihre mindestens so korrupten Frauen pl&uuml;ndern ihr Land aus und finden nachher in den USA oder einem befreundeten Land zuflucht &ndash; mitsamt ihrem Verm&ouml;gen. Das gelang etwa Farah Pahlavi und Imelda Marcos &ndash; die inzwischen auf die Philippinen zur&uuml;ckgekehrt ist -, und jetzt kommt das Traumpaar Ben Ali\/Trabelsi hinzu, die in der islamischen Diktatur Saudi Arabien unterkommen, unseren besten Freunden im Nahen Osten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=6668\">Feynsinn<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ausgerechnet Peter M&uuml;ller<\/strong><br>\nH&auml;tten die Parteifreunde des saarl&auml;ndischen Ministerpr&auml;sidenten in der Union ein besseres Ged&auml;chtnis, dann h&auml;tten sie Peter M&uuml;llers Wahl an das Bundesverfassungsgericht mit aller Kraft verhindern m&uuml;ssen.<br>\nDer Christdemokrat M&uuml;ller ist Jurist, in den 1980er Jahren war er f&uuml;r einige Zeit als Richter am Amtsgericht Ottweiler und am Landgericht in Saarbr&uuml;cken t&auml;tig. Vor allem aber ist M&uuml;ller ein &auml;u&szlig;erst profilierter Parteipolitiker, der in seiner langen Karriere keinem Scharm&uuml;tzel mit dem politischen Gegner und keinem Auftritt in der &Ouml;ffentlichkeit aus dem Weg gegangen ist. [&hellip;]<br>\nDas kann nicht ohne Folgen bleiben f&uuml;r die Anforderungen an die Qualifikation der Bundesverfassungsrichter. Mehr als jeder andere Richter m&uuml;ssen sie unter allen Umst&auml;nden den Eindruck vermeiden, befangen zu sein. Das Ansehen der Gerichts, seine Autorit&auml;t w&uuml;rde verspielt, entst&uuml;nde der Verdacht, die F&auml;lle w&uuml;rden weniger von Richtern entschieden, vielmehr von Politikern, die nicht allein dem Grundgesetz verpflichtet sind, sondern im Zweifel dem Parteibuch. [&hellip;]<br>\nPeter M&uuml;ller ist ein leidenschaftlicher Parteipolitiker. Das qualifizierte ihn dazu, Ministerpr&auml;sident des Saarlands zu werden. Aber am Bundesverfassungsgericht wird anderes, ja das Gegenteil verlangt &ndash; leidenschaftliche Parteilosigkeit. Die l&auml;sst sich nat&uuml;rlich lernen. Aber nicht jeder bringt f&uuml;r diese Lektionen die idealen Voraussetzungen mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/ausgerechnet-peter-mueller\/-\/1472602\/5924280\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Geschlossene Gesellschaft<\/strong><br>\nInterview mit Rolf J&uuml;ngermann &uuml;ber die T&uuml;cken des deutschen Bildungssystems<br>\nDeutsche Politiker propagieren Bildung als Gegenmittel zu Integrationsschwierigkeiten und sozialen Verwerfungen. Dabei wird aber nicht nur ausgeblendet, dass die Gesellschaft auf implizit Ungleichheit erzeugende Konzepte wie dem Erbrecht aufbaut, sondern auch &uuml;bersehen, dass das deutsche Bildungswesen in seiner aktuellen Form selbst ein ma&szlig;gebliches Instrument der sozialen Auslese darstellt. Telepolis sprach dar&uuml;ber mit dem ehemaligen Studienrat Rolf J&uuml;ngermann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33385\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Blind und geschichtslos &ndash; Das Dilemma der Wirtschaftswissenschaften<\/strong><br>\nDer amerikanische Gro&szlig;industrielle Henry Ford sagte mal, der Wohlstand einer Nation beg&auml;nne schon im Klassenzimmer. Heute kann man erg&auml;nzen, dass sich dieser Wohlstand dann auch an der Universit&auml;t fortsetzt. Und wenn man letzteres auf die Wirtschaftswissenschaften bezieht, dann ger&auml;t man in eine eher depressive Stimmung. Denn: Dieses Fach symbolisiert kaum den Wohlstand und schleppt mehrere Defizite mit sich. Es basiert erstens auf einer methodologischen Monokultur, zweitens ist es blind f&uuml;r die eigene Geschichte, drittens fehlt der Bezug zur Praxis. Philip Kovce, Wirtschaftsstudent an der Universit&auml;t Witten\/Herdecke, beschreibt diese Defizite und zeigt konkrete Auswirkungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/silemma-der-wirtschaftswissenschaften\/-\/id=660374\/nid=660374\/did=7119316\/19ogr96\/index.html\">SWR2 Aula<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>hr2 &ldquo;Der Tag&rdquo;: Kommunen im Schlagloch &ndash; wo die Gesellschaft br&ouml;ckelt<\/strong><br>\nDie Konjunktur brummt &ndash; die Kommunen murren. Denn sie bekommen nichts mit vom Aufschwung. Die deutschen St&auml;dte und Gemeinden bangen um die Zukunft. Sie k&ouml;nnen ihren einfachsten Aufgaben nicht mehr nachkommen, zum Beispiel die L&ouml;cher in den Stra&szlig;en flicken. Das Geld f&uuml;r Schwimmb&auml;der fehlt sowieso, die Schulgeb&auml;ude und Kindertagesst&auml;tten br&ouml;ckeln, und f&uuml;r die Kultur ist schon l&auml;ngst nichts mehr &uuml;brig. Bund und L&auml;nder haben die Kommunen kaputt gespart &ndash; und gef&auml;hrden damit die Demokratie. Sagt der deutsche St&auml;dtetag. Und den B&uuml;rgern d&auml;mmert: er k&ouml;nnte Recht haben&hellip;<br>\nQuelle: HR2 <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20110104.mp3\">[Audio-Podcast mp3 &ndash; ca. 49,5 MB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung M.B.:<\/strong> Die Sendung ist zwar schon zwei Wochen alt, aber trotzdem h&ouml;renswert. Werner R&uuml;gemer gibt im Interview einen kurzen &Uuml;berblick &uuml;ber Derivate sowie sonstige Daddeleien von Kommunen sowie die schlimmsten Auswirkungen diverser Privatisierungs-Modelle.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Die Unwort-Nutzerin des Jahres<\/strong>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikaturen\/kari_20110118_Unwort.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110119_stuttmann.jpg\" alt=\"Klaus Stuttmann Karikatur \" alternativlos><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur.php\">Klaus Stuttmann<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der politische H&uuml;hnerstall in NRW; Br&uuml;derle macht Hardliner zum Wirtschaftsweisen; faule S&uuml;dl&auml;nder, flei&szlig;ige Deutsche und konsumgeile Amerikaner; illegale Geldtransfers kosten L&auml;nder des S&uuml;dens Billionen; hohe Verbindlichkeiten &ndash; US-Pensionsfonds verbergen riesiges Finanzierungsloch; Top-Investor misstraut Obamas Schuldenpolitik; Bundesbank warnt Anleger vor Banken; Kampf gegen Spekulation mit dem Hunger; Linke l&auml;sst Hartz-IV-Satz<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8048\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-8048","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8048"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8048\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8054,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8048\/revisions\/8054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}